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Workout mit Wendy

Am 29. September 2018 ist das erste große Workout Festival in Künzelsau. GSCHWÄTZ-Praktikantin Wendy Schawuppke hat sich mit den Workout-Machern Dennis Göller und Lea Richter auf dem Sportgelände Prübling schon mal darauf vorbereitet.

Die Muckis in den Oberarmen sind bei GSCHWÄTZ-Praktikantin Wendy Schawuppke eher zu Winke-Winke-Armen verkümmert. Foto: GSCHWÄTZ

Für Anfänger und Fortgeschrittene

No sports, just fun – das ist eigentlich das Motto von unserer Praktikantin, die schon seit zehn Jahren kein Fitnessstudio mehr von innen gesehen hat. Nun muss sie also ran auf dem Sportgelände Prübling und testet unter strenger Anleitung der Fitnesscoaches Dennis Göller und Lea Richter, wieviel Sportskanone noch in ihr steckt.

„Gemeinsam trainiert es sich am besten“, lautet das Motto von Lea Richter und Dennis Göller. Daher haben sie auch das Workout Festival ins Leben gerufen. Trainer jeder Altersklassen werden die Besucher anleiten und trainieren – es gibt verschiedene Fitnesslevel und auch ganz unterschiedliche sportliche Angebote – von Yoga über Pilates bis hin zu Tai Bo.

„Jeder kann hier mitmachen, egal, welches Leistungslevel. Es spielte keine Rolle, ob jemand Anfänger oder Fortgeschrittener ist“, betont Lea Richter. „Es gibt unterschiedliche Bühnen mit unterschiedlichen Workouts und unterschiedlichen Trainern. Und man kann die Workouts untereinander auch einfach wechseln.“

Fitnesscoach Dennis Göller weist Wendy genau an, wie die Übungen auszuführen sind. Foto: GSCHWÄTZ

Wendys Trainingsplan

Unsere Praktikantin Wendy merkt beim Workout sehr schnell, wo ihre Grenzen und Schwachstellen sind. Der Rücken scheint durchzubrechen, ein Zeichen von viel Büroarbeit und wenig Rückenmuskulatur, vor allem im unteren Rückenbereich, wie Dennis Göller erklärt.

GSCHWÄTZ-Praktikantin Wendy Schawuppke nach dem Workout. Foto: GSCHWÄTZ

Smoothis, Sportriegel, DJ, Sportfrisuren und Gespräche mit Sportlern

Am Workout Festival selbst erwartet die Besucher nicht nur Sport, Sport, Sport, sondern auch leckere selbst gemacht Smoothies und Musik von DJ DomAir. Wer Lust hat, kann sich von den Frisören Zoi aus Ingelfingen oder Nikos Frisöre aus Künzelsau Sportfrisuren machen lassen, sich durch verschiedene Sportriegel probieren oder eine Körperfettanalyse machen lassen. Es gibt Gespräche mit Sportlern. Die AOK ist mit einem Gerät vor Ort, bei dem die Besucher testen können, wie sich Schwerelosigkeit anfühlt. Auch Fitnessgeräte der etwas anderen Art, wie der Kettlebell, können in einem Workshop getestet werden.

Prominente Unterstützer sind ebenfalls vor Ort, unter anderem das Feel-well in Künzelsau, Dance Instructor Gabriella Gomez und das Niedernhaller Karatezentrum Sarantoudis.

Jetzt anmelden

Anmelden kann sich jeder ab sofort auf der Internetseite: http://www.workoutcoaches.de

Lasst die Spiele beginnen.

 

 

 




Die alte Fraa kommentiert den Wegzug von Mustang und was das Ganze mit Berner und Würth zu tun hat

Die alte Fraa von drobbe de Höh‘ kommentiert den Wegzug von Mustang von Künzelsau nach Schwäbisch Hall und kann sich auch einen Seitenhieb auf Berner nicht verkneifen, die mit ihrer Führungselite von Garnberg nach Köln gewandert sind…was das Ganze mit Würth zu tun hat, erfahren Sie im Video.

GSCHWÄTZ – Das Magazin – Wir lieben unser Ländle – auch als Abo direkt in den Briefkasten – www.gschwaetz.de

 




Psychologische Tests mit Flüchtlingen

Am Donnerstag, den 12. Juli 2018, stellte das Integrationsnetzwerk Hohenlohe-Main-Tauber (INW) beim regionalen Fachtag 2018 in Künzelsau die ersten Zwischenergebnisse für die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt, Ausbildung und Schulbildung vor.  Es handelt sich dabei um ein Kooperationsprojekt der Landkreise Hohenlohe und Main-Tauber. Die ersten Ergebnisse zeigen: Psychologische Tests helfen nur bedingt bei der Weitervermittlung in das Berufsleben.

Das Publikum am regionalen Fachtag des INW.
Foto: GSCHWÄTZ

Das Projekt kostet 2,6 Millionen Euro. Davon finanziert der Bund 90 Prozent, die restlichen 10 Prozent finanziert der INW durch Eigenleistung. Die beiden Landkreise müssen bis zum 31. Dezember 2019 840 Teilnehmer in das Projekt aufnehmen, so die Vorgabe des Bundes. Ende 2017 wurden laut der Projektleiterin Dr. Silvia Elisabeth Keller 707 Flüchtlinge aufgenommen. Somit müssen bis Ende 2019 noch 133 Personen hinzukommen. Das sei laut Keller zu schaffen.

„Wir wollten die kognitiven Fähigkeiten der Flüchtlinge herausfinden“

In ihrem Vortrag stellte die Projektleiterin nicht nur die Ziele, sondern auch zwei Modellprojekte vor. „Caidancer-R“ ist ein Projekt, in dem ein psychologischer Test mit den Flüchtlingen durchgeführt wurde, um deren IQ zu messen. Es wurden 100 Tests für beide Landkreise eingekauft und umgesetzt. Keller erklärt: „Der Anspruch war: Wir wollten herausfinden, was die kognitiven Fähigkeiten, Eigenschaften und Interessen von Flüchtlingen sind. Ziel sei es gewesen, es eine objektive Auswertung zu erreichen“, und zwar, welcher Beruf zu wem am besten passt. Die Tests enthielten wegen der eventuell hohen Sprachbarrieren wenig Sprachelemente, sie erhielten stattdesssen viele Piktogramme (Informatiosvermittlung durch vereinfachte grafische Darstellung).“ Die Teilnehmer sollten die Aufgaben selbstständig am Computer lösen. Keller und ihr Team haben jedoch festgestellt, dass der Test trotzdem erklärungsbedürftig gewesen sei. „Piktogramme wurden teilweise falsch gedeutet. Es ist ein anderes Verständnis. Viele Menschen haben auch keinen vergleichbaren anerkannten Berufsschulabschluss mitgebracht.“ Dadurch landeten viele Teilnehmer am Ende bei demselben Ergebnis: Beruflich seien sie im „Helfer-Bereich anzusiedeln“. Darunter fallen Hilfstätigkeiten, etwa im Lager, in der Produktion oder im Handwerk.

Projekt „Mein Ordner“

Ein weiteres Modellprojekt ist „Mein Ordner“. Das INW kaufte 1.600 Ordner, die bei Beratungsgesprächen, beim Jobcenter und von Ehrenamtlichen an Flüchtlinge verteilt wurden. Die Flüchtlinge sollen darin wiederum wichtige Dokumente aufbewahren.

Modellprojekt „Mein Ordner“.
Foto: GSCHWÄTZ

Kurse, um auf den Führerschein vorzubereiten

Dem INW steht ein Ausschreibungs-Budget zur Verfügung, somit kann das INW ergänzende Angebote zum Regelsystem schaffen. „Wir haben Vorbereitungskurse für Führerscheine ermöglicht. Wir haben keine Führerscheine finanziert, sondern wir haben hier eine Hinführung zum Führerschein ermöglicht, in dem hier fachbezogener Deutschunterricht vermittelt wurde“, erklärt Keller. Die Verkehrsregeln wurden unter anderem erklärt und auch, wie die Fragebögen auszufüllen seien.

Im Hohenlohekreis und im Main-Tauber-Kreis befinden sich laut Keller insgesamt 2.714 Flüchtlinge (Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum Oktober 2015 – Juni 2018). Das INW hat nach eigenen Aussagen 235 Flüchtlinge vermittelt – 39 in Schulen, 27 in Ausbildung und 169 in Arbeit. Aber auch durch Eigeninititiative haben die Flüchtlinge eine neue Aufgabe gefunden, so Keller.

„Die größten Hürden sind die Sprache sowie fehlende Fachkenntnisse im Vergleich zu deutschen Standards“

Das Jobcenter des Hohenlohekreises hat 360 Flüchtlinge in Arbeit vermittelt (Zeitraum: 2015 bis Mai 2018. Stand: 12. Juli 2018). Das geht aus einer Antwort auf unsere Anfrage an das Landratsamt des Hohenlohekreises  hervor. „Die vermittelten Arbeitsstellen waren hauptsächlich im gewerblichen Helferbereich, insbesondere im Lager, in der Produktion und im Handwerk. Bei nicht reglementierten Berufen, wie zum Beispiel im Büro oder im Handwerk auf Gesellenebene kann ein direkter Einstieg ins Berufsleben erfolgen. Hier entscheidet der Arbeitgeber über eine Einstellung. Bei reglementierten Berufen wie zum Beispiel Erziehung, Pflege, Ingenieure, Ärzte ist eine Anerkennung des bisherigen Abschlusses notwendig. Hier wird von staatlicher Seite, meist Regierungspräsidium, eine Gleichwertigkeitsprüfung vorgenommen. Dann gibt es entweder eine vollständige Anerkennung, eine teilweise Anerkennung oder keine Anerkennung“, heißt es in der Presseerklärung. Aber nicht nur die deutsche Bürokratie verzögert einen leichten Einstieg in das Berufsleben. „Die größten Hürden bei der Vermittlung von Geflüchteten sind die Sprache sowie fehlende Fachkenntnisse im Vergleich zu deutschen Standards“, so das Landratsamt.

 




Video-Umfrage von GSCHWÄTZ-Reporter Dr. Felix Kribus

„Trekkingrunde durch Nepal“ – Umfrage: Wo geht‘s in den Urlaub hin?

Mallorca, Kreta und Bali – das sind die Topreiseziele in diesem Jahr. Ägypten und Tunesien anstatt der Türkei, da derzeit politisch zu unsicher. Oder eine Woche Kroatien für 376 Euro? Rhodos alles inklusive – für schlappe 924 Euro! Die Deutschen waren mal Reiseweltmeister. Jetzt haben die Chinesen uns den Rang abgelaufen. Die Reisen sind längst gebucht. Kurzentschlossene nehmen, was noch bleibt. Und das entpuppt sich sogar zeitweise als Schnäppchen. Immerhin machen 26 Prozent der Deutschen Urlaub im eigenen Land. Und wohin fahren die Hohenloher ? Was ist ihr aktuelles Reiseziel für die kostbarsten Tage im Jahr? Videoreporter Felix Kribus lag wieder auf der Lauer und hat vorwiegend Frauen zugehört, wohin die Reise geht. Die meisten Männer bleiben angesichts der nahenden Fussball-WM wohl zu Hause.

 

 

Die komplette Umfrage können Sie nachlesen in unserer gedruckten Juni-Ausgabe 2018 – ab sofort in unseren Verkaufsstellen erhältlich – oder als Abo direkt in Ihren Briefkasten. Einfach über unseren Online-Shop oder telefonisch bestellen: +49 (0)7940 93 55 57 44.

// Wir lieben unser Ländle //

// Fotos & Video: Dr. Felix Kribus




Geschäftsführer Jürgen Schopf verlässt Hohenloher Krankenhaus

// Chef der Seniorenbetreuung, Herbert Trudel, wird künftig kaufmännischer Direktor

Nach der einstimmigen Entscheidung des Kreistages für eine strategische Zukunftspartnerschaft mit der BBT-Gruppe am 21. März haben das Kartellamt, das Regierungspräsidium und zuletzt auch die Zusatzversorgungskasse (ZVK) ihre Zustimmung gegeben. Damit sind alle sogenannten „aufschiebenden Bedingungen“ erfüllt. Bei der Gesellschafterversammlung am 14. Mai 2018 in Öhringen war die Barmherzige Brüder Trier gGmbH erstmalig als neuer Mehrheitsgesellschafter der Hohenloher Krankenhaus gGmbH und der Hohenloher Seniorenbetreuung gGmbH vertreten. Die Gesellschafter bestellten Dr. Albert-Peter Rethmann, Matthias Warmuth, Werner Hemmes und Andreas Latz als neue Geschäftsführer. Gemeinsam mit Landrat Dr. Matthias Neth dankten sie Jürgen Schopf, der nach dem Ausstieg der HK aus der Regionalen Gesundheitsholding Heilbronn-Franken (RGHF) diese Funktion seit Februar 2017 im Rahmen eines Managementvertrages für die Hohenloher Krankenhaus GmbH übernommen hatte.

„Herr Schopf hat die Geschäftsführung der Hohenloher Krankenhaus gGmbH in einer schwierigen Übergangsphase übernommen und in den vergangenen Monaten mit großer Umsicht und Verantwortung den Betrieb des Krankenhauses gesichert und damit einen gedeihlichen Übergang der Geschäftsführung auf die BBT Gruppe ermöglicht“, betonte Landrat Dr. Neth. „Dafür danke ich ihm ausdrücklich im Namen des Landkreises und aller Mitarbeitenden.“

Der bisherige Geschäftsführer der Hohenloher Seniorenbetreuung gGmbH, Herbert Trudel, wird entsprechend der Führungsstrukturen in der BBT-Gruppe künftig als kaufmännischer Direktor in der Verantwortung für die Senioreneinrichtungen stehen.

Am Nachmittag luden die Gesellschafter die Mitarbeitenden der Krankenhäuser und Senioreneinrichtungen zu einer ersten Begegnung in das Limescasino am Standort in Öhringen ein. Als Zeichen für das Zusammenwachsen und die gemeinsame Zukunft aller Häuser in der Region bepflanzten sie einen Blumenkübel. „So wie wir heute gemeinsam die ersten Samen aussäen, so wünschen wir uns, dass auch unsere Zusammenarbeit Wurzeln schlägt und weiter wächst“ erläuterte Regionalleiter Thomas Wigant. „Seit heute sind wir auch offiziell verantwortlich und werden uns nun gemeinsam mit den Führungskräften und Mitarbeitenden auf dem Weg machen, für die anstehenden Aufgaben gute Lösungen zu finden“ ergänzte Regionalleiter Thomas Weber zum Abschluss des Begrüßungsempfangs in Öhringen.

Eine ausführliche Vorstellung der BBT-Gruppe ist bei den Betriebsversammlungen ist am 16. und 17. Mai 2018 vorgesehen, heißt es in der Pressemitteilung der BBT-Gruppe.

 

Quelle // Pressemitteilung der BBT-Gruppe

 

// BBT-Gruppe //

Die BBT-Gruppe ist mit mehr als 80 Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens, über 11.000 Mitarbeitenden und ca. 900 Auszubildenden einer der großen christlichen Träger von Krankenhäusern und Sozialeinrichtungen in Deutschland. Ausführliche Informationen zur BBT-Gruppe sowie zu den neuen Geschäftsführern finden Sie im Pressebereich auf unserem Internetportal www.bbtgruppe.de oder erhalten Sie gerne bei den Pressestellen der Zentrale und der Region Tauberfranken-Hohenlohe.

 

// Fotos //

(1) Die Regionalleitung der BBT-Region Tauberfranken-Hohenlohe und die neuen Geschäftsführung des Hohenloher Krankenhauses und der Hohenloher Seniorenbetreuung zusammen mit Landrat Dr. Mathias Neth: (v.l.n.r.): Thomas Weber (Regionalleiter), Thomas Wigant, (Regionalleiter), Andreas Latz (Geschäftsführer), Matthias Warmuth (Geschäftsführer), Landrat Dr. Matthias Neth, Dr. Albert-Peter Rethmann (Geschäftsführer), Werner Hemmes (Geschäftsführung)

(2) Begrüßungsempfang: Landrat Dr. Matthias Neth und Geschäftsführer Matthias Warmuth mit Mitarbeitenden bei der Bepflanzung eines Blumenkübels als Zeichen für die zukünftige Zusammenarbeit.

 

Fotos // BBT-Gruppe; GSCHWÄTZ

 




Warum trinken Männer am Vatertag so viel Bier?

// Neue Idee von „Naturerfahrung“

Auch in vielen Teilen im Hohenlohekreis werden heute wieder viele Gruppen mit – manchmal noch selbst gebautem – Bollerwagen, einem Kasten Bier und Grillgut losziehen, um den Vatertag, der immer auf Christi Himmelfahrt fällt, zu feiern.Christi Himmelfahrt ist immer am 40. Tag nach Ostern.

 

Doch wie kam es überhaupt zu dieser Tradition? Der MDR war dem Vatertag auf der Spur und schreibt hierzu:

„Im 19. Jahrhundert beginnen die Herrenpartien, die eine neue Idee von Naturerfahrung darstellten“, erklärt Dagmar Hänel von der Volkskundeabteilung des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte. „An Sonn- und Feiertagen gingen die Männer raus in die Natur, hatten Spaß und tranken auch Alkohol.“ Der Vatertag war geboren.

 

// Freizeitverhalten wird eingeübt //

 

Die Entstehung der Herrenpartie fällt in die Zeit der Industrialisierung und der Entwicklung einer neuen Freizeitgesellschaft, erläutert der Kulturwissenschaftler Gunther Hirschfelder von der Universität Regensburg. „Es sind Arbeiterschichten, die ein bürgerliches Freizeitverhalten einüben“, so Hirschfelder. „Ab 1870 nimmt diese Herrenpartie eine gewisse Eigendynamik und wird zu der heutigen Vatertagsform.“

Es fand damals ein regelrechter gesellschaftlicher Wandel statt. „Seit dieser Zeit ist gemeinsame Freizeit ein erkämpftes Recht“, sagt Kulturwissenschaftler Hirschfelder. „Unter Bismarck gab es dagegen noch kaum Freizeit.“ Die neu gewonnene Freizeit wussten die Herren sehr gut zu nutzen.

Doch warum sind bei den Touren schon zu Beginn nur Väter dabei? „Im 19. Jahrhundert sind Vereine häufig von Männern dominiert, was man auch an der Tradition der Junggesellenvereine erkennt“, erklärt Volkskundlerin Hänel. „Wenn man Junggeselle ist, heiratet man irgendwann und wird Vater.“ Außerdem diente der Vatertag auch dazu, Jüngere in die Tugenden und Untugenden der Männlichkeit einzuführen. Vornehmlich ging es dabei ums Rauchen, Trinken und die Frauen.

 

// Biergärten sind die Folge //

 

In der Folge entstand auch eine entsprechende Infrastruktur für die Vatertagstouren. „In den Wäldern wurden Ausflugslokale und Biergärten eröffnet“, sagt Volkskundlerin Dagmar Hänel vom LVR-Institut. Der Brauch der feucht-fröhlichen Männerrunde bleibe seitdem bestehen.

In der Nachkriegszeit blieb der Vatertag noch eine richtige Herrenpartie, zumindest bis in die 60er Jahre. Die Herren zeigten dabei eine große Kreativität und besonderen Witz. „Im Laufe der 70er und 80er Jahre wurde das Ganze allerdings etwas altmodisch“, sagt Kulturwissenschaftler Hirschfelder.

In dieser Form wird der Vatertag nur im deutschsprachigen Raum gefeiert. In den USA wird der Vatertag am dritten Sonntag im Juni begangen. Seit 1974 ist der „Father’s Day“ dort ein offizieller Feiertag, an dem die Väter in der Regel Unternehmungen mit ihren Söhnen machen. Auch der US-Präsident hält dann eine Ansprache.

 

// Einer der unfallreichsten Tage des Jahres //

 

Der Vatertag ist übrigens einer der unfallreichsten Tage des Jahres. Er verzeichnet nach Angaben des statistischen Bundesamtes fast drei mal so viele durch Alkohol bedingte Verkehrsunfälle wie im restlichen Jahr. Das ist ein absoluter Rekordwert. Kein Wunder: Viele angetrunkene Männer sind auch mit dem Fahrrad unterwegs.“

 

Mittlerweile wird der Vatertag häufig gemeinsam mit Frauen und Kindern begangen, vielerorts werden Radtouren ohne Bollerwagen gemacht.

 

Den MDR-Artikel mit lustigen Fotos von Männern, die früher und heute am Vatertag feuchfröhlich unterwegs waren, gibt es hier zu sehen:

https://www1.wdr.de/wissen/mensch/vatertag-122.html

 

 




„Man geht in den Wahlkampf, weil man gewinnen möchte“

Video-Interview: Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann über die Höhen und Tiefen seiner Amtszeit und welche Vision er für Künzelsau hat.

Kurz bevor es richtig losgeht mit dem Bürgermeisterwahlkampf in den einzelnen Ortsteilen und der Bürgermeisterwahl am 03. Juni 2018 haben wir am 23. April 2018 mit Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann über seine Zeit als Chef der Kreisstadt und seine Vision für die Zukunft gesprochen.

GSCHWÄTZ: Können Sie sich noch an den Tag vor acht Jahren erinnern, als Sie zum neuen Bürgermeister gewählt wurden?
Neumann: Es war ein sehr heißer Tag damals und es war ein wunderschönes Gefühl.

GSCHWÄTZ: Hätten Sie mit diesem Ergebnis gerechnet?
Neumann: Man tritt schon an, um zu siegen. Man geht in den Wahlkampf, weil man gewinnen möchte. Das war damals der Fall und das ist auch heute der Fall.

GSCHWÄTZ: Wenn Sie zurückdenken an die vergangenen acht Jahre, was waren besondere Momente?
Neumann: Gern erinnere ich mich zurück an die Stadtfeste, denn die sind ein Highlight für Künzelsau und für die gesamte Region. Da kommen Künzelsauer von der ganzen Welt her, um sich dort zu treffen. Was sicher auch ein besonderes Highlight war, war die Eröffnung des Carmen-Würth-Forums. Und auch die Welcome-back-Party mit Alexander Gerst.
Alexander Gerst fliegt bald wieder in den Weltraum. Wie begleitet Künzelsau dieses Ereignis?
Neumann: Wir versuchen, das angemessen zu begleiten. Wir sind ja in Kooperation mit der deutschen Luft- und Raumfahrt. Es wird unter anderem eine Startveranstaltung am Alten Rathaus am 06. Juni 2018 geben.

GSCHWÄTZ: Es gab ja nicht immer Sternstunden in den vergangenen Jahren.Wie haben Sie das Hochwasser 2016 erlebt?
NEUMANN: Das war ein ganz prägendes Ereignis. Bei mir persönlich was es so, dass ich abends noch eine WhatsApp von einer Kollegin bekommen habe, die in Braunsbach [Anm. der Redaktion: Braunsbach wurde am stärksten von dem Hochwasser verwüstet] Theater gespielt hat. Ich habe die Kinder noch ins Bett gebracht. Dann ging auch schon mein Melder los. Ich bin gar nicht mehr über die Kocherbrücke gekommen, weil das Wasser schon so hoch gestanden ist.

GSCHWÄTZ: Was haben Sie dann gemacht?
Neumann: Ich habe das Auto auf dem Gehweg abgestellt und bin zu Fuß zur Feuerwehrwache gelaufen.

Gesundheitsversorgung : „Es war eine unglaublich kräfezehrende Zeit“

GSCHWÄTZ: Wie haben Sie die Zeit erlebt rund um die Schließung des Künzelsauer Krankenhausstandortes?
Neumann: Es ist eine unglaublich kräftezehrende Zeit, die ja auch einen gewissen zeitlichen Vorlauf hat. Das hat ja schon mit meiner Tätigkeit als Aufsichtsrat begonnen und mich über die ganzen Jahre begleitet und begleitet mich ja heute immernoch, denn auch mit der Wahl des neuen Partners, der BBT-Gruppe, ist das Thema ja nicht ausgestanden, sondern es gibt viele offene Fragen, die es noch zu klären gilt und wo wir uns auch einbringen müssen.

GSCHWÄTZ: Wie geht es weiter mit der Gesundheitsversorgung für Künzelsau? Kennen Sie die Konzepte, die angedacht sind?
Neumann: Es gibt Konzepte und Varianten. Diese müssen aber noch ausformuliert werden. Das eine ist, was jetzt auf dem Papier steht, das andere ist, was man am Ende des Tages letztendlich leben kann. Wir können alle keine Lösung gebrauchen, die ein, zwei oder drei Jahre hält, sondern wir müssen Perspektiven auftun. Mit dem neuen Partner haben wir diese Möglichkeit, aber da gehört noch mehr dazu, als der neue Partner.

GSCHWÄTZ: Hohenlohes Landrat Dr. Matthias Neth könnte sich ein medizinisches Versorgungszentraum (MVZ) ähnlich dem in Forchtenberg vorstellen.
Neumann: Ein MVZ kann für mich nur ein Teil der Lösung sein. Es ist sicherlich richtig, dass vermehrt Ärzte ins Angestelltenverhältnis gehen möchten. Aber wir haben ja einen ganzen Komplex zu bespielen, der jetzt da ist. Das MVZ kann ein Kernelement sein, weil wir davon ausgehen, dass der ambulante Bereich gestärkt wird. Wir wollen aber auch die Möglichkeiten nutzen, die es in Künzelsau gibt. Wir haben beispielsweise Operationsmöglichkeiten. Die Frage ist: Kann man das in die Zukunft führen – auch in einem ambulanten Zentrum? Welche Fachrichtung kann man noch hinzugewinnen? Welche gesundheitsnahen Dienstleistungen kann man noch hinzuziehen? Das sind Fragen, sie es noch zu klären gilt, wo aber auch das Sozialministerium sicherlich seinen Teil dazu beitragen kann.

Medien: „Das eine ist, was man über die Medien wahrnimmt, das andere, was im OFF tatsächlich stattfindet.“

GSCHWÄTZ: Manche Bürger bemängeln, dass Sie sich zu wenig für das Krankenhaus Künzelsau eingesetzt haben.
Neumann: Das eine ist, was man wahrnimmt über die Medien und das andere, was im OFF tatsächlich stattfindet – sei es im Kreistag oder in Gesprächen, die wir mit dem Ministerium oder Ärztevertretern führen. Man kann davon ausgehen, dass sich der Bürgermeister und auch andere verantwortliche Personen in die Sache richtig reinknien, weil wir nicht nur ein persönliches, sondern ein städtisches Interesse haben, wie wir das Ganze nun weiterentwickeln. Da kann man sich natürlich an Wörtern stören oder an Meinungen. Aber unsere Aufgabe ist es, verantwortungsbewusst zu handeln und dann auch für die Zukunft einen Nutzen zu stiften. Die Gesundheitsversorgung hört mit der Schließung des Krankenhauses nicht auf und da muss jeder seinen Teil dazu beitragen – auch der Bürgermeister von Künzelsau.

GSCHWÄTZ: Künzelsaus Innenstadt hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Es hat sich einiges getan. Aber dennoch gibt es offene Baustellen, wie etwa das Peka-Areal. Wie geht es da weiter?
Neumann: In den nächsten Monaten werden wir den Kaufvertrag abschließen, der Bauantrag wird eingereicht. Wir haben erst diese Woche die letzten Details besprochen. Ich gehe davon aus, dass es mit der Baustelle ab Herbst und in den Wintermonaten so richtig losgeht. Ab Baubeginn rechnet man mit 18  Monaten Bauzeit, bis alles fertig ist.

GSCHWÄTZ: Ein weiteres großes Vorhaben ist der Neubau des Landratsamtes.
Neumann: Wir machen in diesem Jahr einen städtebaulichen Wettbewerb, um die ideale Stelle fürs Landratsamt zu finden. Es geht nicht nur ums Landratsamt, sondern auch um die Mitarbeiter. Die kommen großteils mit dem Auto. Wir schauen uns daher an, wo ein guter Standort für das Verwaltungsgebäude wäre und wo ein Parkhaus entstehen könnte.

Begrenzter Wohnungsmarkt: „Wir sehen den Trend zum urbanen Wohnen“

GSCHWÄTZ: Wo sehen Sie Künzelsau in den nächsten fünf bis zehn Jahren?
Neumann: Wichtig ist, dass sich Künzelsau positiv weiterentwickelt, dass wir den Schwung, den wir derzeit haben, auch mitnehmen und weiterführen. Künzelsau ist eine sehr lebenswerte Stadt, aber dafür muss man am Ball bleiben.

GSCHWÄTZ: Einige Bürger bemängeln den knappen Wohnungsmarkt.
Neumann: Künzelsau ist gefragt. Wir sehen den Trend zum urbanen Wohnen. Daher schaffen wir Wohnflächen in der Innenstadt. In Gaisbach haben wir eigene Flächen für Geschosswohnungsbau, wo wir modellhaft zeigen wollen, das preisgünstiges Wohnen möglich ist.

Im Rathaus in Künzelsau legen wir Stefan Neumann jeweils zwei Bilder vor, zwischen denen er sich entscheiden muss.

Fußball: VfB Stuttgart oder FC Bayern München?
Neumann: VfB Stuttgart. Ich habe ja bei der Landeshauptstadt Stuttgart angefangen zu arbeiten. Und mein Traum als Verwaltungspraktikant war eine Stelle im gehobenen Dienst im Sportreferat zu bekommen. Das sitzt nämlich direkt im Stadion. Meine Frau ist übrigens Bayern-München-Fan.

Musik: „lieber Après-Ski als Toten Hosen“

Helene Fischer oder Lena Meyer-Landrut?
Neumann: Ich würde mich dann eher für Helene Fischer entscheiden.

Andreas Gabalier oder die Toten Hosen?
Neumann: Ich entscheide mich für Après-Ski und damit Andreas Gabalier.

Dörzbachs Bürgermeister Andy Kümmerle oder Forchtenbergs Bürgermeister Michael Foss?
Neumann: Ich komme mit beiden richtig gut aus. Michael Foss hat bei uns mal ein Praktikum gemacht. In Forchtenberg habe ich auch meine berufliche Laufbahn begonnen. Deshalb entscheide ich mich für Michael Foss.

Landrat Dr. Matthias Neth oder BI-Sprecher Andreas Eckle?
Neumann: Das sind zwei Herren, die ich beide sehr gut kenne und ich komme auch mit beiden gut aus. Ich weiss nicht genau, wie das Innenverhältnis zwischen den Zweien ist. Mit dem Landrat haben wir natürlich viele Berührungspunkte, nicht nur das Krankenhaus, zum Beispiel auch der Neubau das Landratsamtes. Deshalb würde ich mich für Matthias Neth entscheiden.

// Stefan Neumann //

Stefan Neumann (35) wurde am 05. November 1982 in Schwedt geboren. Der Diplom-Verwaltungswirt war Kämmerer von Forchtenberg und Putzbronn, bevor er im Juli 2010 zum Bürgermeister von Künzelsau gewählt wurde. Neumann ist verheiratet und hat drei Kinder im Alter von fünf, drei und eins.
Das Video-Interview mit Neumann wurde in Künzelsau gedreht.

// Gegenkandidaten //

Ob es ein Wahlkampf wird, werden die Bürger am Montag, den 07. Mai 2018, in der Gemeinderatssitzung in Künzelsau erfahren. Dort wird verkündet, ob es Gegenkandidaten gibt und wenn ja, wer es ist.

Die Bürgermeisterwahl in Künzelsau ist am 03. Juni 2018.

Das Interview führte Dr. Sandra Hartmann; Videodreh und Schnitt: Dr. Felix Kribus

Das ganze Interview sowie Fotos vom Videodreh gibt es in unserer aktuellen GSCHWÄTZ-Ausgabe des Monats Mai – jetzt überall im Einzelhandel abonnieren über unseren GSCHWÄTZ-Shop: www.gschwaetz.de/gschwaetz-shop/

 




„Es wurden Fehler gemacht“

// Video-Interview mit Hans-Jürgen Saknus in Künzelsau und im Hotel-Restaurant Nicklass in Ingelfingen.

So rund ging es innerhalb der SPD schon lange nicht mehr – betrachtet man die vergangenen Monate, in der es die SPD in einer Achterbahnfahrt in die Regierung geschafft hat. Wir wollten vom stellvertretenden SPD-Kreisverbandsvorsitzenden des Hohenlohekreises, Hans-Jürgen Saknus, wissen: Wie sehr hat es wirklich innerhalb der Partei gekracht, über Fehler bei der Integration im Ländle, die fragwürdige Bildungs- und Gesundheitspolitik der Landesregierung. Weitere Themen: Warum Trump seiner Meinung nach ein Trampel ist, Jennifer Aniston besser als Angelina Jolie und warum Stefan Neumann Thilo Michler schlägt.

 

GSCHWÄTZ: Sie sind ja schon lange in der Politik tätig. Warum haben Sie sich für die SPD entschieden?

Saknus: Als ich Konfirmand war, hat mir unser Pfarrer gesagt, dass er SPD wählt. Das hat mich stutzig gemacht, weil ich gedacht habe, der müsste doch CDU wählen, wegen dem christlich im Namen. Aber er erklärte mir, dass es auch um Solidarität geht. Das hat sich in der kirchlichen Jugendarbeit fortgesetzt. Hier sind sehr viele mit der SPD verbandelt.

 

GSCHWÄTZ: Die SPD hat sich ja in den vergangenen Monaten bei den zähen Regierungsverhandlungen nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Wo ist eigentlich Martin Schulz abgeblieben?

Saknus: Es sind Fehler gemacht worden und die Fehler hat er auch eingestanden. Er hat zu vehement eine Nein-Politik verfolgt. Er tritt nicht in die Regierung ein. Die SPD geht sofort in die Opposition – was ja auch gut ankam, denn man war auch regierungsmüde. Aber wenn der Bundespräsident sagt, ihr müsst in Koalitionsgespräche gehen und man sich im politischen Wettbewerb aufstellt, dann kann man sich nicht verweigern.

 

GSCHWÄTZ: Also hat sich Ihrer Meinung die richtige Seite durchgesetzt – die alte Garde, die gedrängt hat, in die Regierung zu gehen, gegen die Jusos, die für eine starke Opposition geworben haben?

Saknus: Ich habe absoluten Respekt vor dem Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert. Er hat das toll gemacht und hat auch viele von den älteren mitgenommen, die gesagt haben: So können wir nicht weitermachen. Ein Weiter-so kann es auch für mich nicht geben, auch nicht in einer Neuauflage einer Großen Koalition – wobei beide Parteien so viel Punkte verloren haben, dass man nicht mehr von einer Großen Koalition sprechen kann.

 

GSCHWÄTZ: Eigentlich ist die SPD keine Volkspartei mehr, oder?

Saknus: Das ist die Problematik. Wir müssen uns als SPD wirklich überlegen, für wen wir stehen und für welche Ziele wir eintreten. Wir brauchen wieder eine Vision für die Zukunft und nicht das Klein-Klein im politischen Betrieb.

 

GSCHWÄTZ: Wie kann diese Vision aussehen?

Saknus: Die SPD muss deutlich Position beziehen, dass wir wieder eine Umverteilung von oben nach unten brauchen. Wir müssen einstehen für Geringverdiener, für die, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, für Familien, für Alleinerziehende. Viele leben am Existenzminimum. Diese Dinge gilt es zu ändern. Der Mindestlohn war ein erster Schritt.

 

// Haben wir ein Integrationsproblem? //

 

GSCHWÄTZ: Vor kurzem hat ein junger Asylbewerber die Scheiben des Jobcenters in Künzelsau eingeschlagen. Haben wir ein Integrationsproblem?

Saknus: Der junge Mann hat sicher ein Problem gehabt, sonst hätte er die Scheiben nicht eingeschlagen. Das ist nicht zu rechtfertigen oder kleinzureden. Aber ich vermute großen Frust dahinter. Asylverfahren dauern bei uns einfach viel zu lange, bis da die entsprechenden Entscheidungen getroffen sind. Wir sind hier ebenso unterbesetzt wie im Bereich Justiz, bei der Polizei und bei der Bundespolizei. Hinzu kommt, dass die jungen Menschen oft aus Ländern kommen, die diese Menschen nicht problemlos wieder zurücknehmen. Verhandeln Sie mal mit Libyen.

 

// Unterbesetzt bei der Polizei und in der Justiz //

 

GSCHWÄTZ: Wie schwer ist es für Neuankömmlinge, Arbeit zu finden?

Saknus: Arbeit zu finden ist nicht schwer, wenn der entsprechende Rechtsstatus geklärt ist. Wir haben aktuell in Öhringen 154 Menschen, die einen Rechtsstatus als Flüchtling oder Asylant haben. Sie haben eine Arbeitserlaubnis. Wir konnten hier auch schon gute Erfolge vorweisen. Über ein Drittel von ihnen hat Arbeit gefunden beziehungsweise ist in einer Ausbildung. Ein Drittel befindet sich in Schulungsmaßnahmen. Und der Rest teilt sich auf. Ich habe nur einen Menschen, der in einer Maßnahme beim Jobcenter ist.
Wie lange dauert es, bis entschieden wird, ob ein Flüchtling bleiben darf?
Saknus: Das Bundesamt für Migration (BAMF) möchte, dass innerhalb eines halben Jahres die Entscheidung darüber fällt – am besten noch schneller. Aber wir haben Asylbewerber, die sind schon über drei Jahre hier und wissen nicht, wie es mit ihnen weitergeht. Ich kann nachvollziehen, wenn diese Menschen Frust schieben. 18 Prozent aller Fälle bundesweit sind unbearbeitet und damit völlig offen in ihrem Ausgang.

 

// Hohenlohes Gesundheitspolitik: „Man darf die Augen nicht vor der Realität verschließen“ //

 

GSCHWÄTZ: Die BBT-Gruppe hat die Mehrheitsanteile des Hohenloher Krankenhauses (HK) bekommen. War die Entscheidung des Kreistages richtig?

Saknus: Wenn ich es richtig sehe, war es die einzige Entscheidung, die möglich war, denn es gab nur einen Anbieter. Ich finde es gut, dass es ein Träger ist, der gemeinnützig aufgestellt ist und dass sie nach Tarif zahlen wollen. Das ist auch eine unserer Forderungen. Und sie haben viel Erfahrung im Seniorenbetreuungsbereich.

 

GSCHWÄTZ: Kann es passieren, dass es dem Neubau in Öhringen wie Künzelsau ergeht und geschlossen wird, wenn er es nicht in die schwarzen Zahlen schafft?

Saknus: Durch die Schließung des Künzelsauer Standortes wird es ja künftig weniger Betten geben. Da ist man an einer kritischen Grenze, ein Krankenhaus zu führen.Man wird sehen, ob sich das Krankenhaus am Markt beweisen wird. Man darf die Augen nicht vor der Realität verschließen und muss hier schon genau hinschauen.

 

GSCHWÄTZ: Was bleibt in Künzelsau übrig von der Gesundheitsversorgung?

Saknus: Wenn ich Strukturveränderungen mache und kleine Krankenhäuser schließe – unsere Landesregierung praktiziert das ja – muss sie auch bereit sein, in neue Modelle zu investieren, etwa in ein medizinisches Versorgungszentrum, das ambulante wie auch teilstationäre Lösungen anbietet.

 

GSCHWÄTZ: Ihr Herzensanliegen auf bundespolitischer Ebene war ja eine Bürgerversicherung – eine Versicherung sowohl für private als auch gesetzlich Versicherte. Kommt die Versicherung nun?

Saknus: Das ist ein längerer Prozess. Aber wir brauchen einen Topf, denn wir können es uns nicht leisten, zwei parallele Systeme zu fahren. Wir sind das einzige Land in Europa, dass das noch so macht.

 

// Lehrermangel im Ländle //

 

GSCHWÄTZ: Immer mehr Schulen auch bei uns im Ländle verzeichnen einen Lehrermangel. Ist der Beruf zu unattraktiv geworden?

Saknus: Nein. Wir haben vielmehr ein Problem mit der Landesregierung, die nicht klar sagt, ob sie Lehrerplätze abbauen oder neue Lehrer einstellen möchte. Wir haben zu wenig Studienplätze und gleichzeitig viele Lehrer, die in Ruhestand gehen.

 

GSCHWÄTZ: Baden-Württemberg war ja mal Musterländle, was Pisa-Tests betrifft. Mittlerweile sind wir auf die vorletzten Plätze abgerutscht. Woran liegt das?

Saknus: Wir haben einen Reformstau. Vor allem die Gemeinschaftsschulen, die es seit ein paar Jahren in Baden-Württemberg gibt, werden nicht richtig unterstützt.

 

GSCHWÄTZ: Manche Schulleiter hier bei uns haben genug von den vielen Reformen in den vergangenen Jahren.
Saknus: Mit Reformen meine ich nicht, dass von oben etwas herunterverordnet wird, sondern im Gegenteil: dass die Schulen wieder mehr Freiheiten bekommen. Schulleiter bräuchten Unterstützung, es müsste mehr Sozialarbeiter an Schulen geben, aber das ist alles wieder zusammengestrichen worden.

 

Im Hotel-Restaurant Nicklass in Ingelfingen haben wir Herrn Saknus jeweils zwei Bilder vorgelegt, zwischen denen er sich entscheiden sollte.

 

GSCHWÄTZ: Fußball: VfB Stuttgart oder FC Bayern München?
Saknus: Bayern München ist ein toller Verein beziehungsweise eine tolle Mannschaft mit tollen Erfolgen, aber das Herz schlägt ganz klar im Schwabenland für den VfB. Aber ich muss gestehen, ich bin auch ein Franken-Fan. Ich bin gern beim FC Nürnberg.

GSCHWÄTZ: Haben Sie Fußball gespielt?
Saknus: Ja, in der Jugend habe ich viel gespielt und ich war auch 13 Jahre lang beim SSV Gaisbach
Jugendtrainer.

GSCHWÄTZ: Jennifer Aniston oder Angelina Jolie?
Saknus: Ich finde beide Frauen total bezaubernd. Aber vom Typ her würde ich eher Jennifer Aniston wählen.

GSCHWÄTZ: Hillary Clinton oder Angela Merkel?
Saknus: Auch wenn Hillary Clinton einer demokratischen Partei angehört, würde ich mich für Angela Merkel entscheiden. Sie ist ja eine Person, die viele SPD-Positionen gerne übernimmt (lacht).

GSCHWÄTZ: Donald Trump oder Wladimir Putin?
Saknus: Ich finde, Donald Trump ist ein Trampel. Er regiert über Twitter. Das geht gar nicht. Alles zweifelt am Bündnis mit den USA. Von daher muss ich mich für Putin entscheiden. Der macht das feiner. Wir müssen auch Lösungen finden mit Russland, mit dem Osten.

GSCHWÄTZ: Öhringens Bürgermeister Thilo Michler oder Künzelsaus‘ Bürgermeister Stefan Neumann?
Saknus: Jetzt bringen Sie mich aber in einen echten Konflikt. Thilo Michler ist mein Chef in Öhringen. Ich wohne aber in Künzelsau und bin dort auch Gemeinderat (überlegt). Da ich Jugendreferent bin, entscheide ich mich für die Jugend und nehme Stefan Neumann. Er ist ein bisschen jünger als Thilo Michler. Aber ich kann mit beiden gut.

 

// Hans-Jürgen Saknus //

Hans-Jürgen Saknus (59) ist stellvertretender SPD-Kreisverbandsvorsitzender des Hohenlohekreises. Der Wahlkünzelsauer wurde am 07. November 1956 geboren, hat nach der Realschule und einer Schreinerlehre Religions- und Gemeindepädagogik studiert, ist verheiratet und hat drei mittlerweile erwachsene Kinder. Saknus arbeitet bei der Stadt Öhringen als Jugendreferent und Integrationsbeauftragter. Während unserer Interviews präsentierte sich Saknus offen, kritisch und als jemand, der sozial Benachteiligten helfen möchte.
Video-Interview in Künzelsau und Ingelfingen Das Video-Interview mit Hans-Jürgen Saknus wurde in Künzelsau und Ingelfingen gedreht.

 

Das Interview führte Dr. Sandra Hartmann; Dreh und Schnitt: Dr. Felix Kribus;




Video: Annaweech live in Künzelsau // Konzertmitschnitt & Interview

„Warum wir auf Hohenlohisch singen? Weil Englisch zu schwer ist und Hochdeutsch nicht authentisch wäre“, verrät Annaweech-Mitglied Peter Botsch im Interview. Dr. Felix Kribus lauschte den Annaweechlern bei ihrem Konzert in Künzelsau und wollte von Botsch unter anderem wissen, warum sie sich Annaweech genannt haben.

Annaweech – das sind fünf Männer im besten Vorruhestandsalter. Die Mundartband aus Hohenlohe. Kein Bayern-Sevilla-Fussballspiel konnte 400 Zuschauer am Mittwoch, den 11. April 2018, abhalten, in der Künzelsauer Stadthalle die fünfköpfige Hohenloher Band Annaweech um Peter Botsch und Frank Winkler zu sehen. Ein Abend voller tiefgründig-oberflächlicher Verse mit Gitarrenklängen, Keyboard und Schlagzeug. Kein Auge blieb trocken beim feucht-fröhlichen Stelldichein dieser lebenserfahrenen Herren.

Lauschen Sie in unserem Video, was die Hohenloher Herren zu singen und zu sagen haben.

 

Foto // Annaweech




Was wird aus Niedernhalls Filetstück? Bürgermeister schweigt über Kaufpreis

Während die Ermittlungen noch laufen, ob alles mit rechten Dingen zugegangen ist beim Kauf des Kerl-Areals, ein Filet-Grundstück nahe der Innenstadt, das sich die Stadt Niedernhall  2015 gesichert hat, spricht der Gemeinderat in der nächsten Sitzung darüber, was damit gemacht werden soll. Die Gerüchteküche brodelt. Manche Niedernhaller spekuliereren, dass die Stadt ihren Wert steigern möchte, in dem sie ein attraktives Wohnumfeld schaffen wolle mit weiteren Einkaufsmöglichkeiten. Wiederum andere tippen darauf, dass das Areal letzten Endes weiterverkauft werde an eine Firma. Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck wiegelt auf GSCHWÄTZ-Nachfrage ab: „Es gibt noch keine konkrete Entscheidung, welche Bebauung für das Kerl-Areal vorgesehen ist. Allerdings hat der Gemeinderat in einer Sitzung im Jahr 2017 entschieden, dass keine Wohnbebauung erfolgt.“ In der kommenden Sitzung am Montag, den 16. April 2018, werde der Gemeinderat über die Erschließung des Areals entscheiden. Der nicht-öffentliche Teil der Sitzung beginnt um 17.30 Uhr, der öffentliche Teil um 19 Uhr.

// Wo genau befindet sich das Kerl-Areal? //

Mit dem so genannten Kerl-Areal ist das Grundstück gemeint, das bis vor kurzem noch der Sägewerks-Firma Kerl Laubhölzer gehört hat. Das Areal grenzt an die Drogerie Rossmann an und erstreckt sich bis zur katholischen Kirche nahe der Kocherbrücke. Es liegt direkt an der Kochertalstraße am Ortseingang von Niedernhall, von Ingelfingen kommend auf der rechten Seite. Auf die Frage, wieviel die Stadt für das Grundstück bezahlt hat, sagt Achim Beck: „Bei den Kosten handelt es sich um eine Grundstücksangelegenheit, die ich vertraulich behandle.“

// Warum ermittelt die Staatsanwaltschaft? //

Der stellvertretende Bürgermeister von Niedernhall, Klaus Richter, wirft dem Gemeinderat und dem Bürgermeister unter anderem vor, Dinge in nichtöffentlichen Sitzungen beschlossen zu haben, die eigentlich in öffentlichen Sitzungen behandelt hätten werden müssen. Konkret geht es um das Kerl-Areal des Betriebes Kerl Laubhölzer in Niedernhall, das die Stadt gekauft hat. Klaus Richter hat gegen Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck sowie gegen den gesamten Gemeinderat geklagt. Achim Beck teilte auf Anfrage in einer Stellungnahme gegenüber GSCHWÄTZ mit: Am 27. November 2017 sei „eine Strafanzeige wegen Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit der Sache „Kerl-Areal“ bei der Generalstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen in Stuttgart gegen mich – Achim Beck – als Bürgermeister eingereicht“ worden. „Dies wurde mir in einem Gespräch am 21. Februar 2018 durch die Kriminalpolizei Künzelsau mitgeteilt.“ Der Gemeinderat sei umgehend per E-Mail über diese Vorwürfe informiert worden. Weiter sagte Beck: „Die Generalstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen in Stuttgart ist jedoch nicht zuständig und hat das Verfahren beziehungsweise die Ermittlungen an die Staatsanwaltschaft Heilbronn/Schwäbisch Hall weitergegeben. Daher ist die Kriminalpolizei Künzelsau für die Ermittlung in dieser Sache und Vernehmung von mir zuständig. Die Kriminalpolizei Künzelsau stellt die weitere Ermittlung/Vernehmung bis zur Entscheidung über die derzeit beim Verwaltungsgericht Stuttgart laufende Feststellungsklage zurück. Danach wird die Staatsanwaltschaft über die Strafanzeige befinden. Bitte beachten Sie, dass ich je nach Ausgang der Strafanzeige meine persönlichen Konsequenzen aus dem Verfahren ziehen werde. Anfragen zur Strafanzeige werden von mir vor der Vernehmung nicht beantwortet.“