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Ritueller, sexueller Missbrauch an Kindern: „Es ist einfacher zu sagen, das gibt es bei uns nicht“

Ein halbes Jahr tourte Liz Wieskerstrauch quer durch Deutschland und präsentierte in ausgewählten Kinos ihren neuen Dokumentarfilm BLINDER FLECK. Die vorletzte Station, bevor der Film in Österreich und der Schweiz vorgestellt wird, war nun in Weingarten. GSCHWÄTZ-Herausgeberin Dr. Sandra Hartmann moderierte durch den Abend.

Rituelle, sexuelle Gewalt an Kindern in Deutschland – Betroffene sprechen von Folter

Nichts für schwache Nerven

Diese Doku ist nichts für schwache Nerven. Die preisgekrönte Regisseurin interviewt darin Betroffene, die in ihrer Kindheit schwere rituelle, sexuelle Gewalt erfahren haben. Auch ein Buch hat Wieskerstrauch darüber geschrieben. Neben Betroffenen kommen auch zahlreiche Sachverständige und Psycholog:innen zu Wort.

Von den eigenen Eltern ausgeliefert

Nicht selten wurden Betroffene von ihre eigenen Eltern diesen Missbrauchsritualen ausgeliefert. Diese sind oft ebenfalls seit Jahrzehnten, wenn nicht sogar ihr Leben lang diesem System ausgeliefert. Manche von ihnen bleiben Zeit ihres Lebens Opfer, andere  werden irgendwann selbst zum Täter, um von der eigenen Ohnmachtserfahrung hauszukommen und in eine Machtposition zu gelangen.

Elektroschocks, Waterboarding und Vergewaltigungen vor zahlendem Publikum

Es geht um Elektroschocks im Intimbereich, um Waterboarding, um schwersten sexuellen Missbrauch, um Vergewaltigungen vor zahlendem Publikum, um ein Pädo-Netzwerk in Deutschland, das vermutlich größer ist als viele denken – und eine Gelddruckmaschine.

Betroffene spalten nicht selten aufgrund dieser Traumata ihre Persönlichkeit auf, um überleben zu können

Oft entwickeln Betroffene, deren ICH in der frühesten Kindheit noch nicht gänzlich ausgeprägt ist und denen schwerste Traumata immer und immer wieder von ihren engsten Vertrauenspersonen zugefügt wurden, eine dissoziative Persönlichkeitsstörung, früher als multiple Persönlichkeit bekannt. Das bedeutet, der Körper spaltet gewisse Persönlichkeitsanteile ab, etwa die, die sich noch genau an diese grausamen, kaum erträglichen Szenarien erinnern können. Das ist ein Schutzmechanismus, um weiterleben und im Alltag funktionieren zu können.

Ein großes Pädo-Netzwerk, das eine Gelddruckmaschine ist

Die Betroffenen haben es alle irgendwie aus diesem System herausgeschafft und sogar den Mut, darüber öffentlich zu sprechen. Ob sie keine Angst haben vor dem Täternetzwerk, fragt Dr. Sandra Hartmann Liz Wieskerstrauch nach dem Film. „Öffentlichkeit und Bekanntheit kann auch schützen vor diesem Täternetzwerk“, gibt Liz Wieskerstrauch zu bedenken. Warum es kaum Verurteilungen gibt in diesem Bereich, möchte ein Zuschauer wissen. Oft werde den Betroffenen nicht geglaubt, da die Geschichten derart unglaublich sind, dass sie viele gar nicht wahr haben möchten und dann lieber die Betroffenen als „verrückt“ abstempeln – zumal wenn diese an der dissoziativen Persönlichkeitsstörung leiden – eine Traumafolgestörung von eben diesem schwersten Missbrauch, aber eben auch ein Problem, wenn es um die Glaubwürdigkeit der Opfer geht.

Unglaublich: Tochter wird zum Täter umplatziert

Ein tragischer Fall wird ebenfalls in der Doku aufgegriffen. Ein junges Mädchen berichtet der Polizei in Deutschland von dem Missbrauch, den sie immer wieder erfährt, wenn sie am Wochenende bei ihre Papa ist. Sie berichtet von Männern in schwarzen Kutten. Ihr wird nicht geglaubt und wird umplatziert zu ihrem Vater, dem Täter, da der Mutter vorgeworfen wird, der Tochter derart abstruse Geschichten gegen den Vater eingeredet zu haben. Mutter und Tochter waren geschockt, hatten sie sich doch Hilfe versprochen. Die Mutter betont in der Doku: „Wenn ich wirklich den Vater hätte schlecht machen wollen, hätte ich doch nicht derartige Dinge erzählt, die sich zunächst auch für mich absolut unglaublich angehört haben.“

 




„Emotionale Gewalt findet trotz ihrer verheerenden Auswirkungen nicht die nötige Anerkennung in der Gesellschaft als das, was es ist: Gewalt“

Macht – Missbrauch – Abwertung – Beleidigung – Emotionaler Missbrauch – unsichtbare Gewalt – Erpressung – Manipulation – Entfremdung – toxische Strukturen – Narzissmus – Selbstermächtigung – all diese Themen sind hochaktuell in unserer Gesellschaft und all diese Themen vereint der neue Roman von Dr. Sandra Hartmann.

Erschienen ist der Roman erstmals im September 2023, über 180 Seiten, eine Mischung aus Roman und Ratgeber mit dem Fokus auf die Frage: Wann fängt Gewalt an?

Dr. Sandra Hartmann bei der Vorstellung ihres neuen Buches im September 2023: „Es war mir ein Anliegen einen Roman über das Thema emotionale Gewalt zu schreiben, weil diese Form der so genannten „unsichtbaren Gewalt“ zwar die höchsten negativen Auswirkungen auf die Betroffenen hat, laut einer aktuellen Studie der Bundesregierung sogar noch höher als physische Gewalt, aber nach wie vor in unserer Gesellschaft nicht die nötige Anerkennung findet, die wichtig wäre, um strukturelle Veränderungen zu schaffen.“

Dr. Sandra Hartmann

Unser Weihnachts-Geschenk an Euch: Für jeden neuen Abonnenten (Halbjahres- oder Jahresabo) gibt es den neuen Roman von GSCHWÄTZ-Herausgeberin Dr. Sandra Hartmann ENTSCHULDE DICH anstatt für 19,90 Euro KOSTENLOS dazu. Das Angebot gilt bis 15. Januar 2014. Einfach nach Abo-Abschluss eine Mail (gschwaetz@gschwaetz.de) oder WhatsApp (0172/68 78 474) mit dem Stichwort: „Abo“ schicken. Dann erhaltet ihr das Buch.

Wer es ohne Abo kaufen möchte, schreibt einfach eine Mail an gschwaetz@gschwaetz.de oder eine WhatsApp (0172/68 78 474) mit dem Stichwort: „Entschulde Dich“

Inhalt

Nina verlässt Georg nach Jahren von Abwertungen, Beleidigungen, Manipulationen und Übergriffen. Doch mit dem Auszug beginnt erst der wahre Albtraum. Ein Roman über emotionalen Missbrauch vom Feinsten.

Rezensionen:

Beziehungscoach Claudia Herberger aus Hamburg: „“SICH AUS DER MANIPULATION ZU BEFREIEN, IST EIN ENORMER
KRAFTAKT, DENN ALLES, WAS MAN ÜBER EIN LIEBEVOLLES
MITEINANDER GELERNT HAT, FUNKTIONIERT BEI NARZISSTEN
NICHT. TROTZDEM GIBT ES WEGE, EINER FÜHRT ÜBER DIE
SELBSTERMÄCHTIGUNG. DR. SANDRA HARTMANN GELINGT EIN
ERSCHRECKENDER UND GLEICHZEITIG BERÜHRENDER BLICK
HINTER DIE NACH AUSSEN STRAHLENDE KULISSE EINER FAMILIE
IN DER HAND EINES GESTÖRTEN MANIPULATORS.”

 




„Wenn man sich trennt von einem Narzissten beginnt der Albtraum oftmals erst so richtig“

Innerhalb kürzester Zeit hat es Erika Schewsky geschafft, sich auf Instagram einen Namen als Narzissmus-Expertin zu machen. Über 18.000 Follower lesen Ihre Ratschläge und Tipps im Umgang mit Narzissten. Die 42-Jährige ist Mentaltrainerin und Buchautorin. Begonnen hat alles mit toxischen Strukturen in ihrem privaten Umfeld und der Lösung von diesen Strukturen, die auch mit schmerzhaften Verlusten verbunden war. Dr. Sandra Hartmann hat im Video-Interview mit Erika Schewsky über die grundlegenden Fragen rund um Narzissmus gesprochen: Woran erkenne ich einen Narzissten? Wie merke ich, dass meine Kinder manipuliert werden? Und: Können sich Narzissten ändern?

Kinder mit einem Narzissten – eine der größten Herausforderungen

Dr. Sandra Hartmann: Erika, zunächst einmal vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast für dieses Interview zu dem großen Thema Narzissmus. Das ist ja ein sehr weites Feld und wir werden heute sicher nicht alle Themen ansprechen können. „Kinder mit einem Narzissten“ – zu diesem Thema hast Du ja schon einiges veröffentlicht. Wenn man sich von einem Narzissten trennt und Kinder um Spiel sind, werden Kinder diese fast immer als Machtinstrument missbraucht. Sie werden häufig manipuliert und im schlimmsten Fall von dem anderen Elternteil entfremdet. Wir haben viele Betroffene in unserem LÖWINNEN-Netzwerk, die seit Jahren keinen oder nur noch minimalen Kontakt zu ihren Kindern haben. Woran erkennt man denn, wenn Kinder entfremdet werden oder wurden und wie kann man dagegen vorgehen?

Erika Schewsky: Eine sehr gute und sehr wichtige Frage, denn man glaubt immer, man würde das dann schon irgendwann merken. Das sei ein schleichender Prozess ist. Dem ist aber nicht so. Das Kind ist dem Vater oder der Mutter gegenüber dann auf einmal sehr negativ gestimmt. Es lässt nichts mehr an sich heran, möchte sich auch nicht mehr in den Arm nehmen lassen. Es ist kein Gespräch mehr möglich. Man merkt das auch, wenn die Kinder vom Umgang zurückkommen. Das Kind verhält sich frech, beleidigend, empfindet regelrecht Wut oder sogar Hass gegenüber dem anderen Elternteil. Sätze vom narzisstischen Elternteil werden übernommen und auch die Vorwürfe, die von diesem gegen einen selbst erhoben wurden. Wenn man versucht, den Sachstand richtigzustellen, stößt man beim Kind auf taube Ohren. Dann bekommt man, wenn überhaupt, nur als Antwort: „Du willst mir nur was einreden, mich belügen und mich täuschen. Du willst mich manipulieren. Ich glaube dir nicht. Ich will nichts hören von dir und“. Und natürlich sind diese Kinder auch häufig über das Handy ganz eng und beständig vernetzt mit dem narzisstischen Elternteil.

Dauerthema Manipulation und Entfremdung

Dr. Sandra Hartmann: Wenn Was kann man gegen derart massive Manipulationen tun?

Erika Schewsky: Wenn das Kind schon dicht gemacht hat, wird es sehr schwer werden, an das Kind wieder ranzukommen oder wieder Nähe zu schaffen. Und da hilft leider, leider, leider oft nur: akzeptieren und loslassen. Es bringt nichts, wenn man versucht, um ein Kind zu kämpfen, das schon entfremdet wurde, das eigentlich schon auf ja Gegenwehr oder gegen einen ist. Wenn man daran festhält und versucht zu kämpfen und zu kämpfen, geht man nur selbst daran kaputt. Man muss loslassen und Vertrauen haben in das Kind, dass es seinen Weg gehen wird, seine Erfahrungen machen muss und sich irgendwann auch wieder von selbst meldet, weil es sich Fragen stellt. So wie wir auch heute in unserer Generation. Wir stellen uns ja auch Fragen.

Dr. Sandra Hartmann: Manche Kinder lassen sich schnell manipulieren und entfremden, andere scheinen geradezu immun dagegen zu sein. Woran liegt das?

Erika Schewsky: Mit dieser Frage habe ich mich auch schon beschäftigt. Ehrlich gesagt bin ich da nicht wirklich so gezielt auf eine Antwort gekommen. Meine Hypothese war, dass viel eher die erstgeborenen Kinder manipulierbar sind. Ich habe eine Umfrage gestartet und auch aus meiner Arbeit mit Betroffenen stelle ich fest, dass das aber nicht so ist. Viel eher ist es so, dass narzisstische Menschen ihren Kindern emotionale Wunden zufügen und später dann genau an diesen Wunden lecken und diese Wunde mit Aufmerksamkeit stillen und ihnen dann einreden: Du bist die Nummer eins und ich bin für dich da. Die Kinder bekommen auf einmal Zuwendung und Geschenke, vielleicht all das, was sie bislang nicht vom narzisstischen Elternteil bekommen haben. Deswegen ist es so wichtig, sich vorher schon mit diesem Thema als Mutter oder Vater zu beschäftigen und vorbeugend präventiv zu arbeiten und sich wirklich von außen, auch von Experten oder Kinderpsychologen, Hilfe zu holen, um Kinder bestmöglich unterstützen zu können. Denn hinterher, wenn die Manipulation erstmal gegriffen hat, wird es sehr schwer werden, ein Kind wieder aus diesem Manipulationsnebel herauszuholen.

Begleitete Umgänge wären ideal bei derartigen Persönlichkeitsstörungen

Dr. Sandra Hartmann:  Wir hören in unserem LÖW:INNEN-Netzwerk viele Geschichten von Sorgerechtsverfahren, in welcher die Betroffenen oftmals kläglich scheitern beim Versuch, ihre Kinder vor einem krankhaft malignen Narzissten zu schützen. Manche verlieren dabei sogar ihre Kinder. Wenn wir über Manipulation und Entfremdungsmethoden bei Kindern sprechen, wäre es dann nicht am sinnvollsten, dass der Umgang zwischen Kindern und dem narzisstischen Eltern begleitet erfolgen müsste, also mit ausgewiesenen Experten, damit eben nicht diese Manipulations- und Entfremdungstaktiken angewendet werden können?

Erika Schewsky: Ich denke schon, dass das eine gute Option wäre, Kinder auf diese Weise auch zu schützen. Nur müsste diese Umgangsbegleitung jemand machen, der diese Manipulationen sofort durchschaut und erkennt. Da müsste wirklich intensiv geschult werden und aufgeklärt werden über diese narzisstische Persönlichkeitsstörung. Vor Gericht ist das nicht so einfach, oder beim Jugendamt einen begleitenden Umgangskontakt zu bekommen. Es ist insgesamt im deutschsprachigen Raum so, dass man oftmals eher  Täterschutz betreibt, wenn man das so nennen möchte. Man kann einen Elternteil, der sich so verhält, nicht dazu zwingen, dass er an sich arbeitet. Deswegen liegt es hier auch in der Verantwortung des betreffenden Elternteil, der das Kind überwiegend betreut, sich Informationen einzuholen, sich beraten zu lassen, was man selbst tun kann. Denn man kann ein Kind natürlich auch selbst unterstützen und ein bisschen schützen, auch in diesem Trennungsprozess oder im Sorgerechtsverfahren.

Wenn man sich trennt von einem Narzissten beginnt der Albtraum oftmals erst so richtig

Dr. Sandra Hartmann: Ein gängiger Aberglaube ist auch: Wenn man sich getrennt hat von dem Narzissten, hat man das Schlimmste überstanden.

Erika Schewsky: Das ist so richtig typisch. Gerade nach der Trennung können Manipulation und Missbrauch sogar erst noch ihren Höhepunkt erreichen. Das ist ein ganz typisches Verhalten von Narzissten.

Dr. Sandra Hartmann: Was raten Sie Betroffenen nach einer Trennung von einem narzisstischen Partner?

Erika Schewsky: Kommunikation sollte nur noch in Bezug auf die gemeinsamen Kinder stattfinden und das auch nur schriftlich und per E-Mail. Diese Kommunikationsform ist am wenigsten manipulierbar. Alles andere, sobald es um Immobilien oder Unternehmen geht, würde ich an die Anwälte delegieren und gar nicht mehr mit dem narzisstischen Ex darüber sprechen. Die Kommunikation sollte im Allgemeinen kurz, knapp und sachlich bleiben und so wenig wie möglich Erklärungen und Rechtfertigungen enthalten.

Die Klügsten, die Schönsten und die Erfolgreichsten

Dr. Sandra Hartmann: Da haben wir ja nun schon einiges über Narzissmus erfahren und das Wort Narzisst ganz oft benutzt. Woran  erkenne ich jemanden, der eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hat?

Erika Schewsky: Dieses Wort wird heutzutage sehr leichtfertig und auch verwendet. Es ist ja quasi schon ein Modewort. Es ist nicht ausreichend, wenn sich eine Person nur etwas egoistisch verhält, schon von einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung zu sprechen. Es geht ja auch gar nicht darum, Diagnosen zu erstellen oder Labels zu verteilen, sondern es geht darum, diese Manipulationsmaschen bekannt zu machen, damit man diese erkennen kann. Diese Mechanismen und Verhaltensmuster sind immer dieselben. Diese Menschen verkraften es nicht, wenn man Kritik übt oder wenn man antworten möchte. Sie möchten sich niemals festlegen, aber den anderen, den möchten sie immer festnageln auf Aussagen oder sofort Antworten haben. Sie verkraften es auch nicht alles, wen etwas oder jemand an ihrem Ego kratzt. Sie haben keine Schwächen, keine Fehler. Sie sind unantastbar. Sie sind die Besten, die Klügsten, die Schlausten, die Schönsten, die Erfolgreichsten. Und alle anderen können ihnen nicht das Wasser reichen  und sie wissen einfach auch immer alles besser. Auch lästern, über andere herziehen, Gerüchte streuen. Schmierenkampagnen, das alles ist ebenfalls typisches nazistisches Verhalten.

Dr. Sandra Hartmann: Oft rutschen Betroffene auch wahnsinnig schnelle in derartige Beziehungen. Man bekommt schnell Kinder mit einem Narzissten, zieht schnell zusammen, wird schnell finanziell abhängig. Und auch bei Trennungen scheinen es Narzissten darauf anzulegen, alles schnell und zu ihren Gunsten abwickeln zu wollen.

Erika Schewsky: Die Manipulationsart, die du beschreibst, nennt sich fast forwarding. Sprich: Alles muss schnell gehen. Die Betroffenen fühlen sich dadurch nicht selten unter Druck gesetzt. Teilweise werden sie auch erpresst. Wenn man jemanden überrumpelt, ist derjenige ist ja oft völlig überfordert in der Situation und weiß überhaupt nicht, was er machen soll. Man sollte in jedem Fall auch nie Entscheidungen treffen, wenn man besonders traurig oder besonders glücklich ist. Da trifft man meistens die falschen Entscheidungen.

Und da kommen sie auch schon angeflogen: die berühmt-berüchtigten Flying monkeys

Dr. Sandra Hartmann:  Und Also lieber nochmal ein paar Nächte darüber schlafen. Ein beliebtes Mittel, das Narzissten nach einer Trennung einsetzen, sind ja auch so genannte Flying Monkeys. Das heißt, der Narzisst entsendet Freunde, Bekannte und/oder Verwandte, um seine Ziele durch seine verlängerten Arme irgendwie umzusetzen. Woran erkennt man denn als Betroffener, dass es sich da um einen Flying Monkey handelt?

Erika Schewsky: Das ist sehr schwierig. Deswegen wäre ich da auch sehr vorsichtig, wem ich mich anvertraue. Ich würde meinen Kreis sehr klein halten und mich generell dazu nicht groß äußern. Wenn sich jemand bei mir melden würde, würde ich das direkt abblocken, wenn da irgendetwas kommt. Stattdessen würde ich freundlich darauf hinweisen: ,Ich freue mich, wenn du dich bei mir meldest und du mir von deinem Leben erzählst. Ich würde mir aber wünschen, wenn wir das Thema um meinen Exmann oder die Trennungssituation aus unseren Gesprächen raushalten, denn das ist eine Sache zwischen ihm und mir.‘

Frau Schewsky, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.