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Corona/Ingelfingen: „Es war, als wenn mir jemand den Boden unter den Füßen wegzieht“ – Frisörgeschäftsinhaberin Birsen über 100 Prozent Umsatzeinbruch

Seit 18 Jahren gibt es das Frisörgeschäft B&B in der Bühlhofer Straße in Ingelfingen schon. Noch nie in diesen 18 Jahren hat Inhaberin Birsen ihren Salon so lange geschlossen gehabt wie nun angesichts der Coronakrise. Seit nunmehr fast einem Monat empfängt die Frisörin entsprechend der baden-württembergischen Landesverordnung keine Kunden mehr. Wir haben mit ihr über längst überfällige Haarschnitte gesprochen und was die Zwangsschließung für ihr Geschäft bedeutet.

Dieser Satz ging ihr durch Mark und Bein

„Birsen, es ist soweit. Wir dürfen ab morgen nicht mehr arbeiten.“ Dieser Satz ihrer Beschäftigen Maria ging Birsen durch Mark und Bein. „Es war, als wenn mir jemand den Boden unter den Füßen wegzieht“, erinnert sich die dreifache Mutter.

Es war Freitagabend, den 20. März 2020, die neue Corona-Landesverordnung trat in Kraft und von heute auf morgen brach auch bei den Frisören im Ländle der Umsatz weg, denn sie mussten ihre Geschäfte schließen. „Wir sind dann Samstagmorgens ins Geschäft gegangen und haben für unsere Kunden einen Zettel an die Tür gehängt“, erinnert sich Birsen. „Der erste Kunde stand dann schon vor uns. Wir haben ihm die Lage erklärt und für ihn war das auch in Ordnung. Aber er hat auch gesehen, wie traurig ich war.“

„Kunden haben auch schon gefragt: Könnt ihr nicht zu uns nach Hause kommen?“

Schon fast mit einem lachenden Auge berichtet sie, dass der Kunde eigentlich freitags schon seinen Termin gehabt hätte, aber diesen verschlafen habe. Nun muss er Ausdauer beweisen, bis zum nächstmöglichen Termin. Denn wann Frisöre wieder aufmachen, ist bislang ungewiss.

„Wenn man das gewusst hätte, hätte man Kunden vorziehen und Überstunden machen können“, sagt die Frisörin. „Wir wurden auch schon von Kunden gefragt: „Könnt ihr nicht zu uns nach Hause kommen?“ Nein, das geht nicht“, betont Birsen. Immerhin drohen hohe Strafen bei Zuwiderhandlung.

„Ich will arbeiten und darf nicht“

Es sei eine verrückte Situation, sagt sie: „Ich will arbeiten und kann nicht arbeiten.“ Aber dennoch hat Birsen ihren Humor nicht verloren: „Ich habe zuhause meinen Hund Charly geschnitten, damit ich nicht aus der Übung komme. Birsen hat gehofft, dass „wir am 20. April wieder aufmachen dürfen, denn die Menschen müssen doch zum Frisör. Ich selbst bräuchte auch eine neue Farbe“, sagt sie lachend. Die baden-württembergische Landesregierung hat nun allerdings beschlosse, dass Frisöre frühestens wieder am 04. Mai 2020 ihre Geschäfte öffnen dürfen.

Birsen erinnert sich in diesen Tagen daran, wie schwer es am Anfang für sie war, dieses Geschäft aufzubauen. „Als ich mein Kind bekommen habe, bin nach fünf bis sechs Tagen wieder ins Geschäft gegangen und habe gearbeitet. Das war nicht einfach. Und jetzt, wo alles läuft, kommt so ein blöder Virus.“

„Ich habe Gott sei Dank meine Familie im Hintergrund“

Aber Birsen hat auch Glück im Unglück, was sie sehr zu schätzen weiß: „Mein Vermieter hat mit erst einmal meine Miete ausgesetzt. Meine beiden Mitarbeiterinnen verzichten auf ihre Löhne, bis alles wieder läuft. Dafür bin ich schon sehr dankbar.“ Auf die Frage, ob sie Existenzängste habe, wenn auf einmal 100 Prozent des Umsatzes wegbrechen, verneint sie. „Es gibt auch Frisöre, wo sehr viel Schulden haben. Gott sei Dank habe ich keine Schulden und bin nicht der Alleinverdiener, sonst würde ich jetzt dastehen. Ich habe Gott sei Dank meine Familie im Hintergrund.“

Derzeit lebt ihr Familie von dem Gehalt ihres Mannes und auch ihre Söhne unterstützen sie. Birsen hat auch den Sofortkredit beantragt, den die baden-württembergische Landesregierung ins Leben gerufen hat. Doch entgegen manch einem anderen Ladeninhaber wartet sie bislang noch auf das Geld.

„Den Mindestabstand können wir natürlich nicht einhalten“

Birsen hofft, dass die Frisöre bald wieder aufmachen dürfen, eventuell mit Auflagen. Sie kann sich vorstellen, dass Frisöre nur eine bestimmte Kundenanzahl in ihren Geschäften empfangen dürfen und Mundschutz getragen werden müsse. „Den Mindestabstand könnten wir aber natürlich nicht einhalten.“

Dennoch hat sie ihren Optimismus nicht verloren: „Auf schlechte Tage folgen auch immer gute. Und sie weiß: „Ich habe treue Kunden. Es liegt mir wirklich am Herzen, dass meine Mitarbeiterinnen hinter mir stehen. Ich soll mir keine Gedanken machen. Schließlich hocken wir alle im gleichen Boot.“

So lange war der Frisörsalon noch nie geschlossen. Foto: GSCHWÄTZ

 

von links: Birsen Cetinkaya, (49 Jahre), Maria Anthopoulou (46 Jahre), Irem Polat, (31 Jahre)




Kleine Wohlfühloase gefällig?

Es ist Montagmorgen und ich sitze beim Friseur. Montagmorgen? Das ist eher unüblich, haben doch an diesem Wochentag die meisten Haarschneider geschlossen. Aber heute ist ein besonderer Anlass. Sieben Jahre gibt es nun schon den Friseursalon Zoi Kelessi in Ingelfingen. Ein Grund, für uns nicht nur in, sondern auch hinter die Frisierspiegel zu schauen.

Zoi (rechts) in ihrem Frisörgeschäft in Ingelfingen. Foto: privat

Wie stolz macht es Sie, sieben Jahre hier in Ingelfingen diesen Salon zu führen?

ZOI: Wir sind sehr glücklich, dass uns unsere Kunden ein sehr großes Vertrauen über die Jahre entgegengebracht haben. Dafür möchten wir uns von ganzem Herzen bedanken.

Wie viele Mitarbeiter sind bei Ihnen beschäftigt?

ZOI: Unser Team besteht aus drei Friseurinnen: Zoi Kelessi, Helene Sitner und Anna Katsouri. Jede von uns betreut ein individuelles Fachgebiet, auf dem wir unsere Kundschaft mit neuen Ideen und außergewöhnlichen Looks inspirieren können. Anspruchsvolle Beratung im Bereich Schnitt, Make-up, Brautstyling, Hochsteckfrisuren und Farbgestaltung – das alles bieten wir unseren Kunden an. Hierfür gehen wir immer wieder auf Schulungen, um uns weiterzuentwickeln und neue Ideen zu sammeln.

Was möchten Sie dem Kunden vermitteln, wenn er zu Ihnen kommt?

ZOI: Das Wichtigste für uns ist, dass wir unseren Kunden eine kleine Wohlfühloase bieten. Das heißt, die Personen, die zu uns kommen, sollen aus dem Alltag entfliehen können und Entspannung fühlen. Dafür haben wir ein Wash House zum Haarewaschen mit zwei Liegen, die eine integrierte Massage anbieten. Eine kostenlose Kopfmassage gehört ebenfalls zu unserem Service dazu. Zudem legen wir unsere Termine so, dass wir genug Zeit einplanen, damit man sich den Kundenwünschen widmen kann.

Welche Produkte und Haarpflegemittel werden bei Ihnen verwendet?

ZOI: Wir arbeiten schon sehr lange mit Paul Mitchell zusammen und versuchen, so nachhaltig wie möglich zu arbeiten, um die Ressourcen der Umwelt zu schonen. Diese Produkte sind zu 100 Prozent tierversuchsfrei, deshalb haben wir mit ihm den perfekten Partner gefunden. Außerdem bieten wir für Damen und Herren mit Hautallergien Produkte der Marke
Kemon an. Diese Personen haben dann ebenfalls die Möglichkeit in den Genuss einer frischen, leuchtenden Haarfarbe zu kommen, ohne weitere Hautreizungen zu erleiden. Uns ist es sehr wichtig, dass wir auch diese Kunden zufrieden stellen können.

Ist Ihr Salon schon immer in diesen Räumlichkeiten gewesen?

ZOI: Ja, wir sind seit sieben Jahren hier und haben das große Glück, in diesem hohen, lichtdurchfluteten Raum arbeiten zu dürfen. Durch die vielen großen Fenster ist es uns möglich, Haarcolorationen unter Tageslicht durchzuführen, um das beste Ergebnis zu erzielen. Selbst im Sommer ist es hier angenehm zu arbeiten, es ist eine Klimaanlage vorhanden. Unserer Salon hat einen barrierefreien Eingang, Parkmöglichkeiten sind auf dem angrenzenden Parkplatz vorhanden.

Bieten Sie auch Ausbildungsplätze an?

ZOI: Gerne dürfen sich Interessenten für eine Ausbildungsstelle bei uns bewerben, ebenso suchen wir auch Verstärkung in Vollzeit / Teilzeit.

Das Team (von links): Anna Katsouri, Zoi Kelessi und Helene Sitner. Foto: privat

Text: Elke Brand

Fotos: privat

Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Werbeanzeige von ZOI.