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„Wer bin ich eigentlich? Und warum überhaupt?“

Am 29. Oktober feiert die Show „Wer bin ich eigentlich? Und warum überhaupt?“ im Science Dome der experimenta ihre Premiere. In dem interaktiven Format gehen Clarissa Corrêa da Silva und Simone Müller zusammen mit dem Publikum den Fragen nach, was Menschen ausmacht und was sie prägt.

Derzeit haben rund 40 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Deutschland einen Migrationshintergrund. Welche Auswirkungen hat das auf die Gesellschaft? Durch welche Faktoren werden Menschen in ihrer Entwicklung eigentlich geprägt? Diesen sowie weiteren spannenden Fragen zum Thema Herkunft und Identität gehen die TV-Moderatorin Clarissa Corrêa da Silva und die Schauspielerin Simone Müller am 29. Oktober in der experimenta auf den Grund. Ihre interaktive Wissens-Show „Wer bin ich eigentlich? Und warum überhaupt?“ läuft um 12:00 und 15:00 Uhr im Science Dome und richtet sich an Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren.

Identitätssuche mit überraschendem Ausgang

Auf Augenhöhe nehmen da Silva und Müller ihr Publikum auf eine Reise mit: Sie beginnt mit Abgrenzung und Ausgrenzung im Alltag und endet nach rund einer Stunde mit der Sensibilisierung für Toleranz, Diversität und Selbstbestimmtheit. Die beiden Darstellerinnen haben selbst Migrationshintergrund und berichten anfangs in einem Wechsel aus humoristischen Szenen und wissenschaftlichen Erklärungen von ihren persönlichen Erfahrungen bei der Identitätssuche. Schnell wird klar: Obwohl alle Menschen zu 99,9 Prozent das identische Erbgut besitzen, müssen viele von ihnen mit Vorurteilen, Rollenklischees und Diskriminierung leben. Gemeinsam mit den jungen Zuschauerinnen und Zuschauern werden die Auswirkungen davon in der Show herausgearbeitet.

Science-Slam

Im Anschluss erklären Clarissa Corrêa da Silva und Simone Müller im Science Slam-Stil, wie die wissenschaftlichen Disziplinen Mikrobiologie und Epigenetik dazu beitragen, traditionelle Vorstellungen von Herkunft und Identität zu überdenken. So besteht zwar eine genetische Vorprägung durch die Vorfahren, doch jeder Mensch hat grundsätzlich die Möglichkeit, seine eigenen Werte und Verhaltensweisen zu entwickeln. Eine Erkenntnis, die auch im letzten Teil der Show eine wichtige Rolle spielt: Die beiden Akteurinnen gehen mit dem Publikum in den Austausch und werten bestimmte Szenarien durch Abstimmungen gemeinsam mit allen aus.

Premiere am 29. Oktober mit zwei Vorstellungen

Am Samstag, 29. Oktober, gastiert die Wissens-Show „Wer bin ich eigentlich? Und warum überhaupt?“ in der experimenta. An diesem Tag feiert das Stück seine Premiere, bevor es als Gastspiel auf Tournee geht. Die Aufführungen im Science Dome, die für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren geeignet sind, beginnen um 12:00 und 15:00 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene 6,00 Euro und für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren 4,00 Euro. Karten gibt es ab sofort online im Ticketshop der experimenta.

Die Wissens-Show „Wer bin ich eigentlich? Und warum überhaupt?“ ist in Kooperation mit dem renommierten Festival „Enjoy Jazz. Festival for Jazz and More“ entstanden. Gefördert wird sie durch die Stiftung Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und den Gewinnsparverein der BB Bank Karlsruhe.

Die Darstellerinnen

Clarissa Corrêa da Silva, Fernseh-Journalistin und Autorin, moderiert mehre­re, vielfach preisgekrönte TV- und Online-Formate für Kinder, darunter „Die Sen­dung mit der Maus“ (WDR), „Wissen macht Ah!“ (WDR), „Triff …“ und „Die beste Klasse Deutschlands“ (beide KiKa) sowie die Reportage-Reihe „3 Blocks“ (MDR). Für ihre Arbeit erhielt sie unter anderem den Kinder-Medienpreis „Der weiße Elefant“. Außerdem wurde sie mehrfach beim „Goldenen Spatz“ ausgezeichnet, dem größten Festival für deutschsprachige Kindermedien.

Simone Müller, Schauspielerin und Autorin, ist bekannt aus TV-Auftritten in Serien wie „Tatort“ (MDR) und „How to Sell Drugs Online (Fast)“ (Netflix) sowie durch Episoden­hauptrollen in innovativen Formaten wie „Triff …“ (KiKa) und „Find­her“ (YouTube). Sie ist Ensemble-Mitglied des Saarländischen Staatstheaters Saarbrücken. Daneben ist sie unter anderem sonder­pädagogisch an Schulen tätig und arbeitet künstlerisch zu den Themenfeldern Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit.

Pressemitteilung experimenta




„Geschmack löst sehr intensive Gefühle aus“

Noch bis zum 8. Januar 2023 läuft in der experimenta Heilbronn die Sonderausstellung „Geschmacksfragen“. Dort können Besucherinnen und Besucher an 24 Mitmachstationen den eigenen Geschmack erkunden und selbst kreativ werden. Im Interview spricht Dr. Christian Sichau darüber, was Geschmack so besonders macht, warum das Thema in der Forschung bisher noch nicht tief verwurzelt ist und wie es zur Ausstellungsidee kam. Dr. Christian Sichau verantwortet als Bereichsleiter die Ausstellungen der experimenta. Der 1967 in Worms geborene promovierte Physiker kam 2009 zur experimenta und ist davon angetan, die eigene Faszination an Besucherinnen und Besucher weiterzugeben.

experimenta: Herr Dr. Sichau, was darf es zum Mittagessen sein: Spätzle oder Sushi?
Sichau: Da ich selbst nicht aus Schwaben stamme, sind beides für mich „fremdartige“ Gerichte. Doch an Spätzle habe ich mich mittlerweile schon mehr gewöhnt. Daher: Spätzle! Und diese dann bitte sehr gerne klassisch mit Linsen und Würstchen, und selbstverständlich einem Schuss Essig.

Geschmack am Geschmack gefunden

experimenta: In der neuen Sonderausstellung dreht sich alles um Geschmacksentscheidungen – nicht nur beim Essen. Woher stammt die Idee dazu?
Sichau: Als Ausstellungsteam starteten wir im Sommer 2019 die Suche nach neuen, spannenden Themen für unsere Sonderausstellungsfläche. Die Anregung dazu fanden wir nach einem Griff in die kleine, aber feine experimenta-Bibliothek. Dort stand zufällig ein Buch zum Thema Geschmack, das uns fesselte. Es war nicht unsere einzige Ausstellungsidee, aber je mehr wir uns damit beschäftigten, desto mehr fand es unseren Geschmack.

experimenta: Was reizte Sie am Thema Geschmack so sehr, dass Sie dazu eine ganze Ausstellung entwerfen?
Sichau: Geschmack zeichnet sich erstens durch seine enorme Vielseitigkeit und zweitens durch seine Stärke aus. Geschmack ist so alltäglich – und wird doch selten wissenschaftlich thematisiert. Was ist biologisch bestimmt? Wie prägen Erziehung, Umwelt und Kultur unseren Geschmack? Was machen die digitalen Medien mit ihren Likes und Bewertungsportalen aus unserem Geschmack? Das sind hochspannende Fragen und sie machen das Thema unglaublich vielseitig. Und der zweite Aspekt tritt dann noch hinzu: Geschmack ist einfach stark! Er löst sehr intensive Gefühle aus – sei es pure Freude oder auch tiefen Ekel. Das zeigt, wie sehr Geschmack in uns allen steckt.

Mitmachstationen

experimenta: Im Konzept der „Geschmacksfragen“ spielen Mitmachstationen eine wichtige Rolle. Wie entstehen eigentlich aus Ideen originelle Exponate?
Sichau: Für uns in der experimenta steht am Anfang immer die Frage: Was können Besucherinnen und Besucher tatsächlich tun? „Tun“ meint mehr als Knöpfedrücken. Also: Wie können wir unsere Gäste animieren, selbst Dinge herausfinden zu wollen? Wir müssen ihnen nicht etwas erklären, für sie aufdecken oder ihnen zeigen – wir wollen sie zu Forscherinnen und Forschern machen! Lust und Freude am Entdecken zu wecken, das ist die Kunst. Dieser Wechsel der Perspektive ist das A und O bei der Entwicklung von Mitmachstationen. Ist das verinnerlicht, wird vieles ganz leicht.

Den eigenen Geschmack kennenlernen

experimenta: Was ist das Besondere an der Ausstellung? Was können die Besuchenden mit nach Hause nehmen?
Sichau: Die Besonderheit ist das sich herausbildende persönliche Geschmacksprofil. Die vielen einzelnen Entscheidungen, die ich in der Ausstellung treffe, werden am Ende zusammengefasst, dargestellt und ausgewertet. Besucherinnen und Besucher können selbst ihre Geschmacksprofile miteinander vergleichen. Und sie können ihre Daten zur wissenschaftlichen Forschung spenden – selbstverständlich in völlig anonymer Form.

Wer will, kann seine Daten für ein wissenschaftliches Experiment spenden

experimenta: Sie arbeiten im Rahmen der Ausstellung mit Forscherteams zusammen. Welche Erkenntnisse können diese aus den Besucherdaten ziehen?
Sichau: Es entsteht zunächst an unseren Stationen durch die vielen experimenta-Besucherinnen und Besucher eine große Datenmenge – weit mehr als normalerweise in einem Laborversuch. Dann stehen Fragen im Raum: Bestätigen diese Daten bisherige Vermutungen und Hypothesen? Was zeigt sich neu und anders, wenn viele mitmachen? Darüber hinaus gibt es eine zweite Ebene: Zeigen sich in der Gesamtheit aller Daten neue, bislang nicht vermutete Zusammenhänge. Was haben Geschmacksurteile an Station A mit Geschmacksurteilen an der Station B zu tun? Gar nichts – oder doch sehr viel? Wir sind offen und gespannt auf die Antworten. Und wie in jedem wissenschaftlichen Experiment können wir die Ergebnisse zu Beginn noch nicht vorhersehen.

Pressemitteilung Experimenta Heilbronn




„Alle Meteoriten landen auf der Erde“

Nicht nur für Tage mit bedecktem Himmel bietet die Sternwarte der experimenta ab sofort ein Schlechtwetterprogramm an. Neben einem immersiven Globus, der die Himmelskörper unseres Sonnensystems interaktiv erlebbar macht, und einem Indoor-Teleskop spielt dabei ein rund 45 Kilogramm schweres Stück Eisen eine wichtige Rolle. Stephan Fichtner, Teamleiter Sternwarte, erklärt im Interview, woher das neue Exponat stammt und was einen Meteoroiden von einem Meteoriten unterscheidet. Stephan Fichtner ist als Teamleiter Sternwarte seit Anfang 2021 bei der experimenta. Zuvor arbeitete er nach einem Studium der Physik und Astronomie und einer Tätigkeit als Wissenschaftsjournalist beim Planetarium Hamburg.

Woher kommt der Meteorit, der in der experimenta zu sehen ist?

Stephan Fichtner. Foto: Experimenta

Der Meteorit Campo del Cielo stammt ursprünglich aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Dort hat er wahrscheinlich Jahrmillionen seine Runden gedreht, bis ihn eine Schwereanomalie von Jupiter aus der Bahn geworfen hat. Dann hat er sich auf die Reise gemacht und ist beim Eintritt in die Erdatmosphäre in mehrere Einzelteile zerbrochen und in Argentinien auf die Erde gestürzt. Das Ursprungsstück hatte über 100 Tonnen Masse. Das größte Stück, das man bislang gefunden hat, wog rund 30 Tonnen.

Die ersten Stücke des Campo del Cielo wurden schon 1546 entdeckt …

Ja, wenn 100 Tonnen vom Himmel fallen, bleibt das nicht unbemerkt. Die Spanier hatten durch Überlieferungen der Ureinwohner von dem Meteoriten gehört und dachten, dass er wertvoll sein könnte. Als sie merkten, dass er überwiegend aus Eisen besteht und keine Edelmetalle enthält, haben sie den Meteoriten aber liegen lassen. Damals waren für die Spanier nur Silber und Gold interessant. Übrigens: Das 30-Tonnen-Stück wurde erst 2016 gefunden. Das 45,5 Kilogramm schwere Teil in der experimenta besteht aus den Hauptbestandteilen Eisen mit 92,6 Prozent und Nickel mit 6,7 Prozent. Man nennt diese Meteoriten auch Eisen-Nickel-Meteoriten.

Gibt es einen Unterschied zwischen „Meteoroid“ und „Asteroid“?

Im Grunde werden beide Begriffe synonym verwendet. Als Asteroiden bezeichnen wir aber eher die größeren Himmelskörper, die zwischen Mars und Jupiter kreisen. Daher heißt dieser Bereich auch Asteroidengürtel. Die Bezeichnung Meteoroiden hat sich für die kleineren Teile eingebürgert. Die Endung „-id“ weist darauf hin, dass ein Teil im Weltraum seine Bahnen zieht. Trifft einer dieser Körper die Erde, so sprechen wir von einem Meteoriten. Dafür steht die Endung „-it“.  Ein kleiner aber feiner Unterschied.

Wie oft kommt es vor, dass ein Meteorit auf die Erde stürzt?

Regelmäßig. Die Erde sammelt jeden Tag viele Tonnen an außerirdischem Material ein, wenn sie auf ihrer Bahn um die Sonne durch das All fliegt, einfach weil sie ein recht großer Körper ist. Sie hat zwar im Vergleich zu früheren Zeiten ihre Bahn schon ziemlich freigeräumt – damals als das Sonnensystem entstanden ist, war noch alles voll mit Bröseln, Brocken und Staub – aber es fliegen immer noch Kometen quer durch das Planetensystem. Und die zerbröseln bei jeder Umrundung der Sonne natürlich auch. Das heißt, es werden immer wieder neue Teile nachgeliefert, die auch auf der Erdbahn landen. Das sind dann Sternschnuppen – kleine Kometenteile, die in der Atmosphäre verglühen.

Stürzen auf den Mond mehr Brocken als auf die Erde?

Nein. Aber die Erde umgibt eine Lufthülle, darin verglühen die kleineren Meteoroiden. Der Mond hat keine Atmosphäre, dort schlägt wirkliches jedes Teil ein. Außerdem gibt es auf der Erde Wetterphänomene, wir haben Wind, Regen, Erosion: Das heißt, Krater können nach ein paar Jahrmillionen auch wieder verschwunden sein, weil sie dann eingeebnet sind. Aber auch menschliche Einflüsse spielen eine Rolle. So liegt die Stadt Nördlingen in einem alten Meteoritenkrater, dem Nördlinger Ries. Anders verhält es sich mit Kratern in der Wüste, beispielsweise dem Barringer-Krater in Arizona. Diese bleiben länger bestehen, weil es dort nicht so viel regnet wie in unseren Breitengraden. Und genauso verhält es sich auch auf dem Mond. Dort bleibt jeder Krater, der einmal geschlagen wurde, auch bestehen. Eine Ausnahme bilden die Mondmeere auf der Vorderseite des Mondes. Dort ist in der Frühzeit des Mondes Lava ausgetreten und hat die frühesten Krater des Mondes zugedeckt.

Pressemitteilung Experimenta




experimenta zeigt Science Dome-Show zum Sternenhimmel im Ramadan

Welche Rolle die Astronomie im Islam spielt und welche Bedeutung der Mond für den Fastenmonat Ramadan hat, erklärt das Science Center experimenta in der neuen Live-Show „Zeit des Mondes“. Darin können Besucherinnen und Besucher wie im Planetarium den Sternenhimmel über Mekka, der heiligsten Stadt des Islams, auf der Kuppel des Science Dome erleben. Nebenbei erfahren sie mehr über den islamischen Kalender, der auf der Beobachtung der Mondphasen basiert und daher mit 354 Tagen etwas kurzer als das Sonnenjahr ist.

Kultur- und Religionsgrenzen überwinden

Mit dem neuen Format möchte die experimenta neue Zielgruppen ansprechen und über Kultur- und Religionsgrenzen hinweg Akzeptanz und Verständnis schaffen. „Muslimische Moderatoren begleiten den astronomischen Vortrag und geben uns Einblicke in die Grundpfeiler und die Geschichte des Islams“, erlautert Johan Gysenbergs, Abteilungsleiter Science Dome und Sternwarte, das Konzept der Veranstaltung. „Die Besucherinnen und Besucher erfahren bei uns viel Wissenswertes uber den Ramadan, der dieses Jahr auf den Zeitraum 2. April bis 2. Mai fallt“, so Gysenbergs weiter.

Immer Freitags

Die Show „Zeit des Mondes“ läuft immer freitags im Science Dome: am 11. und 18. März sowie am 1. und 8. April um 17:00 Uhr. Am 25. März startet die Vorstellung bereits um 16:00 Uhr. Eintrittskarten für alle Vorführungen können im  Online-Ticketshop der experimenta  fur 6 Euro [ermäßigt 4 Euro] erworben werden. Für den Besuch gelten die gültigen gesetzlichen Vorgaben, die auf der Website www.experimenta.science stehen. Weitere Auskünfte gibt es telefonisch unter 0713188795-0 oder per E-Mail: info@experimenta.science.

 

Pressemitteilung experimenta Heilbronn




Darm-mit-Charme nun auch in der Experimenta

Noch bis zum 1. Mai können sich experimenta-Besucherinnen und Besucher in der Ausstellung „Darm mit Charme“ auf eine kuriose Reise durch den menschlichen Körper begeben. Sie basiert auf dem gleichnamigen Buch der Autorin Giulia Enders; von ihrer Schwester Jill Enders stammen die Illustrationen. Im Interview sprechen die beiden darüber, welche vielfältigen Möglichkeiten die Transformation des Bestsellers in eine Mitmachausstellung bietet.

Experimenta Heilbronn. Bild: Experimenta Heilbronn

Giulia, am Anfang des Projekts „Darm mit Charme“ stand die Frage eines WG-Mitbewohners zum Thema Stuhlgang. Wie hat sich daraus die Idee zum Buch entwickelt?

Giulia Enders (GE): Nach dieser Frage machte ich bald bei einem Science Slam mit. Dabei stellen Forschende vor, was sie fasziniert. Ein Video dieses Science Slams ging online und verbreitete sich rasant. Daraufhin fragte mich eine Literaturagentin, ob ich mir vorstellen könnte, ein Buch zu schreiben. Ich dachte: Probieren kann ich es ja mal.

Jill Enders. Bild: Experimenta Heilbronn

Wie kamst du als Illustratorin dazu, Jill?

Jill Enders (JE): Als Giulia mir am Telefon zum ersten Mal vom Darm erzählt hat, war ihre Begeisterung darüber ansteckend. Ich hatte Bilder im Kopf und begann zu zeichnen – schon hatten wir einen Anfang für den Science Slam. Wir haben dabei gemerkt, dass wir uns gegenseitig anspornen und weiterbringen.

GE: Wir nennen das Gedanken-Ping-Pong. Es macht Spaß – und ich denke, das spüren die Leserinnen und Leser auch.

Euer Buch ist ein spannendes Wechselspiel von Worten und Bildern. Was war zuerst da? Die Worte? Oder haben die Zeichnungen die Sprache inspiriert?

JE: Beides. Es geht immer mal hin und her. Manchmal hakte es am Text und beim „Darüber-Sprechen“ entstand ein Bild, das es besser erklärte als Worte – oder anders herum. Am meisten Arbeit floss in den richtigen Ton. Ein Schließmuskel darf ruhig freundlich aussehen oder ein kauender Mund wie eine Tänzertruppe – Hauptsache, das Wesentliche kommt dabei raus. In diesem Punkt haben wir uns immer gegenseitig geprüft: Giulia die Bilder und ich den Text. Nur so konnten wir sicher sein, dass auch andere uns verstehen.

Nun ist „Darm mit Charme“ als interaktive Ausstellung in der experimenta zu sehen. Was ist dort anders als im Buch?

GE: Dreidimensional haben wir ganz andere Möglichkeiten mit dem Wissen zu spielen. In der Ausstellung gibt es zum Beispiel eine Station, in der Besuchende Lebensmittel einscannen, wie im Supermarkt, aber auf einem Bildschirm angezeigt bekommen, wie viel Ballaststoffe darin enthalten sind. Daraus wird schnell ein Wettkampf: Wer ernährt die eigenen Darmbakterien besser? Jill und ich haben das schon ehrgeizig gegeneinander ausgefochten.

JE: Auch einen echten Darm so zu zeigen, wie wir ihn gerne präsentieren möchten, war für uns ein Highlight. Die Körperausstellungen, die wir kennen, färben Organe mit Farbstoffen ein oder lassen sie glänzend und plastikartig erscheinen. Unser echter Darm ist so, wie er wirklich aussieht, wenn das ganze Essen und das Blut fehlen: weiß und sauber, wie ein Gebilde aus Papier.

Giulia Enders. Bild: Experimenta Heilbronn

Die Konzeption einer Ausstellung war für euch Neuland. Wie war es, dabei zu sein?

JE: Wir haben mit einem Team aus Frankreich, Finnland und Portugal zusammengearbeitet. Das war menschlich sehr nett und es war auch gut, dass alle anderen schon so viel Erfahrung beim Kreieren einer Ausstellung hatten. Wir waren allerdings überrascht, wie viel verboten war.

GE: Immer wieder hieß es, vor allem aus Frankreich, wenn wir eine Idee für ein Ausstellungsobjekt eingebracht haben: Nein, das essen die Leute! Oder: Da treten sie drauf und versuchen es von der Wand abzureißen. Seitdem haben wir einen ziemlich witzigen Eindruck von französischen Museumsbesuchenden… das ist sicher.

JE: Und jetzt ist sicher nichts mehr essbar oder von der Wand abreißbar!

Seit dem Erscheinen des Buches sind mittlerweile mehrere Jahre vergangen. Gibt es inzwischen neue Erkenntnisse zum Ausnahmeorgan Darm?

GE: Unzählbar viele! Die Anzahl der veröffentlichten Studien zum Thema „Mikrobiom“, also der Mikroben in und auf uns, steigt fast exponentiell. Im Jahr 2021 waren es etwa 25.000 Stück. Kein Wunder, dass es da als Ärztin oder Arzt nicht möglich ist, immer up to date zu sein. Gute Wissensaufbereitung wird in dieser schnellen, riesigen Welt immer wichtiger.

„Darm mit Charme“ vermittelt ein sensibles Thema einem großen Personenkreis verständlich und unterhaltsam. Was für ein Feedback gab es aus der Fachwelt zu eurem Buch?
GE: Sehr schönes Feedback. Hilfreiche Hinweise oder auch lustige Zusendungen: wie einen Kefir-Pilz, den ich in höchsten Ehren weiterzüchte.

Das Exponat des echten Darms ist schon toll.

Zu guter Letzt, was ist eure Lieblingsstation in der Sonderausstellung „Darm mit Charme“?

GE: Das Exponat des echten Darms ist schon toll. Wenn ich vor ihm stehe, bin ich beeindruckt von der Schönheit und werde jedes Mal ruhig und dankbar. Bei so etwas kann ich meiner Schwester absolut vertrauen – wenn ich sage: Ich habe Angst, dass sie ihn so „aderig“ und „schauderig“ machen, dann weiß sie einen Weg, telefoniert mit den Plastinatoren und am Ende ist er genau richtig und wunderbar.

JE: Ich mag die Bakterien, die, wenn man sie antatscht, etwas Lustiges von sich erzählen. Das versteht mittlerweile auch mein fünfjähriger Sohn und muss lachen. In solchen Momenten habe ich das Gefühl, unsere Freude an der Sache hat es auch in diese Ausstellung geschafft und wird von dort aus weitergetragen.

GE: Ping-Pong eben.


Zur Person:
Giulia Enders ist approbierte Ärztin. Sie forschte für ihre Doktorarbeit am Institut für Mikrobiologie in Frankfurt am Main und wurde 2012 durch ihren Science Slam-Vortrag „Darm mit Charme“ bekannt, der zum YouTube-Hit wurde. Jill Enders ist diplomierte Kommunikationsdesignerin mit dem Schwerpunkt Wissenschaftsvermittlung. Sie lebt und arbeitet in Karlsruhe.


Pressemitteilung Experimenta




Abenteuer im Meer

Im Oktober widmet sich die experimenta dem Thema Meeresforschung mit zwei Vorträgen, heißt es in einer Pressemitteilung der experimenta gGmbH. Am Donnerstag, den 21. Oktober 2021, erzählt der Polarforscher Arved Fuchs in der Aula am Bildungscampus von seiner jüngsten Reise durch den Nordatlantik. Im Rahmen der Ocean Change-Expeditionsreihe untersucht er gemeinsam mit seiner Crew seit 2015 die Auswirkungen der Erderwärmung auf unseren Lebensraum. Auch dieses Jahr war der 68-Jährige mit dem Segelschiff „Dagmar Aaen“ unterwegs und bereiste den Nordatlantik. Von dieser Expedition berichtet er ab 19:30 Uhr im Vortrag „Arved Fuchs und der Golfstrom – eine Forschungsreise durch den Nordatlantik“.

Wie können die Meere bewahrt und geschützt werden?

Welche Effekte hat ein sich abschwächender Nordatlantikstrom auf die Länder, die Menschen und die Natur? Was für Auswirkungen hat die Abschwächung auf das Wettergeschehen? Diesen Fragen geht Fuchs nach, spricht aber auch darüber, wie die Meere bewahrt und geschützt werden können. Außerdem gibt er einen Einblick in die Technik an Bord des Forschungsschiffes: So können alle am Projekt Interessierten durch den Live-Zugriff auf Navigations- und Messdaten sowie auf Kameras die wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Meer miterleben.

Ein Spaziergang auf dem Meeresgrund

Den Einsatz neuer Technologien bei der Tiefseeforschung demonstriert Dr. Tom Kwasnitschka, Geowissenschaftler am GEOMAR Helmholz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, am Freitag, den 22. Oktober, um 20 Uhr in seinem Vortrag „Ein Spaziergang auf dem Meeresgrund: Wie uns digitale Technologien in die Tiefsee bringen“. Das Publikum kann dank 360-Grad-Filmaufnahmen an einer Forschungsfahrt teilnehmen und den Einsatz tieftauchender Roboter miterleben. Außerdem nutzt Kwasnitschka die 726 Quadratmeter große Kuppel im Science Dome der experimenta, um aktuelle Forschungsdatensätze live und in Echtzeit vorzustellen.

Wissenschaft greifbar gemacht

Wie können Daten von der Tiefsee überhaupt für die Wissenschaft gewonnen werden? Mithilfe von Weltraumsatelliten, Tauchrobotern und unbemannten Sonden sammeln die Forschenden große Datenmengen aus den Meerestiefen. Dank „visueller Datenexploration“ können damit schwer erreichbare, kaum vorstellbare oder in ihrer riesigen Ausdehnung nicht fassbare Naturphänomene visualisiert und erfahrbar gemacht werden. So wird Wissenschaft greifbar und die faszinierenden Landschaften am Ozeanboden für alle erlebbar.

Anmeldung per E-Mail

Für beide Veranstaltungen ist eine Anmeldung per E-Mail an buchung@experimenta.science erforderlich. Der Vortrag von Arved Fuchs kostet drei Euro, der Science Dome-Vortrag von Dr. Tom Kwasnitschka sechs Euro. Beide Vorträge begleiten die Sonderausstellung „Ozeane“ aus dem renommierten American Museum of Natural History in New York.

Quelle: Pressemitteilung der experimenta gGmbH

Dr. Tom Kwasnitschka ist Tiefsee-Vulkanologe. Foto: experiemta gGmbH




Auf Tauchgang mit Walen, Seepferdchen & Co.

Seit dem 26. Juni gibt es im Science Center Experimenta Heilbronn eine Sonderausstellung aus dem renommierten American Museum of Natural History in New York zu sehen: Sie lädt dazu ein, in die faszinierende Welt der Ozeane einzutauchen und die einzigartigen Lebensräume unter Wasser zu erkunden. Die spannende Reise in verborgene Tiefen ermöglicht Begegnungen mit erstaunlichen Lebewesen und eindrucksvollen Landschaften. Besucher der multimedialen Ausstellung erfahren zudem, wie der Einsatz neuer Technologien die Erforschung dieser bislang noch weitgehend unbekannten Regionen ermöglicht und welche Gefahren der Tiefsee drohen. Die rund 800 Quadratmeter große Sonderausstellung ist erstmals in Deutschland zu sehen und bis Sonntag, den 07. November 2021, in Heilbronn zu Gast. Thematisch begleitet wird sie von Laborkursen für Schulklassen und 360-Grad-Filmen im Science Dome.

Große Geheimnisse sind noch unentdeckt

Sie bedecken über 70 Prozent der Erdoberfläche, sind an manchen Stellen tiefer als der Mount Everest hoch ist und verbergen eine spektakuläre Topografie aus Gebirgen und Gräben. Sie bieten einer Vielzahl von Lebewesen vom mikroskopisch kleinen Plankton bis zum größten lebenden Tier der Erde, dem Blauwal, einen über Jahrmillionen gewachsenen Lebensraum: Ozeane sind eine faszinierende Welt, die Forscher und Wissenschaftler seit Jahrhunderten in ihren Bann ziehen. Dabei birgt dieses bedeutende Ökosystem mit enormem Einfluss auf Klima und Umwelt bis heute große Geheimnisse.

Weniger bekannt als der Mars

Nur ein kleiner Teil des Meeresbodens ist genau kartiert, die versunkenen Landschaften damit weniger bekannt als etwa die Marsoberfläche. Diese unsichtbare Welt zu erkunden, macht die im American Museum of Natural History konzipierte Ausstellung möglich. Zugleich werden aktuelle Forschungsarbeiten präsentiert und die Funktionsweisen der unter Wasser wirkenden Kräfte und Strömungen gezeigt. Wie verbringen Blauwale ihren Tag? Was passiert in den tiefen Gewässern rund um Hawaii? Wie können die besten Standorte für Meeresschutzgebiete identifiziert werden? Diesen und vielen weiteren Fragen geht die Ausstellung aus New York in der experimenta auf den Grund.

Mit Sonartechnik auf den Spuren des Planktons

Die erste Themeninsel stellt den Bereich direkt unterhalb der Wasseroberfläche vor. Dort, wo das Sonnenlicht noch das Geschehen beleuchtet, sind die kleinsten Meeresbewohner unterwegs, das Plankton. Wie die winzigen Organismen mit den Strömungen durch die Meere treiben, wird heute mit Hilfe der Sonartechnik erforscht. Das pflanzliche Phytoplankton ist auf das Licht der Sonne angewiesen, um wachsen zu können, und so zahlreich, dass seine Blüten aus dem Weltraum gesehen werden können. Und: Phytoplankton produziert den Großteil des Sauerstoffs, den wir zum Atmen brauchen. Von ihm ernähren sich tierische Formen wie das Zooplankton, zu dem auch die Larven von Meerestieren wie dem Blauflossenthunfisch und dem Mondfisch zählen.

In der Tiefe des Meeres bringen die Bewohner Licht ins Dunkel

Mit dem Themenbereich „Geheimes Leben“ beginnt der Abstieg in tiefere Gewässer. Dort, wo kaum noch Sonnenlicht hineinreicht, verschwinden scheinbar alle Farben und das für die Ozeane typische Blau beherrscht die Szenerie. Oder trügt dieser Eindruck einer dunklen Welt? Die Antwort darauf liefert eine zufällige Entdeckung des Biologen und Meeresforschers Dr. John Sparks, zugleich der Kurator der Ozean-Ausstellung: Vor den karibischen Cayman Inseln beobachtete er vor einigen Jahren einen fluoreszierenden Aal. Im Gegensatz zur Biolumineszenz, bei der ein Organismus durch eine chemische Reaktion Licht erzeugt, beinhaltet die Biofluoreszenz die Absorption und Wiederemission von Licht durch spezielle Moleküle im Körper eines Tieres. Welche Funktion dieses Phänomen hat, ist noch unbekannt, aber Sparks und seine Kollegen vermuten, dass es der Kommunikation untereinander dient. Bei weiteren nächtlichen Tauchgängen mit speziell entwickelten Ultra-Low-Light-Kameras fand er eine Vielzahl weiterer Fische und anderer Meerestiere, die fluoreszieren und in überraschenden Farbtönen leuchten, wenn sie zuvor mit energiereichem blauen Licht in Kontakt kamen. Einigen davon, wie Drachenköpfen, Aalen, Seepferdchen und Haien, begegnen die Besucher in der Sonderausstellung.

Unterwegs mit den größten Lebewesen der Erde

Der dritte Themenbereich zieht die Besucher mit einem 180-Grad-Panorama-Blick in seinen Bann: In einer hochauflösenden Projektion schwimmen mächtige Meeresbewohner wie Wale, Kalmare und Riesenhaie lebensgroß an den Besuchern vorbei. Direkt daneben geht es zurück in die Vergangenheit: Fossilien von Urzeitwesen zeigen, dass die Weltmeere schon immer belebt waren – auch im süddeutschen Jura-Meer vor 180 Millionen Jahren. Vieles über die imposanten Wasserwesen ist noch immer unbekannt, aber auch hier unterstützen neue Entwicklungen die Forschung: Leicht anzubringende Aufzeichnungsgeräte haften zuverlässig und liefern Daten über das Wander- und Nahrungsverhalten der Tiere. So können Wissenschaftler zum Beispiel den Gesängen von Buckelwalen lauschen, wenn sie Krill jagen. Oder wenn ein großer Weißer Hai bis zu 1.200 Meter tief taucht, können seine Koordinaten mittels Satelliten detektiert werden.

Die Vermessung der Weltmeere

Über Jahrhunderte blieb die Welt unter Wasser dem Menschen weitgehend verborgen, erst moderne Techniken wie Schallwellen, Radar und Laser ermöglichen es, von Satelliten, Flugzeugen, Drohnen und Schiffen aus ein detailliertes Bild der zuvor unsichtbaren Landschaften zu zeichnen. Im vierten Themenbereich begegnen die Besucher daher wissenschaftlich genauen Nachbildungen einiger Unterwasserregionen wie einer Seebergkette nahe der Galapagos-Inseln im Pazifik oder dem Hudson-Canyon im Atlantik. Tauchschiffe, Bojen und Tiefenrekorder liefern zudem umfangreiche Daten zu Strömungen und Temperaturen. So wurde das „Globale Förderband“ entdeckt, eine weltumspannende Meeres-Zirkulation, zu der auch der Golfstrom gehört: An den Polen sinkt Wasser aufgrund seines hohen Salzgehaltes und der niedrigen Temperaturen ab. In der Tiefe strömt es zum Äquator, wo es sich erwärmt, an Dichte verliert und wieder aufsteigt. So entstehen vertikal geschichtete Lebensräume in den Meeren, die durch Unterschiede in Helligkeit, Temperatur, Druck und Salzgehalt verschiedene Ökosysteme bilden.

Genaue Untersuchungen mithilfe neu entwickelter Instrumente

Neu entwickelte Untersuchungsinstrumente, die auf Robotik-Technologie zurückgreifen, ermöglichen heute genaue Untersuchungen der darin lebenden Tiere: Weiche und geräuscharme Greifer mit hydraulisch gesteuerten und gepolsterten mechanischen Fingern sammeln empfindliche Bewohner wie Seegurken, Korallen oder Seefedern ein, um sie eingehend zu untersuchen. In der Ausstellung kann ein Prototyp dieser sogenannten Squishy-Fingers begutachtet werden.

Tauchfahrt: Es geht hinab bis auf den Grund

Einmal in die versunkenen Welten der Tiefsee hinabzutauchen – lang haben Menschen davon geträumt. 1934 erreichte der amerikanische Unterwasserforscher William Beebe mehr als 3.000 Fuß, 1960 schaffte es der Schweizer Ozeanograph Jacques Piccard an Bord der Trieste fast bis in elf Kilometer Tiefe. Auf ihren Spuren geht es in der Sonderausstellung auf Tauchstation: Die virtuelle Reise führt bis auf den Meeresboden, vorbei an vielfältigen Lebewesen und zu ganz unterschiedlichen Lebensräumen unter Wasser.

Projekte zum Schutz dieses Lebensraums

So faszinierend die Welt unterhalb der Wasserlinie ist, so bedeutsam sind Maßnahmen zu ihrem Erhalt. Die Schau des American Museum of Natural History widmet sich daher auch Aktivitäten rund um den Globus, die sich für den Schutz dieses einzigartigen Lebensraums einsetzen und stellt eine ganze Reihe von Wissenschaftlern und Forschern vor, die sich in kleinen lokalen bis hin zu internationalen Projekten engagieren.

Das Meer und der Mensch

Schädliche Fangmethoden etwa führten in der Vergangenheit zur Zerstörung vieler Lebensräume. So ist eine Folge der Überfischung, dass die weltweiten Fischbestände seit 1970 um rund die Hälfte zurückgegangen sind. Untersuchungen zeigen jedoch, dass sich dort, wo Beschränkungen gelten und nachhaltige Fangmethoden eingesetzt werden, die Natur erholen konnte. Wissenschaftler versuchen daher, weitere Schutzgebiete zu identifizieren, um sichere Brut- und Wachstumsplätze zu schaffen. Die Besucher erfahren, welchen Einfluss der Mensch auf die Meere hat und wie er zu ihrem Schutz beitragen kann.

Der Klimawandel verändert auch das Meer

Eine wichtige Rolle spielt auch der Klimawandel: Die Zunahme von Kohlendioxid in der Atmosphäre bleibt selbst für die Ozeane nicht ohne Folgen. CO2 erhöht den Säuregehalt des Wassers, das Abschmelzen der Polkappen reduziert die Salzkonzentration. So kann das „Globale Förderband“ ins Stocken geraten. Welch schöne Natur dabei auf dem Spiel steht, erleben Besucher an Bord eines virtuellen Tauchboots, das sie durch die Tiefen der Meere navigieren können. Die Sonderausstellung präsentiert auch die jüngste Generation von Wissenschaftlern und Forschern, die daran arbeiten, die vielen Geheimnisse aufzudecken, die in den Welten unterhalb der Wasserlinie noch immer verborgen sind.

 Begleitprogramm

Umfangreiche Einblicke in die Welt der Tiefsee ermöglichen auch zahlreiche Laborkurse und Vorführungen auf dem Kuppelscreen des Science Dome. So lädt der Film „Expedition Reef“ zu einer 360-Grad-Ozeansafari ein, während der die Besucher zu den am stärksten gefährdeten Ökosystemen der Meere reisen. Sie erfahren, wie Korallen leben und welchen Gefahren die Riffbewohner durch Klimawandel und Überfischung ausgesetzt sind. Der 30-minütige Film wird für Kinder ab zehn Jahren empfohlen und kann über den Online-Ticketshop gebucht werden. An Familien mit Kindern ab sechs Jahre richtet sich der Animationsfilm „Die Legende des Zauberriffs“, der Bewusstsein für die Schönheit und Zerbrechlichkeit der Meere schafft. Die Fische Jake, Shorty und Indigo machen sich auf die Suche nach einem sagenumworbenen Korallenriff. Auf dieser Reise gilt es, viele Abenteuer zu bestehen.

Kurse für Schulklassen

Auch Schulklassen können ihr Wissen und ihr Verständnis über das Leben in den Ozeanen in der experimenta weiter vertiefen: Der Kurs „Welchen Weg geht das Wasser?“ für Dritt- und Viertklässler geht den Fragen nach, wo unser Trinkwasser herkommt, wohin verunreinigtes Wasser verschwindet, und wie es wieder sauber wird. Mittel- und Oberstufenschüler können anhand der Kurse „Säuren und Basen“, „Titrationen“ und „Proteinbiochemie“ ihre Kenntnisse über die chemischen Abläufe verbessern.

 Öffnungszeiten und Preise

Die Sonderausstellung „Ozeane“ ist vom 26. Juni bis 7. November 2021 in der experimenta zu sehen. Sie ist montags bis freitags von 9:00 bis 17:00 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Die Sonderausstellung ist im Eintrittspreis der experimenta enthalten, kann aber auch einzeln gebucht werden. Dann kostet ein Ticket für Erwachsene 7 Euro und ermäßigt 4 Euro.

Quelle: Pressemitteilung der experimenta gGmbH

Nur ein kleiner Teil des Meeres ist erforscht. Foto: experimenta gGmbH




Mit dem Science Center experimenta zu verborgenen Welten reisen

Das Warten hat ein Ende: Ab Dienstag, den 22. Juni 2021, öffnet das Science Center experimenta wieder für Besucher:innen, schreibt die Experimenta gGmbH in einer Pressemitteilung. Der Zugang ist limitiert und nur mit vorab gebuchten Online-Tickets möglich. Mit der neuen Sonderausstellung „Ozeane – Eine Reise in verborgene Welten“ aus New York folgt ab 26. Juni eine der Hauptattraktionen des Jahres.

„Wir freuen uns sehr, dass die Besucherinnen und Besucher in unserem Science Center schon bald wieder auf Entdeckungsreise gehen können“, so Dr. Wolfgang Hansch, Geschäftsführer der experimenta mit Blick auf die Wiedereröffnung, in der Mitteilung. „Gerne teilen wir mit unseren Gästen die Begeisterung für Wissenschaft und Technik und bieten ihnen außergewöhnliche Erlebnisse.“

Karten ausschließlich online

Mit der Wiedereröffnung steht für den experimenta-Besuch wieder montags bis freitags ein Zeitfenster von 9 bis 17 Uhr zur Verfügung, am Wochenende und an Feiertagen ist das Haus von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Eintrittskarten für den Ausstellungsbereich mit seinen vielfältigen Mitmachstationen und den Science Dome sowie die Sternwarte sind ausschließlich über den Onlineshop der experimenta unter https://shop.experimenta.science erhältlich und ab 16. Juni buchbar.

Auch der Maker Space, das Forum sowie das Schülerforschungszentrum nehmen am 22. Juni wieder ihren Betrieb für Besucher:innen auf. Der Laborkursbetrieb für Schulen startet ebenfalls wieder; Buchungen sind direkt über den InfoService möglich. Der von der Buchhandlung Osiander betriebene Shop hat wieder geöffnet. Ebenso das Restaurant, das wie in den vergangenen Wochen Speisen und Getränke zum Mitnehmen anbietet. Die aktuellen Öffnungszeiten von Shop und Restaurant finden sich unter https://www.experimenta.science/de/besucherinfo.

Spektakuläre Sonderausstellung „Ozeane“ aus New York

Mit dem experimenta-Ticket können Besucher:innen auch die am 26. Juni startende Sonderausstellung „Ozeane – Eine Reise in verborgene Welten“ erkunden. Die rund 800 Quadratmeter große Ausstellung vom American Museum of Natural History in New York wird erstmals in Deutschland zu sehen sein. Sie bildet den Auftakt zum Aktionszeitraum „Wasserwelten“, in dem die experimenta noch bis November eine Vielfalt an Mitmachprogrammen, Filmen, Vorträgen und Workshops anbietet.

Wichtiger Hinweis

Für den Besuch gilt die sogenannte „3G-Regel“: Besucher:innen müssen nachweisen, dass sie entweder geimpft, genesen oder tagesaktuell negativ getestet sind. Kinder bis einschließlich fünf Jahre, die asymptomatisch sind, werden als getestete Person angesehen.

Nach wie vor gelten im Rahmen des Schutz- und Hygienekonzeptes ein Mindestabstand von 1,5 m zu anderen Personen und das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes während des Besuchs. An zahlreichen Stellen im Haus besteht die Möglichkeit, sich die Hände zu desinfizieren. Die Anzahl der Personen im Haus ist limitiert.

Quelle: Pressemitteilung der Experimenta Heilbronn




Wissbegierde junger Forscher stillen – Nachmittagsbetreuung für Kinder in der experimenta Heilbronn

Die Nachmittagsbetreuung ihrer Kinder stellt viele Eltern aufgrund der Corona-bedingten Einschränkungen vor große Herausforderungen. An vielen Schulen ist eine ganztägige Betreuung nicht möglich, was vor allem berufstätige Eltern häufig vor Probleme stellt. Das Science Center experimenta Heilbronn schafft nun laut einer Pressemitteilung Abhilfe und bietet ab Montag, den 22. Juni 2020, in seinen Forscherwelten sechs abwechslungsreiche Workshops für Mädchen und Jungen der Klassenstufen eins bis sieben an. Die dreieinhalbstündige Betreuung der Kinder findet von Montag bis Freitag jeweils am Nachmittag statt und kostet 20 Euro pro Woche. Weitere Informationen und den Link zur Online-Anmeldung gibt es unter  http://www.experimenta.science/nachmittagsprogramm.

Warum fällt die Fliege nicht von der Decke?

An Erst- und Zweitklässler richtet sich das aus zwei Modulen bestehende Programm „Sachen machen“. Hier lernen die kleinen Forscher spielerisch, wie man mikroskopiert, erfahren mehr über die Vielfalt der Sinneswahrnehmung oder können mit Farben experimentieren. Die Wissbegierde von Kindern der Klassen drei und vier wird bei den Tüftlertagen gestillt: Warum fällt die Fliege nicht von der Decke? Welche Stoffe stecken in Supermarktprodukten? Wie kann man den eigenen Ideen freien Lauf lassen? Auf diese und viele weitere interessante Fragen aus Naturwissenschaft und Technik gibt es Antworten bei den Tüftlertagen I und II. Fünft-, Sechst- und Siebtklässler entdecken wiederum bei den Experimentiertagen spannende Phänomene aus den Bereichen Chemie, Physik, Technik und Informatik. Die Kinder stellen beispielsweise aus Steinsalz kochfertiges Speisesalz her, fertigen ein funktionstüchtiges Solarmobil oder nutzen chemische Trennverfahren zum Wertstoffrecycling.

Orientierung an aktuellen Lehrplänen

Bei allem Spaß kommt das Lernen in der Nachmittagsbetreuung natürlich nicht zu kurz, denn die Workshop-Inhalte orientieren sich an den aktuellen Lehrplänen. Zudem ist die experimenta durch das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg als außerschulischer Lernort und außerschulisches Forschungszentrum offiziell anerkannt.

Bewährte Hygieneregeln

Der Schutz der Teilnehmer ist der experimenta sehr wichtig. Bei der Nachmittagsbetreuung werden deshalb die Hygieneregeln umgesetzt, die auch in der Schule gelten und sich seit der Wiedereröffnung von Ausstellung und Science Dome auch in der experimenta bewährt haben. Um den Abstand zu wahren und maskenfreies Arbeiten zu ermöglichen, arbeiten Mädchen und Jungen bei den Workshops an Einzeltischen.

Quelle: Pressemitteilung der experimenta Heilbronn




Film ab! – Science Dome in der Heilbronner experimenta öffnet wieder

Endlich wieder außergewöhnliche Filme mit modernster Projektionstechnik auf einem rund 700 Quadratmeter großen Kuppelscreen genießen: Das ist laut einer Pressemitteilung ab Samstag, den 06. Juni 2020, im Science Dome der experimenta in Heilbronn wieder möglich. Los geht es mit den beiden Filmen „Wir sind Sterne“ und „Am Limit“. In „Wir sind Sterne“ unternehmen die Zuschauer zusammen mit Zirkusdirektor Bastian Pastewka eine Zeitreise durch das Universum und entdecken dabei die Geheimnisse und den Ursprung der kosmischen Chemie. In der experimenta-Eigenproduktion „Am Limit“, die eigens für den Neustart überarbeitet worden ist, erlebt das Publikum dank innovativer Aufnahmetechnik die gesamte Bandbreite von Geschwindigkeit – intensiv und realistisch.

„Wissenschaft spektakulär erzählen und Menschen begeistern.“

„Wissenschaft spektakulär zu erzählen und Menschen zu begeistern, ist die Besonderheit des Science Dome. Wir freuen uns, dass wir nun wieder durchstarten und Wissbegierde bei Jung und Alt wecken können“, betont Kenan Bromann, Bereichsleiter Technik, in der Mitteilung. „Sicherheit für die Besucher und Mitarbeiter bietet unser umfangreiches Schutz- und Hygienekonzept“, so Bromann weiter. Dazu zählen das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes, das regelmäßige Waschen und Desinfizieren der Hände sowie die Vermeidung von Gruppenbildung. Um den Mindestabstand zu fremden Personen einzuhalten, stehen lediglich 45 der 150 Sitzplätze im Science Dome zur Verfügung und zwischen den Shows finden umfangreiche Reinigungsarbeiten statt.

Vergünstigter Ticketpreis

Die Wiedereröffnung des Science Dome erfolgt behutsam: So gibt es mittwochs bis sonntags zwei Vorstellungen jeweils um 11 und 15 Uhr. Montag und Dienstag bleiben spielfrei. Den Ticketpreis hat die experimenta gesenkt: Er beträgt nun einheitlich zwei Euro pro Person und Film. Eintrittskarten können ausschließlich kontaktlos im Vorfeld des Besuchs über den Onlineshop der experimenta https://shop.experimenta.science erworben werden. Dort reservieren auch Jahreskarteninhaber ihren Science Dome-Besuch.

Erhöhtes Besucherkontingent im Ausstellungsbereich

In den kommenden Wochen soll das Programm im Science Dome nach und nach erweitert werden. Angedacht ist die Wiederaufnahme des Kindertheaterstücks „Mondpirat und Spiegelei“ sowie der außergewöhnlichen Hochspannungs-Show „Blitzgescheit“. Der Ausstellungsbereich der experimenta hat seinen Betrieb bereits am 16. Mai wieder aufgenommen. Da die Resonanz in den ersten beiden Wochen nach der Wiedereröffnung sehr positiv war und das Schutz- und Hygienekonzept breite Zustimmung findet, wird das Heilbronner Science Center ebenfalls ab dem 06. Juni das Besucherkontingent von 300 auf 500 Personen pro Tag erhöhen. Die Personenanzahl ist dabei auf jeweils 250 Personen am Vormittag und am Nachmittag begrenzt. Auch hier erfolgt der Erwerb der Eintrittskarten im Vorfeld des Besuchs über den Onlineshop der experimenta.

Für Besucher, die mit dem Auto anreisen und im experimenta Parkhaus parken, gilt ab sofort ein rabattierter Tarif von drei Euro. Jederzeit aktuelle Informationen zum Besuch in der experimenta gibt es unter http://www.experimenta.science.

Quelle: experimenta gGmbH