„Klares Bekenntnis des Unternehmens und der Familie Würth zum Standort Hohenlohe“
Mit einem Baustellenrundgang präsentierte WÜRTH am 10. Februar 2022 erstmals sein neues Innovationszentrum auf dem Werksgelände in Gaisbach. Auf 15.000 Quadratmetern entsteht hier ein neuartiges Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationszentrum, wo Wissenschaft und Forschung, Wirtschaft und industrielle Umsetzung zusammentreffen sollen.
70 Millionen Investition
250 Arbeitsplätze sollen in dem riesigen Gebäude einmal Platz finden, rund 70 Millionen Euro betragen die Baukosten. „Das Innovationszentrum ist nicht nur klares Bekenntnis des Unternehmens und der Familie Würth zum Standort Hohenlohe, sondern hat starke Signalwirkung für die Leistungsfähigkeit und damit die Zukunft der Marke Würth – vor allem, was die Region als Wirtschaftsstandort anbelangt“, so Thomas Klenk, Geschäftsführer der Adolf Würth GmbH & Co. KG für Einkauf, Produkt, Marketing und Divisionen.
„Dübelhalle“
Eindrucksvoll ist die „Dübelhalle“, die allein rund 1.500 Quadratmeter groß ist. Sie widmet sich allerdings nicht nur Dübeln, sondern es können dort unterschiedlichste Befestigungselemente getestet und zertifiziert werden. Schließlich muß man heutzutage gar nicht mehr dübeln – spezielle Mörtel halten heutzutage Anker in Beton und halten dabei höchste Belastungen aus.
Dynamische Belastungen, wie sie etwa bei Brückenbauwerken auftreten, sollen zukünftig in dieser Halle in großem Maßstab simuliert werden können – Brückensanierungen seien schließlich ein hochinteressantes Geschäftsfeld, sagt Klenk. Außerdem sind an diese Halle diverse Prüflabors angeschlossen, zum Beispiel für Temperaturprüfungen.
Forschung und Industrie interdiszipliär vernetzen
Ziel des Innovationszentrums ist es, laut Würth, die Innovationszyklen in den Bereichen Verbindungstechnik, Schrauben, Dübel, Chemie, Maschinen und Systeme zu verkürzen sowie Neu- und Weiterentwicklungen noch schneller und kundenspezifischer auf den Markt zu bringen. Auch die Digitalisierung hat ihren Schwerpunkt: Erst die Vernetzung macht die Produkte intelligent. Durch IoT hat der Kunde die Möglichkeit der vollumfänglichen Verwaltung seines Maschinenparks, da Lager- und Bevorratungsmanagement selbstständig miteinander kommunizieren.
„Das schaffen wir über die Vernetzung von Kundenanwendung, akademischer Forschung und eigenem Produktions-Knowhow“, erklärt Thomas Klenk. Rund 250 Mitarbeitende aus der Produktentwicklung der AW KG und den Produktionsgesellschaften des Konzerns treffen über Hochschulkooperationen mit dem Karlsruher Institut für Technologie KIT und der Universität Stuttgart auf externe Wissenschaftler. „Über dieses Netzwerk stärken wir die eigene Herstellerkompetenz und Innovationskraft.“
Vom Kundenbedarf zum Produkt in kürzerer Zeit
Von 300.000 Kundenkontakten pro Tag spricht Klenk und davon, dass man das Ohr offenhält und die Anforderungen der Kunden aufnimmt. Im neuen Innovationszentrum können Umgebungen aus der Arbeitswelt des Kunden aufgebaut werden, um dem Kunden letztendlich ein System anzubieten, das seine Arbeitsabläufe optimal unterstützt. Dabei geht es nicht nur um Schrauben und Dübel. „Kundenzufriedenheit und Begeisterung erzielen wir im professionellen Handwerk mit vorausschauenden, maßgeschneiderten Lösungen, nicht mit Standards“, erläutert Dr. Heiko Roßkamp, Leiter Forschung und Entwicklung der Adolf Würth GmbH & Co. KG.
Die Time-to-market soll durch den interdisziplinären Ansatz und das Ineinandergreifen der einzelnen Stufen der Produktentwicklung deutlich reduziert werden.
Moderne Arbeitsplätze …
Der Anspruch, den das Innovationszentrum stellt, spiegelt sich in den Arbeitsplätzen wieder: Nicht nur, dass die Arbeitsplätze neuesten Anforderungen entsprechen – die Kommunikation steht im Mittelpunkt. Nicht nur die elektronische Kommunikation, sondern vor allem die persönliche Kommunikation wird durch die kurzen Wege zwischen den Beteiligten unterstützt.
… sollen Fachkräfte nach Hohenlohe locken
„Über das Innovationszentrum holen wir weitere hervorragend ausgebildete Fachkräfte nach Hohenlohe“, freut sich Roßkamp. Bis zur Eröffnung sollen über 40 neue High Potentials, insbesondere technische Spezialisten für Mechatronik, Chemie, Softwareentwicklung/IoT und Befestigungstechnik, eingestellt werden. Über die Kooperation mit den Hochschulen werden Studierende direkt angesprochen und können Forschungserfahrung im industriellen Umfeld sammeln. „Attraktive Arbeitsplätze im technischen Umfeld mit neuesten Kollaborationsmöglichkeiten anzubieten, sehen wir als große Chance“, sagt Roßkamp.
Die Eröffnung des Innovationszentrums ist im dritten Quartal 2022 geplant – eine durch Corona verursachte Unterbrechung hat den ursprünglichen Zeitplan etwas zurückgeworfen.
Text: Matthias Lauterer




