1

Kennen Sie Gommershof bei Krautheim? Wir auch nicht

Macht man einen Spaziergang an der Jagst und läuft am Sportplatz in Gommersdorf vorbei, stolpert man über ein Schild mit dem Titel: „Lebensraum Jagst“ von der staatlichen Naturschutzverwaltung Baden-Württemberg und dem Landratsamt des Hohenlohekreises. Auf dem Schild wird die Jagst dargestellt als eine der „letzten ökologisch weitgehend intakten Flußlebensräume“. Der Leser erfährt auch, durch welche Städte und Ortschaften sich die Jagst im Jagsttal so durschlängelt. Und siehe da, es gibt doch tatsächlich noch ein Name, der vielleicht nicht jedem Einheimischen so geläufig ist. Zwischen Marlach und Krautheim gibt es ein Örtchen namens Gommershof. Noch nie gehört? Auch die GSCHWÄTZ-Redaktion kannte diesen Namen bislang nicht. Aber vielleicht handelt es sich dabei um einen kleinen Weiler, einen Hof, der nicht jedem geläufig ist?

Gibt man bei Google „Gommershof“ ein, findet man unter anderem etwas über das – wortwörtlich – „Grundeigenthum im Besitz der Frau Wittwe Esser zu Gommershof in der Gilbach“, man findet Gommershof im Zusammenhang mit dem Erzstift Köln und es wird einem der Europaweg 110 angezeigt. Von Gommershof bei Krautheim keine Spur. Google fragt: „Meinten Sie Gommersdorf“? Ja, vielleicht meinten wir Gommersdorf. Denn Gommersdorf sucht man vergebens auf dieser Karte.

Gommershof? Noch nie gehört. Foto: GSCHWÄTZ

Schild „Lebensraum Jagst“ am Sportplatz in Gommersdorf. Foto: GSCHWÄTZ

Schild „Lebensraum Jagst“ des Landratsamtes des Hohenlohekreises. Foto: GSCHWÄTZ

Das Schild befindet sich neben dem Sportplatz in Gommersdorf. Foto: GSCHWÄTZ

Jagst in Gommersdorf. Das Schild befindet sich unweit dieser Brücke. Foto: GSCHWÄTZ




Wer hat den größten?

Knapp 100 Schlepperfahrer samt Gefährt haben sich am vergangenen Wochenende auf dem Windberg in Gommersdorf getroffen. Drei Tage lang haben sich Traktorenfans, Landwirte und alle,
die haupt- und nebenberuflichTraktor fahren, ausgetauscht. Dieses Jahr gab es die traditionelle Schlepperausfahrt erst am Sonntag, da der Samstag von Starkregen überschüttet wurde. Gschwätz-Videoreporter Dr. Felix Kribus hat sich wie immer unauffällig und diskret unter die Besucher und Fahrer gemischt, um etwas vom Mythos Bulldog zu erfahren.

GSCHWÄTZ/Schleppertreffen in Gommersdorf am 25. und 26. Juni 2019

Traktorengebrumm kann sehr entspannend wirken. Foto: GSCHWÄTZ/Schleppertreffen in Gommersdorf am 25. und 26. Juni 2019

Freunde der großen Motoren versammelten sich und zeigten sich begeistert ob der gezeigten Modelle. Foto: Traktorengebrumm kann sehr entspannend wirken. Foto: GSCHWÄTZ/Schleppertreffen in Gommersdorf am 25. und 26. Juni 2019




Entsetzte Kinderaugen in Gommersdorf: Baumhaus muss abgerissen werden

Sehr kreativ waren Kinder in Gommersdorf. Sie bauten über den Sommer ein Baumhaus an der Jagst. Nun sind Behörden eingeschritten und ordneten an, das Baumhaus abzureissen.

Ein Sommermärchen geht zu Ende

Leider scheint es unseren Kindern in der heutigen Zeit nicht mehr vergönnt zu sein sich in der Natur auszuleben. Seltene Bachforellen, Muscheln und Vögel haben Vorrang! Um diese nicht zu vertreiben, mussten die Gommersdorfer Teenager ihr Baumhaus an der Jagst wieder abbauen. Sie hatten so viel Spaß beim Bauen und Baden und haben nach der Meinung vieler vom Ort Großes geleistet. Das sahen die zuständigen Mitarbeiter vom Landratsamt zwar genauso, aber dennoch bestand man darauf, dass das Erbaute innerhalb kürzester Zeit wieder verschwinden musste. Auch das vielleicht kommende Hochwasser spielte dabei eine Rolle, wenngleich das Baumhaus so hoch war, dass somit nicht nur dieses, sondern auch halb Gommersdorf unter Wasser gestanden wäre.
Schade nur, dass man unseren Kindern in der Natur keinen Raum mehr gibt und somit Alternativen wie Handy, PC, Fernsehen und Playstation gefördert werden.

FOTOS & TEXT // SUSANNE DÖRR

[Anm. d. Red.: Laut Susanne Dörr mussten die Kinder aus Gommersdorf das Baumhaus, das am Sportplatz an der Brücke stand, in zwei Tagen niederreißen. Herr Höfner vom Landratsamt bedauerte wohl den Beschluss. Der Entscheid kam scheinbar von der Landesregierung Baden-Württemberg. Diese hat sich auf GSCHWÄTZ-Nachfrage bislang noch nicht dazu geäussert.]