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Mikrobiologe kritisiert „unwissenschaftliche Vorgehensweise des RKI“: Nur Bluttests geben Aufschluss über wirkliche Infektionen

Der Mikrobiologe Dr. Andreas Bermpohl kritisiert, dass coronapositiv getestete Menschen gleichgesetzt werden mit infizierten Menschen. Das sei nicht der Fall, wie er seit September 2020 immer wieder betont http://www.studiogera.de/001/2020/09/30/taeuschung-der-oeffentlichkeit-mit-infektionszahlen/

„Unwissenschaftliche Vorgehensweise des RKI“

Wenn positiv getestete Menschen als Infizierte gewertet werden, sei das sowohl infektionsepidemiologisch als auch sachlich falsch. Ein entsprechender Artikel erschien bereits am 26. September 2020 in der Druckausgabe der Neuen Westfälischen Zeitung. Der diplomierte Biologe bildet Laborassistenten aus, ist als Krankenhaushygieniker aktiv, betreut Laboratorien in Sicherheitsfragen und hat sich mit der Übertragung viraler Erreger durch raumlufttechnische Anlagen beschäftigt.

Der Öffentlichkeit werde ein starker Anstieg der Corona-Infizierten suggeriert, den es nicht gebe

Die Vorgehensweise des Robert-Koch-Instituts (RKI) bezeichnet er als unwissenschaftlich. Der Öffentlichkeit werde ein starker Anstieg der Corona-Infizierten suggeriert, den es nicht gebe.

Der Coronatest zeige nur einen Verdacht eienr Infektion an

Der Coronatest/PCR-Test könne nur den Verdacht einer Infektion anzeigen, da er auch auf einzelne, nichtinfektiöse Fragmente des Virus reagiere. Eine positiv getestete Person sei also nicht zwangsläufig infiziert, und eine infizierte nicht unbedingt krank. In der öffentlichen Darstellung würden alle diese Dinge nicht unterschieden. Von 1.600 positiv getesteten Beschäftigten der Tönnies-Belegschaft seien nur 20 tatsächlich erkrankt gewesen.

Erst Bluttests könnten Gewissheit schaffen

Bermpohl fordert deshalb Bluttests, doch das sei nicht gewünscht. Er bezeichnet das Verhalten des RKI als grob fahrlässig. Es treibe die Testzahlen in die Höhe, um dann durch einfaches Aufaddieren der positiv getesteten Personen behaupten zu können, dass die Infektionszahlen steigen. Das Verhältnis der Gesamttestzahl zu den positiven Befunden werde dagegen nur im Hintergrund veröffentlicht.

Beipackzettel: „Tests nicht für diagnostische Zwecke bestimmt“

Auf den Beipackzetteln der Test ist ebenfalls vermerkt, dass es sich hierbei nicht um diagnostische Ergebnisse handelt: „Dieses Produkt ist nur für Forschungszwecke und nicht für diagnostische Zwecke bestimmt. Dieses Produkt ist für den Nachweis von 2019-Novel Coronavirus (2019-nCOV) vorgesehen. Das Nachweisergebnis dieses Produkts dient nur als klinische Referenz und sollte nicht als einziger Beweis für die klinische Diagnose und Behandlung verwendet werden.“

 

 




Nach den aktuellen Impfzahlen wären alle Hohenloher Bürger im Jahr 2034 geimpft

Nachdem die ersten Corona-Schutzimpfungen für Bürger des Hohenlohekreises seit Ende Dezember 2020 durch das Zentrale Impfzentrum (ZIZ) in Rot am See durchgeführt werden, kann nun auch das Kreisimpfzentrum (KIZ) Öhringen an den Start gehen, meldet das Landratsamt des Hohenlohekreises. Ab Freitag, 22. Januar 2021, können sich Bürger:innen der priorisierten Gruppen https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus/faq-covid-19-impfung.htmlauch in der Hohenlohe-Sporthalle in Öhringen gegen das Coronavirus impfen lassen.

„Wir sind gut vorbereitet“

„Die Infrastruktur des KIZ steht bereits seit 23. Dezember, mittlerweile haben wir auch in einem Probelauf die vom Land gelieferte IT und Software getestet. Wir sind gut vorbereitet und gehen davon aus, dass der Betrieb reibungslos funktioniert“, erklärt der technische Leiter des KIZ, Kreisbrandmeister Torsten Rönisch.

Landratsamt betont die Verantwortung des Landes, was die Impfstoffbeschafffun betrifft

Voraussetzung für den Impfstart ist die Lieferung des Corona-Impfstoffes durch die Firma Biontech. Die Impfstoffbeschaffung liegt in der Verantwortung des Landes Baden-Württemberg, betont das Landratsamt in einer Pressemitteilung.

Nur priorisierte Gruppen können sich derzeit anmelden

Auch im KIZ werden zunächst die priorisierten Gruppen geimpft, also diejenigen, die ein besonders hohes Risiko für einen schweren oder gar tödlichen Krankheitsverlauf oder ein besonders hohes berufliches Risiko haben, sich oder schutzbedürftige Gruppen anzustecken. Das bedeutet, dass sich gemäß der Entscheidung des Landes Baden-Württemberg zunächst auch nur diese Gruppen für eine Impfung anmelden können.  Priorisiert geimpft werden Bürger:innen, die ein besonders hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf oder ein besonders hohes berufliches Risiko haben, sich oder schutz­bedürftige Personen anzustecken.

Terminvorgabe ausschließlich online

Die Terminvergabe funktioniert ausschließlich über das Internet unter https://www.impfterminservice.de/impftermine oder über die Telefonnummer 116117.

Die ersten Termine werden am 19. Januar 2021 freigeschaltet, so das Landratsamt. Die genaue Menge hängt von der Anzahl der Impfdosen ab, die verfügbar sind.

Eine persönliche Terminvergabe im Kreisimpfzentrum ist nicht möglich, auch nicht ausnahmsweise. Wir weisen darauf hin, dass der Zutritt zum Kreisimpfzentrum zudem nur mit einem vorher gebuchten Termin möglich sein wird. Da die Zahl der im KIZ vorhandenen Impfdosen genau auf die Zahl der Anmeldungen abgestimmt sein wird, ergibt es auch keinen Sinn, ohne Termin zum KIZ zu kommen.

Wichtiger Hinweis: Das Landratsamt Hohenlohekreis bittet eindringlich darum, nicht über eine andere Servicenummer oder gar über die Rettungsleitstellen zu versuchen, einen Termin zu buchen. Dies ist definitiv nicht möglich, keine dieser Stellen hat Zugriff auf die Impfterminvergabe. Zudem besteht die Gefahr, dass die Rettungsleitstellen dann für Notfälle nicht mehr erreichbar sind.

Zunächst Einschichtbetrieb wegen der begrenzten Impfstoffkapazitäten

Aufgrund der begrenzten Impfstoffkapazitäten soll das KIZ zu Beginn im Ein-Schicht-Betrieb in einer Drei-Tage-Woche starten. Geplant ist die Öffnung von Freitag bis Sonntag, jeweils von 14 bis 19 Uhr. Vorteil der Öffnung am Wochenende ist neben der besseren Verfügbarkeit von medizinischem Personal auch die bessere Möglichkeit für die Zielgruppe, das KIZ in Begleitung eines Familienmitgliedes oder Bekannten aufzusuchen. Die KIZ-Leitung begrüßt eine solche Begleitung, bittet aber darum, dass sie ausschließlich bei Personen erfolgt, die aufgrund ihrer Gesamtverfassung (bspw. wegen eingeschränkter Mobilität, Seh-/Hörvermögen, Orientierungsfähigkeit) Unterstützung beim Durchlaufen der Stationen benötigen.

Im Volllast-Betrieb ist ein Zwei-Schicht-Modell von 6 bis 22 Uhr an sieben Tagen die Woche im KIZ möglich.

„Wir sind früh, dass es nun endlich auch mit den Impfungen im KIZ Öhringen losgehen kann“

„Wir sind froh, dass es nun endlich auch mit den Impfungen im KIZ Öhringen losgehen kann. Wir sind seit Dezember bereit, die Logistik steht. Jetzt hängt es davon ab, ob und wann genügend Impfstoff zur Verfügung steht“, erklärt Landrat Dr. Matthias Neth. „Ein großer Erfolg ist, dass es gelungen ist, viele mobile Impfteams aus dem Zentralen Impfzentrum Rot am See in den Hohenlohekreis zu bringen. Dadurch sind wir bei den Pflegeeinrichtungen mit der Gabe der ersten Impfdosis de facto durch und können so die besonders gefährdeten Gruppen besser schützen.“

Mitzuführende Unterlagen:

    • Wenn möglich die ausgefüllten und vom Impfling unterschriebenen Aufklärungsbogen und Anamnesebögen mit QR-Code von impfen-bw.de; sonst werden die Unterlagen vor Ort erstellt, was mehr Zeit in Anspruch nimmt
    • einen Lichtbildausweis, aus dem mindestens Name, Vorname, Geburtsdatum, Wohnanschrift hervorgehen;
    • die Gesundheitskarte/Versichertenkarte, soweit vorhanden; das beschleunigt die Registrierung der Personen.
    • Den Impfausweis/ Impfpass, sofern vorhanden; sonst wird eine Ersatzbescheinigung ausgestellt.
    • Die Bestätigung des Arbeitgebers über die Zugehörigkeit zur Personengruppe, soweit nicht aufgrund des Lebensalters Anspruch besteht
  • Eine Impfung erfolgt nur bei symptomfreien Personen. Eine Begleitung ist nur für symptomfreie Personen möglich.
  • Um Wartezeiten im Freien zu vermeiden empfiehlt es sich, maximal zehn Minuten vor dem Termin zu erscheinen.
  • Fragen rund um die Impfung beantwortet die Hotline 116 117.
  • Standort: Das Kreisimpfzentrum befindet sich in der Hohenlohe-Sporthalle, Pfaffenmühlweg 30, in 74613 Öhringen. Das KIZ ist barrierefrei zugänglich. Die Stadtbahn-Haltestelle Öhringen Hauptbahnhof ist rund 700 Meter (etwa 10 Gehminuten) entfernt. Die Bushaltestellen „Hofgarten“ und „Freibad“ befinden sich in unmittelbarer Nähe des KIZ. Wer mit dem Auto anreist, folgt den Beschilderungen „Sportanlagen“ und kann etwa das Parkhaus „P8 – Alte Turnhalle“ (dort ist auch ein WC vorhanden) oder den Parkplatz „P9 – Alte Turnhalle“ nutzen. Beide liegen in unmittelbarer Nähe zum KIZ. Auch ist der Weg vom Parkhaus zum KIZ ausgeschildert.

Stark mobilitätseingeschränkte Personen können an der Zufahrt zum Sportgelände aussteigen; von dort aus sind es noch ca. 40 Meter bis zum Gebäudeeingang.

Nach den aktuellen Impfzahlen wären alle Hohenloher Bürger im Jahr 2034 geimpft

Laut Informationen der Heilbronner Stimme sollen im Laufe der Woche ersten 1.170 Dosen für zwei Wochen geliefert werden. Das wären 585 pro Woche. Das Sozialministerium empfehle 150 Termine pro Woche und KIZ zu vergeben. Rechnet man diese Zahl hoch, wären alle Bürger:innen des Hohenlohekreis mit seinen rund 112.000 Einwohnern (rund 1.000 davon wurden bereits seit Ende 2020 geimpft, hauptsächlich handelt es sich dabei um Personal in den Pflege- und Senioreneinrichtungen des Kreises), in rund 14 Jahren geimpft. Das wäre im Jahre 2034. Eine Herdenimmunität ist im Bezug auf Corona erreicht, wenn, so diverse Experten, zirka 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung geimpft seien https://www1.wdr.de/nachrichten/coronavirus-impfen-herdenimmunitaet-100.html. 60 Prozent wären bei 150 Impfungen pro Woche nach 8,6 Jahren geimpft.

Geht man davon aus, dass es möglich wäre, anstatt 150 auch 500 Impfungen pro Woche vorzunehmen, dann läge eine Herdenimmunität (60 Prozent der Bevölkerung ist geimpft) frühestens in  2,5 Jahren vor. Das wäre dann im Jahr 2023. Noch nicht berücksichtigt bei diesen Hochrechnungen ist, dass zwei Impfungen pro Person notwendig sind.

Unklar ist dabei zudem, wie sich die Mutation des Virus‘ die Impfwirksamkeit beeinflusst.




Jetzt heißt es, Arschbacken zusammenkneifen, Herr Kretschmann

Wie lange kann ein Shutdown dauern, bis es nicht mehr gesund für die Bürger ist? Selbst der scheinbar immer sehr merkeltreue und baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sich diese Frage nun auch öffentlich bei seinem Video-Pressestatement am Donnerstag, den 14. Januar 2021, zu dem verlängerten Shutdown an Grundschulen und Kitas gestellt. Wann überwiegen die negativen Auswirkungen auf die psychische Belastungsfähigkeit der Bevölkerung gegenüber den Vorteilen einer hoffentlichen Pandemieeindämmung durch den Shutdown? So lautete sinngemäß seine selbst gestellte Frage (im Wortlaut: „die Schäden dürften nicht höher als der Nutzen sein“).

Shutdown: „Schäden dürfen nicht höher als der Nutzen sein“

Kretschmann wisse, dass dieser Shutdown so schnell wie möglich beendet werden müsse und doch konnte er lediglich eine vage Hoffnung in den Raum zeichnen. Man versuche, Kitas und Grundschulen Anfang Februar 2021 wieder zu öffnen. Doch auch dieser Satz wirkt längst nicht mehr als Hoffnungsschimmer bei den Bürgern, wie es vermutlich das Ziel sein sollte. Anstatt den Menschen Sicherheit zu vermitteln, herrscht weitestgehende Unsicherheit über das Ende des Shutdowns. Quo vadis, Kretschmann, quo vadis, Merkel?

Quo vadis, Kretschmann? Die Wahlen kommen

Keiner weiß es und vielleicht wäre das auch gar nicht so schlimm, wenn wir nicht kurz vor den Landtagswahlen und den Bundestagswahlen stünden. Merkel verschwindet im Coronamorgengrauen, während Kretschmann vielleicht abgewählt wird – wie so viele seiner Artgenossen in diesem besonderen Wahljahr 2021. Und genau deshalb müsste es jetzt heißen: Arschbacken zusammenkneifen, Kretschmann. Aber stattdessen hören die Bürger die immergleichen monotonen Phrasen von „wir müssen zusammenhalten“ über „jeder muss sich an die Maßnahmen halten“ bis hin zu: „Ich weiß, dass erfordert jetzt Kraft und zehrt an den Nerven von jedem einzelnen“. Aber an welcher Kraft zehrt es denn am meisten, wenn wir ehrlich sind?

Nach der Pandemie direkt zum Seelenklempner

Doch nicht etwa an den Nerven der vielen  Staatsbediensteten, die nicht selten unkündbar sind. Wenn weniger Arbeit während der Coronapandemie da ist, wird vermutlich auch einfach weniger gearbeitet. Kurzarbeit gibt es nicht. Die Gehälter zahlen die Steuerzahler ja sowieso brav weiter. Diese aber müssen wiederum seit Monaten mit Kurzarbeitergeld leben, mit der Unsicherheit, vielleicht bald ihre Arbeit zu verlieren, mit der Angst vor Corona und mit zusätzlichen Tätigkeiten wie etwa homeschooling, wofür eigentliche Staatsbedienstete angestellt und bezahlt werden.

Das immerselbe Mantra

Darum ist es falsch, ständig und immer wieder das politische Mantra herunterzuleiern: „Wir müssen jetzt alle zusammenhalten.“ Denn im Grunde haben diese extremen Belastungen eben nicht alle gleichermaßen zu tragen. Und wie weit weg viele Politiker von diesen Mehrfachbelastungen sind, das beweist Kretschmann höchstselbst in seiner Predigt, wenn er sagt:  Man möge doch bitte noch mehr homeoffice und homeschooling pflegen und etwa auf die angebotene Schulnotbetreuung verzichten. Äh, wie bitte?

Wie weltfremd scheinen Sie zu sein, Herr Kretschmann?

Pardon, Herr Kretschmann, aber wie weltfremd sind scheinen Sie zu sein? Denn: Nicht alle haben Jobs, die homeoffice möglich machen, nicht alle sind selbst Chef und können bestimmen, wann sie wo wie viel arbeiten. Wie viel Frauen habe durch diese Betreuung zu Hause ihre Arbeit verloren, werden sie verlieren oder finden viel schwieriger zukünftig Arbeit, obwohl sie gut qualifiziert sind? Wer stellt schon gerne neue Mitarbeiter ein, die sich beim nächsten Shutdown gleich wieder ins homeschooling verabschieden?

Massiven Belastungen einer breiten Bevölkerungsschicht

Pardon, Herr Kretschmann, aber mit ihren 72 Jahren scheinen Sie wirklich keine Ahnung zu haben, wie unmöglich es ist, über Monate homeoffice und homeschooling adäquat unter einen Hut zu bringen, ohne am Ende einen Seelenklempner zu benötigen. Sie leben in ihrer männerzentrierten Politikerblase und es wirkt so, als ob sie jeglichen Bezug zu den massiven Belastungen einer breiten Bevölkerungsschicht verloren haben. Nicht selten seien die Langzeitfolgen bei einer Coronaerkrankung schlimmer, als das eigentliche Covid-19, hat mir jüngst jemand gesagt. Bei einer Pandemie ist das bezogen auf das soziale Gefüge sicher genauso naheliegend. Um mit den Worten von Kretschmann höchstselbst zu enden: „Die gesellschaftlichen Schäden eines Lockdowns dürfen nicht höher sein als der Nutzen.“ Halten wir uns daran.

Text: Dr. Sandra Hartmann

Po. Symbolfoto. Quelle: adobe stock

 




Von der ersten Impfung bis zum vollen Schutz vergehen rund 1,5 Monate

So fängt das Jahr 2021 für viele Mitarbeiter in den Pflegeheimen in Künzelsau, Krautheim und in anderen Städten und Gemeinden im Kocher- und Jagsttal mit mehr Sicherheit an. Viele wurden gegen Covid-19 geimpft. Bis es soweit war, gab es teilweise Einlasskontrollen in den Pflegeheimen. Die Mitarbeiter mussten sich vor Dienstantritt mit einem Schnelltest testen lassen, bevor sie die Pflegeeinrichtung betreten durften.

Schnelltests für Mitarbeiter

Das ist nach der ersten Impfung aber erst einmal sicherheitshalber immernoch so. Die zweite Impfung gibt dann rund drei Wochen später. Wiederum drei Wochen später soll die Impfung dann voll wirksam sein.

Nebenwirkungen sollen nach der zweiten Impfung schlimmer sein

Manche Mitarbeiter fühlten sich nach der ersten Impfung extrem müde, schlapp und/oder hatten Schmerzen im Arm. Die zweite Impfung könnte laut der Ärzte mehr Nebenwirkungen auslösen.
Stand 08. Januar 2021: 638 Corona-Schutzimpfungen im Hohenlohekreis durchgeführt

Seit dem Impfstart im Hohenlohekreis am 30. Dezember 2020 haben sich bereits 638 Personen durch mobile Impfteams des Zentralen Impfzentrums (ZIZ) Rot am See gegen das Coronavirus impfen lassen (Stand 07.01.2021). Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises hervor. Es handele sich dabei um Pflegekräfte sowie um Bewohner:innen von Pflegeheimen im Kreis.

Neth: „Ich freue mich auf den Tag, an dem unser Kreisimpfzentrum in Öhringen in Betrieb geht“

„Die Impfungen sind ein wichtiger Schritt in der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Ich bin daher sehr froh, dass wir im Hohenlohekreis mit den Impfungen in den Pflegeheimen so gut vorankommen. Dass wir innerhalb kurzer Zeit bereits in über der Hälfte der Heime im Kreis Impfungen durchführen konnten, haben wir insbesondere Frau Dr. Bublitz zu verdanken, die den Ablauf organisiert und gemeinsam mit ihren Kollegen auch an den Feiertagen und über den Jahreswechsel die Impfaufklärung und Impfung übernommen hat“, dankt Landrat Dr. Matthias Neth. „Ich freue mich auf den Tag, an dem unser Kreisimpfzentrum in Öhringen in Betrieb geht und wir dort vielen weiteren Bürger:innen die Impfung ermöglichen können. Wir sind startklar und bereit, es fehlt eben leider der Impfstoff.“

Für das Kreisimpfzentrum fehlt derzeit noch der Impfstoff

Nach Informationen des Sozialministeriums sollen ab dem 22. Januar Impfungen in den Kreisimpfzentren (KIZ) der Landkreise angeboten werden. Zuständig für die Ausstattung mit Impfmaterial und medizinischem Fachpersonal ist das Land Baden-Württemberg. Die Terminvereinbarungen hierfür werden über 116 117 oder www.impfterminservice.de erfolgen, sind aber derzeit noch nicht möglich. Die Corona-Schutzimpfung ist freiwillig und kostenlos.

Corona-Impfungen online buchen

Seit dem 27. Dezember 2020 finden in den neun Zentralen Impfzentren (ZIZ) in Baden-Württemberg Impfungen statt. Impftermine für das Zentrale Impfzentrum können über die Impftermin-Servicehotline des Landes unter der Nummer 116 117 oder unter http://www.impfterminservice.de/impftermine gebucht werden. Ausgehend von den Zentralen Impfzentren sind zudem mobile Impfteams im Einsatz, um Impfungen in Pflegeheimen durchzuführen.

Noch nicht alle können geimpft werden

Zurzeit steht noch nicht ausreichend Impfstoff für alle Bevölkerungsgruppen zur Verfügung. Aus diesem Grund ist ein schrittweises Vorgehen erforderlich. Priorisiert geimpft werden die Bürger:innen, die ein besonders hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf oder ein besonders hohes berufliches Risiko haben, sich oder schutzbedürftige Personen anzustecken. Die Coronavirus-Impfverordnung des Bundes (PDF) führt diejenigen Personen auf, die zuerst eine Impfung erhalten sollen. In Baden-Württemberg werden diese priorisierten Gruppen nicht über ein individuelles Anschreiben informiert.

Weitere Informationen sind auf der Homepage des Bundesgesundheitsministeriums https://www.zusammengegencorona.de/impfen/ erhältlich.

 

 




In Unterhose zur Arbeit kommen? Für diesen Polizisten kein Problem

Ein Videoclip auf youtube erreicht gerade rekordverdächtige Klickzahlen. Ein GSCHWÄTZ-Leser hat ihn der Redaktion weitergeleitet. Es handelt sich dabei um einen Clip mit dem Titel: „Ausgangssperre? Kein Problem! Polizeikontrolle während der Ausgangssperre (Beilngries [in Bayern], 04.01.2021)“. Ins Netz gestellt wurde das Video am 06. Januar 2020 von Martin Gerloff.

Die Polizisten bleiben ruhig

Es zeigt, wie zwei im Auto befindende Personen bewusst filmen (vermutlich ist der Mann im Video Martin Gerloff, zumindest steht in dem Text unter dem Video: „Wir haben unterschrieben…) beim Coronaregeln brechen. Sie sind nach 21 Uhr noch unterwegs und geraten, ob bewusst oder unbewusst, in eine Polizeikontrolle. Dabei weigern sie sich, den Grund für ihr nächtliches Brechen der Ausgangssperre zu nennen und verweisen lediglich darauf, dass sie hierfür einen wichtigen Grund hätten, den sie aber rein rechtlich nicht nennen müssen. Die Polizeibeamten bleiben ruhig.

Autofahrer macht Polizeibeamten Verhaltensvorschläge

Der Fahrer belehrt die Beamten daraufhin, dass sie es doch künftig bitte künftig unterlassen sollen, Bürger, die zu zweit nächtlich noch unterwegs sind, zu belästigen. Es gäbe gute Gesetz, aber auch „Müllgesetze“ und die neuen Ausgangsbeschränkungen (in Bayern muss man wegen Corona bis spätestens 21 Uhr zu Hause sein, in Baden-Württemberg bis 20 Uhr) seien ein solches „Müllgesetz“, da man den ganzen Tag Menschen anstecken könne, aber abends, wenn man alleine oder zu zweit im Auto sitzt, das sei dann verboten. Für den Autofahrer völlig unverständlich: „Ich unterstütze einfach so einen Müll an Gesetzen nicht. Vielleicht werdet ihr dann auch mal aufwachen und das nächste Mal weggucken“, sagt er an die Beamten gerichtet. „Nur weil „ein Penner wie der Söder [Anm. d. Red.: damit ist der bayrische Ministerpräsident Markus Söder gemeint] das sagt…was würden Sie denn tun, wenn der sagt, dass Sie in Unterhose zur Arbeit kommen müssen? Würden Sie das auch tun?“ – „Dann muss ich das auch tun“, lautet die Antwort des Polizisten.

Das Video wurde innerhalb eines Tages bereits über 460.000 geklickt – bei einer Abonnentenzahl von gerade Mal 2.430 (Stand: 07. Januar 2021, 08 Uhr). Am 09. Januar 2021 kratzte das Video bereits an der Ein-Millionen-Grenze.

 

 

https://www.youtube.com/watch?fbclid=IwAR1YBcBg_CH1KHg0-nZ34YBV4SmGYJ0_NrNsfleLozfLGRhZQTWOWQkam6g&v=hfIR0ddNct4&feature=youtu.be




Winfried Kretschmann: „Man darf das Haus nur mit triftigem Grund verlassen“

Am Dienstag, den 05. Januar 2021 beschloss der Bund gemeinsam mit den Ländern, dass ab Montag, den 11. Januar 2021 angesichts stetig steigender Coronazahlen ( 38.987 Todesfälle in Deutschland, Stand 08. Januar 2020), schärfere Coronamaßnahmen (wir berichteten https://www.gschwaetz.de/2021/01/06/neue-ausgangsregelungen-betreffen-derzeit-noch-nicht-den-hohenlohekreis-heilbronn-steht-jedoch-kurz-davor/ ). Der zweite Lockdown hat sich in einen Shutdown verwandelt, bei dem sich die Bürger in manchen Gemeinden in manchen Bundesländern und ab einem Inzidenzwert von über 200 nicht mehr weiter von seinem Heimatort fortbewegen darf als 15 Kilometer. Baden-Württembergs Landesregierung scherte nur Stunden später aus den gemeinsamen Coronabeschlüssen in zwei Punkten aus. Zum einen bei dem Punkt mit dem 15-Kilometerradius (hier müsse die Umsetzbarkeit zunächst geprüft werden), zum anderen bei den Schulen und Kitas (wir berichteten). Diese sollten eigentlich vorerst flächendeckend bis Ende Januar 2021 geschlossen bleiben und die Schüler ins homeschooling wechseln. Nun aber sollen, wenn es die Coronazahlen denn erlauben (was auch immer das heißen mag, nächste Woche soll auch hierüber eine Entscheidung fallen), die Grundschulen und Kitas bereits ab dem 18. Januar 2021 wieder starten dürfen.

Weitere Aufweichung der Coronamaßnahmen

Am Freitag, den 08. Januar 2021 nun weichte die baden-württembergische Landesregierung die ab dem 11. Januar 2021 geltenden strengeren Coronaregeln weiter auf. Bislang zählten Kinder bis 14 Jahren aus demselben Haushalt nicht dazu bei Begrenzungen der Personenzahl, wollte man sich mit anderen Menschen treffen. Wenn sich etwa aktuell vier Personen treffen dürfen, wurden Kinder unter 14 Jahren hier nicht mit dazugezählt. Das sollte nun eigentlich restriktiver gehandhabt werden. Nur noch eine Familie sollte sich mit einer Person treffen dürfen. Treffen von zwei Familien beziehungsweise Haushalte (was bislang erlaubt war) und mehr sollten fortan eigentlich tabu sein. Kinder sollten, bei etwaigen Personenanzahlbeschränkungen (wie an beispielsweise Weihnachten) voll dazugezählt werden. Nach heftiger Kritik daran rudert nun die baden-württembergische Landesregierung zurück. Man wolle keine Familien entzweien oder Alleinerziehende mit Kindern, die ohnehin schon schwer belastet sind, noch mehr belasten. Zudem könnten sich zwei Familien künftig für eine feste Betreuungsgemeinschaft während des Shutdowns zusammenschließen.

„Geschlaucht und genervt“

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat am Freitag, den 08. Januar 2021, vor dem Landtag eine Rede gehalten zur Verlängerung und Verschärfung des Shutdowns. Zwar könne man wegen des Impfstoffes positiv ins neue Jahr starten, aber „man sei noch längst nicht über den Berg“. Bezogen auf die Wintermonate sagte Kretschmann: „Vor uns liegt vermutlich die schwierigste Strecke der Pandemie.“ In dieser Zeit komme es an, „stark und geduldig zu bleiben, auch wenn wir alle von der Pandemie geschlaucht und genervt sind.“ Denn die Lage sei ernst. Das medizinische Personal sei in vielen Krankenhäusern und Heimen an seiner Belastungsgrenze. Die Intensivstationen seien noch nie so voll gewesen wie zum Jahreswechsel. Zwischenrufe ertönen an dieser Stelle von Seiten des Parlaments, dass das gar nicht stimmen würde.

Wirft man am 08. Januar 2021 einen Blick auf das Divi-Intensivbettenregister gibt es derzeit 5.484 Covid-Intensivfälle in den Krankenhäusern. 22.568 gibt es insgesamt, das heißt, in rund jedem vierten Intensivbett liegt derzeit laut dem Divi-Register ein Covid-Patient. 4.364 Intensivbetten sind derzeit laut Divi noch frei, was 16,2 Prozent entspricht.

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Intensivbettenbelegung nach dem Divi-Register. Stand: 08. Januar 2021. Quelle: ntv

Eine „harte und kurze“ Bremsung

„Noch nie seit dem Beginn der Pandemie seien so viele Menschen an Corona gestorben wie im letzten Monat“, sagt Kretschmann. Ob sich seine Zahlen auf Baden-Württemberg oder Deutschland beziehen, ist nicht bekannt. „Wir sind immer noch weit davon entfernt“, so Kretschmann an den Inzidenzwert von 50 zu kommen (50 neue Fälle pro 100.000 Einwohner pro Woche, dann sei eine Rückverfolgung der Corona-Kontaktpersonen über die Gesundheitsämter wieder möglich und die Infektionsketten „wirksam brechen“). So exponentiell wie die Zahlen ansteigen, können sie auch wieder zurückgehen, wenn man „hart und kurz“ bremse. „Nur niedrige Zahlen verhindern Tod und Leid“. Hinzu komme: Die Virusmutationen von Großbritannien, die bereits in Baden-Württemberg angekommen sei, seien zudem vermutlich wesentlich ansteckender. Man wolle auch das medizinische Personal nicht noch mehr belasten.

Haus darf man nur in dringenden Fällen verlassen

Kretschmann betont, dass es in Baden-Württemberg Ausgangsbeschränkungen gibt, die es nach wie vor einzuhalten gelte. „Man darf das Haus nur mit triftigem Grund verlassen“, betont der Ministerpräsident, ohne das jedoch näher zu präzisieren. Auch Abends gelte es, zu Hause zu bleiben. Kretschmann verteidigt die harten Coronamaßnahmen, indem er sagt: „Wenn wir jetzt anders handeln würden, würden die Zahlen explodieren“.

Als „historisch einmalige Leistung“ bezeichnete Kretschmann die schnelle Entwicklung eines Impfstoffes.

Hohenlohekreis derzeit ein niedriger Inzidenzwert

Der Hohenlohekreis hat aktuell einen vergleichsweise niedrigen Inzidenzwert von 95,9 pro 100.000 Einwohner. Im Hohenlohekreis wurden am 8. Januar 2021 insgesamt 14 neue Corona-Fälle gemeldet.

Winfried Kretschmann erklärt die neuen Shutdown-Maßnahmen am 07. Januar 2021. Quelle: Screenshot youtube

Der baden-württembergiche Landtag bei der Rede von Winfried Kretschmann, der die neuen Shutdown-Maßnahmen am 07. Januar 2021 erklärt. Quelle: Screenshot youtube

 

 




„Ich wollte nicht, dass wegen mir andere Leute sterben“

„Ich wollte nicht, dass wegen mir andere Leute sterben.“ Das sagt eine Sechtsklässlerin in der Dokumentation von Arte: „Corona: Sicherheit kontra Freiheit“, die man noch bis 07. Januar 2021 online abrufen kann: https://www.arte.tv/de/videos/098118-000-A/corona-sicherheit-kontra-freiheit/?fbclid=IwAR2sfN6H3dwmXQHOQL3BN3A8CugCOKvUWNb0JV4-Gh5nSWOPA9YDhpVSq4s

Gleich zu Beginn der Pandemie wurden Kinder stigmatisiert

In der rund 50-minütigen Doku geht es unter anderem um die Angstschürung in Deutschland (wir berichteten https://www.gschwaetz.de/2021/01/06/wenn-man-den-menschen-nur-erzaehlt-es-ist-fuer-das-gute-sind-sie-zu-fast-allem-bereit/) und das Durchregieren ohne das Parlament (wir berichteten https://www.gschwaetz.de/2021/01/06/gesundheitsminister-jens-spahn-kann-zunaechst-fuer-ein-jahr-weitreichende-entscheidungen-treffen-ohne-das-parlament-konsultieren-zu-muessen/). Im dritten Teil nun geht es um die Kinder, die zu Beginn der Pandemie in Deutschland im Frühjahr 2020 als Überträger Nummer eins seitens der Politik kommuniziert wurden. Kinder sollten möglichst keinen direkten Kontakt mehr mit ihren Großeltern haben. Diverse Familien trennten die Kinder von ihren Großeltern daher über Monate. Sie sahen sich nur noch über Skype oder telefonierten. Manche an Corona erkrankte Kinder wurden zeitweise sogar in der Familie separiert – auf politisches Anraten hin – ohne an die psychischen langfristigen Folgen zu denken.

Kinder unter Generalverdacht, den Tod anderer zu verschulden

„Kinder standen unter Generalverdacht, den Tod anderer zu verschulden“, so Arte. Dabei war zu dieser Zeit noch nicht klar, wer sich wie warum ansteckte. Nur weil Kinder vermeintlich wenig bis keine Symptome haben, sind sie nicht ansteckender als andere Menschen beziehungsweise eine Studie Monate später kam sogar zu dem gegenteiligen Schluss, nämlich, dass Kinder weniger Covid-19 übertragen als andere Personengruppen, weswegen sich unter anderem die baden-württembergische Landesregierung daraufhin für konsequente Schulöffnungen und Präsenzunterricht stark machte.

Hendrik Streeck: „Schulen tragen nicht zum Infektionsgeschehen bei“

So verweist der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte darauf hin, dass „von Kindern nur selten Infektionen ausgehen“. So wie die schwedische Regierung, die die Eigenverantwortung auf diejenigen legt, die zu einer Risikogruppe zählen, sieht auch die Kinderärztin Karin Michael nicht das Ziel darin, dass jedes Kind eine Maske trägt, sondern nur diejenigen, die besonders gefährdet sind. Dadurch dass Kinder als Todesengel abgestempelt worden seien, sei ihnen eine Last auferlegt worden, so die Ärztin, die zu schweren psychischen Problemen führen können. Kinderärztin Nicola Fels stimmt dem zu: „Man muss sich das mal vorstellen: Wie gehen diese Kinder jetzt durch’s Leben? Mit dem Gefühl: ,Ich könnte dafür verantwortlich sein, dass jemand stirbt.'“ Unterstützung bekommen sie dabei von dem Virologen Hendrik Streeck: „Schulen wurden noch nie als ein Superspreading-Event beschrieben, so dass man relativ sicher sagen kann, dass Schulen nicht zum Infektionsgeschehen beitragen.“

„Wir können unsere Freunde nicht mehr umarmen“

Diese Erkenntnisse führen jedoch in der Politik zu keinem Umdenken. Auch im Januar-Shutdown bleiben die Schulen geschlossen. Auch die Verunsicherung unter den Schülern selbst bleibt: „Wir können unsere Freunde nicht mehr umarmen. Das finde ich nicht schön“, sagt eine Sechstklässlerin in dem Beitrag.

Kinder verpfeifen sich gegenseitig, wer sich nicht an die Coronaregeln hält

Corona verändert das soziale Miteinander. Die Kinder lernen nun ein a-soziales Verhalten sei gut. „Tiefes Misstrauen, Denunziantentum und den anderen verpfeifen, wenn er etwas nicht korrekt macht“, komme hinzu, so die Kinderärztin Karin Michael. Das Ordnungsamt der Stadt bestätigt dieses Verhalten auch bei Erwachsenen. So seien während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 rund 200 Hinweise eingegangen bezüglich eines vermeintlichen Corona-Fehlverhaltens von anderen Menschen. So hatte etwa ein Imbissbetreiber die Listen, in die sich die Gäste eintragen, nicht richtig geführt, und wird verwarnt. Für manche Gäste sind die Kontrollen nicht nachvollziehbar. „Ich habe mittlerweile keine Angst mehr vor Corona, sondern vor den Maßnahmen“, sagt ein Gast in dem Arte-Beitrag.

Riss durch die Gesellschaft

Hier gibt es mittlerweile zwei Lager: Menschen, die die Maßnahmen kritisch hinterfragen oder sich nicht regelkonform verhalten möchten und Menschen, die hinter den Coronamaßnahmen stehen. Eine Spaltung der Gesellschaft ist dadurch bereits eingetreten, findet Soziologin Ulrike Guerot. Die Frage sei, ob es der Gesellschaft gelinge, nach Corona diesen Spalt wieder zu schließen.

Menschen haben Angst, eine Meinung zu äussern, die abweicht von der öffentlich vorherrschenden Meinung

Der Philosoph Markus Gabriel sagt: „Es besteht derzeit die Neigung, dass die Gesellschaft Menschen, die eine andere Meinung als die öffentlich vorherrschende Meinung vertreten, zu Dissidenten machen. „Viele völlig vernünftige Menschen haben das Gefühl, dass es gefährlich geworden ist, eine Meinung zur Pandemiebekämpfung zu haben, die abweicht von der herrschenden Meinung.“ Viele Bürger haben indes kein Verständnis für die Demonstrationen gegen die Coronamaßnahmen. Für die meisten geht die Sicherheit vor. Selbst ein Hinterfragen wird oft nicht mal mehr geduldet.

Es herrsche eine „geschlossene Meinungsdecke“, urteilt die Soziologin Guerot. Gesundheitwissenschaftlerin Claudia Hanson pflichtet dem bei: „Covid ist ein weißer Elefant, der im Raum steht und wir können nicht diskutieren.“

 

 

 

 

 




„Wenn man den Menschen nur erzählt, es ist für das Gute, sind sie zu fast allem bereit“

Eine zentrale Frage, die angesichts des harten Shutdowns, den Deutschland derzeit erlebt, lautet: „Sind die Eingriffe verhältnismäßig angesichts der Schäden, die sie erzeugen?“ Das fragt unter anderem der Sender Arte in seiner deutsch-französischen Dokumentation: „Corona – Sicherheit kontra Freiheit.“ Die Doku ist noch bis zum 07. Januar 2020 online abrufbar:

https://www.arte.tv/de/videos/098118-000-A/corona-sicherheit-kontra-freiheit/?fbclid=IwAR2sfN6H3dwmXQHOQL3BN3A8CugCOKvUWNb0JV4-Gh5nSWOPA9YDhpVSq4s

„Worin läge der Vorteil, wenn wir 40.000 oder 50.000 mehr Tote hätten?“

In mehreren Beiträgen widmen wir uns von der Redaktion GSCHWÄTZ den Inhalten dieser Dokumentation, weil wir sie anhand der befragten hochkarätigen Personen als sehr aussagekräftig halten. Teil 1 beschäftigt sich mit den Mechanismen der Angst im Coronajahr 2020.

Sicherheit versus Freiheit – Waren beziehungsweise sind die harten Coronaßnahmen nötig?

„Wir müssen davon ausgehen, dass wir soziale, bildungspolitische, finanzielle Nebeneffekte haben, die sehr groß sein werden“, sagt etwa Ulrike Guerot, Soziologin an der Donauuniversität Krems.“ Der Immunologe Jean-Francois Delfraissy ist sich wiederum sicher: „Der Lockdown war die einzige Möglichkeit, das Virus zu stoppen angesichts seiner explosionsartigen Verbreitung in der gesamten Bevölkerung.“Auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fragt völlig ironiefrei: „Worin läge denn der Vorteil, wenn wir ohne Lockdown nun 40.000 der 50.000 Tote hätten?“ Der Epidemiologe Laurent Toubiana verweist wiederum auf Schweden und darauf, dass dieses Land ohne Lockdown keine höheren Sterberaten aufweise als Frankreich. Zwischen Frühjahr und Herbst 2020 sind in Frankreich laut der Dokumentation über 37.000 Menschen an Corona gestorben. Das ist eine der höchsten Todesraten in ganz Europa.

Sicherheit versus Freiheit – Waren beziehungsweise sind die harten Coronamaßnahmen nötig, fragt der Arte-Beitrag und lässt die Diskussion, die sich bald im Kreis zu drehen scheint, beginnen. Dabei zeigt sich schnell: Letztendlich kann man alles mit diversen Zahöen, Studien und Statistiken begründen. Das Für, aber auch das Wider der Maßnahmen, die es so (einheitlich) noch nie in Deutschland und auf der Welt gegeben hat.

Schweden gegen den Rest der Welt

Auch in Frankreich gibt es, ähnlich wie in Deutschland, Demonstrationen gegen die Coronamaßnahmen. In Frankreich gehen auch Ärzte und Pfleger:innen auf die Straße, um auf den Personal- und Materialmangel aufmerksam zu machen. Auch vor der Coronakrise gab es im französischen Gesundheitssystem massive Sparmaßnahmen – ähnlich wie in Deutschland, auch im Hohenlohekreis (wir berichteten). Hier in Deutschland bewegte sich der Protest der Mitarbeiter des Gesundheitswesens allerdings auf eher wütende Facebook-Posts. Um 21 Uhr applaudieren diverse Bürger für die Krankenschwestern und Pfleger, das soll erst einmal reichen.

Viele Schweden blieben einfach freiwillig zu Hause

Anders als Frankreich und Deutschland setzt Schweden bei den Coronamaßnahmen auf Selbstbestimmung der Bürger setzte. Viele Schweden seien auf dem Höhepunkt der Krise freiwillig zu Hause geblieben, so die Arte-Doku. Bereits im Frühjahr 2020 sagte die schwedische Regierung, dass man lange mit dem Virus werde leben müssen. Daher setzte die Regierung auf Maßnahmen, die die Bürger auch lange mitmachen können und würden. Die Todeszahlen schnellten allerdings erst einmal in die Höhe. 2020 gab es in Schweden bis November 2020 fünfmal so viele Coronatote wie in Deutschland, wenn man die Zahlen auf die Einwohnerzahlen herunterbricht. Allerdings scheint die Psyche der Schweden, so zeigt es der Film, durch die milderen Maßnahmen stabiler zu sein nach den Coronamonaten. Demos blieben aus.

So einfach gehorchen Menschen

Angela Merkel vergleicht die derzeitige Coronakrise indes mit dem Zweiten Weltkrieg, so schwierig sei die derzeitige Lage. Die Soziologin Guerot erklärt die breite Akzeptanz der harten Maßnahmen in Deutschland mit Psychologie: „Wenn man den Menschen nur erzählt, es ist für das Gute, sind sie zu fast allem bereit.“ Die Maske sei dabei die symbolische Aufladung. Der soziale Druck, sie zu tragen, dementsprechend groß.

Die deutsche Regierung setzt auf Disziplin, Angst und Emotionen

Ein internes Papier aus dem Innenministerium vom April 2020 lässt darauf vermuten, dass die deutsche Regierung vor allem auf Disziplin, Angst und Emotionen bei ihren Bürgern setzt, um die Coronamaßnahmen umzusetzen: „Der worst case ist mit allen Folgen für die Bevölkerung in Deutschland unmissverständlich zu verdeutlichen. […] Um die gewünschten Schockwirkungen zu erzielen, müssen die konkreten Auswirkungen einer Durchseuchung auf die menschliche Gesellschaft verdeutlicht werden.“ Wenn nichts getan werde, prognostizieren die Experten über eine Million Tote in Deutschland im Jahr 2020 – durch Corona. Letzten Endes wären es wesentlich weniger gewesen, wenn man an die Zahl denkt, die Karl Lauterbach zu Beginn des Beitrages genannt hat – 30.000 bis 40.000. Das sind immer noch viele Tote – aber kein Vergleich zu der Zahl, die vor rund einem Jahr genannt wurde. Die Frage ist: Kann man sich wirklich so verkalkulieren oder war das vielleicht doch Taktik?

„Menschen, die Angst haben, lassen sich in Krisen besser steuern“

Weiter heißt es in dem Papier: Man müsse klarmachen, dass viele Menschen um Luft ringend zu Hause sterben. Kinder würden Eltern anstecken. Der Psychologe Professor Gerd Gigerenzer vom Max-Plack-Bildungsinstitut für Bildungsforschung, erklärt: „Menschen, die Angst haben, lassen sich in Krisen besser steuern, solange sie nicht zu viel Angst haben.“ Man könne vermuten, dass die Modellrechnugnen, die anfangs kursierten und die viel zu hoch waren, geholfen haben, dass Menschen genügend Angst bekommen haben und die Hygieneregeln befolgt haben.“

„Die Angst der Bevölkerung steht in keinem Verhältnis zu den Todeszahlen“

In Deutschland hatten im Herbst 2020 rund 37 Prozent Angst, an Corona zu erkranken, in Frankreich waren es 70 Prozent. Die Angst steht, so Arte, in keinem Verhältnis zu den Todeszahlen. Zum Vergleich: Etwa 20mal so viele Menschen starben in Deutschland an Krebs.

Nur wenig kritische Stimmen, als es um die starken Eingriffe in die Grundrechte ging

„Sind es die Angst und der Schock, den die Parlamentarier im März 2020 dazu veranlasst, nach nur 1,5 Stunden über eine epidemische Lage nationaler Tragweite zu entscheiden und dass es zu diesen starken Eingriffen in die Grundrechte lange Zeit nur wenige kritische Stimmen gab?“, fragt Arte.




Neue Bewegungsregelungen betreffen derzeit nicht den Hohenlohekreis

Durch die seit Dienstag, den 05. Januar 2021, von der Bundesregierung beschlossenen verschärften Corona-Shutdown-Maßnahmen wird die Gesellschaft auf den ersten Blick noch a-sozialer. Noch weniger Kontakt, noch mehr Distanz, noch weniger Bewegungsradius. Hier die neuen Maßnahmen im Überblick und inwiefern sie Baden-Württemberg und den Hohenlohekreis betreffen:

// Der derzeitige Shutdown wird verlängert bis mindestens 31. Januar 2020

// Geöffnet haben weiterhin nur Supermärkte und Drogerien. Baumärkte, Elektromärkte, Restaurants und Buchhandlungen bleiben geschlossen beziehungsweise dürfen nur Dienste To-Go anbieten

// Es gelten noch schärfere Kontaktbeschränkungen. Ein Hausstand /eine Familie darf sich künftig nur noch mit einer weiteren Person, nicht aber einem weiteren Hausstand / einer weiteren Familie treffen. Neu: Hier zählen nun auch Kinder jeden Alters.

Sonderweg Baden-Württemberg

// Kitas und Schulen haben bis mindestens Ende Januar geschlossen. Die Schüler sollen im homeschooling lernen. Bundesweit sprach man davon, dass Schüler von der ersten bis sechsten Klasse frühestens ab Anfang Februar 2021 in den Präsenzunterricht zurückkehren sollen. Baden-Württemberg möchte jedoch für die Grundschüler die Schulen bereits wieder ab dem 18. Januar öffnen, wenn es die Coronazahlen zulassen. Auch die Kitas sollen dann wieder öffnen. https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/alle-meldungen/meldung/pid/lockdown-bis-ende-januar-verlaengert/

// Der Bewegungsradius wird eingeschränkt in Regionen mit einer Inzidenz von über 200. Dann dürfen sich Bewohner nur noch 15 Kilometer vom Wohnort wegbewegen. Ursprünglich wollte die Bundeskanzlerin laut diversen Medienberichten durchsetzen, dass der Bewegungsradius bereits ab einer Inzidenz von 100 eingeschränkt wird. Das hätte fast ganz Deutschland betroffen. Problematisch wird der neue Bewegungsradius dennoch in Regionen, in denen man zum einkaufen weiter als 15 Kilometer fahren muss. Das darf man nämlich laut den neuen Bestimmungen nicht mehr.

Baden-Württemberg schert auch hier aus: „Baden-Württemberg plant aktuell, das nicht umzusetzen, da das Land die Regelung zunächst auf Umsetz- und Kontrollierbarkeit prüft.“

Der Hohenlohekreis hat derzeit einen Inzidenzwert von 130,5 und würde somit noch nicht in den eingeschränkten Bewegungsradius fallen. Heilbronn allerdings stünde mit einer Inzidenz 189 kurz davor. Am Dienstag, 5. Januar 2021, hat das Landratsamt des Hohenlohekreises insgesamt 34 neue Corona-Infektionen an das Landesgesundheitsamt gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 130,5 pro 100.000 Einwohner. Auch ein Todesfall wurde im Hohenlohekreis gemeldet. Erneut sind 7 Fälle in Pflegeheimen bestätigt. Mit Stand 05. Januar 2021 gibt es in insgesamt 5 Pflegeheimen im Hohenlohekreis positive Fälle. Die ersten Pflegeheimmitarbeiter sind nun gegen Corona geimpft worden. Weitere Informationen zum Coronavirus sowie das Dashboard mit den einzelnen Zahlen pro Gemeinde sind unter www.corona-im-hok.de zu finden.

Hohenlohekreis: „Es ist richtig, den Lockdown zu verlängern“

„Die Zahlen zeigen nach wie vor, dass wir uns in einer äußerst angespannten Lage befinden. Die heute getroffenen Maßnahmen sind für mich daher alles andere als unerwartet“, sagt Gotthard Wirth, der erste Landesbeamte des Hohenlohekreises, zu den neuen Shutdown-Entscheidungen von Bund und Ländern. „Es ist richtig, den Lockdown zu verlängern. Auch machen die noch weitergehenden Regelungen deutlich, dass wir uns hinsichtlich des Ausbruchgeschehens und dessen Folgen noch lange nicht an dem Punkt befinden, zu dem wir hinmüssen.“

Die vermeintlich a-soziale Gesellschaft

Die Maßnahmen sollen dazu dienen, dass der Inzidenzwert wieder auf mindestens 50 sinkt und damit eine Rückverfolgung der Corona-Kontaktpersonen wieder möglich ist. Dadurch sollen letztendlich weniger Menschen an Corona erkranken und weniger daran sterben. Derweil gibt es kritische Stimmen, die die Maßnahmen als zu hart empfinden und auf langfristige Folgeschäden hinweisen im sozialen und psychischen Bereich.

 




Mobile Impfteams starten im Hohenlohekreis

Am Mittwoch, den 30. Dezember 2020, erfolgten die ersten Impfungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie im Hohenlohekreis. Hierzu sind mobile Impfteams des zentralen Impfzentrums aus Rot am See in zwei Pflegeheimen im Kreis im Einsatz, am Donnerstag folgten zwei weitere Pflegeheime im Hohenlohekreis. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises hervor.

111 Impfungen

„Wir planen heute insgesamt 111 Impfungen im Hohenlohekreis durchzuführen“, erklärt Dr. Susanne Bublitz, Impfbeauftragte im Hohenlohekreis. „Die Impfungen beginnen auch im Hohenlohekreis in den Pflegeheimen und damit bei den Menschen, die durch das Coronavirus am stärksten gefährdet sind.“

„Heute ist ein guter Tag für die Menschen im Hohenlohekreis“

Auch Landrat Dr. Matthias Neth sieht die Impfungen als wichtigen Schritt zur Bewältigung der Pandemie. „Heute ist ein guter Tag für die Menschen im Hohenlohekreis. Die Impfung ist für die Bewohner der Pflegeheime, aber auch für uns alle der Beginn zu einer langsamen Rückkehr in die Normalität. Ich freue mich, dass wir in unserem Kreisimpfzentrum ab Mitte Januar 2021 vielen weiteren Bürger:innen die Impfung ermöglichen können.“ Sobald feststeht, wann genau die ersten Impfungen in der Hohenlohe-Sporthalle stattfinden und wann diese Termine gebucht werden können, wird das Landratsamt Hohenlohekreis hierüber informieren.

 

Erste Impfungen im Hohenlohekreis. Landrat Dr. Matthias Neth und Dr. Susanne Bublitz empfangen den Impfstoff für den Hohenlohekreis.Foto: Landratsamt Hohenlohekreis

Erste Impfungen im Hohenlohekreis. Foto: Landratsamt Hohenlohekreis. Mitarbeiter des Mobilen Impfteam mit dem Impfstoff. Foto: Landratsamt des Hohenlohekreises