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„Unser Kampf ist noch lange nicht vorbei“

Am Freitag, den 03. März 2023, rufen wieder weltweit Organisationen und Aktivist:innen zum Klimastreik auf. Die Aktivisten-Plattform Avaaz* fordert auf ihrer Internetseite: „Lasst uns also mit ihnen auf die Straße gehen – gegen den Ausbau von Kohle und Erdgas und für die Förderung der Erneuerbaren! Wir treffen uns auf einen der 180 Klimastreiks in ganz Deutschland — denn obwohl wir in den letzten Jahren schon viel erreicht haben, ist unser Kampf noch lange nicht vorbei.“

Tomorrow is too late

Auch fridays for future wirbt für die Klimademo, unter anderem mit dem markanten Hashtag #tomorrowistoolate: „Es gibt heute eine breite gesellschaftliche Mehrheit für mehr Klimaschutz – doch auf den großen Durchbruch warten wir bis heute. Weder an die Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag noch an das Klimaschutzgesetz hält sich die Politik. Anfang März treffen sich die Ampel-Parteien zum Koalitionsgipfel. Kurz zuvor findet unser Klimastreik statt – auch in Deiner Nähe. Damit er sich auf die richtige Seite stellt, darf Scholz keine Sekunde lang glauben, die Menschen in diesem Land interessieren sich nicht mehr für das Klima. Dafür müssen die Demos wieder richtig groß werden. Gemeinsam machen wir klar: unsere Zukunft darf nicht an einer bockigen Politik scheitern.“

Auch im Ländle wird demonstriert

Mehr als 240 Demos sind bereits im ganzen Land angemeldet. Wo überall gestreikt wird, seht ihr hier: Klimastreik – Mit Fridays for Future auf die Straßen – Klima Streik (klima-streik.org)

Auch in Künzelsau, Öhringen, Schwäbisch Hall und Stuttgart gehen die Menschen für mehr Klimaschutz auf die Straße:

> Stuttgart, Schlossplatz, 14 Uhr

> Heilbronn, Bollwerksturm, 16.30 Uhr

> Öhringen, Marktplatz, 16 Uhr

> Künzelsau, Altes Rathaus, 16 Uhr

> Schwäbisch Hall, Fahrraddemo, 13 Uhr

 

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Avaaz.org ist ein weltweites Kampagnennetzwerk mit 70 Millionen Mitgliedern, das sich zum Ziel gesetzt hat, den Einfluss der Ansichten und Wertvorstellungen aller Menschen auf wichtige globale Entscheidungen durchzusetzen. („Avaaz“ bedeutet „Stimme“ oder „Lied“ in vielen Sprachen). Avaaz Mitglieder gibt es in jedem Land dieser Erde; unser Team verteilt sich über 18 Länder und 6 Kontinente und arbeitet in 17 verschiedenen Sprachen.

 




Müder Klimafreitag vergangene Woche in Künzelsau

Zu wenig sei bislang auch politisch getan worden und doch spüre man eine gewisse Klimamüdigkeit, musste Nicole Hegert, Mitveranstalterin der Klimademo in Künzelsau am Freitag, den 23. September 2022, feststellen mit Blick auf die eher bescheidene Anzahl an Demoteilnehmer:innen, die sich an einem sonnigen Freitagnachmittag am Alten Rathaus einfanden.

Manch ein Teilnehmer fand es schade, dass so wenig gekommen waren. Eine Teilnehmerin verwies auf die Bedeutung des Klimawandels für uns alle: „Für mich ist es eine Zukunftsfrage, eine, die uns alle angeht. Mich auch, auch wenn ich älter bin. Wir haben vor Augen, wie sich alles verändert hat in den vergangenen Monaten. Eigentlich müssten hier heute viel mehr sein. Es ist gutes Wetter. Die Schüler:innen haben Freitagnachmittags oft keinen Unterricht. Es sitzen hier viele in Cafés. Aber es interessiert offensichtlich zu wenige.“ Die neue Regierung mache ihren Job sehr gut, trotz der diversen neuen Probleme wie Ukraine-Krieg und Energiekrise. Durch die Energiekrise hoffe sie, dass auch die regenerativen Energien schneller ausgebaut werden.

Dennoch: Die Stimmung war gut, unter anderem wegen der locker-leichten Musik von der Rathausbühne.

Bildergalerie:




„Gehört zu den größten Bremsern im aktuellen Bundestag“

Mehrere Bürger:innen versammelten sich in der vergangenen Woche vor der CDU-Zentrale in Künzelsau, um deren Bundestagskandidat Christian von Stetten die „Rote Klimakarte“ zu zeigen. Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung von Hohenlohe for Future hervor.

Darin heißt es:

Die „Rote Klimakarte“ ist eine Aktion von Parents for Future Deutschland und Lobby Control, die im Vorfeld der Bundestagswahl am Sonntag, 26. September, auf besonders klimaschädliches Verhalten von Politikern und Politikerinnen aufmerksam machen. Im Hohenlohekreis beteiligte sich Hohenlohe for Future an der Aktion.

„Gehört zu den größten Bremsern im aktuellen Bundestag“

„Wir zeigen Christian von Stetten heute die Rote Klimakarte, weil er zu den größten Bremsern im aktuellen Bundestag gehört, wenn es um Maßnahmen für echten Klimaschutz geht“, erklärt Priscilla Reinauer aus Jagstberg. „Die politischen Entscheidungen der nächsten vier Jahre werden das Schicksal der Generation meiner Kinder bestimmen. Dürren, Brände, Stürme, Überflutungen: An vielen Orten der Welt sind Klimaextreme schon Alltag. Wenn wir nichts tun, wird das Leben der nächsten Generationen zu einem Kampf ums Überleben. Dieser Gedanke macht mir Angst.“

„Kampf ums Überleben“

Am 24. Juni 2021 stimmte der Deutsche Bundestag über die Verschärfung des Klimaschutzgesetzes ab, nachdem die erste Fassung vom Bundesverfassungsgericht für in Teilen unvereinbar mit den Grundrechten erklärt worden war. 351 Abgeordnete der Regierungskoalition votierten für das Gesetz, zehn Mitglieder der CDU stimmten gegen ihre eigene Partei – darunter Christian von Stetten, Abgeordneter für den Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe. Bereits 2019 mahnte er seine eigene Bundesregierung vor „übertriebenem Klimaschutz“.

von Stetten mahnte angeblich die Bundesregierung vor „übertriebenem Klimaschutz“

„Ich würde von Christian von Stetten gerne wissen, warum er gegen das Gesetz gestimmt hat und sich im Wahlkampf gleichzeitig als Klimaschützer darstellt“, fragt Silvia Schöne aus Künzelsau-Gaisbach. Von Stetten wirbt immer wieder mit seiner persönlichen Klimaneutralität mit Strom aus einer Photovoltaikanlage, Energie aus Holzhackschnitzeln und einem Brennstoffzellenauto. „Sein privates Engagement in allen Ehren, aber das ist nicht das, was seine Wähler:“innen bekommen, sondern seine Blockadepolitik gegen mehr Klimaschutz im Bundestag.“

„Blockadepolitik gegen mehr Klimaschutz im Bundestag“

Parents for Future Deutschland & Lobby Control haben Informationen zum klimaschädlichen Verhalten von Stettens zusammengetragen: Der CDU-Politiker ist Mitglied im Präsidium des Wirtschaftsrats seiner Partei, der immer wieder als Klimaschutzbremser auftritt. Der Wirtschaftsrat warnt vor ambitionierteren Klimazielen auf europäischer Ebene und prophezeit den Niedergang des Wirtschaftsstandorts Deutschlands, wenn hier mehr für den Klimaschutz getan werde. Auch die von ihm mitgeführte Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der Union (MIT) spielt Klimaschutz gegen Wirtschaft aus. Von Stetten ist zudem auch Mitglied der Werteunion, deren Klima-Manifest von 2020 den Zusammenhang von CO2-Ausstoß und Klimawandel bestreitet und den menschemgemachten Klimawandel skeptisch sieht, Klimaforschung gar als „Müll-Wissenschaft“ bezeichnet. Der Klima-Wissenschaftler Stefan Rahmstorf hat in diesem Manifest 16 längst widerlegte Klima-Mythen ausfindig gemacht, die zuvor vor allem auf Webseiten von selbsternannten Klima-Skeptikern wie EIKE, Kalte Sonne, Tichy’s Einblick und der Achse des Guten verbreitet wurden.

Wirtschaft versus Klimaschutz

„Hohenlohe ist die Region der Weltmarktführer. Warum setzt sich Christian von Stetten nicht dafür ein, dass Hohenlohe auch zur Region der Weltmarktführer im Klimaschutz wird?“, fragt Friederike Höhn aus Künzelsau. In Braunsbach wurde deutlich, was der Wiederaufbau nach einer Überflutung gekostet hat, derzeit sehe man im Ahrtal und den anderen betroffenen Regionen, wie teuer kein Klimaschutz ist. „Klimaschutz ist Menschenschutz“, betont sie.

„In Braunsbach wurde deutlich, was der Wiederaufbau nach der Überflutung gekostet hat“

Die Bundestagswahl am 26. September wird die Grundlage für die politische Arbeit der nächsten vier Jahre legen. Ein breites Bündnis aus Gruppen der For-Future-Bewegung, kirchlichen Gruppen wie „Brot für die Welt“, Misereor, die vier großen Kirchen in Baden-Württemberg und auch Naturschutzverbände wie Greenpeace, NABU, WWF und BUND rufen zum Globalen Klimastreik am Freitag, den 24.09. auf. Auch der Hohenlohekreis ist mit dabei und setzt ein Zeichen für den Klimaschutz und gegen eine „Weiter so“-Politik: in Künzelsau um 15 Uhr am Unteren Markt und in Öhringen um 16 Uhr am Marktplatz. Die Mitstreiterinnen von Hohenlohe for Future rufen zur Teilnahme auf: „Es braucht Wähler:innen, um den Druck auf die Politik zu erhöhen. Deshalb gehen wir zusammen auf die Straße.“

Christian von Stetten hat laut eigenen Aussagen bereits rechtliche Schritte eingeleitet

Christian von Stetten wiederspricht den Anschuldigen von Hohenlohe for future vehement und hat laut eigenen Angaben bereits rechtliche Schritte eingeleitet. Und gibt GSCHWÄTZ hierzu auch eine Stellungnahme. Den Artikel hierzu lesen Sie hier.

 

 




Allerhöchste Eisenbahn

Die Aktivist:innen von Fridays for Future (fff) rufen am Freitag, den 24. September 2021, zum weltweiten Klimastreik. Die jungen Menschen und ihre Mitstreiter:innen wollen pünktlich zur Bundestagswahl am Sonntag, den 26. September 2021, für den Wandel und für Klimagerechtigkeit auf die Straße gehen. „Denn die Bundestagswahl ist entscheidend. Denn die Gesellschaft steht hinter uns. Denn Klimagerechtigkeit wird das wahlentscheidende Thema. Denn wir sind hier und wir sind laut – wir stehen gemeinsam auf für eine gerechte und konsequente Klimapolitik“, heißt es auf der Homepage der Bewegung.

Auch in der Region sind an diesem Demos angesetzt: In Künzelsau auf dem Unteren Markt um 15 Uhr, in Öhringen ab 16 Uhr auf dem Marktplatz und eine Fußdemo auf dem Schwäbisch Haller Marktplatz ab 14 Uhr.

Im Hohenlohekreis wird die fff von Parents for future unterstützt. Das sind Menschen unterschiedlichsten Alters, die den jungen Menschen bei ihren Forderungen nach einer konsequenten Klima- und Umweltschutzpolitik solidarisch zur Seite zu stehen möchten. Diese sind per E-Mail unter kuenzelsau@parentsforfuture.de oder über WhatsApp erreichbar.

#AllesfürsKlima #fridaysforfutre #hohenloheforfuture #parentsforfuture




„Der Mensch dringt immer tiefer in den natürlichen Lebensraum von Wildtierbeständen vor. Das steigert die Wahrscheinlichkeit, dass neue Viruserkrankungen vom Tier auf den Menschen übergehen“

Luisa Neubauer und Ursula sind im Gleichklang, zumindest bei einer Sache. Fast wortgleich geben die beiden bekannten Frauen Deutschlands derzeit Interviews mit einem ganz ähnlich klingenden Tenor: Der Klimawandel bedingt Pandemien.

So erklärte Ursula von der Leyen in einem Interview mit der ZEIT, dass wir uns am Anfang eines pandemischen Zeitalters befänden: „Wissenschaftler sagen uns, dass wir uns wahrscheinlich schon im Zeitalter der Pandemien befinden. Das Phänomen wird uns aller Voraussicht nach dauerhaft begleiten.“

Pandemien als Folge der Klimakrise

Als Gründe hierfür sieht von der Leyen unter anderem den Klimawandel, denn: „Sieben von zehn neuen infektiösen Erkrankungen werden vom Tier auf den Menschen übertragen. In den vergangenen Jahren haben wir doch in immer rascherer Folge Epidemien erlebt: Ebola, Sars, Mers, HIV, Zika. Dahinter steht eine größere Krise: die Zerstörung der Natur, Klimawandel, Artensterben, Massentierhaltung. Der Mensch dringt immer tiefer in den natürlichen Lebensraum von Wildtierbeständen vor. Das steigert die Wahrscheinlichkeit, dass neue Viruserkrankungen vom Tier auf den Menschen übergehen. Auch wenn der Kampf gegen diese Pandemie aktuell alles in den Schatten stellt, müssen wir uns parallel der größeren ökologischen Krise dahinter stellen.“

„Bei Tieren richten diese Viren häufig wenig Schaden an, aber wenn die Krankheiten auf den Menschen übertragen werden, wird es gefährlich“

Klimaaktivistin Neubauer äußerte sich gegenüber der Aachener Zeitung ähnlich: „Wir dringen bis in die letzte Wildnis vor.“ Sie führt näher aus: „Ich berufe mich hier auf Studien und wissenschaftliche Erkenntnisse. Und die sind relativ beunruhigend. Die letzten großen, verbreiteten Zoonosen wie HIV, Ebola, Sars, Mers, Zika sind in immer kürzeren Abständen aufgetreten. Bei Tieren richten diese Viren häufig wenig Schaden an, aber wenn die Krankheiten auf den Menschen übertragen werden, wird es gefährlich. Die Frage ist dann, woher die große Nähe zwischen wilden Tieren und Menschen kommt, die diese Verbreitung ermöglicht. Dabei spielt Wildtierhandel eine Rolle – und zwar nicht nur in China. Es verschwinden aber auch immer mehr die geschützten Lebensräume dieser Tiere, weil wir bis in den letzten Fleck Wildnis vordringen. Auch der Klimawandel erhöht die Wahrscheinlichkeit von Pandemien, weil sich Ausbreitungsräume von Infektionskrankheiten verschieben. Wenn wir Natur zerstören und Wälder roden, dann zerstören wir immer mehr die Chancen, dass wir ein sicheres und gesundes Leben führen können. Wir können nicht gesund bleiben in einer kranken Umwelt.“

Mikroorganismen von vor 20.000 bis 30.000 Jahren könnten aus einem Kälteschlaf erwachen

Wjatscheslaw Schadrin weißt in einem im Magazin des Goethe Instituts (Ausgabe 2/2020) erschienen Artikel mit dem Titel: „Die Natur vertraut uns nicht mehr“ darüber hinaus auf weitere klimatische Auswirkungen hin und welche Folgen diese wiederum letztendlich für den Menschen haben und bezieht sich dabei auf seine Heimat Sibirien: „Besonders auffallend ist die Veränderung der Flüsse und Seen. Wann das Eis zu treiben beginnt und die Zeit, in der die Flüsse zufrieren hat sich entscheidend verschoben. In unserer Region gibt es mehr Überschwemmungen, die Flüsse führen mehr Wasser, sodass die Ufer stärker unterspült werden. Aber die Ursache ist weniger die Strömung, sondern vielmehr der auftauende Permafrostboden. Und das ist eine große Gefahr, da fast alle unsere Dörfer an Flussufern liegen. In den letzten Jahren warnen die Einheimischen auch vor einem anderen Problem: Vieh, das an Milzbrand verendet und begraben worden ist, sowie alte Friedhöfe, mit Gräbern von Pest- und Pockentoten könnten freigespült werden. Früher war diese Bedrohung hypothetisch, jetzt ist sie real. Wissenschaftler*innen vermuten, Mikroorganismen von vor 20.000 bis 30.000 Jahren könnten aus einem Kälteschlaf erwachen –im Labor gibt es dafür bereits Beispiele. Das wäre eine potentielle Gefahr für die ganze Menschheit, da diese Mikroorganismen dann von Zugvögeln in der ganzen Welt verbreitet werden und verschiedene Mutationen ausbilden könnten.“

Wenn man die Pandemien in den Griff bekommen möchte, muss man die Klimakrise angehen

Luisa Neubauer kritisiert: „Die Zusammenhänge zwischen Klima, Umwelt und Gesundheit wurde bislang in der umweltpolitischen Debatte großzügig ausgeklammert.“

Nun aber erhält sie starke politische Rückendeckung von einer der mächtigsten Frauen auf der Welt: der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen. Es ist kein Geheimnis, dass sich Greta Thunberg, Luisa Neubauer und Ursula von der Leyen schon das ein oder andere Mal getroffen haben. Nun fragt sich: Wer wurde da von wem beeinflusst? Doch eigentlich ist diese Frage überflüssig. Entscheidend ist der Zusammenhang zwischen den Pandemien, die wir erleben und der Klimakrise, dass es keine voneinander getrennte Krisen sind, sondern die eine Krise ursächlich für die andere ist. Das heißt: Wenn man die Pandemien in den Griff bekommen möchte, muss man die Klimakrise angehen.

Luisa Neubauer: „ine konkrete Idee auf dem Tisch ist es, einen großen Teil des Planeten, etwa 30 bis 50 Prozent, unter Schutz zu stellen“

Auch einen konkreten Ausweg aus dem Dilemma weiß die 24-jährige Klimaschutzaktivistin Neubauer: „Wir erleben ja gerade, wie schnell es mit den Mutationen gehen kann. Manche sehen darin eine dritte Welle, andere sprechen schon jetzt von einer zweiten Pandemie. Diese Erfahrungen müsste für die Bundesregierung, aber auch für Regierungen weltweit eine maximale Motivation sein, sich der Klimakrise entgegenzustellen und das Ende der Naturzerstörung anzugehen. Die Pläne und Zielsetzungen dafür liegen seit Jahren auf dem Tisch, aber Regierungen haben sich darüber hinwegsetzt. Man hat kein einziges der 20 UN-Biodiversitätsziele bis 2020 erreicht. Ja, die notwendigen Transformationen sind manchmal inhärent langsam – aber vor allem dann, wenn man positiven Wandel aktiv verhindert. Eine konkrete Idee auf dem Tisch ist es, einen großen Teil des Planeten, etwa 30 bis 50 Prozent, unter Schutz zu stellen. Daran knüpft sich eine große Gerechtigkeitsfrage, weil man Menschen nicht ihren Lebensraum absprechen kann. Aber wir müssen darüber nachdenken, wie man Raum schaffen kann, damit die Natur und wir uns von unserer eigenen Zerstörung erholen können.“

Text: Dr. Sandra Hartmann




„Wenn ich so alt und so kinderlos wäre wie Frau Merkel, wäre es mir auch Wurscht“

Beim Spaziergang durch Künzelsau fallen dem aufmerksamen Beobachter am vergangenen Freitag den 25. September, dem Global Strike Day, einige Veränderungen auf. Grüne Aufkleber in Fußform säumen den Gehweg in der Innenstadt, es gibt einen Info- und Verkaufsstand mit, unter anderem, Einkaufsnetzen und Bienenwachstüchern und an den Bäumen hängen Schilder mit konkreten politischen Forderungen wie „Die EU-Ratspräsidentschaft nicht für das Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten nutzen!“. Der globae Streiktag steht unter dem Motto: Kein Grad Weiter: „Nicht nur Worte, sondern Handeln ist angesagt.“

Für das Klima auf die Straße

Die „Fridays-for-Future“-Bewegung ruft wieder zum globalen Klimastreik auf den Straßen auf. Auch in Künzelsau folgen Schüler, Eltern, Lehrer und Aktivistinnen und Aktivisten dieser Aufforderung. Schon auf dem Weg zu den Wertwiesen, dem Treffpunkt der geplanten Fußgänger- und Fahrraddemo, wird klar: Hier geht es um mehr, als nur Schule schwänzen. „Wir wollen ein Zeichen setzen“, erläutert Martin Braun aus Künzelsau. Christa Zeller aus Ingelfingen ergänzt: „Damit die Zukunft auch unseren Kindern noch erhalten bleibt. Und zwar besser, als sie heute ist.“

„Prima! Geh!“

Die Stimmung ist emotional. „Wenn ich so alt und so kinderlos wäre wie Frau Merkel, wäre es mir auch Wurscht“, sagt Andreas Langholf aus Ingelfingen. „Aber ich bin ein bisschen jünger und vor allem habe ich zwei kleine Kinder und um die mache ich mir sehr große Sorgen.“

Der 76-jährige Karl-Heinz Bauer aus Ingelfingen-Hermuthausen hat schon erwachsene Kinder. Er sagt: „Wenn meine Kinder mir zu ihrer Schulzeit gesagt hätten, dass sie einen Schulstreik besuchen wollen, hätte ich gesagt: ‚Prima! Geh!’ Man lernt doch durch das Leben und nicht nur durch die Schule. Was sich die Schülerinnen und Schüler durch diese Demos aneignen, sind ja auch Sozialkompetenzen. Sie lernen zu problematisieren: Probleme zu erkennen und zu benennen, statt einfach nur zu kritisieren.“

„Unser ERfolg hinterlässt Müll“

Silvia Schöne aus Gaisbach hält ein Schild hoch, auf dem steht: „Unser Erfolg und unser Leben hinterlassen Müll und Zerstörung“. Die Mutter von zwei Kindern benennt den Grund, aus dem sie demonstriert, klar: „Wir demonstrieren heute und überhaupt fürs Klima, weil es einfach wichtig ist – für den Erhalt dieser Erde und für die nächsten Generationen. Die wollen ja auch noch etwas von der Erde haben und wir wollen ihnen nicht alle fossilen Brennstoffe weg rauben. Es ist einfach wichtig, weil die Vereinten Nationen vor fünf Jahren entschieden haben, dass die 1,5 Grad als Klimastopp gelten sollen. Das ist ja nicht irgendeine Piratenforderung. Da haben 193 Nationen unterschrieben. Wir wollen nur daran erinnern, dass man dieses Ziel einhält. Es ist enorm wichtig, es ist wissenschaftlich bewiesen und es hat überhaupt gar nichts mit einer politischen Haltung zu tun. Es ist rein die Erhaltung dieser Erde.“

Text, Fotos und Video: Priscilla Dekorsi




Anton Baron (AfD) kritisiert: Künzelsauer Schlossgymnasium hat sich mit fff-Demos ganz offiziell politisch positioniert

Der Hohenloher AfD-Landtagsabgeordnete Anton Baron wollte vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg unter anderem wissen, wie oft Fridays-for-future-Klimademos im Hohenlohekreis während der Schulzeit stattgefunden haben und ob Lehrer/Schulen hier Schüler politisch gelenkt haben könnten.

Baron: „Totalitäre Tendenzen an Hohenloher Schulen“

Das Ministerium verweist in seiner Antwort auf acht Demonstrationen in der Zeit von 15. März bis 29. November 2019, sechs davon waren in Künzelsau zwei in Öhringen. Die Klimademos wurden veranstaltet von „Fridays for future“ (fff) und „Parents4future“ und begannen frühestens um 12 Uhr. Detailiertere Namen der Veranstalter gehen aus der Antwort des Ministeriums nicht hervor. Bezüglich einer Veranstaltung am 19. Juli 2019 am Schlossgymnasium Künzelsau heißt es von Seiten des Ministeriums, dass diese Veranstaltung laut „Auskunft der zuständigen oberen Schulaufsichtsbehörde die zusammenfassende Abschlussveranstaltung eines schulischen Projekttages zum Thema „Klima“mit diversen Podiums-Redebeiträgen, insbesondere von Wissenschaftlern sowie zwei
Lehrkräften des Schlossgymnasiums, die am Projekt mitgewirkt haben, war. Für Baron ist das ein No-Go, da er in der Veranstaltung eine verkappte (politische) Demo sieht: „Der größte Skandal ist jedoch die Tatsache, dass ein ‚Klima‘-Projekttag des Künzelsauer Schlossgymnasiums mit einer Demonstration beendet wurde. Auch wenn eine Teilnahme an der Kundgebung für die Schüler nicht offiziell verpflichtend war, hat sich damit eine Schule ganz offiziell politisch positioniert. Schüler und Lehrer, die die ‚Klimaschutzpolitik‘ der Bundes- und Landesregierung als überzogen ansehen, wurden dadurch in eine Ecke gestellt. Dass solche totalitären Tendenzen an Hohenloher Schulen Einzug erhalten, verurteile ich als Demokrat ausdrücklich“, empört sich der Landtagsabgeordnete Anton Baron und fordert, „die poltische Beinflussung an Künzelsauer Schule zu beenden“.

Schulaufsichtsbehörde hat das Vorkomnis mit der Schulleitung besprochen

Das Ministerium sieht darin grundsätzlich keinen Verstoß der Schule, allerdings bemängelt sie, dass Das Infoblatt zu der Kundgebung mit dem Kopfbogen der Schule war nicht mit der Schulleitung abgestimmt gewesen sei. Zudem sei die „Veranstaltung von Seiten der Schule weder als „Fridays for Future“-Demonstration gedacht noch sollte sie Werbung für Greta Thunbergs Kampagne sein“. Die obere Schulaufsichtsbehörde hat das Vorkommnis mit der Schulleitung mittlerweile besprochen, so das Ministerium.

Auf Barons frage, ob Lehrer als Organisatoren dieser Demonstrationen tätig gewesen seien, verweist das Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann darauf, dass bei „der Anmeldung einer Versammlung die Anmelderin bzw. der Anmelder nicht verpflichtet ist,
Angaben zum Beruf zu machen. Diese Frage kann daher nicht abschließend beantwortet werden. In Bezug auf die in der Beantwortung von Frage 1 tabellarisch aufgeführten Versammlungen ist nach Mitteilung des Innenministeriums lediglich bekannt,
dass in mindestens zwei Fällen die Organisatorin bzw. der Organisator von Beruf Lehrerin beziehunsgweise Lehrer ist.“

Inwieweit liegt hier eine politische Einflussnahme von Lehrern vor?

Baron fragt weiterhin, ob „ein Anwerben von Schülern durch ihre Lehrer für politische Demonstrationen gegen den Beutelsbacher Konsens oder im Falle verbeamteter Lehrer sogar gegen das Mäßigungsgebot, zumal sich die Schüler, darunter auch viele Minderjährige, unter Druck gesetzt fühlen könnten? Der sogenannte Beutelsbacher Konsens beinhalte unter anderem das Verbot, so das Ministerium in seiner Antwort, „Schülerinnen und Schüler im Sinne erwünschter Meinungen zu überrumpeln und letztlich zu indoktrinieren. Lehrkräfte, die im Unterricht Schülerinnen und Schüler für die Teilnahme an bestimmten politischen Demonstrationen „anwerben“, also bei diesen denEntschluss für die Teilnahme an der Demonstration erst hervorrufen und undifferenziert
deren Teilnahme verlangen, verstoßen gegen den Beutelsbacher Konsens.Beamtinnen und Beamte haben bei politischer Betätigung diejenige Mäßigung und Zurückhaltung zu wahren, die sich aus ihrer Stellung gegenüber der Allgemeinheit und aus der Rücksicht auf die Pflichten ihres Amtes ergibt (vgl. § 33 Beamtenstatusgesetz). Zudem dürfen Lehrkräfte an öffentlichen Schulen in der Schule keine politischen, religiösen, weltanschaulichen oder ähnliche äußeren Bekundungen abgeben, die geeignetsind, die Neutralität des Landes gegenüber Schülern und Eltern oder den politischen, religiösen oder weltanschaulichen Schulfrieden zu gefährden oder zu stören (vgl. § 38 Schulgesetz für Baden-Württemberg [SchG]).“

Kultusministerin Eisenmann: „Umwelt und Klimawandel sind zentrale gesellschaftliche Themen“

Eisenmann betont aber auch, dass „insbesondere die Themen Umwelt und Klimawandel zentrale Themen der heutigen Gesellschaft sind, die im Unterricht behandelt werden müssen“. Der Hinweis, dass Klassenarbeiten nicht unbedingt auf den Freitag gelegt werden müssen, diente in der Zeit der Freitagsdemonstrationen als Beispiel für eine Möglichkeit, wie eine Konfliktverschärfung zwischen Schule und demonstrierenden Schülerinnen und Schülern vermieden werden konnte.“ Für Eisenmann ein akzeptables Zugeständnis an die Demonstranten. Für Baron  Die CDU-Kultusministerin Eisenmann hält solche Aussagen nun für akzeptabel und macht damit noch einmal klar, dass ihre Partei für Konservative unwählbar geworden ist.

Anton Baron. Foto: Landtagsbüro Anton Baron

Dr. Susanne Eisenmann, Kultusministerin in Baden-Württemberg

Dr. Susanne Eisenmann, Kultusministerin in Baden-Württemberg (2017). Screenshot: Kultusministerium Baden-Württemberg

Schlossygmnasium in Künzelsau. Foto: GSCHWÄTZ




Künzelsau: „Wir wollen präsent sein“ – Hohenlohe4future melden sich am 24. April in Künzelsau und Öhringen zurück

Durch die Corona-Pandemie finden die Demonstrationen der die Fridays-for-future-Bewegung (fff) derzeit nur noch im Netz statt. Bereits seit längerer Zeit plante die fff-Bewegung am 24. April 2020 die nächsten Demonstrationen auf den Straßen weltweit. Dann grätschte die Corona-Pandemie dazwischen. Doch das Engagement gegen den Klimawandel geht weiter. Wir sprachen mit Vertretern von Hohenlohe4future (Hff) in Künzelsau.

GSCHWÄTZ: Wie viele Menschen sind bei Hohenlohe4future aktiv, in welchem Alter und von welchem Wohnort?

Hff: Wir sind zirka 15 Personen, die den „harten Kern“ bilden und die sich regelmäßig treffen und die Aktionen planen und das weitere Vorgehen besprechen. Viele weitere fleißige Hände helfen uns dann aber bei den Durchführungen und beim Bewerben. Die meisten sind aus Künzelsau und den umliegenden Gemeinden, einige aus dem Jagsttal und einige wenige aus Öhringen. Die Altersspanne ist dabei ziemlich groß, sie reicht von SchülerInnen 17 Jahre, bis hin zu RenterInnen – es ist also alles dabei.

GSCHWÄTZ: Gibt es angesichts der Coronapandemie noch konkrete Planungen für Aktionen am globalen Klimaaktionstag am 24. April 2020? Wenn ja, in welcher Form und wo?

Hff: Ja, die gab es. Allerdings ist die Planung im Moment bis auf weiteres auf Eis gelegt, was auch mit von den fridaysforfuture auf Bundesebene entschieden wurde. Es wird wegen der Coronakrise (leider) definitiv keine Demonstrationen an diesem Tag geben. Unsere Idee im Moment ist eine Informations- und Austauschveranstaltung zum Thema Klima und Nachhaltigkeit in der Künzelsauer Innenstadt. Wir möchten dazu eine Kombination aus wissenschaftlichen Informationen, Informationen darüber, was man selbst machen kann und Informationen darüber, was unsere Pläne als Hohenloheforfuture sind, präsentieren. Außerdem wollen wir nachhaltige Beispiele aufzeigen und dafür mit den Second-Hand-Läden und dem Weltladen zusammen auftreten. Da es in Öhringen eine Fridays-for-future-Grupppe gibt, die für dort etwas plant, werden wir wieder etwas in Künzelsau machen, so dass die For-future-Bewegung in zwei Städten im Hohenlohekreis präsent ist.

Wählen fff-Mitglieder automatisch grün?

GSCHWÄTZ: Sie sind engagiert im Klimaschutz. Wählen Sie dann automatisch auch grün oder anders formuliert: Spiegeln die Grünen die Ziele von fff wieder?

Hff: Die Bewegung an sich und auch wir positionieren uns zu keiner bestimmten Partei. Wir möchten viel mehr darauf aufmerksam machen, dass die Klimakrise ein Thema ist, das alle, egal zu welcher Partei man sich zugehörig fühlt, etwas angeht, da es unser aller Zukunft ist.

GSCHWÄTZ: In einer aktuellen Stellungnahme setzen Sie sich für ein „grüneres“ Künzelsau ein. Auch Ganerben-Achtklässler haben sich von Bürgermeister Stefan Neumann unlängst eine verstärkte Begrünung in Künzelsau bei einem Treffen im Rathaus gewünscht, unter anderem wünschen sie sich mehr Bäume am Wertwiesen, so dass hier ein Park entsteht, der grüner ist als jetzt. Gehen Ihre Gedanken in eine ähnliche Richtung?

Hff: Wie haben Anfang dieses Jahres Arbeitsgruppen gebildet und eine davon befasst sich mit dem Thema „Begrünung in der Stadt“, wo es unter anderem auch um solche Punkte geht.

GSCHWÄTZ: Was machen Sie privat, um „grüner“ zu leben?

Hff: Uns als Gruppe ist es auf jeden Fall wichtig, als gutes Beispiel voranzugehen. Natürlich gibt es dafür unterschiedliche Ansätze, die einen leben vegan oder vegetarisch, die anderen essen nur wenig Fleisch und die meisten achten dabei auch darauf, dass es biologische Lebensmittel sind. Viele von uns nutzen das Auto so wenig wie möglich, fahren mit den Zug in den Urlaub oder machen alle in alltäglichen Fahrten mit dem Fahrrad. Die einen kaufen nur second Hand, die anderen achten bei einer Neuanschaffung auf nachhaltig zertifizierte Kleidung und andere Gegenständen. Prinzipiell gilt hier natürlich immer die Frage: Brauche ich das? Kann ich mir das leihen? Kann ich mir das selber machen? Ein durchdachter und nachhaltiger Konsum ist uns wichtig. Ökostrom, Solathermie, Photovoltaik, grüne und blühende Gärten, all das kann man bei verschiedenen Mitgliedern unserer Gruppe finden. Trotzdem sind auch wir natürlich nicht perfekt und lernen immer Neues dazu und wollen und müssen uns auch noch weiterentwickeln.

Sind Elektroautos wirklich grüner?

GSCHWÄTZ: Es gibt Kritiker, die sagen, dass manche vermeintlich grünen Dinge nicht grün sind, im Gegenteil – etwa das Elektroauto und die Elektroroller, die letzten Endes die Umwelt ebenso belasten. Wie stehen Sie zu derartigen Aussagen? Ist Elektro der grüne Ausweg oder muss – wie an deren Bereichen auch – noch weiter an besseren grünen Technologien geforscht werden?

Hff: Prinzipiell ist der individuelle Verkehr an sich nicht unbedingt die „grüne“ Lösung, egal ob Elektro- oder Verbrennermotor. Auf jeden Fall muss weiter geforscht werden, da es bestimmt in Zukunft auch weiterhin Autos geben wird. Trotzdem muss zusätzlich eine Verkehrswende stattfinden, hin  zu einem Punkt, an dem so wenig Auto wie möglich gefahren wird. Ausgebaute Rad- und Fußwege müssen das Radfahren und Laufen wieder attraktiver machen. Genauso müssen die öffentlichen Verkehrsmittel attraktiver werden, in dem dieser, vor allem auf dem Land, weiter ausgebaut wird und die Preise günstiger werden. Ansonsten müssen Konzepte wie Carsharing, Ridesharing und Mitnahmenetzwerke weiter wachsen, damit auch diese mehr beziehungsweise überhaupt genutzt werden.

Klimaschutz in Hohenlohe im Jahr 2020

Anbei veröffentlichen wir eine Presseerklärung von Hohenlohe4future zum Thema Klimaschutz in Hohenlohe im Jahr 2020:

„Zu Beginn des Jahres 2020 könnte man den Eindruck gewinnen, dass die Klimaschutzbewegung schon wieder auf dem Rückzug ist. Die Freitagsdemonstrationen der Fridays-for-future-Bewegung machen keine Schlagzeilen mehr, weil sie nicht mehr mit derselben Intensität wie im vergangenen Jahr stattfinden und derzeit andere Themen in den Vordergrund gerückt sind.

In Hohenlohe hat sich jedoch eine stabile Gruppierung unter der Überschrift „Hohenlohe4future“ gebildet, die sowohl in Öhringen als auch Künzelsau aktiv ist. Die Gruppenmitglieder sind untereinander bestens vernetzt.

Gespräche mit Bürgermeister Neumann – Konzepte aktiv umsetzen

In Künzelsau besteht die Gruppe aus zirca 15 Teilnehmern, die sich regelmäßig, etwa alle drei Wochen treffen, um Konzepte und Aktivitäten zu diskutieren und zu planen. So fand bereits ein sehr erfolgreiches Gespräch mit dem Künzelsauer Bürgermeister Neumann statt, in dem deutlich wurde, dass die Stadtverwaltung Künzelsau und Hohenlohe4future grundsätzlich an einem Strang ziehen. Auch wenn allen bewusst ist, dass für einige Veränderungen auf jeden Fall Zeit und Engagement nötig sein wird, ist die Bereitschaft groß, sich aktiv für eine bessere Zukunft für alle Hohenloher und die nachfolgenden Generationen einzusetzen. Die Hohenlohe4future-Mitglieder sehen sich hier in der Rolle der aktiven Bürgerinnen und Bürger, die nachfragen, Konzepte vorlegen und auch bereit dazu sind, bei der Umsetzung aktiv mitzuhelfen.

Bei Hohenlohe4future in Künzelsau werden derzeit folgende Themen in Arbeitsgruppen vertieft: Radfahren in Künzelsau und Hohenlohe, Mobilität in Hohenlohe, Begrünung und Mikroklima in der Stadt, Landwirtschaft und Ernährung.

Darüber hinaus unterstützen die Erwachsenen von Hohenlohe4future alle Jugendlichen und Schüler, die sich für Klimaschutz engagieren und eigene Aktionen planen.

Wer aktiv mitwirken möchte bei Hohenlohe4future kann sich an folgende Kontaktadresse wenden: kuenzelsau@parentsforfuture.de

 

 

 




Morddrohungen inklusive – Wie hält sie das nur aus?

Sie hat es geschafft. Die ganze Welt kennt die 16-Jährige aus Schweden – und die ganze Welt – darunter die derzeitigen Chefs der USA und Russland – redet mit ihr, wenn auch nicht direkt mit ihr, sondern vorzüglich über die sozialen medialen Kanäle, die das Internet bietet. Donald Trumps bezeichnet die Klimaaktivistin nach ihrer hoch emotionsgeladenen Rede als (Achtung, Ironie) „glückliches, junges Mädchen, dass sich auf eine großartige und wundervolle Zukunft freut.“ Greta konterte, indem sie ihre Selbstbeschreibung auf Twitter dementsprechend änderte in: „ein glückliches, junges Mädchen, dass sich auf eine großartige und wundervolle Zukunft freut.“ Wladimir Putin bezeichnete Greta als „gutmütiges und nettes Mädchen. Er verurteile es aber, wenn jemand Kinder zu seinem Interesse „missbrauche. Greta änderte nach den Worten Putins wiederum ihre Selbstbeschreibung auf ihrem Twitter-Account in: „nette, aber schlecht informierte Jugendliche“. Mehrere Millionen Menschen folgen Greta auf diesem Account.

Als „geistig krank“ wurde sie betitelt

Aber das sind noch harmlose Worte gegenüber Greta Thunberg, die offen zu ihrem Asperger-Syndrom steht. Es geht auch noch eine Schublade drunter. Michael Knowles bezeichnete das Mädchen in einer Sendung beim Sender FOX als „geistig krank“. Darauf entschuldige sich der Sender umgehend bei Thunberg. Ein französische Intellektueller hoffe, dass ein Durchgeknallter Greta bald zur Strecke bringen würde, berichtete die TAZ unlängst.
In einer von AfD-Frontmann Jörg Meuthen gelobten Gegengruppierung namens Fridays-for-Hubraum, die laut merkur.de bereits über 500.000 Mitglieder hat, wurden laut merkur.de auch Morddrohungen gegenüber Thunberg ausgesprochen, so dass die Gruppe zeitweise geschlossen werden musste.

Morddrohungen inklusive

Ich frage mich, wie eine 16-Jährige diese ganzen Worte emotional aushält? Liest sie diese Dinge im Internet oder nicht? Reagiert sie selbst auf die Bemerkungen oder übernehmen das andere, vielleicht ihr Vater, für sie? Sie antwortet clever und hebelt ihre Kritiker oftmals mit nur einem Satz aus – ohne beleidigend zu werden. Das bezeichnet man als Intelligenz.
In einem Kommentar richtet sie sich an ihre Kritiker und sagt sinngemäß: „Wenn einem die Argumente ausgehen, wird man persönlich.“ Allein mit diesem Satz zieht sie jedem alteingesessenen Politiker die Hosen runter. Denn es stimmt: Keiner von denen, die es ja vielleicht besser wissen müssen und / oder könnten, argumentiert mit harten Fakten, um Greta Thunbergs Forderungen auszuhebeln. Warum nicht? Gibt es keine? Fühlen sie sich angegriffen, weil sie versagt haben in ihrem Regierungshandeln? Es wird oft persönlich – hinsichtlich ihres Alters, ihres Aussehens, ihrer Krankheit.

Fehlen den Kritikern die Argumente?

Es ist schade, dass man, wenn man eine andere Meinung als diese 16-Jährige hat, nicht faktenorientiert debattiert und argumentiert, sondern auf die unterste persönliche Schiene, die es gibt, springt. Warum wird das in diesem besonderen Fall von vielen so gemacht?

Greta polarisiert mit ihrer Klimadebatte und mit ihren selbst sehr eindeutigen klaren Worten, indem sie die Mächtigsten der Mächtigen in ihrem Regierungshandeln stark kritisiert und damit herausfordert. Sie ist extrem in ihrer Haltung, so dass am Ende auch überwiegend nur zwei Extreme herauskommen: die Anhänger und die Hater.

Man muss diese wahnsinnige Entwicklung erst einmal begreifen: Welche Persönlichkeit in der Vergangenheit hat innerhalb eines Jahres solch eine Bekanntheit erlangt und musste sich so vielen Kritikern aussetzen? Die Frage ist: Wie lange hält Greta diesem Druck stand? Vielleicht sehr lange, denn sie weiß auch um die Millionen Anhänger, die ihr folgen.

 

 




Ist das noch Presse oder kann das weg?

GSCHWÄTZ-Chefredakteurin Dr. Sandra Hartmann erläutert in Ihrem Video-Kommentar, warum GSCHWÄTZ nicht politisch rechts steht, nur weil das Magazin Pressemitteilungen der AfD veröffentlicht – ebenso wenig wie sie nicht automatisch Grün wählen, nur weil sie über Fridays-for-future-Demos berichten.

Anlass ihres Kommentars waren unter andere die zahlreichen Posts von Facebook-Followern nach der Veröffentlichung einer Pressemitteilung von Anton Baron, AfD-Landtagsabgeordneter des Hohenlohekreises. Ein User mit dem Facebook-Namen Alexandros di Martino schrieb etwa: „Ist das hier eigentlich eine Werbeseite für die AFD? Im Impressum steht überparteilich und unabhängig, das scheint aber nicht so.“

Seid ihr AfD-GSCHWÄTZ?

Hartmann nahm die Kommentare in Facebook zum Anlass, selbst einen Kommentar zu verfassen und erläuterte darin unter anderem, wie GSCHWÄTZ selektiert, was veröffentlicht wird. Gleichzeitig betonte Hartmann aber auch: „Wir sind an einem Punkt angelangt, wo Journalisten beziehungsweise Verlage sich in Deutschland fragen: „Kann ich das veröffentlichen, ohne in eine bestimmte politische Ecke gedrückt werden? Die Konsequenz: Nachrichten werden nicht veröffentlicht, die man eigentlich für relevant hält. Hartmann vermutet: „Die Angst ist bei vielen zu groß, damit einen Imageschaden heraufzubeschwören.“ Daher werde weitestgehend veröffentlicht, was weder polarisiere noch Widersprüche heraufbeschwöre. Am beliebtesten: Pressemitteilungen der Bundes-, Landes- und der jeweiligen Kreisregierungen. Zu schnell würden heutzutage Journalisten aufgrund ihrer Berichterstattung abgestempelt werden, sobald sie die Mainstream-Berichterstattung verlassen. Insbesondere im Lokaljournalismus fehle der Mut für Neues, so Hartmann.

Nur weil man etwas veröffentlicht, ist das nicht automatisch die Meinung des Journalisten

Aber nicht nur die Journalisten und die Verlage, auch die Leser oder Follower trügen ihren Teil dazu bei, dass sich Journalisten immer seltener mit Themen beschäftigen, die polarisieren. „Eine Veröffentlichung von Inhalten bedeutet nicht gleichzeitig, dass wir das, was wir veröffentlichen gut oder schlecht finden. Wir wollen damit in erster Linie informieren und veröffentlichen, was derzeit relevant für viele in der Bevölkerung ist. Aber einige Leser beziehungsweise Follower scheinen dies nicht unterscheiden zu können oder zu wollen und setzen eine Veröffentlichung damit gleich, was ein Journalist gut findet.“ Wenn man eine Meinung äußere, dann lediglich in Form eines separat ausgewiesenen Kommentares, betont Hartmann.

Bezüglich politischer Berichterstattung ist es nach Hartmann wichtig, dass die Presse transparent mache, wofür jede Partei, jeder Politiker stehe.

Angst davor, was passiert, wenn man kritische Themen veröffentlicht

Der Redaktion GSCHWÄTZ ist es bei ihrer Berichterstattung wichtig, auch Meinungen von Minderheiten zu veröffentlichen und auch kritisch hinter die Kulissen sozialer Bereiche zu schauen: Wie schaut es aus in der Gesundheitsversorgung vor Ort aus, wie sind die Arbeitsbedingungen in den Senioreneinrichtungen, wie beim Rettungsdienst?

Wie frei ist die Presse in Deutschland noch? Wie schnell wird man auch als Journalist in eine Ecke gedrückt, fragt sich Dr. Sandra Hartmann und ist besorgt, denn wenn eine Presse nicht mehr frei agiert und es an Mut fehlt, das zu veröffentlichen, was relevant ist, steht nicht nur die Pressefreiheit auf wackligen Beinen, sondern die Demokratie. Denn eine Demokratie bemisst sich unter anderem an einer freien und einer frei agierenden Presse.

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