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Virentests verzögerten Auswertung

voDie Auswertungen der Studie des Robert-Koch-Institutes (RKI) „Corona-Monitoring lokal“, die in Kupferzell als erste deutschlandweit durchgeführt wurde (wir berichteten) sind in Kürze abgeschlossen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises hervor.

Ursprünglich war eine Veröffentlichung im Juli geplant

 Mitte August sollen die ersten Ergebnisse der Studie „Corona-Monitoring lokal“, die das Robert Koch-Institut (RKI) vom 20. Mai bis 09. Juni 2020 in Kupferzell durchgeführt hat, der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Der genaue Termin sowie der Ort werden rechtzeitig bekanntgegeben.

Ursprünglich hatte das RKI auf eine Veröffentlichung noch im Juli 2020 gehofft. Grund für die Verzögerung waren nach Angaben des RKI ausstehende virologische Tests, die für wissenschaftlich eindeutige Ergebnisse wichtig sind. Inzwischen liegen die Ergebnisse dieser sogenannten Neutralisationstests vor, so dass die Auswertungen laut dem Landratsamt in Kürze abgeschlossen werden können.

„Wir sind alle sehr gespannt“

„Wir sind alle sehr gespannt und erwarten mit großem Interesse die Ergebnisse“, freut sich Landrat Dr. Matthias Neth auf die Präsentation der Gesamtergebnisse im August.

Die Teilnehmer wurden bereits direkt per Post über das Ergebnis des Rachenabstriches und des Antikörpertestes informiert.

„Froh und stolz“

Auch der Kupferzeller Bürgermeister Christoph Spieles ist bereits gespannt auf die Ergebnisse der Studie: „Wir sind froh und stolz, dass wir in Kupferzell für die Studie ausgewählt wurden und mit den vielen freiwilligen Teilnehmern dabei helfen können, das Virus besser zu verstehen.“

 Erste deutschlandweite Studie

Kupferzell war der erste von vier Orten, die für die Studie Corona-Monitoring lokal ausgewählt wurden. Innerhalb von drei Wochen wurden mehr als 2.100 Bürger untersucht und befragt, im Anschluss sollten die Teilnehmer einen ausführlichen Online-Fragebogen ausfüllen. Dabei geht es darum, die Untersuchungsergebnisse mit anderen Faktoren in Verbindung bringen zu können und so belastbare Aussagen über das Covid-19-Virus treffen zu können.




Keine Corona-Neuinfektionen mehr

Laut einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises kam es zu keinen bestätigten Neuinfektionen in der vergangenen Woche. Abstands- und Hygieneregelungen bestehen aber dennoch weiterhin.

So seien in den vergangenen sieben Tagen sind im Hohenlohekreis keine neuen COVID-19-Infektionen aufgetreten. Der letzte positive Befund wurde laut dem Landratsamt am 2. Juni 2020 an das Landesgesundheitsamt übermittelt, sorgsames Verhalten sei jedoch weiterhin angebracht, betont das Landratsamt.

„Besonders in der aktuellen Situation ist es wichtig, nicht leichtsinnig zu werden und die geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen unbedingt weiter zu beachten“, betont Annemarie Flicker-Klein, stellvertretende Amtsleitung im Gesundheitsamt des Hohenlohekreises. „Trotzdem freuen wir uns natürlich über diese gute Nachricht und wollen den Zeitpunkt nutzen, um uns bei allen Bürgern des Hohenlohekreises zu bedanken, die durch das Befolgen der bestehenden Regeln wesentlich zum deutlichen Rückgang der Neuinfektionen beigetragen haben.“




„Sehr belastend“

Die Musikgruppe Keep alive hat am Donnerstag, den 21. Mai 2020, für Pfleger und Bewohner des Eduard-Knoll-Wohnzentrums für Körperbehinderte in Krautheim ein Corona-Straßenkonzert gegeben. Bei Kaiserwetter gab es international bekannte Oldies, aber auch aktuelle deutsche Lieder zu hören. Wie gut das bei den Bewohnern angekommen ist und wie die Coronaschutzmaßnahmen deren Leben und den Berufsalltag der Pfleger verändert hat, dazu hat GSCHWÄTZ-Videoreporter Dr. Felix Kribus sie unter anderem befragt.

GSCHWÄTZ: „Wie hat Ihnen das Konzert von Keep alive gefallen?“

Jutta aus Krautheim: „Supergeil. Das war Abwechslung, schön, entspannend. Einfach eine andere Alternative für das tägliche Leben hier. Ich denke, da werde ich noch ne Weile dran zu knabbern haben und auch immer wieder ins Gedächtnis rufen. Mit sich tragen und in sich wirken lassen. Ruhe und entspannend. Einfach, wenn man schlechte Laune hat, an den glücklichen Moment wieder zurückdenken.“

GSCHWÄTZ: „Wie gefällt Ihnen die Musik von Keep alive?“

Carmen aus Krautheim: „Gut. Gemischt, Deutsch, Englisch finde ich sehr gut.“

GSCHWÄTZ: „Wie weit fühlen Sie sich eingeschränkt durch die Schutzmaßnahmen gegen Corona?“

Carmen: „Also bei mir geht`s. Ich bin ja hier mit meinen Freunden zusammen und mit der Familie kann ich telefonieren. Wir können ja auch noch in den Hof raus. Für mich wäre es schlimmer, wenn wir jetzt nur auf dem Zimmer sitzen würden und niemanden sehen könnten.“

GSCHWÄTZ: „Wir sehr haben damals die sehr eingeschränkten Sicherheitsmaßnahmen gegen Corona ihr persönliches Leben beeinflusst?“

Jutta: „Man durfte nicht mehr raus, man durfte nicht gerade einkaufen gehen. Wenn ich selbst unterwegs sein kann, mache ich das. Jetzt haben wir Gottseidank unsere Tagesstrukturierung und die hilft uns Bewohnern, unsere Einkäufe zu erledigen. Wir müssen hier halt das Beste daraus machen.“

Carmen: „Ich hab`s eigentlich recht locker genommen. Mich hat das nicht so betroffen.“

GSCHWÄTZ: „Sie sind zuversichtlich?“

Carmen: „Ja. Auf alle Fälle.“

GSCHWÄTZ: „Wie haben die Corona-Maßnahmen Ihr Leben als Pfleger verändert?“

Tobias, Pfleger, Eberstal: „Das hat sich so ausgewirkt, dass ich meine sozialen Kontakte auf ein Minimum reduzieren musste, um die Bewohner hier vor Covid-19 zu schützen. Natürlich auch die psychische Situation der Bewohner durch die Ausgangsbeschränkungen hat sich nicht gerade erleichtert sondern eher verschlechtert. Dadurch wird auch die Arbeit hier anspruchsvoller. Man wird als Pfleger schon mehr belastet.“

GSCHWÄTZ: „Wie fühlt man sich, wenn man mit den Leuten doch relativ auf Distanz zu tun hat oder arbeiten muss? Wie ist das für Sie?“

Tobias: „Die intensive Betreuung, die die Langzeitbewohner auch benötigen, die fällt dadurch total unter den Tisch. Und das ist auch für mich als jemand, der den Beruf von Herzen macht, natürlich schon arg belastend, dass man sich in gewissen Situationen nicht so verhalten kann, wie man gerne würde. Schon schade gerade aber um die Bewohner zu schützen, muss man das halt noch eine gewisse Zeit durchziehen.“

GSCHWÄTZ: „Wie nehmen das die Bewohner hier auf?

Tobias: „Sie haben Verständnis dafür, dass gerade die Schutzmaßnahmen und die Vorgaben so sind, wie sie sind. Und sie hoffen im Prinzip auch einfach, dass es schnellstmöglich wieder gelockert wird, dass sie langsam wieder ihrem geregelten Alltag nachgehen können.“

GSCHWÄTZ: „Das wie vielte Mal spielt ihr hier und wie seid ihr mit den Reaktionen eurer Zuschauer und des Publikums zufrieden?“

Sebastian von Keep alive: „Wir sind jetzt das zweite Mal hier gewesen. Wir haben die letzte Weihnachtsfeier hier gespielt. Und die Reaktionen sind megageil. Wahrscheinlich eins der besten Publikum, die wir gehabt haben oder die wir haben.“

GSCHWÄTZ: Ihr kommt dann auch das dritte Mal?“

Sebastian: „Wir hoffen doch. Wir haben gerade schon ein paar Stimmen gehört. Also wahrscheinlich sind wir noch das eine oder andere Mal hier.“

GSCHWÄTZ: „Ihr wart heute Zuschauer beim Konzert. Wie haben euch die Schutzmaßnahmen vor Corona in eurem Leben eigentlich beeinflusst?“

Hanna aus Krautheim: „Zum einen, die ganzen Festle fallen aus. Die ganzen Dorffeste, die jetzt angefangen hätten um diese Zeit, und auch die Festivals fallen aus. Wir sind beide Festivalgänger und gehen gerne mal feiern. Einfach ein bisschen unter die Leute und gehen gerne Tanzen. Das können wir jetzt gerade nur für uns oder halt mit Abstand Zuhause.“

GSCHWÄTZ: „Welche Alternativen gibt es für euch als Partyfrauen?“

Maria aus Diebach: „Für uns ist das hier eine Alternative, deshalb sind wir auch hierhergekommen. Weil es einfach schön ist, mal wieder Live-Musik zu hören. Natürlich und selbstverständlich mit ganz viel Abstand.“

GSCHWÄTZ: „Wie gut tut euch so ein Konzert hier im Freien?“

Hanna: „Da kommen schon Glücksgefühle hoch. Glücksmomente, weil wir beide ohne Musik überhaupt nicht können. Bei uns ist immer Musik dabei. Und deswegen ist das eine sehr gute Alternative für uns.“

GSCHWÄTZ: „Und ihr wart mit der Musikauswahl von Keep alive zufrieden?“

Beide: „Ja sehr. Wir mögen Rock und Pop.“

GSCHWÄTZ: „Wie zufrieden seid ihr generell mit den Schutzmaßnahmen oder Vorsichtsmaßnahmen, die die Regierung uns jetzt verordnet hat?“

Maria: „Ich finde, es ist wichtig, dass man da auch vorsichtig ist. Gerade auch für die Schwächeren in unserer Gesellschaft. Und deswegen finde ich es auf jeden Fall auch in Ordnung, auch das mit den Masken.“

Hanna: „Und ich würde sagen, wir haben uns da sehr gut angepasst und können damit gut leben und machen da einfach das Beste für uns draus.“

Corona: Für Pfleger und Bewohner keine einfache Situation, aber die Musik lenkte jeden von den aktuellen Gegebenheiten ab. Foto: GSCHWÄTZ

Corona: Für Pfleger und Bewohner keine einfache Situation. Foto: GSCHWÄTZ

Keep alive gab am Donnerstag, den 21. Mai 2020, ein Coronakonzert beim Eduard-Knoll-Wohnzentrum in Krautheim. Foto: GSCHWÄTZ

 




Privat dürfen 10 Personen zusammenkommen, aber öffentliche Veranstaltungen mit bis zu 100 Personen erlaubt – Wie passt das zusammen?

Das Regierungspräsidium in Baden-Württemberg hat sich am 26. Mai 2020 auf weitere Lockerungen der Corona-Verordnung geeinigt. So dürfen sich künftig bis zu zehn Personen im privaten Raum treffen und kleine Veranstaltungen sind wieder möglich. Bei privaten Veranstaltungen – wie Geburtstagsfeiern oder Hochzeiten – dürfen ab dem 1. Juni in geschlossenen Räumen bis zu zehn Personen teilnehmen.Das teilte das Regierungspräsidium Stuttgart auf seiner Internetseite mit.

Wenn die Veranstaltung im Freien stattfindet, dürfen wegen der geringeren Infektionsgefahr an der frischen Luft maximal 20 Personen teilnehmen. Ab dem 1. Juni sind öffentliche Veranstaltungen mit unter 100 Personen wieder möglich. Voraussetzung ist, dass es feste Sitzplätze gibt und die Hygiene- und Abstandsvorgaben eingehalten werden. Großveranstaltungen über 500 Personen ains ab 01. September 2020 wieder möglich. https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/alle-meldungen/meldung/pid/mehr-bereiche-profitieren-von-lockerungen/

Das stellt sich einem die Frage: Wie passt das zusammen? Warum darf man privat nicht mit mehr als zehn Personen zusammenkommen, aber öffentliche Veranstaltungen mit bis zu 100 Personen sind ab 01. Juni 2020 wieder erlaubt? Die Antwort gibt die Landesregierung auf ihrer Internetseite selbst: „„Über diese Perspektive gerade für die Kulturschaffenden und Künstler freue ich mich sehr. Denn die Pandemie hat unser Kulturleben fast zum Erliegen gebracht – egal ob Kino, Theater, Konzerte oder Oper“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann nach der Kabinettssitzung. „Und auch wenn Kulturschaffende tolle Formate im Internet entwickelt haben, können die das Liveerlebnis natürlich nicht gleichwertig ersetzen. Weder für die Zuschauer, noch für die Künstler selbst.“

Fazit: Um die Kulturschaffenden und anderen Veranstalter entgegenzukommen, dürfen sie ab 01. Juni 2020 wieder ran, vermutlich um sie auch wieder finanziell zu stärken. Aber privat darf man nur im Klitzekleinen Hochzeit feiern. Ein einheitliches Corona-Vorgehen in allen Bereichen sieht definitiv anders aus. Aber vermutlich hat der private Bereich einfach eine zu schwache Lobby.

Das Paradoxe: Die Corona-Hotspots sind ja vor allem durch diverse Veranstaltungen wie Konzerte und dergleichen unter anderem in Kupferzell entstanden. Und genau solchen Veranstaltungen öffnet man nun wieder Tür und Tor, während man Kitas, Schulen und den privaten Bereich immernoch am Boden hält. Das muss man nicht verstehen.

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann

Private Feiern gehen vorerst nur im Kleinen. Foto: adobe stock




„Jeder Coronapatient erreicht eine kritische Phase“

Ein Video geht gerade um die Welt. Ein junger Arzt berichtet darin der New York Times, wie er selbst sozusagen die Fronten gewechselt hat und zunächst als Arzt, dann als Patient auf der Intensivstation lag. Der Spiegel hat darüber nun ebenfalls berichtet.

„Fang jetzt an zu arbeiten, Junge“

Dr. Andres Maldonado sei gesund, ohne Vorerkrankungen, berichtet der 27-Jährige in dem Video. Er arbeitet als Arzt in dem Corona-Hot-Spot schlechthin: in New York, in der Bronx. Dann schildeter er Schritt für Schritt die Symptome, die er hatte. Angefangen mit Schüttelfrost über Fieber bis zu Atemproblemen. Tag 2 beschreibt er so: „Wenn ich richtig tief einatmete, tat es weh.“ Am sechsten Tag ließ er sich testen. Das Ergebnis war positiv.Am siebsten Tag sei er in seinem Zimmer hin- und hergelaufen und habe zu sich selbst gesagt: Fang jetzt an zu arbeiten, Junge. „Ich habe auch zwei Stunden gearbeitet, aber dann kam das Fieber wieder zurück.“ Tag 8: „Ich konnte keinen Satz mehr sagen, ohne zwischendrin Luft zu holen.“ Da habe es „Klick“ gemacht, erzählt er. Ab diesem Punkt sei ihm klar geworden, dass er diese Krankheit nicht länger bei sich zu Hause mit sich allein ausmachen konnte. Also ging er ins Krankenhaus, aber dieses Mal nicht als Arzt, sondern als Patient.

„Jeder Coronapatient erreicht eine kritische Phase“

09. Tag. 31. März 2020. Mit Atemnot betritt Dr. Andres Maldonado die Notaufnahme. „Jeder Coronapatient erreicht eine kritische  Phase, in der man sehen kann, dass es bergab geht“, berichtet Dr. Noe Romo in dem Video. Er arbeitet in demselben Krankenhaus wie Maldonado. „Wenn sie diesen Punkt überschreiten, ist es wahrscheinlich, dass sie intubiert werden müssen.“ 70 bis 80 Prozent, die beatmet werden mussten, seien gestorben, ergänzt Dr. Michael Jones, der ebenfalls in der Klinik arbeitet. „Deshalb haben wir uns sehr bemüht, Intubation zu verhindern.“

„Wir lieben dich“

Jeder Mitarbeiter in dem Krankenhaus kannte Dr. Maldonado. Als er auf der Intensivstation lag, habe sich das wie ein Schlag in die Magengrube angefühlt, berichtet eine Krankenschwester. Sie habe ein Schild an seine Fensterscheibe geklebt mit dem Inhalt: „Wir lieben dich.“

„Er atmetet schneller als zuvor“

„Als ich sein Zimmter betrat, habe ich bemerkt, dass er schneller atmete als zuvor“, sagt Dr. Romo. Sie entschieden, Maldonado auf die Intensivstation zu verlegen und ihn an eine Nasenkanüle mit hohem Durchfluss anzuschließen, ein Gerät, das einen Patienten sehr schnell mit sehr viel Sauerstoff versorge. Maldonado dachte zu dieser Zeit lediglich: „Bitte, bitte funktioniere.“ In der Nähe von ihm sei eine 25-Jährige gelegen, die ständig gesagt habe: „Ich kann nicht atmen.“ Schließlich habe sie einen Herzstillstand gehabt.

Maldonado konzentrierte sich in den folgenden Tagen nur auf seine Atmung. Und irgendwann sei der Punkt gekommen, an dem es besser wurde. Maldonado hat das Virus besiegt. Es war auch ein Sieg für das gesamte Krankenhausteam, weil Maldonado stellvertretnd für alle Patienten steht, die auch das Virus besiegen konnten.

In den Vereinigten Staaten sind laut der New York Times bislang offiziell 145 Mitarbeiter im Gesundheitswesen an Covid-19 gestorben, über 9.000 sind offiziell mit dem Virus infiziert worden.

Auch im Hohenlohekreis Ärzte und medizinisches Fachpersonal an dem Virus erkrankt

Auch im Hohenlohekreis sind mehrere Ärzte und (ehemaliges) medizinisches Personal an dem Virus Covid-19 erkrankt. Teilweise mussten sie wegen der Schwere des Verlaufes ebenfalls in einem Krankenhaus behandelt werden. Nicht alle haben überlebt.

In dem Video der New York Times kommt auch die Mutter des jungen Arztes zu Wort: „Unsere schlimmsten Ängste wurden wahr. Allein die Vorstellung, meinen Sohn zu verlieren, war schrecklich.“ Zwischenzeitlich sei er so krank gewesen, „dass ich an einem bestimmt Punkt dachte, dass ich sterben würde“, berichtet Maldonado. Letzten Endes überlebte er. Seine Geschichte soll eine Warnung für jeden sein, der das Virus unterschätzt.

Mehr Informationen:

https://www.spiegel.de/panorama/covid-19-arzt-in-new-york-wird-patient-auf-der-eigenen-intensivstation-a-1606c8d0-f7d7-47bf-bf12-3a542442b849

Hier geht’s zum Video:

https://www.facebook.com/derspiegel/videos/2739983136232209/?v=2739983136232209

Corona: Ein junger Arzt liegt auf seiner eigenen Station. Foto: Screenshot aus einem Video der New York Times




Exklusive Einblicke ins Corona-(T)raumschiff

Am Dienstag, den 19. Mai 2020, präsentierte das Robert-Koch-Insitut (RKI) in Kupferzell die Corona-Studie. Einwohner von vier Gemeinden deuttschlandweit sollen unter dem Aspekt des Coronavirus näher unter die Lupe, sprich, untersucht und getestet werden (wir berichteten https://www.gschwaetz.de/2020/05/19/landrat-neth-wir-sind-sehr-neugierig-und-wollen-erfahren-wie-sich-die-infektion-hier-ausgebreitet-hat/). Das RKI wählte Kupferzell als einer der so genannten Corona-Hot-Spots für die Studie aus und die Kupferzeller bildeten auch gleich den Auftakt, bevor es danach in die anderen Gemeinden geht. 

Dabei werden Personen aus den vier Gemeinden per Zufallsprinzip ausgewählt. Und auch wenn die Einwohner ausgewählt und angeschrieben worden sind, können sie noch ablehnen, an der Studie teilzunehmen. Dennoch hoffen Hohenlohes Landrat Dr. Matthias Neth und Kupferzells Bürgermeister Christoph Spieles auf eine rege Teilnahme. Christoph Spieles durfte denn auch als erster von rund 2.000 Einwohnern, die das RKI testen möchte, einen Abstrich machen lassen.

Anbei veröffentlichen wir Fotos, die das mobile Mini-Labor des RKI, den so genannten Medibus, von innen zeigen.

Fotos: Sonja Bossert

Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Der Bus steht derzeit auf dem Parkplatz der Carl-Julius-Weber-Halle in Kupferzell. Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Kupferzells Bürgermeister Christoph Spieles stellte sich als erster Proband zur Verfügung. Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Deutschlandweites Medieninteresse. Foto: GSCHWÄTZ

So schaut es im Inneren des Medibusses aus. Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Da kommt man sich fast vor wie bei der Deutschen Bahn. Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Referatsleiter Stefan Brockmann, Dr. Thomas Lampert vom RKI, Landrat Dr. Neth, Studienleiterin Dr. Claudia Santos-Hövener, Gesundheitsamtsleitern Antje Haack-Erdmann und Gunnar Kreidl vom THW Pfedelbach (v.l.n.r.). Foto: Gschwätz




„Für wissenschaftliche Studien, die an einer öffentlichen Universität stattfinden, ist das höchst ungewöhnlich“

Greta Thunberg hat oft wiederholt und betont: „Glaubt den Wissenschaftlern.“ Doch so einfach ist es nicht immer. Denn auch Wissenschaftler machen Fehler, auch im wissenschaftlichen Feld gibt es unterschiedliche Meinungen, Auswertungen, Ergebnisse und Interpretationen. Am besten zeigt sich dies am Beispiel der Coronapandemie.

Ab Mitte März 2020 gab es, um die Pandemie einzudämmen, zahlreiche Einschränkungen und Beschränkungen, der so genannte „Lockdown“ war in aller Munde. Schulen und Einzelhandelsgeschäfte mussten schließen, es gab rigide Kontaktbeschränkungen.

Social-Media-Agentur Storymachine, mitbegründet von Ex-Bild-Chef Kai Diekmann, beteiligt

Nach der so genannten Heinsberg-Studie begann ein neuer Zeitabschnitt hinsichtlich der Coronapandemie: Die Beschränkungen werden seitdem Schritt für Schritt gelockert, Geschäfte geöffnet, Kontaktsperren aufgeweicht, Schulen schrittweise geöffnet. Doch die Heinsberg-Studie unter Federführung des mittlerweile deutschlandweit bekannten Virologen Hendrik Streeck hat einen Haken: Fachleute zweifeln an der Aussagekraft der Heinsberg-Studie. Sie gebe keinen Anlass, Kontaktsperren zu lockern, sagen Kritiker.

Der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité sagte beispielsweise im Rahmen eines Expertengespräches, das das deutsche Science Media Center (SMC) zu künftigen Teststrategien auf Sars-CoV-2 veranstaltete,er könne aus dem, was in Düsseldorf präsentiert wurde, nichts ableiten: „Da wird einfach so wenig erklärt, dass man nicht alles versteht. (…) Diese Labortests haben eine hohe Rate an falsch positiven Signalen, rein technisch“, sagte Drosten. Das bedeute etwa, dass Antikörpertests auch dann anschlagen können, wenn Menschen sich gar nicht mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert haben, sondern ihr Immunsystem Antikörper gegen eines der vier saisonalen Coronaviren gebildet hat.“ Das geht aus einem Artikel der Wochenzeitung Die Zeit hervor. https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2020-04/heinsberg-studie-coronavirus-hendrik-streeck-storymachine-kai-diekmann

Coronaviren gibt es schon lange. Mit Covid-19 betritt aber eine bislang wenig erforschte Coronavirus-Art den Raum. Seit dieser Woche möchte das Robert-Koch-Institut daher das Virus genauer erforschen und beginnt mit Kupferzell als Corona-Hotspot. 2.000 Kupferzeller sollen zur Ader gelassen und befragt werden, um am Ende mehr über das noch weitgehend unbekannte Coronavirus zu erfahren. Morgen ist eine erste Pressekonferenz dazu geplant zu den genauen Untersuchungsbedingungen.

Die großen der PR- und Medienbranche haben die Studie unterstützt

Während parallel dazu die Maschinerie der Beendigung der Corona-Maßnahmen in Bewegung geraten ist, berichtet die Wochenzeitung Die Zeit, wer den nunmehr deutschlandweit bekannten Virologen Streeck unterstützt hat, mit seiner Heinsberg-Studie in kürzester Zeit so bekannt zu werden: „Mittlerweile wurde zudem bekannt, dass das Forscherteam um Hendrik Streeck bei der Öffentlichkeitsarbeit von der Social-Media-Agentur Storymachine unterstützt wird, gegründet vom ehemaligen Bild-Chefredakteur Kai Diekmann, dem PR-Profi Michael Mronz – dem einstigen Lebenspartner des verstorbenen Außenministers und FDP-Politikers Guido Westerwelle – sowie dem ehemaligen stern-Chef Philipp Jessen. In sozialen Netzwerken begleitet die Agentur die Forschung des Bonner Teams mit einer Informationskampagne. Für wissenschaftliche Studien, die an einer öffentlichen Universität stattfinden, ist das höchst ungewöhnlich“, lautet das Fazit über diese PR-Werbetrommel in der Zeit.

„Die Studie von Prof. Dr. Hendrik Streeck zu Covid-19 ist von überragender Wichtigkeit und wissenschaftlicher Bedeutung für den weiteren politischen und gesellschaftlichen Umgang mit dieser Krankheit“, urteilte Storymachine-Geschäftsführer Philipp Jessen gegenüber dem Magazin Meedia. Das Ziel des „Heinsberg-Protokolls“ sei es, dieser wissenschaftlichen Arbeit größtmögliche Öffentlichkeit und Sichtbarkeit zu ermöglichen.

Die nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Sarah Philipp von der SPD richtete indes eine kleine Anfrage an die Landesregierung. Darin geht es unter anderem um die Frage, wer Storymachine den Auftrag zur Erstellung der Dokumentation gegeben habe und wer diese finanziere. Die Agentur habe den Kontakt zu Streeck aufgenommen und sein Einverständnis für die Dokumentation eingeholt, heißt es in dem Interview mit Meedia. Die Agentur erhalte aber weder Geld von ihm noch von der Universität Bonn.

Coronavirus Symbolfoto. Quelle: adobe stock

 

 

 

 

 




Robert-Koch-Insititut will 2.000 Kupferzeller unter die Lupe nehmen

Ein Team des Robert Koch-Instituts (RKI) untersucht in der Gemeinde Kupferzell, wie verbreitet das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 vor Ort ist. Rund 2.000 Erwachsene aus der Gemeinde Kupferzell im Hohenlohekreis werden in den nächsten Tagen zur Studie „Corona-Monitoring lokal“ eingeladen. Im Studienprogramm vorgesehen sind ein Rachenabstrich, eine Blutentnahme und eine Befragung unter anderem zu klinischen Symptomen, Vorerkrankungen und Gesundheitsverhalten. Ein Team des RKI ist ab 18. Mai 2020 vor Ort, die Untersuchungen beginnen in den darauffolgenden Tagen und finden voraussichtlich bis 06. Juni 2020 in zwei Studienzentren statt. Das geht aus einer gemeinsamen Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises und der Gemeinde Kupferzell hervor.

RKI möchte wissen, wie viele Menschen schon Antikörper entwickelt haben

Bei einem Hinweis auf eine aktuell bestehende Infektion mit SARS-CoV-2 meldet sich die Studienärztin  beziehungsweise der Studienarzt umgehend bei den Betroffenen. Die übrigen Teilnehmenden erhalten ihre Ergebnisse innerhalb von vier Wochen per Post. Somit erfahren die Teilnehmenden, ob sie bereits eine Infektion mit SARS-CoV-2 durchgemacht haben. Am „CORONA-MONITORING lokal“ können nur Personen teilnehmen, die vom RKI zur Studie eingeladen wurden. Dazu wurden Erwachsene über ein Zufallsverfahren beim Einwohnermeldeamt ausgewählt und schriftlich eingeladen. Die Teilnahme ist freiwillig.

Welche Menschen besonders gefährdet?

Mit der Studie wollen Wissenschaftler des RKI herausfinden, wie viele Menschen bereits Antikörper gegen das neuartige Coronavirus gebildet haben. Weiterhin soll erforscht werden, wie hoch der Anteil von Infektionen ohne Krankheitssymptome ist, welche Menschen häufiger von der Erkrankung Covid-19 betroffen sind und wie oft die Erkrankung so schwer verläuft, dass Menschen im Krankenhaus oder auf der Intensivstation behandelt werden müssen.

Kupferzell einer von vier ausgewählten Orten

Mit „Corona-Monitoring lokal“ untersucht das RKI insgesamt 8.000 Menschen an vier besonders von der Corona-Pandemie betroffenen Orten.

Weitere Informationen (ab 19. Mai 2020): http://www.rki.de/corona-monitoring-lokal

Landrat Dr. Matthias Neth und Bürgermeister Christoph Spieles rufen zur Teilnahme auf

Laut dem baden-württembergischen Gesundheitsminister Manne Lucha leisten die Kupferzeller Bürger „einen wichtigen Beitrag dazu, dass wir mehr über das Coronavirus erfahren.“ Das Robert Koch-Institut (RKI) wird ab nächster Woche im Hohenlohekreis die Studie zum neuartigen Coronavirus durchführen. „Wir wollen mit der Studie weitere Antworten auf Fragen rund um das Virus und seine Verbreitung geben können“, so Dr. Thomas Lampert, Leiter der Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring am RKI, über die Ziele.

Insbesondere wird dabei untersucht, bei wie vielen Menschen sich Antikörper nachweisen lassen und wie hoch der Anteil von Infektionen ohne Krankheitssymptome ist. Auch die Fragen, ob manche Personengruppen häufiger von einer Infektion betroffen sind und wie oft eine Erkrankung so schwer verläuft, dass diese im Krankenhaus oder auf der Intensivstation
behandelt werden muss, sollen betrachtet werden.

Landrat Neth: „Wir begrüßen die Studie“

„Trotz starker Betroffenheit ist die Bewältigung der Corona-Epidemie in Baden-Württemberg bisher gut gelungen. Für eine mögliche zweite Welle sind weitere Erkenntnisse über das Virus jedoch von großer Bedeutung“, unterstreicht Gesundheitsminister Manne Lucha. Landrat Dr. Matthias Neth betont: „Wir begrüßen die Studie und sind gerne bereit, das Robert Koch-Institut in jeder erdenklichen Hinsicht zu unterstützen. Wir bitten daher alle Kupferzeller Bürger, die zur Teilnahme eingeladen wurden, bei der Studie mitzumachen.“

Denn „je mehr Teilnehmer die Studie hat, umso aussagekräftiger sind die Ergebnisse und desto besser können wir alle das Virus verstehen,“ so Dr. Antje Haack-Erdmann, Leiterin des
Gesundheitsamtes im Hohenlohekreis.

RKI beginnt mit Kupferzell

Kupferzell ist der erste Untersuchungsort der geplanten Studie. Insgesamt will das RKI die Zahl von 2.000 Teilnehmenden in Kupferzell erreichen. Weitere besonders betroffene Gebiete in
Deutschland sollen folgen. „Im März war die Gemeinde Kupferzell von einer hohen Anzahl an Neuinfektionen besonders stark betroffen und wurde so zu einem der „Hotspots“ im Hohenlohekreis“, ergänzt Christoph Spieles, Bürgermeister der Gemeinde Kupferzell. „Deswegen ist es in unserem ureigenen Interesse, so viel wie möglich über das Coronavirus zu
erfahren. Hierbei unterstützen wir das Robert Koch-Institut gerne.“

Auch Stefan Brockmann, der beim Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg das Kompetenzzentrum Gesundheitsschutz leitet, begrüßt die Studie des RKI im Hohenlohekreis: „Es ist wichtig, in der Fläche Daten zu generieren, um mehr Erkenntnisse über SARS-CoV-2 zu sammeln und so die Immunitätslage und die Verbreitung des Virus besser beurteilen zu können.“

Kupferzell besonders geeignet

Dass Kupferzell ausgewählt wurde, liegt insbesondere an einigen Gegebenheiten vor Ort, so die Pressemittelung des Landratsamtes des Hohenlohekreises: Sowohl die Einwohnerzahl Kupferzells als auch die relativ isolierte Lage im ländlichen Raum (im Gegensatz zu einer Großstadt) würden sehr gut zu den Voraussetzungen der Studie passen. Das Untersuchungsteam ist ab Anfang nächster Woche vor Ort. Die Studie wird in den darauffolgenden Tagen beginnen und sich über drei Wochen erstrecken. Die Probanden werden nach wissenschaftlichen Kriterien ausgewählt und persönlich angeschrieben. Freiwillige Meldungen sind nicht möglich. Auch das Ersetzen einer Person durch eine andere ist nicht möglich. Damit wird sichergestellt, dass die Ergebnisse der Studie möglichst aussagekräftig sind.

Freiwillige Meldungen sind nicht möglich

Die Untersuchungen finden in einem mobilen Studienzentrum und in Untersuchungsräumen statt. Die genaue Anschrift finden die Teilnehmer in der Terminbestätigung. Bei jedem Teilnehmenden seien, so die Pressemitteilung, „jeweils eine Blutentnahme, ein Rachenabstrich sowie eine Befragung (unter anderem zu Vorerkrankungen und Gesundheitsverhalten) vorgesehen“. Das Blut wird auf Antikörper untersucht, die eine durchgemachte Infektion anzeigen. Im Rachenabstrich wird mit einem sogenannten PCR-Test direkt nach dem Virus gesucht, um eine mögliche aktuelle Infektion zu untersuchen. Die Blutentnahme und den Rachenabstrich führen medizinisch qualifizierte und geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Robert Koch-Instituts durch. Im Studienzentrum ist außerdem ein Arzt oder eine Ärztin anwesend. Insgesamt dauert die Teilnahme etwa 20 Minuten. Bis die Ergebnisse der Studie vorliegen, wird es mehrere Wochen dauern.

Informationen zum Robert Koch-Institut gibt aus auf: http://www.rki.de/DE/Content/Institut/institut_node.html

Symbolfoto Blutabnahme. Foto: adobe stock




Hohenlohe: Ausgleich für Schülertickets

Nach langwierigen Verhandlungen mit den Verbänden hat nun das Land Baden-Württemberg am 12. Mai 2020 entschieden, den Eltern-/Eigenanteil an nicht genutzten Schülertickets während der Corona-Pandemie zu ersetzen. Vorgesehen ist, dass für zwei Monate die Eigenanteile nicht abgebucht werden, sofern diese nicht gekündigt wurden. Das genaue Verfahren für die Umsetzung wird in den nächsten Tagen von Vertretern des Landes und der Kommunen/Verbünde gemeinsam festgelegt. Die HNV-Gesellschafter haben sich vorab schon darauf verständigt, dass diese Regelung für die Monate Mai 2020 und Juni 2020 gelten soll.

Land Baden-Württemberg zahlt

Die Ausgleichsregelung gilt im HNV nicht nur für bezuschusste Schülertickets, sondern ohne Ausnahme auch für solche Schülerabos, die zum Beispiel von Eltern und Auszubildenden in voller Höhe selbst bezahlt werden. Unser Dank, sagt Erster Bürgermeister Martin Diepgen und Aufsichtsratsvorsitzender der HNV GmbH, gilt nicht nur dem Land, das diese Mittel so schnell und unbürokratisch zur Verfügung stellt, sondern auch den Eltern und Schülern, die dem ÖPNV in dieser schwierigen Zeit treu
geblieben sind. Sie leisten einen wichtigen Beitrag für die Zukunft eines stabilen und funktionierenden Nahverkehrs. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises hervor.

Aus Sicht von Detlef Piepenburg, Landrat des Landkreises Heilbronn, wird mit dieser Lösung das umsichtige und verantwortungsvolle Handeln der Eltern/Schüler anerkannt und gewürdigt, die ihr Abonnement nicht gekündigt und dem ÖPNV die Treue gehalten haben. Für Dr. Matthias Neth, Landrat des Hohenlohekreises, ist wichtig, dass mit dieser Ausgleichsregelung auch die Einnahmesituation im ÖPNV mit seinen zahlreichen mittelständischen Busunternehmen, insbesondere im ländlichen Raum stabilisiert wird:
„Zuverlässige und leistungsfähige Busunternehmer sind notwendig, denn auch nach der Corona- Krise müsse der öffentliche Nahverkehr noch funktionieren. „Auch freue ich mich für die Familien, dass gemeinsam
eine Lösung gefunden wurde.“

Die Abo-Center im Hohenloher Nahverkehr werden die Maßnahme umsetzen. Die Eltern/Schüler müssen nichts weiter veranlassen. Für weitere Informationen steht das Team des NVH montags bis freitags von 8:00 bis 17:00 Uhr unter der Rufnummer 07940/9144-0 oder info@nvh.de  zur Verfügung.

NVH. Quelle: GSCHWÄTZ




Der Tod kommt leise

Die Zahl der weltweiten Covid-19-Fälle steigt unaufhörlich, die John Hopkins Universität meldet weltweit über 300.000 offiziell an dem Covid-19-Virus verstorbene Menschen (Stand: 15. Mai 2020, 07 Uhr, https://coronavirus.jhu.edu/map.html). In Deutschland sind bislang 7.884 Menschen offiziell durch das Coronavirus gestorben.

Doch die Dunkelziffer könnte deutlich höher sein. Darauf weist ein Artikel des Nachrichtenmagazins Focus unter Berufung auf Recherchen der New York Times und des Economist hin. Denn: Um die ganze Welt vermelden Länder Steigerungen der Sterberate, die deutlich über den Werten der offiziell der Pandemie zugerechneten Toten liegen.

Sterberaten steigen im Vergleich zu früheren Jahren signifikant an

Die beiden Blätter werteten die gemeldeten Todesfälle der letzten Wochen aus und verglichen sie mit den Durchschnittsdaten der letzten Jahre. Die Analyse zeigt: In allen untersuchten Fällen liegt die Todesrate deutlich über den zu erwartenden Zahlen – und zwar auch dann, wenn man die an offiziell an Covid-19 Verstorbenen berücksichtigt. https://www.msn.com/de-de/nachrichten/coronavirus/covid-19-die-fehlenden-opfer-sterberate-steigt-weltweit-st%C3%A4rker-als-die-offiziellen-corona-todeszahlen/ar-BB132voS

Mehr als 25.000 zusätzliche Verstorbene fanden die Journalisten auf diese Weise – in nur sieben Ländern (unter anderem in Spanien, Frankreich und England) sowie den drei Metropolen New York City, Istanbul und Jakarta. Im besonders stark betroffenen New York lag die Sterberate etwa ganze 298 Prozent über dem zu erwartenden Wert von etwa 5000 Toten monatlich. Doch von den 17.200 zusätzlichen Toten wurden nur 13.240 als Covid-19-Opfer gerechnet. Mehr als 4000 zusätzlich Verstorbene werden durch die Statistik also nicht erklärt. Dabei hätten alleine diese Todesfälle die Sterberate fast verdoppelt.

Auch im Hohenlohekreis passen die Zahlen nicht zusammen

Auch bei Bestattungsinstituten im Hohenlohekreis kommen Zahlen zu Tage, die nicht mit der offiziellen Corona-Statistik des Hohenlohekreises zusammenpassen. Bei Interviews mit Bestattern vor einigen Wochen, teilten diese mit, wie viele Coronafälle sie bereits hatten. Dabei überstieg die Zahl der Fälle die offizielle Zahl des Hohenlohekreises an Toten. Allein ein Bestatter davon hatte bereits 15 Fälle – so viel wie im ganzen Hohenlohekreis damals offiziell als Zahl an Corona-Toten angegeben worden war.

Mittlerweile ist die Zahl der Toten im Hohenlohekreis auf 43 gestiegen. Was auch verwundert: Die Zahl der Infizierten verändert sich im Hohenlohekreis seit Wochen kaum noch (754, Stand: 14. Mai 2020 https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/corona-karte-baden-wuerttemberg/). Kritiker bemängeln hier, dass es zu wenig Testungen gibt. Eine genaue Zahl der Testungen ist nicht bekannt, aber in der Drive-In-Abstrichstelle in Belzhag sollen zu Beginn an „Spitzentagen“ rund 180 Verdachtsfälle getestet worden sein, zum Ende hin teilweise nur noch 16 Verdachtsfälle. Nun soll die Abstrichstelle in Belzhag erstmal geschlossen und das Abstrich-Zepter an die Arztpraxen übergeben werden.

Keine einheitliche Messmethode

Das grundsätzliche Problem ist: Es gibt weltweit keine einheitliche Messmethode, wer als Coronafall gilt und wer nicht. Auch in Deutschland herrscht darüber Uneinigkeit. Immer wieder steht dabei die Frage im Raum: Ist jemand an dem Virus gestorben und oder ist jemand gestorben aus anderen Gründen, war aber gleichzeitig infiziert? Des Weiteren herrscht Uneinigkeit darüber, ob es Sinn macht – etwa wie im Hohenlohekreis geschehen – Tote zu testen, weil das Virus laut dem Robert-Koch-Insititut wohl relativ schnell aus dem Körpfer eines Toten wieder verschwindet. Viele Länder zählen des Weiteren nur die Opfer, die in den Krankenhäusern starben. Die, die zu Hause still und heimlich sterben, werden von der Statistik größtenteils vermutlich nicht erfasst. https://www.tagesspiegel.de/wissen/woran-sterben-corona-patienten-wirklich-ein-schweizer-forscher-macht-hoffnung-im-kampf-gegen-covid-19/25750666.html Oft werden nur Verdachtsfälle nachträglich gestetet – wenn überhaupt. Immerhin hat man in Deutschland bereits zwei Wochen nach dem offiziellen Ausbruch einen Mangel an Teststäbchen verzeichnet. Die darauf folgenden ergänzenden ärztlichen Coronadiagnosen werden nicht mal in der offiziellen Coronastatistik erfasst, ob dann die möglichen daraus resultierenden Toten erfasst werden, ist fraglich.

Symptomfreier Verlauf = keine Erfassung in der Statistik

Gerade bei den besonders gefährdeten älteren Menschen bleibt der Verlauf laut dem Nachrichtemagazin Focus oft symptomfrei und weil die allgemeine Todesrate in dieser Altersgruppe ohnehin höher ist, werden sie in der Statistik oft schlicht nicht als Covid-19-Tote erfasst. Darauf deutet etwa hin, dass die Anzahl der zusätzlichen Todesfälle in Schweden im Altersbereich über 80 Jahren am höchsten ist. In Großbritannien werden laut der „BBC“ knapp 4.000 Todesfälle in Altersheimen dem Virus zugeschrieben – die in der offiziellen Statistik aber laut dem Nachrichtenmagazin Focus nicht auftauchen.

Keine Zahlen für Deutschland

Für ganz Deutschland liegen Zahlen zur Todesstatik laut dem Focus bisher nur eingeschränkt vor. Das läge unter anderem daran, dass die offiziellen Todesraten normalerweise nicht in solch kurzen Abständen und zudem von den einzelnen Bundesländern erhoben werden. Auch die Zahlen der ausgewerteten Länder seien in erster Linie nutzbar gewesen, weil sie ihre Statistiken wegen der Krise schneller als sonst herausgegeben hatten.

Trotz der hohen Dunkelziffer könnten die Todesraten noch viel höher sein, vermutet der Max-Planck-Forscher  Vladimir Shkolnikov. „Die aktuellen Anstiege der allgemeinen Sterberaten finden unter besonderen Maßnahmen wie Social Distancing, Lockdowns, geschlossenen Grenzen und besonderen medizinischen Bemühungen statt“, erklärte er der Zeitung. „Ohne diese Maßnahmen lägen die aktuellen Todeszahlen sicher deutlich höher.“