„Da können wir wenigstens ein bißchen mithelfen“
Eine goldene Sammelbox übergab Karin Schulz, die Wirtin der Künzelsauer Kneipe „Keltereck“ am 06. April 2020 an Christa Marks, stellvertretend für die ehrenamtlichen Ukraine-Helfer in Künzelsau. In der Box ist Geld, das die Gäste des Kelterecks gesammelt haben und das nun die Ehrenamtlichen für die Ukraine-Flüchtlinge verwenden sollen.
Tradition der Hilfe im Keltereck
„Wir haben auch schon für die Flutopfer gesammelt“, berichtet Karin Schulz. Mit „wir“ meint sie Ihre Gäste, „da können wir wenigstens ein bißchen mithelfen“.
Sie hat während der Pandemie ihre Wirtschaft mehrere Monate schließen müssen und hat selber Hilfen vom Staat erhalten. Sie weiß also, wie wichtig es in manchen Situationen ist, auf Hilfsangebote zugreifen zu können. Sie erzählt von einem Gast, den sie drei Tage nicht gesehen hatte. Nachdem er auch auf Klingeln nicht öffnete, sah sie keine andere Möglichkeit, als die Polizei zu alarmieren – und diese teilte ihr wenig später mit, dass der Stammgast im Krankenhaus liege. „Jeder kann in Not geraten“, sagt sie – und kommt damit zurück zu ihrer Spendenaktion: „Wir haben das einfach nur gemacht.“ Es klingt so selbstverständlich, wenn sie das sagt.
Dank der Ehrenamtlichen
Christa Marks engagiert sich unter anderem im Verein der Künzelsauer Seniorinnen und Senioren, wo sie stellvertretende Vorsitzende ist. Sie ist froh, dass sie jetzt eine Möglichkeit hat, Dinge, die dringend benötigt werden, auch einfach und unkompliziert einkaufen zu können. Sanitärartikel würden oft fehlen, meint sie. Sie bedankt sich dafür, dass die Gäste des Keltereck die ehrenamtlichen Helfer so unterstützen, denn sie hat das Gefühl, „vieles wird auf die Ehrenamtlichen abgeschoben“. Das Geld wird unmittelbar den Flüchtlingen zukommen, das weiß sie ganz sicher.
Text: Matthias Lauterer
