Klassik unter Strom – Geisterkonzert in ehemaligem Krematorium
An der Hochschule Heilbronn, Reinhold-Würth-Hochschule, Campus Künzelsau wird seit 2004 traditionell für den Studiengang Betriebswirtschaft und Kultur-, Freizeit-, Sportmanagement (BK) eine Künstlerdozentur vergeben, deren Abschluss gebührend gefeiert wird. Ziel dabei ist laut einer Pressemitteilung, Künstler direkt am Hochschulstandort in der Lehre zu integrieren, um den praktischen Bezug für Studierende zu vertiefen.
Geisterkonzert
Für die vergangenen zwei Semester konnte Steven Walter, künstlerischer Leiter des PODIUM Esslingen, einer Plattform für intelligente Innovationen im Bereich klassischer und zeitgenössischer Musik, gewonnen werden. Gemeinsam mit Brigitte Russ-Scherer, Vorstandsvorsitzende der PODIUM Musikstiftung Esslingen sowie weiteren Verantwortlichen aus dem organisatorischen und künstlerischen Bereich des PODIUM hat Steven Walter den Lehrauftrag übernommen, dessen Abschluss nun wegen dem Corona-Virus mit einem Geisterkonzert am Donnerstag, den 25. Juni 2020, um 20 Uhr gefeiert wird.
Planänderung wegen Corona
Statt des ursprünglich auf dem Firmengelände von Ziehl-Abegg in Kupferzell geplanten Live-Konzerts muss die Veranstaltung nun im Netz stattfinden. Steven Walter hat sich gemeinsam mit den Studierenden für ein außergewöhnliches Konzertprogramm entschieden, das von einem sehr besonderen Ort ausgestrahlt wird: Komponist und Musiker Kaan Bulak trifft sich mit einem Streichquartett im Silent Green, einem ehemaligen Berliner Krematorium. Der Künstler kombiniert bei diesem exklusiven Konzert klassische Kammermusik mit eigenen Kompositionen. Das Konzert wird live via Facebook übertragen. Interessierte können sich über den Facebook-Account https://www.facebook.com/Reinhold.Wuerth.Hochschule einklinken.
Musiker und Kulturunternehmer
Steven Walter ist ein Kulturunternehmer und Cellist, der derzeit in Berlin und Stuttgart lebt. Bereits im Alter von acht Jahren begann er in seinem Heimatort Stuttgart Cello zu spielen und trat mit verschiedenen Ensembles auf. Nach seinem Abschluss studierte er Cello in Oslo und Detmold. Er trat als Solist und Kammermusiker an vielen Orten in Europa und ganz Skandinavien auf und erhielt Einladungen zu verschiedenen internationalen Festivals. Neben seiner Karriere als Musiker ist er ein engagierter Kulturunternehmer und -manager und Gründer sowie künstlerischer Leiter des PODIUM Festivals Esslingen. In Anerkennung seiner Arbeit als innovativer Musikförderer erhielt er 2010 den Echo Klassik und wurde zum Kulturmanager des Jahres 2011 ernannt.
Neue Verbindung aus Klassik und Elektronik
Kaan Bulak ist ebenfalls in Stuttgart aufgewachsen und lebt in Berlin. Er gehört zum Kreis der #bebeethoven-Fellows von PODIUM Esslingen und bewegt sich zwischen Klassik und Elektronik. So schreibt er etwa rein akustische Streichquartette und experimentiert im Tonstudio am Laptop an den Sounds. Der 29-Jährige setzt Elektronik wie ein akustisches Instrument ein, ebenso wie er akustische Instrumente elektronisch bearbeitet. In seinem #bebeethoven-Projekt erweitert Bulak den klassischen Konzertflügel durch einen selbstentwickelten Lautsprecher unter dem Flügel. Dieses „Augmented Piano“ ermöglicht die organische Integration von Live-Elektronik und Kammermusik. Sein Anliegen ist, eine neue Verbindung aus Klassik und Elektronik herzustellen: die elektro-akustische Kammermusik – irgendwo zwischen Clubkultur, Neuer Musik und Klangkunst.
Quelle: Mitteilung der Pressestelle der Hochschule Heilbronn