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Hunderte Blitze erhellten gestern die Hohenloher Nacht

Mehrere rotierende Gewitterzellen mit hunderten von Blitzen erhellten die Nacht von Dienstag auf Mittwoch im Hohenlohekreis.

Auf die Hitze folgt der Knall: Heftige Unwetter zogen in der Nacht auf Mittwoch über Deutschland. Vielerorts werden Keller und Straßen überflutet – auch Baden-Württemberg war betroffen. Eine Altstadt stand gänzlich unter Wasser.

Heftige Unwetter mit Starkregen haben Einsatzkräften in verschiedenen Teilen Deutschlands am Abend und in der Nacht viel abverlangt. Besonders betroffen waren Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bayern – und Baden-Württemberg, wo in Bruchsal ein Fluss über die Ufer trat und die Altstadt des Stadtteils Heidelsheim überflutet wurde. Zwischenzeitlich habe das Wasser bis zu 1,50 Meter hoch gestanden, teilte die örtliche Feuerwehr mit. Nach Angaben der Hochwasserzentrale erreichte der Fluss Saalbach am Pegel Bruchsal gegen 2.30 Uhr mit gut 2,13 Metern den höchsten Stand und übertraf knapp die Marke für ein sogenanntes 100-jährliches Hochwasser von 2,10 Metern.

Bruchsal, besonders der Ortsteil Heidelsheim, war besonders betroffen.

Auch in anderen Bundesländern meldeten die Einsatzkräfte vollgelaufene Keller und überflutete Straßen. Von Schwerverletzten oder gar Toten war zunächst nichts bekannt. Den Unwettern vorausgegangen war eine Hitzewelle, die mit bis zu 36,5 Grad am Dienstag im rheinland-pfälzischen Bad Neuenahr-Ahrweiler ihren Höhepunkt erreichte – nach vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdienstes war es der bisher heißeste Tag des Jahres.

In Baden-Württemberg war vor allem der Landkreis Karlsruhe von heftigen Unwettern betroffen. Die Hochwasserzentrale des Landes warnte am Dienstagabend, wegen lokal teils extrem heftigen Starkregens seien nicht nur in der Nacht, sondern auch im Verlauf des Mittwochs starke Anstiege der Wasserpegel an manchen Bächen und kleinen Flüssen möglich.

Im Hohenlohekreis gab es ein besonderes Himmels-Spektakel zu beobachten: extrem viele aufeinanderfolgende Blitze, die den Himmel über einen längeren Zeitraum immer wieder erleuchtete.




Ein Tag vor der Hochzeit „tierisch versumpft“ auf dem Ohrenbacher Glockenfest

DJ Sam schaut auf die Menschenmenge unter ihm und ist zufrieden: „Es macht einfach Spaß, für so viele Menschen zu spielen.“ Er ist bereits das zweite Jahr beim Ohrenbacher Glockenfest dabei. Seine Musik scheint anzukommen bei dem relativ jungen Publikum. Der Freitagabend mit ihm an den musikalischen Turntables ist denn auch besuchertechnisch, laut die Jonas Schönbauer, Vorstand des Orga-Teams der Hüttenfreunde Ohrenbach, der erfolgreichste Abend – trotz oder vielleicht auch wegen tropischer Temperaturen.

Aber auch Steel, Wine & Honey-Frontsänger Moritz Winkler freut sich, am Glockenfest mit seiner Band aufzutreten. „Das hat schon Tradition. Auch mein Vater ist hier bereits aufgetreten.“

Zahlreiche Helfer:innen im Hintergrund machen das über das Kocher- und Jagsttal hinaus bekannte Fest jedes Jahr erst möglich, wie Jonas Schönbauer betont. In diesem Jahr schlägt die Glocke 35.

Zum 35. Mal feiern die Ohrenbacher ihren Glockenturm am Spielplatz, wo zu Beginn auch das noch relativ überschaubare Glockenfest anlässlich der neuen Glocke gefeiert wurde.

Ursprünglich als nur ein einmaliger Festtag gedacht, wird nun jährlich drei Tage nahezu durchgefeiert. An dem Jubiläums-Festwochenende vom 19. bis 21. Juli 2024 mit fünf musikalischen Akts scheint es auch am Sonntagabend mit dem „Lustigen Rolf“ kein Ende zu geben.

Erst zum zweiten Mal gibt es das bereits im zweiten Jahr überaus beliebte Neun-Meter-Turnier, an welchem 17 Mannschaften teilnehmen – unter anderem die „Naschkatzen“, „Rollator Groß-Asbach“ und die „Maulwurftreter“. Erster wurde BuLää Stammtisch, zweiter die Biberande Belsenberg, gefolgt von Eintracht Prügel. Beim Gerümpelturnier mit elf Mannschaften ging der erste Platz an Werder Wachsen, der zweite an den Torpedo Dörrenzimmern und der dritte Platz an Zaisenhausen.

 

 

 

 




Viele bekannte Namen

Das sind die neuen Gemeinderäte im Hohenlohekreis:

Gemeinderat Künzelsau 2024

Gemeinderat Dörzbach 2024

Gemeinderat Ingelfingen 2024

Gemeinderat Niedernhall 2024

Gemeinderat Öhringen Teil 1

Gemeinderat Öhringen Teil 2

Gemeinderat Forchtenberg 2024

Die Gemeinderäte der weiteren Städte und Gemeinden finden Sie hier:




Ein Kontinent rückt nach rechts – Hohenlohe noch mehr als der Durchschnitt – Desaster für die Grünen

Bei den Europawahlen am Sonntag gab es einen klaren Rechtsruck. Die Gewinner sind die CDU und die AfD sowie die BSW. Die Verlierer mit Abstand die Grünen, gefolgt von der FDP und den Grünen.

Die vorläufigen Endergebnisse:

Noch immer gibt es unterschiedliche Zahlen, wer wie viel Prozent bekommen hat. Ein absolutes Endergebnis steht aktuell noch nicht fest.  Hier erhalten Sie das vorläufige Ergebnis:

Die neu gegründete Partei von Sara Wagenknecht, BSW, ist auf den Stand auf 5 Prozent gekommen und zieht damit mit einem Prozentpunkt an der FDP vorbei. Die Linke, von der sich das BSW abgespalten hat, spielt mit 2,7 Prozent lediglich noch ene untergeordnete Rolle. Die CDU zieht mit über 30 Prozent der Stimmen ins Europaparlament ein, gefolgt von der AD mit knapp 15 Prozent. Die ehemalige Volkspartei SPD konnten noch 12 Prozent erzielen. Die Grünen stürzten von über 20 (bei den vergangenen Wahlen) auf knapp 14 Prozent ab.

Vorläufiges Endergebnis. Quelle: Screenshot SWR

Auch in den meisten anderen Ländern Europas gab es einen Rechtsruck. In Frankreich lag Marine Le Pens rechtskonservative Partei vorne, so dass sich nun Frankreichs Präsident Emmanuel Macron gar gezwungen sah, Neuwahlen auszurufen. Diese sollen Ende Juni / Anfang Juli bereits abgehalten werden.

Damit wird das Europaparlament insgesamt fortan schwärzer gefärbt und damit rechtskonservativer ausgerichtet sein.

Bisherige Zusammensetzung des Europaparlaments,. Quelle: Screenshot ZDF

Neue Zusammensetzung des Europaparlaments. Quelle: Screenshot ZDF

Sitzverteilung der Sitze Deutschlands im neuen Parlament. Quelle: Screenshot ZDF

So hat Deutschland gewählt – Hochrechnung ZDF. Quelle: Screenshot ZDF

Gewinner und Verlierer. Quelle: Screenshot ZDF

Die Hohenloher haben insgesamt überdurchschnittlich ihr Kreuz bei (rechts-)konservativen Parteien gemacht. Die AfD kommt auf fast 20 Prozent. Bei der Kreistagswahl rangiert sie ebenfalls klar auf dem zweiten Platz hinter der CDU. Die Zugpferde Christian von Stetten (CDU) und Anton Baron (AfD) haben hier sicherlich eine große Rolle gespielt.

In Niedernhall entfiel fast die Hälfte der Stimmen bei der Kreistagswahl auf die FWV. Auch das vermutlich dank dem Spitzenkandidaten und Bürgermeister Achim Beck.

So hat der Hohenlohekreis gewählt. Quelle: Landratsamt des Hohenlohekreises

So hat Künzelsau gewählt. Quelle: Landratsamt des Hohenlohekreises

So hat Niedernhall gewählt. Quelle: Landratsamt des Hohenlohekreises

Die Wahlergebnisse aller weiteren Städte und Gemeinden im Hohenlohekreis finden Sie hier. 




Nach der Flut – Lage bleibt angespannt

Der Sonntag, 02. Juni, ist der erste Tag, an dem der Wettergott für fast acht Stunden Erbarmen hat. Nach wochenlangem Stark- und Dauerregen und schwallartigen Gewittern gibt es nun eine kurze Verschnaufpause, wenn nicht so gar eine Ende der Regenzeit. Einen derart lang anhaltenden Dauerregen haben viele Hohenloher tatsächlich noch nie erlebt. Unwetter Warnstufe vier. Meteorologen sprechen von einem Jahrhunderthochwasser. Mehrere Landkreise in Baden-Württemberg haben den Katastrophenfall ausgerufen. 

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Beim so genannten Jahrhunderthochwssser 2016, bei dem Künzelsaus Innenstadt unter Wasser stand und Braunsbach im wahrsten Sinne abgesoffen ist, konnten auch die Felder, Äcker und die Zuflüsse die gewaltigen Wasserlasten nicht tragen, so dass der Künsbach das Städtle flutete und Kocher und Jagst ebenfalls über die Ufer treten. Seitdem hat sich viel getan. Niedernhall hat daraufhin einen Hochwasserschutz am Kocher gebaut. Künzelsau hat ebenfalls Vorkehrungen getroffen, um eine Wiederholung der Bilder von 2016 zu vermeiden. Der Unterschied zu 2016 ist jedoch: Vor acht jahren hat es sintflutartig geregnet, aber nicht über einen so langen Zeitraum wie dieses Jahr.

Irgendwann war im wahrsten Sinne an diesem Wochenende allerorten das Maß voll, Äcker quollen über, Wiesen konnten das Wasser nicht mehr fassen, das Grundwasser stieg und stieg, bis es teilweise Keller von Wohnhäusern flutete. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz: In Amrichshausen, Berndshausen, Ingelfingen, Langenburg, Gerabronn und Ohrenbach waren mehrere Häuser betroffen und hatten mit Wassermassen in ihren Kellern zu kämpfen. Mit Pumpen, Sandsäcken und Wasserschläuchen versuchten die Feuerwehrler, die Schäden so gering wie möglich zu halten.

Der Neckar, der Kocher und die Jagst traten wieder über die Ufer. Am Sonntag soll es noch vereinzelte Gewitter geben, ebenfalls am Montag. Dann soll sich endlich wieder die Sonne über mehrere Stunden zeigen.

 




Ian Schölzel: „Wir kommen gut miteinander aus“

Es ist vollbracht. Der Kreistag des Hohenlohekreises hat am Mittwoch seinen neuen Landrat gewählt – und zwar nicht den Bewerber aus den eigenen Kreisratsreihen, sondern Ian Vincent Schölzel (FWV), der seit 2022 Bürgermeister in Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) ist. Mit einer großen Mehrheit wurde Schölzel im ersten Wahlgang mit 30 Stimmen gewählt. Der zweite Bewerber, Herausforderer Karl Michael Nicklas (FWV), unterlag und erhielt nur elf Stimmen. Ein Novum: Erstmals seit einem halben Jahrhundert ist der Landrat nicht von der CDU. Offiziell tritt er die Nachfolge von Dr. Matthias Neth zum 01. Mai 2024 an.

Kreishaus-Neubau ist ihm ebenso wichtig wie seinem Vorgänger

Der 47-Jährige ist Wirtschaftsjurist und Diplomverwaltungswirt. Im Interview mit dem SWR kurz nach seiner Wahl hat der Vater von drei Kindern noch einmal betont, dass er voll hinter dem Landratsamt-Neubau stehe, auch wenn dieser mittlerweile wesentlich mehr als die ursprünglich 70 Millionen Euro koste. „Ich freue mich, dass man diesen mutigen Schritt gegangen ist. Der Landkreis muss als moderner, attraktiver Arbeitgeber auftreten. Dazu gehören neue Bürokonzepte, wo Mitarbeiter motiviert zur Arbeit gehen.“

Schließlich müsse man für die Mitarbeitenden ein angenehmes Arbeitsklima schaffen. Auch sein Vorgänger Dr. Matthias Neth stand immer hinter dem extrem teuren Neubau, den er einerseits in seiner Amtszeit forcierte und sich andererseits parallel dazu für die Schließung des Krankenhauses in Künzelsau aus Kostengründen einsetzte.

„Ich kenne diese Frotzeleien“

Fachkräftemangel und Digitalisierung seien weitere wichtige Eckpunkte, die Schölzel angehen wolle. Außerdem: Klimaschutz im Hohenlohekreis. Eine zentrale Rolle spiele dabei der Ausbau erneuerbarer Energien. Als weitere Themen sehe er die Stärkung des Breitbandausbau – beides auch Herzensanliegen von Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann.

Auf die Frage des SWR, wie sich der neue Landrat denn nun fühle, als Schwabe im Hohenlohekreis antwortete er: „Ich kenne natürlich diese Frotzeleien zwischen Schwaben und Hohenloher. Die seitherigen Landräte waren auch Schwaben. Von dem her sind die Hohenloher ja bislang ganz gut gefahren mit den Schwaben. Ich denke, wir kommen gut miteinander aus.“

 




Wolfgang Grupp: „Reinhold Würth war und ist für mich ein Vorbild“

Der Rathaussaal im dritten Stock war am Freitagabend zum alljährlichen Neujahrsempfang bis auf den letzten Platz belegt. Die Veranstaltung war schon vor Wochen schnell ausgebucht. Vermutlich hätten noch viele mehr Künzelsauer:innen hören wollen, was dieser Mann zu sage hatte: Trigema-Macher Wolfgang Grupp. Teil eins erschien gestern. Hier lesen Sie nun TEIL 2.

Mit Hubschrauber geht es schneller wieder heim

Dass Wolfgang Grupp fast 82 Jahre ist und damit noch etwas andere Werte und Vorstellungen hat als die jüngere Generation, merkt man immer wieder bei seinen Zoten und Anekdoten, wenn etwa davon spricht, warum er sich einen Hubschrauber gekauft hat – unter anderem auch für seine Frau, die ab und an auch solche Dienstreisen übernahm. Grupp sagt: „Ich habe meine Frau schließlich nicht geheiratet, damit sie laufend unterwegs ist.“ Mit Hubschrauber sei die rund 24 Jahre jüngere Baronesse Elisabeth eben schneller wieder zu Hause. Und auch er wollte nach Dienstreisen immer wieder schnell zurück bei seiner Familie sein.

Der Unternehmer sagt, Familie sei ihm das Wichtigste. Er habe spät geheiratet, war lange Zeit sehr erfolgreich Junggeselle, um dann mit über 40 Jahren festzustellen, dass man nur erfolgreich ist, wenn man nicht nur beruflich durchstarte, sondern auch Familie habe. Gesagt, getan. Von diesem Zeitpunkt an zählten nicht nur lange Beine, sondern „man schaute sich anders um“. Auch hier macht er Nägel mit Köpfen. Die Baronesse sah er, sie gefiel ihm , er umwarb sie, mit Erfolg. Bis heute. Seine Frau und die beiden Kinder arbeiten für Trigema, so habe er es sich immer gewünscht. Der Sohn, Wolfgang junior, wird sein offizieller Nachfolger in allen Positionen als persönlich haftender Inhaber, die Tochter Bonita lediglich Mitglied der Geschäftsführung, seine Frau bleibt Gesellschafterin. Zusammen arbeiten die vier laut Grupp in einem Großraumbüro, nicht, „um meine Familie zu überwachen“, wie er beteuert, aber er brauche sie bei allen seinen Entscheidungen.

Nur langjährige Mitarbeiter haben Aussicht auf Chefposten bei Trigema

Beachtlich ist auch, dass die Trigema-Führungsriege neben der Familie nur aus Menschen besteht, die schon Jahre und Jahrzehnte bei Trigema gearbeitet und sich verdient gemacht hätten. Ein Manager von außen? Für Grupp unvorstellbar. Auch hier sind wieder deutliche Parallelen zu dem Konzern mit dem großen W sichtbar. Bereits bei seinen Eingangsworten macht Grupp denn auch deutlich, welch hohen Stellenwert Reinhold Würth bei ihm genießt: „Er war und ist all die Jahrzehnte ein großes Vorbild für mich gewesen.“

Auch der Mut, Entscheidungen gegen die Mehrheit zu treffen, und damit richtig zu liegen, ist entweder Glück oder Intelligenz und manchmal auch beides. Während den Corona-Pandemie-Jahren produzierte Trigema voll durch und machte ihre Lager voll, sie gingen nicht in Kurzarbeit. Grupp blickte optimistisch in die Zukunft. Die Ware wird irgendwann verkauft werden. Corona wird irgendwann vorbei sein. In Corona dann ein Großauftrag zur Produktion von 2,5 Millionen Stoffmasken.

Nachklapp-Gespräche mit der jungen Würth-Führungsriege

Als Chef fuhr auch schon mal persönlich zu Großkunden wie Aldi. Die Firmenleitung zeigte sich verblüfft darüber, dass der Trigema-Chef persönlich vorbeikam, um die Aufträge zu verhandeln – aber sie seien positiv überrascht gewesen. Laut Grupp bescherte ihm Aldi einen Umsatzzuwachs um satte 36 Millionen Euro.

Trigema produziert derzeit täglich laut Grupp zwischen und 20.000 und 30.000 Teile. Ihre Stärken seien Flexibilität und Schnelligkeit. Der Produktionsumsatz lag 2023 bei 80 130 Millionen Euro, davon 70 Millionen Euro Lohnkosten. Die Wertschöpfungsquote liege bei satten 80 Prozent. Grupp macht so souverän Eigenwerbung, dass es nicht verwunderlich ist, dass er nach seinem Vortrag noch intensiv ins Gespräch kommt mit der jungen Würth-Führungsriege. Würth Modyf bietet schließlich auch Textilkleidung zum Kauf an. Vielleicht heißt der nächste Produzent dafür ja Trigema.




Bauern setzen originelles Zeichen gegen die derzeitige Politik

Zum Ende der Protestwoche beleuchten die Landwirte im Hohenlohekreis im wahrsten Sinne des Wortes noch einmal alles. Am Donnerstagabend, den 11. Januar 2024, gab es ein Meer an Traktorenlichtern in den Weinbergen auf Höhe von Niedernhall und Ingelfingen zu sehen.

Das Weinberg-Leuchten geht am Sonntag in die nächste Runde. Diverse Flyer kündigen die Protestaktionen in den sozialen Medien an. Dabei wollen jedoch die Bauern, etwa in Forchtenberg, um 19 Uhr ihre Lichter ausschalten, während die Bevölkerung wiederum aufgerufen wird, ihre Lichter und Scheinwerfer auf der quasi gegenüberliegenden städtischen Seite anzuschalten, als Zeichen dafür, so die Landwirte, „dass regionale Landwirtschaft nur gemeinsam mit euch funktioniert und die nächste Generation eine Zukunft hat“.

In Öhringen wiederum laden die Landwirte zu einem Schlepperkonvoi für die jüngsten Traktorfahrer ein. Los geht es um 14 Uhr auf dem Parkplatz der alten Turnhalle.

Hintergrund

Die Landwirte protestieren derzeit massiv gegen die unlängst beschlossenen Subventionskürzungen der Ampel-Regierung. Die deutsche Regierung gerät bezügliches Ihres Haushaltes immer mehr in eine Schuldenfalle. Insbesondere die Coronajahre, der Klimawandel und die beiden Kriege in der Ukraine und im Gazastreifen haben die Schuldenlage Deutschlands weiter massiv verschlechtert. Daraufhin hat die Bundesregierung nun einige Kürzungen im neuen Haushaltsetat beschlossen.

Die insbesondere von der Grünen-Regierung Befürchtung einer Unterwanderung der Bauernproteste durch Rechtsextreme ist ausgeblieben. Rainer Wendt von der Polizeigewerkschaft sagt in einem Videointerview mit der WELT deutlich, was er von einem derartigen Vorbeschuldigungen der Regierung gegenüber den Bauern hält.

Am Donnerstagabend leuchteten die Weinberge durch die Lichter der Traktoren, die sich dort versammelt hatten und ein Zeichen setzen wollten. Foto: privat

Am Donnerstagabend leuchteten die Weinberge durch die Lichter der Traktoren, die sich dort versammelt hatten und ein Zeichen setzen wollten. Foto: privat




„In Gesprächen mit den Fraktionen bin ich darin bestärkt worden, mich zu bewerben“

Ian-Vincent Schölzel hat seinen Hut in den Ring geworfen um den Posten des Landrats, der im Hohenlohekreis im April 2024 frei wird (wir berichteten). Denn Dr. Matthias Neth wird dann der neue Sparkassenpräsident.

Erste Informationen lieferte der 47-Jährige in einer Pressemeldung an lokale und regionale Nachrichtenportale. Nun gab er GSCHWÄTZ ein erstes Interview (in schriftlicher Form).

Herr Schölzel, wie sind Sie auf die Nachfolgesuche aufmerksam geworden?

Von Freunden und Bekannten aus dem Hohenlohekreis bin ich darauf angesprochen worden. In Gesprächen mit den Fraktionen bin ich dann darin bestärkt worden, mich auf die frei werdende Stelle des Landrats des Hohenlohekreises zu bewerben.

Haben Sie persönlich Verbindungen zum Hohenlohekreis (Verwandte, Freunde, Kreisräte)?

Wir haben im Hohenlohekreis Freunde und Bekannte. Einer meiner besten Freunde beispielsweise hat in Künzelsau studiert und ist heute im Hohenlohischen beschäftigt. Meine Frau ist Modedesignerin und war viele Jahre in der Textilbranche tätig, unter anderem auch für Firmen aus der Hohenlohe. Meine Schwester war einige Zeit im Rahmen des Klasse-2000-Programms an der Anne Sophie Schule aktiv.

Welche Sehenswürdigkeiten gefallen Ihnen im Hohenlohekreis besonders? 

Wir waren ja schon öfter an verschiedenen Orten im Hohenlohekreis. Von daher gibt es ganz Vieles, das uns als Familie begeistert hat. Mir kommt sofort der landschaftliche Reiz in den Sinn. Der Blick von Waldenburg über die Hohenloher Ebene, die vielen Burgen und Schlösser, das Kloster Schöntal, die Kunstmuseen und der Skulpturengarten in Künzelsau, der Öhringer Hofgarten. Es gibt also Vieles, was der Hohenlohekreis an Sehenswürdigkeiten zu bieten hat und was mir und meiner Familie gefällt.

Kennen Sie den bisherigen Landrat Herr Neth persönlich?

Wir beide haben uns bis zu meiner Bewerbung nicht gekannt. Mittlerweile haben wir uns schon ein paar Mal miteinander ausgetauscht.

Was sehen Sie als die drei dringendsten Aufgaben an, die in den kommenden Jahren für den Hohenlohekreis anstehen?

Die aktuelle Haushaltslage ist alles andere als rosarot. Von daher besteht hier sicherlich ein großes Aufgabenfeld. Des Weiteren wird der Neubau des Kreishauses für die kommenden Jahre eine gewichtige Aufgabe darstellen. Ich sehe auch die Themen Digitalisierung und Fachkräftebindung beziehungsweise -gewinnung, sowie die Weiterentwicklung der beruflichen Schulen, die Stärkung des Wirtschaftsstandortes und den Klimaschutz als wichtige Aufgaben in den nächsten Jahren an.

Noch eine persönliche Frage: Was zeichnet Sie als Mensch aus?

Es ist natürlich immer schwierig, sich selbst zu beschreiben. Wenn Sie Freunde und Kollegen von mir befragen würden, könnte ich mir vorstellen, dass sie Folgendes antworten: Er ist bodenständig und ein großer Familienmensch, glücklich verheiratet und stolzer Papa von drei Kindern. Er ist von Grund auf Optimist, packt gerne Dinge an, ist vorausschauend, offen für neue Ideen und scheut sich auch nicht vor unangenehmen Entscheidungen. Er ist und war immer jemand, der den direkten Kontakt zu den Menschen gesucht hat – weil es ihm wichtig ist, zu wissen, was die Menschen bewegt. Ihm ist ein wertschätzender Umgang sehr wichtig.

Herr Schölzel, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Die Fragen wurden schriftlich an Herrn Schölzel gestellt. Herr Schölzel hat schriftlich geantwortet.

> Transparenzgebot für einen sauberen Journalismus




Große Containeranlage für Geflüchtete

Die Stadt Ingelfingen plant eine große Containeranlage für Geflüchtete. Das geht aus einer Mitteilung im städtischen Amtsbooten hervor.

Die Containeranlage soll zwischen der Mariannenstraße und dem Kelterweg errichtet werden. Hierkönnten bis zu 128 Personen eine Zuflucht finden.

Im Zuge des Ukrainekrieges haben sich in Deutschland die Länder und Kommunen darauf verständigt, dass jeder Landkreis ein gewisses Kontingent an Flüchtlingen aufzunehmen hat. In Öhringen gelingt dies derzeit nur, indem die Sporthalle dafür freigeräumt wurde. Die Stadtverwaltung in Ingelfingen möchte ihre Sporthalle, die Heinrich-Ehrmann-Halle, dafür eher nicht zur Verfügung stellen, sondern bevorzugt eine Containeranlage ähnlich der Anlage im Nachbarstädtchen Niedernhall.

Zweigeschossige Containeranlage

Die Containeranlage soll zweigeschossig gebaut werden. Es wird mi einem Flächenbedarf von mindestens 4 und maximal 7 Quadratmeter pro Person gerechnet. Je nach Zuweisungslage kann ein Wohncontainer mit maximal vier Personen belegt werden.

6 Monate bis zu mehreren Jahren

Es werden damit bis zu 80 Plätze für den Hohenlohekreis geschaffen hinsichtlich der vorläufigen Erstunterbringung von Flüchtlingen (VU), sprich, ähnlich wie im ehemaligen Krankenhaus in Künzelsau bedeute dies eine Erstunterbringung für die ersten sechs Monate, für die der Hohenlohekreis sorgen muss. Zudem werden damit zugleich bis zu 48 Plätze für die Anschlussunterbringung (AU) geschaffen, für die sich die Stadt Ingelfingen verpflichtet hat.

Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis

Der Hohenlohekreis pachtet hierfür einen Teil des Grundstücks von der Stadt für vorerst drei Jahre, mit einer einmaligen Verlängerungsoption auf zwei weitere Jahre. Die Stadt Ingelfingen wiederum mietet die Container für die Flüchtlinge bezüglich der AU. Die Anlage soll 2024 bezugsfertig sein.

Zuständig für die Unterhaltung der Anlage als auch für die Betreuung der Personen ist der Hohenlohekreis und die Stadt jeweils getrennt für ihren Anteil, der Hohenlohekreis für die Flüchtlinge der VU, die Stadt Ingelfingen für die Flüchtlinge der AU.

Als Integrationsmanagerin des Deutschen Roten Kreuzes ist für Ingelfingen Gerda Müller zuständige, die ihr Büro im Rathaus hat.

Die Planunterlagen für die Containeranlage kann noch bis Freitag, den 03. November 2023, im Rathaus im 2. Stock, Vorzimmer Bürgermeister, zu den üblichen Öffnungszeiten eingesehen werden.