Ohne Maske unterwegs zu sein, ist kaum noch denkbar in diesen Zeiten. Auch in der Schule ist das Maskentragen zum festen Bestandteil geworden – sowohl für die Schüler als auch für die Lehrer. In Schulen gilt die Maskenpflicht ab dem Betreten des Schulgeländes. Sobald man seinen festen Platz im Unterrichtsraum verlässt, gilt es, eine Maske zu tragen: auf den Gängen, in der Mensa und auf dem Pausenhof. Die einzige Ausnahme ist im Klassenraum am festen Sitzplatz und beim Essen. Außerdem achten die Schulen sehr stark darauf, dass sich die Klassen in den Pausen nicht vermischen und durchgängig in der gleichen Konstellation bleiben, um eine Infektionskette zu verringern. Deswegen hat jede Klasse einen fest zugewiesenen Pausenbereich, indem sich auch nur diese Klasse aufhalten darf. An den Bushaltestellen allerdings gibt es diese getrennten Bereiche nicht.
Die Regierung ist überzeugt davon, dass die Maskenpflicht in Schulen sinnvoll ist. Doch sehen die Schüler das ebenfalls so?
„Konzept nicht ganz durchdacht“
„An sich ist es schon gut“, meint Anna-Lena Frank aus Bieringen. „Aber wenn man durchgehend in der gleichen Klasse ist und man sie im Unterricht abnehmen darf, ist das Konzept nicht ganz durchdacht, da Schüler untereinander ohne Maske Kontakt haben, aber während der Pause in der eigenen Klasse trotzdem eine Maske tragen müssen.“ Dennoch trägt die 15-Jährige die Maske nach den geltenden Vorschriften, denn auch wenn sie das Konzept manchmal nicht nachvollziehen kann, möchte sie helfen, eine Infektionskette zu unterbrechen.
„Ich möchte keinen durch mein leichtsinniges Handeln gefährden“
Auch für Nico Köhler aus Niederstetten ist es wichtig, sich an die Maskenregeln zu halten. Für den 15-Jährigen ist das Thema Corona nach wie vor aktuell: „Man hört jeden Tag etwas über Corona und die Zahlen steigen wieder. Ich persönlich merke Corona sehr stark an den noch vorhandenen Einschränkungen, aber für mich ist das Thema generell auch immer aktuell, denn meine Eltern haben ein Altenheim.“ Da alte und schwache Menschen zur Risikogruppe zählen, „trage ich meine Maske zuverlässig, denn ich möchte keinen durch mein leichtsinniges Handeln gefährden.“ Der Zehntklässler berichtet auch, dass er die Maske nicht nur in der Schule zuverlässig trägt, sondern auch außerhalb, wenn er sich in geschlossenen Räumen befindet.
„Anstrengend beim Atmen und Kopfschmerzen sind die Folge“
„Man gewöhnt sich an das Maskentragen, aber schön ist es nicht“, ist die Meinung von Louis Siller aus Geddelsbach. „Mit der Zeit ist es anstrengend beim Atmen und Kopfschmerzen sind die Folge.“ Auch der 16-Jährige sieht es kritisch, die Maske in der Pause zu tragen, wenn man sich in seiner Klasse befindet und davor ohne Maske Kontakt hatte. Dennoch hält er sich an die Maskenpflicht, „um andere und mich zu schützen.“
„Menschliche Aufpasser finde ich nervig“
Eine ganz andere Meinung hat Jana Tscherpel aus Schwäbisch Hall. Die 15-Jährige hält die Maskenpflicht für eine Zumutung, da sie wenig effektiv sei, weil die meisten nur einen „Stofffetzen vor dem Mund“ hätten. „Die Maskenpflicht ist ein Eingriff in mein Freiheitsrecht, sie beschränkt meine Freiheit. Wenn ich mich gefährden will, ist das meine Entscheidung.“ Auf die Frage, ob sie nicht Angst habe, andere damit zu gefährden, antwortet sie: „Diejenigen, denen ich schaden könnte, tragen selbst die Verantwortung für sich und können sich mit einer richtigen FFP2-Maske schützen.“ Jana möchte selbst entscheiden, ob und wann sie eine Maske trägt. „Menschliche Aufpasser“ findet sie nervig. Damit meint sie Menschen wie etwa Mitschüler, die keine Berechtigung dazu hätten, sie zurechtzuweisen und auch nicht dafür zuständig seien. Sie persönlich habe auch keine Angst vor Corona, wie sie betont: „Ich sehe das Coronavirus wie ein Grippevirus und bei der Grippe muss man auch keine Maske tragen.“ Obwohl sie keine Angst hat, ist das Thema Corona für sie präsent: „Man kann Corona nicht abschreiben, aber durch die Medien bleibt es eben auch aktuell. Ich denke aber, dass die öffentlichen Medien übertreiben. Man hat das Gefühl, dass sie das Virus schlimmer darstellen, als es ist und Angst verbreiten.“
„Verschärfte Maskenpflicht finde ich gut“
„Entweder sollte man die Maske ganz tragen oder gar nicht, aber so wie es gerade ist, bringen sie nicht viel“, ist das Statement von Benjamin Vogel (15) aus Künzelsau. „Jedoch finde ich die Maskenpflicht gut, da ich nicht weiß, wer Corona hat und ich kein Risiko eingehen will, deswegen trage ich die Maske zuverlässig.“
Seit Montag, den 19. Oktober 2020, gibt es noch strengere Maskenregeln. Das hat das Regierungspräsidium in Baden-Württemberg beschlossen. Nun müssen die Schüler und Lehrer die Maske auch im Unterricht tragen. „Ich finde es gut, dass man jetzt die Masken auch im Unterricht tragen muss, weil ich es ein bisschen schwachsinnig finde, zu sagen: Ihr tragt die Masken hier, aber dort wieder nicht. Und dann haben wir auch noch zusammen Schwimmen – ohne Masken. Das Problem ist, dass sich die meisten nur in der Schule so konsequent an die Maskenpflicht halten, aber außerhalb nicht.“
Die Maskenpflicht in Schulen sorgt derzeit für viel Gesprächsstoff und Diskussionen. Die Meinungen hierzu gehen weit auseinander. Wie nun das verschärfte Konzept, das die Maskenpflicht ab der fünften Klasse nun auch im Unterricht und nicht nur auf den Fluren vorsieht, ankommt und was es alles für neue Probleme mit sich bringt, wird sich im Laufe der nächsten Wochen herausstellen.
Text: Cora-Lee Pusker (15)