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Dr. Sandra Hartmann: „Das Gehirn einer Frau ist offensichtlich nicht für Führung ausgelegt“

„Um die internationale Ausrichtung und Kundenzentrierung der GEMÜ Gruppe weiter zu stärken, hat der Hohenloher Ventilspezialist seine Geschäftsführung im November 2025 neu aufgestellt. Stephan Gehrig erweitert als neuer Geschäftsführer Vertrieb und Marketing die Geschäftsführung der GEMÜ Gruppe“, heißt es in einer Pressemitteilung von Gemü vom 08. Dezember.

Gehrig ist damit der vierte Geschäftsführer im Konzern. Bei anderen Unternehmen in der Region, ist der Anteil von Frauen in der Führungsebene ebenfalls verschwindend gering.

„Vermutlich liegt das daran, dass das Gehirn von Frauen für die Komplexität kaufmännischer Aufgaben, denen sich Geschäftsführer und Vorstände gegenübersehen, nicht ausgelegt ist“, so GSCHWÄTZ-Herausgeberin Dr. Sandra Hartmann in ihrem Video-Kommentar.

Eine Frau unter vielen Männern: Bettina Würth (Wirtschaft) und Angela Merkel (Politik). Aber wir wissen alle: Eine Schwalbe macht eben doch noch lange keinen Sommer.

 

! Achtung: Satire 😉

Mann oh Mann, GEMÜ

Quelle: Pressemitteilung Gemü

Fotos: Screenshots von Pressemitteilungen der hiesigen Unternehmen




Warum Künzelsau wieder an das Bahnnetz angeschlossen werden sollte

Während im benachbarten Öhringen täglich Züge nach Karlsruhe, Schwäbisch Hall und Heilbronn fahren, ist der Bahnhof in Künzelsau seit den 1980er Jahren stillgelegt. Statt einer Bahn verkehren hier lediglich Radfahrer. Am Bahnhof kann man hier zwar lecker Pizza essen. Doch die Kreisstadt des Hohenlohekreises befindet sich seit rund 40 Jahren abgeschottet vom öffentlichen Bahnsystem.

Künzelsau I Reaktivierung der Kochertalbahn

Dabei war die Trasse, auf welcher die Kochertalbahn fuhr einst eine Strecke inmitten einer beeindruckenden Landschaft. Sie schlängelte sich durch Wälder, vorbei an Wiesen und Feldern, wo sich Hase und Igel Gute nacht sagen, mit sagenhaften Ausblicken auf das Kochertal – und mit  einer der damals steilsten Steigungen.

Billig würde der Ausbau, der nun konkret im Raum steht mit 200 bzw. 300 Millionen Euro (letztere Kostenschätzung bei einer Tunnelvariante), nicht werden. Aber noch nie wurde die Reaktivierung alter Bahntrassen von Bund und Land derart bezuschusst wie aktuell.

Die Bürger:innen und Bürger täten daher gut daran, dieses Projekt zu unterstützen, wäre es doch sowohl für den Tourismus als auch für die 10.000 tagtäglichen Berufspendler nach Künzelsau wie auch für die Student:innen ein Sprung in die Neuzeit.

Die Umfrage zur Kochertalbahn läuft noch bis 07. Januar: www.kochertalbahn.info

 

 




Bye, bye Kochertal – Gert Müller: „Kupferzell wird zum neuen Herzstück“

GEMÜ verlagert Firmensitz nach Kupferzell – neue Adresse wird feierlich eingeweiht

v.l.n.r: Christoph Spieles (Bürgermeister Kupferzell), Gert Müller (Geschäftsführender Gesellschafter GEMÜ Gruppe), Claudia Rohn (Geschäftsführerin Gewerbepark Hohenlohe), Bernd Herzog (Bürgermeister Waldenburg), Stefan Neumann (Bürgermeister Künzelsau)

Die GEMÜ Gruppe verlagert zum 15. Oktober 2025 den offiziellen Firmensitz von Ingelfingen-Criesbach in den Gewerbepark Hohenlohe nach Kupferzell.

Zum 15. Oktober 2025 verlagert die GEMÜ Gruppe ihren Firmensitz in ihr neues Headquarter im Gewerbepark Hohenlohe, das im Jahr 2024 fertiggestellt und bezogen wurde. Mit der Verlagerung des Firmensitzes erhält das GEMÜ Headquarter auch eine neue, „repräsentative Adresse“, wie es in der Pressemitteilung des Unternehmens heißt:

GEMÜ Gebr. Müller Apparatebau GmbH & Co. KG
Gert-Müller-Platz 1
74635 Kupferzell

An der neuen Adresse gibt es einen Gert-Müller-Platz

Die Benennung des Platzes vor dem neuen Headquarter in Gert-Müller-Platz stellt eine besondere Würdigung des geschäftsführenden Gesellschafters Gert Müller dar, der die Entwicklung des Unternehmens maßgeblich prägt und weiterhin aktiv gestaltet. Die neue Adresse wurde am 15. Oktober 2025 im Rahmen einer feierlichen Zeremonie offiziell eingeweiht.

Der Standort in Ingelfingen-Criesbach bleibt als Produktions- und Verwaltungsstandort bestehen und wird auch künftig eine zentrale Rolle innerhalb der GEMÜ Gruppe spielen.

„Kupferzell wird zum neuen Herzstück“

„Unser neues Headquarter ist der zentrale Standort für die Unternehmensführung von GEMÜ weltweit. Von hier aus stellen wir unsere strategischen Weichen und gestalten die Zukunft des Unternehmens. Die Benennung des Platzes vor unserem neuen Sitz ist für mich eine große Ehre und ein Zeichen der Wertschätzung für die Entwicklung, die GEMÜ in den vergangenen Jahren genommen hat“, erklärt Gert Müller, geschäftsführender Gesellschafter der GEMÜ Gruppe. „Kupferzell wird damit zum neuen Herzstück und zum strategischen Impulsgeber unserer Unternehmensgruppe. Mein besonderer Dank gilt den Verbandsvorsitzenden des Gewerbeparks Hohenlohe für die Benennung des Platzes sowie allen weitern Personen, die an dieser Entscheidung beteiligt waren – diese Geste bedeutet mir persönlich sehr viel.“

Quelle: Pressemitteilung von GEMÜ

Die GEMÜ Gruppe entwickelt und fertigt Ventil-, Mess- und Regelsysteme für Flüssigkeiten, Dämpfe und Gase. Bei Lösungen für sterile Prozesse ist das Unternehmen laut eigenen Angaben Weltmarktführer.
Das Familienunternehmen wurde 1964 gegründet und wird seit 2011 in zweiter Generation von Gert Müller als geschäftsführendem Gesellschafter gemeinsam mit seinem Cousin Stephan Müller geführt. Die Unternehmensgruppe erzielte im Jahr 2024 laut eigenen Angaben einen Umsatz von über 525 Millionen Euro und beschäftigt heute weltweit mehr als 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon ca. 1.400 in Deutschland. Die Produktion erfolgt an acht Standorten: Neben den beiden Produktionsstandorten in Deutschland fertigt GEMÜ seine Produkte in Brasilien, China, Frankreich, Indien, der Schweiz sowie den USA. Der weltweite Vertrieb erfolgt über 25 Tochtergesellschaften und wird von Deutschland aus koordiniert. Über ein dichtes Netz von Handelspartnern ist GEMÜ in mehr als 50 Ländern auf allen Kontinenten aktiv.

 




Ingelfinger Teilort zwischen zu wenig und zu viel Wasser

Trockenheit herrscht in einem Graben, der vom Wald her kommend an der hinteren Klinge in Criesbach vorbeifließt. Das war nicht immer so: Früher, vor wenigen Jahren noch, so berichtet es Roland Dörr, dem dort einige Grundstücke gehören, gab es dort genügend Wasser, dass sich dort sogar Gelbbauchunken und  Feuersalamander aufhielten und sich fortpflanzten. Und er belegt das durch ein Foto aus dem Jahr 2018. Dieser Graben wird von einer oder mehreren kleinen Quellen gespeist und leitet Wasser zum Kocher ab.

Der Graben im Jahr 2018. Foto: privat

Inzwischen hat sich die Schüttung des Grabens verändert: Laut Dörr flossen einstmals rund fünf bis sechs  Sekundenliter Wasser durch den Graben, jetzt schätzt er den Durchfluß auf einen bis zwei Liter pro Sekunde. Er vermutet einen Zusammenhang mit Maßnahmen des NOW, des Zweckverbandes Wasserversorgung Nordwürttemberg, der möglicherweise das Wasser aus der dortigen Quelle in einen Hochbehälter abführe.

… und im März 2022. Foto: privat

Ortsvorsteher vermutet Zusammenhang mit trockenen Sommern

Ortsvorsteher Martin Fahrbach kennt die Gründe für das fehlende Wasser nicht, er geht aber ganz pragmatisch eher von einem Zusammenhang mit den letzten dürren Sommern aus.

NOW gibt detailliert Auskunft

Patrick Helber, NOW-Referent für die Öffentlichkeitsarbeit, teilt mit: „In unmittelbarer Nähe des Hochbehälters Criesbach befinden sich drei Quellfassungen (alte Quelle I und II; neue Quelle). Das Rohwasser der Quellen wird über den Hochbehälter Criesbach zum Wasserwerk in Niedernhall gefördert. Seit Fertigstellung des Wasserwerks in Niedernhall 2013 ist die NOW für die Brunnen und Quellen in Ingelfingen zuständig (Eigentümer ist weiterhin die Gemeinde Ingelfingen). (…) Die Nutzung der Criesbacher Quellen durch die NOW erfolgt seit 2016. Am Hochbehälter selbst sind in den vergangenen Jahrzehnten keine baulichen Änderungen erfolgt. Jener Teil des Quellwassers, der nicht für die Wasserversorgung gespeist wird, fließt als Überlauf dem Bächlein zu.“

Auflagen des Landratsamts werden vom NOW eingehalten

Helber ist überzeugt, dass der NOW sich auf rechtlich abgesicherter Basis bewegt: „Wasserversorgern und staatlichen Stellen ist bewusst, dass auch die Entnahme von Trinkwasser zu Zwecken der Wasserversorgung ein Eingriff in den natürlichen Wasserkreislauf darstellt. Um diese Eingriffe möglichst verträglich zu gestalten, werden Entnahmemengen vom Landratsamt festgelegt, bei dem Umweltverträglichkeitsaspekte berücksichtigt werden. Zudem werden falls notwendig Auflagen vom Landratsamt festgelegt. Das Entnahmerecht für die Criesbacher Quellen zu Zwecken der Trinkwasserversorgung ist in der aktuellen Wasserrechtlichen Erlaubnis des Landratsamts Hohenlohekreis vom 23.07.2015 geregelt. Die Entnahmemenge ist auf max. 4 Liter/Sekunde und max. 126.000 m³/Jahr festgelegt.“ In den letzten vier Jahren wurden zwischen 111.264 m³/Jahr und 125.926 m³/Jahr entnommen, berichtet Helber im Detail.

Von Salamandern und Unken nichts gewußt

Dörr helfen diese Informationen wenig, denn warum der Graben kaum noch Wasser führt, weiß auch Helber nicht: „Da die NOW bereits seit 2016 das Quellwasser für die Trinkwasserversorgung konstant nutzt, können wir die beobachteten Veränderungen am Bächlein ab 2019/2020 nicht erklären. Wir haben auch keine Informationen, welche weiteren Faktoren Einfluss auf den Bach und dessen Wasserstand haben.“ Die seltenen Tiere waren dem NOW nicht bewußt: „Die oben genannte aktuelle wasserrechtliche Erlaubnis enthält keine Auflagen bezüglich geschützter Tierarten oder Wasserrechte von Anliegern. Beide Punkte werden im Dokument an keiner Stelle erwähnt und waren der NOW auch ansonsten bisher nicht bekannt.“

NOW zeigt Gesprächsbereitschaft

Obwohl es die Aufgabe der NOW ist, „auch in Zeiten des Klimawandels verlässlich Trinkwasser liefern zu können“, „ist die NOW als kommunaler Zweckverband bei konkurrierenden Nutzungsansprüchen grundsätzlich bereit für einen Dialog.“ Helber weist aber darauf hin: „Für eine Reduzierung der zulässigen Wasserentnahme liegen aber aus Gründen der Versorgungssicherheit sehr hohe Hürden vor.“

Landratsamt und Stadt Ingelfingen weichen aus

Ausweichender antwortet das Landratsamt: „Insbesondere Feuersalamander sind aufgrund der vorhandenen Gewässercharaktereristik typisch und wurden im Rahmen von Begehungen auch angetroffen.“ Wann diese Begehungen stattfanden und ob die Amphibien dort immer noch angetroffen wurden oder zwischenzeitlich verschwunden sind, dazu äußert sich das Landratsamt nicht. Die Stadt Ingelfingen sagt hierzu: „Ihre Einschätzung, dass dieses Gewässer nahezu versiegt wäre bzw. seit rund 2 bis 3 Jahren deutlich weniger Wasser führe als bisher können wir nicht bewerten, da dies auf rein subjektiver Wahrnehmung beruht. Aktuell führt der Bach auf jeden Fall durchgehend und ausreichend Wasser.“ Was für die Stadt Ingelfingen „ausreichend“ bedeuten mag, sagt Roman Maier, der Leiter des Ingelfinger Bauamtes, nicht.

Gab es ein Sammelbecken?

Hochwasserschutz ist für Ingelfingen und seine Teilorte eine wichtige Aufgabe. Beim Starkregenereignis von 2016 hat sich auch in Criesbach gezeigt, dass Sturzbäche aus den Klingen eine erhebliche Gefahr für Menschen und Gebäude darstellen. Daher zeigt sich Dörr verwundert, dass ein Becken, das sich oberhalb des Hochbehälters befand, vor einiger Zeit zugeschüttet wurde. In diesem Becken hab sich, so erinnert er sich, bei Starkregen stets Wasser gesammelt und der Wasserfluß sei dadurch abgeschwächt worden. Er zeigt die Stelle, die er meint – und tatsächlich ist dort statt eines Beckens inzwischen eher eine Erhebung zu sehen. Sowohl Stadt Ingelfingen als auch das Landratsamt wissen allerdings von so einem Becken nichts: „Ein Sammelbecken irgendwelcher Art ist uns keines bekannt. Die Entwässerungsgräben aus den oberhalb liegenden Flächen entwässern in den Bachverlauf, daher besteht auch kein Anhaltspunkt für eine jemals vorhanden gewesenes Sammelbecken.“ antwortet Maier, und das Landratsamt teuilt mit: „Ein Sammelbecken zum Hochwasserschutz ist dem LRA nicht bekannt und auch nicht im Anlagenverzeichnis aufgeführt.“

Warum und mit was aufgefüllt?

Es mag sich bei dem Becken vielleicht nicht um eine wassertechnische Anlage, sondern um eine natürliche Kuhle gehandelt haben, die möglicherweise eine hochwasserrelvante Schutzwirkung entfaltet hatte – heute könnte ein Sturzbach von der Höhe herunter ungehindert fließen. Warum, von wem und mit welchem Material diese ehemalige Kuhle aufgefüllt wurde, ist offen.

Hochwasserschutz: Niemand kann derzeit sagen, ob und inwieweit Criesbach vor Sturzfluten geschützt ist

Genaue Daten über die Wassermenge, die der Graben bei einem weiteren Starkregenereignis fassen könnte und welche Kapazität die anschließende Verdohlung, die das Wasser unter Criesbach hindurch in den Kocher leitet, hat, werden derzeit erst ermittelt: „Im Zuge der Beseitigung der Unwetterschäden aus dem Jahr 2016 hat die Stadt Ingelfingen die gesamte Verdolung der „Inneren Klinge“ durch die Ortslage von Criesbach (Brunnengasse und Georg-Fahrbach-Straße) sowie das Einlaufbauwerk im Hinblick auf Hochwasser/Starkregen ertüchtigt. Derzeit wird das Starkregenrisikomanagement erarbeitet, konkrete Aussagen zum Inhalt können daher erst nach Abschluss dessen getroffen werden.“ meint die Stadt und das Landratsamt sagt dazu: „Der Abflussquerschnitt des Gewässers ist auf dem gesamten Streckenverlauf unterschiedlich ausgeprägt und daher unterschiedlich leistungsfähig.  Eine Starkregenbetrachtung wird derzeit durchgeführt. Rechenergebnisse und Abflussmengen liegen noch nicht vor.“

Niemand weiß, wie weit die Verdolung „ertüchtigt“ wurde

Diese Aussagen sind interessant: Es wurden also Ertüchtigungsmaßnahmen durchgeführt, man kann aber nichts über deren Leistungsfähigkeit sagen. Und vor allem kann man nicht sagen, für welche Ereignisse der Teilort Criesbach jetzt gewappnet ist und wann es gefährlich werden könnte.

Keine Wasserrechte der Anlieger?

Interessant ist allerdings, dass das Landratsamt davon ausgeht, dass die Anlieger des Grabens gar keine Wasserrechte zur Bewässerung ihrer Grundstücke haben sollen: „Kenntnis haben wir lediglich von einer erlaubten Wasserentnahme für eine Fischteichanlage an der Inneren Klinge. Weitere Entnahmen sind durch uns nicht erlaubt worden“, so das Landratsamt. Ein Folgebeitrag wird sich daher mit dem vorhandenen oder doch nicht vorhandenen Wasserrecht der Anrainer beschäftigen.

Text: Matthias Lauterer

 




Vollbrand einer Scheune, Feuer auf Wohnhäuser übergegriffen

Am frühen Donnerstagmorgen, den 11. März 2021, gegen 02.20 Uhr, geriet im Criesbacher Ortskern eine Scheune aus unbekannter Ursache in Brand. Das Feuer war schnell auf den Dachstuhl des angebauten Wohngebäudes sowie den Dachstuhl des angrenzenden Nachbarhauses übergegriffen. Die als Brennholzlager dienende Scheune brannte völlig aus. Die Dächer der beiden Wohnhäuser wurden stark beschädigte, die Gebäude sind vorläufig nicht bewohnbar.

Auch die umliegenden Gebäude erlitten leichte Schäden. Durch die enge Bauweise der alten Ortsmitte, bestand die Gefahr, dass sich der Brand noch weiter ausbreitete, was die Feuerwehr durch einen Großeinsatz verhindern konnte. Menschen wurden nicht verletzt.

Der Sachschaden kann noch nicht beziffert werden. Die umliegenden Feuerwehren waren mit insgesamt 16 Fahrzeugen und zirka 90 Mann im Einsatz. Diese wurden durch das THW und dem Rettungsdienst unterstützt. Die polizeilichen Ermittlungen zur Brandursache dauern an.

 

 

 




„So sauber wie in einer Zahnarztpraxis“

Hoher Besuch am Freitag, den 19. Juni 2020, in Hohenlohe. Ministerpräsident Winfried Kretschmann machte dem Hohenlohekreis seine Aufwartung. Nach einem Besuch in Kupferzell, wo es unter anderem um die Studie des Robert Koch-Instituts zur Corona-Verbreitung ging, und anschließendem Abstecher ins Waldenburger Albert-Schweitzer-Kinderdorf, endete die Stippvisite bei Kontrollsystemhersteller Bürkert in Ingelfingen-Criesbach. GSCHWÄTZ-Videoreporter Dr. Felix Kribus hielt den Besuch des Landesvaters fest.
In Criesbach begrüßte Professor Andreas Bürkert die Gäste und betonte, dass man heute gerne zeigen wolle, „wie Bürkert der Corona-Pandemie begegnet ist und wie es uns dabei gelang, in einem organisatorisch deutlich veränderten Rund-um-die-Uhr-Betrieb die zuverlässige Produktion und zeitgerechte Lieferung des zentralen Innenlebens von vielen zehntausend Beatmungsgeräten für deutsche, türkische, englische, chinesische, brasilianische und US-amerikanische Kunden zu verdreifachen ohne unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch Covid-19 zu gefährden.“
Bürkert-Geschäftsführer Heribert Rohrbeck stellte die Arbeit des Unternehmens vor. Er dankte besonders den Mitarbeitern für diese „sehr große Leistung“ während der Corona-Krise, als der Ausstoß bei Bürkert „zumindest vervierfacht“ wurde. Im späteren Gespräch mit GSCHWÄTZ betonte Rohrbeck: „Wir hatten durchaus Anfragen, dass Länder versucht haben, komplette Montage- oder Produktionslose für sich zu reservieren. Dem haben wir immer vehement widersprochen, weil wir gesagt haben, wir wollen hier keinen Verteilungskampf sondern verteilen so gerecht, dass jeder entsprechende Produktionsleistung seiner Endgeräte vornehmen kann“.
Ministerpräsident Kretschmann war mit seinem Besuch in Hohenlohe einer Einladung von Landrat Dr. Matthias Neth gefolgt, auch mit Blick auf den arg gebeutelten Hohenlohekreis mit seiner hohen Zahl an Corona-Infizierten. Zusammen mit anderen Politikern konnte der Ministerpräsident beim Firmenrundgang die Herstellung von Komponenten für die Beatmungsgeräte beobachten. Dabei durfte allerdings nicht gefilmt werden.
Stattdessen unterhielt sich GSCHWÄTZ-Videoreporter Kribus mit dem Landtagsabgeordneten Arnulf Freiherr von Eyb, der sich beeindruckt zeigte, „dass es in den Produktionsräumen so sauber ist wie in einer Zahnarztpraxis. Ganz anders als früher“. Er war überzeugt, dass „der Ministerpräsident tatsächlich interessiert war an den Dingen, die ihm hier präsentiert wurden“.
 



Kretschmann: „Beeindruckend, wie der Hohenlohekreis mit der Coronakrise umgegangen ist“

Am Freitag, den 19. Juni 2020, kam Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72) auf Einladung von Landrat Dr. Matthias Neth in den Hohenlohekreis. Nach einem Besuch in Kupferzell, wo es unter anderem um die Studie des Robert-Koch-Instituts zur Corona-Verbreitung ging, und anschließendem Abstecher ins Waldenburger Albert-Schweitzer-Kinderdorf, endete die Stippvisite bei Kontrollsystemhersteller Bürkert in Ingelfingen-Criesbach. Hier sprach GSCHWÄTZ-Videoreporter Dr. Felix Kribus mit dem Landesvater über dessen Eindrücke und die Frage, ob Kretschmann bei der nächsten Landtagswahl 2021 nochmal antreten wird.

„Wie sie angepackt haben, um auch zur Lösung der Krise beizutragen“

Kretschmann zeigte sich sehr beeindruckt: „Der Kreis war ja sehr betroffen von der Corona-Epidemie und hat sich da sehr bewährt in dieser Krise.“ Besonders, dass „die Menschen, Institutionen und Unternehmen, die leiden, jetzt nicht nur gefragt haben, wie komme ich durch die Krise irgendwie durch, sondern wie sie angepackt haben, um auch zur Lösung der Krise beizutragen“. Das trage auch zu einer Vorbildfunktion des Hohenlohekreises für andere Landkreise bei. Insofern gehe er mit sehr guten Eindrücken aus dem Hohenlohekreis.

Ganz klar kam abschließend die Antwort auf die Frage, ob Kretschmann 2021 zur nächsten Landtagswahl antritt: „Ich trete nochmal an“, sprach’s und stieg in sein Auto um nach Stuttgart zurückzukehren.

Video: Dr. Felix Kribus




Criesbach: Ostermarkt

Die Criesbacher Landfrauen laden am Sonntag, den 08. März 2020, zum traditionellen Ostermarkt. In der Kelter zeigen Hobby-Künstler von elf bis 17 Uhr ihre Techniken und bieten ihre Arbeiten zum Kauf an. Ausgestellt und verkauft werden kunstvoll gestaltete Ostereier, Arbeiten aus Holz, Glas, Stein und Metall, Karten und Floristik, Patchwork, Wolle und Klöppelarbeiten sowie Korbwaren und weiterer österlicher Schmuck. Im Kelterhof stellt der Alpakahof Miessler aus Blaufelden seine Alpakas und Produkte aus deren Wolle vor. Außerdem gibt es Kaffee und Kuchen.

Der Eintritt beträgt 1 Euro, Kinder und Schüler sind frei. Die Mitarbeiterinnen des Kindergartens bieten während des Ostermarktes eine Kinderbetreuung an. 




„Das wird wieder“ – Bärbel Schröders Schicksalsschlag und die Kraft der positiven Energie

Bärbel Schröder ist ein fröhlicher Mensch, der gerne lacht. „Ich bin sehr bunt und vom lieben Gott mit vielen Talenten beschenkt“, sagt die gelernte Krankenschwester. Sie ist leidenschaftliche Hobbymalerin, hat eine Ausbildung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie gemacht und fotografiert „unheimlich gerne“. Ihr liebstes Motiv: ihr Wohnort Ingelfingen-Criesbach. Seit Februar diesen Jahres macht die 54-Jährige zudem eine Ausbildung zur Leiterin für Lach-Yoga. „Damit kann man gut arbeiten, zum Beispiel bei Depressionen“, sagt sie.

Criesbacher Weinberge. Foto: Bärbel Schröder

Lach-Yoga

1990 – Bärbel Schröder und ihr Mann waren gerade 24 und der gemeinsame Sohn Thilo ein zwölf Wochen alter Säugling – zog die Familie von Ost-Berlin nach Hohenlohe. „Mein Mann hatte bei Würth Elektronik eine Stelle bekommen“, erzählt sie. Sie selbst arbeitete im Krankenhaus in Künzelsau, was sie aber irgendwann aus gesundheitlichen Gründen aufgab. „Ich war gerne Krankenschwester, aber für das ganze Leben ist das ein harter Beruf“, sagt sie. Danach begann sie bei Würth Elektronik, seit 2015 ist sie zwei Tage in der Woche im Labor der Würth Elektronik Asia Productions tätig.

Eine von mehreren Leidenschaften ist für Bärbel Schröder das Fotografieren von Orten aus der Region. Foto: Bärbel Schröder

Schicksalsschlag in frühen Jahren

Kaum war die Familie in Ingelfingen angekommen, wurde Sohn Thilo mit rund zehn Monaten schwer krank. Nach vielen Untersuchungen wurde der kleine Junge im Kinderkrankenhaus der Uniklinik Würzburg mehrmals operiert. Eine schwere Zeit für die dreiköpfige Familie, doch der behandelnde Arzt, Prof. Hartmut Collmann, sagte den Eltern gleich: „Das wird wieder.“

Bis er zehn Jahre alt war, musste Thilo Schröder regelmäßig stationär behandelt werden, danach ging es ambulant weiter. Die Eltern wollten, dass er eine Chance auf ein normales Leben hat und auch eine normale Schule besucht. „Er sollte spielen dürfen wie jedes andere Kind auch“, blickt seine Mutter zurück. Draußen und auch im Dreck. Obwohl er in vielem sehr viel langsamer war, bezogen ihn die Nachbarskinder stets in ihre Spiele mit ein. Und auch in der Schule konnte er mithalten. Er musste keine Klasse wiederholen, absolvierte nach der Werkrealschule die kaufmännische Schule, schließlich die Bernd-Blindow-Schule in Heilbronn.

Die Criesbacher Weinberge, fotografiert von Bärbel Schröder.

Happy end und die Kraft der positiven Energie

Heute ist der mittlerweile 30-Jährige gesund, nur eine minimale motorische Störung im linken Bein erinnert noch an die schwere Kindheit. Mittlerweile hat er eine Ausbildung zum Logopäden abgeschlossen und betreibt eine eigene Praxis in Criesbach. „Es hat sich gelohnt, als Familie zusammenzuhalten“, erklärt Bärbel Schröder, die sehr stolz auf ihren Sohn ist.

Irgendwann hat sie mit dem Malen begonnen. „Ich habe Ölfarben auf dem Flohmarkt gekauft und einfach alles ausprobiert“, sagt die Autodidaktin. Sie malt Häuser, Tiere und Blumen und hat sich in den letzten Jahren auf Aquarelle fixiert. „Ich wollte nie eine Vernissage“, sagt sie und hat deshalb auch noch nie ihre Bilder ausgestellt. Lediglich im Altenheim in Westernhausen und im Gästehaus Lell hängen ein paar ihrer Werke.
Während der Aufenthalte im Würzburger Krankenhaus musste die Familie auch auf die dortige Kinderkrebsstation. Bärbel Schröder war entsetzt: „Das war schlimm, da haben so viele Sachen gefehlt.“ Sie ist sehr dankbar, dass ihrem Sohn so gut geholfen werden konnte und wollte etwas zurückgeben. Deshalb gestaltete sie mit ihren Aquarellen Postkartenkalender mit Motiven von Hohenlohe. Innerhalb von drei Jahren sammelte sie so über 7.500 Euro für die Elterninitiative leukämie- und tumorkranker Kinder Würzburg e.V..

Sich auf die Details konzentrieren, kann manchmal wahre Wunder bewirken. Foto: Bärbel Schröder

Hohenloher Kalender mit Motiven vom Ländle

In Jahr 2019 hat die Hobbymalerin einen immerwährenden Kalender gestaltet, dessen Erlös sie an die Geschwister-Scholl-Schule in Künzelsau spendet. 300 Exemplare hat sie drucken lassen, über die Hälfte davon ist schon verkauft. Sehr dankbar ist sie allen ihren Unterstützern – vor allem ihrem Mann. „Ich darf so viel Zeit für meine Interessen haben“, sagt sie. Andere unterstützen sie seit Jahren beim Verkauf ihrer Kalender.

Bärbel malt Bilder aus der Region, entstanden ist daraus ein Kalender, mit dessen Erlös Bärbel Schröder krebskranke Kinder unterstützt. Foto: privat

Bärbel Schröder ist ein umtriebiger Mensch und hat bereits ein neues Projekt im Visier. An drei Tagen in der Woche marschiert sie frühmorgens, „wenn alles noch schläft“, mit ihrer Kamera durch Criesbach und Umgebung und fotografiert – vor allem Landschaft und Tiere. Mittlerweile hat sie so viele Bilder, „ich könnte Bücher füllen“. Einige dieser Fotografien hat sie nun mit den Gedichten von Cäsar Flaischlen aus „Mandolinchen, Leierkastenmann und Kuckuck“ in einem eigenen Buch kombiniert. „Ich habe 25 Bücher drucken lassen, die ich dann verschenke“, sagt die Fotografin. Sollte etwas Größeres daraus entstehen, müsste sie aber erst die Inhaberin der Rechte an Flaischleins Gedichten fragen.

„Ich habe immer wieder neue Ideen“, sagt Bärbel Schröder dankbar. „Wer weiß, was nächstes Jahr kommt.“ Sie will offen bleiben für alles, „was das Leben noch schenkt“.

Einsatz für leukämie- und tumorkranke Kinder

Für einen guten Zweck setzt sich Bärbel Schröder aus Criesbach ein. Ihr Sohn musste als Kind mehrmals operiert werden. Heute ist er gesund, aber seine Mutter will etwas zurückgeben. Die Hobbymalerin gestaltete Kalender mit Motiven von Hohenlohe. Den Erlös von über 7.500 Euro spendete sie an die Elterninitiative leukämie- und tumorkranker Kinder Würzburg e.V. Dieses Jahr hat Bärbel Schröder einen immerwährenden Kalender gestaltet. Der Erlös geht an die Geschwister-Scholl-Schule in Künzelsau. Erhältlich sind die Kalender für fünf Euro bei Papierwaren Turber in Ingelfingen, in der WG in Ingelfingen und in der Drogerie Mäder in Niedernhall. Auch bei der Redaktion GSCHWÄTZ kann man den Kalender ordern.

Bärbel Schröder hat mit dem Malen ein Hobby gefunden, mit dem sie gleichzeitig Gutes tun kann. Foto: privat

 




Kidnapping in Criesbach

Mit einem Messer bedrohte ein 43-jähriger Moldauer am vergangenen Freitag, den 28. September 2018, in Criesbach einen 23-jährigen BMW-Fahrer und erzwang hierdurch eine fast dreistündige Irrfahrt über zirka 200 Kilometer durch den Hohenlohekreis. Gegen 7.30 Uhr, befand sich der junge Mann mit seinem schwarzen BMW der 1er- Reihe im Bereich der Einmündung der Kochertalstraße in Ingelfingen-Criesbach. Dem 43-Jährigen gelang es in das Auto des Geschädigten einzusteigen. Unter Messerandrohung zwang er den Fahrer loszufahren. Die Fahrt ging in Richtung Innenstadt Künzelsau in die Stuttgarter Straße. Auf Höhe einer dortigen Bäckerei stieg der mutmaßliche Täter kurz aus und soll hierbei auch Passanten in einer nicht-deutschen Sprache angesprochen haben. Bis zu einer Baustelle in Dörzbach ging anschließend die Irrfahrt weiter. Schlussendlich konnte sich der 23-Jährige dort mit Hilfe mehrerer Bauarbeiter aus der bedrohlichen Lage befreien. Der Tatverdächtige konnte vorläufig festgenommen werden und sitzt zwischenzeitlich auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heilbronn, Außenstelle Schwäbisch Hall, in Untersuchungshaft. Die Kriminalpolizei Künzelsau sucht Zeugen des Vorfalls. Insbesondere die unbekannte Passanten die in der Künzelsauer Innenstadt von dem Moldauer in fremder Sprache angesprochen wurden, werden darum gebeten, sich bei der Kriminalpolizei Künzelsau, Telefon 07940/940 0, zu melden.

 

Quelle: Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft und des Polizeipräsidiums Heilbronn, Aussenstelle Schwäbisch Hall

Foto: GSCHWÄTZ/Archiv