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Eisenmann hebt Schulbesuchspflicht fürs kommende Schuljahr auf

Die baden-württembergische Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann hebt die Schulbesuchspflicht für das kommende Schuljahr auf. Das geht aus einem aktuellen Artikel auf der Internetseite http://www.news4teachers.de hervor.

Lehrergewerkschaft schlägt Alarm

Danach müssen Eltern, die ihre Kinder nicht zum Präsenzunterricht schicken möchten, dies nur formlos melden. Wie dadurch zukünftig Noten gegeben werden, zum Beispiel hinsichtlich des Schreibens von Klassenarbeiten, geht aus dem Artikel nicht hervor. Eisenmann betonte aber bei der Vorstellung ihrer Pläne am Mittwoch, den 08. Juli 2020, dass der Präsenzunterricht im Klassenzimmer die Regel sein soll. Ab September 2020 soll es dann auch wieder mit 100 Prozent Präsenzunterricht für die weiterführenden Schulen losgehen – so wie dies unlängst geschehen ist für die Grundschüler. Derzeit müssen Schüler ab Klasse fünf noch zirka 50 Prozent ihrer Unterrichtsmaterialien im Homeschooling erledigen, während die Erst- bis Viertklässler wieder ganz im Klassenzimmer sitzen dürfen.

„Versuchskaninchen der Landesregierung“

Indes schlägt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Alarm. Die Lehrer würden sich wie „Versuchskaninchen der Landesregierung“ fühlen, sagte die GEW-Vorsitzende  Doro Moritz. Es würden klare Zusagen fehlen, welche Schutzmaßnahmen für Schüler und Lehrer zur Verfügung stünden. Moritz fordert Schutzmasken für alle Lehrer.

Risikogruppe Lehrer

Seit Einführung der Attestpflicht würden laut Eisenmann wieder mehr Lehrer am Präsenzunterricht teilnehmen, so dass sie guter Dinge sei, dass ab September ausreichend Lehrer für den Präsenzunterricht zur Verfügung stehen. Vorher hatten sich rund 20 Prozent zur Risikogruppe gezählt und hielten keinen Präsenzunterricht ab.

Es könne, so Eisenmann aber immer wieder auch ab September zu temporären Schulschließungen kommen, je nachdem, wo das Virus gerate wütet. Daher gelte es, verbindliche Richt- und Leitlinien das Homeschooling betreffend auszuarbeiten.




„Unser Ziel ist, dass alle Schüler in diesem Schuljahr zumindest zeitweise Präsenzuntericht erhalten“

In einem vierseitigen Schreiben wandte sich die baden-württembergische Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann am Dienstag, den 28. April 2020, an alle Erziehungsberechtigten. Sie verwies dabei auf eine Ausnahmesituation, in der „wir uns derzeit befinden, die für jeden Einzelnen von uns und für unsere Gesellschaft insgesamt eine bislang unvorstellbare Belastungsprobe darstellt.“

„Besondere Herausforderungen“

Eisenmann dankt in Ihrem Schreiben den Familien: „Sie als Familien sind aufgrund der landesweiten Schul- und Kitaschließungen vor besondere Herausforderungen gestellt. lch weiß, dass Sie als Eltern und Familien in der aktuellen Situation Außergewöhnliches leisten, um Familie, Betreuung und Arbeit miteinander zu vereinbaren. Dafür möchte ich lhnen meinen aufrichtigen Dank aussprechen.“

Zunächst beginne der Unterricht nun für die Abschlussklassen. Die Schüler in Klasse 8, die im nächsten Jahr den Hauptschulabschluss anstreben, sowie die weiteren Jahrgangsstufen „konnten wir leider aus Gründen der Kapazität und des lnfektionsschutzes in dieser ersten Stufe noch nicht einbeziehen. Aber auch sie sollen so bald wie möglich folgen. Auch prüfen wir, ab wann und wie wir die Grundschulen in den Präsenzunterricht einbeziehen können. Unser Ziel ist, dass alle Schüler in allen Schularten und Jahrgangsstufen in diesem Schuljahr zumindest zeitweise Präsenzunterricht erhalten, um auch eine bessere Verknüpfung mit den Fernlernangeboten zu ermöglichen – allerdings immer unter dem Vorbehalt, dass dies im Sinne des Infektionsschutzes möglich ist.“

„Fernlernen ist weiter Herausforderung“

In jedem Fall sei klar, dass die Wiederaufnahme des Unterrichts noch lange keine Rückkehr zur Normalität darstellen werde. Neben dem Unterricht in den Abschlussklassen ist auch die Fortsetzung des Fernlernunterrichts eine weitere Herausforderung, der sich
Lehrkräfte, Schüler sowie Eltern gemeinsam stellen müssten. Darüber hinaus seit die Notbetreuung ausgebaut worden, um die Eltern zu unterstützen, die einer präsenzpflichtigen Arbeit nachgehen. Doch auch dieses Angebot müsse weiterhin eine Notbetreuung bleiben und könne  deshalb leider nicht für alle Eltern gelten.

Kleine Gruppen anstatt ganze Klassen

Der Unterricht werde künftig in kleinen Gruppen organisiert, damit ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zwischen den Schülern und den Lehrkräften eingehalten werden könne. Je nach Größe der Schule und der Anzahl der Schüler werde an manchen
Schulen dafür auch ein zeitlich versetzter Schulbeginn notwendig sein. Aus diesem Grund werde der Schulbetrieb aktuell gründlich vorbereitet und sorgsam mit allen Beteiligten abgestimmt. Hierzu seien Hygienehinweise entwickelt und den Schulen und
Schulträgern zur Verfügung gestellt worden. Für den Schulbetrieb sei es unerlässlich, dass die Hygienevorgaben zum lnfektionsschutz eingehalten werden. Dazu gehören eine konsequente Händehygiene, die Einhaltung der Husten- und Niesregeln, keine gemeinsame Nutzung von Trinkflaschen und ähnliches, eine regelmäßige Raumlüftung und gründliche Raumreinigung gemäß den Hygienehinweisen. ln den ersten Tagen des Schulbetriebs wird es die Aufgab,e der Lehrkräfte sein, mit den Schülern diese
Hygienevorschriften einzuüben.

Risikogruppen werden besonders geschützt

Darüber hinaus stehe der Schutz von Personen, die ein Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben, an erster Stelle. Für die Schüler sowie ihre Familien bedeutet das konkret: Schüler, die selbst oder deren Eltern, Geschwister oder weitere im Haushalt lebende Personen zu Risikogruppen gehören, müssen nicht in die Schule kommen. Hier können die Erziehungsberechtigten über die Teilnahme entscheiden und dies den Schulen unbürokratisch und ohne Attest melden. Schüler, die wegen der lnfektionsgefahren die Schule nicht besuchen können, werden von ihren Lehrkräften weiterhin so gut wie möglich durch Lernangebote zu Hause unterstützt. Darüber hinaus werde man diesen Schülern individuelle Möglichkeiten für die Teilnahme an Prüfungen eröffnen.

Auch die schulpsychologischen Beratungsstellen stehen weiterhin per Telefon oder E-Mail für Beratungen zur Verfügung: https://zsl.kultusbw.de/. Lde/Startseite/einrichtunqen/reqiona lstellen

 




Ba-Wü-Kultusministerin Eisenmann: „Ich kann flächendeckende Schulschließungen nicht ausschließen“

Auf der Kultusministerkonferenz in Berlin am heutigen Donnerstag, den 12. März 2020, anlässlich des Coronavirus‘ sagte die baden-württembergische Bildungsministerin Dr. Susanne Eisenmann, dass sie „flächendeckende Schulschließungen nicht mehr ausschließen kann“. Von diesen Schließungen wären dann auch die Kitas betroffen. Zwar sei es „noch kein Szenario, das eingetreten ist“. Aber die Entwicklung sei ein so dynamischer Prozess, dass man „definitiv nichts ausschließen“ könne. Kurz: Alles ist möglich.

Hier geht es zum Video von der Pressekonferenz, bereitgestellt von Phoenix auf YouTube:  https://www.youtube.com/watch?v=FIPcYRrzlM8

Diese einheitlichen Schulschließungen seien jedoch nicht zu unterschätzen, gehen sie doch einher mit einer „starken Reduzierung des öffentlichen Lebens“. Auch die starken Konsequenzen für die Wirtschaft seien dabei nicht zu unterschätzen und „eine Herausforderung“. Alles stehe jedoch letzten Endes unter der Prämisse: „Wie können wir den Prozess der Ausbreitung verlangsamen?“

Die 16 Bundesländer in Deutschland handeln dabei in enger Absprache untereinander, so Eisenmann und versichert: „Wir sind handlungsfähig.“

Die Regierung in Baden-Württemberg trifft sich am morgigen Freitag zu einer Sondersitzung des Kabinetts, so Eisenmann. Generell, so die Vertreter der Kultusministerkonferenz, würde in enger Abstimmung nach den Empfehlungen der Experten des Robert-Koch-Instituts gehandelt werden. Heute Abend will die Bundesregierung mit dem Robert-Koch-Institut in einen engeren Austausch treten. Aus diesen Gespräch könnten bereits die ersten Schulschließungen hervorgehen.

„Flächendeckende Schulschließungen“ könne dabei bedeuten, dass es für bestimmte Regionen, für einzelne Bundesländer oder für ganz Deutschland Schulschließungen gibt. Derzeit entscheiden die Gesundheitsämter vor Ort für die einzelnen Schulen.

Unterrichtsausfälle oder Schulschließungen im Zuge des Coronavirus‘ veröffentlicht das Landratsamt des Hohenlohekreises auf http://www.hohenlohekreis.de

Dr. Susanne Eisenmann äussert sich bei der Kultusministerkonferenz zu den Auswirkungen hinsichtlich der Verbreitung des Coronavirus‘. Quelle: Screenshot/YouTube/Video Phoenix von der Pressekonferenz