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Ausstellung „Dinge mit Bedeutung“

Im Rahmen der OpenCampusNight am Campus Künzelsau, Reinhold-Würth-Hochschule der Hochschule Heilbronn (HHN) können alle Besucher*innen die Ausstellung „Dinge mit Bedeutung“ der Masterstudierenden im Studiengang Betriebswirtschaft und Kultur-, Freizeit, Sportmanagement erleben. In nur wenigen Wochen haben die Studierenden im Rahmen ihrer Lehrveranstaltung „Aktuelle Aspekte im Kultur- und Freizeitmanagement“ eine Ausstellung geschaffen, die sich mit Dingen mit besonderer Bedeutung für ihre Familien, Freunde oder Verwandte auseinandersetzt.

Die Geschichten der Dinge mit Bedeutung

Was bleibt von den Dingen, die sich im Laufe eines Lebens ansammeln: Vor diesem Hintergrund fragten die Studierenden in ihrem persönlichen Umfeld, „Welches Ding hat für Dich eine besondere Bedeutung?“. Auf welche Antworten sie gestoßen sind, zeigt diese Ausstellung.

Jedes Ding bringt dabei eine eigene Geschichte mit, die kulturelle und traditionelle Zugehörigkeiten ebenso wie soziale und individuelle Erlebnisse und Lebenserfahrungen der Menschen widerspiegeln, denen die Gegenstände gehören. Sie schaffen Erinnerungen, die nicht verloren gehen sollen; der materielle Wert ist also nicht entscheidend.

Anmeldung

Die Teilnahme ist kostenfrei und eine Anmeldung nicht erforderlich. Alle Programmpunkte sowie weitere Informationen zur OpenCampusNight unter https://www.hs-heilbronn.de/campusnight-kuen.

Pressemitteilung Hochschule Heilbronn




Künzelsauer Kulturmanagementstudierende gestalten Kulturprogramm des Deutschen Pavillons auf der Expo 2020 Dubai mit

Das Kulturprogramm des Deutschen Pavillons auf der Expo 2020 Dubai mitgestalten: Diese einmalige Chance erhielten Studierende des Studiengangs Betriebswirtschaft und Kultur-, Freizeit, Sportmanagement (BK) der Hochschule Heilbronn (HHN) am Campus Künzelsau. Deutschlandweit hatten sie innovative Projekte junger Kulturschaffender gefilmt und daraus einen Film über die Kreativszene produziert, der während der gesamten Laufzeit der Weltausstellung im Deutschen Pavillon gezeigt wurde. Die Verantwortlichen für das Kulturprogramm im Deutschen Pavillon waren von diesem Konzept, das neben dem Film ein kulturelles Rahmenprogramm umfasste, derart begeistert, dass sie die Studierenden nach Dubai einluden.

Studierende bieten vielfältiges Rahmenprogramm im Deutschen Expo-Pavillon

Vom 20. bis 27. März 2022 war es dann soweit und die Studierenden konnten ihren Film über die deutsche Kreativszene auch persönlich dem internationalen Publikum vorstellen. Darüber hinaus boten sie vor Ort ihr vielfältiges Rahmenprogramm mit Improvisationstheater, Workshops zu Upcycling sowie Quizsessions zu den Themen Nachhaltigkeit, Kultur und Innovation, wofür sie regen Zuspruch aus dem Publikum erhielten, das teilweise stundenlang angestanden hatte, um die Ausstellung des Pavillons zu sehen.

Expo Dubai: In einem der Filme stellten die Studierenden und Professorin Henze den Campus Künzelsau der Hochschule Heilbronn und ihren Studiengang BK vor. Foto: Hochschule Heilbronn

„Dass unser Projekt ausgewählt wurde, Deutschland auf der Expo 2020 mit zu präsentieren, macht uns natürlich stolz und es zeigt, dass wir mit unserem Studiengang BK genau den Bedarf treffen“, so HHN-Professorin Raphaela Henze, die das Projekt initiierte. „Es ist exakt unsere Expertise im Bereich Kunst und Kultur, die hier benötigt wurde und unser Netzwerk, das es uns erlaubt, so viele herausragende Kulturprojekte aus ganz Deutschland im Rahmen unseres Films zu präsentieren. Darüber hinaus ist es natürlich alles andere als alltäglich auf der Bühne im Auditorium vor einem internationalen Publikum zu stehen und dort einen Teil des Kulturprogramms präsentieren zu dürfen. Da kann man schon mal Gänsehaut bekommen.“

Expo Dubai: Wie aus einem alten T-Shirt ohne Nähen eine Einkaufstasche wird, darum ging es im Upcycling-Workshop. Foto: Hochschule Heilbronn

Aber nicht nur die eigenen Performances auf der großen Bühne, sondern auch der umfangreiche Blick hinter die Kulissen der größten internationalen Leistungsschau, den die Studierenden während ihres einwöchigen Aufenthalts vor Ort gewinnen konnten, werden sicher allen Beteiligten unvergessen bleiben.

Hochschule Heilbronn – Kompetenz in Technik, Wirtschaft und Informatik

Mit ca. 8.000 Studierenden ist die Hochschule Heilbronn eine der größten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. Ihr Kompetenz-Schwerpunkt liegt auf den Bereichen Technik, Wirtschaft und Informatik. An vier Standorten in Heilbronn, Heilbronn-Sontheim, Künzelsau und Schwäbisch Hall bietet die Hochschule mehr als 50 Bachelor- und Masterstudiengänge an. Die Hochschule pflegt enge Kooperationen mit Unternehmen aus der Region und ist dadurch in Lehre, Forschung und Praxis stark vernetzt.

Ansprechpartnerin: Prof. Dr. Raphaela Henze, Daimlerstr. 22, 74653 Künzelsau,
Telefon: 07940-1306-250, E-Mail: raphaela.henze@hs-heilbronn.de,
Internet: www.hs-heilbronn.de/bk

Pressemitteilung Hochschule Heilbronn




Campus Künzelsau eröffnet Medienlabor

Professionelle Medienproduktion für Lehrangebote oder studentische Projekte? Mit dem ersten hochschuleigenen Medienlabor ist die Hochschule Heilbronn (HHN) am Campus Künzelsau dafür nun bestens ausgestattet. Das Herzstück bildet ein stationäres Filmstudio, u. a. mit hochwertiger Kamera, professionellem Licht- und Tonequipment, verschiedenen Hintergründen, einem Green Screen, Teleprompter sowie Schnittplätzen. Um auch außerhalb des Studios zu filmen oder Podcasts aufzunehmen, ist ein umfangreiches mobiles Equipment vorhanden.

Tipps von der Filmakademie

„Die letzten beiden Jahre haben gezeigt, wie wichtig eLearning und gute digitale Lehre sind“, erklärt Professor Andreas Daberkow, Beauftragter für eLearning und eAssessment (eLeA) an der HHN. „Besonders wichtig war uns, die HHN-Medienlabore professionell auszustatten. Deshalb haben wir uns Tipps von den Experten der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg geholt und unsere Mitarbeiterin Laura Abel des Teams eLeA betreut das Medienlabor vor Ort in Künzelsau.“ Finanziert werden das Künzelsauer Medienlabor sowie die an den Campus Sontheim und Schwäbisch Hall entstehenden durch Unterstützungsmaßnahmen zur Digitalisierung des Landes während der Pandemiezeit.

Ein Medienlabor für viele verschiedene Projekte

Für ein innovatives Lehrkonzept nutzen die Professoren im Studiengang Betriebswirtschaft, Marketing- und Medienmanagement den Produktionsraum bereits intensiv. Auch das erste studentische Projekt hat sich angemeldet: Von Künstlerdozent Dominik Kuhn, aka Dodokay, bekommen Studierende des Studiengangs Betriebswirtschaft und Kultur-, Freizeit-, Sportmanagement (BK) die Aufgabe, Ideen für virale Spots rund um den Campus Künzelsau und ihren Studiengang zu entwickeln, zu drehen und zu schneiden.

Mit professionellem Kamera-, Licht- und Tonequipment bleiben im stationären Medienlabor am Campus Künzelsau keine Wünsche offen. Foto: HHN

Weichenstellung für neue Konzepte und innovative Medienformate

„Für unseren Standort und unsere Fakultät freue ich mich sehr, dass wir das erste hochschuleigene Medienlabor eröffnen dürfen. So stellen wir nicht nur die Weichen für videobasierte Lehre, sondern ermöglichen außerdem neue Konzepte und innovative Medienformate“, so Professorin Anke Ostertag, Dekanin der Fakultät Technik und Wirtschaft am Campus Künzelsau.

Mit ca. 8.000 Studierenden ist die Hochschule Heilbronn eine der größten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. Ihr Kompetenz-Schwerpunkt liegt auf den Bereichen Technik, Wirtschaft und Informatik. An vier Standorten in Heilbronn, Heilbronn-Sontheim, Künzelsau und Schwäbisch Hall bietet die Hochschule mehr als 50 Bachelor- und Masterstudiengänge an. Die Hochschule pflegt enge Kooperationen mit Unternehmen aus der Region und ist dadurch in Lehre, Forschung und Praxis stark vernetzt.

Pressemitteilung Hochschule Heilbronn




Energy Balls, Bio-Müsli und Brotaufstrich

Seit mehreren Jahren werden Künzelsauer Marketing-Studierende jedes Semester in Kooperation mit regionalen Unternehmen zu Produktentwickler:innen. Das Besondere daran ist, so steht es in einer Pressemitteilung der Hochschule Heilbronn, dass sie den gesamten Wertschöpfungsprozess eigenständig gestalten. Dafür führen sie eine Marktanalyse durch, entwickeln Produktkonzepte, entwerfen Etiketten, testen die Produkte und erarbeiten die Kommunikation. Als Kooperationspartner kann die Hochschule Heilbronn am Campus Künzelsau im Wintersemester 2021/2022 die Bio-Musterregion Heilbronner Land, vertreten durch die Regionalmanagerinnen Katja von Mentzingen und Julia von Berlichingen, gewinnen. Das Ziel des Projekts: Gemeinsam Ideen für regionale und nachhaltige Produkte entwickeln, welche die Bio-Musterregion Heilbronner Land zukünftig vermarkten kann.

Frisch produziert: die Energy Balls der Bio-Musterregion Heilbronner Land. Quelle: Hochschule Heilbronn

Ideen zunächst freien Lauf lassen

Zunächst lassen die Studierenden ihrer Kreativität freien Lauf, um Produktideen zu finden. Dabei kristallisieren sich in Abstimmung mit der Bio-Musterregion mit Energy Balls, Müsli sowie Brotaufstrich drei Favoriten heraus. „Wir waren sehr beeindruckt von der Kreativität der Studierenden“, so Regionalmanagerin vvon Berlichingen. Im nächsten Schritt geht es darum, für die drei Produkte in Zusammenarbeit mit ausgewählten Partnerbetrieben der Bio-Musterregion konkrete Prototypen herzustellen, inklusive der Verpackungen und Etiketten. Ein Highlight des Projektes ist die gemeinsame Produktion der Erzeugnisse unter professioneller Anleitung durch Partnerbetriebe der Bio-Musterregion. „Das Projekt hat uns allen sehr großen Spaß gemacht“, so Studentin Sabrina Schlegel stellvertretend für die ganze Projektgruppe, „und wir haben die regionalen Produkte noch einmal ganz neu schätzen gelernt.“ Zum Abschluss des Projekts präsentierten die Studierenden den Vertreter:innen der Bio-Musterregion ihre Endprodukte, die mit Begeisterung angenommen wurden.

Theorie und Praxis verbinden

Die Studierenden blicken auf ein lehrreiches Projekt zurück und bedanken sich herzlich bei den verschiedenen Beteiligten der Bio-Musterregion Heilbronner Land für die umfangreiche Unterstützung des Projektes. „Wir konnten an einem praktischen Beispiel die verschiedenen Schritte im Produktentwicklungsprozess durchführen – und wer hat schon in seinem Studium die Gelegenheit, Produkte selbst zu produzieren“, so Studentin Georgia Chamouratidou. „Durch die Kooperation mit der Hochschule Heilbronn haben wir viele neue Ideen und Impulse für unsere weitere Arbeit erhalten“, zieht auch die Regionalmanagerin von Mentzingen zufrieden Fazit der Zusammenarbeit.

Hochschule Heilbronn

Mit ca. 8.200 Studierenden ist die Hochschule Heilbronn eine der größten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. Ihr Kompetenz-Schwerpunkt liegt auf den Bereichen Technik, Wirtschaft und Informatik. An vier Standorten in Heilbronn, Heilbronn-Sontheim, Künzelsau und Schwäbisch Hall bietet die Hochschule mehr als 50 Bachelor- und Masterstudiengänge an. Die Hochschule pflegt enge Kooperationen mit Unternehmen aus der Region und ist dadurch in Lehre, Forschung und Praxis gut vernetzt.

Quelle: Hochschule Heilbronn

Ansprechpartnerin: Daniela Dijkstra, Daimlerstr. 22, 74653 Künzelsau, Telefon: 07940-1306-241, E-Mail: daniela.dijkstra@hs-heilbronn.de, Internet: www.hs-heilbronn.de/bm

Pressekontakt Campus Künzelsau: Eva Vogel, Daimlerstr. 22, 74653 Künzelsau, Telefon: 07940-1306-406, E-Mail: eva.vogel@hs-heilbronn.de, Internet: www.hs-heilbronn.de/campus-kuenzelsau

 




„Die Filme in diesem Jahr waren durch die Bank eher düster“

Junge Filmemacher*innen und Filmbegeisterte aus ganz Deutschland kommen beim fünften kurz.film.fest des Campus Künzelsau virtuell zusammen. Nachdem sich das Online-Format schon im letzten Jahr bewährt hat, hat das studentische Organisationsteam des Studiengangs Betriebswirtschaft und Kultur-, Freizeit-, Sportmanagement (BK) auch in diesem Jahr auf ein digitales Konzept gesetzt. Das Filmfest läuft unter der Leitung von Professorin Raphaela Henze, die im Studiengang BK lehrt.

Acht Filme – zwei Preise

Acht Filme der Sparten Animation, Spielfilm und Dokumentation sind im Rennen – zu gewinnen gibt es gleich zwei Auszeichnungen: Einen Preis vergeben die Filmexpert*innen, bestehend aus Dominik Kuhn, besser bekannt als Dodokay, Kulturjournalist Tobias Krone, Arthouse-Kinobetreiber Peter Zwingmann, Regisseur und Kameramann Tom Kimmig sowie Professorin Raphaela Henze. Den zweiten Preis vergibt das Publikum.
Nur volljährige Zuschauer*innen dürfen das Filmfest miterleben, da die Kurzfilme vor allem von schwierigeren Themen wie Suizid, Gewalt gegen Frauen und Rechtsextremismus erzählen.

Gewinnerfilme in Animation, Spielfilm und Dokumentation

Ihre Werke präsentieren die jungen Filmemacher*innen knapp 100 Teilnehmer*innen, die Fachjury lobt die Kurzfilme durchweg für ihre hohe Qualität. In der ersten Kategorie des Abends, Animation, landen gleich zwei Filme auf dem Siegerpodest der Jury: „Blessing in Disguise“ und „Obervogelgesang“. Beide schwarz-weiß-2D-Animationen stammen von Studierenden der Filmakademie Baden-Württemberg.  Während sich „Obervogelgesang“ mit einer jungen Frau beschäftigt, die mit der problematischen politischen Lage in ihrer Heimat Sachsen konfrontiert wird, erzählt „Blessing in Disguise“ die bewegende Geschichte eines Suizidüberlebenden. Von letzterem Film ist auch das Publikum ganz besonders angetan. Die Nachwuchstalente Emma Holzapfel und Kevin Koch freuen sich sichtlich über beide Preise und sind an diesem Abend auch die Einzigen mit einer Doppelauszeichnung.

Jury und Publikum nicht einig

In Sachen Spielfilm sind Jury und Publikum unterschiedlicher Meinung: Die Fachjury findet in „Goldilocks“ ihren klaren Sieger. Ein Film über eine Frau, die nachts während ihrer Tätigkeit als Schlüssel-Dienst in einen absurden Einbruch verwickelt wird. Die Zuschauer*innen hingegen krönen „GRRRL“ als ihren Favoriten. Hier thematisiert Natascha Zink sexuelle Belästigung und zeigt eine durchaus gewaltbereite Frauengruppe, die andere Frauen nachts sicher nach Hause begleitet. Damit entscheiden Beiträge der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) München die Sparte Spielfilm für sich.

Auch beim Dokumentationsfilm gehen die Meinungen von Zuschauer*innen und Jury auseinander. Beim Publikum liegt „Zweisam“ knapp vorne, eine Dokumentation über ein lesbisches Paar, die mit stimmigen schwarz-weiß Aufnahmen die schönen, aber auch die herausfordernden Momente dieser Beziehung zeigt. Der erste Platz der Fachjury geht an die Macher des Kurzfilms „Sealand“, Studierende der HFF München. Hier geben sie nicht nur philippinischen Seemännern eine Stimme, die in Containerschiffen für wenig Geld rund um die Uhr arbeiten, sondern werfen auch einen Blick auf die Schattenseiten unserer globalisierten Welt.

„Der Hunger nach Filmen und Kultur im Allgemeinen ist da“

„Die Filme in diesem Jahr waren durch die Bank eher düster. Vielleicht kann man nach einem Jahr wie 2021 auch nichts Anderes erwarten. Toll ist aber, das überhaupt gedreht wurde und wir diese Werke heute vor einem wirklich großen Publikum zeigen konnten. Der Hunger nach Filmen und Kultur im Allgemeinen ist da und wir hoffen, wie die ganze Kulturszene, darauf, dass wir bald wieder viel mehr davon sehen, hören und erleben können“, sagt Professorin Raphaela Henze abschließend.

Pressemitteilung Hochschule Heilbronn




1.500 Euro geschenkt? Appell an die Landesregierung

Der Senat der Hochschule Heilbronn (HHN) appelliert laut einer Pressemitteilung an das Wissenschaftsministerium und die Landesregierung, in Anbetracht der besonderen finanziellen Notlage und der zu erwartenden Nachwirkungen für die Non-EU-Studierenden in der Corona-Krise, die Studiengebühr in Höhe von 1.500 Euro pro Semester für das laufende Sommersemester (SS) und das Wintersemester (WS) 2020/21 auszusetzen.

Sonderweg in Baden-Württemberg

Seit dem Jahr 2017 erhebt das Land Baden-Württemberg (als einziges Bundesland in Deutschland) von internationalen (Nicht-EU) Studierenden eine Studiengebühr in Höhe von 1.500,- Euro pro Semester. Wie es in der Mitteilung weiter heißt, hätten sich die beiden Leitungsgremien der Hochschule Heilbronn – Senat und Hochschulrat – vor der geplanten Einführung in einem Appell an die Landesregierung vor allem aus entwicklungspolitischen Gründen und im Sinne der Bildungsgerechtigkeit gegen diesen baden-württembergischen Sonderweg ausgesprochen und auch vor den Folgen im Hinblick auf die Internationalisierungsziele der HHN gewarnt.

Zahl der Studierenden aus Nicht-EU-Ländern sinkt um 53 Prozent

Diese Befürchtungen seien nach Auswertung der Fakten nicht nur bestätigt, sondern noch übertroffen worden: Vor Einführung der Studiengebühren waren im Jahr 2017 an der Hochschule Heilbronn insgesamt 326 Studierende aus Nicht-EU-Ländern immatrikuliert – seit Einführung der Studiengebühren ist diese Zahl auf aktuell 153 immatrikulierte Studierende gesunken, was einen Rückgang um 53 Prozent bedeutet. Dass insbesondere Studierende aus den ärmsten Ländern der Welt betroffen sind, wird am Beispiel des Entwicklungslandes Kamerun – jahrelang die zahlenmäßig größte Ländergruppe an der HHN – besonders deutlich – hier ist sogar ein Rückgang um 75 Prozent seit der Einführung der Studiengebühren bis heute zu verzeichnen. Das heißt in absoluten Zahlen: von 121 Studierenden 2017 auf 31 Studierende im Jahr 2020.

Prekäre finanzielle Lage

Die Folgen der Corona-Epidemie und der damit einhergehenden globalen Finanzkrise treffen die internationalen Studierenden – und wie oben dargelegt in besonderem Maße diejenigen aus Entwicklungsländern – besonders hart. Diese Studierenden – weit weg von ihren Familien, sozialen Netzwerken und organisierten Hilfen – waren bisher in hohem Maße auf schlecht bezahlte Mini-Jobs angewiesen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Aufgrund der Arbeits-und Bewegungseinschränkungen haben die meisten ihr ohnehin geringes Einkommen, zum Beispiel bei Jobs in der Gastronomie, verloren. Beim Wegfall dieser Beschäftigungsverhältnisse können sie auf keine sozialen Sicherheitsstrukturen zurückgreifen, weil diese in ihren Herkunftsländern häufig nicht existieren. Wenn auch noch ihre Familien zu Hause aufgrund der Corona-Pandemie ihr Einkommen verlieren, fallen auch die familiären Hilfen weg. Die aktuelle Situation, die auch studienzeitverlängernde Auswirkungen haben kann, wird sich finanziell weit in das kommende Wintersemester erstrecken.

Zeichen der Solidarität

Die Studiengebühren in Höhe von 3.000 Euro pro Jahr belasten internationale Studierende – auch im Vergleich zu den übrigen Studierenden aus der EU – auf eine Weise, die von diesen als existentiell und strukturell diskriminierend empfunden wird. Der Senat appelliert deshalb an das Wissenschaftsministerium und die Landesregierung, in dieser Situation ein Zeichen der Solidarität und der Mitmenschlichkeit von weltoffenen Hochschulen gegenüber unseren internationalen Studierenden zu beschließen und die Studiengebühren für internationale (Nicht-EU) Studierende mindestens für das laufende Sommersemester 2020 und das WS 2020/21 auszusetzen. Antragsteller sind Roland Schweizer und folgende Mitunterzeichnern des Senats: Uwe Feder, Dr. Ruth Fleuchaus, Nina Bastian, Susanne Hannss, Dr. Elena Dickert, Dr. Sabine Boos, Dr. Rolf Bendl, Dr. Ansgar Meroth, Dr. Thomas Pospiech, Dr. Priska Jahnke sowie Dr. Martina Shakya.

Überbrückungsangebote der Bundesregierung

Auch die Mitglieder des Hochschulrates beobachten laut der Mitteilung seit der Schließung der Hochschulen die Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie. Die Situation vieler Studierender war beziehungsweise ist aufgrund verlorengegangener Einkommensquellen schwierig und auch prekär geworden. Sie begrüßen, dass es mittlerweile seitens der Bundesregierung Überbrückungsangebote gibt, auch wenn hier mehr erwartet wurde, und möchten das frühe und nachdrückliche Engagement der baden-württembergischen Wissenschaftsministerin ausdrücklich hervorheben. Umso unverständlicher war beziehungsweise ist das Festhalten an den Studiengebühren für internationale (Non-EU) Studierende. Die Mitglieder begrüßen, dass es auch hier mittlerweile ein Entgegenkommen gibt und die Hochschulen über den Verzicht auf einen Teil der Studiengebühren selbst entscheiden können.

Vollständiger Verzicht auf Studiengebühren

Dennoch unterstützen sie den Beschluss des Senats und fordern das Wissenschaftsministerium und die Landesregierung auf, ein Zeichen der Solidarität und der Mitmenschlichkeit gegenüber internationalen Studierenden zu zeigen und vollständig auf die Studiengebühren für das SS 2020 und das WS 2020/21 zu verzichten. Auch wenn erhebliche (finanzielle) Belastungen auf Baden-Württemberg aufgrund der Corona-Pandemie zukommen, sind die Mitglieder des Hochschulrats der Ansicht, dass Baden-Württemberg diese Belastungen leichter tragen könne als die Herkunftsländer der internationalen Studierenden. Die Entwicklung der Einnahmen aus den Studierendengebühren internationaler Studierender zeige, dass Baden-Württemberg eine hohe Reputation genießt. Ein vollständiger Verzicht könne dieses Ansehen nur verbessern.

Quelle: Mitteilung der Pressestelle der Hochschule Heilbronn




Klassik unter Strom – Geisterkonzert in ehemaligem Krematorium

An der Hochschule Heilbronn, Reinhold-Würth-Hochschule, Campus Künzelsau wird seit 2004 traditionell für den Studiengang Betriebswirtschaft und Kultur-, Freizeit-, Sportmanagement (BK) eine Künstlerdozentur vergeben, deren Abschluss gebührend gefeiert wird. Ziel dabei ist laut einer Pressemitteilung, Künstler direkt am Hochschulstandort in der Lehre zu integrieren, um den praktischen Bezug für Studierende zu vertiefen.

Geisterkonzert

Für die vergangenen zwei Semester konnte Steven Walter, künstlerischer Leiter des PODIUM Esslingen, einer Plattform für intelligente Innovationen im Bereich klassischer und zeitgenössischer Musik, gewonnen werden. Gemeinsam mit Brigitte Russ-Scherer, Vorstandsvorsitzende der PODIUM Musikstiftung Esslingen sowie weiteren Verantwortlichen aus dem organisatorischen und künstlerischen Bereich des PODIUM hat Steven Walter den Lehrauftrag übernommen, dessen Abschluss nun wegen dem Corona-Virus mit einem Geisterkonzert am Donnerstag, den 25. Juni 2020, um 20 Uhr gefeiert wird.

Planänderung wegen Corona

Statt des ursprünglich auf dem Firmengelände von Ziehl-Abegg in Kupferzell geplanten Live-Konzerts muss die Veranstaltung nun im Netz stattfinden. Steven Walter hat sich gemeinsam mit den Studierenden für ein außergewöhnliches Konzertprogramm entschieden, das von einem sehr besonderen Ort ausgestrahlt wird: Komponist und Musiker Kaan Bulak trifft sich mit einem Streichquartett im Silent Green, einem ehemaligen Berliner Krematorium. Der Künstler kombiniert bei diesem exklusiven Konzert klassische Kammermusik mit eigenen Kompositionen. Das Konzert wird live via Facebook übertragen. Interessierte können sich über den Facebook-Account https://www.facebook.com/Reinhold.Wuerth.Hochschule einklinken.

Musiker und Kulturunternehmer

Steven Walter ist ein Kulturunternehmer und Cellist, der derzeit in Berlin und Stuttgart lebt. Bereits im Alter von acht Jahren begann er in seinem Heimatort Stuttgart Cello zu spielen und trat mit verschiedenen Ensembles auf. Nach seinem Abschluss studierte er Cello in Oslo und Detmold. Er trat als Solist und Kammermusiker an vielen Orten in Europa und ganz Skandinavien auf und erhielt Einladungen zu verschiedenen internationalen Festivals. Neben seiner Karriere als Musiker ist er ein engagierter Kulturunternehmer und -manager und Gründer sowie künstlerischer Leiter des PODIUM Festivals Esslingen. In Anerkennung seiner Arbeit als innovativer Musikförderer erhielt er 2010 den Echo Klassik und wurde zum Kulturmanager des Jahres 2011 ernannt.

Neue Verbindung aus Klassik und Elektronik

Kaan Bulak ist ebenfalls in Stuttgart aufgewachsen und lebt in Berlin. Er gehört zum Kreis der #bebeethoven-Fellows von PODIUM Esslingen und bewegt sich zwischen Klassik und Elektronik. So schreibt er etwa rein akustische Streichquartette und experimentiert im Tonstudio am Laptop an den Sounds. Der 29-Jährige setzt Elektronik wie ein akustisches Instrument ein, ebenso wie er akustische Instrumente elektronisch bearbeitet. In seinem #bebeethoven-Projekt erweitert Bulak den klassischen Konzertflügel durch einen selbstentwickelten Lautsprecher unter dem Flügel. Dieses „Augmented Piano“ ermöglicht die organische Integration von Live-Elektronik und Kammermusik. Sein Anliegen ist, eine neue Verbindung aus Klassik und Elektronik herzustellen: die elektro-akustische Kammermusik – irgendwo zwischen Clubkultur, Neuer Musik und Klangkunst.

Quelle: Mitteilung der Pressestelle der Hochschule Heilbronn