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Straßenmeistereien, die die Grünflächen an den Straßen des Hohenlohekreises pflegen, werden in Zukunft etwa 20 Prozent der Böschung nicht mähen

Eine gute Infrastruktur ist nicht nur für den Verkehr, sondern auch für viele Tier- und Pflanzenarten wichtig. Um die „grüne Infrastruktur“ zu fördern und auszubauen, werden die Straßenmeistereien, die die Grünflächen an den Straßen des Hohenlohekreises pflegen, in Zukunft etwa 20 Prozent der Böschung nicht mähen. Laut Landratsamt Hohenlohekreis soll so für viele Arten ein Lebens- und Rückzugsraum entstehen, der zum Erhalt der Vielfalt beiträgt.

Sicht wird nicht beeinträchtigt

„Das Stehenlassen von verblühten Pflanzen sieht im Winter nicht so attraktiv aus“, erklärt Günter Thürauf, Straßenmeister beim Landratsamt Hohenlohekreis. „An den Randflächen beeinträchtigt es jedoch nicht die Sicht der Verkehrsteilnehmer und die Insekten haben eine Chance, entlang unserer Straßen zu leben.“ Die Artenvielfalt wird durch eine ökologische Pflege begünstigt, dazu kann die Grünpflege an den Straßen einen wichtigen Beitrag leisten.

Kurzfristig und kostengünstig umsetzbar

Der Hohenlohekreis war einer der sechs Teilnehmerlandkreise an dem dreijährigen Modellprojekt „Straßenbegleitgrün“ des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg. Das Projekt untersuchte, wie Straßenböschungen durch ökologische Pflege kostenschonend aufgewertet werden können. Die Auswertung der am Projekt beteiligten Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen ergab, dass besonders wirkungsvolle Methoden kostenintensiv sind. Andere Methoden, wie die sogenannten Refugialflächen auch über den Winter stehenzulassen, seien jedoch kurzfristig und kostengünstig umsetzbar. Im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel wird das Straßenbauamt daher auf den Erhalt von Grünstreifen an Straßenböschungen setzen.

Längerfristige Methoden werden gefördert

„Wir wollen auch Maßnahmen aus dem Modellprojekt fortführen“, betont der Leiter des Straßenbauamtes des Hohenlohekreises, Oliver Bückner. Längerfristige Methoden, wie das Mähen und Abräumen sowie die Verwendung von insektenfreundlichen Saatgutmischungen, werden vom Land durch das Sonderprogramm zur Stärkung biologischer Vielfalt gefördert. Diese über die normale Pflege hinausgehenden Maßnahmen werden bereits an den ehemaligen Modellflächen der L1020, der L515 sowie an weiteren Flächen der L1036 bei Hohebuch beziehungsweise an der B19 bei Hohebach umgesetzt.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis