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Kurse, Workshops und Vorträge für Ehrenamtliche

Ab sofort ist der Hohenlohekreis auf der landesweiten Bildungsplattform für ehrenamtlich Engagierte vertreten. Unter www.qualifiziert-engagiert-bw.de/kuen gibt es einen Überblick über das vielseitige Angebot an Kursen, Workshops, Vorträgen und Austauschtreffen zur Weiterbildung im Ehrenamt.

Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises hervor. Die Plattform wird vom Landkreistag Baden-Württemberg getragen, ihr Aufbau erfolgte mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Soziales und Integration.

Unentgeltlich einsetzen

„Ehrenamtliches Engagement ist ein wichtiger und wertvoller Bestandteil des öffentlichen Lebens im Hohenlohekreis. Bürgerinnen und Bürger, die sich in ihrer freien Zeit unentgeltlich für andere Menschen einsetzen und für gesellschaftliche Belange engagieren, sind unverzichtbar für unsere Gesellschaft. Das spüren wir insbesondere in schweren Zeiten wie der aktuellen Corona-Krise. Angebote zur Weiterbildung stellen dabei einen wichtigen Bestandteil dar – zur Unterstützung, Motivation und auch Würdigung ihres Einsatzes. Daher bin ich froh, dass durch den Aufbau der Bildungsplattform neue Wege beschritten werden können, das Engagement zu fördern und sichtbar zu machen“, sagt Landrat Dr. Matthias Neth.

Gemeinsames Projekt der Wohlfahrtsverbände

Auf den Weg gebracht wurde die Bildungsplattform im Hohenlohekreis als gemeinsames Projekt der Liga der freien Wohlfahrtsverbände und des Landratsamtes. Beteiligt sind die AWO Pflege und Betreuung, die Caritas Heilbronn-Hohenlohe, der Paritätische Kreisverband Hohenlohe, der Diakonie Kreisverband Hohenlohekreis, der DRK Kreisverband Hohenlohe, das Hohenloher Integrationsbündnis 2025 und die Servicestelle für aktive Bürger des Landratsamtes. Unter dem Dach der „Ehrenamtsakademie im Hohenlohekreis“ erstellen sie seit 2016 ein gemeinsames Bildungsprogramm für ehrenamtlich Engagierte.

Online-Kurse

„Ziel der Ehrenamtsakademie ist es, das ehrenamtliche Engagement im Hohenlohekreis zu unterstützen, zu fördern und anzuerkennen“, erklärt Susanne Walz von der Servicestelle für aktive Bürger. „Durch gemeinsame Planung sind die Bildungsangebote aufeinander abgestimmt und werden gemeinsam weiterentwickelt. Mit der Bildungsplattform für Engagierte kann dieses Netzwerk nun erweitert werden.“

Die Expertin hat auch einen besonderen Tipp für die aktuelle Corona-Zeit: „Aufgrund bestehender Kontaktbeschränkungen lohnt sich auch der Blick auf die Angebote anderer Landkreise. Denn viele Kurse finden online statt und können unabhängig vom Wohnort genutzt werden.“

Mit dem Start der Bildungsplattform sind Vereine, Institutionen und Organisationen im Hohenlohekreis, die mit Ehrenamtlichen zusammenarbeiten oder Qualifizierungsmaßnahmen für Ehrenamtliche durchführen, eingeladen, ihre Bildungsangebote auf der Homepage einzustellen. Ehrenamtlich Engagierte können sich online über Weiterbildungsmöglichkeiten informieren.

Weitere Auskünfte gibt es bei Susanne Walz und der „Servicestelle für aktive Bürger“ im Landratsamt Hohenlohekreis: susanne.walz@hohenlohekreis.de, Tel.: 07940 18-747

 

 

 

 

 




Gute Nachricht für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer

Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren, werden durch das Land Baden-Württemberg und die Kommunen mit einer Unfall- und Haftpflichtversicherung rechtlich abgesichert. Der Versicherungsschutz bei der Unfallkasse Baden-Württemberg (UKBW) und über die Ehrenamts-Versicherung des Ecclesia-Versicherungsdienstes gilt für freiwillige Helferinnen und Helfer, die sich im Auftrag der Kommunen oder in rechtlich unselbstständigen Strukturen in der Flüchtlingshilfe ehrenamtlich und unentgeltlich einbringen. Der Versicherungsschutz gilt für Unfälle bei der Ausübung des Ehrenamts und auf den damit verbundenen Wegen. Er umfasst ebenso eine Haftpflichtversicherung für fahrlässig verursachte Schäden, die ehrenamtlich Engagierte während ihrer Tätigkeit verursachen. Auch für spontan und individuell helfende Ehrenamtliche gilt dieser Versicherungsschutz. Weitere Informationen im Vorfeld und zum Vorgehen im Schadensfall erhalten Ehrenamtliche direkt bei der UKBW oder beim Ecclesia-Versicherungsdienst.

„Wer sich ehrenamtlich engagiert, braucht auch die Gewissheit, im Notfall ausreichend versichert zu sein.“

„Die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger, sich für geflüchtete Menschen einzusetzen, ist überwältigend und wurde durch die Neuankömmlinge aus der Ukraine nochmal erfreulich verstärkt“, sagt Dr. Mark Tobias Wittlinger, zuständig für die Integrationsarbeit des Hohenlohekreises. „Und wer sich ehrenamtlich engagiert, braucht auch die Gewissheit, im Notfall ausreichend versichert zu sein.“

Pressemitteilung Landratsamt Hohenlohekreis




Derzeit Mundschutz völlig überteuert – Selbstlose Hilfe in Krautheim – Näherinnen gesucht

„Es ist eine Unverschämtheit von Händlern, die mit Angst Geld verdienen wollen“, regt sich Manuel Landwehr auf. Er betreibt in Krautheim die Firma Landwehr 3D und fertigt seit rund fünf Wochen sozusagen im Stillen sogenannte Face-Shields an. Die verteilt er dann an Ärzte, Krankenhäuser und andere Einrichtungen, die so etwas benötigen – ehrenamtlich. Erst als er an einer Tankstelle sieht, dass der Betreiber einen Mundschutz für 3,99 Euro pro Stück oder 6,99 Euro für zwei Stück verkauft, beschließt er, sein Engagement öffentlich zu machen. Denn der Einkaufspreis für ein solches Produkt liege hier bei unter drei Euro für 50 Stück.

„70 bis 100 Face-Shields stellen wir pro Tag her“

Landwehr druckt die Halterungen der Face-Shields mit seinen 3D-Druckern. Die Folie, die dann noch angebracht werden muss, kauft er zu. „Das ist mittlerweile auch nicht mehr so einfach“, sagt Marco Sturm, einer der Mitstreiter Landwehrs. „Es gibt kaum noch Folie, außerdem haben sich die Preise verdoppelt und verdreifacht.“ Tag und Nacht laufen nun die sieben Drucker im Keller von Landwehrs Haus, 45 Minuten bis zu einer Stunde dauert es, dann spuckt eine der Maschinen eine fertige Halterung aus Plastik aus. „70 bis 100 Stück können wir so pro Tag herstellen“, erklärt der Krautheimer. Herkömmliche Face-Shields sind noch zusätzlich mit Gummi unterlegt, doch darauf verzichtet er: „Ohne Gummi kann man die Face-Shields desinfizieren und so mehrmals verwenden“.

Gesucht werden Menschen, die nähen können

Vor kurzem gründete der 46-Jährige die Facebookgruppe „Hohenlohe vs. Corona“. Er sucht so vor allem Menschen, die nähen können, mit dem Ziel, zusätzlich Nase-Mund-Abdeckungen für bedürftige Menschen anzubieten – ebenfalls kostenlos. Mundschutz dürfe man dazu nicht sagen, weil die medizinisch keinerlei Schutz bieten würden, aber eine Tröpfcheninfektion abhielten. „Ich brauche vor allem Unterstützung von Menschen, die bereit sind zu nähen oder Nachbarschaftshilfe anbieten wollen“, sagt der zweifache Vater. Jede Hilfe sei willkommen. Ebenso versucht er, so in Kontakt zu kommen mit Menschen, die diese Art von Hilfe brauchen.

Stoffe aus Baumwolle

Zehn Mitstreiter hat Landwehr mittlerweile gefunden, darunter ein Näher. Der sitzt in Sinsheim und schickt seine fertigen Masken per Paketdienst nach Krautheim. „Der hat auch den Stoff gespendet“, sagt Landwehr. Der Stoff müsse zu 90 Grad waschbar und sollte deshalb am besten aus Baumwolle sein.

Ein Anschreiben soll auf das Angebot aufmerksam machen

Ein großes Problem sei, Kontakt zu den Abnehmern zu bekommen. Viele Einrichtungen und auch ältere Menschen seien nicht in den Sozialen Netzwerken präsent, bekommen so gar nichts mit von Landwehrs Angebot. „Also telefonieren wir die sozialen Ämter ab, suchen uns die Nummern von Arztpraxen aus dem Telefonbuch und rufen dort an“, sagt Landwehr. Zuerst seien die Reaktionen zurückhaltend gewesen – viele hätten Angst vor Abmahnungen. „Mittlerweile gibt es nur positive Reaktionen“, so der gelernte ITler. Zurzeit planen er und Sturm ein Anschreiben, das sie in den Arztpraxen hinterlegen können, um so auf ihr Angebot aufmerksam zu machen. „Die Mitarbeiter in den Praxen arbeiten bis zum Anschlag und haben keine fünf Minuten, um uns zuzuhören“, erklärt er. „Ein Schreiben könnten sie in Ruhe lesen und sich dann melden, falls sie etwas brauchen.“

„In der Summe kommt da schon einiges zusammen.“

Inzwischen wurden über 3.000 Face-Shields und über 1.000 Savegrabber – gedruckte Teile, um Türklingen oder Lichtschalter nicht anfassen zu müssen – verteilt. Sie gingen unter anderem an diese Bad Mergentheimer Einrichtungen: die Hausarztpraxis Dres. Köber-Zahn-Knödler, die Lungenfacharztpraxis Dres. Heller-Schöne sowie das Caritas Krankenhaus. „Rund 1,30 Euro kostet die Herstellung eines Face-Shields“, sagt er. „Das ist pro Stück nicht viel, in der Summe kommt da aber schon einiges zusammen.“ Momentan finanziert Landwehr das Ganze aus seiner privaten Tasche und aus Spenden. „Erst vor kurzem hat uns ein Privatmann eine größere Summe gespendet“, erzählt er. Rund 40 Stunden pro Woche wendet er für sein Projekt auf – nebenbei fertigt er im Hauptberuf noch 3D-Drucker sowie Zubehörteile dafür. Aber er und seine Frau seien schon immer sozial engagiert gewesen.

Nachbarschaftshilfe soll auch nach Corona weitergehen

„Wir suchen noch ganz viele Menschen, die nähen können“, sagt Landwehr. Ebenso möchte er die Nachbarschaftshilfe ausbauen, um so bedürftigen Menschen die Möglichkeit zu geben, Hilfe zu bekommen – beim Einkaufen, Hund rausbringen oder sonstiges. „Das soll auch nach Corona bestehen bleiben“, plant der umtriebige Mann. Willkommen sind ihm aber auch Spenden von Firmen in Form von Stoff oder Gummibändern. Und wer will, kann sich mit einer Geldspende finanziell beteiligen. Ein Spendenkonto wird zurzeit eingerichtet.

Kontakt

Kontaktmöglichkeiten zu „Hohenlohe vs. Corona“ gibt es über Facebook unter www.facebook.com/groups/569095053960389/, auf der Homepage http://www.hohenlohe-hilft.de, per E-Mail info@hohenlohe-hilft.de, unter Telefon 06294/222 00 26 (auch Anrufbeantworter) oder per Fax 06294/222 00 27.

 

Die Halterungen der Face-Shields werden am 3D-Drucker gedruckt. Foto: GSCHWÄTZ

 

Die sieben 3D-Drucker arbeiten Tag und Nacht. Foto: GSCHWÄTZ




Wer kennt sich aus mit dem deutschen Schulsystem?

Der Hohenlohekreis sucht interkulturelle Elternmentoren

Das Landratsamt Hohenlohekreis und die Bildungsregion Hohenlohe suchen interkulturelle Elternmentoren als Ansprechpartner in Bildungsfragen für neuzugewanderte Familien. Elternmentoren helfen Eltern, die noch nicht gut Deutsch können, das deutsche Schulsystem kennenzulernen. Sie sind Vertrauenspersonen, die zwischen Eltern und Lehrern vermitteln und den Kindern den Einstieg in den deutschen Schulalltag erleichtern.

Anmelden kann sich jeder, der neben Deutsch noch eine weitere Sprache spricht. Die interkulturellen Elternmentoren werden durch die Bildungsregion Hohenlohekreis sowie die Bildungskoordination des Landratsamts Hohenlohekreis betreut. Die Tätigkeit ist ehrenamtlich bei angemessener Aufwandsentschädigung.

Für folgende Schulungstermine stehen noch freie Plätze zur Verfügung:

  1. und 30. Juni 2019 im Hohenloher Integrationszentrum in Künzelsau-Gaisbach
  2. und 14. Juli 2019 im Haus der Bildung in Schwäbisch Hall

Die Schulung ist kostenlos und wird von der gemeinnützigen Elternstiftung Baden-Württemberg durchgeführt. Bei Interesse und für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Tatjana Wiegel, Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte, E-Mail: tatjana.wiegel@hohenlohekreis.de, Telefon: 07940 93769-18.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises

Foto: unsplash

 




Als Ehrenamtlicher Familien begleiten

Die Gemeinde Bretzfeld sucht nach neuen Familienpaten, die ehrenamtlich Familien begleiten und unterstützen, die keine Oma, keinen Opa, Tante oder Freunde in der Nähe haben, die gelegentlich Betreuungsaufgaben übernehmen und helfen, schwierige Situationen zu meistern. Familien in dieser Situation zu begleiten und zu unterstützen ist das Ziel einer Familienpatenschaft, die sehr individuell vereinbart wird. Sie orientiert sich einerseits an den Bedürfnissen der Familien und andererseits an den Möglichkeiten und Wünschen der Familienpaten. Ehrenamtliche Familienpaten schenken Kindern Zeit und Aufmerksamkeit. Beispielsweise lesen sie Kindern vor, gehen mit ihnen spazieren, auf den Spielplatz, oder fördern im gemeinsamen Spiel und beim Basteln die Fantasie.

Die künftigen Familienpaten werden intensiv und umfassend auf Ihre Aufgabe in der Familie vorbereitet. Während der Patenschaft werden sie professionell begleitet und erhalten Hilfe beim Organisieren und Gestalten der Patenschaft. Das Hilfeangebot „Ehrenamtliche Familienpaten“ ist ein Angebot im Bereich der „Frühen Hilfen“ des Hohenlohekreises.

Informationen bei Esther Herdtweck vom Landratsamt Hohenlohekreis unter Tel: 07940/18 439 oder per E-Mail: Esther.Herdtweck@Hohenlohekreis.de.

Quelle: Landratsamt des Hohenlohekreises




Nicht jeder stirbt für sich alleine

„Die Atmung setzt aus und dann weiß man – jetzt passiert es. Und auf einmal sehen die Menschen ganz friedlich aus“, schildert Ingeborg Zeller.  Sie und Bärbel Weltin arbeiten ehrenamtlich für den Hospizdienst Kocher-Jagst. Sie begleiten Menschen bis zum Tod. Menschen, die krank und ohne Aussicht auf Heilung sind. 

Wenn das Telefon klingelt und Bettina Jörger am anderen Ende ist, bedeutet das für Ehrenamtliche wie Zeller und Weltin, dass es wieder so weit ist – ihre Hilfe wird benötigt. „Man muss selbst frei sein, denn wenn wir zu viel im Kopf haben oder gestresst sind, können wir das nicht machen“, so Weltin über ihr Ehrenamt. Die 62-Jährige macht die Sterbebegleitung nun seit sechs Jahren. 

„Jetzt habe ich es geschafft.“

„Wenn jemand verstorben ist, der lang gelitten hat, krank war und Schmerzen hatte, habe ich immer den Eindruck gehabt, dass die Menschen erleichtert sind. An den Gesichtszügen stellt man einen gewissen Ausdruck fest, der sagt: Jetzt habe ich es geschafft“, beschreibt Zeller den Übergang vom Sterben zum Tod.

Für Zeller ist dieses Ehrenamt auch eine private Angelegenheit. Denn die 65-Jährige musste bereits mit 23 Jahren ihre Großmutter beim Sterben begleiten. Als dann ihr Schwiegervater daheim verstarb, meldete sie sich kurzerhand beim Hospizdienst Kocher-Jagst. „Die Art und Weise, wie man mit dem Tod umgegangen ist, fand ich schlimm“, erzählt die Künzelsauerin. 

„Die Betroffenen wollen nicht immer reden.“

Aber wie genau sieht dieses Begleiten aus? Die Ehrenamtlichen vom Hospizdienst kommen einmal die Woche für ein bis zwei Stunden zu der Person, die sterben wird – sei es nun zu Hause, ins Krankenhaus oder auch ins Pflegeheim. Zeller berichtet, dass die Zeiten, in denen sie da ist, individuell mit den Angehörigen und Betroffenen abgestimmt wird. Sie erinnert sich an einen ganz besonderen Fall: „Damit eine Ehefrau beruhigt schlafen konnte, war ich die ganze Nacht am Bett ihres Mannes gesessen und sobald sie morgens aufgestanden ist, bin ich nach Hause.“ 

Weltin erklärt: „Die Betroffenen wollen nicht immer reden. Darum geht es auch nicht. Auch ein Händedruck oder einfach nur das Dasein hilft.“ Zeller beschreibt, dass man nicht wisse, was für Gedanken noch in den Köpfen der Sterbenden sind. Es sei viel Ungeklärtes im Kopf und wenn jemand viel Ballast im Kopf hat, sterbe er wahrscheinlich schwerer. Denn er müsse noch viel für sich abarbeiten. 

„Aber nicht, dass sie meinen Sohn anrufen und ihm sagen, dass ich sterbe.“

Zeller erzählt, dass sie eine Dame begleitet hat, bei der es hieß, sie hätte keine Angehörigen mehr. Nach ein paar Wochen habe ihr die Dame erzählt, dass sie einen Sohn hätte, aber sagte mit Nachdruck: „Aber nicht, dass sie jetzt auf die Idee kommen, meinen Sohn anzurufen und ihm sagen, dass ich sterbe.“ „Als ihr nicht mehr allzu viel Zeit blieb, wollte sie ihn aber nochmal sehen. „Ich ließ die beiden dann alleine, damit sie sich in Ruhe unterhalten konnten. Dieses Gespräch tat beiden gut – vor allem dem Sohn“, beschreibt Zeller. 

„Die Sterbenden wollen es ihren Angehörigen nicht antun, dass sie sehen, wie sie sterben.“

Sie verdeutlicht: „Jedes Sterben ist anders. Jeder stirbt anders. Und jeder hat ein anderes Anliegen, wann er sterben kann. Es ist oft so, dass die Angehörigen auch viel bei dem Sterbenden sind und kaum sind die Angehörigen aus dem Raum, wenn Sie kurz an die frische Luft gehen oder sich einen Kaffee holen, in diesem einen Moment, in der kurzen Zeit, versterben die Menschen dann. Die Sterbenden wollen es ihren Angehörigen nicht antun, dass sie sehen, wie sie sterben.“ Auch Weltin ist der Meinung: „Jede Geburt ist anders und jedes

Sterben ist anders. Jeder stirbt individuell. Einige sterben tagelang. Aber jeder hat es geschafft, in die Welt zu kommen und muss es auch schaffen, wieder aus der Welt zu gehen. Man kann Hilfestellung leisten. Aber gehen muss jeder selbst. Ich denke, da ist noch irgendwas ungeklärt, aber sie schaffen es nicht mehr, sich zu äußern. Das ist für uns auch sehr schwer.“ 

Weltin ist Christin und weiß auch, dass nicht jeder daran glaubt, dass der Tod nicht endgültig ist. Auch sie glaubt daran, dass nach dem Tod noch etwas kommt. Zeller hilft es, nachdem jemand gestorben ist, in die Kirche zu gehen und es zu verarbeiten. Bettina Jörger, die Leiterin des Hospizdienstes Kocher-Jagst, erreichen die Anfragen an den Hospizdienst meist telefonisch oder per E-Mail. Sie vereinbaren dann einen Termin für einen Erstbesuch nach den Wünschen der Betroffenen.

Sie und ihre Stellvertreterin, Lisa Möhler, sind ausgebildete Palliativschwestern. Daher erstreckt sich die Beratung auch auf alle Teile der Palliativpflege – je nachdem, welche Fragen die Betroffenen haben. Jörger gibt einige Beispiele von Fragen, die die Angehörigen haben:

„Wie lässt sich die Pflege in der letzten Lebensphase daheim organisieren? Gibt es Alternativen? Welche belastenden körperlichen Symptome gibt es? Wie werden diese durch den Hausarzt behandelt? Was kann man darüber hinaus noch tun?“ Auch der Hospizdienst hat Fragen an die Angehörigen, wie etwa: „Möchte der sterbende Mensch jemanden an seiner Seite haben? Gibt es religiöse Bedürfnisse, braucht es spirituelle Begleitung? Welche Hoffnungen tragen durch diese Zeit? Welche Bilder haben die Menschen vom Sterben?“ Jörger stellt fest, dass die Menschen ganz genaue Fragen zum Prozess des Sterbens haben. 

 

Hospizdienst Kocher-Jagst

Hospizdienst Kocher-Jagst

Oberamteistraße 18

74653 Künzelsau

Leitung: Bettina Jörger, joerger@hospizdienst-kocher-jagst.de

Stellvertretende Leitung: Lisa Möhler, moehler@hospizdienst-kocher-jagst.de. Telefon: 07940 9395012 (mit Anrufbeantworter)

www.hospizdienst-kocher-jagst.de

Die Beratung und Begleitung durch den Hospizdienst ist kostenlos. Alle Mitarbeiter unterliegen der Schweigepflicht.

Neuer Ausbildungskurs für Ehrenamtliche

Im zweiten Halbjahr 2019 beginnt ein neuer Ausbildungskurs. In rund 100 Stunden lernen die Menschen alles rund um das Thema Sterbebegleitung und setzen sich mit den teils sehr persönlichen Aspekten rund um Sterben, Tod und Trauer auseinander. Es gibt zunächst ein Orientierungswochenende für erste Inhalte und für alle speziellen Fragen zu Organisation, Befähigung und Rahmenbedingungen. Die Ausbildung ist kostenlos, wenn man anschließend in einem Hospizdienst mitarbeiten möchte. Das Orientierungswochenende kostet eine geringe Gebühr für Essen, Getränke und Materialien. Geeignet für die Hospizarbeit sind alle Menschen, die bereit sind, sich auf die Wünsche und Bedürfnisse Sterbender einzulassen, Menschen, die sich mit klugen Ratschlägen zurückhalten können, die warmherzig und zugewandt sind und keine Berührungsängste haben.




Hunderte Schüler jobbten für den guten Zweck

Am Mittwoch, den 05. Dezember 2018, arbeiteten wieder viele Jugendliche im Hohenlohekreis für einen guten Zweck. Die Aktion Mitmachen Ehrensache bietet Schülern bereits seit dem Jahr 2004 eine gute Gelegenheit mit Arbeitgebern in Kontakt zu kommen. Jugendliche ab der 7. Klasse arbeiten einen Tag in einem Betrieb, einer Einrichtung oder einem Geschäft ihrer Wahl. Sie verzichten auf ihren Lohn und spenden diesen an ausgewählte soziale Zwecke. Mit ihrem Arbeitseinsatz knüpfen die Schüler damit erste Kontakte in die Berufswelt und beweisen zeitgleich soziales Engagement. Die Leiterin des Aktionsbüros, Kreisjugendreferentin Yasemin Serttürk, besuchte einige Schüler bei der Arbeit.

 

Lohn wird für einen guten Zweck gespendet

 

Der Schüler Luca Haaf, 13 Jahre alt, hat sich zusammen mit zwei Klassenkameraden vom Ganerben-Gymnasium bei RECA NORM GmbH in Kupferzell beworben. Luca ist in der Haustechnik tätig und wird hierbei vom Auszubildenden Maksim Paskevic angeleitet. Er hat in der Vergangenheit bereits selbst als Schüler der Realschule Öhringen bei der Aktion mitgemacht und freut sich umso mehr, dass er nun als Azubi im Betrieb einen Schüler anleiten darf. Lucas Klassenkameraden, Johannes Teklewold und Mattis Salzer, sind hingegen im Bereich Lager und Logistik unterwegs und werden dort von Ausbildungsleiter Tim Walter unter die Fittiche genommen. Gemeinsam mit den drei weiteren Schülern Dennis Frank, Chris Schmid und Lukas Christ durchlaufen die Jungs insgesamt drei verschiedene Stationen in der großen Lagerhalle. Dem Betrieb ist es wichtig, dass die Schüler zumindest im Schnelldurchlauf die Möglichkeit bekommen, unterschiedliche Bereiche der Arbeit kennenzulernen. Tim Walter erklärt: „Uns ist die Arbeit mit jungen Menschen wichtig. Wir engagieren uns in vielerlei Hinsicht – seien es Praktika, Ferienjobs oder Ausbildungen. Wir versuchen, die Jugendlichen so gut wie möglich zu begleiten und auch denen eine Chance zu geben, die sonst vielleicht keine Ausbildungsstelle finden würden“.

Ausbildungsleiter Tim Walter erklärt Chris Schmid und Mattis Salzer den Ablauf, bevor sie selbst mit anpacken dürfen. Im Lager bei der Firma RECA NORM GmbH gibt es viel zu tun. 
Foto: Landratsamt Hohenlohekreis

 

„Weil es gut tut, Menschen zu helfen. Und das verschafft eine innere Befriedigung.“

 

Eine weitere Arbeitsstelle ist die „Motorrad- und Quadfactory Umbach GmbH“ im Pfedelbacher Ortsteil Windischenbach. Motorräder, Quads, Helme, Handschuhe, Zubehör wohin das Auge reicht – und mittendrin Kelly Steinwedel, 14 Jahre, Botschafterin der Aktion Mitmachen Ehrensache. Kellys Eltern sind am Aktionstag zugleich ihre Chefs, ihnen gehört der Laden. Dadurch, dass Kelly bereits öfter in den Ferien und zwischendurch ausgeholfen hat, findet sie sich schnell zurecht und kann direkt mit anpacken. Warum sie Botschafterin wurde und beim Aktionstag mitmacht? „Weil es gut tut, Menschen zu helfen. Und das verschafft eine innere Befriedigung.“

Auch in der Motorrad- und Quadfactory Umbach GmbH in Windischenbach steht Weihnachten vor der Tür. Kelly Steinwedel, Botschafterin der Aktion Mitmachen Ehrensache, schmückt hierzu die motorisierten Zweiräder.
Foto: Landratsamt Hohenlohekreis

Auch das Landratsamt Hohenlohekreis ist mit dabei und stellt 14 Arbeitsplätze zur Verfügung. Die Schülerinnen Lara Schäfer und Nelli Rimmer, beide von der kaufmännischen Schule Öhringen, helfen bei der Kulturstiftung mit und kuvertieren das neue Programm. Warum sie sich engagieren? Nelli lacht und sagt „Für’s gute Gewissen!“ und ergänzt kurz darauf „Warum nicht?“. Es sei immerhin für eine gute Sache und zudem könne man das Engagement im Zeugnis bescheinigen lassen, sagt Lara.

 

„Es ist einfach toll zu sehen, wie viele Jugendliche mitmachen.“

 

Kreisjugendreferentin Yasemin Serttürk ist begeistert. „Es ist einfach toll zu sehen, wie viele Jugendliche mitmachen. Ohne den Einsatz der Schülerinnen und Schüler, aber auch ohne die vielen engagierten Arbeitgeber, wäre die Aktion nicht möglich. Aber auch den Botschafterinnen und Botschaftern ist es zu verdanken, dass die Aktion im Hohenlohekreis so bekannt ist.“ Das Botschafteramt ist für all jene Schülerinnen und Schüler interessant, die sich über den Aktionstag hinaus für Mitmachen Ehrensache engagieren möchten. Zu den Aufgaben der Botschafter gehört es unter anderem, die Aktion mit dem Kreisjugendreferat vorzubereiten, Werbung dafür an den Hohenloher Schulen zu machen und gemeinsam über die Spendenvergabe zu entscheiden. Wer Interesse daran hat, ins Botschafterteam aufgenommen zu werden, kann sich beim Aktionsbüro melden unter jugendreferat@hohenlohekreis.de .

 

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises

 




Künzelsauer Ehrenamtstag im Rathaus

Bald beginnt die Adventszeit – und damit auch die Spendenzeit. Nicht nur finanzielle Mittel sind für gemeinnützige Projekte und Organisationen wichtig, auch mit ein bisschen Zeit kann geholfen werden. Viele Vereine und Organisationen sind auf die Mithilfe ehrenamtlicher Helfer angewiesen – auch in Künzelsau. Für alle, die sich ehrenamtlich engagieren möchten, gibt es am Samstag, den 01. Dezember 2018, eine Gelegenheit sich zu informieren. Der Künzelsauer Ehrenamtstag findet von 10 bis 16 Uhr im Rathaus statt.

„Markt der Möglichkeiten“

Rund um das Thema „engagiert in Künzelsau“ wird beim Künzelsauer Ehrenamtstag viel geboten. Bei einem „Markt der Möglichkeiten“ kann man sich in aller Ruhe an den Ständen von Vereinen und Organisationen über deren Angebot informieren. Für das leibliche Wohl sorgen Schüler der Georg-Wagner-Schule. Der Erlös wird für die Finanzierung des Schullandheims verwendet.

Vorlese-Angebot und Origami-Falten

Die Bücherei hat an diesem Samstag von 9 bis 12 Uhr geöffnet – in dieser Zeit gibt es ein Vorlese-Angebot mit Kamishibai. Von 10 bis 12 Uhr können Kleine und Große beim Origami-Falten mitmachen. Die Berner Group unterstützt den Künzelsauer Ehrenamtstag und ermöglicht so das interessante und vielseitige Programm an diesem Tag.

Zahlreiche Vereine und Organisationen werden am Ehrenamtstag vertreten sein:
• Arbeiterwohlfahrt Künzelsau e.V.
• Asylkreis Künzelsau
• Betreuungsverein im Hohenlohekreis e.V.
• brotZeit e.V.
• Caritas Heilbronn Hohenlohe
• Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Hohenlohe
• Deutsches Rotes Kreuz Ortsverband Hohenlohe
• Diakoniestation Künzelsau
• FDP Ortsverband Künzelsau
• Feuerwehr Künzelsau
• Hospizdienst Kocher-Jagst
• Keppler-Stiftung Künzelsau: Max-Richard und Renate Hofmann-Haus und St. Bernhard
• Kreisdiakonieverband Bezirksstelle Künzelsau
• Landratsamt Hohenlohekreis
• Ortsverein der SPD Künzelsau
• Residenz Schloß Stetten
• Rheumaliga Hohenlohe
• Seelsorgeeinheit Künzelsau
• St. Josefspflege Mulfingen gGmbH
• StadtGeschichte Künzelsau e.V.
• Stadtverwaltung Künzelsau
• Technisches Hilfswerk Ortsverband Künzelsau
• TSV Künzelsau
• Verein der Künzelsauer Seniorinnen und Senioren
• Weltladen Künzelsau
In Hinblick auf die Kommunalwahlen 2019 wird es auch eine Plattform geben, um sich zum Thema „Ehrenamt in der Kommunalpolitik“ zu informieren. Interessierte politische Organisationen können sich bei der Stadtverwaltung Künzelsau, Rafaela van Dorp, Telefon 07940 129-102 oder E-Mail rafaela.vandorp@kuenzelsau.de melden.

 

Quelle: Stadtverwaltung Künzelsau




Aktion in Künzelsau: Ehrenämter hängen an der Wäscheleine aus

Seit einem Jahr informiert die Künzelsauer Ehrenamtsbörse auf der städtischen Webseite unter www.kuenzelsau.de/ehrenamtsboerse über Angebote für ehrenamtliche Tätigkeiten in Künzelsau. Zahlreiche Vereine und Organisationen sind auf die Hilfe von Ehrenamtlichen angewiesen – ob in der Kinder- und Jugendarbeit, bei der Pflege und Betreuung von Senioren, bei der Flüchtlingsarbeit, im Rettungswesen, bei den Kirchen, in Kultur oder Sport, so eine Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau. Die Künzelsauer Ehrenamtsbörse unterstützt interessierte Helfer bei der Suche nach der passenden ehrenamtlichen Tätigkeit. Über 45 Angebote werden aktuell auf der Künzelsauer Ehrenamtsbörse vorgestellt. Neben der Online-Plattform gibt es immer wieder Aktionen und Angebote zu diesem Thema.

Aktion vor dem Rathaus

An einer langen Wäscheleine in der Hauptstraße können Interessierte in den nächsten Tagen in Ruhe durch die Angebote stöbern und das passende Ehrenamt einfach mitnehmen. Je nach Wetter findet die Aktion vor dem Alten Rathaus statt.

Die Serie „Ehrenamt der Woche“ gibt einen Einblick in die vielfältigen ehrenamtlichen Einsatzmöglichkeiten und zeigt, wie wichtig dieses Engagement für das Zusammenleben ist.  In den nächsten Wochen wird im Rahmen dieser Serie regelmäßig eine Einrichtung beziehungsweise eine ehrenamtliche Tätigkeit in den Künzelsauer Nachrichten und auf der Künzelsauer Facebook-Seite vorgestellt.

Infoveranstaltung am Donnerstag, 20. September 2018, 17 Uhr

Einrichtungen, die mit ehrenamtlichen Helfern zusammenarbeiten, sind herzlich eingeladen zu einer Informationsveranstaltung am Donnerstag, 20. September 2018 um 17 Uhr im Rathaus Künzelsau. Bei diesem Treffen findet unter anderem ein Austausch zu einem gemeinsamen Ehrenamtstag statt. Um Anmeldung wird gebeten.

Ansprechpartner bei der Stadtverwaltung Künzelsau bei Fragen zur Künzelsauer Ehrenamtsbörse und den weiteren Angeboten ist Rafaela van Dorp, Telefon 07940 129-102, E-Mail rafaela.vandorp@kuenzelsau.de.

 

Unterstützt und gefördert wurde das Ehrenamtsprojekt durch das Programm „Netzwerk für Generationen“ der Baden-Württemberg Stiftung, das in Kooperation mit der FamilienForschung Baden-Württemberg des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg umgesetzt wird. Die Einrichtung der Künzelsauer Ehrenamtsbörse wurde im Rahmen von „60 Jahre Berner“ durch die Berner Group unterstützt.

 

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau

Foto: adobe stock