Man verliert sich selbst beim Betrachten der Bilder. Jedes Detail scheint perfekt platziert. Man bekommt Fernweh und gleichzeitig fühlt man sich schon an einem anderen Ort, wenn man diese Fotos anschaut.
Nicole Endres aus Kocherstetten hat das Fotografieren zu ihrem Hobby gemacht. Ihre erste Kamera war eine alte Olympus von ihrem Papa und sie begann mit zwölf Jahren ein paar Schnappschüsse zu machen. Die heute 37-Jährige fing aber erst vor fünf Jahren wieder aktiv das Fotografieren an. Sie kaufte sich für den Start eine Spiegelreflexkamera von Nikon.

Dartlo ein abgelegenes Bergdorf in Georgien. Die Anreise erfolgte über einen fast 3.000 Meter hohen Pass.
Foto: Nicole Endres
Die Ausrüstung
Mittlerweile fotografiert Endres mit einer Nikon D7100 Spiegelreflexkamera, besitzt fünf Objektive, zwei externe Blitze und ein Stativ. Ihre Objektive sind ein 18-55 mm Nikon und ein Weitwinkelobjektiv 11-16 mm von Tokina. Für ihre Fotoreisen hat die Fotografin ein 18-200 mm von Tamron und ein 28-300 mm von Sigma. Wenn sie Portraits machen möchte, nutzt sie eine Festbrennweite mit 50 mm.
„Man kann mit jeder Kamera schöne Fotos machen. Man braucht nur das richtige Auge dazu“, erklärt die 37-Jährige. Endres gibt Rat: „Erst sollte man sich mit der Kamera beschäftigen. Einfach ein bisschen ausprobieren und sich nicht verrückt machen, wenn es nicht klappt. Zwar sollte man die Funktionen der Kamera kennen, aber die Gebrauchsanweisung muss man nicht auswendig lernen.“

Das Foto hat Nicole Endres vor drei Jahren im Vergnügungspark Gröne Lund in Stockholm geschossen.
Foto: Nicole Endres
Auf die Perspektive kommt es an
Sie selbst hat über die Volkshochschule Heilbronn einen Fotografie-Kurs belegt und macht viele Fotoreisen. „Bei den Fotoreisen sind wir zehn bis zwölf Teilnehmer. Ein Dozent begleitet uns, führt uns an schöne Punkte und gibt uns Tipps beim Fotografieren. Abends stellen wir die Fotos vor. Es ist beeindruckend. Wir hatten alle dasselbe Motiv, aber jeder hatte andere Fotos. Keines ist gleich. Wenn man nur einen Schritt zur Seite macht, hat man schon eine andere Perspektive“, berichtet die Fotografin. „Wenn das Motiv steht, versucht man das Motiv aus verschiedenen Perspektiven zu fotografieren. Da liegt man dann auch mal in der Landschaft auf dem Boden“, erzählt sie lachend.
Bei ihrem Kurztrip nach Venedig hat die gelernte Industriekauffrau 1.200 Fotos geschossen. Sie speichert ihre Fotos als JPG- und als RAW-Datei und bearbeitet die Bilder mit dem Programm Lightroom.
Durch die Einfachheit, die Fotos nicht mehr entwickeln lassen zu müssen, bietet dies viel mehr Möglichkeiten. Aber auch ,wenn man viele Fotos schießen und sie danach bearbeiten kann, ist nicht jedes Fotos schön. „Die Natürlichkeit des Fotos sollte gegeben sein. Es muss der Realität entsprechen und sollte nicht übermäßig bearbeitet werden“, sagt Endres.

Herbstnachmittag in der Nähe von Langenburg.
Foto: Nicole Endres
Rechte am Foto
Ihre Fotos verkauft sie nicht. Geld damit verdienen könnte man, aber Endres sieht das anders: „Ich möchte nicht auf Kommando kreativ sein, wenn ich es muss. Mal hat man einen Tag, da schießt man ein Foto und geht wieder nach Hause, weil man einfach nicht kreativ ist“, so die Fotografin. Auch die Teilnahme an einem Fotowettbewerb sieht sie kritisch: „Sobald man ein Foto bei einem Wettbewerb einreicht, hat man die Bildrechte daran verloren, selbst wenn man nicht gewinnt und das Foto nicht veröffentlicht wird. Das möchte ich nicht.“