Es herrsche ein großer Leistungsdruck
In den letzten Wochen waren mehrfach Infostände der IG Metall vor dem Werksgelände von ebmpapst aufgebaut. Gewerkschaftsmitglieder wollten sich ein Bild über die Situation der Beschäftigten machen und führten dort Gespräche mit Mitarbeitern und führten eine Umfrage durch.

Erfolgreiche Verhandlungen mit DOMETIC
Hintergrund ist, dass die IG Metall bei ihrer Arbeit in Krautheim, wo in Verhandlungen ein Beschäftigungssicherheitspakt für die Beschäftigten bei Dometic bis 2027 erreicht wurde, auf ebm hingewiesen wurde. Die Umfrage ergab, so Uwe Bauer, 1. Bevollmächtigter der IG Metall in Schwäbisch-Hall, ein klares Bild:
Klare Aussagen der Arbeitnehmer:innen
Eingruppierungen beim Lohn werden als willkürlich empfunden, es herrsche ein hoher Leistungsdruck, 91 Prozent der Umfrageteilnehmer fordern einen Tarifvertrag mit mehr Geld und festen Regeln, der aktuelle Betriebsrat wird stark kritisiert, er sei geschäftsleitungsnah.
Uwe Bauer berichtet, dass die Geschäftsleitung zwar großen Wert darauf gelegt habe, dass die Gewerkschaft ihre Infostände anmeldete, auf eine Bitte zu einem Gespräch hätte die Geschäftsleitung nicht einmal geantwortet. „Anmelden war Ihnen wichtig, die Belange der Beschäftigten scheinen ihnen weniger wichtig zu sein.“
2020 sollten laut Bauer viele indirekte Beschäftigte gehen, die Mitarbeiter berichten ihm von Druck, Aufhebungsverträgen und vielen Eigenkündigungen. Das sei ungewöhnlich in dieser Schärfe, sagt Bauer. Vor allem das neue Lohn-Eingruppierungssystem LEIV werde von Vielen als willkürlich betrachtet, daher bestünden „schwere Befürchtungen“ bei den indirekten Mitarbeitern, bei denen ab dem 1.April ein neues Bewertungssystem eingeführt werden soll.
IG Metall will im März 2022 bei der Betriebsratswahl antreten
Deswegen will die IG Metall mit einer schlagkräftigen Liste bei der Betriebsratswahl 2022 antreten. Der derzeitige Betriebsrat zeige Unprofessionalität – im aktuellen Mitarbeitermagazin habe der Betriebsrat über die Regelungen zur Betriebsratswahl falsch informiert.
Rückblickend ist Bauer mit dem Erreichten bei WÜRTH und DOMETIC zufrieden: Bei WÜRTH seien inzwischen zehn Betriebsräte in der IG Metall organisiert, die Betriebsratsarbeit sei fruchtbar und konstruktiv. Auch die Geschäftsleitung würde den Betriebsrat ernstnehmen. Bei DOMETIC hat die IG Metall gerade eine Beschäftigungssicherung bis 2027 erreicht.

Ein Wunschzettel für ebm. Foto: IG Metall
Diese Erfolge nimmt die IG Metall zum Ansporn, auch bei ebm den Wahlkampf um die Betriebsratsmandate aufzunehmen.
„Ein Betriebsrat tut dem Unternehmen einen Gefallen“
Zu guter Letzt spricht die Gewerkschaft die Geschäftsleitung von ebm direkt an: „Wir haben keinen Fachkräftemangel, wir haben einen Arbeitskräftemangel.“ Richtig gute Leute würden das Unternehmen ebm verlassen – das sei kein Wunder: In tarifgebundenen Unternehmen können sie über 20 Prozent mehr verdienen. „Ein Betriebsrat tut dem Unternehmen einen Gefallen, die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass die Mitarbeiter bleiben.“
Text: Matthias Lauterer