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„Für jeden Gast, egal ob Klein oder Groß, entstehen uns die gleichen Aufwendungen“

Ein wahres Familienidyll ist das Solymar in Bad Mergentheim. Dieser Eindruck wird jedenfalls von der Homepage erweckt. Groß war demzufolge der Aufschrei der Öffentlichkeit, als das Bad die Preise und die Preisstruktur für den Thermenbesuch anpasste. 25€ kostet nun die Tageskarte, einen Rabatt für Kinder gibt es nicht mehr   (GSCHWÄTZ berichtete).

Die Argumente der Betreiber klingen vertraut: Allgemeine Preissteigerungen, insbesondere bei den Energiekosten seien der Grund für die Preiserhöhung. Neu ist das Argument, dass der Energieaufwand für ein Kind nicht anders sei als für einen Erwachsenen.

Standard-Antwort der Betreiber auf google-Rezensionen. Foto: Screenshot

Das ist in anderen Einrichtungen übrigens genauso, trotzdem zahlen Kinder beispielsweise im Museum oder im Nahverkehr weniger als ein Erwachsener.

Das Internet tobt

Im Internet sind die Menschen größtenteils nicht mit den Preiserhöhungen für Kinder einverstanden. Eine Preiserhöhung wird von den meisten durchaus akzeptiert, Knackpunkt ist der Wegfall jeglicher Ermäßigung für Kinder und Jugendlichen und damit das neue Preissystem. Dieses empfinden die Kommentarschreiber als „unsozial“ oder „Frechheit“ – je nach sozialem Medium sind die Kommentare teilweise regelrecht beleidigend.

Hier beispielhaft einige google-Rezensionen:

Der Kommentar von oems83 bringt den Aufsichtsrat ins Spiel. Dieser wird am Mittwoch, 13. Juli 2022, unter dem Vorsitz von Mergentheims Oberbürgermeister Udo Glatthaar tagen. Die Fränkischen Nachrichten wollen erfahren haben, dass das Thema Preiserhöhungen zwar nicht auf der Tagesordnung steht, aber trotzdem Thema sein wird. Gegenüber den FN hat Peter Zimmermann, Betriebsleiter der Solymar Therme, gesagt, dass er nicht glaube, dass die neuen Preise zurückgenommen werden.

Gegenüber GSCHWÄTZ hat Zimmermann ebenfalls das ein oder andere gesagt, will aber nicht öffentlich zitiert werden.

Nicht alle finden die Preisstruktur schlecht

In den zitierten Rezensionen ist teils direkt, teils unterschwellig die Rede davon, dass das Preissystem oder sogar die Betreiber des Solymar kinderfeindlich seien. Andererseits sagen einige Besucher:innen der Therme deutlich, dass sie sich von Kindern in der Therme belästigt fühlen:

Vielleicht mag die neue Preisstruktur tatsächlich von Besucher:innen beeinflusst sein, die sich über Kinder in der Therme beklagt haben. Jedenfalls kommt dieser Eindruck bei vielen Menschen, nicht nur aus Bad Mergentheim, auf.

Schlechte PR

Auf jeden Fall scheint das Solymar nicht mit dem öffentlichen Interesse gerechnet zu haben, anders sind die Reaktionen der Betreiber nicht zu erklären: Die Kommentare werden mit immer demselben Text beantwortet, irgendein Eingehen auf Argumente der Rezensenten ist nicht zu erkennen. Offensichtlich wurde die Preiserhöhung vorab in den Gremien, vor allem dem Aufsichtsrat, nicht kommuniziert, auch die Benutzer:innen und deren Wünsche wurden wohl nicht einbezogen. Die Solymar Therme GmbH & Co. KG ist eine private Firma. Als persönlich haftende Gesellschaft ist die Schauer Beteiligungs- und Management GmbH eingetragen. Ein Unternehmen kann seine Preise prinzipiell frei gestalten und kann sich seine Kunden auch aussuchen.  Da die Stadt Bad Mergentheim im Aufsichtsrat vertreten ist, dürfte es allerdings auch einen sozialen Auftrag geben.

Die Bedeutung des Solymar für Familien scheint – so legen es die Reaktionen nahe – den Betreibern nicht klar zu sein: Für viele Familien ist ein Tag im Solymar – inklusive Therme – ein Höhepunkt im Jahr, gerne wurden auch Kindergeburtstage dort gefeiert. Ein Höhepunkt, den sich mit dem neuen Preissystem viele Menschen nicht mehr leisten können oder wollen.

Text: Matthias Lauterer

 




Hilfe aus Hohenlohe für Kinder in Simbabwe

Auch in Afrika gibt es mittlerweile zahlreiche an Corona erkrankte Menschen. Die dortigen Länder haben mit ähnlichen Maßnahmen, wie wir sie derzeit erleben, reagiert. In Simbabwe sind seit Montag, den 23. März 2020, wie auch hierzulande alle Schulen, Kindergärten und Geschäfte geschlossen. Für Kinder fallen nun die Mahlzeiten, die sie im Kindergarten bekommen haben, weg. Zusätzlich wird es für die meisten Eltern noch schwieriger Geld zu verdienen, da sich viele durch „Buying and Selling“ über Wasser halten.

Damit die Kinder trotz der verschärften Situation weiterhin versorgt werden können, hat der Verein Bongai Shamwari e.V. Essenspakete für sie zusammengestellt. Pro Kind bekommen die Eltern nun alle zwei Wochen ein Paket aus Grundnahrungsmitteln und Seife im Wert von zehn US-Dollar. Darin ist unter anderem Folgendes enthalten: Eier, Soyaflocken, Maismehl, Vollkornweizenmehl, Erdnussbutter, Reis, Milch beziehungsweise selbstgemachter Joghurt oder Kefir, Gemüse aus dem Garten, Öl und Seife.

Quelle: Pressemitteilung des Vereins Bongai Shamwari e.V. unter Gründerin Christa Zeller aus Ingelfingen

 

Pro Kind gibt es Pakete im Wert von zehn Euro. Foto: Bongai Shamwari e.V.