Es ging wohl um eine der sieben Todsünden
Ein 25-jähriger Mann hat vor dem Heilbronner Landgericht am Mittwoch, den 21. Dezember 2022, ausgesagt, seine Nachbarin in Belsenberg getötet zu haben.
Laut Anklage soll er im Mai 2022 seine 66-jährige Nachbarin in ihrer Wohnung mit einem Küchenmesser erstochen haben, um Wertgegenstände von ihr erbeuten zu können.
Motiv: Habgier
Am ersten Prozesstag berichtet der Angeklagte über sein Leben. Er erzählte von einer schwierigen Kindheit, frühem Alkoholkonsum, getrennten Eltern und einem gewalttätigen Stiefvater. Seine Freundin habe sich von ihm getrennt und ihn mit dem gemeinsamen Kind verlassen. Sein Schuldenberg betrage mehrere Tausend Euro. Und er sei schuldig – er wisse, was er getan habe.
Leiche auf dem Scheunenboden versteckt
Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, die Leiche der Frau auf einem Scheunenboden unter Unrat versteckt zu haben. Aus der Wohnung der Getöteten habe er im Anschluss ein Handy und Schmuck gestohlen. Seit dem 1. Juni 2022 befindet sich der Angeklagte in Untersuchungshaft. Zum Prozessstart hat der Mann angekündigt, im weiteren Prozessverlauf aussagen zu wollen.
Insgesamt sind 13 Prozesstage angesetzt. Die 1. Schwurgerichtskammer hat den Angeklagten, seinen Verteidiger, 44 Zeugen und zwei Sachverständige geladen. Zudem einen Dolmetscher für die rumänische Sprache, auf den der Angeklagte am ersten Prozesstag jedoch verzichtet hat. Ein Urteil könnte Mitte März fallen.
Quelle: SWR