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Hitze: Wie verhalte ich mich richtig?

Die derzeitigen hohen Temperaturen können vor allem für ältere Menschen sehr belastend sein. Das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises gibt Tipps, wie man mit der andauernden Hitze umgehen kann:

  1. Ausreichend Trinken

Trinken Sie über den Tag verteilt mindestens 2-3 Liter. Am besten eignen sich Wasser, lauwarme Tees (Pfefferminz, Fenchel, Salbei usw.) und Saftschorlen.

  1. Frisches und leichtes Essen

Essen Sie leichte Mahlzeiten. Am besten eignen sich erfrischende und wasserhaltige Lebensmittel wie Wassermelone, Gurke, Salat, lauwarme Suppen und Joghurt.

  1. Wohnräume kühlen

Lüften sie am besten in den kühlen Morgenstunden und in der Nacht. Schließen Sie tagsüber größtenteils die Fenster und verdunkeln Sie sie z.B. mit Vorhängen, Rollläden oder Jalousien, damit die Sonne nicht ungehindert einstrahlen kann.
Dosiertes Lüften oder ein leichter Luftstrom kann vor allem in tagsüber genutzten Räumen sinnvoll sein, da der stete Zug für Verdunstung auf der Haut sorgt und so höhere Temperaturen erträglicher machen kann.

  1. Schutz vor Sonne

Bleiben Sie entweder überwiegend in der Wohnung oder halten Sie sich an kühlen und schattigen Orten wie zum Beispiel in einen Park oder einem Wald auf. Benutzen sie Sonnencreme mit mind. Lichtschutzfaktor 30 sowie eine Kopfbedeckung und eine Sonnenbrille.

  1. Körper kühlen

Tragen Sie helle, leichte und luftige Kleidung. Besonders eignen sich hierzu Stoffe wie Leinen, Baumwolle oder Seide. Kühlen Sie Ihren Körper gegebenenfalls mit Fußbädern, feuchten Tüchern oder Wassersprays.

  1. Vorsicht bei körperlicher Anstrengung

Wählen Sie möglichst die kühleren Morgen- und Abendstunden. Nutzen Sie schattige Orte. Achten Sie darauf, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen und machen Sie Pausen. Nehmen Sie Beschwerden ernst, wenn diese auftreten sollten.

  1. Medikamente kühl und trocken lagern

Lagern Sie Ihre Medikamente kühl, trocken und geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung. Klären Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, ob Ihr Medikament bei starker Hitze gut für Sie ist.

  1. Beschwerden ernst nehmen

Nehmen Sie Beschwerden durch Hitze ernst. Diese können unter anderem Schwindel, Schwächegefühl, Übelkeit und Kopfschmerzen sein. Gehen Sie zu einem Arzt oder rufen die Notrufnummer 112 an, wenn die Beschwerden nicht nachlassen oder stärker werden.

  1. Schlafen an kühlen Orten

Schlafen Sie im kühlsten Raum der Wohnung. Nutzen Sie leichte Bettwäsche aus Baumwolle oder ein dünnes Leinentuch. Tragen Sie leichte Schlafkleidung aus Baumwolle, Seide oder Naturfasern.

  1. Helfen Sie sich gegenseitig

Fragen Sie ältere Menschen bei Hitze, wie es ihnen geht. Erinnern Sie an ausreichendes Trinken, leichtes und kühles Essen, genügend Abkühlung und Überprüfung ihrer Medikamente. Und: Achten Sie auf Hitzewarnungen in den Medien.

Pressemitteilung Gesundheitsamt Hohenlohekreis

 




„Im Umfeld des Erkrankten gibt es weitere Erkrankte mit verschiedenen Symptomen“

Mathea Weinstock aus der Pressestelle des Landratsamts Hohenlohekreis nimmt Stellung zum GSCHWÄTZ-Artikel über den Norovirus in Forchtenberg:

„Bei einem Fall wird nicht von einem Ausbruch gesprochen“

GSCHWÄTZ: Ist es richtig, dass es in oder um Forchtenberg einen Ausbruch des Norovirus gibt?

Weinstock: Aktuell liegt dem Gesundheitsamt des Hohenlohekreises ein laborbestätigter Fall des Norovirus vor. Im Umfeld des Erkrankten gibt es weitere Erkrankte mit verschiedenen Symptomen, allerdings nach aktuellem Stand keine weiteren Bestätigungen. Bei einem Fall wird nicht von einem Ausbruch gesprochen.

Gesundheitsamt auf Mitwirkung aller Beteiligten angewiesen

GSCHWÄTZ: Hat das Gesundheitsamt Maßnahmen eingeleitet und wenn ja, welche?

Weinstock: Das Gesundheitsamt befindet sich in engem Kontakt und Austausch mit der Leitung der betroffenen Einrichtung, insbesondere zur fortlaufenden Risikoanalyse und Beratung. Wir empfehlen u.a. eine äußerst strenge Handhygiene, häufige Desinfektion, die Kontaktaufnahme zum Hausarzt bei entsprechenden Symptomen und Herbeiführung einer Diagnostik (Laborbestätigung durch Untersuchung von Stuhlproben) und nach Erkrankung 48 Stunden symptomfrei zuhause zu bleiben. Bei den genannten Maßnahmen ist das Gesundheitsamt ebenso wie der Träger der Einrichtung auf die Mitwirkung aller Beteiligten angewiesen.

GSCHWÄTZ: Ist der Ausbruch einer der Gründe dafür, dass der Kindergarten in Forchtenberg diese Woche geschlossen ist?
Weinstock: Für die Schließung von Einrichtungen ist der jeweilige Träger zuständig.

Vorsichtsmaßnahmen

GSCHWÄTZ: Gibt es Vorsichtsmaßnahmen, mit denen die Bevölkerung sich vor dem Virus bestmöglich schützen kann?
Weinstock: Siehe hierzu https://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/noroviren.html#c3907

Die Fragen stellte Matthias Lauterer




„Die Isolationsabteilung im Künzelsauer Krankenhaus ist weiterhin auf Stand-by“

Beim Besuch von Minister Manne Lucha in Hohenlohe hat die Leiterin des Gesundheitsamtes im Landratsamt Hohenlohekreis, Dr. Antje Haack-Erdmann, über die aktuelle Situation im Kreis gesprochen. Anschließend nutzte GSCHWÄTZ-Videoreporter Dr. Felix Kribus die Gunst der Stunde und sprach mit ihr über die Sorge vor einer zweiten Welle der Corona-Pandemie.

„Wir haben Angst vor einer zweiten Welle“

Dr. Haack-Erdmann erklärte, „wir haben Angst vor einer zweiten Welle, weil wir natürlich nicht wissen, was auf uns zukommt“. Man hätte jetzt zwar Erfahrungen und auch medizinische Erkenntnisse gesammelt, es sei aber nicht klar, „ob uns diese jetzt helfen bei einem neuen Ausbruch, wenn eine zweite Welle tatsächlich kommt“.

Appell an die Eigenverantwortung der Leute

Hinsichtlich der Reiserückkehrer ist die Leiterin des Gesundheitsamtes überzeugt, dass man auf diese „besonders Acht geben muss“. Man müsse sich sicher sein, „dass die Menschen, die da wiederkommen, sich der Gefahr bewusst sind, dass sie sich auch dann schützen und auch, wenn sie aus Risikogebieten kommen, testen lassen und sich danach verhalten“. Deshalb appellierte sie an die Eigenverantwortung der Leute.

Krankenzimmer sollen zu Büroräumen umgebaut werden

Dr. Haack-Erdmann erläuterte die Pläne für das stillgelegte Krankenhaus, in das eine sogenannte Taskforce einziehen soll. Die Krankenzimmer sollen zu Büroräumen umgebaut werden, in denen dann „zwischen zehn und 40 Personen abhängig von der epidemiologischen Lage gleichzeitig arbeiten können“. Gleichzeitig sei die so genannte Isolationsabteilung weiterhin auf Stand-by, „sodass diese, wenn es wieder erforderlich ist, wieder in Betrieb genommen werden kann“.

Video: Dr. Felix Kribus




„Niemand hat die Krise am Ende so zielorientiert und erfolgreich gemeistert wie wir“

„Meine Damen und Herren, warum haben wir die Corona-Krise so gut bewältigt?“, fragte Manne Lucha (Die Grünen) bei seinem Besuch in Künzelsau am Mittwoch, den 05. August 2020. Seine Antwort: „Weil wir zum ersten Mal konsequent Patientensteuerung betrieben haben“. Der baden-württembergische Sozialminister ist zurzeit auf seiner Sommertour und informierte sich im Hohenlohekreis, wie hier mit der Corona-Pandemie in der Vergangenheit umgegangen wurde, aber auch wie Gesundheitsamt und Kreis mit einer möglichen zweiten Welle umgehen wollen.
„Wir haben im Hohenlohekreis ungefähr eine doppelte Inzidenz.“
Zugegen waren bei der Veranstaltung in der Künzelsauer Stadthalle unter anderen einige Bürgermeister und Lokalpolitiker. „Schön, dass Sie im Hohenlohekreis sind und schön, dass Sie Ihre Sommertour hier auch weitergehen lassen in einem der Landkreise, der am meisten von der Corona-Pandemie betroffen war, vor allem auch, was die Inzidenz angeht, haben wir immerhin im Hohenlohekreis ungefähr eine doppelte Inzidenz als der Landesschnitt“, sagte Dr. Matthias Neth in seiner Begrüßung. Inzidenz bedeutet, die Anzahl der neu auftretenden Erkrankungen innerhalb einer Personengruppe von bestimmter Größe während eines bestimmten Zeitraums.
„Niemand hat die Krise so zielorientiert und erfolgreich gemeistert wie wir.“
„Wenn wir uns in der Welt ein bisschen umschauen, niemand hat die Krise am Ende so zielorientiert und erfolgreich gemeistert wie wir. Gerade auch wir in Baden-Württemberg mit der zweithöchsten Inzidenz und Sie haben Recht Herr Landrat, die Ausgangsbedingungen waren nicht optimal“, meinte Lucha anschließend. „Wir alle waren nicht darauf eingestellt, dass unsere Lieferketten für persönliche Schutzausrüstung von heute auf morgen nicht funktionieren.“
„Diese großen, flächenhaften Untersuchungen sind nicht sinnvoll“
Neben Lucha referierte die Leiterin des Gesundheitsamtes Künzelsau, Dr. Antje Haack-Erdmann, über die gewonnenen Erfahrungen im Umgang mit dem Virus und das weitere Vorgehen seiner Eingrenzung, inklusive der Recherche relevanter Überträger und Kontaktpersonen. „Wir sind immer noch an erster Stelle pro 100.000 Einwohner in Baden-Württemberg“, So Dr. Haack-Erdmann. „Wir hatten 47 Menschen, die direkt an Covid verstorben sind, und im Moment ist unsere Sieben-Tage-Inzidenz 5,3.“ Das Fazit der Leiterin des Gesundheitsamtes: „Was wir gelernt haben, finde ich hier interessant: Wir hatten hier nochmal im Mai einzelne Fälle, die aus dem flächendeckenden Untersuchungen gekommen sind, die einfach keine richtigen Fälle waren. Wo einfach falsch-positive Ergebnisse dazu führen, dass man sehr viel Arbeit hat, dass man den Verdacht hat, man hat Infektionskrankheiten, die keine sind. Und deswegen haben Sie ja auch in der Teststrategie entsprechend reagiert, dass diese großen, flächenhaften Untersuchungen nicht sinnvoll sind, sondern wir müssen immer an ein Ausbruchsgeschehen adaptiert sein, damit sie Sinn machen“. Was ihr zurzeit Sorgen mache, seien vor allem die Reiserückkehrer. „Wir alle haben Angst vor einer so genannten zweiten Welle und wir haben jetzt auch Einzelfälle von Reiserückkehrern, die eben durch das gute Management, die gute Fallermittlung auf diese Ausbrüche beschränkt waren. Wir haben zwar 50 Kontaktpersonen, aber im Moment nur fünf Fälle, die akut infiziert sind“.
Neue Taskforce mit vier Teams
Im  Anschluss stellte Mike Weise, Dezernent Umwelt und Ordnung, die neue Taskforce für den Hohenlohekreis vor: „Wir haben ein Kernteam „Kontaktperson Nachverfolgung“ gebildet, das mit insgesamt neun Mitarbeitern besetzt ist. Dieses Team besteht aus sowohl festen Mitarbeitern des Gesundheitsamtes als auch nach wie vor Mitarbeitern aus dem Landratsamt, aus anderen Fachämtern“. Insgesamt vier Teams sollen rollierend alle drei Monate wechseln. Deren Mitarbeiter waren bereits in dem Bereich tätig. „Wir wollen einfach das Wissen erhalten und die Fachämter so wenig und so planbar wie möglich zusätzlich belasten. Aufwuchsfähigkeit ist durch diese vier Teams ebenfalls gewährleistet. Das bedeutet, wenn wir ein größeres Ausbruchsgeschehen haben, nehmen wir eins, zwei oder drei der anderen Teams mit in den Betrieb hinein, um das Ausbruchsgeschehen abzuarbeiten“, so der Dezernent abschließend.
Gschwätz-Videoreporter Dr. Felix Kribus hat die Veranstaltung und den abschließenden Besuch des Ministers im Gesundheitsamt mit der Kamera begleitet.

Landrat Dr. Matthias Neth begrüßte den Minister und die anderen Gäste. Foto: GSCHWÄTZ

Dr. Haack-Erdmann macht sich Sorgen wegen Reiserückkehrern. Foto: GSCHWÄTZ

Verwaltungsmitarbeiter, Landrat Dr. Neth, Bürgermeister und Lokalpolitiker waren bei Luchas Besuch zugegen. Foto: GSCHWÄTZ




Hunderte Anfragen täglich – Gesundheitsamt arbeitet an der Belastungsgrenze

Viele Mitarbeiter der Landkreisverwaltung wurden zwischenzeitlich von ihrem eigentlich Aufgabengebiet abgezogen, um bei der Bewältigung der COVID-19 Lage andere Abteilungen zu unterstützen, so das Landratsamt des Hohenlohekreises in einer Pressemitteilung. Derzeit sind zirka 140 Personen im Einsatz, um Kollegen zu unterstützen, davon zirka 90 Personen im Gesundheitsamt. Die übrigen Personen sind im Koordinierungsstab sowie in der Verwaltung zur Unterstützung tätig (u.a. im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit oder im Bereich Personal- und Organisation).

Aufgrund der weiteren Ausbreitung des Coronavirus häufen sich die Anfragen beim Gesundheitsamt des Hohenlohekreises enorm. Hunderte von Anrufen gehen täglich über das Bürgertelefon ein. Außerdem sind die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes mit der Bearbeitung von positiv getesteten Bürgern beschäftigt. Quarantänebescheide müssen verschickt, Kontaktpersonen ermittelt sowie medizinisch-fachliche Entscheidungen getroffen werden.

Mit dem bisherigen Personalbestand und der bisherigen Organisationsstruktur sind diese Aufgaben nicht mehr zu bewältigen. Das Gesundheitsamt wird daher neu aufgestellt.
Die Medizinische Leitung bleibt bei Amtsleiterin Dr. Antje Haack-Erdmann. Zu ihrem Zuständigkeitsbereich gehören die Anrufe zu medizinischen Fragen, die medizinische Betreuung der Zentralen Abstrichstelle, die Fallermittlung und der öffentliche Gesundheitsschutz, der weiterhin erledigt werden muss. Die Verwaltungsleitung des Gesundheitsamtes übernehmen ab sofort die Amtsleiterin der Geschäftsstelle Kreistag, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Silke Bartholomä sowie Mike Weise, Leiter des Amtes für Ordnung und Zuwanderung. Hier sind nun das Bürgertelefon, die Organisation der Abstrichstelle sowie die allgemeine Fallermittlung (Ermittlung von Kontaktpersonen) und der Innere Dienst angesiedelt.
Die Verwaltung des Gesundheitsamtes hat bereits die Räumlichkeiten des Flurneuordnungsamtes in der Austraße 17 in Künzelsau bezogen und befindet sich somit in direkter Nähe zum Gesundheitsamt.

Die Bevölkerung, Ärzte, Organisationen, das Krankenhauspersonal sollen sich an das Bürgertelefon Tel. 07940 18-888 wenden. Dort werden die Anrufe entweder direkt an das medizinische Fachpersonal oder an die Verwaltung weitergeleitet.

Quelle: Pressemitteilung des Hohenlohekreises

Bildunterschrift:
Die neue Aufbauorganisation des Gesundheitsamtes des Hohenlohekreises.