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Dr. Sandra Hartmann: „Das Gehirn einer Frau ist offensichtlich nicht für Führung ausgelegt“

„Um die internationale Ausrichtung und Kundenzentrierung der GEMÜ Gruppe weiter zu stärken, hat der Hohenloher Ventilspezialist seine Geschäftsführung im November 2025 neu aufgestellt. Stephan Gehrig erweitert als neuer Geschäftsführer Vertrieb und Marketing die Geschäftsführung der GEMÜ Gruppe“, heißt es in einer Pressemitteilung von Gemü vom 08. Dezember.

Gehrig ist damit der vierte Geschäftsführer im Konzern. Bei anderen Unternehmen in der Region, ist der Anteil von Frauen in der Führungsebene ebenfalls verschwindend gering.

„Vermutlich liegt das daran, dass das Gehirn von Frauen für die Komplexität kaufmännischer Aufgaben, denen sich Geschäftsführer und Vorstände gegenübersehen, nicht ausgelegt ist“, so GSCHWÄTZ-Herausgeberin Dr. Sandra Hartmann in ihrem Video-Kommentar.

Eine Frau unter vielen Männern: Bettina Würth (Wirtschaft) und Angela Merkel (Politik). Aber wir wissen alle: Eine Schwalbe macht eben doch noch lange keinen Sommer.

 

! Achtung: Satire 😉

Mann oh Mann, GEMÜ

Quelle: Pressemitteilung Gemü

Fotos: Screenshots von Pressemitteilungen der hiesigen Unternehmen




Warum Künzelsau wieder an das Bahnnetz angeschlossen werden sollte

Während im benachbarten Öhringen täglich Züge nach Karlsruhe, Schwäbisch Hall und Heilbronn fahren, ist der Bahnhof in Künzelsau seit den 1980er Jahren stillgelegt. Statt einer Bahn verkehren hier lediglich Radfahrer. Am Bahnhof kann man hier zwar lecker Pizza essen. Doch die Kreisstadt des Hohenlohekreises befindet sich seit rund 40 Jahren abgeschottet vom öffentlichen Bahnsystem.

Künzelsau I Reaktivierung der Kochertalbahn

Dabei war die Trasse, auf welcher die Kochertalbahn fuhr einst eine Strecke inmitten einer beeindruckenden Landschaft. Sie schlängelte sich durch Wälder, vorbei an Wiesen und Feldern, wo sich Hase und Igel Gute nacht sagen, mit sagenhaften Ausblicken auf das Kochertal – und mit  einer der damals steilsten Steigungen.

Billig würde der Ausbau, der nun konkret im Raum steht mit 200 bzw. 300 Millionen Euro (letztere Kostenschätzung bei einer Tunnelvariante), nicht werden. Aber noch nie wurde die Reaktivierung alter Bahntrassen von Bund und Land derart bezuschusst wie aktuell.

Die Bürger:innen und Bürger täten daher gut daran, dieses Projekt zu unterstützen, wäre es doch sowohl für den Tourismus als auch für die 10.000 tagtäglichen Berufspendler nach Künzelsau wie auch für die Student:innen ein Sprung in die Neuzeit.

Die Umfrage zur Kochertalbahn läuft noch bis 07. Januar: www.kochertalbahn.info

 

 




Bye, bye Kochertal – Gert Müller: „Kupferzell wird zum neuen Herzstück“

GEMÜ verlagert Firmensitz nach Kupferzell – neue Adresse wird feierlich eingeweiht

v.l.n.r: Christoph Spieles (Bürgermeister Kupferzell), Gert Müller (Geschäftsführender Gesellschafter GEMÜ Gruppe), Claudia Rohn (Geschäftsführerin Gewerbepark Hohenlohe), Bernd Herzog (Bürgermeister Waldenburg), Stefan Neumann (Bürgermeister Künzelsau)

Die GEMÜ Gruppe verlagert zum 15. Oktober 2025 den offiziellen Firmensitz von Ingelfingen-Criesbach in den Gewerbepark Hohenlohe nach Kupferzell.

Zum 15. Oktober 2025 verlagert die GEMÜ Gruppe ihren Firmensitz in ihr neues Headquarter im Gewerbepark Hohenlohe, das im Jahr 2024 fertiggestellt und bezogen wurde. Mit der Verlagerung des Firmensitzes erhält das GEMÜ Headquarter auch eine neue, „repräsentative Adresse“, wie es in der Pressemitteilung des Unternehmens heißt:

GEMÜ Gebr. Müller Apparatebau GmbH & Co. KG
Gert-Müller-Platz 1
74635 Kupferzell

An der neuen Adresse gibt es einen Gert-Müller-Platz

Die Benennung des Platzes vor dem neuen Headquarter in Gert-Müller-Platz stellt eine besondere Würdigung des geschäftsführenden Gesellschafters Gert Müller dar, der die Entwicklung des Unternehmens maßgeblich prägt und weiterhin aktiv gestaltet. Die neue Adresse wurde am 15. Oktober 2025 im Rahmen einer feierlichen Zeremonie offiziell eingeweiht.

Der Standort in Ingelfingen-Criesbach bleibt als Produktions- und Verwaltungsstandort bestehen und wird auch künftig eine zentrale Rolle innerhalb der GEMÜ Gruppe spielen.

„Kupferzell wird zum neuen Herzstück“

„Unser neues Headquarter ist der zentrale Standort für die Unternehmensführung von GEMÜ weltweit. Von hier aus stellen wir unsere strategischen Weichen und gestalten die Zukunft des Unternehmens. Die Benennung des Platzes vor unserem neuen Sitz ist für mich eine große Ehre und ein Zeichen der Wertschätzung für die Entwicklung, die GEMÜ in den vergangenen Jahren genommen hat“, erklärt Gert Müller, geschäftsführender Gesellschafter der GEMÜ Gruppe. „Kupferzell wird damit zum neuen Herzstück und zum strategischen Impulsgeber unserer Unternehmensgruppe. Mein besonderer Dank gilt den Verbandsvorsitzenden des Gewerbeparks Hohenlohe für die Benennung des Platzes sowie allen weitern Personen, die an dieser Entscheidung beteiligt waren – diese Geste bedeutet mir persönlich sehr viel.“

Quelle: Pressemitteilung von GEMÜ

Die GEMÜ Gruppe entwickelt und fertigt Ventil-, Mess- und Regelsysteme für Flüssigkeiten, Dämpfe und Gase. Bei Lösungen für sterile Prozesse ist das Unternehmen laut eigenen Angaben Weltmarktführer.
Das Familienunternehmen wurde 1964 gegründet und wird seit 2011 in zweiter Generation von Gert Müller als geschäftsführendem Gesellschafter gemeinsam mit seinem Cousin Stephan Müller geführt. Die Unternehmensgruppe erzielte im Jahr 2024 laut eigenen Angaben einen Umsatz von über 525 Millionen Euro und beschäftigt heute weltweit mehr als 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon ca. 1.400 in Deutschland. Die Produktion erfolgt an acht Standorten: Neben den beiden Produktionsstandorten in Deutschland fertigt GEMÜ seine Produkte in Brasilien, China, Frankreich, Indien, der Schweiz sowie den USA. Der weltweite Vertrieb erfolgt über 25 Tochtergesellschaften und wird von Deutschland aus koordiniert. Über ein dichtes Netz von Handelspartnern ist GEMÜ in mehr als 50 Ländern auf allen Kontinenten aktiv.

 




„Kein Selbstläufer“ – Gewinneinbruch bei Würth – Unternehmer setzen auf CDU und FDP bei der Bundestagswahl

Der Handelskonzern Würth erlebte 2024 einen massiven Gewinneinbruch von über 35 Prozent. Kostensteigerungen und Umsatzrückgänge prägten das Jahresergebnis.

Rückgang von über 35 Prozent

Der Handelskonzern Würth hat im vergangenen Jahr einen starken Rückgang beim Gewinn verzeichnet. Das vorläufige Betriebsergebnis vor Steuern liege 2024 bei 900 Millionen Euro, teilte der Montage- und Befestigungsspezialist aus Künzelsau im Nordosten Baden-Württembergs mit. Das entspricht einem Rückgang von über 35 Prozent. 2023 lag es noch bei über 1,4 Milliarden Euro.

Das Unternehmen begründete den Rückgang mit dem Umsatzrückgang und Kostensteigerungen. Der Umsatz war demnach 2024 um knapp ein Prozent auf 20,2 Milliarden Euro zurückgegangen. Die anhaltend schwache Konjunktur insbesondere in der verarbeitenden Industrie habe die Umsatzentwicklung stark beeinflusst, hieß es laut Mitteilung.

Würth-Chef: „Ganz gut geschlagen“

Zu Beginn des vergangenen Jahres war Würth noch von einem mittleren einstelligen Wachstum ausgegangen, allerdings unter der Voraussetzung, dass im zweiten Halbjahr eine wirtschaftliche Belebung einkehrt. Das Betriebsergebnis sollte stabil gehalten werden. „Trotzdem sind wir der Meinung, dass wir mit diesem rückläufigen Umsatz angesichts der schweren Verhältnisse, die es in den unterschiedlichen Märkten gibt, uns ganz gut geschlagen haben“, sagte Würth-Chef Robert Friedmann.

„Kein Selbstläufer“
Für dieses Jahr plane Würth laut Friedmann erneut mit einem Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich. „Wir wissen aber auch, dass das kein Selbstläufer ist“, sagte Friedmann. Es gebe ein paar Entwicklungen, die positiv seien. Es sei aber noch zu früh, von einer Trendumkehr zu sprechen. Beim Betriebsergebnis erwarte Würth 2025 eine Stabilisierung, sagte Finanzchef Ralf Schaich.

Gemü und Ebm-Papst ergreifen Maßnahmen

Auch andere Unternehmen im Hohenlohekreis kämpfen derzeit unter anderem mit der Inflation und der derzeitigen Wirtschaftsflaute. So war im Dezember b sogar beim ewigen Musterschüler Ebm-Papst in Mulfingen sogar die Finanzbuchhaltung in Kurzarbeit. Gemü in Ingelfingen möchte derzeit wieder die Mitarbeitenden wieder mehr im Büro anstatt im home office sitzen haben und hat hier seine Vorgaben geändert.

Die CDU und die FDP gelten als wirtschaftsnahe Parteien, die viele Unternehmer gerne wählen, so vermutlich auch bei der Bundestagswahl am 23. Februar 2023. Auch die AfD fordert eine starke Wirtschaftspolitik. In jedem Fall könnte die Wahl die lang ersehnte Trendwende für eine wieder in Schwung kommende deutsche Wirtschaft sein.




„Er reift – und das riecht man auch“

„Was macht mein Sohn denn den ganzen Tag in seinem Zimmer? Er liegt da rum. — Eine Mutter meinte mal zu mir, er
reift und das riecht man auch“, auf die Aussagen folgte lautes Gelächter. Jung und Rogge setzen humorvolle Anekdoten
wie diese ein, um Problematiken mit Pubertieren anhand von Alltagsbeispielen zu veranschaulichen. Sie bringen damit
aber nicht nur das Publikum zum Lachen, sondern erklären gleichsam, wie man als Elternteil am besten auf das Verhalten
des Kindes reagieren kann. In diesem Beispiel liegt die Problematik im Rückzug der Kinder. Das Kind möchte plötzlich
Privatsphäre und in Ruhe gelassen werden.

Matthias Jung und Dr. Jan Uwe Rogge (rechts) in der Stadthalle in Ingelfingen. Foto: GSCHWÄTZ

Das Erziehungskabarett „Chill mal“ der Pubertäts-Docs Jan-Uwe Rogge und Matthias Jung, fand am Mittwoch regen Anklang in der fast voll besetzten Stadthalle in Ingelfingen. In einem zweistündigen Comedy Programm erklärten sie dem Publikum auf
humorvolle Weise, wie sie mit ihren Teenagern besser umgehen können.

Tatjana Brand aus Kupferzell ist zum ersten Mal bei einer Veranstaltung der beiden gewesen. Gemeinsam mit ihren
Freundinnen ist sie hier und freut sich auf die Vorstellung. Sie erwartet viele Tipps, die sie hoffentlich bei ihren Kindern
anwenden kann, sagte sie mit einem Schmunzeln. Die Tipps lassen auch nicht lange auf sich warten.

Auf der Bühne haben die Kabarettisten ihre jeweiligen Programme aufeinander abgestimmt. Foto: GSCHWÄTZ

Die Experten beschreiben unter anderem den sprachlichen Rückzug. Dafür führten sie ein sehr bekanntes Beispiel an:
„Wer kennt es? Die Kinder kommen von der Schule heim und ihr fragt: Wie war’s in der Schule?“ Die Antwort ist meist ein
knappes „gut“, was vielen im Publikum bekannt vorzukommen scheint, denn die Antwort gab nicht der Kabarettist, sondern
das Publikum. Doch was tun bei solch einem Rückzug? Rogge und Jung raten da klar zur Kommunikation. Dabei
empfehlen sie den Eltern, sich auf Augenhöhe mit den Kindern zu begeben, ruhig zu bleiben und situationsabhängig klare
Worte zu finden oder auch mal humorvoll zu sein. Sie betonen dabei vor allem, wie wichtig es ist, authentisch zu bleiben.
Nur dann finde man einen Zugang zu den Kindern. Manchmal sei es auch notwendig, sich mit einem Thema
auseinanderzusetzen, das aktuell im Leben des Kindes eine große Rolle spiele.

Auch der Vergleich des Wachstumsprozesses eines Hummers, der von innen nach außen wächst und sich dann in einer Höhle versteckt, findet Anklang im Publikum, verdeutlicht er doch recht anschaulich die Rückzugstendenzen vieler Jugendlicher. Das Schmunzeln und zustimmende Nicken der Zuschauer verrät, dass ihnen diese Situation bekannt vorkommt.

Die Stadthalle war gut besucht. Foto: GSCHWÄTZ

In einem Interview verraten die beiden, dass viele Eltern danach streben die „perfekten Eltern“ zu sein. Es gibt immer neue
Wellen und Trends in der Erziehung. Momentan tendieren Eltern in Richtung einer bedürfnisorientierte Erziehung, in der
man immer alles richtig machen wolle, so Matthias Jung. Das Programm heißt „Chill mal“ und das ist auch die Botschaft, die
die jüngere Generation vermitteln möchte. Außerdem müssen sich Eltern mit ihren Kindern beschäftigen, haben dafür aber
oft zu wenig Zeit. Die beiden erzählen, dass der Trend zwar neu ist, aber nicht unbekannt.

Die beiden freuen sich sehr auf die Vorstellung, in der sie einen Ausschnitt aus ihren beiden Programmen vorstellen, mit
welchem sie seit vergangenem Jahr gemeinsam auftreten.

Christine Frank aus dem Organisationsteam hat davon mitbekommen und direkt angefragt, ob die beiden nicht nach
Ingelfingen kommen wollen. Rogge war bereits dreimal hier und sie war jedesmal begeistert. Nachdem sie gehört hat, dass
er jetzt zusammen mit Matthias Jung und neuem Programm auftritt, hat sie nicht lange gefackelt und nach 20 Minuten war
es beschlossene Sache.

Nach der Vorstellung findet Tatjana Brand aus Kupferzell, dass die Vorstellung besser war als sie zunächst erwartet hatte. Dass nicht nur ein Tipp dem nächsten folgte, sondern der Großteil in Anekdoten und nachvollziehbare Alltagssituationen eingebettet wird, fanden sie und ihre Freundinnen toll. Zudem fanden sie positiv, dass vermittelt wurde, dass man die Kinder so annehmen solle, wie sie sind.

Christine Frank vom Orga-Team freut sich über die gelungene Veranstaltung. Foto: GSCHWÄTZ

So meinten die Experten, dass die Schule nicht das wichtigste ist und die meisten Jugendlichen in der Kursstufe oder vor
dem Abschluss die Bedeutung erkennen und sich dann anstrengen. „Keine Sorge, aus denen wird schon was“, sagte
Matthias Jung.
Mit vielen weiteren Anekdoten und Beispielen über die Veränderung des Gehirns und die dadurch entstehenden Folgen
wie schlechtes Zeitgefühl, Leben im Hier und Jetzt und Verpeiltheit brachten die Zuschauer immer wieder zum Lachen.
Einer der wichtigsten Tipps war aber wohl der zum Abnabelungsprozess der Jugendlichen: „Man muss die Tür offen
lassen, langsam loslassen, aber niemals fallen lassen.“




Bauern setzen originelles Zeichen gegen die derzeitige Politik

Zum Ende der Protestwoche beleuchten die Landwirte im Hohenlohekreis im wahrsten Sinne des Wortes noch einmal alles. Am Donnerstagabend, den 11. Januar 2024, gab es ein Meer an Traktorenlichtern in den Weinbergen auf Höhe von Niedernhall und Ingelfingen zu sehen.

Das Weinberg-Leuchten geht am Sonntag in die nächste Runde. Diverse Flyer kündigen die Protestaktionen in den sozialen Medien an. Dabei wollen jedoch die Bauern, etwa in Forchtenberg, um 19 Uhr ihre Lichter ausschalten, während die Bevölkerung wiederum aufgerufen wird, ihre Lichter und Scheinwerfer auf der quasi gegenüberliegenden städtischen Seite anzuschalten, als Zeichen dafür, so die Landwirte, „dass regionale Landwirtschaft nur gemeinsam mit euch funktioniert und die nächste Generation eine Zukunft hat“.

In Öhringen wiederum laden die Landwirte zu einem Schlepperkonvoi für die jüngsten Traktorfahrer ein. Los geht es um 14 Uhr auf dem Parkplatz der alten Turnhalle.

Hintergrund

Die Landwirte protestieren derzeit massiv gegen die unlängst beschlossenen Subventionskürzungen der Ampel-Regierung. Die deutsche Regierung gerät bezügliches Ihres Haushaltes immer mehr in eine Schuldenfalle. Insbesondere die Coronajahre, der Klimawandel und die beiden Kriege in der Ukraine und im Gazastreifen haben die Schuldenlage Deutschlands weiter massiv verschlechtert. Daraufhin hat die Bundesregierung nun einige Kürzungen im neuen Haushaltsetat beschlossen.

Die insbesondere von der Grünen-Regierung Befürchtung einer Unterwanderung der Bauernproteste durch Rechtsextreme ist ausgeblieben. Rainer Wendt von der Polizeigewerkschaft sagt in einem Videointerview mit der WELT deutlich, was er von einem derartigen Vorbeschuldigungen der Regierung gegenüber den Bauern hält.

Am Donnerstagabend leuchteten die Weinberge durch die Lichter der Traktoren, die sich dort versammelt hatten und ein Zeichen setzen wollten. Foto: privat

Am Donnerstagabend leuchteten die Weinberge durch die Lichter der Traktoren, die sich dort versammelt hatten und ein Zeichen setzen wollten. Foto: privat




Große Containeranlage für Geflüchtete

Die Stadt Ingelfingen plant eine große Containeranlage für Geflüchtete. Das geht aus einer Mitteilung im städtischen Amtsbooten hervor.

Die Containeranlage soll zwischen der Mariannenstraße und dem Kelterweg errichtet werden. Hierkönnten bis zu 128 Personen eine Zuflucht finden.

Im Zuge des Ukrainekrieges haben sich in Deutschland die Länder und Kommunen darauf verständigt, dass jeder Landkreis ein gewisses Kontingent an Flüchtlingen aufzunehmen hat. In Öhringen gelingt dies derzeit nur, indem die Sporthalle dafür freigeräumt wurde. Die Stadtverwaltung in Ingelfingen möchte ihre Sporthalle, die Heinrich-Ehrmann-Halle, dafür eher nicht zur Verfügung stellen, sondern bevorzugt eine Containeranlage ähnlich der Anlage im Nachbarstädtchen Niedernhall.

Zweigeschossige Containeranlage

Die Containeranlage soll zweigeschossig gebaut werden. Es wird mi einem Flächenbedarf von mindestens 4 und maximal 7 Quadratmeter pro Person gerechnet. Je nach Zuweisungslage kann ein Wohncontainer mit maximal vier Personen belegt werden.

6 Monate bis zu mehreren Jahren

Es werden damit bis zu 80 Plätze für den Hohenlohekreis geschaffen hinsichtlich der vorläufigen Erstunterbringung von Flüchtlingen (VU), sprich, ähnlich wie im ehemaligen Krankenhaus in Künzelsau bedeute dies eine Erstunterbringung für die ersten sechs Monate, für die der Hohenlohekreis sorgen muss. Zudem werden damit zugleich bis zu 48 Plätze für die Anschlussunterbringung (AU) geschaffen, für die sich die Stadt Ingelfingen verpflichtet hat.

Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis

Der Hohenlohekreis pachtet hierfür einen Teil des Grundstücks von der Stadt für vorerst drei Jahre, mit einer einmaligen Verlängerungsoption auf zwei weitere Jahre. Die Stadt Ingelfingen wiederum mietet die Container für die Flüchtlinge bezüglich der AU. Die Anlage soll 2024 bezugsfertig sein.

Zuständig für die Unterhaltung der Anlage als auch für die Betreuung der Personen ist der Hohenlohekreis und die Stadt jeweils getrennt für ihren Anteil, der Hohenlohekreis für die Flüchtlinge der VU, die Stadt Ingelfingen für die Flüchtlinge der AU.

Als Integrationsmanagerin des Deutschen Roten Kreuzes ist für Ingelfingen Gerda Müller zuständige, die ihr Büro im Rathaus hat.

Die Planunterlagen für die Containeranlage kann noch bis Freitag, den 03. November 2023, im Rathaus im 2. Stock, Vorzimmer Bürgermeister, zu den üblichen Öffnungszeiten eingesehen werden.

 




Der Meister der Erziehung kommt wieder nach Ingelfingen

„Ich hätte bei jedem Satz nicken können“ – „Genau so schaut es bei uns zu Hause aus“ – Bei seinem letzten Auftritt in Ingelfingen (GSCHWÄTZ berichtete (Artikel 1 hier klicken)) (GSCHWÄTZ Artikel 2 über Jan-Uwe Rogge in Ingelfingen) fühlten sich viele Eltern „ertappt“ bei ihren Erziehungsfehlern, die halt so unterlaufen im normalen Familienalltagswahnsinn. Aber Dr. Jan-Uwe Rogge wäre nicht Erziehungsmeister, wenn er nicht auch gleich Tipps und Tricks im Gepäck hat für ein besseres Familienleben.

Dr. Jan-Uwe Rogge mit seinem Vortrag über Pubertät.
Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

„Wie Sie reden, damit Ihr Kind zuhört und wie Sie zuhören, damit Ihr Kind redet“, darum unter anderem geht es bei seinem Vortragsabend des Familientherapeuten am 18. Januar 2023, 1930 Uhr, in der Stadthalle in Ingelfingen. Einlass ist um 18.30 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf bei Presse Turber in Ingelfingen, bei der Buchhandlung Lindenmaier & Harsch in Künzelsau und im Sekretariat der Georg-Fahrbach-Schule in Ingelfingen. An der Abendkasse: 15 Euro. Im Vorverkauf 12 Euro. Der Veranstalter ist der Förderverein der Georg-Fahrbach-Schule.

GSCHWÄTZ Videos über Jan-Uwe Rogge: (43) Dr. Jan-Uwe Rogge über Pubertät, pubertierende Jugendliche | GSCHWÄTZ – Das Magazin – YouTube

 




Ein Sieg, der eigentlich keiner ist

In Ingelfingen und der Nachbargemeinde Niedernhall durften am Muttertag, am Sonntag, den 08. Mai 2022, die Einwohner:innen ihren neuen Bürgermeister wählen. In beiden Gemeinden siegte der bisherige Bürgermeister – was in Niedernhall nicht überraschend war, immerhin trat Bürgermeister Achim Beck konkurrenzlos an und erzielte ein Ergebnis von knapp 97 Prozent – unter Berücksichtigung einer mageren Wahlbeteiligung von 39 Prozent.

Bürgermeisterwahl in Ingelfingen am 08. Mai 2022. Foto: GSCHWÄTZ

Erleichterung bei Michael Bauer

In dem nur wenige Kilometer entfernten Ingelfingen erzielte der alte und neue Bürgermeister Michael Bauer mehr als 40 Prozent weniger als Beck in Niedernhall. Die Erleichterung war Bauer am Rathaus bei der Verkündung des Ergebnisses anzusehen. Gerade so hatten die Stimmen seiner Anhänger ausgereicht, ihn über die 50-Prozent-Hürde zu tragen (1326 Stimmen fielen auf ihn, 1073 auf Mitbewerber Klaus Schmitt). Die Anspannung fiel merklich von ihm ab. Er verwies bei seiner kurzen Rede vor rund 100 Schaulustigen auf das knappe Ergebnis, sei aber froh, dass ER nun hier vorne stehen dürfe. Einer der Zaungäste riet ihm wohl bei der Gratulationsrunde, sich dieses Ergebnis zu Herzen zu nehmen. Die Antwort fiel wohl mehr als kühl aus. Es dürfte sich daher vermutlich nicht fiel ändern in den nächsten Jahren in Ingelfingen – zumindest was den Umgang zwischen Rathauschef und seinem Volk betrifft. Wer Fragen und Anregungen hat, darf um eine Audienz bitten.

Herausforderer Klaus mit seiner Frau Meliha Schmitt bei der Bürgermeisterwahl in Ingelfingen am 08. Mai 2022. Foto: GSCHWÄTZ

Die Wahlbeteiligung lag in Ingeflingen bei rund 55 Prozent. Das heißt, fast jeder zweite Einwohner:in verzichtete darauf, zur Wahl zu gehen. Ob aus Frust an der Lokalpolitik, an der Politik im Allgemeinen oder aus Desinteresse – zu den Gründen kann man an dieser Stelle nur spekulieren. Zur Wahl gegangen sind vermutlich vor allem die Menschen, die entweder voll und ganz hinter Bauer und seiner Politik stehen oder einen Wechsel wollten. Rund 300 Stimmen trennten den Unternehmer und politischen Newcomer Klaus Schmitt vom Sieg. Dabei haben sich die Teilorte und auch die Kernstadt teilweise sehr deutlich positioniert. Während in Diebach und Eberstal die Mehrheit Klaus Schmitt ihr Kreuz gab und damit einen Wechsel wollten, stimmten in Dörrenzimmern/Stachenhausen rund zwei Drittel für Bauer (wie haben die Teilorte und die Kernstadt gewählt? Hier geht es zu den Ergebnissen.).

Bürgermeisterwahl in Ingelfingen am 08. Mai 2022. Foto: GSCHWÄTZ

Über 44 Prozent der Stimmen konnte Klaus Schmitt für sich verbuchen. Ein Achtungserfolg, der quasi aus dem Nichts entstanden ist.

2006 holte Bauer bei seinem ersten Wahlsieg noch über 90 Prozent. Dieses Wahlergebnis nun, 16 Jahre später, ist kein Warnschuss mehr. Dies ist eine Abwahl auf Raten – wenn sich an seinem Kurs nicht schleunigst etwas ändert.

Bürgermeisterwahl in Ingelfingen am 08. Mai 2022. Foto: GSCHWÄTZ

Stimmauszählung. Bürgermeisterwahl in Ingelfingen am 08. Mai 2022. Foto: GSCHWÄTZ

Bürgermeisterwahl in Ingelfingen am 08. Mai 2022. Foto: GSCHWÄTZ

Bürgermeisterwahl in Ingelfingen am 08. Mai 2022. Foto: GSCHWÄTZ

Bürgermeisterwahl in Ingelfingen am 08. Mai 2022. Foto: GSCHWÄTZ




Gehen oder bleiben? Wählt Ingelfingen heute seinen alten oder einen neuen Bürgermeister?

So spannend wie die vergangenen 16 Jahre nicht war der Bürgermeisterwahlkampf in Ingelfingen in diesem Jahr. Nach 16 Jahren Amtszeit hat Mitbewerber Klaus Schmitt seinen Hut in den Ring geworfen um die Rathauskrone. Michael Bauer wirkt in diesem Wahlkampf angespannt und weiß anscheinend darum, dass sein Stuhl wackelt.

Stuhl wackelt

Spannend war und ist der Wahlkampf besonders deshalb, weil beide auf dem Lipfersberg wohnen und höchst unterschiedliche Menschen sind. Michael Bauer setzt auf seine langjährige Amtserfahrung, Klaus Schmitt betont, dass er die Menschen künftig mehr miteinbeziehen möchte in die Politik vor Ort, quasi gemeinsam mehr gestalten, wieder mehr miteinander in Dialog treten, auch die Wünsche der Wirtschaft stärker berücksichtigen, um sie an dem Standort Ingelfingen zu halten oder vielleicht sogar neues Gewerbe für das kleine Kocherstädtchen zu gewinnen.

Gemeinderat kämpfte bis zum Schluss

Michael Bauer sagte unter anderem bei dem Stimme-Wahlforum, dass seine Türen immer offenstünden für Wünsche und Anregungen der Bürger:innen. Des Öfteren beklagten sich indes Einwohner:innen und Gemeinderäte, dass Dinge beschlossen wurden und erst im Nachhinein, wenn überhaupt kommuniziert wurden. Lebendige Debatten im Gemeinderat wie in anderen Städten und Gemeinden gibt es in Ingelfingen eher selten. So kämpfte der Gemeinderat bis zum Schluss für eine letzte Stitzung, weil es einige Dinge gab, die sie noch ansprechen wollten vor der Bürgermeisterwahl. Michael Bauer ließ die letzte geplante Sitzung jedoch ohne Gründe ausfallen. Übers Landratsamt ging dann der Weg von einer Handvoll Gemeinderäten, bis schließlich Michael Bauer klein beigeben musste, die letzte Sitzung doch noch abzuhalten und diese legte er auf einen Tag vor der Wahl.

Um 18 Uhr schließen die Wahllokale. Es gibt wohl einige Briefwähler:innen, die ihre Wahl bereits gemacht haben. Gegen 18:30 Uhr wird bereits eine Entscheidung erwartet.