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Dürre: Landratsamt warnt vor massiver Ausbreitung von Borkenkäfern

Aufgrund der massiven Trockenphase im Juli und August in diesem Jahr sind unsere Fichtenwälder sehr geschwächt und die Borkenkäfer (Kupferstecher und Buchdrucker) breiten sich gerade massiv aus. Auf Flächen, auf denen Anfang des Jahres Sturmschäden aufgetreten sind, ist derzeit eine Massenvermehrung der Forstschädlinge zu beobachten, so heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises.

Das Forstamt bittet alle Eigentümer und auch die Bevölkerung um Unterstützung, um der weiteren Ausbreitung der Käfer entgegen zu wirken. Eine regelmäßige Kontrolle der gefährdeten Bestände ist daher unerlässlich.

Mit Borkenkäfer befallene Fichten.

Merkmale für Borkenkäferbefall

  • braunes Bohrmehl am Stammfuß und in den Rindenschuppen (wie Kaffeepulver)
  • Einbohrlöcher in der Rinde
  • Rindenabschläge durch Specht unterhalb des Kronenansatzes, aber auch im Kronenbereich
  • im oberen Kronenbereich großflächig braune Nadeln und Zweige

Rinde komplett abgefallen

Sind solche Befallszeichen aufzufinden, müssen die Bäume unverzüglich eingeschlagen werden, da sich diese nicht mehr erholen.

Bereits trockene Bäume und Bäume, bei denen die Rinde komplett abgefallen ist, stellen für den umgebenden Waldbestand keine Gefahr mehr da. Diese können auch zu einem späteren Zeitpunkt eingeschlagen werden.

Dramatischer Fall der Holzpreise

Vor allem bei einer wirtschaftlichen Nutzung des Waldes stellt ein Borkenkäferbefall ein Problem dar. Bei großflächigem Borkenkäferbefall können die Holzpreise auf dem Holzmarkt dramatisch fallen, was für Waldbesitzer zu einem großen finanziellen Schaden führen kann. Bei einer Massenvermehrung kann auch keiner der natürlichen Feinde des Borkenkäfers die Population wesentlich verringern. Zum Schutz der angrenzenden Waldnachbarn ist der Waldbesitzer gesetzlich verpflichtet, Maßnahmen gegen den Borkenkäfer zu ergreifen.

Befallene Hölzer, die über die Forstbetriebsgemeinschaften, das Forstamt beziehungsweise die Holzverkaufsstelle vermarktet werden sollen, sind vor Beginn der Aufarbeitung den Forstrevierleitern zu melden. Erfolgen eine vorherige Absprache sowie und Mengenmeldung nicht, kann der Holzverkauf nicht gewährleistet werden. Die Mindestverkaufsmenge je Lagerplatz liegt bei 10 Fm.

Auskünfte erteilen der zuständige Revierförster oder das Forstamt des Hohenlohekreises, Tel. 07940 18-560 oder per E-Mail: forstamt@hohenlohekreis.de. Bürgerinnen und Bürger, die einen massiven Befall entdecken, sind ebenfalls aufgerufen, dies dem Forstamt oder den zuständigen Revierförstern mittzuteilen.

Im Internet unter www.hohenlohekreis.de sind zudem zwei Newsletter der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg mit weiteren Informationen eingestellt.

Foto: Landratsamt des Hohenlohekreises/Von Borkenkäfern befallene Fichten