Künzelsau: Forscherteam entwickelt Corona-Warner – „Aufwändige Tests wären dann nicht mehr nötig“
Forscherteam arbeitet an der Entwicklung eines Corona-Warners. Professor Dr. Ralph Wystup aus Morsbach hat im Rahmen einer Privatinitiative zusammen mit anderen Ingenieuren und Medizinern eine Schutzhaube für medizinisches Personal neu entwickelt (wir berichteten https://www.gschwaetz.de/2020/04/14/taucherhelm-aus-stoff-hohenlohe-ingenieursteam-entwickelt-mit-hiesigen-firmen-schutzausruestung-fuer-medizinisches-personal-und-pflege-gewoehnliche-masken-nicht-ausreichend/). „Diese erste Schutzhaube ist eine einfache und effektive Lösung, wir haben jedoch einige Ansätze, sie weiter zu verbessern“, erklärt der Professor für
Elektrotechnik in Eisenach.
Auf diesem Weg kam dem Team die Idee, „wie praktisch es wäre, unterwegs gewarnt zu werden vor Coronaviren“ und entwickelten einen Sensor, der nach Fertigstellung in der Lage sein soll, Partikel wie Viren und deren Konzentration in Echtzeit in der Luft zu messen – also auch Covid-19. „Die Idee ist wie bei einem Bewegungsmelder frühzeitig zu reagieren.“ „Die Infektionsgefahr hängt von der Konzentration der Viren ab“, erklärte schon Professor Buchhorn im Rahmen der Präsentation der Schautzhaube.
Wo liegt was in der Luft?
Basierend auf dem physikalischen Verhalten des Partikels soll der Sensor solche, wie auch das Coronavirus und ähnliche Viren es sind, erkennen können und mittels eines Signals oder Indikators warnen, „dass es jetzt riskant werden könnte, weil etwas in der Luft liegt“. Die Idee dahinter ähnele der eines Bewegungsmelders, frühzeitig Veränderungen zu erkennen. Der Sensor sei vor allem für Kommunen interessant, denn er könne überall angebracht und großflächig verteilt werden – beispielsweise in Schulen. „Aufwändige Tests wären dann nur noch zur Bestätigung nötig, die Vorwarnung kann dann automatisch erfolgen“, sagt Wystup.
In sechs Monaten soll der Sensor einsatzbereit sein
„Wir rechnen damit, dass es noch rund ein halbes Jahr dauern wird bis ein erster Prototyp einsatzbereit ist. Voraussetzung ist jedoch eine finanzielle Basis des Projekts durch Investoren, um die technische Realisierung durchführen zu können.“ Das Konzept für den Sensor steht laut Wystup bereits, das habe ein mit ihm befreundeter, promovierter Physiker erarbeitet. Nun mache sich das Team an die Ausarbeitung der Patent- und Forschungsanträge. „Wir rechnen damit, dass es noch rund ein halbes Jahr dauern wird, bis der Sensor einsatzbereit ist“, sagt der Forscher. Es sei also eher eine Idee für die nahe Zukunft. Doch das Team sehe gute Chancen, „dass daraus was wird“.
Text: Sonja Bossert

Ralph Wystup. Foto: privat