Transnet-Brandschutzexperte betont: „Zellen können explodieren, das ist aber nicht vergleichbar mit der Wirkung von Dynamit oder TNT“
Der geplante Netzbooster in Kupferzell lässt die Emotionen weiterhin hochkochen. (Wir berichteten: https://www.gschwaetz.de/2020/09/30/selbst-brandschutzexperte-von-transnet-warnt-in-folge-einer-fehlfunktion-koennen-extrem-giftige-gase-austreten/, https://www.gschwaetz.de/2020/08/28/transnet-kann-vorwuerfe-der-interessensgemeinschaft-nicht-nachvollziehen/ oder https://www.gschwaetz.de/2020/08/17/es-ist-von-anfang-an-unheimlich-viel-im-dunklen-still-heimlich-und-leise-hinter-verschlossenen-tueren-verhandelt-worden/).
„Diese Zellen können brennen.“
Wir haben nun beim Brandschutzexperten Dr. Dietmar Schelb, Leiter Forschungsstelle für Brandschutztechnik am Engler-Bunte-Institut des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) nachgehakt, nachdem Dr. Marion Kühnle von der Interessengemeinschaft darauf hingewiesen hat, dass diese Lithium-Ionen-Batterien brennen können. Kühnle hat dabei auf eine Arbeit von Schelb verwiesen. In seiner Antwort-Mail an GSCHWÄTZ schreibt Dr. Schelb nun zur Gefährdung durch die Batterien: „Die Netzstabilisationsanlage besteht aus rund 100 Containern mit Batterien drin. Jede dieser Batterien im Container besteht wiederum aus mehreren tausend Zellen. Diese Zellen können brennen und sie setzen dabei Fluorwasserstoff frei“.
„Es reißt lediglich eine Folie oder Membran auf.“
Die Zellen könnten laut Schelb durchaus auch „explodieren“, das sei aber nicht vergleichbar mit einer Bombenexplosion oder der Wirkung von Dynamit oder TNT: „Es reißt lediglich eine Folie oder Membran einer einzelnen Zelle auf, und Flammen können nach außen hin erscheinen“. Doch weil dies im Innern eines Containers geschehe, sei es für Außenstehende ungefährlich. Den Vergleich mit Beirut findet Schelb denn auch unangebracht und irreführend.
„Wenn eine Zelle brennt, darf sich der Brand nicht ausbreiten.“
Von dem Booster gehe keine Explosionsgefahr für Außenstehende aus, ist der Forscher überzeugt. Die Batterien des Netzboosters seien sicherer, als die meisten Batterien im E-Fahrzeug: „Die Batterien müssen einen so genannten Propagationstest bestehen. Wenn eine Zelle brennt (warum auch immer), darf sich der Brand nicht ausbreiten“. Das Brandschutzkonzept sehe zudem vor, „dass beim Brand einer Zelle eine Wassernebelanlage startet, die den giftigen Fluorwasserstoff sofort niederschlägt“. Das Löschwasser werde anschließend gesammelt.