Künzelsauer und Forchtenberger Projekte gewinnen Award in Bonn
Die Projekte LiF (Lernen in Forchtenberg) und ELSA (Eltern-Schüler-Angebot in Künzelsau) haben am Mittwochabend, den 10. Oktober 2018, in Bonn den Demografie Exzellenz Award in der Kategorie „helfen und coachen“ gewonnen. Das Besondere an den beiden Projekten ist, dass es um eine Kleinbetreuung handelt. Auf drei Kinder kommt ein Lernbegleiter. „Das Ziel ist, Kinder vor dem Schulversagen zu bewahren und das nicht erst, wenn es zu spät“, erklärt Marion Hannig-Dümmler, die Organisationsentwicklerin des Kreisdiakonieverbandes. Kinder von verschiedenen Schularten der Klassenstufe eins bis fünf sind willkommen. „Die Kinder brauchen keine Angst zu haben und sollen auf das Gymnasium gehen. Wir sind auch noch in der fünften Klasse für sie da“, so Sozialpädagogin Hannig-Dümmler. „Bei der Hausaufgabenbetreuung werden auch Kinder aufgenommen, die zum Beispiel einfach nicht gerne zu Hause mit den Eltern lernen.“
„Es war, wie wenn man einen Oskar verliehen bekommt“
Die Sozialpädagogin hat von dem Demografie-Exzellenz-Award gelesen und eine Bewerbung für die Projekte LiF und ELSA eingereicht. Dass sie tatsächlich den Award gewonnen haben war ein Gänsehautmoment für sie: „Es war, wie wenn man einen Oskar verliehen bekommt. Mein Team und ich haben fast zehn Jahre all unser Herzblut in das Projekt gelegt und der Award war eine Wertschätzung von ganz oben – vor allem auch eine Wertschätzung für das über 30-köpfige Team der ehrenamtlichen Lernbegleiter.“

LiF und ELSA gewinnen einen Award in Bonn. Annerose Häuser und Marion Hannig-Dümmler (rechts). Foto: privat
„Und da kam der große AHA-Effekt bei den Kindern“
Die ehrenamtlichen Lernbegleiter sind zwischen 16 und 75 Jahre alt und jeder hat eine andere Lebenslinie – darunter sind pensionierte Bankdirektor oder Studenten. „Die Kinder bauen eine starke Bindung zu den Lernbegleitern auf. Die Lernbegleiter erzählen natürlich auch von ihrer Schulzeit und auch davon, dass man selbst in der Schulzeit vielleicht mal eine fünf bekommen hat“, verdeutlicht die Projektleiterin. Auch die sFragen, die die Kinder stellen, bleiben bei den Lernbegleitern hängen, etwa: „Drei mal vier – wieso soll ich mir merken? Man braucht es ja nie wieder im Leben.“ So entstand die Idee, mit den Kindern Betriebe zu besuchen. Ein Bäcker und auch ein Goldschmied brauchen zum Beispiel ihr Grundschulwissen. „Wie zum Beispiel beim Umgang mit einem Messbecher“, erklärt Hannig-Dümmler. „Und da kam dann der große AHA-Effekt bei den Kindern, denn man kann nicht alles am Computer machen.“
Der Schirmherr der Projekte ist der Kreisdiakonieverband. ELSA hat die Berner Stiftung und Merlin Forchtenberg als Sponsoren und die Stadtverwaltung Künzelsau sorgt für die Räumlichkeiten. LiF wird von der Kriwan Stiftung, Merlin Forchtenberg und der Stadtverwaltung Forchtenberg gesponsert.
Mehr Informationen
LiF: Anmeldebögen liegen in den Schulen aus
ELSA: Anmeldungen über die Internetseite https://www.kreisdiakonieverband-hohenlohekreis.de/angebote/hausaufgabenhilfe/ möglich.
Kosten: 2,50 Euro pro Kind, bei sozial benachteiligten Familien kann der Betrag auf einen Euro reduziert werden.