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Stefan Raab vor 10 Jahren stehengeblieben – deutsches Lied am aktuellen Zeitgeist mal so völlig vorbei

Welch eine Blamage besonders für Deutschland:  Österreich gewinnt den diesjährigen ESC, während Deutschland mit seinen österreichischen (!) Vertretern Abor und Tynna für Deutschland mit ihrem Techno-Song „Baller“ auf Platz 15 landet. Dass es dieses Mal mit Sicherheit wieder nicht unter die Top Ten reicht, haben deutsche Fans bereit beim Vorentscheid geahnt, als sich die deutsche Jury durchsetzt und Baller weiterwinkte, obwohl es wesentlich bessere Lieder gegeben hätte. Der Techno-Dance-Mix passt einfach mal so wirklich gar nicht in den ESC mit seiner völlig anderen Zielgruppe.

Wenn man zu mehr Liebe gibt, als man zurückbekommt

Der ESC braucht generationenübergreifende Songs, Lieder, die bewegen und den Spirit der aktuellen Zeit aufnehmen. So gewann JJ mit seinem Lied „Wasted love“ – vornehmlich auch aufgrund seiner engelsgleichen Stimme. Es geht um unerwiderte Liebe und der Enttäuschung, wenn man viel Liebe gibt, aber wenig zurückbekommtEs ist eine Ballade, die Pop, Oper und Techno verbindet und von dem persönlichen Erlebnis des Sängers inspiriert wurde. In dem deutschen Beitrag „Baller“ geht es zwar auch um eine enttäuschte Liebe, aber es bleibt gefühlt seicht, oberflächlich, auch angesichts des ständigen „Geballers“ rhythmischer Art. Auch die Nähe zu den Fans, heute ein entscheidender Faktor, konnte das Geschwisterpaar nie wirklich herstellen. 

Deutschlands ESC-Sommermärchen heißt nach wie vor Lena

Die Bürger:innen sehen sich derzeit wesentlich stärker nach einem sanften Nicoles „Ein bisschen“ Frieden“ (erster deutscher ESC-Sieg 1982) als nach Baller-Baller-Rumgeballer. Warum man bei dem Vorentscheid nicht bis zuletzt allein die Zuschauer hat entscheiden lassen, ist ein völliges Rätsel. Mit Sicherheit wäre dabei ein anderer Sieger beim Vorentscheid und dementsprechend auch ein anderer Platz beim ESC herausgekommen. Mit Lena hatte Raab einst ein glückliches Händchen.

Raabs Verdienst

Aber eigentlich war das auch nicht wirklich Raabs Verdient, sondern Lenas. Selten gibt es solche Talente wie Lena, die plötzlich auf der Bühne stehen und Millionen verzaubern. 2010 gewann sie für Deutschland den ESC mit ihrem locker-leichten Liedchen Satellite. Vielleicht hätte Raab damals auch lieber jemand anderem den Vorzug gegeben, aber der öffentliche Druck war zu hoch, um Lena nicht weiterkommen zu lassen. Das jedenfalls war Deutschlands ESC-Sommermärchen.




Von Hermuth auf die Bühne des Eurovision Song Contests

„Musik mache ich eigentlich schon, seitdem ich klein bin“, sagte uns Florian Rössler in einem GSCHWÄTZ-Videointerview vor sechs Jahren in Hermuthausen kurz vor dem seinem Auftritt mit seiner damaligen band Twilight Zone im Herimouth-Saal.

Der gebürtige Ohrenbacher lebt mittlerweile in Hamburg und ist einer von vier Kandidaten, die heute Abend im Endausscheid der Vorauswahl des Eurovision Song Contests stehen (ESC).

Sprung auf die große Bühne geschafft

Angefangen habe es mit sechs Jahren im Kinderchor in Amrichshausen, erinnert sich der heute 18-Jährige. In der sieben Klasse wechselte er auf das Schlossgymnasium in Künzelsau, wo er auch Gesangsunterricht hatte. Auch auf einigen Hochzeiten habe er schon gespielt, berichtete er – damals noch bartlos – in unserem Videointerview.

Nun hat er den Sprung auf die ganz große Bühne geschafft. Heute abend entscheiden die Zuschauer:innen, wer von den vier Finalisten der Vorauswahl mit dem Titel „Ich will zum ESC“ in die nächste Qualifikationsrunde kommt  und sich dann gegen professionelle Musiker durchsetzen muss.

Live-Finale

Das Live-Finale von „Ich will zum ESC!“ läuft am heutigen Donnerstag, 8. Februar, um 22.00 Uhr live in der ARD Mediathek und im NDR Fernsehen.

Das deutsche Finale 2024 ist dann am 16. Februar 2024 um 22.05 Uhr live in Berlin. Barbara Schöneberger moderiert. Hier entscheidet sich, wer Deutschland dann beim ESC im Mai in Schweden vertreten wird.

Zahlreiche Hohenloher drücken dabei Florian, der sich mittlerweile Floryan nennt, die Daumen.

Hier gibt es nochmal die Songs aller vier Kandidaten in voller Länge zu hören: Ich will zum ESC! – Videos der Sendung | ARD Mediathek

 




Ein Ohrenbacher beim Eurovision Song Contest

Er stand unter anderem schon mehrfach mit seiner Coverband auf der Bühne im Herimouthsaal in Hermuthausen. Nun bewirbt sich Florian Rössler alias Floryan für den größten europäischen Songwettbewerb, den Eurovision Song Contest, der in diesem Jahr am 11. Mai (Finale) im schwedischen Malmö ausgetragen wird – und hat gute Chancen.

Der Hohenloher ist einer von vier Kandidaten, die es bis Finale des deutschen Vorwettbewerbes geschafft haben. 2024 – neben Anne Im, Bibiane Z und Luca M. Wefes. Diese vier Kandidaten singen am 8. Februar um einen Platz im deutschen Vorentscheid. Florian wird dabei gecoacht von Rea Garvey.

„Ich will zum ESC!“ – so heißt das Format, in dem ein Platz im deutschen ESC-Vorentscheid vergeben wird. Die Coaches Conchita Wurst und Rea Garvey gehen mit jeweils zwei Talenten in die Liveshow am 8. Februar.

Insgesamt 15 Kandidatinnen und Kandidaten kämpften in der Docutainment-Serie um den letzten freien Platz im Vorentscheid „Eurovision Song Contest – Das deutsche Finale 2024“. Die ESC-Gewinnerin Conchita Wurst und der Musiker Rea Garvey haben sie Folge für Folge auf ihrem Weg in den Vorentscheid begleitet, mussten sich aber jedes Mal auch von Acts aus ihren Teams verabschieden. Für Anne Im, Luca M. Wefes, Bibiane Z und Floryan rückt ihr Traum, Deutschland beim ESC zu vertreten, nun etwas näher. In der Liveshow von „Ich will zum ESC!“ entscheidet am 8. Februar ab 22 Uhr das Publikum per Tele- und Onlinevoting, wer es in den Vorentscheid schafft. Moderatorin ist Laura Karasek.

Prominente Gäste bei „Ich will zum ESC! – Die Entscheidung“ sind Choreografin Nikeata Thomspon, Songwriter und Social-Media-Star Levent Geiger und Singer-Songwriter Tim Kamrad. Die drei werden nach den einzelnen Auftritten über ihre Eindrücke sprechen.

Die Startreihenfolge der Acts in der Entscheidungsshow:

01: Anne Im mit „Yellow Brick Road“
02: Floryan mit „Scars“
03: Bibiane Z mit „Walk You Home Safe“
04: Luca M. Wefes mit „Farben neuer Tage“
Team Conchita: Anne Im und Luca M. Wefes
Anne, Kandidatin bei „Ich will zum ESC!“ © Bildergarten Entertainment
Anne Im ist Musical-Darstellerin und seit ihrer Kindheit ESC-Fan.
Anne Im kommt aus Hamburg und ist das, was man mit Fug und Recht als „ESC-Superfan“ bezeichnen kann. Die 27-Jährige verfolgt den Eurovision Song Contest schon seit ihrer Kindheit und hat sich ein ums andere Mal vorgestellt, selbst irgendwann einmal auf dieser Bühne zu stehen. Der ESC, so sagt sie selbst, ist die Religion in ihrem Haus. Durch ihre Musical-Ausbildung hat Anne nicht nur Singen, sondern auch Tanzen gelernt und weiß, wie sie mit Bühne und Publikum umzugehen hat.

Die Kandidaten:

Luca M. Wefes ist in Berlin zuhause und der geborene Bühnenmensch: Kurz nach seinem Schauspielstudium wurde dem 23-Jährigen schon ein Engagement als Biest in „Die Schöne und das Biest – das Musical“ angeboten. Aktuell tourt er mit dieser Produktion durch Deutschland. In jeder freien Minute konzentriert sich Luca auf seine Musik, versucht sich an verschiedenen Instrumenten und schreibt dabei eigene Songs und Gedichte. Für Luca ist klar: Beim ESC wird die universelle Sprache der Musik gesprochen und dabei geht es um Gefühle.

Bibiane Z kommt ebenfalls aus Berlin und liebt die große Bühne: Die 26-Jährige ist es gewohnt, ein großes Publikum zu begeistern und vor mehreren tausend Zuschauern zu performen. Lampenfieber? Fehlanzeige! Bei so viel musikalischer Leidenschaft bleibt allerdings kaum Zeit für andere Dinge. Umso besser, dass der Job als Social Media Marketing Managerin ihr ein mobiles Arbeitsumfeld ermöglicht. So kann sie ihrer Passion nachgehen und weiter daran arbeiten, irgendwann hauptberuflich von der Musik leben zu können.

Floryan (28) aus Künzelsau ist schon seit seiner Jugend ein großer ESC-Fan, als er den Sieg von Lena Meyer-Landrut in Oslo live vor dem TV mitverfolgen durfte. Für sein Masterstudium im Bereich Musikmanagement an der Popakademie Mannheim zog er von zuhause aus, lebt derzeit für ein Praxissemester in Hamburg und liebt die Entfaltungsfreiheit, die ihm die Stadt bietet. Endlich hat der 28 -Jährige das Gefühl, besser verstanden zu werden und er selbst sein zu können. War er bisher nur in einigen Coverbands musikalisch aktiv, will Florian nun mehr.

Hier geht es zu den Songs der vier: „Ich will zum ESC!“: Die Songs im Schnelldurchlauf | eurovision.de

Das Live-Finale von „Ich will zum ESC!“ läuft am Donnerstag, 8. Februar, um 22.00 Uhr live in der ARD Mediathek und im NDR Fernsehen.