„Das wird ein Gefrickel werden“
Die Gemeinderatssitzung in der Stadthalle in Ingelfingen am Dienstag, den 25. Januar 2021, war lang. Es reihten sich viele wichtige Themen für die Einwohner:innen denn auch wie Perlen an einer Schnur aneinander. Einer der Tagesordnungspunkte war der Hochwasserschutz für Diebach. Hierfür soll der Bach verbreitert werden. Die Firma Winkler aus Stuttgart stellte die Pläne vor. Die Umsetzung soll noch in diesem Jahr erfolgen. „Dann sind wir als einzige Gemeinde im Hohenlohekreis mit dem Hochwasserschutz durch“, so Bürgermeister Michael Bauer.
Bach soll verbreitert werden
Herr Mahlsen von der Firma Winkler erklärte dem Gemeinderat in seiner Sitzung anhand von diversen Folien mit Fotos von Diebach, wie Diebach künftig vor Hochwasser geschützt werden soll.
So soll auf der rechten Seite vom Diebach das Ufer erhöht werden. Eine Winkelstützmauer und eine Blocksteinmauer sollen gebaut werden, die Brücke in Diebach soll neu gebaut werden, das Bachbett soll mehr Platz bekommen und auf das Doppelte aufgeweitet werden, um, so Herr Mahlsen, „mehr Platz für das Gewässer zu schaffen“. Durch die unterschiedlichen Häuser, die am Diebach stehen und die Höhensprünge werde es ein „Gefrickel“ werden, bedeutet auf hochdeutsch: „viel Handarbeit“.
Es kann zu Grundwasserabsenkungen und Setzungsgefährdungen für die Häuser drumherum kommen
300.000 Euro netto hat die Firma Winkler für die Baukosten angesetzt sowie 40 Prozent Baunebenkosten. Während der Baumaßnahmen müsse man den Bach absperren und das Wasser „aussenrum pumpen“. Diese Maßnahme könne zu „Grundwasserabsenkungen“ führen, was wiederum zu einer „Setzungsgefährdung“ führen könne laut dem geotechnischen Gutachten, aber hier handele es sich lediglich um 1cm.
Es gibt für den Hochwasserschutz keine Förderung vom Land, da der Kosten-Nutzen-Faktor kleiner als 1 ist und damit nicht wirtschaftlich.
Der Gemeinderat stimmte dem Antrag dennoch zu. Im Mai/Juni 2022 soll die öffentliche Ausschreibung erfolgen, bis Ende 2022 soll der Hochwasserschutz fertig sein. Der einzige Wehrmutstropfen: Das Löschwasser kann die Feuerwehr dann künftig nicht mehr aus dem Bach entnehmen, da die Löschwasserentnahmestelle nach den Umbaumaßnahmen nicht mehr erreicht werden kann. Das müsse künftig übers Trinkwasser genommen werden. Nichtsdestotrotz: „Das ist eine wichtige Maßnahme für die Diebächer“, schließt Bürgermeister Michael Bauer.
Text: Dr. Sandra Hartmann



