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„Ich möchte verstehen, warum ein Mensch einen anderen Menschen liegen lässt, nachdem er ihn überfahren hat“

Was als „Männerwochenende“ geplant war, endete in einer Katastrophe.

Auf einem Acker von einem Auto überfahren

Am Donnerstag, den 04. August 2022, machte sich Michael W. mit einem Freund auf den Weg zur Echinger Brass Wiesn. Bis Sonntag wollten die beiden Familienväter bleiben. Am Freitag klingelt die Polizei bei Michaels Ehefrau Alexandra. Ihr Mann sei auf dem Festivalgelände auf einem Acker (ein abgeerntetes Gerstenfeld) von einem Auto überfahren worden.

„Wir hoffen, dass es Zeugen gibt“

Was genau in der Nacht von der Donnerstag auf Freitag gegen 01 Uhr passiert ist, weiß bislang niemand so genau. Erste Zeugenhinweise sollen eingegangen sein. Der oder die Täterin wurde jedoch bislang noch nicht gefunden. Daher geht Alexandra W. an die Öffentlichkeit. Die gebürtige Crailsheimerin möchte wissen, was passiert ist: „Wir hoffen, dass es Zeugen gibt. Es ist unbegreiflich. Ich möchte verstehen, warum ein Mensch einen anderen Menschen liegen lässt, nachdem er ihn überfahren hat“, sagt Alexandra gegenüber unserer Redaktion GSCHWÄTZ auf Nachfrage.

Diverse Knochenbrüche

Michael liegt derzeit schwer verletzt im künstlichen Koma in einem Krankenhaus. Der 34-Jährige hatte noch Glück im Unglück. Ein Feuerwehrmann hat den Mann am Boden liegen sehen, die Erstversorgung gemacht und den Rettungsdienst verständigt. Ansonsten wäre Michael wohl verblutet. Laut seiner Frau hat er sehr schwere Knochenbrüche am ganzen Körper. Was besonders betroffen ist, sind seine Beine. Beide Oberschenkel sind gebrochen, auch seine Rippen und Schultern. Glück im Unglück: Von einer Kopfverletzung blieb er verschont. „Er hatte sehr viel Glück, dass er es überhaupt überlebt hat“, sagt Alexandra. „Wir hoffen, dass er bald wieder aufwachen darf, aber das wird noch ein langer Weg und auch er muss dann auch erstmal verarbeiten, was da passiert ist.“

„Versuche jetzt, stark zu sein“

Nach dem ersten Schock versucht die Ehefrau und Mutter eines vierjährigen Jungen ihre Energie nun zu sammeln für die folgenden Tage, Wochen und Monate. „Es wird ein langer Weg werden“, haben ihr die Ärzte gesagt. „Ich versuche jetzt, stark zu sein und positiv zu bleiben. Wir haben Gott sei Dank sehr viel Unterstützung von Familien und Freunden und man versucht, sich nicht hängen zu lassen. Man hat da aber auch keine Wahl.“

Text: Dr. Sandra Hartmann