1

Besondere Impfaktion für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren

Das Landratsamt Hohenlohekreis informiert:

Am kommenden Wochenende bietet das Kreisimpfzentrum (KIZ) Öhringen im Rahmen des Impfens ohne Termin auch Impfungen für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren an. Am Samstag, 31. Juli, 8 bis 18 Uhr, und am Sonntag, 1. August, 8 bis 15 Uhr, sind speziell Kinderärzte und Hausärzte mit Pädiatrie-Erfahrung vor Ort, um die Impfaufklärung durchzuführen.

Ohne Terminvereinbarung

Eine vorherige Terminvereinbarung ist nicht erforderlich. Mitzubringen ist lediglich ein Lichtbildausweis, eine Versichertenkarte sowie, sofern vorhanden, der Impfausweis. Geimpft wird mit dem Impfstoff von BioNTech.

Auch an jedem anderen Wochenende können Kinder und Jugendliche in Öhringen geimpft werden, dann wird das Aufklärungsgespräch von erfahrenen KIZ-Ärzten übernommen.

Ab dem Alter von 16 Jahren können Jugendliche selber entscheiden, dass sie sich impfen lassen wollen. Jugendliche bis zu 16 Jahren benötigen die Einwilligung ihrer Eltern.

 




Dieses Wochenende: Coronaimpfungen ohne Termin möglich

Im Kreisimpfzentrum des Hohenlohekreises in Öhringen stehen momentan noch rund 1.000 freie Impftermine für das Wochenende vom 2. bis 4. Juli 2021 zur Verfügung. Zum Einsatz kommen die Impfstoffe von BioNTech und AstraZeneca. Termine können wie gewohnt über die Hotline 116 117 oder online unter www.impfterminservice.de gebucht werden.

AstraZeneca und Biontech

Wer bisher keinen Termin gebucht hat oder sich kurzfristig zur Erstimpfung entschließt, kann am Samstag, 3. Juli, und Sonntag, 4. Juli, jeweils zwischen 14 Uhr und 19 Uhr in das Kreisimpfzentrum Öhringen kommen und sich mit dem Impfstoff von AstraZeneca impfen lassen. Eine Anmeldung vorab ist nicht notwendig. Mitgebracht werden muss lediglich ein Lichtbildausweis, eine Versichertenkarte sowie sofern vorhanden Impfausweis und Medikamentenplan. Das Tragen einer FFP2-Maske ist verpflichtend.

 




Aspirin gefährlicher als die Corona-Impfung?

Den Markennamen Aspirin kennt jeder und nahezu jeder wird schon eines der Acetylsalicylsäurehaltigen Medikamente, die es unter den verschiedensten Namen gibt, schon einmal eingenommen haben. Es ist ein bewährtes Medikament, einfach einzunehmen und wird von der Industrie intensiv beworben. Außerdem ist es rezeptfrei erhältlich, trotz der Marketinganstrengungen der Industrie sehr billig und hilft gegen viele Zipperlein: Man nimmt es gerne bei Kopf- und Gliederschmerzen unterschiedlichster Herkunft oder bei leichten fiebrigen Erkrankungen. Die Industrie empfiehlt es unter ärztlicher Kontrolle auch als Blutverdünner zur Vorbeugung von Herzinfarkten. Und der Wirkstoff wird zwar inzwischen in großen Mengen industriell hergestellt, kommt aber ursprünglich aus der Natur: schon früh kauten Menschen Weidenrinde gegen Schmerzen.

Beliebtes Medikament mit einer langen Liste von Nebenwirkungen

Wenn man sich allerdings die Liste der Nebenwirkungen von ASS-Medikamenten, die im Beipackzettel gelistet sind, genauer anschaut, kann einem Angst und Bange werden, dort steht:

Häufig: 

  • Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen.

Gelegentlich

  • Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautreaktionen.

Selten

  • schwerwiegende Blutungen wie z.B. Hirnblutungen, besonders bei Patienten mit nicht eingestelltem Bluthochdruck und/oder gleichzeitiger Behandlung mit blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln (Antikoagulantien), die in Einzelfällen möglicherweise lebensbedrohlich sein können.
  • Magen-Darmblutungen, die sehr selten zu einer Eisenmangelanämie führen können. Bei Auftreten von schwarzem Stuhl oder blutigem Erbrechen, Zeichen einer schweren Magenblutung, müssen Sie sofort den Arzt benachrichtigen.
  • Magen-Darmgeschwüre, die sehr selten zu einem Durchbruch führen können.
  • Überempfindlichkeitsreaktionen der Atemwege, des Magen-Darm-Bereichs und des Herz-Kreislauf-Systems, vor allem bei Asthmatikern. Folgende Krankheitsmerkmale können auftreten: z. B. Blutdruckabfall, Anfälle von Atemnot, Entzündungen der Nasenschleimhaut, verstopfte Nase, allergischer Schock, Schwellungen von Gesicht, Zunge und Kehlkopf (Quincke-Ödem).
  • Überempfindlichkeitsreaktionen wie schwere Hautreaktionen (bis hin zu schweren fieberhaft verlaufenden Hautausschlägen mit Schleimhautbeteiligung [Erythema exsudativum multiforme]).
  • Magen-Darm-Entzündungen.

Sehr selten

  • Erhöhungen der Leberwerte.

Kaum jemand ist sich bewußt, was das genau bedeutet, so sehr wird dieser  Medikamentengruppe vertraut. Dabei bedeutet

Sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10
Häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100
Gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000
Selten: 1 bis 10 Behandelte von 10.000
Sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10.000

Also erleiden bei längerer Einnahme von ASS-Medikamenten 1 bis 10 Behandelte von 10.000 schwerwiegende Blutungen wie zum Beispiel Hirnblutungen, Magen-Darmgeschwüre, Magen-Darm-Entzündungen oder einen allergischen Schock. Alles das sind schwerwiegende gesundheitliche Ereignisse, die eine ärztliche Behandlung unumgänglich machen und die ohne ärztliche Behandlung sogar zum Tod führen können.

Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts zu den COVID-19-Impfstoffen

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat am 10. Juni 2021 seinen aktuellen Sicherheitsbericht zu den COVID-19-Impfstoffen vorgestellt. Der Bericht bezieht sich auf 50.541.084 Impfungen mit den bekannten Covid-19-Impfstoffen, die bis zum 31.05.2021 durchgeführt wurden. Über 50 Millionen – das ist für Statistiker eine sehr große Stichprobe, aus der sich hochsignifikante Schlüsse ziehen lassen. Laut PEI wurden rund 79.000 Meldungen über unerwünschte Reaktionen erfasst, also betrug die Melderate 1,6 pro 1.000 Impfdosen – das sind 0,16 Prozent und entspricht der Klassifizierung „Gelegentlich“. In 8.134 Verdachtsfällen wurden schwerwiegende unerwünschte Reaktionen gemeldet. „Als schwerwiegende Reaktionen gelten solche, bei denen die Personen im Krankenhaus behandelt werden oder Reaktionen, die als medizinisch bedeutsam eingeordnet wurden“. Das sind etwa 0,2 pro 1.000 Impfdosen, entsprechend 0,02 Prozent, was im Beipackzettel der Klasse „Selten“ entspricht.

Zahlen enthalten auch Verdachtsfälle von Nebenwirkungen

Die Zahlen, die das PEI veröffentlicht, sind eher vorsichtig: In diesen Zahlen enthalten sind neben anerkannten Nebenwirkungen und Komplikationen, die sich auf die Impfung kausal zurückführen lassen auch Verdachtsfälle von Nebenwirkungen enthalten, also Meldungen, bei denen noch geprüft wird, ob ein Zusammenhang zwischen Symptom und Impfung besteht.
Als schwerwiegendste Komplikationen bezeichnet das PEI diverse Thrombosen und neuerdings Myokarditis oder Perimyokarditis, das sind Entzündungen im Bereich des Herzmuskels. Über die Symptome dieser Komplikationen wird inzwischen im Vorfeld der Impfung aufgeklärt. Die Behandlung beider Krankheitsbilder ist, sofern der Patient seinen Körper beobachtet und frühzeitig einen Arzt aufsucht, sehr gut möglich – ähnlich wie die „seltenen“ Nebenwirkungen der ASS-Medikamente.

Todesfälle nach der Impfung

Gerne werden Todesfälle nach der Impfung hauptsächlich von Impfgegnern in die Diskussion geworfen. Diese Zahl ist äußerst sensibel, das PEI schreibt dazu: „Dem Paul-Ehrlich-Institut wurden 873 Todesfälle (0,0024 % der geimpften Personen) in unterschiedlichem zeitlichen Abstand zur Impfung bei Personen im Alter von 24 bis 102 Jahren gemeldet. Der Median des Alters betrug 81 Jahre, das mittlere Alter 77 Jahre. (…) Bei der überwiegenden Mehrzahl der verstorbenen Personen bestanden multiple Vorerkrankungen, wie z. B. Karzinome, Niereninsuffizienz, Herzerkrankungen und arteriosklerotische Veränderungen, die vermutlich todesursächlich waren. Ein jüngerer Patient verstarb (…) vermutlich an den Folgen seines Drogenkonsums“. Laut dieser Aussage war also die Hälfte der Verstorbenen 81 Jahre alt oder älter.

Eine Frage, die das PEI in diesem Bericht nicht stellt und daher auch nicht beantwortet, ist die Frage, mit wievielen Todesfällen man ohne Impfung im betrachteten Zeitraum und mit der Altersstruktur der Verstorbenen hätte rechnen müssen. Diese Zahl wäre bei einer Stichprobe von 50 Millionen Impfungen eine interessante Aussage, die der zu beobachtenden Panikmache möglicherweise die Grundlage nehmen könnte.

Unterschied zwischen persönlichem Schicksal und statistischen Daten

Es besteht selbstverständlich ein Unterschied zwischen den hier dargestellten trockenen statistischen Daten und dem Leid der von den Nebenwirkungen der Impfung betroffenen Personen. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, einen schweren Schaden davonzutragen, gering ist – für einen betroffenen Menschen und seine Angehörigen bedeutet das einen Einschnitt in ihr bisheriges Leben. Und dass eseinzelne Fälle gibt, ist bekannt.

Keine Panikmache und keine Verharmlosung

Dieser Beitrag mit seiner reißerischen Überschrift soll weder Angst vor der Einnahme von ASS-Medikamenten schüren noch soll er die vorhandenen Nebenwirkungen der COVID-19-Impfung verharmlosen. Er soll vielmehr verdeutlichen, wie leicht sich Zahlen zu Ungeheuern entwickeln können, wenn man sie aus dem Kontext gerissen interpretiert. Und man kann im „real-life“ nicht wirklich entscheiden, ob jetzt ASS oder die Impfung gefährlicher sind: Die allermeisten Menschen werden die genannten Nebenwirkungen nämlich niemals bemerken.

Der komplette Sicherheitsbericht des PEI ist 35 Seiten lang, er enthält auch Daten darüber, wie die Nebenwirkungen auf die verschiedenen Impfstoffe verteilt sind und kann hier auf den Seiten des PEI heruntergeladen werden.

Text: Matthias Lauterer

 

 




Delta-Variante nun offiziell im Hohenlohekreis eingetroffen

Am Donnerstag, den 24. Juni 2021, ist im Hohenlohekreis erstmals ein Fall mit der zuerst in Indien entdeckten Delta-Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Das geht aus einer Meldung des Landratsamtes hervor.

Bislang sind für diesen Fall jedoch keine engen Kontaktpersonen im Hohenlohekreis identifiziert worden, für die eine Quarantäne hätte verfügt werden müssen.

Welcher Impfstoff schützt am besten gegen Delta?

Astrazeneca: Schutz liegt nut bei 66 Prozent

Eine vollständige Impfung mit der Vakzine von Astrazeneca soll zu etwa 60 Prozent vor symptomatischen Erkrankungen schützen. Der Schutz hatte bei der Alpha-Variante bei etwa 66 Prozent gelegen. Krankenhausaufenthalte infolge einer Infektion mit der Delta-Variante soll auch Astrazeneca zu rund 92 Prozent verhindern können. Das geht aus einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland hervor. Weiter heitßt es darin: „Allerdings scheint der Impfschutz gegen die Delta-Variante erst später einzutreten: So war laut PHE bei beiden Impfstoffen nach der ersten Impfdosis nur ein etwa 33-prozentiger Schutz erreicht worden. Der Schutz vor der Alpha-Variante hatte der Behörde zufolge nach nur einer Impfdosis 50 Prozent betragen. Die PHE forderte Geimpfte daher auf, nicht zu lange mit der zweiten Impfdosis abzuwarten, wenn sie zu dieser eingeladen werden.“

Unklar sei jedoch, wie lange der Impfschutz gegen die Delta-Variante anhält. Da sich in Laborversuchen gezeigt hatte, dass Geimpfte weniger Antikörper gegen diese Variante bilden, lässt die Schutzwirkung womöglich schneller wieder nach.

Biontech: Schutz bei 88 Prozent

Laut der britischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) können symptomatische Erkrankungen durch eine Impfung mit der Vakzine von Biontech/Pfizer zu etwa 88 Prozent verhindert werden und Krankenhausaufenthalte zu 96 Prozent. Zum Vergleich: Symptomatische Erkrankungen durch die zuletzt in Großbritannien vorherrschende Alpha-Variante B.1.1.7 waren zu etwa 93 Prozent verhindert worden.

Die Wirksamkeit der Vakzine von Moderna und Johnson&Johnson in Hinsicht auf die neuartige Mutante muss noch untersucht werden.  Das berichten sowohl das Redaktionsnetzwerk Deutschland als auch die Morgenpost.

Der oberste medizinische Berater von US-Präsident Joe Biden, Anthony Fauci, zeigte sich aber kürzlich in einem Interview mit der „Washington Post“ optimistisch. Gerade das Präparat von Moderna, das auf derselben mRNA-Technologie aufgebaut wie das Biontech-Vakzin, sollte einen ähnlichen Schutz bieten, erklärte der Immunologe.

 

 




Jeder Fünfte ist vollständig geimpft

Laut Angaben des Sozialministeriums Baden-Württemberg (Stand 06. Juni 2021) sind 43,6% der Bürger:innen des Hohenlohekreises einmal geimpft. Ungefähr die Hälfte dieser Personen ist vollständig geimpft, genau: 20,6% der Bevölkerung. Insgesamt meldet das Sozialministerium, dass 72.454 Impfdosen verabreicht wurden. In ganz Baden-Würtemberg waren am 6. Juni 2021 20,5% der Menschen zweifach geimpft, der Hohenlohekreis liegt also im baden-württembergischen Durchschnitt.

Etwa 2/3 der Impfungen im Kreisimpfzentrum

Das Landratsamt Hohenlohekreis teilt mit, dass (Stand 11. Juni 2021) 53.594 Dosen im Impfzentrum verimpft wurden, damit hat das KIZ etwa 2/3 der Impfungen im Hohenlohekreis vorgenommen. Der Rest wurde durch Hausärzte oder bei Impfaktionen in Betrieben verimpft.

Im KIZ hauptsächlich Biontech verimpft

Mit Abstand der meistverimpfte Impfstoff im Kreisimpfzentrum des Hohenlohekreises stammt von Biontech: 39.464 Dosen stehen 13.212 Dosen AstraZeneca und 918 Dosen Johnson&Johnson gegenüber. Der Impfstoff von Moderna wurde im KIZ gar nicht verwendet.

Altersstruktur der vollständig geimpften Personen

Die Altersstruktur der bereits vollständig geimpften Personen gibt das Landratsamt wie folgt an:

Altersgruppe 10-19 20-29 30-39 40-49 50-59 60-69 70-79 80-
Anteil 2% 10% 12% 13% 19% 17% 12% 16%

10% der im KIZ zweimal geimpften Menschen sind also zwischen 20 und 29 Jahre alt. Die Altersverteilung bei den Hausärzten und sonstigen Impfstellen kann anders aussehen. Eine gewisse Unsicherheit bei den Daten ergibt sich durch „Impfpendler“, also Hohenloher:innen die in anderen Kreisen geimpft wurden oder Menschen aus anderen Kreisen, die in Hohenlohe geimpft wurden. Diese Zahlen werden allerdings nicht erfaßt.

Impfnebenwirkungen und Impfschäden

Erfaßt wird aber die Zahl der Menschen, die wegen Impfnebenwirkungen oder gar -schäden ärztlich behandelt werden. Diese Daten werden an das Gesundheitsamt weitergeleitet und fließen von dort in die bundesweite Erfassung ein. Das Landratsamt sagt: „Die Schwelle zur Meldung wird dabei sehr niedrig angesetzt, es werden beispielsweise auch kurzzeitige Kreislaufschwächen gemeldet.“ Bis zum 8. Juni 2021 wurden aus dem Hohenlohekreis 53 Fälle gemeldet, das bedeutet, dass etwa 0,75 Promille der Geimpften so starke Nebenwirkungen empfinden, dass sie einen Arzt aufsuchen.

Text: Matthias Lauterer

 

 




„Die Ärzte haben meiner Familie keine Hoffnung mehr gemacht“

Der Impfmotor in Deutschland hat, trotz allem Stottern, an Fahrt aufgenommen. Immer mehr Menschen haben ihren ersten Piks erhalten, viele sogar schon den zweiten. Stolz zeigen auch Prominente ihren Oberarm mit dem Pflaster nach der Impfung vor. Viele Menschen klagen in den Tagen danach über grippeähnliche Symptome wie Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen. Für die meisten ist der Spuk nach einem oder mehreren Tagen vorbei und sie können wieder ihrem Tagewerk nachgehen – begleitet von dem erhebenden Gedanken, nun vor Corona geschützt zu sein.

Impfung ist keine Kleinigkeit

Dass diese Impfung durchaus keine Kleinigkeit ist und es nicht immer so einfach abläuft, zeigt die 54. Sitzung der Stiftung Corona Ausschuss vom 28. Mai 2021, die auf dem Youtube-Kanal und der Homepage der Stiftung abrufbar ist. Hier berichtet eine Frau, die sich mit dem Impfstoff von AstraZeneca hat impfen lassen und von der Impfung schwere Gesundheitsschäden davongetragen hat, von ihren Erfahrungen. Jetzt lebt sie mit einem „von einem Labor bestätigten Impfschaden“, wie sie selbst sagt.

„Ein schlechtes Gefühl auf dem Weg ins Impfzentrum“

Ramona Klüglein wollte „mit gutem Beispiel vorangehen“ und außerdem sei es „von Arbeitgeberseite gern gesehen worden“, begründet sie ihre Motivation zur Impfung. Es hätte eine gewisse Erwartungshaltung, aber keinen Druck gegeben. Doch schon auf dem Weg ins Impfzentrum habe sie „ein schlechtes Gefühl“ gehabt. Nach der Impfung am 10. März 2021 hatte die junge Mutter zunächst die üblichen Nebenwirkungen wie Schüttelfrost und Fieber: „Es ging mir nicht gut und ich lag zwei Tage flach.“ Allerdings hätte sie sich nichts dabei gedacht und nach zwei Tagen sei es ihr auch wieder besser gegangen, sodass sie eine Woche lang normal zur Arbeit gegangen sei. „Am Sonntag hat’s dann langsam angefangen“, blickt die Frau zurück. „Ich hatte Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.“ Doch auch hier habe sie nichts weiter dabei gedacht, auf einen Magen-Darm-Infekt getippt, von dem auch der Hausarzt ausgegangen sei. „Eine richtige Diagnose hätte der gar nicht stellen können, denn dafür braucht man CT und alles drum und dran“, merkt sie noch an.

„Ich lag vier Tage im Koma“

„Es wurde von Tag zu Tag schlimmer und nach vier Tagen haben wir den Notarzt gerufen“, erinnert sich die Patientin. Mit Verdacht auf Mesenterialvenenthrombosen sei sie ins Krankenhaus eingeliefert worden: „Die Lebervene war zu, die Milz und die Nieren waren betroffen. Der Dünndarm war so stark betroffen, dass sie den rausnehmen mussten. Ich habe jetzt nur noch 50 Zentimeter von vorher 3,50 Meter.“ Mehrere Notoperationen seien nötig gewesen, vier Tage lag sie im Koma, insgesamt elf Tage auf der Intensivstation, und war auch an der Beatmung angeschlossen. Erinnern könne sie sich an diese Zeit nicht mehr, sie wisse nur noch,“dass ich sehr stark halluziniert habe“. Es habe sehr schlecht um sie gestanden: „Die Ärzte haben meiner Familie keine Hoffnung mehr gemacht. Die haben gesagt, macht euch bitte aufs Schlimmste gefasst, wir wissen nicht, ob sie es schafft.“

Blutverdünner, damit sich die Thrombosen nicht wieder bilden

Sie müsse nun regelmäßig zum Hausarzt, der ihre Werte kontrolliert, und Blutverdünner nehmen, damit sich die Thrombosen nicht wieder bilden. Wie lange das so bleibe, wisse allerdings noch niemand. „Ein CT ist momentan nicht geplant, ab und zu wird mal ein Ultraschall gemacht, weil ich durch die ganzen Therapien, die das Krankenhaus mit mir gemacht hat, auch Nebenwirkungen habe“, erzählt Ramona Klüglein. „Die haben eine Lyse-Therapie gemacht, das heißt, die sind durch die Leber in die Adern rein. Dadurch hat sich da ein Riesen-Hämatom gebildet und auch eine Verkapselung. Das muss alles auch erst heilen.“

„Es ist momentan noch alles sehr vage“

Jetzt sei sie erst einmal über den Berg – allerdings bleiben Langzeitfolgen: „Womit ich jetzt mein ganzes Leben lang zu kämpfen haben werde, ist zu gucken, dass ich die ganzen Vitamine und Nährstoffe aufnehme, die mein Körper braucht.“ Das laufe alles über den Dünndarm, von dem sie nur noch ein kurzes Stück habe. „Es ist momentan noch alles sehr vage. Man kann noch nicht feststellen, ob ich einen Vitamin- und Nährstoffmangel habe. Das zeigt sich immer erst verzögert, relativ spät. Das wird auf jeden Fall engmaschig kontrolliert.“ Teilweise habe sie auch noch starke Schmerzen – geht aber davon aus, dass das „momentan überwiegend die nach-operativen Schmerzen sind, weil sie ja doch schon in mir rumgewühlt haben“. Sie hoffe, dass keine Schmerzen bleiben, „aber das kann mir halt auch niemand sagen. Es weiß ja niemand.“

Auswirkungen im Alltag

Der Impfschaden hat auch ganz praktische Auswirkungen auf ihren Alltag: „Ich muss mit dem Zucker aufpassen, ich muss mit dem Salz aufpassen. Ich soll momentan keine Lactose, keine Geschmacksverstärker und keine Fertigprodukte, dafür aber ballaststoffarm essen.“ alles müsse sie sich selbst zubereiten, ihre Nahrung solle weich gekocht sein und nicht zu stark gewürzt. Außerdem müsse sie jeden Bissen ausgiebig kauen. „Es ist eine Herausforderung, zucker- und salzfrei zu kochen, weil das überall drin ist“, erzählt sie. Zwei bis drei Stunden gehen täglich fürs Kochen drauf. Außerdem sollen die Portionen klein und auf fünf bis sechs Mahlzeiten am Tag verteilt sein: „Das ist ein wahnsinniger Aufwand. Da kann ich nie mehr 40 Stunden arbeiten.“

„Überlegt euch das mit Impfen gut“

Heute würde Ramona Klüglein die Impfung nicht mehr machen: „Ich bin in solchen Beziehungen eigentlich eher ein ängstlicher Typ und wenn das jemand so zu mir gesagt hätte, also das was ich jetzt weiß, dann hätte ich die Impfung nicht durchgezogen.“ Aber es sei ihre Entscheidung gewesen, sich impfen zu lassen, und „das ist jetzt einfach so“. Sie hat deshalb einen „Appell an alle: Bitte überlegt euch das mit dem Impfen gut.“

Stiftung Corona Ausschuss

Die Stiftung Corona Ausschuss wurde im vergangenen Jahr in Berlin von vier Rechtsanwält:innen gegründet (https://corona-ausschuss.de/). Sie will die Beschränkungen, die die Bundes- und Landesregierungen während der Corona-Pandemie verhängt haben, untersuchen und welche Auswirkungen diese auf die Menschen in unserem Land haben. Das soll mittels live übertragener, mehrstündiger Online-Sitzungen geschehen. Außerdem sollen Experten aus Wissenschaft und Praxis die Arbeit der Stiftung begleiten und unterstützen.

Text: Sonja Bossert




Corona-Impfung für jedermann bei Ziehl-Abegg: Entspanntes Warten in der Schlange

Der Impfsonntag, den Ziehl-Abegg am 30. Mai 2021 veranstaltete, fand bundesweit großes Interesse, wie Rainer Grill, Pressesprecher des Unternehmens mitteilte: Die weitesten Anreisen hatten wohl Impflinge aus Göttingen und Leipzig. Nur auf den ersten Blick weitgereist war Caroline, die auf die Frage, woher sie kommt, mit „Kolumbien“ antwortete. Sie wohnt allerdings in Mulfingen – den Preis für die weiteste Anreise kann sie nicht erhalten. „Ich bin nicht für einen Impftourismus“ meint sie. Ohne dieses Impfangebot hätte sie „warten müssen, bis ich drankomme“. Ein Verwandter, der bei Ziehl-Abegg arbeitet, hat sie informiert, es ist ihr ein Anliegen, nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Mitmenschen schützen zu können.

„Wußte gar nicht, wie viele Leute meine Handynummer kennen“

Rainer Grill ist zufrieden damit, dass die Menschen das Angebot so begeistert annehmen. Nachdem alle Termine vergeben waren, habe er noch viele Anrufe von Menschen bekommen, die nach Terminen gefragt haben: „Ich wußte gar nicht, wie viele Leute meine Handynummer kennen“, schmunzelt er, um ernst weiterzufahren: „Es war eine clevere Entscheidung, ein externes Buchungstool auszuwählen“, man habe auf diese Weise Gerechtigkeit garantieren könne.

Zweimal 50km mit dem Fahrrad

Sebastian kommt aus der Nähe von Schnelldorf, im Vergleich mit Göttingen ist das keine weite Anreise: Aber er ist die rund 50km mit dem Fahrrad gefahren, zugegeben: mit ein wenig Elektrounterstützung. „Bei dem Wetter war das kein Problem“, sagt er und erklärt dem GSCHWÄTZ-Reporter noch ein paar technische Details seines speziellen Fahrrads.

Lange Schlange

Auf den ersten Blick sieht man eine lange Schlange von Menschen, die sich quer durchs Werksgelände zieht. Bei genauerem Hinsehen sieht man aber, dass die Schlange immer in Bewegung ist. Das ist auch kein Wunder: Die meisten Impfinteressenten haben die notwendigen Unterlagen bereits vorab ausgefüllt und können zügig zur Impfstraße weitergehen. Die anderen müssen ihre Unterlagen vor Ort ausfüllen – und dafür eine kleine Extrarunde drehen. Man sieht keine ungeduldigen Menschen, die ganze Stimmung ist entspannt. Nur manchmal muß die Security jemanden freundlich darauf hinweisen, dass auf dem Betriebsgelände nicht geraucht werden darf. „Alles easy“, bestätigt die Securitymitarbeiterin.

Die Impfung selber geht sehr schnell

Drei Impfkabinen stehen zur Verfügung, in denen die Impfungen verabreicht werden – nach dem Einlesen der Versichertenkarte ist meist keine Wartezeit mehr, die Impflinge werden unmittelbar in eine der Kabinen geführt. Wartezeit ist erst nach der Impfung wieder angesagt: Eine Viertelstunde müssen die Frischgeimpften abwarten, ob sich unmittelbar Reaktionen einstellen, die ein ärztliches Eingreifen erfordern. Danach ist für die Menschen die Impfung abgeschlossen – man sieht nur zufrieden Augen bei den Menschen, die das Impfzentrum verlassen. Der Rest des Gesichts ist von der Maske verdeckt.

Gute Vernetzung im Beruf zahlt sich aus

Aus Kornwestheim angereist sind Jürgen und Marina. Ihr Arbeitgeber ist ein Geschäftspartner von Ziehl-Abegg und sie haben über einen Ansprechpartner von Ziehl-Abegg von der Aktion erfahren. Jürgen spricht von „Glück“ und „Connections“, die man haben müsse. Sie beide seien „zu jung“, hätten „keine Chance gehabt“. Er ist „dankbar, die Chance zu kriegen“. Marina hätte „beim Betriebsarzt demnächst“ ein Impfangebot erhalten, aber sie nimmt jetzt dieses Angebot wahr.

„Vollgas bei den Leuten“

Hinter den Kulissen sind viele Ziehl-Abegg-Mitarbeiter tätig, „unentgeltlich“, wie Grill betont. Die Bereitschaft der Mitarbeiter, zu helfen, sei außerordentlich groß gewesen, selbst ein Rentner habe seine Hilfe angeboten. Und als man kurzfristig mehr Personal gebraucht hätte, sei das Aufstocken problemlos möglich gewesen. Angesprochen auf das enorme Tempo bestätigt Grill anerkennend: „Ja, da ist Vollgas bei den Leuten“. Das kann Jutta Watzke, Betriebsratsvorsitzende bestätigen: Sie hat zwei Stunden lang pausenlos beraten und ist kaum noch bei Stimme – sie benötigt jetzt unbedingt eine Trinkpause.
In einem Hinterzimmer werden die Impfdosen vorbereitet. Auch diese Tätigkeit wird von Mitarbeitern übernommen, die vorher intensiv von medizinischem Personal eingearbeitet wurden und auch immer wieder überprüft werden.

„Nicht dass ichs mitgekriegt hätte“

David ist 19 Jahre alt und kommt aus Backnang, „auch nicht der nächste Weg“. In der Umgebung seiner Heimatstadt kennt er „kein anderes Angebot, nicht dass ichs mitgekriegt hätte“

Scheinbar Unmögliches möglich gemacht

Rainer Grill berichte von einem erfahrenen Arzt, der nicht glauben wollte, dass man 1.500 Menschen an einem Tag impfen könne. Der sei sehr überrascht gewesen, dass die Impfungen so schnell und reibungslos vonstatten gehen. Der Unterschied zwischen Impfarzt und bekanntem Hausarzt sei wohl der, dass die Patienten beim Hausarzt neben der Impfung auch andere medizinische Themen ansprechen würden.

Zwei Stunden Anfahrt – aber dann fühlt man sich sicher

Clemens aus Darmstadt berichtet, dass es ihm bisher nicht möglich war, in seiner Heimatstadt ein Impfangebot zu erhalten. Endlich geimpft zu sein, für diese Sicherheit habe er auch eine rund zweistündige Anfahrt in Kauf genommen. Auch er sei von einem Bekannten auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht worden.

Keine Konkurrenz zum Kreisimpfzentrum

Fast nur positive Rückmeldungen habe er bekommen, sagt Rainer Grill – nur in einer einzigen e-mail sei von „Totspritzen“ die Rede gewesen. Daher habe man auch nicht mit etwaigen Protesten von Impfgegnern gerechnet. Er betont, dass die Impfaktion „dem KIZ nicht den Impfstoff wegnimmt“ – diese Vermutung wurde ihm gegenüber offenbar geäußert – und erklärt: „Die Impfzentren und die Ärzte bestellen aus zwei verschiedenen Töpfen“.

Auch Impflinge aus Künzelsau

Aber auch aus Künzelsau sind Menschen zur Impfung gekommen. Zum Beispiel Mike, der bei Ziehl-Abegg arbeitet und bereits geimpft ist – er begleitet heute seine Frau zu ihrem Impftermin.

Text: Matthias Lauterer

30. Mai 2021 – Impfaktion bei ZA: Carolina hält nichts von Impftourismus. Foto: GSCHWÄTZ

30. Mai 2021 – Impfaktion bei ZA: Sebastian fährt jetzt noch 50km nach Hause. Foto: GSCHWÄTZ

30. Mai 2021 – Impfaktion bei ZA: Entspanntes Warten in der Schlange. Foto: GSCHWÄTZ

30. Mai 2021 – Impfaktion bei ZA: Jürgen und Marina. Foto: GSCHWÄTZ

30. Mai 2021 – Impfaktion bei ZA: Hinter den Kulissen: Roland Burgemeister, Peter Schippert, Nicolas Grill und Holger M.Rößler (v.links) bereiten Impfdosen vor. Foto: GSCHWÄTZ

30. Mai 2021 – Impfaktion bei ZA: David kennt kein ähnliches Angebot, Foto: GSCHWÄTZ

30. Mai 2021 – Impfaktion bei ZA: Kurz vor dem Eingang zur Impfung. Foto: GSCHWÄTZ

30. Mai 2021 – Impfaktion bei ZA: Kurt vor dem Eingang zur Impfung. Foto: GSCHWÄTZ




Gesund trotz geschädigter Lunge?

Vor kurzem haben wir über Andreas Müller* berichtet. Der Künzelsauer erkrankte schwer an Corona und lag über Monate im Krankenhaus. Noch heute braucht er eine zusätzliche Sauerstoffversorgung, da seine rechte Lunge schwer geschädigt ist.

Genesene bekommen frühstens 6 Monate nach ihrer Genesung 1 Impfspritze

Wie steht er zum Thema Impfungen, haben wir ihn beim GSCHWÄTZ-Interview gefragt. Er als von Corona Genesener werde aktuell nicht geimpft, sagt er. In ein oder zwei Monaten will er einen Test machen, inwieweit er noch Antikörper gegen Corona hat.

Vielleicht bekommt er, wenn er zu wenig hat, eine Impfung. Aber vieles ist in diesem Bereich noch nicht klar. Wie lange haben an Corona Erkrankte Antikörper im Blut? Wie hoch muss die Konzentration sein, damit sie noch einen Eigenschutz vor einer wiederholten Erkrankung haben? Ab welchem Wert bekommen auch sie eine Impfung? Oder wird pauschal vorgegangen, nach dem Motto: Du bist erkrankt und 6 oder 12 Monate später bekommst Du eine Impfung? Laut dem Lanadratsamt des Hohenlohekreises gibt es hier keine speziellen Regelungen, man handelt, so Pressesprecher Sascha Sprenger, nach den Vorgaben und Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes. Das RKI sagt: Genesene erhalten lediglich 1 Spritze und auch erst 6 Monate nach Feststellung ihrer Genesung. An diese Empfehlung halte man sich, so Sprenger, im Hohenlohekreis. Ärzte hätten aber natürlich Therapiefreiheit und können und dürfen anders handeln. Dann jedoch seien auch sie verantwortlich, wenn was passieren sollte und sie nicht nach Empfehlung gehandelt haben.

Aber wann genau war der Genesungszeitpunkt von Herr Müller? Als er im Februar 2021 aus dem Krankenhaus entlassen wurde? Ist er wegen der Schwere der Folgewirkungen überhaupt richtig genesen? Und: Reagiert jemand wie Herr Müller, der fast gestorben wäre an diesem Virus, auf eine Impfung empfindsamer als andere?

Wann gilt ein an Corona Erkrankter als genesen?

Andreas Müllers Fragen kann bisher keiner klar beantworten. Der 67-Jährige hat zum Zeitpunkt des Interviews im Mai 2021, drei Monate nach seiner Krankenhausentlassung, auch noch keinen Genesenenausweis, um seine Rechte öffentlich wiederzubekommen. Derzeit müsse er, so weiß er es zumindest von seinem Arzt, noch für einen solchen Ausweis zahlen, da er gesondert angefertigt werden müsse. Bald solle es aber eine Vorlage hierfür geben und dann werde ihm der Ausweis vermutlich auch kostenlos ausgestellt werden.

*Name von der Redaktion geändert




Impfaktion für die Bevölkerung bei Ziehl-Abegg: 1.500 Dosen sollen am Sonntag, 30.Mai 2021 verimpft werden

Nachdem bei Ziehl-Abegg bereits rund 1.300 Mitarbeiter und Angehörige von Mitarbeitern mit dem Impstoff von Astra-Zeneca geimpft wurden, bietet das Unternehmen am Sonntag, 20. Mai 2021, Impftermine für die Bevölkerung an. 1.500 Impfdosen sind vorrätig und sollen verimpft werden.

„Jetzt geben wir bei der Corona-Bekämpfung richtig Gas“, sagt Peter Fenkl.

„Jetzt geben wir bei der Corona-Bekämpfung richtig Gas“, sagt Peter Fenkl, Vorstandsvorsitzender von Ziehl-Abegg. Der Motoren- und Ventilatorenhersteller Ziehl-Abegg engagiert sich schon seit mehr als einem Jahr bei der Bekämpfung der Pandemie. Immer angepasst an die jeweiligen Rahmenbedingungen: Sei es zuerst mit Masken fürs Gesundheitsamt, mit Gesichtsvisieren für Behörden und Arztpraxen aus den 3D-Druckern der Firma, mit CO2-Sensoren fürs Gesundheitsamt und für das Kreis-Impfzentrum, mit Ventilatoren zur Belüftung des Kreis-Impfzentrums in Öhringen – und mit sechs Personen, die über Wochen hinweg im Gesundheitsamt bei der Corona-Taskforce mitgearbeitet haben. Fenkl weiter: „Daher ist es logisch, dass sich Ziehl-Abegg schon seit Monaten mit dem Thema Impfen beschäftigt.“

Eigeninitiative des Unternehmens

„Wir sind kein Modellprojekt; wir haben aus eigener Kraft eine Möglichkeit gefunden, Menschen zu impfen.“, darauf legt Fenkl Wert. Da Betriebsärzte noch immer nicht impfen dürfen, hat das Unternehmen für einen Hausarzt die Möglichkeit geschaffen, in der Firma zu impfen.

1.500 Impfdosen stehen zur Verfügung

Jetzt stellt Ziehl-Abegg weitere 1.500 Impfdosen zur Impfung für die Bevölkerung zur Verfügung. Jeder kann sich am Sonntag, 30.05.2021 ab 10:00 auf dem Werksgelände von Ziehl-Abegg in Künzelsau impfen lassen.

Anmeldung über Web-Portal zwingend erforderlich – Impfung ab 18 Jahre möglich

Eine Anmeldung ist erforderlich, ohne Anmeldung kann nicht geimpft werden. Alle Informationen über die Anmeldung finden sich auf der Webseite https://www.ziehl-abegg.com/impfung. Die Anmeldung über das Terminvergabeportal ist ab Freitag, 28.05.2021, 06:00 Uhr möglich.

Termin für die Zweitimpfung: Samstag, 7. August 2021

Ziehl-Abegg weist darauf hin, dass die Anmeldung ausschließlich über diese Webseite erfolgen kann: „Eine telefonische Terminvergabe oder per E-Mail ist NICHT möglich. Die Mitarbeitenden von Ziehl-Abegg oder der impfenden Arztpraxis haben keinen Einfluss auf die automatisierte Terminvergabe. Es kann nur geimpft werden, wer über 18 Jahre alt ist. Die Zweitimpfung wird am Samstag, 7. August, zur selben Zeit wie die Erstimpfung in Künzelsau sein.“

 

 




„Die Maske ist für die Mitarbeiter eine sehr hohe Belastung, insbesondere in der Produktion“

Nüchtern, aber gut organisiert ist die Impfstation bei Ziehl-Abegg, wo sich am 10. Mai 2021 Mitarbeiter der Firma impfen lassen konnten. Ungefähr alle drei Minuten erscheint ein Impfwilliger, die vorab verteilten Unterlagen haben die Patienten bereits ausgefüllt – ein kurzer Check der nötigen Unterschriften und der Versichertenkarte und schon geht es weiter in die Impfkabine. Dort gibt es nochmals eine Möglichkeit, Fragen an den Arzt zu zu stellen, die Impfung selber nimmt nur wenige Sekunden in Anspruch.

Freigabe von Astra-Zeneca-Impfstoff ermöglicht Impfangebot für alle Mitarbeiter

Der ursprüngliche Plan war, streng nach Impfpriorität vorzugehen. „Aber durch die Freigabe des Astra-Zeneca-Impfstoffs für alle können wir jetzt jedem Mitarbeiter ein Impfangebot machen“, sagt Rainer Grill, Pressesprecher von Ziehl-Abegg. Er betont, dass die Impfentscheidung des einzelnen Mitarbeiters vom Arbeitgeber nicht beeinflußt wird: „Selbst mein Chef erfährt nicht, ob ich mich impfen lasse oder nicht“, erklärt er. Von den etwa 2.400 Beschäftigten am Standort ließen sich am ersten Impftag bereits 250 Mitarbeiter impfen. Auch die Angehörigen der Mitarbeiter gehen nicht leer aus, ihnen wird in der nächsten Woche ein Impfangebot gemacht werden.

250 Mitarbeiter am ersten Tag geimpft

Martin (der richtige Name ist der Redaktion bekannt) ist 51 Jahre alt und hätte gemäß der ursprünglichen Impfreihenfolge noch kein Impfangebot bekommen. Daher hat er das Angebot seines Arbeitgebers gerne angenommen. „Ich wurde schon viele Jahre gegen nichts mehr geimpft. Auch eine Grippeimpfung habe ich noch nie gemacht“, sagt er. Eine wichtige Motivation für die Impfung sind seine Mitmenschen: „Ich mache das ja nicht nur für mich, sondern auch für meine Angehörigen.“

Durchgeführt wurden die Impfungen unter der medizinischen Leitung von Dr. Tobias Neuwirth, der in Heilbronn eine Corona-Schwerpunktpraxis betreibt. Zum Thema Nebenwirkungen betont er, dass die allermeisten Symptome eigentlich gar keine Nebenwirkungen sind. Die meisten Patienten würden von schmerzendem Oberarm oder Symptomen wie einem grippalen Infekt, auch mit Fieber oder Schüttelfrost, berichten, das sei aber die erwünschte Reaktion des Immunsystems auf den Impfstoff. Schwere Impffolgen, von denen zu lesen ist, habe er in seiner Praxis noch nicht beobachtet.

Seit Pandemiebeginn in der Coronaprävention engagiert

Peter Fenkl, Vorstandsvorsitzender von Ziehl-Abegg, betont, dass sein Unternehmen sich seit Beginn der Pandemie in der Bekämpfung von Corona engagiert habe: „Wir haben bereits im Februar einen Krisenstab gebildet, der sich mit dem Thema Prävention beschäftigt.“ Er erinnert daran, dass man für das Landratsamt Face-Shields hergestellt habe und dem Gesundheitsamt über mehrere Wochen auch 6 Mitarbeiter für die Corona-Task-Force zur Verfügung gestellt habe. „Seit Anfang des Jahres haben wir uns mit dem Thema Impfung beschäftigt. Wir sind jetzt gut bestückt mit Astra-Zeneca, das heißt, wir haben sogar mehr Dosen bekommen als wir erwartet haben“.  Daher kann auch den Angehörigen der Mitarbeiter eine Impfung angeboten werden.

Nahezu keine Grippe und Erkältungen

Grippe und Erkältungskrankheiten gab es in diesem Winter wohl durch die Hygienemaßnahmen Desinfektion, Masken und Abstand so gut wie nicht. Trotzdem mag sich Fenkl die Fortführung dieser Maßnahmen nach Corona nicht vorstellen: „Die Maske ist für die Mitarbeiter eine sehr hohe Belastung, insbesondere in der Produktion. Da würde man den Mitarbeitern zu viel abverlangen.“

Text: Matthias Lauterer

Peter Fenkl, Vorstandsvorsitzender von Ziehl-Abegg, im GSCHWÄTZ-Interview. Foto: GSCHWÄTZ (Video-Hardcopy)

Kurze Wege. Foto: GSCHWÄTZ

Nüchterne Impfkabine. Foto: GSCHWÄTZ

Die Impfung dauert nur wenige Sekunden. Foto: GSCHWÄTZ