„2017 war die Hoffnung groß, dass man die Schließung noch verhindern kann“
2017 war die Hoffnung noch groß, dass man mit zahlreichen Seit 2020 wurden in Deutschland mindestens 66 Krankenhäuser geschlossen, davon 22 im Jahr 2023, und es wird von einem weiteren „Kahlschlag“ mit fast 100 bedrohten Häusern gesprochen.
Große Sorge auf dem Land
Eine genaue Zahl für reine Landkrankenhäuser lässt sich nicht beziffern, da die Daten oft nicht zwischen städtischen und ländlichen Einrichtungen unterscheiden.
Der Verlust der stationären Versorgung ist aber in den kommenden Jahren eine große Sorge für Kommunalpolitiker, da eine steigende Zahl von Krankenhäusern auf dem Land von Schließungen bedroht ist.
Auch in Künzelsau gingen zahlreiche Bürger:innen damals auf die Straße, um ihr Krankenhaus zu retten
In Künzelsau gingen, wie in zahlreichen anderen Städten, zahlreiche Bürger:innen auf die Straße und demonstrierten gegen die neue Gesundheitspolitik in Baden-Württemberg unter Manne Lucha. Verhindern konnten sie die Schließung nicht. Heute tun sich zahlreiche Lücken im gesundheitlichen Versorgungssystem auf.
Fahrtwege für Rettungsdienste wesentlich länger
So sind die Fahrtwege mit den wegfallenden kleineren Versorgungshäusern für Rettungsdienste erheblich länger geworden – das bindet Fahrzeuge und das Personal, die im wahrsten Sinne dadurch länger auf der Strecke sind. Die ohnehin schon oft sehr dünnen Personaldecken in diesem Bereich werden damit weiter ausgedünnt – bei steigender Arbeitsbelastung.
Teilweise erst Monate später einen Termin
Durch den Wegfall der kleineren Krankenhäuser haben auch die ländlichen Standorte an Attraktivität für Landärzte verloren. Während diverse Praxis-Chefs in den Ruhestand gehen, gibt es oft keine Nachfolger:innen, welche die Praxis übernehmen. Praxisschließungen bedeuten aber viele Bürger:innen wieder weitere Wege bis zur nächsten Facharztpraxis und/oder teilweise monatelange Wartezeiten bei den verbliebenen Praxen.
Auch die frisch aus der Taufe gehobene Redaktion GSCHWÄTZ recherchierte und berichtete damals umfassend zu diesem Thema
Auch GSCHWÄTZ beschäftige sich während der Demos rund um das Krankenhaus rund um die Frage, wie die Gesundheitsversorgung im Hohenlohekreis wohl nach einer potenziellen Schließung aussehen würde. Eine der Reden von GSCHWÄTZ-Herausgeberin Dr. Sandra Hartmann von vor 8 Jahren während einer Demo vor dem Krankenhaus gibt es hier noch einmal zu sehen: