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Gut gebrüllt: Hohenloher Höhle der Löwen erstmals am Start

Baden-Württemberg ist das Land der Tüftler und Unternehmensgründer, so wird es immer wieder behauptet. In der Vergangenheit sind viele heutige Weltunternehmen tatsächlich von einem der typisch schwäbischen Tüftler gegründet worden. Heute sagt man „Start-Up“ statt Unternehmensgründung und in der Start-Up-Szene ist Baden-Württemberg weit abgehängt: Nur ganze drei Prozent der fünf Milliarden Euro, die jedes Jahr in deutsche Start-Ups fließen, gehen nach Baden-Württemberg, hat der Südwestrundfunk (SWR) herausgefunden. Kein einziges dieser Start-Ups war im Hohenlohekreis angesiedelt, sagt der SWR. 57 Neugründungen gab es in Stuttgart – der Löwenanteil der Gründungen sitzt aber in Berlin: Allein 60 Prozent der Mittel gehen nach Berlin.

Start-Up-Kultur fördern

Dagegen will der Verein Hohenlohe Plus e.V. nun angehen und die Gründerkultur im ländlich geprägten Raum Hohenlohe und Umgebung wiederherstellen. Dieser Verein, der von Kommunen und Wirtschaftsunternehmen aus der Region getragen wird, hat sich die Förderung der regionalen Wirtschaft zum Ziel gesetzt, „indem wir unserer Kräfte bündeln und Hohenlohe als das in der Öffentlichkeit präsentieren, was es ist: eine der attraktivsten Regionen Deutschlands mit herausragender Lebensqualität und besten Karriereperspektiven.“  Der Verein hat daher das Programm „Hohenlohe4talents“ aufgelegt, mit dem Neugründungen beim Aufbau ihres Unternehmens durch ein Stipendium finanziell gefördert werden können. 50.000 Euro pro Jahr sollen ausgeschüttet werden. Nicht nur die Bereiche High-Tech, IT und Industrie sollen gefördert werden, ganz bewusst werden auch Handwerks- und Geschäftsgründungen in den Städten gefördert. Dafür stehen 20 Prozent der jährlichen Fördersumme zur Verfügung.

Der SWR hat in der Landesschau über den Wettbewerb berichtet. Link zum Video

Leoparden statt Löwen

Das ruft geradezu nach den „Löwen“ aus der bekannten Fernsehshow – da sich das Ganze allerdings in Hohenlohe abspielt, muß es sich um Leoparden handeln, denn der Leopard ist das Wappentier des Hohenlohekreises. Fünf Pitches  haben es in die Endausscheidung des Wettbewerbs geschafft, die Leoparden entschieden sich dafür, vier dieser Projekte zu fördern:

MeiLuft -Ein Virenscanner für die Atemluft

MeiLuft nennt sich junge das Unternehmen der Brüder Wystup aus Künzelsau (GSCHWÄTZ berichtete). Sie konnten die Jury mit ihrer Scanner-Idee im Hightech Bereich überzeugen – Die Möglichkeit verschiedene Viren und Bakterien in der Atemluft schnell und zuverlässig präzise erkennen und definieren zu können, ist gerade jetzt vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie ein interessanter Lichtblick. Aber auch für die nächste Grippewelle kann durch die MeiLuft-Erfindung eine größere, präventive Sicherheit am Arbeitsplatz geschaffen werden.

elysium – eine App für Tour-Guides 

Hinter dem Begriff elysium steht das Geschwisterpaar Anna Kollmer und Jonas Bayerlein aus Crailsheim. Zusammen haben sie ein umfangreiches Tour-Guide-System mit Lizenzsystem für
Smartphones entwickelt. Diese App wird im Tourismus bei Gruppen- und Stadtführungen eingesetzt und sagt sich nicht nur Hardwaretechnisch von zusätzlichen Geräten los – zusätzlich ermöglicht die
Anwendung eine automatisierte Simultanübersetzung in verschiedene Sprachen. Dadurch können Besucher weltweit noch aktiver an Touren teilnehmen, während zeitgleich Sprachbarrieren abgebaut
werden und Tourguides und Touristen enger zusammenrücken.

LocalBoxx – individuelle Geschenkboxen

Im Handelsbereich konnten Sarah Hank-Paidar und Stefanie Hornung, die Gründerinnen des Start- ups LocalBoxx aus Öhringen die Jury mit ihren individual anpassbaren Geschenkboxen überzeugen.
LocalBoxx stellt auf Kundenwunsch individuell verschiedene Geschenkpakete mit einheimischen Produkten und Dienstleistungen aus der regionalen Vielfalt zusammen. Unternehmen wird so die Möglichkeit geboten, einfach und unkompliziert Kunden- und Mitarbeitergeschenke mit lokalem Bezug zu verschenken. Besonders erfreulich hierbei ist, dass die Damen mit ihrer Geschäftsidee eine
große Bandbreite an lokalen Selbstvermarktern, kleinen Ladengeschäften, Gastronomen sowie Künstlern und Produzenten unterstützen.

PackPart – Matching-Plattform für Verpackungsmaschinen

PackPart, nennt sich die Vermittlungsplattform von Firmengründer Christian Baumann, der Anfang 2020 sein Unternehmen als Pilotfall in Zusammenarbeit mit der hfcon GmbH & Co. KG gegründet hat.
Sein Unternehmen bietet Kunden, die eine Verpackungsmaschine benötigen, eine MatchingPlattform für die Verpackungsindustrie und ist dabei der digitale Ansprechpartner für individuelle Verpackungsmaschinen, gebrauchte Maschinen, Lohnhersteller sowie Maschineneffizienzsteigerung.

Text: Matthias Lauterer – kursiver Text: aus der Pressemitteilung von Hohenlohe 4 Talents.