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Landrat Neth: „Nach nur drei Tagen mussten wir die jüngsten Lockerungen wieder zurücknehmen und neue Regeln bekanntmachen“

An diesem Donnerstag, 3. Juni 2021, hat das Robert Koch-Institut (RKI) am dritten Kalendertag in Folge einen 7-Tage-Inzidenzwert von über 50 auf 100.000 Einwohner für den Hohenlohekreis veröffentlicht. Der erste Tag mit einer Inzidenz über 50 war laut Veröffentlichung des RKI Dienstag, den 01. Juni 2021, mit einem Wert von 52,4. Es folgten Mittwoch, den 2. Juni (56,8), sowie Donnerstag, den 3. Juni (52,4).

Damit treten laut dem Landratsamt des Hohenlohekreises bereits am Freitag, den 04. Juni 2021, die Lockerungen bei Inzidenzen von unter 50 aus dem Stufenplan des Landes Baden-Württemberg außer Kraft. Es gelten dann ausschließlich die nachfolgend verkürzt dargestellten Regelungen des Öffnungsschrittes 1.

Anbei veröffentlichen wir die Übersicht des Landratsamtes über die Änderungen diesbezüglich:

  • Kontaktbeschränkungen: im öffentlichen oder privaten Raum dürfen sich 2 Haushalte mit maximal 5 Personen treffen. Dies gilt auch für private Feiern wie Hochzeiten. Kinder der beiden Haushalte bis einschließlich 13 Jahre sowie genesene und geimpfte Personen werden nicht mitgezählt. Paare, auch wenn sie nicht zusammenleben, zählen als ein Haushalt.
  • Kitas befinden sich im Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen.
  • Grundschulen können in den Präsenzbetrieb, alle anderen Schulen in den Wechselunterricht (Voraussetzung: Zwei Corona-Tests pro Woche). Das Abstandsgebot von 1,5 m gilt auch an weiterführenden und beruflichen Schulen wieder, Tagesausflüge sowie Sportausübung sind nicht gestattet.
  • Der Einzelhandel kann entweder Click & Meet anbieten (kein Testkonzept, 1 Kunde/in je 40 m² Ladenfläche erlaubt) oder mit Testkonzept öffnen (negativer Coronatest notwendig, 2 Kunden/innen je 40 m² Ladenfläche erlaubt).
  • Für Kultur- und Freizeiteinrichtungen wie Archive, Büchereien und Bibliotheken, zoologische und botanische Gärten sowie Galerien, Gedenkstätten und Museen gilt wieder eine Testpflicht und die Beschränkung auf 20 m² pro Person.
  • Unter Einhaltung eines Test- und Hygienekonzeptes können Gastronomiebetriebe weiterhin außen und innen (1 Gast pro 2,5 m²) von 6 bis 21 Uhr öffnen, touristische Übernachtungen können stattfinden, kontaktarmer Freizeit- und Amateursport ist mit bis zu 20 Personen draußen möglich.

Dazu Landrat Dr. Matthias Neth: „Nach nur drei Tagen mussten wir die jüngsten Lockerungen wieder zurücknehmen und neue Regeln bekanntmachen. Einen Überblick über die derzeit geltenden Vorschriften gibt es laufend aktualisiert und zusammengefasst auf unserer besonderen Homepage www.corona-im-hok.de.“




„Man hat doch gewusst, dass da was kommt“

Viele Last-Minute-Einkäufer von Weihnachtsgeschenken hat der harte Lockdown auf dem falschen Fuß erwischt. Die meisten Läden sind dicht, nur noch Geschäfte, die Dinge für den täglichen Bedarf anbieten, dürfen geöffnet haben. Auch in der Künzelsauer Innenstadt ist an diesem frühen Donnerstagmorgen, den 17. Dezember 2020, eher wenig los. Nur vereinzelt laufen Passanten durch die Gassen. Etwas umtriebiger geht es im Kaufland zu. Hier tragen die Einkäufer Masken und versuchen, die Abstände einzuhalten, so gut es eben geht.

Vor der Metzgerei hat sich eine längere Schlange gebildet

Etwas später, kurz vor Mittag, ist das Bild schon etwas anders. Jetzt schlendern mehr Menschen durch die Hauptstraße, in den Seitenstraßen ist teilweise niemand zu sehen. Vor der Metzgerei Harald Schäfer hat sich eine längere Schlange gebildet, weil die Kunden nur vereinzelt in den Verkaufsraum dürfen und auch auf ihre Abstände achten. Besonders viele Einkäufer sind in der Drogerie Müller zu finden. Hier darf weiterhin das ganze Sortiment, auch Spielzeug und Musik-CDs, verkauft werden. Auch Zugangsbeschränkungen scheint es hier keine zu geben. Die Menschen stehen teils dicht an dicht in den engen Gängen, ohne dass die Verkäuferinnen darauf reagieren würden.

Viel los im Drogeriemarkt Müller

GSCHWÄTZ hat sich in Künzelsau umgesehen und die Passanten gefragt, was sie in die Stadt führt und wie sie es finden, dass die meisten Geschäfte geschlossen bleiben müssen. Es zeigt sich: Die meisten laufen nur durch die Straßen und Gassen. Sie hatten Termine und viele sind jetzt auf dem Heimweg.

„Weihnachtsgeschenke braucht man doch nicht unbedingt“

Eine Frau, die direkt in der Stadt wohnt, erzählt: „Ich laufe hier nur durch, weil ich einen Termin hatte und jetzt auf dem Heimweg bin.“ Nur kurz habe sie bei der Drogerie Müller vorbeigeschaut, um Vogelfutter zu kaufen. Sie findet den Lockdown richtig: „Weihnachtsgeschenke braucht man doch nicht unbedingt. Es geht auch ohne.“ Zwei kleine Mädchen kommen mit Einkaufstaschen in den Händen die Straße entlang. Die beiden Künzelsauerinnen haben Lebensmittel eingekauft. Sie finden es schade, dass jetzt alles zu ist, denn jetzt ist kein Abstecher zum Spielzeugladen oder in die Buchhandlung drin. „Aber keine Schule zu haben, ist toll“, meinen sie lachend.

„Leider können wir nicht viel machen“

Ein Mann schiebt entspannt seinen dreijährigen Sohn auf dem Dreirad durch die Hauptstraße. „Leider können wir nicht viel machen“, meint der 56-Jährige bedauernd. Sie gehen häufig in die Wertwiesen oder einfach nur spazieren. So wie jetzt. Den Lockdown findet der Vater gut, allerdings „kommt der zu spät, denn sonst hätten wir Weihnachten zusammen feiern können“. Jetzt müssten die Menschen leiden – dabei denke er vor allem an jene, die alleine leben. „Die Isolation ist für die Psyche das Schlimmste“, sagt der Mann.

Zustimmung und Skepsis

Entspannt bummelt eine dreiköpfige Familie durch die Straße, wirft einen Blick in so manches Schaufenster der geschlossenen Geschäfte. Der Vater hatte einen Arzttermin, die Mutter musste in die Apotheke. Die Forchtenberger sind nicht ganz einer Meinung, was Sinn oder Unsinn des Lockdowns betrifft. „Ich finde den Lockdown in der jetzigen Lage richtig“, sagt die Frau. Ihr Mann dagegen: „Ich bin skeptisch, aber was soll man schon machen.“

„Bestellen wollte ich nicht“

Im Müller drängen sich die Leute. Im Obergeschoss steht eine Frau am CD-Regal. „Ich suche eine CD als Weihnachtsgeschenk für meinen Sohn“, erzählt die Kupferzellerin. „Bestellen wollte ich nicht, sondern ein Geschäft vor Ort unterstützen.“ Eine Arbeitskollegin, habe ihr erzählt, dass die Drogerie noch offen habe. Aber sie findet: „Man sollte alle Geschäfte, außer die Lebensmittelläden zu machen.“ Das Gedränge im Müller habe sie erstaunt und deshalb wolle sie auch ganz schnell wieder raus aus dem Laden.

„Man hat doch gewusst, dass da was kommt“

Eine ältere Frau bummelt mit ihrem Rollator die Straße entlang. Sie hatte einen Termin bei der Fußpflege und ist jetzt auf dem Heimweg. „Ich finde den Lockdown gut, aber doch nicht gerade jetzt. Das hätten die sich früher überlegen sollen“, empört sie sich. „Außerdem wieso erst ab Mittwoch und nicht gleich ab Montag?“ Die Seniorin findet das inkonsequent. Sie habe aber den Vorteil, dass sie alleinstehen sei und deshalb nicht viel brauche. In Richtung der Last-Minute-Einkäufer meint sie: „Man hat doch gewusst, dass da was kommt.“

Text: Sonja Bossert

Gegen Mittag ist schon etwas mehr los. Foto: GSCHWÄTZ

Ruhe auch vor dem Kaufland. Foto: GSCHWÄTZ

Der Ausblick vom GSCHWÄTZ-Büro: Kein Mensch ist hier kurz vor Mittag unterwegs. Normalerweise ist hier mehr los. Foto: GSCHWÄTZ




„Olaf, bitte komm schnell mal. Mir wird ganz schwummrig“

Das Tragen von Masken über Mund und Nase soll helfen, das Coronavirus einzudämmen. Schutzmasken sind seit Montag, den 27. April 2020, in Baden-Württemberg im Einzelhandel sowie im öffentlichen Personennahverkehr Pflicht.

Wir waren heute Vormittag in Pfedelbach unterwegs, eine der so genannten Hot-Spot-Gemeinden der Coronapandemie in Deutschland. Vor einem Supermarkt haben wir Kunden angesprochen, was sie von der Maskenpflicht halten und ob sie sich durch das Tragen einer Schutzmaske beim Einkaufen besser geschützt fühlen.

„Mir wird schwindelig unter der Maske“

Evelyne Mitar aus Pfedelbach empfindet es als sehr unangenehm. „Gerade jetzt, wenn es wieder wärmer wird, bekommt man kaum Luft und mir wird schwindelig unter der Maske.“ Sie hofft daher, dass diese Regelung nicht lang bleibt. Ihr Sicherheitsgefühl habe sich dadurch auch nicht verbessert. Wir haben vor Ort auch gefragt, ob man sich durch Landrat Dr. M. Neth gut durch die Corona-Krise geführt fühle. Evelyne Mitar sagt dazu: „Nein, viele Maßnahmen sind viel zu spät getroffen worden, nicht umsonst waren wir eine der Hot-Spot-Gemeinden“.

Nicht alle Kunde,  die wir angesprochen haben, möchten ihren Namen preisgeben. Zu Kontrovers werden derzeit viele Themen rund um Corona diskutiert.

Besser, wenn man den Mindestabstand einhält

Eine weitere Kundin ist Arzthelferin, sie wohnt in Öhringen.  Sie sagt: „Das Tagen der Schutzmasken bringt null, vor allem da die meisten einen Mundschutz benutzen, der dafür nicht geeignet ist. Besser sei es den Mindestabstand einzuhalten, sich häufig die Hände zu waschen und vor allem nicht ins Gesicht fassen“. Über meine eigene Stoffmaske, die ich bei der Befragung trage, muss sie schmunzeln.

Auf die Frage, ob sie sich durch Landrat Dr. Neth gut durch die Corona-Krise geführt fühle, antwortet sie: „Absolut nicht, mehr möchte ich dazu auch gar nicht sagen“.

Aber es gibt auch andere Einschätzungen. Eine junge Frau, Rana Mohamed Ali aus Öhringen, sagt, dass sie dass Tragen der Schutzmasken gut findet, allerdings kommt diese Entscheidung für sie etwas spät. Sie findet die Arbeit von Kreis und Landrat in der Coronapandemie gut, auch wie immer wieder eingegriffen wurde, um neue Maßnahmen durchzusetzen.

Im Supermarkt selbst tragen alle Kunden wie vorgeschrieben eine Schutzmaske. Nur selten sieht man jedoch medizinische Schutzmasken. Die überwiegende Zahl sind Stoffmasken.Ein älteres Ehepaar steht vor dem Kühlregal, beide mit Stoffschutzmasken versehen, auf einmal ruft die ältere Dame ihrem Mann zu: „Olaf, bitte komm schnell mal. Mir wird ganz schwummrig.“

Die Kassiererin findet die neue Regelung gut. Ihr gibt es ein besseres Gefühl, wenn auch die Kunden eine Schutzmaske tragen. 

Text: Carla Mosel

Evelyne Mitar beim Einkaufen am Montag, den 27. April 2020, mit Schutzmaske in einem Pfedelbacher Supermarkt. Foto: GSCHWÄTZ

 




Welche Läden aus Künzelsau jetzt übers Internet ihre Waren verkaufen

Für niemand ist die aktuelle Situation leicht. Besonders die Unternehmen, Einzelhändler und Gastronomen vor Ort trifft die Corona-Krise.
Viele Unternehmen, Einzelhändler und Gastronomen mussten auf unbestimmte Zeit schließen. Trotzdem bieten viele von ihnen einen besonderen Service für ihre Kunden an. Mit Online-Bestellungen, Warenlieferungen, terminierten Abholmöglichkeiten, telefonischer Beratung und vielem mehr sind die Unternehmen, Einzelhändler und Gastronomen trotzdem für die Kunden da. Vor allem Restaurants und Gaststätten bieten ihre abwechslungsreichen Speisen als Lieferservice und zur Abholung an. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadt Künzelsau hervor.

Die Stadt Künzelsau hat die vielfältigen Angebote der Künzelsauer Unternehmen, Einzelhändler und Gastronomen unter http://www.kuenzelsau.de/kaufdaheim zusammengestellt.

Gerne nimmt Christoph Bobrich deron Stadt Künzelsau weitere Anbieter aus Künzelsau auf. E-Mail christoph.bobrich@kuenzelsau.de, Telefon 07940 129-105