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Gesangverein und Posaunenchor habe wieder ein Dach über dem Kopf

Nachdem kurzzeitig gleich zwei Dorfgemeinschaftshäuser (DGH) nicht genutzt werden konnten im Sindelbachtal (wir berichteten), hat das DGH in Stachenhausen wieder seine Pforten geöffnet für die Vereine und Kirchenarbeit. Hintergrund der kurzzeitigen Schließung waren Baumaßnahmen.

Das DGH im Nachbarort Dörrenzimmern bleibt jedoch nach wie vor für Vereine und die Kirche geschlossen. Der Grund sind Brandschutzvorschriften, denen das Haus aktuell nicht gerecht wird. Herausgekommen sind die Mängel bei Begehungen im Rahmen der geplanten Sanierung und Renovierung des Dorfgemeinschaftshauses. Neuer, schöner, besser soll es werden. Viel Geld will die Stadt dafür in die Hand nehmen (wir berichteten). Doch zunächst bleibt zumindest der erste Stock geschlossen. Um unteren Stock, also im Erdgeschoss, befindet sich nach wie vor der Kindergarten des Dorfes. Dieser bleibt weiterhin geöffnet.

Hierzu erklärt Jana Kilian von die Stadtverwaltung Ingelfingen auf GSCHWÄTZ-Nachfrage wie folgt: „Das DGH Stachenhausen wurde umgebaut, erweitert und saniert und wurde schon wieder in Betrieb genommen. Bis wann das DGH Dörrenzimmern wieder in gewohntem Umfang genutzt werden kann und welche Kosten uns entstehen, wird derzeit noch geprüft.“

 




„Gewinn für die Gemeinde und eine Chance für die Zukunft“

Die Gemeinderatssitzung in der Stadthalle in Ingelfingen am Dienstag, den 25. Januar 2021, war lang. Es reihten sich viele wichtige Themen für die Einwohner:innen denn auch wie Perlen an einer Schnur aneinander. Einer der Tagesordnungspunkte kostet die Gemeinde weit mehr als 1,5 Millionen Euro. Die Ernerung des Dorfgemeinschaftshauses Dörrenzimmern.

Lange haben die Zimmerner gewartet

Lange haben die Zimmerner, wie man sich hier umgangssprachlich nennt, gewartet, dass sich ihr großer Wunsch erfüllt, so Ortsvorsteher Erich Landes: „Das Gebäude ist jetzt fast 60 Jahre da. Es wird auch oft genutzt.“ Bürgermeister Michael Bauer ergänzt: „Wir müssen da was machen.“ An diesem Dienstag stimmten alle Gemeinderäte für den Antrag der Stadtverwaltung, das Dorfgemeinschaftshaus in Dörrenzimmern zu sanieren. Kosten: Rund 1,69 Millionen Euro.

Rollstuhlgerecht mit Aufzug

Rollstuhl- und Kinderwagengerecht soll das Gebäude werden. Dabei helfen stufenlose Eingänge und ein Aufzug im Inneren. Herr Knorr und Herr Gärtner vom Büro Knorr und Thiele aus Öhringen stellten die Pläne für den Umbau vor.

Wer ins Dorfgemeinschaftshaus möchte, muss an den Kindertoiletten vorbei

Das größte Problem derzeit: Das Dorfgemeinschaftshaus und der Kindergarten haben den gleichen Eingang. Wer ins Dorfgemeinschaftshaus möchte, muss an den Kindertoiletten und der Kindergarderobe vorbei das Treppenhaus hinauf in den ersten Stock. Weitere Mängel: Es gibt lediglich zwei Damentoiletten. Das ist zu wenig und entspricht nicht den derzeitigen Vorgaben. Unglücklich: Die Herrentoilette erreicht man nur über den Aussenbereich. Die Ölheizung im Keller könnte bestenfalls gegen eine Pelletheizung ersetzt werden. Aber da die Kosten für die gesamte Umgestaltung sowieso schon auf rund 1,69 Millionen Euro (inklusive energetischer Sanierung mit 235.000 Euro ) angesetzt sind, sprengen die weiteren 60.000 Euro für die Heizung vermutlich den Kostenrahmen. Wichtiger noch ist die Erneuerung der diversen Aussentüren und Fenster, die dem aktuellen Brandschutz nicht entsprechen.

Anbau  soll dort, wo der Spielplatz ist, gebaut werden

Ein Anbau an der Stelle, wo jetzt der Spielplatz ist (rechts vom Haus, Richtung Stachenhausen, wenn man davor steht) soll die komplette räumliche Trennung zwischen Kindergarten und Dorfgemeinschaftshaus Realtität werden lassen. Eine Galerie und Abstellzimmer für die diversen Vereine, die das Haus nutzen, sollen hinzukommen.

17 Parkplätze

Damit es „geordneter“ wird, sollen im Aussenbereich Markierungen für 17 Parkplätze erfolgen, die in Einbahnstraßenfunktion gestaltet sind. Sprich, die Besucher fahren von Dörrenzimmerns Oberer Schulstraße Richtung Stachenhausen zum Dorfgemeinschaftshaus und können dann parken.

Wieviel Energiekosten spart man langfristig bei einer energetischen Sanierung ein?

Eventuell kann man einen Teil der Kosten mit einem ELR-Antrag (Enticklung ländlicher Raum) gedeckelt bekommen. Förderfähig wäre hier eine Summe von bis zu 40 Prozent. Das wären bei 1,7 Millionen Euro immerhin 680.000 Euro. Gemeinderätin Susanne Schmezer fragt, ob es auch Zuschüsse für die energetische Sanierung gibt. Bürgermeister Bauer sichert zu, das ebenfalls zu prüfen. Das Gebäude könnte man auch ohne energetische Sanierung erneuern. Dadurch spare man die besagten 235.000 Euro ein. Die Gegenfrage: Wieviel spart man langfristig an Energiekosten durch die Sanierung demgegenüber ein, möchte Sausanne Schmezer wissen. Auch das soll, so Bürgermeister Bauer, der Fachplaner einmal berschlägig berechnen. Aber, so Bauer: „Ich sage immer: Isolieren tut man einmal, heizen tun wir jedes Jahr.“

Auch Gemeinderat Dr. Baum findet: „Wir haben hier die Chance, das Gebäude energetisch auf den neuesten Stand zu bringen. Das ist ein Gewinn für die Gemeinde und eine Chance für die Zukunft.“

Text: Dr. Sandra Hartmann

 




Markantes Schmuckstück wird neue Heimat für Vereine

Es wird fleißig gewerkelt am Dorfgemeinschaftshaus in Nagelsberg. Die Bauarbeiten sind laut Pressemitteilung in vollem Gang. Die Mühlbergstraße ist gesperrt. Ein Kran steht mitten auf der Fahrbahn. Im Außenbereich werden die Stützmauern für Parkplätze betoniert. Sechs Stellplätze entstehen an der Westseite, unmittelbar beim späteren Haupteingang. Auf dem Gerüst im ersten Stockwerk wird an der Außenfassade gearbeitet. Im Unter- und Erdgeschoss wurden bestehende Gebäudeteile mit dem Neubau verbunden. Während in den unteren Geschossen gemauert wurde und noch wird, ist das Obergeschoss komplett in Holzbauweise geplant. Die Wände aus OSB-Platten mit Fenster- und Türausschnitten stehen bereits. In diesen Tagen werden die Fenster eingebaut.

Barrierefreies Erdgeschoss

Auf insgesamt 445 Quadratmetern Nutzfläche sollen im Obergeschoss ein kleinerer Besprechungsraum sowie Toiletten entstehen, heißt es weiter in der Mitteilung. Im barrierefreien Erdgeschoss wird es neben dem Foyer zwei Versammlungsräume, die über eine Verbindungstür zusammengeschlossen werden können, eine Küche sowie eine Toilette geben. Im Untergeschoss finden Abstellräume sowie der Technikraum ihren Platz. Erhalten bleiben der Gewölbekeller sowie das Tauchbad (Mikwe). Hinzu kommen im Außenbereich sechs Parkplätze.

Weiter Blick ins Kochertal

Das markante Gebäude hat ein Flachdach, um die Sicht aus den Nachbargebäuden so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Die Aussicht geht weit ins Kochertal hinein und ist auch aus vielen Perspektiven im Rohbau bereits möglich. Bevor die Nagelsberger jedoch ihre Versammlungs-, Besprechungsräume und die Küche benutzen können, müssen noch etliche Gewerke ausgeführt werden. „Das Obergeschoss erhält eine Holzfassade“, erklärt Cornelius Eisert vom Stadtbauamt. „Die unteren Stockwerke werden verputzt. Parallel dazu wird natürlich innen weitergearbeitet. Die Sanitär- und Elektroarbeiten beginnen.“

Fertigstellung im Winter 2021

Baubeginn der Maßnahme war im April 2020 und wenn es keine größeren Überraschungen mehr gibt, könnte das Dorfgemeinschaftshaus im Herbst/Winter 2021 fertig sein. Kostenpunkt: rund 1,5 Millionen Euro. Im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms Investitionspakt Soziale Integration im Quartier (SIQ) wurden 594.000 Euro Förderung bewilligt.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau

Der Kran steht mitten auf der Straße. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau

Im Unter- und Erdgeschoss wurden bestehende Gebäudeteile mit dem Neubau verbunden. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau

Durch das Flachdach soll die Sicht aus den Nachbargebäuden so wenig wie möglich beeinträchtigt werden. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau