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„Es ist angebracht und sinnvoll“

Geht man zurzeit tagsüber durch die Künzelsauer Innenstadt, fällt auf: Die meisten Passanten halten sich an die Maskenpflicht. Nur wenige Leute halten „den Lappen“ lässig in der Hand oder haben ihn unter Nase oder sogar das Kinn gezogen. GSCHWÄTZ hat die Menschen gefragt, was sie von der Maskenpflicht halten. Die meisten finden sie gut und sinnvoll. Allerdings: Um halb zehn Uhr morgens, wenn die Innenstadt gut besucht ist, halten sie sich an die Maskenpflicht. Die meisten geben aber auch zu, dass sie darauf verzichten würden, sollten sie alleine in der Stadt sein – frühmorgens etwa oder nachts.

„Das macht keinen Spaß“

„Ich trage die Maske überall, wo es nötig ist“, sagt eine Frau. „Ich finde das angebracht und im Moment für sinnvoll.“ Allerdings mache es keinen Spaß, meint die 43-Jährige und sie gibt zu bedenken: „Ich weiß nicht, was man bei Allergien machen soll.“ Gleichzeitig schreibt sie der Politik ins Stammbuch: „Es wäre von Vorteil, wenn die Impfungen vorangehen würden.“ Die Künzelsauerin sagt ganz offen: „Sind mehrere Leute unterwegs, trage ich eine Maske. Bin ich hier alleine, verzichte ich darauf.“

„Das hat mit Rücksicht und Respekt zu tun“

Der gleichen Meinung sind zwei Frauen, die sich über diejenigen Zeitgenossen aufregen, die sich nicht an die Maskenpflicht halten. „Schauen Sie, da läuft einer und da hinten die Frau.“ Sie finden, dass entweder alle eine Maske tragen sollen oder niemand. „Es macht Sinn, wenn die Leute dicht aneinander vorbeilaufen.“ Das habe etwas mit Rücksicht und Respekt zu tun. Ausnahmen sollte es nur für Kinder geben. „Klar wird man durch die Maske eingeschränkt, aber wir müssen sie auch auf der Arbeit tragen und schaffen das auch“, finden sie. Es gebe zu viele Ich-Menschen, doch keiner könne was für die momentane Situation. Und auch sie finden, dass die Politik in allem hinterherhinke.

„Es ist besser so“

Eine Künzelsauerin, die entspannt auf einer Steinbank sitzt und raucht, sagt zur Maskenpflicht: „Es ist besser so, dann kann man sich nicht mehr so schnell anstecken.“ Seit die Leute die Masken tragen müssen, sei es nicht mehr so voll in der Innenstadt. „Nur im Kaufland ist es schlimm.“ Sie lasse sich zweimal in der Woche testen – „vor allem, wenn ich im Kaufland war.“ Doch sie findet, dass die Jugend „sich nicht so dran halte“. Vor allem nachts sei in der Stadt immer viel los, hat sie beobachtet, sie wohne direkt in der Innenstadt.

„Mal ist es okay, mal nicht“

Eine junge Frau, die zwar nicht aus Künzelsau stammt, aber zurzeit hier wohnt, findet „die Maskenpflicht mal okay, mal nicht“. Denn man schütze sich immerhin bei Begegnungen, auch wenn sie die Masken selbst „nicht gesund“ findet. Auch auf der Arbeit müsse sie immer eine Maske tragen, aber daran gewöhne man sich. Die 28-Jährige gibt offen zu: Wenn sie alleine in der Stadt unterwegs wäre, würde sie keine Maske tragen.

„Die Maskenpflicht ist in Ordnung“

Eine Gruppe Männer steht vor einem Imbiss und trinkt Kaffee. Alle halten ihre Abstände ein. Einer aus der Gruppe sagt: „Ich finde die Maskenpflicht in Ordnung, denn sie gibt einen gewissen Schutz.“ Er trinke hier nur kurz einen und gehe dann gleich weiter. „Wenn ich alleine unterwegs bin frühmorgens, würde ich keine Maske aufsetzen“, sagt auch der Künzelsauer.

„Da bekommt man keine Luft“

Ein Mann, der kauend und ohne Maske durch die Stadt läuft, ruft nur kurz: „Ich finde das schlimm, man bekommt keine freie Luft.“ Mehr wolle er aber nicht sagen und verschwindet prompt in einer Seitengasse. Auch ein junger Mann, der auf dem Weg zur Arbeit ist, findet die Maske schlimm: „Ich kann damit nicht atmen.“ Auch frühmorgens und alleine in der Stadt würde er sich überlegen, ob er eine aufsetzt. Bei der Arbeit müsse der 22-Jährige keine Maske tragen, weil er dort alleine sei.

„“Das sieht doch gut aus“

„Die Maske ist kein Problem für mich“, sagt ein Mann aus Forchtenberg, der bereits einmal geimpft wurde. „Hier macht das Sinn, weil viele Leute unterwegs sind.“ Damit könne man andere und auch sich selbst schützen – „also was soll’s“. Auch frühmorgens und alleine würde er in der Stadt eine Maske aufsetzen. In der Natur allerdings könne man seiner Meinung nach darauf verzichten. Der 75-Jährige schaut sich um und findet: „Die meisten Leute haben eine auf, das sieht doch gut aus.“ Da könne man nichts sagen. Leid tun ihm dagegen eher die Einzelhändler.




Künzelsau stellt Antrag auf Maskenpflicht in der Innenstadt – Landratsamt genehmigt ihn

Auf Antrag der Stadt Künzelsau hat das Landratsamt Hohenlohekreis eine Allgemeinverfügung über eine Maskenpflicht für die Künzelsauer Innenstadt zur Verhinderung der Verbreitung des Coronavirus erlassen. Ab Mittwoch, den 31. März 2021, muss in der Zeit von 7 bis 21 Uhr im öffentlichen Raum des Stadtgebiets Künzelsau in festgelegten Bereichen eine medizinische Maske oder ein Atemschutz, der die Anforderungen der Standards FFP2, KN95, N95 oder eines vergleichbaren Standards erfüllt, getragen werden.

Dies betrifft auch das Rathaus, nicht aber das Landratsamt

Dies betrifft auch das Rathaus, nicht aber das Landratsamt.

Die Maskenpflicht gilt unabhängig davon, ob der Mindestabstand eingehalten werden kann.

Diese Pflicht gilt nicht,

  • für Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr,
  • für Personen, die glaubhaft machen können, dass ihnen das Tragen einer den Anforderungen entsprechenden Maske aus gesundheitlichen oder sonstigen zwingenden Gründen nicht möglich oder nicht zumutbar ist, wobei die Glaubhaftmachung gesundheitlicher Gründe in der Regel durch eine ärztliche Bescheinigung zu erfolgen hat,
  • beim Konsum von Lebensmitteln,
  • oder für die sportliche Betätigung an der frischen Luft, sofern diese alleine durchgeführt wird.

In einer Karte sind die betroffenen Bereiche dargestellt.

Die betroffenen Bereiche in der Künzelsauer Innenstadt werden entsprechend von der Stadt Künzelsau ausgeschildert.

Befristet bis 18. April 2021

Die Allgemeinverfügung ist befristet bis Sonntag, 18. April 2021, beziehungsweise wird aufgehoben, sobald die Sieben-Tages-Inzidenz von 200 bezogen auf die Stadt Künzelsau an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unterschritten wurde.

Die Einhaltung der Allgemeinverfügung wird von der Stadt Künzelsau überwacht. Bürgermeister Stefan Neumann freut sich über die positive Rückmeldung auf den Antrag einer Maskenpflicht und begründet diese für die Künzelsauer Innenstadt wie folgt: „Die Frühlingszeit führt dazu, dass die Künzelsauer Innenstadt stärker frequentiert ist. Mit der erweiterten Maskenpflicht möchten wir deshalb nicht nur in, sondern auch außerhalb der Geschäfte einen erhöhten Infektionsschutz bieten.“




LKW-Verbot in Ingelfingens Innenstadt

Eng ist es in Ingelfingens Innenstadt und besonders eng in Höhe des Schlosshotels. Nun hat das Landratsamt Maßnahmen ergriffen, um die Verkehrssicherheit in diesen engen Stellen zu erhöhen: Ingelfingens Innenstadt wird für den LKW-Verkehr gesperrt.

Ab Ende Juli kein Durchfahrtsverbot für Schwerlastverkehr

„Um die Sicherheit und Leichtigkeit des Straßenverkehrs in Ingelfingen zu erhöhen, werden die Kreisstraße 2382 und die Criesbacher Straße für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen tatsächlichem Gewicht ab Ende Juli in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Der Anliegerverkehr ist davon ausgenommen. Darauf verständigte sich das Straßenverkehrsamt des Hohenlohekreises mit der Stadt Ingelfingen und der Verkehrspolizei“, so Catharina Allerborn, Dezernentin für Verkehr im Landratsamt Hohenlohekreis.

Im Detail betrifft die Sperrung die K 2382, welche ab der L 1045, Kelterkreuzung in Ingelfingen durch die Mühl-, Schloß- und Bühlhofer Straße in Richtung Eberstal/ Dörrenzimmern verläuft. Ebenso wird die Criesbacher Straße als Zubringerstraße zur Kreisstraße 2382 für den Verkehr ab 3,5 Tonnen gesperrt. Die Anlieger sind auch hiervon ausgenommen.

Gefährliche Rangiermanöver & Behinderungen des Busverkehrs

Grund für die Sperrung sind die Engstellen in der Schloßstraße. Diese behindern den Schwerverkehr, führen zu Verkehrsstauungen und lösen teilweise gefährliche Rangiermanöver aus. Weiter werden die Linien des NVH im Begegnungsverkehr beeinträchtigt, wodurch Fahrplanabweichungen entstehen.

„Die Beschilderung der Sperrung in und um Ingelfingen erfolgt in den kommenden Wochen schrittweise durch die Straßenmeisterei Künzelsau in Zusammenarbeit mit der Stadt Ingelfingen“, so Catharina Allerborn.

Mehr Informationen unter www.hohenlohekreis.de

Durchfahrtsverbot für LKWs in der Ingelfingens Innenstadt ab Ende Juli 2018. Grafik: Landratsamt des Hohenlohekreises




Schließt sich Künzelsaus‘ Zahnlücke in der Innenstadt endlich?

Laut der Stadtverwaltung Künzelsau gibt es Bewegung hinsichtlich des Quartiers an der Stadtmauer direkt im Herzen von Künzelsau. Schließt sich damit die große Lücke in der Innenstadt der Kreisstadt endlich? Die „Endphase der Kaufvertragsverhandlungen“ seien eingeläutet, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung der Stadt.

Es gäbe einen Investor, Baupläne und interessierte Mieter für das Quartier An der Stadtmauer. Am 20. Oktober 2017 hat sich Bürgermeister Stefan Neumann mit Christian Neudeck von der Activ-Group Activ-Immobilien GmbH & Co. KG aus Schemmerhofen auf dem Baugrundstück in Künzelsau getroffen (siehe Foto).

So sei der Drogeriemarkt Müller nach wie vor interessiert an einer sehr großen Fläche. Rund 1.700 Quadratmeter Verkaufsfläche sind für ihn im Erdgeschoss des neuen Gebäudes eingeplant. Eine Gesundheitskasse würde sich gerne erweitern und Räume für eine Rückenschule und ein Kochstudio anmieten. Auch über den Einzug des Notariats Künzelsau in den Neubau wird aktuell verhandelt. In den obersten Geschossen werden 12 bis 15 „hochwertige Eigentumswohnungen“ entstehen. „Das Quartier liegt sehr zentral. Der Drogeriemarkt ist ein starker Frequenzbringer, von dem die gesamte Innenstadt profitieren wird“, so Bürgermeister Stefan Neumann. Vorgesehen ist eine Tiefgarage, deren an die einhundert Stellplätze den Mietern und einem Hotel zur Verfügung stehen. Hinzu kommen weitere 30 oberirdische Stellplätze, die von Kunden  genutzt werden können.

„Nachdem wir uns nun auch schon einige Jahre immer wieder mit dem Areal beschäftigt haben, freuen wir uns ungemein, dass wir im April den Zuschlag für dieses tolle Projekt erhalten haben“, so Christian Neudeck, Projektentwickler bei der Activ-Group. „Wir werden alles daran setzen, um dem Ansprüchen der Nutzer und den Anforderungen des Städtebaus in dieser spannenden Innenstadtlage gerecht zu werden.“

Die Activ-Group sieht eine gastronomische Nutzung der denkmalgeschützten „Villa Schwab“ vor. Das Gebäude grenzt direkt an die Lücke an (siehe Foto). Das sei laut Stadtverwaltung auch der Wunsch des Gemeinderates. Die Stadtverwaltung Künzelsau und Activ-Group habe die letzten Monate genutzt, um sich mit dem Denkmalamt über eine vernünftige Nutzung des Gebäudes und des Platzes davor abzustimmen. „Damit erreichen wir zwei Dinge: Die Künzelsauer Gastronomie wird mit einem besonderen Gebäude bereichert und der freie Platz auf dem Areal wird belebt“, erklärt Bürgermeister Stefan Neumann.

Der neue gegründete Gestaltungsbeirat der Stadt hat im September 2017 Anregungen zur Gestaltung gemacht, die nun in die Planung einfließen und im Dezember erneut dort beraten werden. Ende des Jahres oder Anfang 2018, geht es nach den Vorstellungen der Stadtverwaltung, kann der Kaufvertrag für das Baugrundstück mit der Activ-Group abgeschlossen werden. Der Bauantrag soll ebenfalls Anfang des Jahres vorliegen. „Dann“, so Bürgermeister Neumann, „können wir die Pläne der Öffentlichkeit vorstellen und im ersten oder zweiten Quartal 2018 den Spatenstich organisieren.“

Fotos // Stadtverwaltung Künzelsau

Rückblick (Daten basieren auf der Stadtverwaltung Künzelsau):

2007 bis 2009 Erwerb des Areals in Teilstücken.
2008

bis 2009

·  Durch das Urteil des OLG Düsseldorf im Jahr 2007 herrscht Unsicherheit über eine mögliche europaweite Ausschreibungspflicht (ob; Art und Weise)

·  Nutzungs- und Bebauungskonzept des Architekturbüros ARP in zwei Varianten

· Studie des Ingenieurbüros Balling, die untersucht, von wo und wie eine Zufahrt zur Tiefgarage möglich ist. Ergebnis: Erschließung kann von der Hauptverkehrsstraße Konsul-Uebele-Straße aus erfolgen.

2010 ·  Activ-Group bekundet Interesse am Quartier An der Stadtmauer.

· Gemeinderat überzeugt sich von der Leistungsfähigkeit, unter anderem mit einer Besichtigungsfahrt zu verschiedenen Referenzobjekten, und bekundet Interesse an weiterer Zusammenarbeit mit ACTIV-GROUP. Das Bauvorhaben bis zur Baugenehmigung soll von der Stadtverwaltung forciert werden.

· Gemeinderat gibt grünes Licht für Bauvoranfrage auf der Grundlage eines Entwurfs für die Bebauung des Quartiers An der Stadtmauer des Architekturbüros ARP (Zwei-geschossige Bebauung zur Einzelhandelsnutzung und öffentliche mehrgeschossige Tiefgarage).

· Im Zuge einer Bauvoranfrage wurden Zufahrtsmöglichkeiten zur Tiefgarage vom Landratsamt Hohenlohekreis und Regierungspräsidium Stuttgart abgelehnt.

· Aufbauend auf die Studie von 2008 wurde beim Büro Balling eine weitere Studie für die 2008 favorisierte Tiefgaragenzufahrt in Auftrag gegeben. Darauf erfolgte der Umbau der Kreuzung Konsul-Uebele-Straße/Oberamteistraße (bis heute sichtbar)

2011 Europaweite Ausschreibung und deren Aufhebung aufgrund fehlender Angebote. Eine europaweite Ausschreibung war erforderlich, weil eine öffentliche Tiefgarage angedacht war.
2012 ·  Vorstellung von zwei Bewerbern (Aktiv-Development GmbH & Co.KG und Ten Brinke Bertram Projektentwicklung GmbH),

· Gemeinderats-Beschluss über Verhandlungen mit Investor Ten Brinke.

2013 Im ersten Halbjahr Überlegungen zu einer städtischen Bibliothek im Areal und im zweiten Halbjahr Bekanntgabe, dass diese aufgrund der finanziellen Situation nicht finanzierbar ist. Investor Ten Brinke plant deshalb um.
2014 Kaufvertrag mit Investor Ten Brinke im April, der im September mitteilt, dass eine zweigeschossige Tiefgarage nicht finanzierbar ist.
2015 · Stadt tritt vom Kaufvertrag aufgrund nicht erfüllter Bedingungen zurück.

· Im Sommer Abbruch des Areals durch die Stadt. · Erneute Ausschreibung des Investorenauswahlverfahrens mit geänderten Rahmenbedingungen.

· Gemeinderatsbeschluss über Verhandlungen mit der Firma Stauch, Kupferzell.

2016 Vereinbarung zum Erwerb des Areals mit der Firma Stauch und weiterführende Verhandlungen, mit dem Ziel im Herbst eine genehmigungsfähige Planung vorzustellen.
2017 · Im Januar ist die Firma Stauch von der geschlossenen Vereinbarung zum Erwerb zurückgetreten. Zuvor wurden Fristverlängerungen für die Abgabe eines Nutzungskonzeptes vom Gemeinderat gewährt.

· Gespräche mit verschiedenen Investoren auf der Grundlage einer kleinen Ausschreibung.

· Der Gemeinderat entscheidet sich aufgrund der Konzeption für ACTIV-GROUP und ermächtigt die Stadtverwaltung mit der ACTIV-GROUP zu verhandeln.

· Ende September Einbringung der Planung in den neu gebildeten Gestaltungsbeirat.

· Vorstellung der endgültigen Planungen und Abschluss des Kaufvertrags sind geplant für Ende 2017, Anfang 2018.