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Ukrainische Frau sucht Wohnung und Arbeit

Eine ukrainische Frau, die im Zuge des Krieges in ihrem Heimatland im Hohenlohekreis mit ihren zwei Kindern gestrandet ist, sucht schnellstmöglich eine Wohnung und eine Arbeit im Raum Künzelsau. Die Ehrenamtlichen, die sie betreuen bei der Integration in der neuen Kultur, beschrieben die Frau als sehr engagiert, hilfsbereit und fleißig.

Das Landratsamt des Hohenlohekreises sowie die Stadt Künzelsau konnten hier bislang nicht weiterhelfen.

Wer hier unterstützen kann, mit Wohnraum oder einer Arbeit, darf sich gerne an die Redaktion GSCHWÄTZ wenden. Wir leiten den Kontakt dann weiter beziehungsweise stellen den Kontakt dann her:

Redaktion GSCHWÄTZ

Gaisbacher Str. 6

74653 Künzelsau

Telefon: 07940/93 555 7

WhatsApp: 0172/68 78 474




„Willkommenspunkt“ für Flüchtlinge im Krankenhaus Künzelsau

Im Rahmen der Fluchtwelle aus der Ukraine beschreitet der Hohenlohekreis neue Wege. Zwei „Willkommenspunkte“ will der Kreis eröffnen, wo Flüchtlinge und ehrenamtliche Helfer Kontakt zueinander finden können.

Eröffnung bereits am Freitag, den 1. April 2022

Einer dieser Willkommenspunkte eröffnet bereits am Freitag, 01. April 2022, im ehemaligen Krankenhaus in Künzelsau, wo auch Flüchtlinge untergebracht sind. Der zweite ist in Öhringen geplant, ein Zeitpunkt für die Eröffnung wurde noch nicht genannt.

In Künzelsau soll eine Spielecke aufgebaut werden, dazu soll es einen Internetanschluß geben und Räume für ruhige Gespräche.

Integrationskonzept neu aufleben lassen

Die Willkommenspunkte sind Teil des neubelebten Integrationskonzepts, das Dr. Mark Tobias Wittlinger, der Integrationsmanager dem Kreistag am Montag, 28. März 2022, vorgestellt hatte. „Integration ist eine Daueraufgabe“, sagte er. Auf drei Säulen soll das Integrationskonzept stehen: Das Integrationsbündnis aller mit Integration befassten Stellen und Organisationen, das Integrationsmanagement des Landratsamts sowie dem ehrenamtlichen Engagement. Drei Arbeitsschwerpunkte nannte Wittlinger:

  • dezentrale und flexible Angebote, wie zum Beispiel die Willkommenspunkte
  • Stärkung des Integrationmanagements. Dafür will er bis zu drei neue Stellen schaffen
  • Ausbau der zentralen Koordination im Hohenloher Integrationsbündnis 25.

Ehrenamtliche wurden nicht informiert

Ehrenamtliche Helfer, die sich bisher über das Landratsamt engagiert haben, zeigen sich darüber verwundert, dass sie weder über die Einrichtung dieses Willkommenspunktes noch über den Zeitpunkt der Eröffnung informiert wurden. In der Kreistagssitzung vom 28. März 2022 wurde mehrfach die Notwendigkeit des Ehrenamts hervorgehoben und nochmals an die Bürger:innen appelliert, sich ehrenamtlich für Flüchtlinge und Integration zu engagieren. Als „Chaos-Situation“ bezeichnete Mike Weise das aktuelle Arbeiten – mit einer Koordination der unterschiedlichen ehrenamtlichen Initiativen könnte die Regelsituation, die sein Ziel ist, vielleicht ein wenig früher erreicht werden.

Text: Matthias Lauterer




„Das Thema wird uns wieder beschäftigen“

Am vergangenen Dienstag rückt in Neuenstein ein Thema in den Fokus, das für lange Zeit medial in Vergessenheit geraten ist: die Zuwanderung von Geflüchteten und deren Integration.

Erfolgreiche Integration

Im Rahmen seiner Sommertour besucht Sozialminister Manfred „Manne“ Lucha das Gebäude der Arbeitsinitiative Hohenlohekreis GmbH (AIH), wo unter anderem die AIH GmbH ihre Arbeit vorstellt. Mit der Vorstellung von Geflüchteten aus Togo und Georgien zeigt die AIH Beispiele für erfolgreiche Integration mit der Kursleiterin des Deutschkurses, Larissa Fertig. Anschließend stellen Integrationsbeauftragter Dr. Mark Wittlinger und Integrationsmanagerin Christine Obermüller das „Integrationsbündnis 2025“ vor, dessen Ziel es ist, Geflüchteten möglichst schnell Deutschkenntnisse zu vermitteln, sowie sie in Gesellschaft- und Arbeitsleben zu integrieren.

„Wir können das nicht akzeptieren“

„Als wir“ 2017 „vor einer brennenden Flüchtlingsunterkunft hier in Neuenstein standen“, erzählt Landrat Dr. Neth „und kurz davor in Pfedelbach, sind wir einer Zivilgesellschaft begegnet, die unglaublich viel Engagement und Zivilcourage aufgebracht hat, die gesagt hat: ‚Das sind nicht wir. Wir sind mehr.‘ Das Gefühl war: ‚Wir können das nicht akzeptieren.‘ Im Kreistag bestand dann auch der klare Wunsch, einen Gegenentwurf zu machen. Und der war ganz klar: Wir wollen Aushängeschild für Integration sein. Wir wollen keine Willkommenskultur, die überhöht ist wie die am Münchener Hauptbahnhof, sondern die einfach sagt: ‚Hier vor Ort leisten wir Integrationsarbeit‘.“

„Darauf sind wir stolz“

„Ich sage Ihnen emotional, wenn sie nachts vor zwei bezugsfertigen brennenden Unterkünften stehen – der Anruf kam immer so zwischen drei und halb vier – dann fragen Sie sich schon, wie Sie denn so ein Problem von Integration in der Gesellschaft hinbekommen“, fährt Neth fort. „Deshalb haben wir einstimmig im Kreistag gesagt, wir wollen einen Gegenentwurf setzen. Das haben wir über jede Parteipolitik hinweg beschlossen. Darauf sind wir stolz. Genauso wie wir darauf stolz sind, was Frau Zeile mit der AIH leistet.“

Maßnahmen zur Integration

Die AIH bietet Angebote für arbeitslose Menschen, Schüler:innen, die am Übergang von der Schule zum Beruf stehen, und für Asylbewerber:innen. Die Integrationsarbeit der AIH äußert sich in Deutschkursen und „Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen“, einem „befristeten Arbeitsmarktprogramm des Bundes“, das Geflüchteten „niederschwellige Angebote“ machen soll, „um den deutschen Arbeitsmarkt kennenzulernen“.

„Es werden immer mehr Flüchtlinge kommen“

„Wir wussten schon immer, dass das Thema ‚Akzeptanz‘, was Flüchtlingsunterkünfte angeht, schwierig ist. Wir haben deshalb auch gesagt: ‚Keine großen Unterkünfte‘, sondern Familienwohnungen, die auch anderweitig nutzbar sind“, erklärt Neth. „Klar ist, es werden wieder mehr Flüchtlinge in den Hohenlohekreis kommen. Da braucht man kein großer Prophet zu sein, man muss nur zusehen, was gerade in Afghanistan passiert. Das Thema wird uns wieder beschäftigen. Deshalb bereiten wir uns darauf vor.“

Text: Priscilla Dekorsi

Landrat Dr. Matthias Neth und Sozialminister Manfred „Manne“ Lucha in Neuenstein. Foto: GSCHWÄTZ

Begrüßung im Foyer der AIH in Neuenstein. Foto: GSCHWÄTZ

Zeile übergibt Minister Lucha ein Geschenk, das in der Kreativwerkstatt der AIH von Geflüchteten gefertigt wurde. Foto: GSCHWÄTZ

Die Leiterin des Deutschkurses bei der AIH, Larissa Fertig. Foto: GSCHWÄTZ

Elguja Khodeli (links), Komla Mawufe Konu und Deutschkursleiterin Larissa Fertig. Fertig hat die beiden Geflüchteten mit ihrem Kursangebot beim Start ins Berufsleben unterstützt, denn: Ohne Bleiberecht gibt es keinen Integrationskurs und ohne Sprachkompetenz ist auch kein Ausbildungsplatz in Sicht. Fertig bietet für diesen Fall Erstorientierungskurse an und bei der AIH kann man Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen absolvieren. Foto: GSCHWÄTZ




Öhringen: Flüchtlings-Experiment abgebrochen

Wie viel Integration ist nötig?, fragen wir in unserer Dezemberausgabe. Und haben uns auf ein Experiment eingelassen: Mit einer Burka bekleidet haben wir uns  in die Öhringer Innenstadt begeben, um zu sehen, was passiert. Was dann geschehen ist,  hat all unsere Befürchtungen übertroffen.

+ Faktencheck Flüchtlinge auf dem Land: Alle Zahlen, wie viele Flüchtlinge in den Hohenlohekreis gekommen, wie viele in Lohn und Brot sind und wieviel Geld jährlich in die Flüchtlingshilfe fließt sowie Meinungen von Bürgern: Wie funktioniert Integration?

Weitere Themen:

// Wie geht es weiter mit dem Krankenhaus Hohenlohe? Gab und gibt es Kommunikationsprobleme? Klinikchef Jürgen Schopf stellte sich unseren kritischen Fragen im Interview

// Wir stellen den lokalen Verein miteinander vor, der Kinder in der Region unterstützt

// Notfallrettung wackelt immer mehr: DRK warnt vor einer düsteren Zukunft. 2018 Zuspitzung der Lage

// Er war kein Heiliger. Martin Luthers Herrenjahre

u.v.m.

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