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Bundesamt warnt erstmals seit 35 Jahren vor Krieg in Deutschland

Erstmals seit Kaltem Krieg

Die Regierung nennt erstmals seit 35 Jahren Krieg als reale Gefahr. BND-Chef warnt am selben Tag: „Wir stehen im Feuer“. Bürger sollen sich so vorbereiten.

Historische Kehrtwende

Am 13. Oktober 2025 vollzieht die Bundesregierung eine historische Kehrtwende. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) veröffentlicht seinen grundlegend überarbeiteten Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ – und nennt darin erstmals seit dem Ende des Kalten Krieges, also 1990, Krieg als reale Bedrohung für Deutschland. Wörtlich heißt es: „Selbst ein Krieg scheint nicht mehr so ausgeschlossen zu sein wie noch vor einigen Jahren.“ Zeitgleich warnt Geheimdienst-Präsident Martin Jäger (BND) vor dem Bundestag in ungewöhnlich scharfen Worten vor Putins Russland: „Wir stehen schon heute im Feuer“, in Europa herrsche bestenfalls „ein eisiger Friede“. Die Botschaft ist klar: Jeder der etwa 83 Millionen deutschen Staatsbürger soll sich auf Extremsituationen vorbereiten.

Selbstversorgung

Die neue Doktrin lautet: Zehn Tage Selbstversorgung. Das BBK empfiehlt jedem Haushalt, Vorräte für mindestens zehn Tage anzulegen – ohne Strom, ohne fließendes Wasser, ohne Supermarkt. Pro Person bedeutet das unter anderem: 20 Liter Trinkwasser und kiloweise Lebensmittel. Der Ratgeber warnt explizit: Bei einem längeren Stromausfall fällt die zentrale Trinkwasserversorgung aus, da die Pumpen elektrisch betrieben werden. Bürger sollen Wasser in allen verfügbaren Gefäßen sammeln, solange es noch aus dem Hahn läuft.

„Weltlage, die viele beunruhigt“

Zwischen 1990 und 2025 vermieden alle BBK-Ratgeber systematisch die Nennung militärischer Szenarien. Der Fokus lag auf Naturkatastrophen, Hochwasser und technischen Ausfällen. Diese 35-jährige Friedensdoktrin ist nun beendet. Erstmals werden hybride Bedrohungen konkret benannt: Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur, gezielte Desinformation, Sabotage – und Krieg. Das BBK erklärt, wie Bürger Falschinformationen erkennen können und wo bei Explosionen Schutz zu finden ist. BBK-Präsident Ralph Tiesler sagt dazu: „Wir erleben eine Weltlage, die viele beunruhigt.“ Die zeitliche Koinzidenz mit der BND-Warnung am selben Tag ist kein Zufall: Die Regierung fordert die Bevölkerung auf, ihre Resilienz massiv zu erhöhen.

  • Die Checkliste: Das gehört in jeden Haushalt
  • 4 Kilogramm Nudeln
  • 3 Kilogramm Reis
  • 7 große Dosen Gemüse (je 800 Gramm)
  • 3 Dosen Obst
  • 5 Tüten Nüsse (je 200 Gramm)
  • 4 Dosen Fisch
  • 6 Dosen Wurst
  • 1 Flasche Speiseöl
  • 4 Liter H-Milch
  • 500 Gramm Hartkäse
  • Taschenlampen mit Kurbel- oder Solarbetrieb (funktionieren ohne Batterien)
  • Batteriebetriebenes Radio für amtliche Meldungen
  • Camping- oder Spirituskocher mit Brennmaterial
  • Warme Kleidung und Decken (auch die zentrale Gastherme benötigt Strom)
  • Wichtige Dokumente (Geburtsurkunden, Pässe) griffbereit

Was sollte jeder Zuhause haben?

Die empfohlenen Vorräte benötigen etwa den Platz von zwei bis drei Umzugskartons oder ungefähr so viel wie ein Regalfach im Keller. Die geschätzten Kosten für den kompletten 10-Tage-Vorrat einer zweiköpfigen Haushalts liegen bei etwa 80 bis 120 Euro – abhängig von Discounter oder Supermarkt. Das BBK empfiehlt ausdrücklich einen „lebenden Vorrat“: Die Lebensmittel sollen in den normalen Verbrauch integriert werden, neu gekaufte Produkte wandern nach hinten ins Regal, ältere werden zuerst verbraucht. So bleibt alles haltbar, ohne dass Lebensmittel verderben. Nudeln, Reis und Konserven halten mehrere Jahre, H-Milch mindestens sechs Monate. Die größte Herausforderung ist das Wasser: 20 Liter pro Person bedeuten für eine vierköpfige Familie 80 Liter – das entspricht etwa acht Getränkekästen.

Der komplette Ratgeber ist übrigens kostenlos beim BBK bestellbar (ISBN: 978-3-939347-54-5). Die Veröffentlichung markiert eine Zeitenwende in der deutschen Sicherheitspolitik. Warum Notfallplanung im Haushalt heute wichtiger denn je ist. Ob die Bürger die Empfehlungen umsetzen, wird sich zeigen. Der Ratgeber selbst betont: Deutschland sei eines der sichersten Länder der Welt – doch wenn etwas passiert, sei es besser, vorbereitet zu sein.




Stefan Raab vor 10 Jahren stehengeblieben – deutsches Lied am aktuellen Zeitgeist mal so völlig vorbei

Welch eine Blamage besonders für Deutschland:  Österreich gewinnt den diesjährigen ESC, während Deutschland mit seinen österreichischen (!) Vertretern Abor und Tynna für Deutschland mit ihrem Techno-Song „Baller“ auf Platz 15 landet. Dass es dieses Mal mit Sicherheit wieder nicht unter die Top Ten reicht, haben deutsche Fans bereit beim Vorentscheid geahnt, als sich die deutsche Jury durchsetzt und Baller weiterwinkte, obwohl es wesentlich bessere Lieder gegeben hätte. Der Techno-Dance-Mix passt einfach mal so wirklich gar nicht in den ESC mit seiner völlig anderen Zielgruppe.

Wenn man zu mehr Liebe gibt, als man zurückbekommt

Der ESC braucht generationenübergreifende Songs, Lieder, die bewegen und den Spirit der aktuellen Zeit aufnehmen. So gewann JJ mit seinem Lied „Wasted love“ – vornehmlich auch aufgrund seiner engelsgleichen Stimme. Es geht um unerwiderte Liebe und der Enttäuschung, wenn man viel Liebe gibt, aber wenig zurückbekommtEs ist eine Ballade, die Pop, Oper und Techno verbindet und von dem persönlichen Erlebnis des Sängers inspiriert wurde. In dem deutschen Beitrag „Baller“ geht es zwar auch um eine enttäuschte Liebe, aber es bleibt gefühlt seicht, oberflächlich, auch angesichts des ständigen „Geballers“ rhythmischer Art. Auch die Nähe zu den Fans, heute ein entscheidender Faktor, konnte das Geschwisterpaar nie wirklich herstellen. 

Deutschlands ESC-Sommermärchen heißt nach wie vor Lena

Die Bürger:innen sehen sich derzeit wesentlich stärker nach einem sanften Nicoles „Ein bisschen“ Frieden“ (erster deutscher ESC-Sieg 1982) als nach Baller-Baller-Rumgeballer. Warum man bei dem Vorentscheid nicht bis zuletzt allein die Zuschauer hat entscheiden lassen, ist ein völliges Rätsel. Mit Sicherheit wäre dabei ein anderer Sieger beim Vorentscheid und dementsprechend auch ein anderer Platz beim ESC herausgekommen. Mit Lena hatte Raab einst ein glückliches Händchen.

Raabs Verdienst

Aber eigentlich war das auch nicht wirklich Raabs Verdient, sondern Lenas. Selten gibt es solche Talente wie Lena, die plötzlich auf der Bühne stehen und Millionen verzaubern. 2010 gewann sie für Deutschland den ESC mit ihrem locker-leichten Liedchen Satellite. Vielleicht hätte Raab damals auch lieber jemand anderem den Vorzug gegeben, aber der öffentliche Druck war zu hoch, um Lena nicht weiterkommen zu lassen. Das jedenfalls war Deutschlands ESC-Sommermärchen.




Jeder Tropfen ist einer zu viel – Gesellschaft für Ernährung ändert Vorgaben für Alkoholkonsum in Deutschland

Besonders in Deutschland, so schien es, war die Veröffentlichung ein Paukenschlag. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) änderte die Vorgaben für Alkoholkonsum für Erwachsene. Wo früher noch ein Gläschen Wein am Tag sogar als empfehlenswert für den Körper eingestuft wurde, ist die Kommission nun aufgrund neuerer Studien au den vergangenen Jahren zu dem radikalen Schluss gekommen: Kein Tropfen Alkohol ist besser als einer. Sprich: Jeder Tropfen ist einer zu viel.

Alkohol – die populärste Volksdroge Deutschlands

Denn: Auch wenn ein Gläschen Wein vermeintlich „beruhigend“ auf den Organismus wirkt, überwiegen dennoch die schädlichen Auswirkungen im Körper insgesamt. Denn Alkohol ist letzten Endes Gift für jeden Körper.

„Alkohol ist eine psychoaktive Droge“, heißt es. Sie sei Ursache für mehr als 200 negative gesundheitliche Folgen wie Krankheiten und Unfälle. Deshalb rät die DGE nun, keinen Alkohol zu trinken.

Bereits in geringen Mengen gesundheitsschädlich

Der Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Gesundheit ist laut der Gesellschaft eindeutig. Durch die von Alkohol verursachte Krankheits- und Sterbelast sei weltweit und insbesondere in Europa erheblich. Alkohol könne unter anderem das Risiko für Darm- oder Brustkrebs erhöhen oder für Bluthochdruck sorgen.

Eine Analyse kanadischer Forscher war ebenfalls zu dem Ergebnis gekommen, dass Alkohol bereits in geringen Mengen gesundheitsschädlich ist und liefert eine Erklärung, wieso es früher andere Ansichten gab. Das Team der Universität Victoria hatte 107 Langzeituntersuchungen zum Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Mortalität ausgewertet. Der Grund dafür, dass frühere Studien Gesundheitsvorteile bei mäßigem Alkoholkonsum ermittelt hätten, liege in Verzerrungen wegen Mängeln im Studiendesign, so ihr Schluss.

Fortan gilt: Für Männer wie für Frauen ist Alkohol gleichermaßen schädlich.

Vor ihrer Kurskorrektur hatte die DGE jahrelang als Richtlinie ausgegeben, dass 10 Gramm pro Tag für Frauen und 20 Gramm pro Tag für Männer noch als „tolerierbare“ Alkoholmenge gelten. Viel war das allerdings auch nicht, diese Mengen entsprechen etwa einem kleinen (0,3 Liter) beziehungsweise einem großen (0,5 Liter) Glas Bier. Nun wurde auch die vermeintlichen geschlechtsspezifischen Unterschiede beim Konsum nivelliert. Fortan gilt: Für Männer wie für Frauen ist Alkohol gleichermaßen schädlich.

Aktualisiert wurden auch die Einschätzungen, welche Alkoholmengen als risikoarm, moderat oder riskant anzusehen sind. Ein bis zwei Gläser Wein oder eine bis zwei kleine Flaschen Bier pro Woche gelten demnach noch als risikoarmer Konsum. Fünf kleine Gläser Wein oder zwei Liter Bier werden als moderat angesehen, alles darüber stuft die DGE als riskantes Trinkverhalten ein.

Der durchschnittliche Alkoholkonsum in Deutschland war 2019 nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO mehr als doppelt so hoch wie im weltweiten Durchschnitt. Im Schnitt trinken Menschen in Deutschland demnach pro Jahr 12,2 Liter reinen Alkohol.

In Deutschland darf man mit 14 Jahren Alkohol konsumieren

In ihrem Positionspapier spricht sich die DGE auch für bessere Vorbeugung aus. Die Maßnahmen, die den Zugang zu Alkohol einschränken, seien zu lasch, ebenso die Maßnahmen gegen Alkohol am Steuer. Die DGE wird vom Bundesministerium für Ernährung finanziert, ist aber nach eigenen Angaben ein unabhängiger Verein.

In keinem anderen Land kann man Alkohol früher legal trinken als in Deutschland. Ab 14 Jahren dürfen Jugendliche bereits Wein und Bier konsumieren, wenn die Eltern dabei sind. Dieses Gesetz ist höchst bedenklich, wenn man die Zahlen betrachtet, wie viel Erwachsene bereits einen völlig riskanten Alkoholkonsum vorleben.

Laut dem Bundesministerium für Gesundheit konsumieren knapp 8 Millionen Menschen der 18- bis 64-jährigen Bevölkerung in Deutschland Alkohol in gesundheitlich riskanter Form. Ein problematischer Alkoholkonsum liegt bei etwa 9 Millionen Personen dieser Altersgruppe vor (ESA 2021). Damit würden insgesamt rund 20 Prozent der Deutschen, also jeder fünfte Deutsche, bedenklich viel Alkohol konsumieren.

Bedenkliche Entwicklung

Jemand, der abstinent lebt, wird in Deutschland schief angeschaut, wenn er auf öffentlichen Veranstaltungen, Festen und Geburtstagen nichts mittrinkt – nicht derjenige, der ständig trinkt .

Auch Touristen sind oftmals erstaunt, wie normal der Konsum von Alkohol über den ganzen Tag und öffentlich in Deutschland ist und sprechen darüber in ihren Insta-Videos. In den Vereinigten Staaten und Kanada beispielsweise ist Alkohol erst ab 21 Jahren beziehungsweise 19 Jahren erlaubt und man kann Alkohol auch nicht in jedem Supermarkt einfach so kaufen. Die Schwellen, um an die Droge zu kommen, sind in Deutschland gering. Die Akzeptanz groß. Im Gegenteil. Wer nicht trinkt, wird dadurch nicht selten zum Außenseiter – als Erwachsener und als Jugendlicher.

 




EM-Liveticker: Deutschland-Achtelfinale am Samstag

Am Samstag um 21 Uhr spielt die deutsche Nationalelf imBVB-Stadion in Dortmund gegen Dänemark. Das Achtelfinale der EM 2024 werden Tausende Fans bei deutschlandweiten Public Viewings oder vor dem heimischen Fernseher begleiten. Wir werden in unserem Live-Ticker auf unserer Internetseite und in unseren sozialen Kanälen auf facebook und Insta das Fußballspiel begleiten.




„Schon zur Halbzeit war die Messe gelesen“

Ohne Worte – das Auftaktspiel zur EM2024 am Freitag hätte für die Deutschen nicht besser laufen können. Mit 5 zu 1 siegte Deutschland gegen die Schotten. Erwacht Deutschland damit aus seiner momentanen Lethargie? Hier die besten und lustigsten Netzreaktionen auf das Spiel:

TV-Expertin Tabea Kemme (bei MagentaTV)
„Ich sag‘ mal so: Wer bremst, verliert. Lasst uns bitte euphorisch sein.“
„Gazzetta dello Sport“ (Italien)
„Dieses Deutschland ist schon beängstigend: Spektakel und fünf Tore gegen ein nicht existentes Schottland. Eine Demonstration der Stärke. Klar und deutlich.“
„Marca“ (Spanien)
„Deutschland, welch eine Maschine! Deutschland hat seine Traumkandidatur für die Europameisterschaft vorgestellt. Nicht einmal die übliche Angst der Gastgeber im Eröffnungsspiel konnte diese extrem starke Mannschaft aufhalten.“
„Blick“ (Schweiz)
„Deutsche ziehen Schotten den Rock aus. Schon zur Halbzeit ist die Messe gelesen.“ (dpa/sid/ms)




Pinke Party

5 Minuten vor dem Schlusspfiff fährt Füllkrugs Schulter gestern den zweiten Sieg gegen eine großen EM-Mannschaft ein. Nach Frankreich nun gegen die Niederlande. Mit 2:1 geht die Nationalmannschaft denn auch euphorisch vom Feld und Deutschland jubelt. Deutschland schafft das, was in den vergangenen Jahren oft nicht möglich war: Ein Spiel im Rückstand souverän mit astreinem Können zu drehen.

Dieses junge Team entfacht, was in Deutschland angesichts der allumfassenden Tristesse mit Krisen und Kriegen kaum mehr möglich geglaubt: Euphorie.

Euphorie für eine junge Mannschaft, die alles gibt, klug spielt, scheinbar in kürzestes Zeit gelernt hat, bei ihrem schnellen Passspiel perfekt ineinanderzugreifen. Die älteren wie Kroos und Gündogan strahlen Ruhe aus, die jungen neuen Spieler folgen und verwandeln. Der Wille, eine ganze Nation zu begeistern, ist da – und gelingt auch. Deutschland ist zurück im großen Fußball. So scheint es zumindest aktuell.

Während die EM-Trikots bislang noch müde in den Regalen herumhängen, wird sich das nun ändern. Die Stimmung im Ländle kippt – ins Positive. A propos Trikots. Was musste sich Adidas Kritik anhören ob dieser pinken Farbgebung bei den Auswärtstrikots. Wie könne man nur, das seien Frauenfarben. Das sei doch kein Trikot für eine National-Elf. Doch, ist es. Es ist zwar eben so gar nicht good old german, so gar nicht one colour, so gar nicht old fashioned. Und genau das macht es so furios. Weil es eben genau dieses altbekannte Deutschland mit seinen Traditionen völlig konterkariert und aussagt: Wir können auch jung und hip sein. Und natürlich tragen in Deutschland die Männer nicht nur Bierbauch und Lederhosen, sondern auch mal die Farbe pink. So what? We love it. Und die Legenden des Fußballs, wie Rudi Völler, ebenso, wie der lustige Videoclip von Adidas beweist, der vermutlich schon voraussahnte, was ihm da an pink Protestlern entgegenschlägt. Auf humorvolle Weise lässt der Ausstatter darin die Mannschaft und Größen des Fußballs, aber auch Lena Gercke zu Wort kommen und sagt damit: Yes, we can.

Ebenso ein Novum: Gegen die Niederlande spielte die Nationaelf nicht nur beeindruckend in diesen pinken Shirts. Sondern es wurde zum ersten Mal der von vielen Fans per Petition geforderte Song „Völlig losgelöst“ von Major Tom bei den Toren der deutschen Mannschaft gespielt. Dieses Lied lief übrigens in dem Adidas-Video über die Vorstellung der neuen Trikots als Hintergrundmusik.

Deutschland kann auch anders. Wie schön zu sehen. Diese Stimmung erinnert in Ansätzen ein wenig an ein bereits da gewesenes Sommermärchen. 2006. Bei der WM in Deutschland.

So fallen denn auch die internationalen Pressestimmen zu den Freundschaftsspielen, bevor es dann am 14. Juni richtig los geht mit der EM, durchweg positiv aus:

„Pinke Party“ titelt etwa die Bild.: „Jetzt sehen wir PINK für die EM! Die deutsche Nationalmannschaft dreht nach dem Sieg gegen Frankreich einen 0:1-Rückstand gegen Holland noch in einen 2:1-Erfolg – die Heim-Europameisterschaft kann kommen!“

Süddeutsche Zeitung: „Dem Sieg gegen Frankreich folgt ein Sieg gegen die Niederlande. Die Nationalelf beweist beim 2:1 in Frankfurt, dass sie dank der Handgriffe von Bundestrainer Julian Nagelsmann zu Klasse und Substanz zurückgefunden hat.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung: „Schlechte Stimmung rund um die Nationalmannschaft? Das scheint lange her – nach dem 2:1 gegen die Niederlande und dem zweiten Sieg in vier Tagen könnte die EM sofort beginnen.“

Spiegel: „Die deutsche Nationalmannschaft feiert gegen die Niederlande den zweiten Sieg in Folge. Und plötzlich entsteht rund um dieses Team, das seit Jahren gegen den Bedeutungsverlust ankämpft, EM-Euphorie. Mittendrin: Major Tom.“

NRC-Handelsblad: „Fußball ist ein einfaches Spiel, …, und am Ende gewinnen die Deutschen.“

L’Équipe:„Deutschland dominiert die Niederlande und holt sich Selbstvertrauen für seine Heim-EM“
Krone Zeitung: „Deutschland dreht Hit gegen ÖFB-Gegner Niederlande“
Kleine Zeitung: „DFB-Elf schlägt auch die Niederlande. Deutschland hat auch seinen zweiten Fußball-Testspielschlager im EM-Jahr gewonnen. Der EURO-Gastgeber besiegte nach dem 2:0 über Frankreich die Niederlande am Dienstag in Frankfurt mit 2:1 und damit einen weiteren EM-Gruppengegner Österreichs.“
Laola1.at: „Nächster Sieg! DFB-Team schlägt Niederlande: Der EURO-Gastgeber geht in Frankfurt früh in Rückstand, gewinnt am Ende aber.“



WM 2022: Die Welt verkauft sich an Katar

Eigentlich war es ein schönes Zeichen: Beim WM-Mannschaftsgruppenfoto von Deutschlands Nationalmannschaft vor dem Gruppenspiel gegen Japan hielten sich die Fußballer die Hand vor den Mund – als Zeichen einer nicht beziehungsweise kaufm existierenden Meinungsfreiheit in diesem Land, getreu dem Motto: „Wir lassen uns nicht den Mund verbieten.“ Aber eigentlich haben sie es doch getan.

„Wir lassen uns nicht den Mund verbieten“

Denn der Grund hierfür war, das Torwart und Mannschaftskapitän Manuel Neuer die One-Live-Binde beim Spiel gegen Japan tragen wollte als Zeichen gegen die Diskriminierung von Minderheiten und für  Tolanz gegenüber jedem, auch jedem Geschlecht, jeder Rasse und auch gegenüber gleichgeschlechtlicher Liebe. Das diesjährige WM-Austragungsland Katar verbot das Tragen dieser Binde unter Androhung von Kosequenzen. Neuer verzichtete daraufhin. Er und seine Mannschaft brachte aber als Reaktion darauf die auf ewig und vor der Weltöffentlichkeit zur Schau gestellte Geste mit der Hand vor dem Mund.

Auf ewig festgehalten

Auf Twitter, nach der Niederlage der Deutschen gegen den Underdog Japan, wurde daraufhin gespöttelt, dass Neuer auch gleich die Binde hätte tragen können. Dann wäre er eben schlimmnstenfalls gesperrt gewesen und Deutschland hätte schlimmstenfalls verloren. Denn letzten Endes haben die Deutschen das Spiel ja auch mit Neuer verloren.

Konsequenter wäre tatsächlich gewesen, die OneLove-Binde einfach zu tragen und nicht einzuknicken gegen ein Land, in dem Menschenrechte, die bei uns zu Lande gelten, nicht viel wert sind. Zu oft haben wir in der Vergangenheit unsere Werte schon durch die Hintertür verkauft, um im nächsten Moment durch Symbolpolitik etwas Schadensbehebung zu versuchen.

Keine Konsequenzen für niemanden

Konsequent wäre es gewesen, die WM erst gar nicht in einem solchen Land austragen zu lassen oder zumindest dafür zu sorgen, dass die Menschenrechte, etwa bei den Stadionbauten, verteidigt werden, bei welchen Tausende unter elenden Bedingungen starben. Konsequenzen? Keine. Aber die FIFA ist ja bekannt dafür, dass es keine Konsequenzen für gar niemanden gibt. Der Rubel muss rollen. Das scheint das einzige zu sein, was zählt.

Respekt für die deutsche Innenministerin Nancy Fraser

Man darf daher dieses Gruppenfoto auch nicht zu klein reden. Sicherlich gebührt der Mannschaft und dem Deutschen Fußballbund dafür Respekt, denn ansonsten versteckt sich der DFB gern hinter der FIFA, wenn es darum geht, eigene Entscheidungen zu treffen. Nun sind die Deutschen etwas ausgeschert. Sicherlich haben sie und der DFB dafür einem ordentlichen Druck hinter den Kulissen standhalten müssen. Während viele Politiker:innen auch anderer westlicher Nationen auf den Zuschauerrängen ebenfalls auf das Tragen der OneLove-Binde verzichtet haben, nachdem Katar diese verboten hat, hielt die deutsche Innenministerin Nancy Fraser daran fest. Auch dafür gebührt ihr Respekt.

Einwohner:innen Katars kritisieren Gruppenfoto der Deutschen

Auf Twitter indes äußern Fußballfans und Einwohner:innen von Katar Unverständnis für das deutsche Gruppenfoto, denn dem Austragungslang gegenüber sollte man schließlich Respekt zollen und die Werte, die dort vorherrschen, akzeptieren. Aber es sind nicht unsere Werte. Wir haben so lange für Gleichberechtigung, Gleichbehandlung und Toleranz gekämpft, dass wir doch jetzt nicht für einen rollenden Ball alles über Bord werfen werden, oder?

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann




„Wir wissen noch, wie es ist, Hunger zu haben und zu frieren“

„Wir wissen noch, wie es ist, Hunger zu haben und zu frieren“, erinnert sich ein 85-Jähriger aus dem Hohenlohekreis an den 2. Weltkrieg zurück. Damals war er ein kleiner Junge, als Deutschland nicht nur Kriegspartei war, sondern kriegsführend.

Trauma in der Kriegsgeneration steigt wieder hoch

Ein Trauma steigt in diesen Wochen in vielen Köpfen derer hoch, die in einem ähnlichen Alter sind wie der 85-Jährige. Ein Kriegstrauma, das man nie vergisst. Wie es ist Hunger zu leiden, zu frieren, wie es ist, wochenlang im Bunker zu sitzen, wie es ist, wenn Bomben fallen, das wissen hierzulande nur noch die wenigsten. Zum Glück. Aber eben diese Wenigen haben deutlich mehr Angst vor dem Krieg in der Ukraine nun, weil sie wissen, was es heißt, im Krieg zu sein. Und Deutschland, Arm in Arm mit den anderen europäischen Staaten, ist auf dem besten Wege dorthin.

Deutschland im Krieg

Wer Waffen liefert, Panzer, Munition und Geld, nimmt nicht nur Anteil am Schicksal der leidenden ukrainischen Bevölkerung und hilft mit humanitärem Engagement, sondern ist aktiver Kriegsteilnehmer. Nur will das derzeit anscheinend noch keiner wahrnehmen.

„Wir sollten das Risiko, das wir eingehen, nicht unterschätzen“, sagte Adam Tooze gegenüber dem Spiegel unlängst in einem Interview. Der britische Wirtschaftshistoriker erklärt: „Mich erinnert das Vorgehen des Westens ein wenig an Anfang 1941. Damals haben die USA noch nicht am Weltkrieg teilgenommen, aber Großbritannien und anderen Gegnern der Achsenmächte kriegswichtiges Material geliefert. Hitler hat das nicht akzeptiert und den USA den Krieg erklärt.“

Hitler hat das nicht akzeptiert

So sehr die europäischen Staaten und die NATO immer wieder nach aussen beteuern, die Ukraine lediglich im Krieg zu unterstützen, aber selbst nicht aktiv teilzunehmen, desto lächerlicher wirkt es angesichts der rollenden Panzer auf Deutschlands Autobahnen. Ursula von der Leyens Zeichen nun, der Ukraine schnellstmögliche EU-Beitrittshandlungen zu gewähren, löscht vermutlich auch nicht den Flächenbrand, sondern gießt noch zusätzlich Öl ins Feuer. Wladimir Putin wird es als eine weitere Provokation auffassen. Bleibt zu hoffen, dass er nicht schon bald als Antwort anderen Staaten den Krieg erklärt – und wenn es „nur“ in Form eines Energiestopps wäre.

Es würde verdammt kalt werden. Sind wir dazu wirklich bereit?

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann




Wohin in den Pfingsturlaub?

Die Pfingstferien stehen vor der Tür, die Menschen sehnen sich nach Urlaub, Sonne, Einfach-Mal-Rauskommen. In vielen Bundesländer werden angesichts fallender Inzidenzzahlen Lockerungen diskutiert – Hotel- und Gaststättengewerbe stehen in den Startlöchern. Auch bei unseren europäischen Nachbarn fallen die Zahlen, obwohl manche von ihnen in Deutschland noch als Hochrisikogebiete gelten. Wohin also kann man in diesen Wochen verreisen angesichts der Corona-Lage? Was ist erlaubt und was nicht? Geht bloß ein Campingurlaub im eigenen Wohnmobil oder kann man auch mit dem Flieger dem Alltag entfliehen? Eine Übersicht.

Uneinheitliches Bild in Deutschland

In den deutschen Bundesländern zeigt sich bislang kein einheitliches Bild. Die einen planen zumindest Öffnungen für Geimpfte, Genesene und Geteste. Aus anderen Bundesländern gibt es noch nichts Neues zu hören. In Schleswig-Holstein beispielsweise haben einige Modellregionen an Nord- und Ostsee für den Tourismus bereits seit einigen Wochen geöffnet: In der Schlei-Region, Eckernförde und Nordfriesland mit Sylt und Nachbarinseln sowie in der Lübecker Buch ist Urlaub unter strikten Vorgaben und bei stabilen Corona-Inzidenzen von unter 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner möglich. Ab 17. Mai dürfen Geimpfte, Genesene und Getestete laut ADAC unter strengen Vorgaben in ganz Schleswig-Holstein Urlaub machen (Pfingsten & Corona: Wo Urlaub jetzt möglich ist | ADAC).

Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern

Ab einem Inzidenzwert von ebenfalls unter 100 dürfen zumindest die eigenen Einwohner in Niedersachsen Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze buchen können. Eine weitere Bedingung hier: Negative Schnelltests oder ein Impfnachweis müssen vorgelegt werden. Weitere Öffnungen könnte es Ende Mai geben. Auch wenn Einreisen nach Mecklenburg-Vorpommern zurzeit eigentlich nicht erlaubt sind, gibt es seit 05. Mai 2021 eine Ausnahme für vollständig Geimpfte: Diese dürfen als Tagestouristen einreisen. Übernachten ist aber nicht erlaubt. Mit weiteren Öffnungsschritten wird ab 22. Mai gerechnet (https://www.regierung-mv.de/service/Corona-FAQs/Tourismus-und-Reisen/).

Bayern

Auch Bayern will zum Start der Pfingstferien Urlaub wieder ermöglichen – in Stadt- und Landkreisen mit Inzidenzen unter 100. Ab dem Pfingstwochenende dürfen Beherbergungsbetriebe auch wieder Touristen aufnehmen. Gäste müssen dafür einen negativen Corona-Test vorlegen, der alle weiteren 48 Stunden wiederholt werden muss. Geimpfte und genesene Personen sowie Kinder unter sechs Jahren sind von der Testpflicht ausgenommen (https://www.stmi.bayern.de/miniwebs/coronavirus/faq/index.php).

Thüringen

In Thüringen, wo seit Ende April die Bundesgartenschau geöffnet ist, dürfen bei niedrigen Inzidenzwerten Campingplätzen oder Ferienwohnungen geöffnet werden. Auch Restaurants und Cafés dürfen ihre Terrassen öffnen, Gäste müssen sich allerdings vorher anmelden.

Hamburg, Berlin, Brandenburg und Baden-Württemberg

Nichts Neues ist bis jetzt aus Hamburg und Berlin zu hören. Hier sind Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze für Urlauber weiterhin geschlossen. In Brandenburg gibt es Überlegungen, die Außengastronomie zu Pfingsten wieder zu öffnen. In Baden-Württemberg ist geplant, an Pfingsten Biergärten und bestimmte Hotelbereiche wieder zu öffnen – sofern es die Fallzahlen zulassen.

Rheinland-Pfalz

In Regionen in Rheinland-Pfalz, wo die Zahlen stabil unter 100 bleiben, soll es ab 12. Mai wieder erlaubt sein, Ferienwohnungen zu vermieten. Auch Übernachtungen in Wohnmobilen mit eigener sanitärer Anlage soll dann wieder möglich sein. Weitere Lockerungen sind noch vor Pfingsten und Fronleichnam geplant (https://corona.rlp.de/de/aktuelles/detail/news/News/detail/perspektivplan-rheinland-pfalz-ermoeglicht-vorsichtige-schritte-nach-vorne-1/).

Europäisches Ausland

Und wie sieht die Lage im europäischen Ausland aus? Reguläre Urlaubsreisen in Dänemark sollen erst ab Ende Juni wieder möglich sein, auch wenn das nördliche Nachbarland deutliche niedrigere Inzidenzen wie Deutschland ausweist.

Spanien

Urlaub auf der Deutschen liebsten Mittelmeerinsel – Mallorca – ist bereits wieder möglich, das wie auch die anderen Inseln der Balearen und die Kanaren nicht mehr als Hochrisikogebiet gelten. Auf dem Festland ist am 09. Mai der nationale Gesundheitsnotstand gefallen, ebenso die Reisebeschränkungen und nächtliche Ausgangssperren – ein Pfingsturlaub ist also auch hier wieder möglich. Bei der Einreise muss ein negativer PCR-Test vorgelegt werden.

Frankreich

Nach Frankreich geht es nicht an Pfingsten, obwohl hier Cafés und Restaurants ab 19. Mai ihre Außenbereiche wieder öffnen dürfen. Urlaub ist in dem Land für Personen aus dem Ausland erst wieder ab 09. Juni möglich, die dann einen Gesundheitsnachweis vorlegen müssen.

Griechenland und Italien

Griechenland gilt zwar weiterhin als Hochrisikogebiete Urlauber aus dem Ausland sollen hier aber ab Mitte Mai willkommen sein. Touristen müssen sich schon vor ihrer Reise digital registrieren und bei der Einreise entweder einen negativen Test oder einen vollständigen Impfschutz vorlegen. Immerhin: Eine Quarantänepflicht gibt es nicht mehr. Ohne Quarantäne sollen ab Mitte Mai ausländische Touristen auch wieder nach Italien einreisen dürfen. Dazu brauchen sie entweder einen vollständigen Impfschutz, einen negativen Test oder eine überstandene Covid-19-Infektion.

Kroatien

Ähnliches gilt für Kroatien, das die Einreise für ausländische Touristen erleichtert hat. Ab Mitte Mai sollen sie ohne Quarantäne ins Land einreisen dürfen. Sie müssen dann nachweisen, dass sie geimpft, negativ getestet oder von Covid-19 genesen sind und außerdem ein Einreiseformular ausfüllen. Hotels und Campingplätze sind geöffnet, Restaurants dürfen ihren Außenbereich für Gäste öffnen.

Malta

Auch auf Malta läuft der Tourismus langsam wieder an, jedoch gibt es vor Ort noch einige Einschränkungen. Touristen brauchen bei der Einreise nur einen negativen Test, der maximal 72 Stunden alt sein darf. Restaurants haben unter Auflagen geöffnet. Ab 01. Juni soll es weitere Lockerungen geben.

Niederlande

Auch in den Niederlanden dürfen Ferienbetriebe Gäste aufnehmen, Restaurants, Museen und andere Kultureinrichtungen sind mit Auflagen geöffnet. Allerdings empfiehlt die dortige Regierung Urlaubern eine zehntägige Quarantäne.

Österreich

Österreich gilt nach wie vor als Hochrisikogebiet, will sich aber ab 19. Mai wieder für Touristen öffnen. Dann soll die Quarantänepflicht für deutsche Reisende fallen. Sie müssen dann entweder einen negativen Test, einen vollständigen Impfschutz oder eine überstandene Corona-Infektion nachweisen. Allerdings müssen Rückkehrer nach dem Urlaub eventuell in Quarantäne.

Portugal

Nach Portugal dürfen Deutsche bis 16. Mai aus touristischen Zwecken noch nicht einreisen. Noch nicht klar ist, ob danach für Pfingsten geöffnet wird. In die Schweiz sind touristische Einreisen problemlos möglich. Bei Eigenanreise mit dem Pkw muss man sich weder registrieren noch einen negativen Test vorweisen. Das gilt nicht für Urlauber aus Sachsen und Thüringen, wo die Inzidenzen immer noch hoch sind. Schweizer Gaststättenbetriebe haben geöffnet. In manchen Kantonen kann es aber Abweichungen geben.




Nach Stornierungswelle folgt nun Run auf Wohnmobilvermietungen & Campingplätze

Die Chancen auf Urlaubsfreuden im Sommer 2020 steigen. Einige Länder haben mit schrittweisen Lockerungen begonnen. Reisen innerhalb Deutschlands sollen schon in den Pfingstferien wieder möglich sein und die Grenzen in Europa wieder geöffnet werden.

Keine einheitliche Richtlinie

Seit Jahren erlebt der Camping-Urlaub einen Boom, durch die Corona-Krise bekommt diese Individualpsparte nun einen weiteren Schub. Der Campingplatzspezialist ACSI schreibt auf seiner Homepage  https://www.acsi.eu/de/corona/:  „In einigen Bundesländern können Campingplätze ab Mitte Mai 2020 wieder geöffnet werden. Dies kann von Region zu Region unterschiedlich sein – auch in demselben Bundesland. Für Campingplätze in ganz Deutschland gibt es noch keine einheitliche Richtlinie“. Auf der ACSI-Homepage finden sich auch Informationen und Links zu den beliebtesten Urlaubsländern der Deutschen. Dennoch sind nun schon einige Campingplätze ausgebucht im Zuge der Coronapandemie. Deutschland ist das neue Reiseziel der Deutschen. Und auch Wohnmobilvermietungen, die während der ersten Beschränkungen im März 2020 von einer Stornierungswelle überrollt wurden, gehören nach den schrittweisen Öffnungen derzeit zu den Gewinnern der Pandemie https://www.abendblatt.de/region/norderstedt/article229097701/Ansturm-auf-Wohnmobil-Vermieter.html

Öffnung für Gäste mit autarker Versorung

Das Problem: Es gibt (bislang noch) keine einheitliche, bundesweite Regelung. Jedes Bundesland entscheidet selbst über schrittweise Lockerungen und berücksichtigt dabei auch die regionalen Infektionszahlen. Seit dem 18. Mai 2020 dürfen beispielsweise in Baden-Württemberg Campingplätze für Dauercamper sowie Reisemobile und Wohnwagen mit autarker Versorgung öffnen. Sanitärgebäude müssen bis auf weiteres geschlossen bleiben, so dass jeder Gast das eigene WC und Nasszelle nutzen muss. Eine Entsorgung der Kassetteninhalte ist aber möglich. Auch auf dem Campingplatz müssen die vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden. So muss ein Camper einen Mund-Nasen-Schutz tragen, sobald er seinen Stellplatz verlässt. Animationsprogramme sind bis auf weiteres gestrichen, der Verkauf zum Beispiel von Brot und Brötchen soll aber möglich sein.

Unterschiede innerhalb der Bundesländer

Laut der Homepage des baden-württembergischen Innenministeriums sollen ab dem 29. Mai 2020 Beherbergungsbetriebe, Campingplätze und Wohnmobilstellplätze unter Auflagen weiter geöffnet werden. Die Auflagen werden zeitnah unter https://im.baden-wuerttemberg.de/de/aktuelle-corona-verordnung-der-landesregierung/ veröffentlicht werden. Auch das bayerische Innenministerium plant laut seiner Homepage https://www.corona-katastrophenschutz.bayern.de/faq/index.php weitere Lockerungen: „Für das Pfingstwochenende ist eine mögliche Öffnung der Campingplätze geplant.“ Weitere Informationen zu allen Bundesländern finden sich auf der Homepage der deutschen Bundesregierung unter https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/corona-bundeslaender-1745198

Nur 50-prozentige Belegung der Campingplätze erlaubt

In Niedersachsen dürfen laut Verordnung bereits seit dem 11. Mai 2020 „Ferienwohnungen, Ferienhäuser, Campingplätze, Wohnmobilstellplätze und Bootsliegeplätze wieder an Gäste vermietet werden“. Für Ferienwohnungen und Ferienhäuser gelten dabei laut der Homepage https://www.ms.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/presseinformationen/niedersachsische-verordnung-zur-bekampfung-der-corona-pandemie-tritt-am-montag-in-kraft-neue-phase-mit-weiteren-lockerungen-startet-188195.html eine Wiederbelegungsfrist von sieben Tagen. Das bedeute, dass „Vermieter erst nach sieben Tagen neu vermieten dürfen.“ Außerdem dürfen Campingplätze, Wohnmobilstellplätze und Bootsliegeplätze nur zu 50 Prozent belegt werden. Tagestouristen dürfen dann auf die niedersächsischen Inseln fahren, wenn die jeweiligen Kommunen oder Landkreise dies gestatten.

Erneute Reisewarnung für Auslandsreisen

Zu Reisen ins Ausland sprach das Auswärtige Amt am 14. Mai 2020 eine weitere Reisewarnung aus. Auf der Homepage https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/covid-19/2296762 heißt es wie folgt: „Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Ausland wird derzeit gewarnt, da weiterhin mit starken drastischen Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr, weltweiten Einreisebeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und der Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen Ländern zu rechnen ist. Dies gilt bis auf weiteres fort, vorerst bis einschließlich 14. Juni 2020“.

Gelockerte Grenzkontrollen

An den Grenzen zu Frankreich, Österreich und der Schweiz sowie bei ankommenden Flügen aus Italien und Spanien soll es weiterhin bis zum 15. Juni 2020 Binnengrenzkontrollen durch die Bundespolizei geben. Sprich: In Frankreich etwa ist die Einreise für touristische Zwecke derzeit noch nicht erlaubt. Dies soll sich aber ab Mitte Juni 2020 ändern. Auch die Kontrollen an der Grenze zu Dänemark werden zunächst weiter durchgeführt. Der Termin zur Einstellung der Grenzkontrollen soll in Abstimmung mit der dänischen Regierung festgelegt werden. Es werde „am Erfordernis eines triftigen Einreisegrundes im Grundsatz festgehalten, es wird aber zusätzliche Erleichterungen für Reisen aus familiären oder persönlichen Gründen geben“. Außerdem: „Für die EU-Außengrenzen hat die Europäische Kommission vorgeschlagen, die Beschränkungen für Einreisen aus Drittstaaten bis zum 15. Juni 2020 zu verlängern. Dieser Empfehlung wird Deutschland entsprechen“.

Links zu Reiseveranstaltern

Auch der größte Reiseverbund Europas – die im August 2002 gegründete Quality Travel Alliance (QTA) – gibt auf seiner Homepage https://q-t-a.de/covid-19/ Informationen zu Corona und Reisebstimmungen weiter. Hier finden sich auch Links zu den Homepages zahlreicher Reiseveranstalter.

Text: Sonja Bossert

Ein bisschen Urlaubsluft auf dem BUGA-Gelände in Heilbronn schnuppern. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv