Das, was hier passiert, grenzt einer Farce
Sodele, jetzt wollen wir auch gar nicht zu viele Gefühle da reinpacken, sondern das einfach abhandeln wie echte harte Hohenloher:innen. Augen zu und durch damit. Hohenlohes Landrat Dr. Matthias Neth betont in der letzten Kreistagssitzung (wir berichteten) noch einmal die Sachlichkeit des Themas. Emotionen sollen bitteschön draußen bleiben.
Abriss sehr wahrscheinlich
Verabschiedet sind die neuen Anträge das ehemalige Künzelsauer Krankenhausgebäude betreffend denn auch schnell. Die überwiegende Mehrheit der Kreisräte stimmte dafür, dass die Eigentümer:innen (die BBT-Gruppe und der Hohenlohekreis) nunmehr freie Hand haben, das Gebäude zu verkaufen und/oder abzureißen. Zu teuer eine Renovierung/Sanierung und neuerliche Nutzung.
Medizinisch total abgehängt
Derzeit schlafen ukrainische Flüchtlinge, vorwiegend, Frauen und Kinder, in diesem Gebäude. Darin ist auch das Sprachcafé integriert. Eigentlich wurde den enttäuschten Künzelsauer:innen vor fünf Jahren versprochen, als die Entscheidung fiel, das Krankenhaus wegen Unrentabilität zu schließen, dass man für Ersatz in Form eines MVZ (medizinischen Versorgungszentrums) an selbiger Stelle sorge (wir berichteten) und so die Räume umnutze, damit die Bevölkerung nicht total medizinisch abgehängt ist im Ländle.
Keine alternative Gesundheitsversorgung in Sicht
Doch auch das ist nun, wie der Kreistag entschied, wohl ein Ding der Unmöglichkeit. Kurz: Es gibt nicht die versprochene Ausgleichsversorgung durch ein MVZ, noch wurde der Rettungsdienst persönlich und finanziell gestärkt, um den Verlust des Krankenhauses in irgendeiner Form auszugleihen.
Was ist wichtiger: Ein neues Landratsamt oder ein Krankenhaus?
Das alles hatte die BI (Bürgerinitiative) zum Erhalt des Künzelsauer Krankenhauses vor Jahren bereits prophezeit. Nun ist alles genau so eingetreten. Fast zeitgleich zieht der Hohenlohekreis ein neues Millionenprojekt, nur einen Steinwurf von dem Krankenhausgebäude entfernt, hoch: ein neues, prestigeträchtige Landratsamt, nun Kreishaus genannt.
Fragt man die Einwohner:innen, was ihnen wichtiger wäre, ein neues Krankenhaus oder ein neues Kreishaus, dürfte die Antwort klar sein. Zumal es ihre Steuergelder sind, die zum einen für den Abriss und zum anderen für den Aufbau benutzt werden.
Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann