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Der Selena-Effekt

Puff Daddy (oder wie er sich heute nennt: P. Diddy), Luke Mockridge, Elon Musk, Till Lindemann, Jerôme Boateng –  noch vor 20 Jahren waren das angesagte so genannte „Bad Boys“, auf die zahlreiche Mädchen und Frauen standen, obwohl sie mittlerweile bekannt dafür sind, nicht immer wirklich nett mit dem weiblichen Geschlecht umzugehen – um es einmal vorsichtig auszudrücken.

Bad guys wurden über Jahrzehnte glorifiziert

In diversen Hollywood-Filmen wurde dieser Typus Mann jahrzehntelang glorifiziert in vermeintlichen romantischen Komödien, die toxische Typen auf einen begehrenswerten Thron setzen. Man denke etwa an die extrem erfolgreiche Vampirserie Vampire Diaries, in welcher am Ende der toxische Vampir Damon gegen den nice guy Stephen gewinnt und immer noch mehr von Elena fordert. Oder an die belieben Filmreihen des Bestsellerautors Nicolas Sparks, mit Kassenschlagern wie The Choice, in welcher auch der toxische Typ als erstrebenswert präsentiert wird und am Ende der solide, ruhige, charmante Gegenpart von der Protagnistin abgewählt wird.

Ein toxischer Partner als Ideal

Die Generation Millenials (1981 bis 995) ist mit derartigen „Vorbild-Beziehungen“ so erwachsen geworden. Für eine ganze Welt schien es etwa ganz normal, dass die Pop-Ikone Britney Spears nach einen paar durchzechten Nächten das Sorgerecht für ihre Kinder verlor und über ein Jahrzehnt unter die Vormundschaft ihres Vaters gestellt wurde. Selena Gomez führte jahrelang eine toxische Beziehung mit dem ebenso erfolgreichen Sänger Justin Bieber. Am Schluss war sie nervlich am Ende, da sie jahrelang von ihrem Freund psychisch missbraucht wurde, wenn er mal wieder seine Launen hatte, sie weinte vor laufenden Kameras, insbesondere als sie erfuhr, dass Bieber sie nach nur zwei Monaten  Beziehungsende durch eine neue Partnerin, Hailey Bieber, ersetzte. Selena galt damals als die instabile, nicht Justin, obwohl er es war, weswegen sie am Boden war.

„Du bist so peinlich“

Damals nach dem Beziehungsende von Gomez und Bieber, 2018, kam Hailey zu Selena und sagte ihr, dass sie sich damit abfinden müsse, dass Bieber nun einmal jetzt Hailey liebe und dass es lächerlich sei, in der Öffentlichkeit zu weinen, sie sei so peinlich. Nun, sieben Jahre später, hat Gomez nach der Aufarbeitung aller ihrer zugefügten Wunden in ihrer Beziehung mit Bieber, zu neuem Erfolg gewunden – beruflich im filmischen wie auch im musikalischen Bereich – und auch in der Liebe. Sie ist mit Musikmacher Benny Blanko liiert, kein Traumpaar im herkömmlichen Sinne. Viele waren schockiert, da Benny kleiner als Selena ist und wohl alles andere als dem klassischen Schönheitsideal entspricht.

Er entspricht nicht dem gängigen Schönheitsideal

Selena musste daher auch das Öfteren in Interviews erklären, was sie an Benny liebt. Die schlichte Antwort: Er behandelt sie gut, er gibt ihr das Gefühl, dass auch sie wichtig ist. Er selbst sagt, das er morgens schon überlege, wie er ihren Tag besser machen könne nd sie genauso sei. Er gibt ihr ein Gefühl der Sicherheit und nicht des ständigen Dramas.

Früher waren Männer, die viele Frauen hatten begehrenswerte Aufschneider, Heute hat die Generation Alfa einen neuen Begriff für sie geschaffen: „Fuck boys“ – was im Prinzip das Pendant zu dem Begriff Schlampe darstellt, nur im Bezug auf Männer. Das bedeutet: Mädchen und Frauen nehmen sich nun das Recht heraus, genau so zu urteilen, wie es Jungs und Männer schon seit Jahrzehnten und Jahrhunderten über sie tun. Auch wird nun über Body count gesprochen. Wie hoch ist dein Body count? Nein, das ist nicht der BMI. Junge Menschen möchten wissen, mit wie vielen Menschen jemand schon im Bett war. Wobei ein hoher Body Count mittlerweile negativ wirkt und nicht mehr als positiv (bei Männern) betrachtet wird. Es hat sich viel getan in den vergangenen Jahren.

Männliche Draufgänger, die Mädchen und Frauen schlecht behandeln, möchte keiner mehr haben. Eigentlich ist es ganz einfach: Männer müssen nur nett sein gegenüber Frauen. Derweil wird Benny Blanko für seine Aussagen darüber, wie man Frauen behandeln sollte, gefeiert. Ach ja, und Justin Bieber hat nach einer überstürzten Hochzeit und ein Baby mit Hailey Bieber übrigens sein Glück beim Coachella-Festival gefunden, bei welchem er vor kurzem tagelang völlig zugedröhnt und abgemagert zu sehen war, während Hailey Bieber seinen Babysitter spielte. Manche bezeichnen auch das als Liebe.

 




P. Diddy und die Sache mit den jungen Mädchen und Jungs

Die Liste derer ist lang, die nun Vorwürfe gegen P. Diddy erheben. Der unter anderem wegen des Tatverdachts des Menschenhandels, Missbrauchs und Gewalt derzeit in U-Haft sitzende Sänger soll bei diversen Hollywood Partys, die er in den vergangenen Jahrzehnten veranstaltet hat, seine prominenten und nicht prominenten Opfer mit in Drinks gemischte Drogen betäubt und anschließend vergewaltigt haben. Die jüngsten Opfer sollen gerade mal 13 Jahre alt gewesen sein.

P. Diddy (links) und Justin Bieber (Mitte), als sie sich kennenlernten.

P. Diddy (links) mit Justin Bieber, als dieser schon älter war und vermutlich Drogenprobleme hatte.

Eines der prominentesten Opfer damals könnte der damals 15-jährige Justin Bieber gewesen sein. Bislang hat sich der Sänger nicht zu den Vorgängen geäußert. Es ist nur so viel bekannt, dass auch er zu den Partys eingeladen worden war und einmal 48 Stunden am Stück mit P. Diddy verbringen durfte.

Der merkwürdige Verhältnis zwischen Justin Bieber und P. Diddy

Vor laufenden Kameras versprach ihm P. Diddy damals „viel Spaß“. Auffällig ist, dass Bieber nach diesen 48 Stunden den Kontakt zu P. Diddy versuchte, abzubrechen. Als ihn P. Diddy vor laufender Kameras bei einer Begegnung auf einer öffentlichen Veranstaltung darauf ansprach, erkennt man Bieber fast nicht mehr wieder – im Vergleich dazu, wie er vor diesen 48 Stunden mit P. Diddy interagiert hat. Bieber wirkt sehr angespannt, distanziert, vermeidet den Blickkontakt und stammelt irgendeine Entschuldigung.

Was hat P. Diddy mit Justin Bieber gemacht? (youtube.com)

(2) Die jungen Opfer von P. Diddy ➤ Was verschweigt Justin Bieber? – YouTube

Derweil tauchen weitere Videos auf die zeigen, wen P. Diddy so alles einlud zu seinen „legendären“ Parties – unter anderem die damals 13-jährige Schauspielerin Daveigh Chase. Die heute XY-Jährige hat bislang kein öffentliches Statement dazu abgegeben.

Ashton Kutcher (links), P. Diddy und Daveigh Chase.

Ein weiteres mutmaßliches Opfer war damals ebenfalls 13 Jahre alt. Der Vorwurf: Combs habe das Mädchen unter Drogen gesetzt und vergewaltigt.

Es geht um einen Fan, der am 7. September 2000 vergeblich versucht haben soll, eine Eintrittskarte für die MTV Video Music Awards zu bekommen. Daraufhin soll das Mädchen mehrere Limousinenfahrer gefragt haben, ob sie an einer Afterparty teilnehmen könne.

Zweimal vergewaltigt?

Einer von ihnen haben sie dann zu einer Party von Combs gefahren. Dort habe sie erst eine Geheimhaltungsvereinbarung unterzeichnete. Danach habe sie ein Getränk zu sich genommen. Davon sei ihr „schwindelig“ geworden.

Sie habe sich in ein leeres Schlafzimmer begeben und sich hingelegt. Kurz darauf soll Combs mit „einem männlichen und einem weiblichen Prominenten“ ins Zimmer gekommen sein.

Sie behauptet, sie sei von dem männlichen Prominenten vergewaltigt worden, während „eine weibliche Berühmtheit“ zusah. Danach sei sie dann von Combs vergewaltigt worden. Laut Klage lebt die Frau heute in Alabama und sei nach dem Übergriff „in eine tiefe Depression“ verfallen.

Combs hat alle Vorwürfe gegen ihn wiederholt zurückgewiesen. Seit fast einem Jahr sind er, Mitarbeiter und Geschäftsfrmen mindestens 18 Mal wegen sexuellen Fehlverhaltens verklagt worden.

Zu den bekanntesten Partygästen zählten damals unter anderem Leonardo DiCaprio, Jennifer Lopez und Ashton Kutcher.