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„Jeder Tropfen zählt“: Schon Altfette für 10.000km Fahrstrecke gesammelt

Nicht schlecht staunte Roswitha Heigold aus Öhringen, als sie ihre gefüllte Altfettflasche am neuerrichteten Annahmeautomaten an der EDI-Tankstelle gegen eine leere Flasche austauschen wollte. Öhringens Oberbürgermeister Thilo Michler und Landrat Dr.Matthias Neth sowie rund 15 weitere Personen standen nämlich um den Automaten: Stadt Öhringen, Abfallwirtschaft Hohenlohe, EDI-Hohenlohe und Jeder-Tropfen-Zählt hatten am 28. Oktober 2021 zu einem Pressetermin geladen. „Kann ich meine Flasche jetzt hier schon abgeben?“ fragt sie. Natürlich kann sie das. „Wir haben etwas in der Fritteuse gemacht – und da haben wir das Fett gleich umgefüllt“, berichtet sie, sie ist überzeugt, dass dieses Projekt in die richtige Richtung geht.

Vom „Igitt-Image“ zum wertvollen Energieträger

Hintergrund ist das Projekt „Jeder Tropfen zählt“, das jetzt in Öhringen angelaufen ist. 11.000 Ölflaschen wurden von der Jugendfeuerwehr am 09. Oktober 2021 an die Öhringer Haushalte verteilt, damit Altfett, das in der Küche entsteht, nicht weggeschüttet wird, sondern einer zweiten Nutzung als Kraftstoff zugeführt werden kann. Die Erfahrung zeigt, so Hubert Zenk von der Betreiberfirma „Jeder Tropfen zählt“, dass man nach einer Anlaufzeit pro Kopf der Bevölkerung und Jahr mit rund 500 Gramm Altfett rechnen könne. Er will in den bereits laufenden Projekten, beispielsweise in Erlangen, Fürth und Roth, sogar auf über 600 Gramm kommen. „Das Altfett hat ein „Igitt-Image““, sagt er, es sei aber ein sehr guter Energieträger, zum einen wegen des qualitativ hochwertigen Endprodukts (GSCHWÄTZ berichtete), zum anderen wegen der CO2-Bilanz: Allein beim Autofahren erzeugt der CARE-Diesel rund 5-7% weniger CO2 als herkömmlicher mineralischer Diesel. Über die ganze Kette sei eine CO2-Einsparung von rund 90% zu  errechnen, weil es sich um die Weiterverwendung eines zur Entsorgung bestimmten Rohstoffes handelt, der nicht mehr erzeugt werden muss.

Von der Abfallwirtschaft zur Ressourcenwirtschaft

Begeistert zeigte sich Landrat Dr. Matthias Neth, vor allem über die Vorbereitung der beiden Projekttreiber Hubert Zenk und Roland Weissert, Geschäftsführer der EDI Hohenlohe. „Da geht man da hin – und bekommt ein fertiges Projekt präsentiert. Das hat es mir einfach gemacht“, ist er voll des Lobes. „Sebastian Damm, der Leiter der Abfallwirtschaft, hat den Auftrag, aus der Abfallwirtschaft eine Ressourcenwirtschaft zu machen“, sagt er und spricht von „gebührenfähig“. Als Bürger von Öhriungen hat er bereits eine Erfahrung mit dem System gemacht: So habe seine Frau gesagt: „Da wird keiner mitmachen“, aber nach einem Durchgang durch die Küche sei sie inzwischen von dem Projekt überzeugt, vor allem, da die Sammlung der Altfette und -öle sauber und geruchsfrei sei.

Sein strategisches Ziel ist es, das Projekt auf den gesamten Hohenlohekreis auszudehnen, aber zuerst gelte es, Erfahrungen zu sammeln. Zum Beispiel sei es wichtig, wo man die Behälter aufstellt, um die Eingangsschwelle möglichst niedrig zu halten.

„andienungspflichtiges Material“

Etwas formal spricht anfangs Sebastian Damm, Geschäftsführer der Abfallwirtschaft Hohenlohe, wenn er sagt, dass Altfette aus der Küche ein „andienungspflichtiger Stoff“ sind. Er meint damit, dass die Bürger eigentlich bereits heute dazu verpflichtet sind, derartige Stoffe dem Recycling zuzuführen – und tatsächlich sind die Wertstoffhöfe dafür ausgestattet. Er weiß aber auch sehr gut, dass das Altfett in Privathaushalten meist anderweitig entsorgt wird. Daher interessiert er sich ganz besonders für dieses Projekt, da Altfette in der Abwasserleitung einen erhöhten Reinigungsaufwand erfordern. Beziffern kann er den Aufwand nicht, war das doch bisher eine regelmäßige Reinigung der Leitungen, die einfach nur notwendig war. Hubert Zenk kennt Zahlen aus Niederösterreich: Dort hat man berechnet, dass jedes Kilogramm Altfett in  den Leitungen Kosten von 70ct verursacht. Im Extremfall kann sich das Fett zusammen mit anderen Materialien zu riesigen Klumpen verdicken, die die Wasserleitungen komplett verstopfen. Durch die Presse gingen beispielsweise Bilder aus London. 70 ct – das entspricht ungefähr dem Preis, den man am Markt für den Rohstoff erzielen kann: „Wegen der Umweltgesetzgebeng ist der Preis für den Rohstoff von 600 auf 1.000 Euro pro Tonne gestiegen“, weiß Roland Weissert.

Noch keine ökonomischen Zielgrößen festgelegt

Trotz dieser eindrucksvollen Zahlen habe man noch keine Ziele festgelegt, sagt Damm: „Wir stehen am Anfang, müssen erst einmal Erfahrungen sammeln. Menge und Qualität müssen aber das Maß sein.“ Zenk berichtet davon, dass sein Unternehmen die Altfette von rund 25.000 Gastronomen entsorgt – demgegenüber stehen bisher 37 Sammelautomaten, davon vier in Öhringen. Er weiß auch, dass „halb Europa sammelt“, mit unterschiedlichen Systemen: „einiges davon könnten Sie in Deutschland nicht anbieten“. Ihm ist klar, dass diese kleinteilige und aufwändige Sammlung ihren Preis hat: „Aber wir müssen die Bürger gezielt und direkt erreichen.“

„Klimaschutz ist für viele wichtig – aber zu weit weg“

Roland Weissert, Geschäftsführer von EDI Hohenlohe, ist sich als Energiehändler sicher, dass der saubere Diesel noch auf viele Jahre benötigt wird. Nicht zuletzt sage das auch die EU, die ihn explizit als sauberen Kraftstoff im Sinne der Clean-Vehicle-Directive benennt. Für ihn besteht Klöimaschutz nicht aus dem großen Wurf, sondern aus vielen kleinen Schritten: „Wir müssen ein großes Ziel mit kleinen Schritten erreichen. Klimaschutz ist für viele wichtig – aber zu weit weg.“ Dass viele kleine Schritte vieler Menschen zum Erfolg führen können, zeigt die grüne Sammelflasche: Der Inhalt einer solche Flasche kann zu Kraftstoff verarbeitet werden, der einen modernen Diesel rund 20 Kilometer bewegen kann. Der Inhalt einer großen Fritteuse reicht also für gut 100 Kilometer. Seit Beginn der Sammlung seien bereits fast 500 gefüllte Dosen abgegeben worden – das reicht für 10.000 Kilometer.

„Bei uns stehts direkt an der Spüle“

Richtig gut gelaunt wirkt Thilo Michler, Oberbürgermeister der Stadt Öhringen. Er ist sichtbar stolz darauf, dass das Sammelprojekt, das er als Leuchtturmprojekt für ganz Baden-Württemberg sieht,  ausgerechnet in seiner Stadt startet. Er bedankt sich dafür bei Roland Weissert, der das Projekt mit initiiert hat. „Es ist gut für Öhringen, wenn die Stadt in einem solchen positiven Zusammenahng genannt wird“, spricht aus ihm der PR-Mann. Auch in seiner Küche wird bereits in der charakteristischen grünen Flasche gesammelt: „Bei uns stehts direkt an der Spüle.“

Text: Matthias Lauterer

Mehr zum Thema:

Roland Weissert im GSCHWÄTZ-Gespräch.
Homepage von Jeder Tropfen zählt
Containerstandorte in Öhringen
Informationen zum Endprodukt CARE-Diesel

 

Hubert Zenk (Jeder Tropfen zählt), Sebastian Damm (Abfallwirtschaft Hohenlohe), Landrat Dr. Matthias Neth, OB Thilo Michler und Roland Weissert (EDI Hohenlohe). Foto: GSCHWÄTZ

 

Das Innenleben des Automaten ist nicht kompliziert. Foto: GSCHWÄTZ

 

Diese Flaschen wurden an 11.000 Öhringer Haushalte verteilt. Foto: GSCHWÄTZ

Engagiert sich für das Projekt: Öhringens OB Thilo Michler. Foto: GSCHWÄTZ




„Es wurde Stillschweigen vereinbart“

Kaum einer hat davon Notiz genommen, dass der Hohenloher Landrat Dr.Matthias Neth eine wichtige Rolle bei den grün-schwarzen Koalitionsverhandlungen übernommen hatte: Er war Mitglied der Verhandlungskommission zum Thema „Soziales“. Auch der Hohenloher Abgeordnete Arnulf von Eyb war Mitglied einer der Verhandlungsrunden: Sein Thema war Justiz und Verfassung. GSCHWÄTZ hat dies zum Anlaß genommen, Dr. Matthias Neth über seine Arbeit in dieser Kommission zu befragen. Das Interview fand in schriftlicher Form statt, die Fragen stellte Matthias Lauterer:

GSCHWÄTZ: Sie waren unseres Wissens vor Ihrem Amtsantritt als Landrat im Hohenlohekreis als „Parlamentsrat“ in Stuttgart. Können Sie diese Tätigkeit kurz beschreiben? Wie lange haben Sie diese Tätigkeit ausgeübt?

Untersuchungsausschuß Polizeieinsatz Schloßgarten

Neth: Vor meiner Zeit als Landrat habe ich in Stuttgart in der Landespolitik in verschiedenen Funktionen gearbeitet, zuletzt als Parlamentsrat im Landtag von Baden-Württemberg. Parlamentsräte arbeiten im parlamentarischen Beratungsdienst des Landtags von Baden-Württemberg. Sie unterstützen die Fraktionen und damit die Abgeordneten in ihrer Arbeit. Die Größe des Parlamentarischen Beratungsdiensts und damit die Anzahl der Parlamentsräte richtet sich nach der Größe der Fraktion. Die Parlamentsräte werden in den verschiedenen Arbeitsbereichen, also in den verschiedenen Politikfeldern, eingesetzt und „spiegeln“ sozusagen die Ministerialräte in den Zentralstellen der Landesministerien.
Meine Aufgaben waren im Lauf der Zeit der „Untersuchungsausschuss Polizeieinsatz Schlossgarten“, die Betreuung des „Arbeitskreis Verkehr und Infrastruktur“ sowie temporär die Betreuung des „Arbeitskreises Recht und Verfassung“.

GSCHWÄTZ: Wie kommt es, dass ein – ich sage es einmal überspitzt – „Landrat aus der Provinz“ von der CDU in eine Gruppe berufen wird, die den Koalitionsvertrag zum wichtigen Thema „Soziales“ mit den GRÜNEN verhandelt? Hat man sich da an Ihre damalige Tätigkeit erinnert? Oder führen Sie das auf Ihre Tätigkeit als Landrat zurück?

Neth: Ein Landrat ist für vielfältige Aufgaben zuständig. Insbesondere die örtlichen Gesundheitsämter leisten in der Corona-Pandemie enorm viel. Die Expertise eines Landrats kann den Facharbeitsgruppen hier eine differenzierte Sichtweise aus den Kommunen geben.

GSCHWÄTZ: Kam die Berufung in dieses Gremium für Sie überraschend oder war es schon vor der Landtagswahl parteiintern klar, dass Sie einem solchen Gremium angehören würden?

Neth: Ich habe die Anfrage nach der Landtagswahl bekommen. Davor war dies für mich nicht auf meiner Agenda.

GSCHWÄTZ: Was haben Sie bei der Berufung in dieses Gremium empfunden?

Neth: Ich habe mich sehr gefreut, denn durch die Mitwirkung am Koalitionsvertrag kann Landespolitik und ihre Auswirkung auf die kommunale Ebene aktiv mitgestaltet werden.

GSCHWÄTZ: Umfaßte das Thema den Bereich des von Manne Lucha geführten Ministeriums für Soziales und Integration oder wurde über weitere Themen oder weniger Themen diskutiert?

Neth: Wir haben in unserer Facharbeitsgruppe weite Teile des Geschäftsbereichs des Sozialministeriums bearbeitet – also ein sehr breites Spektrum. Der Bereich Integration war wiederum Teil einer anderen Arbeitsgruppe. Der Zuschnitt lässt sich auch aus dem Koalitionsvertrag selbst sehr gut ablesen. Vor allem die Bereiche Gesundheit und Soziales standen im Mittelpunkt, insbesondere natürlich auch die Folgen der Corona-Pandemie.

GSCHWÄTZ: In welchen der diskutierten Bereiche war Ihre Expertise besonders gefragt?

Neth: Der Koalitionsvertrag wird kollegial verhandelt, weshalb es zwar für jeden Verhandler Aufgabenschwerpunkte gab, jedes Mitglied der Verhandlungen konnte sich aber zu jedem Bereich einbringen. Besonders wichtig war mir, den Blick der kommunalen Ebene ein zu bringen. Vor allem auf der kommunalen Ebene wird Landespolitik real umgesetzt. Dies wird insbesondere in der Corona-Pandemie deutlich. Jede Arbeitsgruppe bestand aus zehn Verhandlern, also fünf pro Partei. Dazu kommen pro Partei drei Mitarbeiter. Für die CDU haben in dieser Arbeitsgruppe mit Stefan Teufel, Christine Neumann-Martin und Dr. Michael Preusch drei Abgeordnete aus dem Landtag, die Tübinger Ärztin Dr. Lisa Federle und ich verhandelt. Die Gruppe der Grünen wurde von Minister Lucha angeführt, zudem war z.B. auch der Grünen Landesvorsitzende Oliver Hildenbrand dabei. Es herrschte eine ausgesprochen konstruktive Verhandlungsatmosphäre.

“ausgesprochen konstruktive Verhandlungsatmosphäre“ – und Stillschweigen

GSCHWÄTZ: Wie kann man sich den Ablauf einer Verhandlungsrunde vorstellen? Wie kann sich der Bürger eine Konsensfindung vorstellen? War es überhaupt das Ziel, in allen Punkten einen Konsens herzustellen oder wurde ggf eine Mehrheitsentscheidung getroffen?

Neth: Ich kann natürlich nur aus meiner Sicht und über meine Wahrnehmung aus meiner Gruppe sprechen. Natürlich war es bei uns das Ziel, Konsens herzustellen, damit ein guter Koalitionsvertrag und damit die Grundlage für erfolgreiche Regierungsarbeit entstehen. Über den Ablauf selbst kann ich Ihnen keine weiteren Auskünfte erteilen, da Stillschweigen vereinbart wurde. Insgesamt war dies aber eine sehr interessante und herausfordernde Aufgabe.

GSCHWÄTZ: Welches waren in der Diskussion die Schwerpunkte der GRÜNEN und welche Schwerpunkte hat die CDU eingebracht? Gab es von den beiden Parteien „unverrückbare“ Punkte, von denen man nicht abgehen will? Wenn ja, konnten diese Punkte gehalten werden?

Neth: Dieses ergibt sich schon aus den unterschiedlichen Wahlprogrammen. Wie gesagt – über den Verhandlungsverlauf ist Stillschweigen vereinbart.

GSCHWÄTZ: Bei welchen Punkten gab es die größten Meinungsunterschiede? Können Sie beispielhaft ein paar differente Punkte mit den Standpunkten der beiden Parteien benennen und darlegen, wie man sich in diesen Punkten geeinigt hat?

Neth: Über den Verhandlungsverlauf ist Stillschweigen vereinbart.

GSCHWÄTZ: An welchen Punkten des Koalitionsvertrags sieht man Ihre Handschrift?

Neth: Wie gesagt: Der Vertrag wird kollegial verhandelt, über den Beitrag der einzelnen Teilnehmer ist Stillschweige0n vereinbart.

CDU-Kernthemen sind elementar vertreten

Unsere Kernthemen wie Sicherheit, Innovation, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Zusammenhalt sind elementar vertreten. Das war uns als CDU wichtig. Insgesamt bin ich fest davon überzeugt, dass das Kapitel Soziales – ebenso wie der ganze Koalitionsvertrag – eine gute Grundlage für die nächsten 5 Jahre für unser Land bildet.

GSCHWÄTZ: Welches sind für Sie die 3 wichtigsten Punkte aus dieser Runde, die die Baden-Württembergische Politik der nächsten Legislaturperiode am meisten beeinflussen werden?

Neth: Im Kapitel 6 sind als wichtigste Punkte für mich der Umgang mit der Pandemie, das klare Bekenntnis zu einer funktionierenden dualen Krankenhausfinanzierung und die Betonung der sozialen Aufgaben zu nennen. Unabhängig vom Kapitel Soziales hat der ganze Koalitionsvertrag klare Schwerpunkte: Klimaschutz, Digitalisierung, Sicherheit, Demokratiestärkung und natürlich die Situation nach der Corona Pandemie. Auch wenn das jetzt mehr als drei Punkte sind.

GSCHWÄTZ: Sie haben ja Ihrer Bewerbungsrede vorangeschickt, dass Ihr Sprung ins Jahr 2037 nicht bedeuten muss, dass Sie bis dahin noch Landrat des Hohenlohekreises sind. Wie sehen Sie Ihre fernere berufliche Zukunft über die 8-jährige Amtsperiode, für die Sie gerade neu gewählt wurden, hinaus? Sie sind jetzt 41 Jahre alt, es ist also noch Zeit für den ein oder anderen Karrieresprung. Offenbar sind sie „dicht dran“ an der Landespolitik – können Sie sich in der Zukunft eine Position in einer Landesregierung, als Staatssekretär oder Minister, oder auch in der Bundespolitik vorstellen? Oder denken Sie eher daran, die Politik zu verlassen?

Neth: Hier geben Sie meine Rede nicht ganz richtig wieder. Ich habe gesagt, dass der Kreistag am Wahltag 2021 nicht bis ins Jahr 2037, sondern für 8 Jahre wählt – meine Agenda aber darüber hinaus reicht. Ich kann mir keine schönere Tätigkeit vorstellen, als Landrat im Hohenlohekreis zu sein. Momentan bin ich 41 Jahre alt, auf 8 Jahre gewählt und fühle mich mit meiner Familie hier sehr wohl!
Für die erfolgreiche Gestaltung des Hohenlohekreises ist ein enger Austausch mit der Landespolitik zwingend und gehört seit Beginn meiner Amtszeit ganz wesentlich zu meinem beruflichen Alltag – sei es über die Arbeit im Landkreistag Baden-Württemberg oder über den Kontakt zum Land in vielen Fragestellungen, beispielsweise Straßen, Krankenhausstrukturen, Abfallbeseitigung und vieles mehr. Nochmal: Landespolitik wird vor Ort Wirklichkeit – in allen Politikbereichen.




Neth: „Für mich ist ganz klar: Ich lasse mich impfen, wenn ich gemäß der Impfverordnung an der Reihe bin“

Eigentlich steht die Impfreihenfolge fest, trotzdem ist immer wieder zu lesen, dass Menschen versuchen, sich vorzeitig impfen zu lassen. Die vorgezogenen Impfungen einiger „Lokalgrößen“, zum Beispiel die Landräte des Erzgebirgskreises und des Kreises Wittenberg, des Oberbürgermeisters von Halle oder des Bischofs von Augsburg lassen die Wellen der Entrüstung hochschlagen. Immer wieder ist zu lesen, dass den betreffenden Personen „überzählige“ Impfdosen verimpft worden seien, die Personen seien sozusagen zufällig vor Ort gewesen.

Imfpdrängler haben im Hohenlohekreis keine Chance

Auf GSCHWÄTZ-Anfrage teilt das Landratsamt mit, dass es im Hohenlohekreis keine derartigen Fälle gebe: Außer vier Personen aus Kritis-Berufen [Amn. d. Red.: kritische Infrastukturen / Menschen aus systemrelevanten Berufen], die irrtümlich in die Impfgruppe eins eingetragen wurden, seien ausschließlich Menschen aus der Gruppe eins geimpft worden.

„Reserven werden stets verimpft“

„Im Hohenlohekreis wird nur aufgrund einer Terminvergabe geimpft, die benötigte Menge an Impfstoff ist daher bekannt, auch werden die Impfstoffe in kleinen Einheiten angeliefert, sodass nicht zu viele Impfdosen vorbereitet werden müssen. Aufgrund der Vorplanung können „Reserven entstehen, wenn Impflinge nicht erscheinen oder es sind geplante Reserven, die vorgehalten werden, falls Impfstoff beispielsweise unbrauchbar ist. Reserven werden stets verimpft. Es bleibt nichts übrig“, betont Sascha Sprenger, Pressesprecher des Hohenlohekreises. Der Hohenlohekreis habe eine vorgeplante Liste an Personen aus § 2 CoronaImpfV [Anm. d. Red.: Coronavirusimpfverordnung]“, die kurzfristig informiert und geimpft werden können. Ein „Impftourismus“, wie er im Internet beschrieben ist, ist also im Hohenlohekreis nicht erfolgversprechend.

Neth: „Für mich ist ganz klar: Ich lasse mich impfen, wenn ich gemäß der Impfverordnung an der Reihe bin.“

Im Gegensatz zu anderen Kreisen und Städten ist also auch Landrat Dr. Matthias Neth noch nicht geimpft, er betont: „„Für mich ist ganz klar: „Ich lasse mich impfen, wenn ich gemäß der Impfverordnung an der Reihe bin.“

Text: Matthias Lauterer

 




„Würde mich sehr freuen, wenn ich die Haushalte der nächsten 8 Jahre verantworten darf“

Ganz am Ende seiner Haushaltsrede, die er zu Beginn der Kreistagssitzung am Montag, den 09. November 2020 hielt, ließ Landrat Dr. Matthias Neth die Katze aus dem Sack: „2013 + 8 = 2021“, rechnet er vor. 2013 sei er zum Landrat gewählt worden, acht Jahre sei die Amtszeit, sodass im nächsten Jahr die Wahl des Landrats wieder ansteht.

Dort wolle er wieder kandidieren. Seine Frau und er hätten am Wochenende bei einer Fahrt durch den Landkreis festgestellt, dass Hohenlohe der Platz ist, wo sie sein wollen.

Über die Kandidatur eines Gegenkandidaten ist noch nichts bekannt.

Text: Matthias Lauterer

 

Landrat Dr.Matthias Neth kündigt Kandidatur an.
Foto: GSCHWÄTZ