1

Verteidigungsminister Pistorius warnt vor Krieg in Europa

Selten war ein führender Politiker so deutlich wie Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius vor zwei Tagen in der ZDF-Sendung: „Berlin direkt“. Er warnte vor einem möglichen Krieg in Europa und forderte, die Bundeswehr massiv zu stärken.

Es kann zu einem Krieg kommen

Angesichts der Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten müssten wir „uns an den Gedanken gewöhnen, dass ein Krieg in Europa drohen“ könne.

Deutschland müsse wehrhaft sein, das gelte sowohl für die Bundeswehr als auch für die Gesamtgesellschaft, mahnte Pistorius weiter. „Wir müssen kriegstüchtig werden.“

Zugleich betonte er, dass man alles dafür tun werde, um eine weitere Eskalation im Nahen Osten zu verhindern.

100 Milliarden Euro für die Bundeswehr

Die Bundesregierung hat derweil ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr aufgelegt.

Rund 1.000 Bundeswehrsoldaten halten sich für einen möglichen Einsatz im Nahen Osten auf der Insel Zypern bereit.

Auch im Ukraine-Krieg mischt die Bundesregierung aktiv mit: Deutschland unterstützt die Ukraine mit Ausrüstungs- und Waffenlieferungen 

Inflation weiter auf Höhenflug: Droht eine Hyperinflation?

Derweil spürt die Bürger:innen Europa die Milliardenkriegsaufwendungen deutlich in Form einer Entwertung des europäischen Geldes, der so genannten Inflation mit teilweise über 10 Prozent Geldentwertung.

Sollte Europa und auch Deutschland weiter von den Kriegen betroffen sein, wird der Euro vermutlich anhand der weiter steigenden Kriegsausgaben weiter an Wert verlieren. Experten glauben derzeit aber nicht, dass es zu einer Hyperinflation – ähnlich der Situation in den 1920er Jahren zwischen den beiden Weltkriegen – kommt. Bei einer Hyperinflation lägen die Teuerungsrate bei mindestens 50 Prozent.

Hyperinflation nur bei korrupten Regierungen und einer schlechten Geldpolitik

„Hyperinflation ist ein seltenes Ereignis und hat in der Vergangenheit nur dann stattgefunden, wenn mehrere Faktoren zusammen kamen wie eine schlechte Geldpolitik, korrupte Regierungen und instabile Volkswirtschaften“, sagt Daniel Milan, geschäftsführender Gesellschafter bei Cornerstone Financial Services auf www.forbes.de.

„Eine Hyperinflation tritt häufig in Kriegszeiten auf, die zu wirtschaftlichen Turbulenzen führen, wenn die Zentralbank eines Landes übermäßig viel Geld druckt“, erklärt Milan weiter. „Das führt zu einer Entkopplung von Angebot und Nachfrage in der Wirtschaft.“

Die Länder haben verschiedene Methoden zur Bekämpfung der Hyperinflation ausprobiert. Die gängigste Methode sei die drastische Reduzierung der Staatsausgaben.




Israel-Palästina: noch ein Krieg, den keiner braucht

Und schwups, nun haben wir mit dem erneuten Aufflammen des Gazakonfltiks den nächsten Gebietskampf vor der Haustüre. So schnell kann es gehen. Top-Thema in den gestrigen Nachrichten: Wer war Schuld am Raketeneinschlag in dem dortigen Krankenhaus?

Gegenseitige Schuldzuweisungen helfen nicht weiter

Gegenseitige Schuldzuweisungen helfen nicht weiter. Jeder wird doch irgendwie immer dem anderen in Kriegszeiten die Schuld zuschieben. Was wirklich hilft:

Ein Blick auf das Leid, das dort jeden Tag seit dem 07. Oktober vorherrscht. Ein Blick auf die Bilder aus dem Katastrophengebiet. Hier rennen Familien, Kinder um ihr Leben. Säuglinge sterben. Über eine Million Menschen sind auf der Flucht. Ist es das wirklich wert? Tausende Verletzte und Tote für einen Häuserkampf, der am Ende nicht mehr übrig lässt außer Asche.

Haben wir im 21. Jahrhundert nach wie vor nicht gelernt, dass Krieg nie eine Lösung sein kann – und dass wir dringend aufhören sollten mit unserem Schwarz-Weiß-Denken in die simple Unterteilung der Welt in gute Staaten und Schurkenstaaten? So platt es sich auch anhört, aber wahr ist: Jede Medaille hat zwei Seiten. Jede Wahrheit zwei Gesichter.

Wir alle haben mit dem Klimawandel, der globalen Wirtschaftskrise und der noch immer nicht ganz verwundenen Coronapandemie genug zu tun. Kriege helfen nicht weiter, sie befeuern nur das Elend, sie lenken ab. Sie schüren Panik. Das alles brauchen wir in dieser Zeit nicht und das will die große Mehrheit der Menschen auch nicht.

Wir alle möchten in Frieden und Sicherheit leben können. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Die einzig relevante Frage, die wir in diesen hinsichtlich dieses und hinsichtlich jedem Krieg stellen müssen, ist: Wer verdient an diesem Krieg? Wer gewinnt? Dann wissen wir um die Gründe. Nur dann können wir den Krieg beenden.