Bürgermeister fordern verpflichtendes Tragen von Masken in den Innenstädten
Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann hat am Freitagnachmittag, den 26. März 2021, eine kurze E-Mail an Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Kultusministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut und Sozialminister Manne Lucha geschickt. Unter anderem fordern er und 12 weitere Stadtoberhäupter darin das verpflichtende Tragen von Masken in den Innenstädten.
Tagespass für die Teilnahme am öffentlichen Leben
Unter dem Motto „Städte für eine sichere Öffnungsstrategie“ setzen sich die Rathauschefs für folgende Punkte ein:
- Corona-Schnellteststrukturen ausbauen, verpflichtend zu machen und einen Tagespass einzuführen
- Ergänzend sollte das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen in den Innenstädten verpflichtet werden, sowie die konsequente Kontrolle der AHA LA Regeln.
- Die Impfstrategie beschleunigen, vor allem im Hinblick auf ausreichend Impfstoff in 4 bis 6 Wochen. In Ergänzung zu den Hausarztstrukturen bieten wir an, wo sinnvoll auch kommunale Impfzentren aufzubauen, um Massen schnell und effizient zu impfen. Dies sollte im Rahmen eines Katastrophenschutzmanagements und Einbezug aller staatlichen Institutionen erfolgen.
- Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Kunden im Einzelhandel infizieren ist laut TU Berlin und anderen Institutionen sehr gering. Aus diesem Grund sprechen wir uns für eine Öffnungsstrategie losgelöst von einer reinen Inzidenzbetrachtung aus. Grundsätzlich soll der Zugang zu Geschäften/Handel, Bildungs-, Sozial- und öffentlichen Einrichtungen, Gastronomie, Kunst- und Kultureinrichtungen ermöglicht werden, wenn ein Testnachweis (Tagespass) vorgelegt werden kann oder die betreffende Einrichtung einen Schnelltest als Zugangsvoraussetzung selbst vornimmt. Zudem soll eine Kontakterfassung in den Betrieben erfolgen. Eine weitere Möglichkeit stellt die Verwendung der Luca-App dar.
„Lieber mit Einschränkungen alles öffnen, anstatt Existenzen zu ruinieren“
Ziel soll es sein, „gerade in Zeiten steigender Inzidenzen weitere Öffnungsschritte „sicher“ zu ermöglichen. Unsere Teststrukturen sind vorhanden und könnten in Richtung eines verpflichtenden Tagestickets umgebaut werden. Zusammen mit der konsequenten Kontrolle der AHA LA Regeln bekommen wir diese Pandemie in den Griff und ermöglichen den Bürgern und der Wirtschaft eine wirkliche Perspektive. Lieber mit Einschränkungen alles öffnen, anstatt Existenzen zu ruinieren“, steht in dem Schreiben, das im Namen von folgenden Bürgermeistern seinen Weg nach Stuttgart gefunden hat:
Bad Friedrichshall – Bürgermeister Timo Frey
Bad Mergentheim – Oberbürgermeister Udo Glatthaar
Bad Rappenau – Oberbürgermeister Sebastian Frei
Brackenheim – Bürgermeister Thomas Csaszar
Crailsheim – Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer
Eppingen – Oberbürgermeister Klaus Holaschke
Künzelsau – Bürgermeister Stefan Neumann
Lauda-Königshofen – Bürgermeister Dr. Lukas Braun
Öhringen – Oberbürgermeister Thilo Michler
Neckarsulm – Oberbürgermeister Steffen Hertwig
Schwäbisch Hall – Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim
Tauberbischofsheim – Bürgermeisterin Anette Schmidt
Wertheim – Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez
Hohenlohekreis: Inzidenz klettert derweil unaufhörlich weiter Richtung 300
Derweil klettert der Inzidenzwert im Hohenlohekreis unaufhörlich weiter. Das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises meldete am Freitag, den 26. März 2021, insgesamt 86 neue Corona-Infektionsfälle an das Landesgesundheitsamt. Die 7-Tage-Inzidenz liegt damit bei 274,3 pro 100.000 Einwohner.
Rund die Hälfte der Betroffenen waren Kontaktpersonen
Rund die Hälfte aller Betroffenen war bereits als Kontaktperson zu einem anderen Fall in Quarantäne. Aufgrund eines weiteren bestätigten Falls in einer bereits betroffenen Kinderbetreuungseinrichtung im Großraum Öhringen musste für 30 Kontaktpersonen aus bisher noch nicht betroffenen Gruppen Quarantäne angeordnet werden. Neu betroffen ist ein Unternehmen im Großraum Öhringen, zudem gibt es weitere Fälle in bereits betroffenen Unternehmen.
Am Wochenende wird die neue Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg erwartet. Das Landratsamt Hohenlohekreis wird zeitnah weitere Informationen dazu veröffentlichen, sobald die Details der Corona-Verordnung bekannt sind.