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Achim Beck: „Eltern können sich gerne bei mir beschweren“

Im Kocherstädtchen Niedernhall im Hohenlohekreis war die Verblüffung bei der:m ein oder anderen Einwohner:in groß, als im Amtsblatt die Freibadpreise für die Saison 2025 veröffentlicht wurden.

Die im Amtsblatt veröffentlichten neuen Preise schmecken nicht jedem.

So steigt etwa der Preis des Familientickets von 75 auf 90 Euro, was eine 20-prozentige Preissteigerung ist. In der Sitzungsvorlage werden denn auch die Gründe für die Erhöhung genannt.

So spielen die steigenden Energiepreise ebenso eine Rolle wie die geringeren Gästezahlen und das zunehmende Defizit des städtischen Haushalts:

Sitzungsvorlage zum Gemeinderatsbeschluss, die Preise für das Freibad zu erhöhen.

In dem Sitzungsbeschluss wird ebenfalls darauf verwiesen, dass die Preise letztmalig vor über elf Jahren, 2024, angehoben wurden.

Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck verweist gegenüber GSCHWÄTZ auf nach wie vor sehr günstige Eintrittspreise im Vergleich zu anderen Freibädern und hat auch zugleich noch eine Bitte an seine Bürger:innen:

Achim Beck: „Sie können sicherlich auch recherchieren“

„Sie als gute Redakteurin können sicherlich auch recherchieren, welche Preise in anderen Bädern aufgeworfen werden. Daran sehen Sie, dass wir in den letzten Jahren landesweit im Vergleich zu den Bädern mit den niedrigsten Preisen gehört haben. Abschließend sollten Sie und die Eltern wissen, dass die Eltern sich gerne bei mir „beschweren“ bzw. bei uns als Stadtverwaltung gerne auch Rückfragen stellen dürfen. Wir müssen nicht über Dritt [sic] – also Ihr Magazin – kommunizieren.“

Preise im Künzelsauer Freibad teilweise um über die Hälfte günstiger

Schaut man sich die Eintrittspreises des Kocherfreibades Künzelsau an, sind diese allerdings deutlich niedriger angesetzt. Jugendliche zahlen hier 1,50 Euro. Erwachsene 2,50 Euro – im Gegensatz zu 5 Euro in Niedernhall. Die Saisonkarte kostet mit mit 25 Euro für Erwachsene im Kocherfreibad in Künzelsau sogar die Hälfte weniger als in Niedernhall. Dort müssen Erwachsene ab dieser Saison satte 60 Euro hinlegen.

Einzelkarten

  • Erwachsene 2,50 Euro
  • Kinder und Jugendliche, 0 bis 16 Jahre, Schüler, Studenten, Schwerbeschädigte (ab 50 Prozent) 1,50 Euro

Saisonkarten

  • Erwachsene 25 Euro
  • Kinder und Jugendliche, 0 bis 16 Jahre, Schüler, Studenten, Schwerbeschädigte (ab 50 Prozent) 20 Euro
  • Familien (ein oder zwei Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche, 0 bis 16 Jahre) 45 Euro

Freibad Langenburg steht vor dem Aus

Andere Freibäder wie das beheizte Freibad in Langenburg steht angesichts der katastrophalen Haushaltslage der Stadt Langenburg sogar vor dem Aus. Im September rief der Verein Freibadfreunde Langenburg daher eine Spendenaktion ins Leben. Sie erklären darin:

„Liebe Freundinnen und Freunde des Freibades,
das Langenburger Freibad ist ein echtes Kleinod!
Leider sieht es für die Zukunft dieser schönen Einrichtung katastrophal aus.
Die Schulden der Stadt Langenburg haben zwischenzeitlich ein Ausmaß erreicht, das es langfristig für die Stadt unmöglich macht, das Freibad selbst zu betreiben.
Darüber hinaus stehen Sanierungen im Freibad an, die von der Stadt Langenburg nicht finanziert werden können.
Spätestens dann, wenn die Vorgaben des Gesundheitsamtes zur Hygiene nicht mehr erfüllt werden können, wird das Freibad dauerhaft schließen müssen.
Dem müssen wir vorbeugen.
Für die Sanierung sammeln wir daher Spenden. Zahlreiche kleinere Aktionen laufen bereits direkt vor Ort. Damit wir aber auch für zukünftige Generationen das Schwimmen lernen und Schwimmen sicherstellen können, braucht es einen großen Batzen Geld.
Die Gesamtkosten der Sanierung stehen noch nicht endgültig fest. Wir gehen davon aus, dass der Eigenanteil (unter Berücksichtigung aller möglichen Zuschüsse) sich am Ende des Tages auf 500.000 € summieren wird.
Daher sind die aufgerufenen 250.000 € nur ein erstes Etappenziel.
Mit dem Spendenaufruf möchten wir unser Eigenkapital erhöhen – damit wir gemeinsam mit der Stadt Langenburg Förderanträge stellen können – für die Sanierung unseres Freibads.
Unser Ziel ist es den Eigenanteil selbst zu übernehmen.
(Beispiel: Eine Sanierung kostet 1 Mio Euro, diese wird zu 90% gefördert allerdings muss man 10% selbst aufbringen) Und diese 10% möchten wir erreichen.
Die von uns angegebenen Zahlen gelten nur zur Anschauung und sind keine konkreten Zahlen.
Aktuell unterstützen wir als Förderverein „Freibadfreunde Langenburg e.V.“ die Stadtverwaltung Langenburg ebenfalls bei der Suche nach einer alternativen Betriebsform.
Sollte die Spendensumme nicht erreicht werden können, möchten wir die Stadt Langenburg mit dem gesammelten Geld bei den anfallenden Betriebskosten unterstützen.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns auf diesem Weg mit einer kleinen finanziellen Spende, einer Unterschrift oder einer Mitgliedschaft unterstützen würden. Auch ein Besuch in Langenburg – ob mit Freibadbesuch oder auch ohne – lohnt sich immer!
VIELEN DANK sagen die
Freibadfreunde Langenburg e.V.
Sollte das Schwimmbad nicht fortgeführt werden können, wird das Geld für zweckgebundene Angelegenheiten im Sinne der Förderung des Sports übergeben.“
500.000 Euro werden hierfür benötigt. 250.000 lautet das erste Etappenziel der Spendenrunde. Bislang sind rund 11.500 Euro zusammengekommen.
Die Corona-Pandemie hat das Freibad Langenburg vorbildlich gehandhabt. GSCHWÄTZ war damals mit einem Videoteam vor Ort:
Besucher begeistert: Geheimtipp Freibad Langenburg | GSCHWÄTZ – Das Magazin



OB Thilo Michler: „Alles ist wieder so wie vor der Pandemie“

Nach zwei von der Coronapandemie geprägten Jahren inklusive der bekannten Einschränkungen, herrscht ab Samstag Vollbetrieb im H2Ö – das Strandbad. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Öhringen hervor. „Wir können wieder unbegrenzt viele Personen im Freibad begrüßen, es gibt keine Zeitfenster und die beliebten Saisonkarten sind wieder da. Sie gelten für das Öhringer Freibad und das Freibad Michelbach. Auch sind die Eintrittspreise stabil geblieben. Es gibt keine Erhöhungen. Alles ist wieder so, wie vor der Pandemie“, freut sich Öhringens Oberbürgermeister Thilo Michler.

Keine Preiserhöhungen

„Sicherlich hatten die Einschränkungen auch ihre positiven Seiten. Durch die Gästeobergrenze und die Zeitfenster gab es mehr Platz zum Schwimmen und alles war ein bisschen entspannter“, sagt der OB. Dennoch freuen sich die Bäderbetriebe der Großen Kreisstadt das Freibad wieder wie gewohnt für alle zu öffnen. Das Freibad in Michelbach startet am Samstag, 4. Juni 2022.

Beheizte Becken

Der Vorverkauf der beliebten Saisonkarten läuft bereits seit dem 25. April. Die Nachfrage ist groß. Es wurden bereits rund 230 Karten verkauft. Sie gelten sowohl für das H2Ö – das Strandbad als auch für das Bädle in Michelbach. Die Saisonkarten sind im Rathaus-Foyer jeweils von Montag bis Donnerstag zu den Öffnungszeiten des Rathauses erhältlich. Ab Samstag können sie auch im H2Ö – das Strandbad direkt erworben werden. Für den Erwerb der Dauerkarten ist ein Lichtbild mitzubringen, weiterhin ist die Vorlage eines Personal-, Schüler- oder Schwerbehindertenausweises notwendig. Der Verkauf von Familienkarten ist nur möglich gegen Vorlage eines Familiennachweises (Familienstammbuch).

Das H2Ö – das Strandbad bietet folgende Attraktionen: Springerbecken, Schwimmerbecken, Spaßbecken (Nichtschwimmer) mit Riesenrutsche, Massagedüsen, Sprudler, Strömungskanal sowie ein Kinderbecken mit kleiner Rutsche und Wasserspielen. Die Becken sind auf ca. 22° C beheizt. Für den Spaßfaktor außerhalb des Wassers wartet ein Spielplatz mit Kletterschiff, Schaukeln, Sandkasten, Rasenliegefläche und Sandbereich, Beachvolleyball- und Beachsoccerfelder. Hunger und Durst können im großen Kioskbereich oder dem schönen Biergarten außerhalb des Bades gestillt werden. Das Bad ist täglich von 8 bis 19:30 Uhr geöffnet.

Öffnungszeiten

Täglich von 8 bis 19:30 Uhr

Bis 30 Minuten vor Ende der Badezeit ist der Eintrittsbereich geöffnet.

H2Ö – Das Strandbad

Rendelstraße 31, 74613 Öhringen

Telefon 07941 68 43 50

Bäderverwaltung im Rathaus

Telefon 07941 68-137 oder 68-131

Bade-Preise

  • Personen ab 17 Jahren 4 Euro. 5er-Karte 1 Euro; ab 18 Uhr ermäßigter Abendtarif 2 Euro.
  • Kinder ab 6 Jahre, Jugendliche bis einschl. 16 Jahre 2 Euro. 5er-Karte 8,50 Euro; ab 18 Uhr ermäßigter Abendtarif 1 Euro.
  • Familien mit Kindern bis einschl. 16 Jahre 10 Euro; ab 18 Uhr ermäßigter Abendtarif 4 Euro.
  • Schwerbehinderte ab 50 %, Schüler und Studenten, Bundesfreiwilligendienstleistende gegen Vorlage eines Ausweises 2 Euro. 5er-Karte 8,50 Euro; ab 18 Uhr ermäßigter Abendtarif 1 Euro.
  • Auswärtige Kindergärten, Schulklassen und Gruppen (Zeltlager usw.) ab 15 Personen 1,50 Euro

Saisonkarten (Eintritt ins Öhringer Freibad H2Ö – das Strandbad und Freibad Michelbach)

Familien mit Kindern bis einschl. 16 Jahre gegen Vorlage eines Familienstammbuches oder Ausweises 85 Euro. Personen ab 17 Jahre 60 Euro. Kinder ab 6 Jahre, Jugendliche bis einschl. 16 Jahre 30 Euro. Schwerbehinderte ab 50 %, Schüler und Studenten, Bundesfreiwilligendienstleistende gegen Vorlage eines Ausweises 30 Euro. Familie Schwerbehinderte gegen Vorlage eines Ausweises 70 Euro.

Am Samstag, den 14. Mai 2022, öffnet das H2Ö – das Strandbad in Öhringen seine Pforten.

 




Kinderplanschbecken in Künzelsau geöffnet – auch Stand up paddling buchbar

Die Infektionszahlen sinken, die Luft- und Wassertemperaturen steigen wieder. Deshalb ist ab Samstag, den 03. Juli 2021, das Kinderplanschbecken im Künzelsauer Kocherfreibad geöffnet: täglich von 13 bis 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Aufgrund der Inzidenzdaten ist keine Voranmeldung und auch kein Corona-Schnelltest-Ergebnis erforderlich. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau hervor.

Naturbecken noch geschlossen

Leider kann das Naturbecken noch nicht zum Baden freigegeben werden. „Das bedauern wir alle sehr und versuchen eine schnelle Lösung zu finden“,  erklärt Bernd Scheiderer, Leiter des Stadtbauamtes. „Die Wasserqualität lässt zurzeit keine Öffnung des Naturbeckens zu. Die Fachleute vermuten, dass die Verunreinigungen durch die Wasservögel verursacht werden.“ Wenn jetzt wieder Betrieb im Freibadgelände ist, ziehen sich die Wasservögel voraussichtlich etwas zurück. Zum Wohl der Badegäste müssen höchste Auflagen bezüglich der Wasserqualität erfüllt werden. Weil das Wasser im Naturschwimmbecken mit einer Pflanzenfilteranlage gereinigt wird, benötigt der Reinigungsprozess Zeit und auf den Einsatz von chemischen Mitteln wird komplett verzichtet. „Wir arbeiten mit Hochdruck an einer guten Lösung, damit wir möglichst schnell auch das Naturbecken zum Baden freigeben können.“

Wasservögel sollen Naturbecken verunreinigt haben

Das Planschbecken, mit einem Wasserpilz und einer Wasserrutsche, ist mit Trinkwasser befüllt und hat eine Wasserfläche von rund einhundert Quadratmeter. Den Spielplatz in Wassernähe finden kleine Badegäste super. Die große Liegewiese bietet viel Platz für Spiel und Bewegung – und das Einhalten der Abstandsregeln.  Auch das Beachvolleyballfeld kann bespielt werden. Tretboote, gesponsert von regionalen Unternehmen, Kanus und Boards für Stand Up Paddling (SUP) können gemietet werden.

„Bei Badewetter sind wir da und haben für diese Saison schöne neue SUP-Boards angeschafft“, so Daniel Heffner von Heffner outdoor events. „Richtig viel Spaß können die Freibadbesucher aber auch mit dem Gruppenboard haben. Die Boards und Boote können auch vorab telefonisch bei uns reserviert werden: Telefon 07940 548514.“

 

 




„Der Zeitpunkt der Öffnung ist noch nicht abschätzbar“

Im Mai startet wieder die Freibad-Saison – vielerorts laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. Nachdem das Freibad in Niedernhall im vergangenen Jahr seine Tore nicht geöffnet hatte, fragte GSCHWÄTZ bei Bürgermeister Achim Beck nach, ob in dieser Saison mit Badefreuden zu rechnen sei. Gründe für die letztjährige Betriebsruhe: die umfangreichen Corona-Auflagen für Freibäder (https://www.gschwaetz.de/2020/08/14/das-wasser-verfaerbt-sich-auf-natuerliche-art-und-weise/).

Zeitpunkt nicht abschätzbar

Jetzt versichert der Rathauschef: „Sofern die Corona-Pandemie und die geltende Corona-Verordnung es zulässt, wird das Freibad in Niedernhall eröffnet.“ Allerdings sei der Zeitpunkt der Öffnung wegen des momentanen Lockdowns noch nicht abschätzbar. Das Freibad sei trotz der letztjährigen Schließung „im gewöhnlichen Zustand, wie nach jedem Winter“. Er geht deshalb auch nicht von zusätzlichen Kosten aus, die bei einer Öffnung anfallen könnten.

Bedingungen und Tests

Achim Beck rechnet damit, dass „die Bedingungen für die Freibad-Öffnung sicherlich denen des Vorjahres – beispielsweise Abstand, Badegästebegrenzung, Vorgabe Zeiteinheiten, Online-Ticketing – entsprechen“ werden. Er persönlich vermute auch, dass darüber hinaus eine Nachweispflicht verlangt wird, also ob der Badegast bereits eine Corona-Infektion hatte oder geimpft ist. Oder er muss einen negativen Test vorlegen.

 




„Das Wasser verfärbt sich auf natürliche Art und Weise.“

Während Besucher in den Freibädern in Künzelsau und Langenburg ins kühle Nass springen können, stehen sie in Niedernhall vor verschlossenen Toren. Aufgrund der umfangreichen Coronaauflagen für Freibäder bleibt das Freibad in Niedernhall in diesem Sommer geschlossen. Ein Blick über den Zaun offenbart: Das Wasser im dortigen Becken sieht mittlerweile ziemlich grün aus.

Auf GSCHWÄTZ-Nachfrage schreibt dazu Bürgermeister Achim Beck per Mail: „Da wir derzeit das Wasser nicht chloren, verfärbt sich das Wasser auf natürliche Art und Weise. Im September wird das Wasser abgelassen, das Becken gereinigt und wieder zur Hälfte befüllt. Das Freibadbecken ist aufgrund von Hochwasser/Grundwasser immer teilweise befüllt, damit es im Hochwasserfall nicht aufschwimmt“.

Im GSCHWÄTZ-Video https://www.gschwaetz.de/schlagwort/freibad-langenburg/ hatte Langenburgs Bademeister Arnd Bezold bereits vor den Folgen gewarnt, wenn ein Freibad ein Jahr lang nicht in Betrieb geht. Denn eigentlich müssten solche Bäder trotzdem technisch weitergeführt werden, auch wenn es keine Besucher gäbe. Andernfalls seien die Folgekosten in den Jahren danach hoch. „Das ist eigentlich eine Milchmädchenrechnung“, so Bezold.




„Das ist eigentlich eine Milchmädchenrechnung“

Das Wasser im Freibad in Niedernhall schaut derzeit ziemlich grün aus. Eine eher ungewöhnliche Farbe, aber es sind auch ungewöhnliche Umstände. Immerhin hat das Freibad in dieser Saison wegen den Coronamaßnahmen geschlossen, andere Freibäder in Künzelsau und Langenburg etwa, haben indes geöffnet. Achim Beck, Niedernhalls Bürgermeister begründete die Entscheidung der Stadtverwaltung mit den umfangreichen Coronaauflagen, die es für Freibäder gibt, wenn sie in Coronazeiten offen haben.

Währenddessen warnte Langenburgs Bademeister Arnd Bezold im GSCHWÄTZ-Interview vor den Folgen, wenn ein Freibad ein Jahr lang nicht in Betrieb geht. Denn eigentlich müssten solche Bäder trotzdem technisch weitergeführt werden, auch wenn es keine Besucher gäbe. Andernfalls seien die Folgekosten in den Jahren danach hoch. „Das ist eigentlich eine Milchmädchenrechnung“, so Bezold.  https://www.gschwaetz.de/schlagwort/freibad-langenburg/

Eine Antwort von Achim Beck zu einer GSCHWÄTZ-Anfrage bezüglich der auffälligen grünlichen Färbung des Niedernhaller Freibadwassers steht derzeit noch aus.

Das Wasser im Freibad in Niedernhall schaut ziemlich grün aus. Foto: privat

Das Wasser im Freibad in Niedernhall schaut ziemlich grün aus. Foto: privat




„Besser geht’s nicht“

Freibad oder See oder lieber gar nichts in Coronazeiten? Der Breitenauer See wurde wegen Massenandrangs und nicht erfüllter Coronaregeln geschlossen. Die Stadt Niedernhall hat ihr Freibad erst gar nicht aufgemacht wegen der Flut an Regeln. Wie machen es aber die anderen, die offen haben? Langenburg ist ein kleines feines Freibad, zirka 20 Kilometer von Künzelsau entfernt. Beschaulich liegt es am Ortstand. Viele der Parkplätze im Grünen sind leer, auch die große grüne Liegewiese hat noch viele freie Lücken. Aber das ist in der heutigen Coronaausnahmezeit ein gutes Zeichen. Denn Langenburg hat den Coronastresstest bestanden und hat ein effektives System, damit Besucher hier in Ruhe baden und sich erholen können – ohne einen Massenandrang befürchten zu müssen.

„Pizzeria hier macht sehr leckeres Essen“

„Meine Schwester kommt öfter hierher. Ich bin jetzt das zweite Mal hier“, sagt Andrea Klenk aus Wertheim. Die Pizzeria hier im Freibad mache sehr leckeres Essen, auch die Wasserqualität sei sehr gut. Und man habe hier viel Platz. In Coronazeiten muss man sich in den meisten Freibädern vorab online anmelden. Hier sei dies sehr einfach. „Man kann sich telefonisch anmelden, was man zum Beispiel in Schwäbisch Hall nicht kann.“

„Alle froh, dass wir offen haben“

Doch welche Auswirkungen haben die neue Coronaregeln eigentlich für ein Freibad und seine Mitarbeiter? „Durch die Hygienemaßnahmen hat sich der Alltag sehr verändert“, sagt Arnd Bezold, er ist Bademeister im Freibad in Langenburg. Sehr viel mehr Reinigung und Desinfektionsmaßnahmen würden derzeit ausgeführt als üblich. Das Freibad hat sich dabei mit anderen Freibadbetrieben rund im Crailsheimer Raum abgesprochen. Sie fahren dabei quasi ein Dreischichtsystem. Die Besucher können sich für die morgendliche Schwimmschicht anmelden, für die Nachmittagsschicht (13.30 Uhr bis 17 bis 30 Uhr) oder für die Abendschicht ab 18 Uhr. Pro Schicht dürfen maximal 250 Besucher in das Freibad. Nur zweimal war laut Bademeister Bezold eine Schicht komplett voll. Es habe noch nie Probleme gegeben, dass Besucher nicht das Freibad nach Schichtende verlassen hätten, sagt Bademeister Bezold: „Die Menschen sind sehr verständnisvoll. Die Besucher sind alle froh, dass wir offen haben.“

Am Ende jeder Schicht müssen alle Besucher das Gelände verlassen

Am Ende einer jeden Schicht müssen alle Besucher das Gelände verlassen. Mittels einer Lautpsprecherdurchsage werden sie darauf aufmerksam gemacht. Dann beginnen die Reinigungsmaßnahmen. Bezold und sein Team reinigen dabei unter anderem die Umkleideräume, die Duschen, die Duschen an den Beckeneingängen sowie die Handläufe an dem gesamten Becken. Zu ihren Aufgaben gehört auch, die Menschen auf die gebotenen Abstandsregeln hinzuweisen. Zusätzliche Reinigungskräfte verstärken das Team in Langenburg, damit die Reinigungsmaßnahmen „in jedem Zeitblock zu bewältigen sind“, so der Bademeister.

Mittels Lautsprecherdurchsagen muss jeder das Gelände verlassen

Bademeister Bezold hatte zwar zu Beginn der Coronazeit ein mulmiges Gefühl, hier wieder anzufangen, aber „wir hatten uns gut vorbereitet. Wir hatten uns bei anderen Bädern, die schon früher aufgemacht haben, informiert. Wir haben eine Rundreise gemacht in Bayern“ und haben sich Freibäder angeschaut, die bereits wieder aufgemacht haben. Danach haben wir unser Konzept mit dem Gesundheitsamt in Schwäbisch Hall abgestimmt. Und das funktioniert.“

Niedernhaller Freibad bleibt in dieser Saison zu, Bademeister warnt vor den Folgekosten

Dass das Niedernhaller Freibad in dieser Saison wegen der hohen Coronaauflagen geschlossen bleibt, sieht Bademeister Bezold skeptisch: „Man kann eigentlich ein Freibad kein Jahr geschlossen lassen. Der Aufwand, der dann im Folgejahr kommen würde, wäre viel zu hoch. Man muss das Bad nach dem Winter im Frühjahr sauber machen. Das alte Wasser rauslassen, neues Wasser wieder rein. Die Anlage mal in Betrieb nehmen, ob die Leitungen noch in Ordnung sind, die Pumpen, ob die noch alle laufen. Und wenn man das ein Jahr lang gar nicht macht, sind die Foglekosten im darauffolgenden Jahr viel höher, wie wenn man gar nichts macht. Das ist eine Milchmädchenrechnung, die da manche aufstellen.“

Beheiztes Becken

Renate Hensler (80) und Lore Gröss (89) sind aus Langenburg und kommen oft ins örtliche Freibad. „Wir sind jeden Tag da“, sagt Lore Gröss. „Das Wasser ist immer so schön warm“, sagt Renate Hensler. Das Becken des Langenburger Freibades ist beheizt.Wegen Corona hatten sie keine Bedenken. „Das ist hier alles sehr gut organisiert. Aber viele von den Dauerschwimmern kommen nicht mehr“, bemerkt Renate Hensler.

„Zu viel Dreck in den Seen“

Renate und Franz Lang wohnen nur einen Steinwurf vom Freibad entfernt und sind schon seit Jahrzehnten Besucher. Was hat sich über die Jahre verändert, wollen wir von ihnen wissen. „Das Wasser ist wärmer geworden.“ Das Becken sei zwar schon immer beheizt gewesen, „aber der frühere Bademeister hat es nicht so arg warm gemacht“, findet Franz Lang. An Seen gehen die beiden nicht, weil „in den Seen von Langenburg zu viel Dreck drin ist“.

Trotz des Dreischichtsystems hat das Freibad Langenburg durch die Coronaauflagen weniger Besucher. An einem sonnigen Sommersonntag empfängt das Bad in der Regel zwischen 1.800 und 2.000 Menschen. Nun seien es um die 600. Man merke es schon, dass die Menschen durch Corona zurückhaltender seien.

Doris Schmezer aus Kupferzell ruht sich auf einer Liege inmitten der grünen Freibadwiese aus. „Es ist hier nicht so groß, es ist übersichtlich. Besser geht’s nicht.“

Anmeldung

Mindestens einen Tag vorher sollte man sich im Freibad Langenburg anmelden.

Text: Dr. Sandra Hartmann

Renate Hensler (80) und Lore Gröss (89) sind aus Langenburg und kommen oft ins örtliche Freibad. Foto: GSCHWÄTZ

„Das Wasser ist über die Jahre wärmer geworden“, sagen Renate und Franz Lang über das beheizte Becken. Foto: GSCHWÄTZ

Doris Schmezer aus Kupferzell genießt die Ruhe in dem Bad. Foto: GSCHWÄTZ

Trotz Corona ins Freibad: GSCHWÄTZ-Chefredakteurin Dr. Sandra Hartmann hat mit Mitarbeiterin und Besuchern des Freibades Langenburg gesprochen. Das Fazit war eindeutig. Foto: GSCHWÄTZ

 

 




Absperrungen von Freibadgelände gestohlen

Absperrungen im Wert von 6.500 Euro stahlen Unbekannte Anfang Juni vom Gelände eines Freibades in Öhringen. Hierzu erging nun eine Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn. Im Zeitraum zwischen dem 05. und dem 15. Juni müssen die Täter wohl mit einem großen Fahrzeug auf den Schotterparkplatz des Freibads in der Rendelstraße gekommen sein und von dort, die hinter Metallgittern gelagerten Absperrungen abtransportiert haben.

Etwa 60 rot/weiße Absperrschranken, zirka 20 rot/weiße Leitbaken und rund 40 Standfüße aus Hartkunststoff sind seitdem verschwunden. Zeugen, die den Diebstahl beobachten konnten oder Hinweise auf die Täter geben können, werden gebeten, sich telefonisch unter 07941 9300 beim Polizeirevier Öhringen zu melden.




Outdoor-Freizeitspaß in Öhringen ist wieder möglich – H2Ö und Fitnesspark geöffnet

Seit Samstag, den 13. Juni 2020, ist das Strandbad H2Ö in Öhringen mit Einschränkungen wieder geöffnet. Ein normaler Badebetrieb ist in dieser Saison aufgrund der aktuellen Situation aber nicht möglich. Um die Gefahr von Infektionen soweit wie möglich vorzubeugen, hat die Bäderverwaltung ein Hygienekonzept erarbeitet, das einige Änderungen im Freibadbetrieb erfordert.

Drei Zeitblöcke

Da nur eine begrenzte Anzahl an Personen gleichzeitig im Bad sein darf, wurden die Öffnungszeiten in die Zeitblöcke von 8 bis elf Uhr, von 12 bis 15 sowie 16 bis 19 Uhr unterteilt. Bis 30 Minuten vor Ende der jeweiligen Öffnungszeit ist der Eintrittsbereich geöffnet. Am Ende der Zeitblöcke müssen alle Badegäste das Freibad verlassen. In der Schließzeit werden notwendige Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten durchgeführt.

Tickets nur online oder in VVK-Stellen

Tickets können online unter https://kreisstadtoehringen.reservix.de/ gebucht oder in den Reservix-Vorverkaufsstellen im Mobiz im Bahnhof, bei der Hohenloher-Zeitung und der Buchhandlung Rau erworben werden. Beim Kauf in den VVK-Stellen wird eine Systemgebühr von 2 Euro erhoben. Zum Zweck der Nachverfolgbarkeit von möglichen Kontakten mit Corona-Infizierten müssen die persönlichen Daten für jeden Badegast hinterlegt werden. Auch für Kinder unter sechs Jahren und Begleitpersonen von Schwerbehinderten mit Berechtigung ist eine Reservierung vorzunehmen. Die gebuchten Tickets sind nur im entsprechenden Zeitfenster gültig. Nicht genutzte Tickets verfallen und es erfolgt keine Rückerstattung. Der Verkauf von Tageskarten, Mehrfachkarten und Saisonkarten ist nicht möglich.

Preise

Für Personen ab 17 Jahren kostet der Eintritt vier Euro, für Kinder ab sechs sowie Ermäßigte zwei Euro. Familientickets für maximal sechs Personen kosten zehn Euro. Kinder bis einschließlich zehn Jahren haben nur in Begleitung eines Erwachsenen Zutritt.

Einschränkungen

Da nicht in allen Bereichen der Sicherheitsabstand gewährleistet werden kann, gibt es folgende Einschränkungen: Der Strudel und die Wasserdüsen im Nichtschwimmerbereich sowie Wasserspiele im Kleinkindbereich sind nicht im Betrieb. Der Strandbereich mit Volleyballfeld, die Kletterwand sowie der Spielplatz bleiben vorerst geschlossen. Die Wertschließfächer stehen nicht zur Verfügung. Die Einzelumkleidekabinen können eigenverantwortlich genutzt werden, die Sammelumkleiden und der Warmumkleidebereich sind geschlossen. Der Duschbereich bei den Umkleiden ist geschlossen. Die Duschen im Beckenbereich können aber genutzt werden. Die Föhne sind außer Betrieb und Sitzbänke werden nicht aufgestellt.

Hygieneregeln

Kein Zutritt bei Covid-19-Symptomen oder Kontakt mit Covid-19-Erkrankten innerhalb der letzten 14 Tage. Im Warte-, Eingangs- und Ausgangsbereich ist ein Mund-Nasenschutz bis zu und von den Umkleidekabinen zu tragen. Hände müssen beim Betreten des Bades und bei Nutzung der Sanitäranlagen desinfiziert beziehungsweise gewaschen werden. Der Mindestabstand zu anderen Personen – auch auf der Liegewiese – beträgt 1,50 Meter. Gruppenbildung und Körperkontakt sind auch im und am Becken sowie am Beckenrand zu vermeiden. Personenbeschränkungen in den WC-Bereichen sind zu beachten. Nach dem Nutzen der Becken muss der eingezäunte Beckenbereich unverzüglich verlassen werden. Wege- und Abstandsmarkierungen sind zu beachten.

Neuer Fitnesspark

Wer nicht schwimmen gehen möchte, aber trotzdem Outdoor-Sport betreiben will, kann das seit Donnerstag, den 18. Juni 2020, auch im neuen Fitnesspark in der Cappelaue neben der Rollschuhbahn. Hier gibt zwei Bereiche: einen großen mit Trainingsgeräten und daneben ein Feld mit fünf Trampolinen unterschiedlicher Größe. Ein Trampolin ist verlängert, sodass man dort wie ein Känguru mehrere Sprünge auf längerer Strecke machen kann. Während die Kinder also fröhlich springen, können die Eltern die Fitness-Geräte ausprobieren und die Bauchmuskeln stärken.

100.000 Euro investiert

Zum Aufwärmen gibt es eine 70 Meter lange Außenbahn, die zum Einlaufen dient. Wer möchte, kann sich durch Übungs-Anleitungen an einem Hinweisschild inspirieren lassen. Zudem bietet der Spielgeräte-Hersteller eine kostenlose App zum Download an, die auch mit Erklärvideos zur ergonomisch richtigen Bewegungsausführung anleitet. Der QR-Code ist am Hinweisschild zu finden. Die Plätze sind mit einem Tartan-ähnlichen Belag ausgestattet. Wegen Corona gelten die Regelungen wie auf Spielplätzen, das heißt eine Person auf 10 Quadratmeter, Abstand halten, nicht vor Ort essen, Kinder nur unter Aufsicht von Erwachsenen. Die Stadt Öhringen hat hier 100.000 Euro investiert.

 

Im neuen Fitnesspark in der Cappelaue können sich Erwachsene als auch Kinder austoben. Foto: Stadt Öhringen

 




Lange Gesichter bei allen Hohenloher Freibadfans

In einer langem Statement erklärt Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck, warum das Freibad in Niedernhall in diesem Jahr geschlossen bleibt (siehe Text unten). Kurz und knapp: Die Coronaauflagen seien einfach zu hoch. Der eigentlich auf 19. Juni 2020 datierte Start für das umgebaute Kocherfreibad in Künzelsau hat die Stadtverwaltung der Kreisstadt ebenfalls verschoben. Die Stadtverwaltung verweist zum einen auf das schlechte Badewetter, zum anderen aber auch auf die nochauszuarbeitende Umsetzung der Coronaauflagen.

Neues Naturschwimmbecken für Künzelsau

Die Eröffnung des neuen Kocherfreibades in Künzelsau wird voraussichtlich auf Ende Juni 2020 verschoben. Das geht aus einer Nachricht der Stadt Künzelsau auf ihrer Internetseite vom 18. Juni 2020 hervor. Für die kommenden Tage ist kein Badewetter vorhergesagt, erklärt die Stadtverwaltung. Der für Freitag, 19. Juni 2020 geplante Start in die Saison könne deshalb leider nicht stattfinden.
 
„Das neue Naturschwimmbecken ist einfach toll geworden“, freut sich Bürgermeister Stefan Neumann. „Die wetterbedingte Verzögerung nutzen wir, um weiter mit Hochdruck an der Umsetzung der vorgeschriebenen ‚Corona-Vorgaben‘ zu arbeiten.“ Ziel ist es, den Badebetrieb so schnell wie möglich aufzunehmen.
 
Neben dem Badespaß stehe aber die Sicherheit der Badbesucher im Mittelpunkt. „Um ein möglichst praktikables Betriebskonzept umsetzen zu können, ist das Bäder-Team der Stadtverwaltung Künzelsau in enger Abstimmung mit dem zuständigen Gesundheitsamt des Landkreises“, heißt es seitens der Stadtverwaltung.
 
Ein neuer Eröffnungstermin werde so bald wie möglich bekannt gegeben.
 

Eintrittskarten vorab kaufen

Um ein Anstehen an der Freibadkasse zu vermeiden und das Infektionsrisiko zu minimieren, rät die Stadtverwaltung Eintrittskarten im Bürgerbüro im Rathaus, Stuttgarter Straße 7, Künzelsau, zu kaufen. Dort sind bereits jetzt Einzel- und Saisonkarten zu haben und natürlich auch im Kocherfreibad sobald es geöffnet ist:

Einzelkarten
Erwachsene: 2,50 Euro
Kinder und Jugendliche, 0 bis 16 Jahre, Schüler, Studenten, Schwerbeschädigte (ab 50 Grad der Behinderung): 1,50 Euro
 
Saisonkarten
Erwachsene: 25,00 Euro

Kinder und Jugendliche, 0 bis 16 Jahre, Schüler, Studenten, Schwerbehinderte (ab 50 Grad der Behinderung): 20,00 Euro
Familien (ein oder zwei Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche, 0 bis 16 Jahre): 45,00 Euro

 

Niedernalls Bürgermeister Achim Beck erklärt die Entscheidung

 

Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck legt in einem Statement offen, welchen Coronavorschriften Freibäder derzeit unterliegen, um der Bevölkerung die Entscheidung näherzubringen, die den Gemeinderat bewogen hat, das Freibad in dieser Saison gänzlich geschlossen zu lassen. Anbei lesen Sie seine Begründung in voller Länge:

 

„Liebe Niedernhallerinnen, liebe Niedernhaller, liebe Badegäste,

in der letzten Sitzung am vergangenen Montag hat sich der Gemeinderat mit einer Thematik von großer Tragweite und Bedeutung, nämlich der Öffnung des Niedernhaller Freibades in der Badesaison 2020, befasst. Dabei haben die einzelnen Ratsmitglieder die Gründe, die für bzw. gegen eine Badöffnung sprechen, in einer überaus sachlichen Diskussion sorgsam miteinander abgewogen. Zum Abschluss des angeregten Austausches von Argumenten hat der Gemeinderat mehrheitlich beschlossen, dass das Niedernhaller Freibad infolge der pandemiebedingten Anforderungen in der Badesaison 2020 nicht geöffnet wird.

Mir und dem gesamten Gremium ist es ein wichtiges Anliegen, Sie, liebe Badegäste, über die relevanten Umstände und Beweggründe, die zu dieser Entscheidung geführt haben, umfassend zu informieren. Vorwergnehmen möchte ich an dieser Stelle, dass weniger finanzielle Aspekte zu diesem Ergebnis geführt haben. Vielmehr haben die vielfältigen und weitreichenden Anforderungen des Hygienekonzeptes den Ausschlag für diese Entscheidung gegeben.

Wie Sie der Tagespresse entnehmen konnten, dürfen Frei- und Hallenbäder seit Samstag, den 06. Juni 2020, unter Wahrung des Infektionsschutzes wieder ihren Betrieb aufnehmen. Maßgeblich für die einrichtungsspezifischen Hygieneanforderungen ist dabei die Corona-Verordnung Sportstätten vom 04.06.2020.

Im Einzelnen sind danach folgende Vorgaben zwingend in das Hygienekonzept aufzunehmen:

1.) Anzahl der zulässigen Badegäste

a.) Liegewiesen

Nach der Corona-Verordnung dürfen maximal 800 Personen gleichzeitig die Liegewiesen nutzen. Diese Anzahl errechnet sich aus der Gesamtfläche der Liegewiesen (ca.  8.000 m²) mit 10 Quadratmetern pro Person. Dies ist somit die maximale Anzahl an Badegästen, die das Freibad in der Badesaison 2020 gleichzeitig nutzen dürfen. Informativ verweise ich an dieser Stelle darauf, dass an heißen Sommertagen im Niedernhaller Freibad 2.000 – 3.000 Badegäste nicht unüblich sind.

b.) Schwimmerbecken

In Schwimmerbecken errechnet sich die maximale Anzahl an Personen, die sich gleichzeitig im Becken aufhalten, aus der Wasserfläche (650 m²) mit 10 Quadratmetern pro Person. Die entspricht umgerechnet einer Anzahl von maximal 65 Personen. Abweichend hiervon kann die Wasserfläche in einzelne Bahnen, möglichst mit Leinen oder anderen geeigneten Markierungen, unterteilt werden. Innerhalb der Bahnen ist ein Einbahnsystem einzuführen; dabei kann jede Bahn auf einer Bahnlänge von 50 Metern von maximal zehn Personen gleichzeitig genutzt werden. Es ist darauf zu achten, dass kein Aufschwimmen oder Überholen stattfindet.

c.) Nichtschwimmerbecken

Im Nichtschwimmerbecken errechnet sich die maximale Anzahl an Personen, die sich gleichzeitig im Becken aufhalten, aus der Wasserfläche mit 4 Quadratmetern pro Person. Bei einer Wasserfläche von 560 m² dürfen folglich maximal 140 Personen gleichzeitig das Nichtschwimmerbecken nutzen. Diese Anzahl wäre im Verlauf der Sitzung vermutlich noch bis um die Hälfte reduziert worden, damit die Badefläche mit Blick auf die Abstandsregeln übersichtlich bleibt.

d.) Kinderbecken

Nach den Vorgaben der Corona-Verordnung muss die Anzahl der Badegäste bei einer Fläche von 150 m² auf max. 37 Personen (4 m²/Person) gleichzeitig beschränkt werden. Diese Anzahl wäre im Verlauf der Sitzung vermutlich noch bis um die Hälfte reduziert worden, damit die Badefläche mit Blick auf die Abstandsregeln übersichtlich bleibt

e.) Wasserrutsche/Sprungturmanlage 

Die Wasserrutsche sowie die Sprungturmanlage können nur im Wechsel geöffnet werden. Hier gelten keine Personenzahlbeschränkungen, allerdings müssen die Abstandsregeln eingehalten werden. Dies hat zur Folge, dass die Rutsche und die Sprungtürme immer nur von einer Person betreten werden dürfen. Weitere Personen müssen demzufolge vor den Attraktionen warten.

f.) Generelles Abstandsgebot im gesamten Freibad

Auf dem gesamten Freibadgelände ist ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zwischen sämtlichen anwesenden Personen einzuhalten. Ausgenommen hiervon sind lediglich Familienangehörige und deren Partner. Somit ist ein sonst üblicher direkter und ungezwungener Kontakt mit Nachbarn, Freunden und Schulkameraden im Freibad nicht gestattet.

Leider ist es so, was für viele Bürger unverständlich ist, dass im Bad bzw. einer Sportstätte lediglich Familienangehörige ohne Abstandsregeln zusammen sein dürfen, während im öffentlichen Raum mittlerweile bis zu 10 Personen (die nicht verwandt oder verschwägert sind) ohne Abstandsregeln zusammen sein dürfen.

2.) Einführung von 2 Badeschichten

a.) Seitherige Öffnungszeiten

Das Freibad Niedernhall hat bislang mit Ausnahme der Schlecht-Wetter-Regelung zu folgenden Zeiten geöffnet:

Montag                               13:00 – 19:00 Uhr
Dienstag-Sonntag            09:00 – 19:30 Uhr

b.) Hygieneplan spricht für mindestens 2 Badeschichten

Um im Hinblick auf die reduzierte Gesamtanzahl an Badegästen möglichst vielen Personen das Baden zu ermöglichen, sieht ein mögliches Hygienekonzept 2 Badeschichten vor. Vorgeschlagen wurde von Montag – Sonntag der Zeitraum von 10:00 Uhr – 14:30 Uhr          und 15:00 Uhr – 19:30 Uhr. Je Badeschicht könnten die Badegäste somit maximal 4,5 Stunden im Freibad verweilen.

3.) Erwerb von Eintrittskarten nur über Online-Ticketing möglich

Nach der geltenden Corona-Verordnung ist eine übliche Öffnung der Freibadkasse nicht gestattet. Dies hat zur Folge, dass Eintrittskarten für das Freibad nur über ein Online-Ticketing-System erworben werden können. Allerdings ist in diesem Falle ein Erwerb von Familienkarten, Jahreskarten, Zehnerkarten und verbilligten Abendtarife zum heutigen Tag nicht möglich. Dies hat zur Folge, dass alle Badegäste online lediglich Tagestickets in den Kategorien Erwachsene (4 €), Ermäßigte (3 €) und Jugendliche (2 €) erwerben können. Die ansonsten verbilligten Eintrittsformen (Familien-, Saison- und Zehnerkarten) können somit in der Badesaison 2020 nicht angeboten werden.  Das Online-Ticketingsystem dient weiter zwingend dazu, die geforderten Personalien der Badegäste aufzunehmen und im Bedarfsfall nachzuweisen. In dieser Angelegenheit hat die Verwaltung im Vorfeld bereits Kontakt mit einem regionalen Unternehmen aufgenommen. Dieses Software-Paket für Freibadtickets könnte allerdings frühestens am 29.06.2020 in Betrieb gehen. Unter der Annahme von Freibadeinnahmen aus den Vorjahren (Juli und August 2019) ist daher mit einem Entgelt in Höhe von ca. 13.000 € für diese Dienstleistung zu rechnen.  Dafür entfällt allerdings auch die Kassentätigkeit an der Freibadkasse sowie der Buchungsaufwand in der Verbandskämmerei. Allerdings wird eine Person für die Zugangskontrolle benötigt, welche die Tickets/QR-Code vor dem Betreten des Bades einscannt.

Auch wenn das Freibad 2020 nicht öffnet, war sich der Gemeinderat darüber einig, das Online-Ticketsystem auch für die künftige Freibadjahre einzuführen, vorausgesetzt Jahreskarten und Mehrfachkarten, sowie Abendtarife können in diesem System abgebildet werden.


4.) Ausarbeitung eines Hygienekonzeptes

  • 2 Abs. 2 CoronaVO Sportstätten sieht vor, dass Betreiberinnen und Betreiber von Bädern in einem einrichtungsspezifischen Hygienekonzept festzulegen haben, wie die Maßgaben im konkreten Fall eingehalten und umgesetzt werden können. Vor Öffnung des Freibads ist ein Hygienekonzept auszuarbeiten, welches folgende Inhalte umfasst:
  • Angaben über die Einhaltung der allgemeinen Hygiene- und Abstandsregeln samt Ausschilderung
  • Vorhaltung von Hand-Desinfektionsstationen
  • Festlegungen zum Betreten und Verlassen des Bades, u.a. Maskenpflicht beim Ticketscan und getrennte Wegführung
  • Reinigungsvorgaben und Einlassbeschränkung für Toiletten
  • Schließung der Duschräume
  • Regelung zur Nutzung und Reinigung der Einzelkabinen
  • Regelung zur Nutzung der Attraktionen (Sprungturm und Rutschen, Volleyballfeld, Tischtennisplatte)
  • Vorgaben und Regelungen für den Gastronomie-/Kioskbereich
  • Angaben zu den Laufwegen; Regelung von Ein- und Ausgängen sowie Ausschilderung
  • Hinweis auf Badezeiten/Badephasen
  • Vorgaben zum Schwimmen im Einbahnsystem innerhalb des Schwimmerbeckens
  • Erläuterung zur Einlassbeschränkung (Liegefläche und Badefläche)
  • Angaben zur Erste-Hilfe-Leistung im Notfall
  • Regelung zur Gesundheitsprüfung; Angabe zum Betretungsverbot für Personen, die zu Infizierten Kontakt hatten bzw. Badegäste, die Symptome aufweisen
  • Angabe zur Führung von Listen zwecks Kontaktnachverfolgung
  • Angaben zur personellen Besetzung; Aufsichtspersonen pro Becken/Attraktion

Während der Badesaison ist von dem Badepersonal durchweg auf eine strikte Einhaltung und Umsetzung der vorstehenden Vorgaben hinzuwirken, was für alle Bediensteten der Stadt eine hohe Verantwortlichkeit mit sich bringt. Im Falle von Schwachpunkten beim ausgearbeiteten Hygienekonzept stehen zudem haftungsrechtliche Fragen im Raum.

5.) Erhöhter Personaleinsatz in der Badesaison 2020

Die CoronaVO Sportstätten sieht in § 2 Absatz 5 vor, dass für jedes Becken sowie für jede Attraktion eine Person zu bestimmen ist, die für die Einhaltung der verordneten Vorgaben verantwortlich ist. Daneben müssen während den beiden Badephasen stets ein Kartenkontrolleur und eine Reinigungskraft vor Ort sein, die die benutzten Umkleidekabinen sowie WCs mehrmals täglich reinigt. Bei einem heißen Freibadtag müssen daher 6 Personen im Freibad eingeteilt sein:

  • 1 Reinigungskraft
  • 1 Bademeister am Schwimmerbecken
  • 1 Aufsichtsperson/Bademeister am Nichtschwimmerbecken
  • 1 Aufsichtsperson an der Rutsche/Turm (im Wechsel)
  • 1 Aufsichtsperson/Bademeister am Kinderbecken
  • 1 Person für Ticketing & Springer

Bei schlechtem Wetter kann die Anzahl der Personen anforderungsgerecht reduziert werden. Unterm Strich ist jedoch mit einem erhöhten Personaleinsatz zu planen.

6.) Finanzielle Auswirkungen

Die finanziellen Folgen der pandemiebedingten Auflagen und Herausforderungen sind nur schwer abschätzbar. Deshalb haben sie bei der Entscheidungsfindung auch eher eine untergeordnete Rolle gespielt. Im Vergleich zu den vorausgegangenen Badejahren werden die Mehrkosten in der Badesaison 2020 auf rd. 100.000 € geschätzt.

Abschließend möchte ich nochmals ausdrücklich betonen, dass es sich der Gemeinderat bei dieser Entscheidung nicht leicht gemacht hat. Alle, die wir gemeinsam Verantwortung für unser Kocherstädtchen tragen, würden uns von Herzen über eine ausgelassene und sorgenfreie Badesaison freuen. Dies ist in diesem Jahr leider aufgrund der pandemiebedingten Auswirkungen nicht möglich. Letztendlich waren es die umfangreichen Hygieneanforderungen und die damit verbundenen Einschränkungen und Auflagen, die den Ausschlag für diese Entscheidung bewirkten. Insbesondere die strikten Abstandsgebote, die Zulassungsbeschränkung bei der Einlasszahl, der begrenzte Personenzulass zu den einzelnen Becken, die eingeschränkte Nutzung der Attraktionen, die Notwendigkeit von verbindlichen Badeschichten, der zwingende Erwerb von Eintrittskarten über das Online-Ticketing, der ausschließliche Verkauf von Einzel-Eintrittskarten und die zwingenden Abstandsgebote im Kioskbereich würden nach mehrheitlicher Auffassung des Gremiums und auch nach meiner persönlichen Einschätzung den Badeaufenthalt negativ beeinflussen. Ein ausgelassenes und unbeschwertes Badevergnügen wäre somit nicht mehr garantiert. Als ich zunächst die Pressemitteilung des Landes Baden-Württemberg vernommen habe, dass das Freibad öffnen soll, war ich persönlich euphorisch das Freibad Niedernhall auch zu öffnen. Aber nachdem die Vorgaben nach und nach transparent gemacht wurden, mag ich behaupten, Baden und Plantschen hätte vielen Badegästen in dieser Saison 2020 nicht sonderlich gefallen.

Ich hoffe, liebe Badegäste, ich konnte Ihnen die Beweggründe, die zu der Schließung des Freibades in der Badesaison 2020 beigetragen haben, in verständlicher und nachvollziehbarer Weise darlegen. Auch wenn Sie sich insgeheim eine Öffnung unseres Freibades erhofft haben, bitte ich abschließend um Ihr Verständnis und Toleranz für diese nicht gerade einfache Entscheidung.

Zum Abschluss ist mir wichtig, dass wir – wenn die Lage sich bis nächstes Jahr etwas verbessert – die Freibad-Öffnung 2021 einplanen werden.“

 

Freibad in Niedernhall. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv