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„Der arme Mann kam völlig abgekämpft am Friedhof an“

Ende Juni haben wir einen Artikel veröffentlicht über das Schild am Friedhof in Hohebach, das stets einen Parkplatz für des Pfarrers Vehikel freihält (https://www.gschwaetz.de/2020/06/27/hier-hat-der-pfarrer-immer-sein-plaetzchen/). Nun hat sich nach Wochen der Urheber des Schildes gemeldet, der keineswegs Ortspfarrer Markus Speer ist. Doris Zeller aus Hohebach erinnert sich: „Als der Pfarrer aus Hollenbach einmal unseren Ortspfarrer bei einer Beerdigung vertrat, hat er nur im Ort einen freien Parkplatz gefunden. Alle Parkplätze am und beim Friedhof waren bereits belegt. Der arme Mann kam völlig abgekämpft an.“ Schließlich seien es vom Ort bis zum Friedhof rund 500 Meter Weg und den „Buckel rauf“ geht’s auch noch.

Abhilfe für des Pfarrers Dilemma

Als Anfang 2020 erneut eine große Beerdigung anstand und wieder der Pfarrer aus Hollenbach als Vertreter fungierte, habe sich ihr Mann Alfred an des Pfarrers Dilemma erinnert und kurzerhand das Schild aufgestellt – in Absprache mit dem Kirchengemeinderatsvorstand. Sie wisse gar nicht, ob Pfarrer Speer das Schild schon gesehen hat. Der würde bei Beerdigungen zum Friedhof rauslaufen und benötige folglich dort auch keinen Parkplatz. „Aber die, die zum Gießen zum Friedhof rausmüssen, fahren entweder mit dem Auto oder mit dem Fahrrad“, lacht die Hohebacherin.




Hier hat der Pfarrer immer sein Plätzchen

Der Friedhof in Hohebach liegt beschaulich am Ortsrand, mittlerweile zwra nicht mehr ganz, weil das Neubaugebiet nun in direkter Nachbarschaft liegt. Aber doch etwas ausserhalb. Es ist ruhig hier, man kann den Vögeln beim Zwitschern zuhören, während man seine liebsten Verstorbenen besucht und die Blumen auf den Gräbern gießt. Einen Parkplatz findet man hier in der Regel auch immer. Oft hat man die freie Platzwahl.

Daher muss man schon zweimal hingucken, dass man nicht einen Strafzettel kassiert, wenn man hier auf dem falschen Plätzchen parkt. Denn ein Parkplatz ist hier offensichtlich reserviert für des Pfarrers Vehikel. Zumindest weist ein handgeschriebenens Schild auf diesen Umstand hin. Ein Laie fragt sich nun:Hat sich hier jemand einen Scherz erlaubt oder trägt das Schild einen Amtsstempel? Jedenfalls nicht offensichtlich. 

Damit Besucher künftig beim Parken keinen Fehler machen, haben wir uns an des Pfarrers Büro gewandt. Dieser ist leider nur schwer telefonisch zu erreichen. Daher haben wir von der Redaktion GSCHWÄTZ eine E-Mail geschrieben und wollten von ihm wissen: Ist das Schild von der Kirchengemeinde aufgestellt worden? Wenn ja, warum? Vielleicht ist es ja eine vorzeitige Platzreservierung bei größeren Veranstaltungen wie Beerdigungen von Nöten, damit der Pfarrer in jedem Fall nicht zu weit vom Friedhof entfernt parken muss. Haben andere Pfarrer in anderen Gemeinden auch einen eigenen Parkplatz? Bei vielen ist uns bekannt, dass das Pfarrhaus nur unweit vom Friedhof entfernt ist, so dass in der Regel auf das Laufen anstatt auf das Fahren zurückgegriffen wird und somit ein Parkplatz erst gar nicht benötigt wird.

Bei Sonnenschein ist der Weg vom Hohebacher Pfarrhaus bis zum Friedhof gut zu schaffen. Nur bei Regen könnte der Pfarrer, in Hohebach ist das derzeit Markus Speer, etwas nass werden, bis er am Friedhof ankommt. Da wäre dann ein Parkplätzchen direkt vor dem Friedhofseingang schon praktisch.

Markus Speer hat sich bislang noch nicht dazu geäussert.

Friedhof in Hohebach von aussen. Foto: GSCHWÄTZ




Heilbronn: 200 Menschen bei Trauerfeier – Polizei erstattete Anzeige gegen die Beteiligten

Es waren wohl doch etwas mehr. Die zunächst von der Polizei gegenüber GSCHWÄTZ bestätigte Zahl von 100 Trauernden (wir berichteten) bei einer Trauerfeier in Heilbronn wurde nun auf 200 in einer aktuellen Pressemitteilung der Polizei bezüglich des Einsatzes auf dem Friedhof erhöht.

Etwa 200 Trauernde fanden sich am Mittwoch, den 15. April 2020, für eine Beerdigung auf dem Heilbronner Westfriedhof ein. Nach dem Tod eines 36-Jährigen hatte die Familie des Mannes die Trauerfeier über die sozialen Medien angekündigt. Nach Rücksprache mit der Polizei wurde die öffentliche Einladung von den Familienmitgliedern zwar wieder zurückgenommen, trotzdem fanden sich am Vormittag zirka 200 Anteilnehmende auf dem Friedhof ein.

Da die Abstandsregeln während der Predigt und dem gemeinsamen Gebet vor dem Eingangstor des Friedhofes nicht eingehalten wurden, erhoben die eingesetzten Streifen die Personalien der Anwesenden.

Im Nachgang werden nun Anzeigen gegen die Beteiligten gefertigt. Hierzu dauern die Ermittlungen noch an. Die eigentliche Beisetzung fand daraufhin im kleinen Personenkreis statt. Die Polizei war mit zahlreichen Einsatzkräften am Ort des Geschehens.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Barocke Grabsteine auf dem Friedhof Künzelsau

„Andere Städte bauen für solche Denkmäler ein Museum“, zitierte die Künzelsauer Kunsthistorikerin Ursula Angelmaier einen der Restauratoren an einer offiziellen Begehung des Künzelsauer Friedhofes am 07. Oktober 2019, organisiert von der Stadt Künzelsau für die Gemeinderäte, Bürgermeister Stefan Neumann und dem Stadtarchivar Stefan Kraut. An der Friedhofsmauer des Künzelsauer Friedhofs reihen sich 16 barocke Grabsteine aneinander. Sie wurden vor Jahren in Mäusdorf eingelagert, um in diesem Jahr auf dem Friedhof von der Firma Dengel aus Schöntal-Berlichingen restauriert und professionell aufgestellt
zu werden.

Künstlerfamilie Sommer gestaltete damals viele der barocken Grabsteine

 

Auf deutschen Friedhöfen sind nur noch wenige Grabsteine aus dem 18. Jahrhundert erhalten, Künzelsau gehört somit zu einer der wenigen Gemeinden, die solche Kunstwerke besitzen. Wesentlich ist dies aber auch der Künstlerfamilie Sommer zu verdanken. Familie Sommer, wohnhaft in Künzelsau, fertigte diese außergewöhnlichen, kunstvollen Grabmale aus der Barockzeit auf Bestellung an. Familie Sommer war auch für die Figuren im Weikersheimer Schlossgarten zuständig.

Künzelsaus Kunsthistorikerin Ursula Angelmaier (links) erklärte die einzelnen Grabsteine. Foto: GSCHWÄTZ

 

„Der Pavillion der Stille hätte rund 250.000 Euro gekostet“

Die eigentliche Idee war es, auf dem Friedhof einen Pavillon der Stille zu errichten, um dort die barocken Grabsteine aufzustellen, damit diese vor der Witterung geschützt sind. „Der Pavillion der Stille hätte rund 250.000 Euro gekostet und es hätten nicht einmal alle 16 Grabsteine darin Platz gefunden“, erklärt Bürgermeister Neumann.

16 barocke Grabsteine ließ die Stadtverwaltung Künzelsau entlang der Künzelsauer Friedhofsmauer aufstellen. Foto: GSCHWÄTZ

 

Adeligen wollten Denkmäler

 

Bis zum Jahre 1700 gab es keine Grabsteine, denn damals hieß es‚ im Tode sind alle gleich‘, erklärt Angelmaier. Die wohlhabenden Bürger wollten sich nach dem Tode, nach Vorbild der Adeligen, jedoch ein Denkmal errichten. „So wollte man in der Nähe des Altares beerdigt sein – um nahe bei Gott zu sein. Luther schuf diese Regelung mit der Reformation ab“, erzählt Angelmaier.

Die Grabsteine aus Sandstein restaurierte die Firma Dengel aus Schöntal-Berlichingen. Foto: GSCHWÄTZ

Symbol des Todes

Die barocke Grabmalkultur war sehr redselig, sagt Angelmaier. Die Grabsteine beinhalteten sehr viel Inschrift. Diese Inschrift der Sandsteine erzählt das Leben des Verstorbenen. Der Beruf war eines der Attribute, die auf einem damaligen Grabstein nicht fehlen durfte. Sei er Anwalt oder Kronenwirt gewesen – es ist noch heute zu
lesen. Aber auch liebende Ehemänner widmeten ihrer verstorbenen Gattin ein Denkmal. Angelmaier beschrieb: Die Struktur der Grabstein-Gestaltung ist meist klar definiert. Am Fuße des Steines ist meist ein Symbol des Todes zu sehen. Zum Beispiel ein Totenkopf, Gebeine oder eine Sanduhr. Darüber, aber noch auf dem unteren Teil des Steines, befindet sich der Leichentext. Der Leichentext sei auch der Text, den der Pfarrer bei der Beerdigung gesprochen hat. Die Ornamente des Grabsteines seien sehr mode abhängig gewesen. Schleifchen, Bänder, Blätter, Engel – jedes Detail wurde mit Bedacht gewählt, um eine Botschaft des Denkmals zu vermitteln. Auf einem der Grabsteine sieht man etwa Engel, die förmlich aus dem Himmel stürzen und eine Krone bringen. „In den Händen von Frauen-Skulpturen sieht man meist ein Lamm oder ein Herz. Diese sollen die typischen Charakterzüge einer Frau wiederspiegeln. Das Lamm steht für Frommheit und das Herz in der Hand für Herzlichkeit“, schildert die Kunsthistorikerin.

Eine Ära der Kunst ging zu Ende

Aber mit dem Tod von Bildhauer Sommer ging auch seine Kunst. Die Vorlagen der Skulpturen waren zwar da, jedoch sieht man an den barocken Grabsteinen, die weiter hinten an der Friedhofsmauer stehen, dass der Sohn von Sommer einfach nicht dasselbe Talent hatte wie der Vater. Die Skulpturen und Ornamente wirken fast lieblos und nicht mehr so detailgetreu.

Fein gearbeitete Skulpturen und Ornamente zieren die Steine. Foto: GSCHWÄTZ




Forchtenberg: Ungebremst gegen Friedhofsmauer

Tödliche Verletzungen erlitt ein 56-Jähriger am Mittwochabend, den 05. Juni 2019, gegen 21.35 Uhr, bei einem Verkehrsunfall im Bereich der Schöntaler Straße in Forchtenberg. Der Mann war mit seinem Pkw aus Neu-Wülfingen in Richtung Forchtenberg gefahren und an der dortigen 90 Grad Linkskurve, vermutlich infolge zu hoher Geschwindigkeit, nach rechts von der Fahrbahn abgekommen. Der Wagen prallte ungebremst gegen die Friedhofsmauer. Die Mauer wurde auf einer Breite von zirca fünf Metern beschädigt und teilweise umgeworfen. Der 56-Jährige erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen. Die Feuerwehr Forchtenberg war mit drei Fahrzeugen und 22 Einsatzkräften vor Ort.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn

Foto: GSCHWÄTZ

 




Künzelsau: 31-Jähriger nach Vandalismus auf Friedhof festgenommen

Im Rahmen von Ermittlungen nach Vandalismus auf dem Friedhof Künzelsau hat die Polizei einen 31-Jährigen festgenommen. In der Nacht von Freitag, den 25. Januar 2019, auf Samstag, den 26. Januar 2019,waren in dem Friedhofsbereich an der Stettenstraße mehrere Gräber und Grabschmuck beschädigt oder zerstört worden. Nach einem Presseaufruf der Polizei hatten sich 20 Personen gemeldet, die Beschädigungen an Gräbern ihrer Angehörigen festgestellt hatten. In derselben Nacht gab es auch einen Einbruch in ein nahegelegenes Gebäude. Die Ermittlungen führten die Polizei schnell zu einem 31-Jährigen.

Dementsprechend beantragte die Zweigstelle Schwäbisch Hall der Staatsanwaltschaft Heilbronn einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung des Mannes, den das Amtsgericht Schwäbisch Hall erließ. In einer späteren Vernehmung räumte der 31-Jährige den Vandalismus auf dem Friedhof sowie den Einbruch in das Gebäude ein. Als Antrieb gab er persönliche Gründe an. Der Mann muss nun mit entsprechenden Anzeigen rechnen. Der entstandene Sachschaden beträgt mehrere tausend Euro.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn vom 29. Januar 2019

Foto: GSCHWÄTZ/Archiv/Friedhof in Künzelsau




Vandalismus auf dem Künzelsauer Friedhof

In der Nacht von Freitag, den 25. Januar 2019, auf Samstag, den 26. Januar 2019, wurden auf dem Friedhof Künzelsau in der Stettenstraße mehrere Gräber beschädigt beziehungsweise Grabschmuck zerstört. Die Unbekannten rissen Kreuze von den Gräbern, verteilten den Grabschmuck im Friedhofsbereich beziehungsweise beschädigten oder zerstörten diesen. Nach den bisherigen Ermittlungen ist davon auszugehen, dass es sich um mindestens zwei Vandalen gehandelt hat. Bisher konnte noch nicht geklärt werden, wie viele Gräber in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Der entstandene Sachschaden dürfte sich in einem vierstelligen Bereich bewegen. Die Polizei Künzelsau, Tel. 07940 9400, bittet Personen, die Hinweise zu den unbekannten Vandalen geben können, sich zu melden. Außerdem sollen sich Betroffene von geschädigten Gräbern bei der Polizei in Künzelsau melden.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn vom 27. Januar 2019