Laut einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises von Dienstag, den 10. März 2020, gibt es vier weitere bestätigte Coronavirus-Fälle.
Die Betroffenen kommen alle aus der Gemeinde Kupferzell. Der Gesundheitszustand ist laut dem Landratsamt in allen Fällen gut und sie befinden sich in häuslicher Isolation. Eine stationäre Aufnahme ist nach derzeitigem Stand nicht notwendig. Die weiteren Kontaktpersonen sind ebenfalls isoliert und werden am Mittwoch, den 11. März 2020, getestet. Eine Kontaktperson wird vorsorglich in der Akademie für Landbau und Hauswirtschaft in Kupferzell untergebracht und versorgt, bis das Testergebnis vorliegt.
Häusliche Isolation
Insgesamt sind derzeit sechs Coronavirus-Fälle im Hohenlohekreis nachgewiesen (Stand 10.03.2020, 18 Uhr).
Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes wird das Landratsamt Hohenlohekreis in Fällen von Coronavirus-Infektionen keine weiteren Informationen zu persönlichen Daten Betroffener bekanntgeben.
Das Landratsamt arbeitet laut eigenen Angabe weiterhin auf Hochtouren, die Verbreitung des Virus‘ so lange es geht zu verhindern beziehungsweise zu verlangsamen. „Wir sind gut vorbereitet und wir sehen nun, dass die Zahnräder ineinandergreifen und funktionieren. Die betroffenen Fälle sind alle gut versorgt. Jetzt werden wir die Kontaktpersonen ermitteln, um weitere Infektionsketten zu unterbrechen. Das ist ein wichtiger Teil der Phase eins der weltweit geltenden Seuchenschutzstrategie, der so genannten Containment- oder Eindämmungsphase“, so Landrat Dr. Matthias Neth über die aktuellen Maßnahmen im Hohenlohekreis. „Das ist vor allem wegen des Zeitgewinns wichtig: Ansonsten würden die niedergelassenen Arztpraxen und Krankenhäuser sehr schnell an den Rand ihrer Handlungsfähigkeit kommen, gerade wenn die Coronaepidemie mit der Hochphase der Influenza zusammentrifft.“
Betroffene Schulen:
Gemeinschaftsschule Neuenstein und Gewerbliche Schule Öhringen
Die Untersuchungsergebnisse der begründeten Verdachtsfälle von Sonntag liegen mittlerweile vor. In beiden Fällen wurde keine Corona-Infektion nachgewiesen.
Der Schulbetrieb für die Schüler der Klassen 5-10 der Gemeinschaftsschule Neuenstein wird ab Donnerstag, 12. März 2020, wieder wie gewohnt stattfinden. „Wir haben uns dazu entschieden, morgen die Schüler der Sekundarstufe noch vom Unterricht zu befreien und starten dann ab Donnerstag in einen ruhigen Schulbetrieb“, so Bürgermeister Karl-Michael Nicklas und Rektor Matthias Wagner-Uhl.
Der reguläre Unterricht der Klassen 13 der Gewerblichen Schule Öhringen wird ab Donnerstag, 12. März 2020, wiederaufgenommen, ab Mittwoch, den 11. März 2020 stehen für die betroffenen Klassen für Gruppen- und Projektarbeiten reguläre Klassenzimmer zur Verfügung.
Alle Betroffenen werden entsprechend durch die Schulen schnellstmöglich informiert.
Berufsschulzentrum Künzelsau und Johann-Friedrich-Mayer-Schule, Gemeinschaftsschule Kupferzell
Aufgrund weiterer begründeter Verdachtsfälle wird ab Mittwoch, 11. März 2020, bis mindestens Ende der Woche, Freitag, 13. März 2020, der Unterricht am Berufsschulzentrum Künzelsau (teilweise) und an der Johann-Friedrich-Mayer-Schule, Gemeinschaftsschule Kupferzell (vollständig) entfallen.
Berufsschulzentrum Künzelsau
Betroffen sind einzelne Klassen aller drei Schulen des Berufsschulzentrums:
– Kaufmännische Schule Künzelsau
– Gewerbliche Schule Künzelsau
– Karoline-Breitinger-Schule Künzelsau
Die Kontaktperson war Schüler des einjährigen Berufskollegs zum Erwerb der Fachhochschulreife der Kaufmännischen Schule. Da auch Kontakt dieser Klasse zur schulübergreifenden Klasse der Berufsoberschule 1. Jahr der Gewerblichen Schule und Karoline-Breitinger-Schule bestand, werden auch diese Schüler und Lehrer vorsorglich vom Unterricht freigestellt. „Mit dieser eingeschränkten Maßnahme halten wir das Risiko einer Übertragung auf die gesamte Schulgemeinschaft klein“, teilt Gerald Bollgönn, Schulleiter der Kaufmännischen Schule Künzelsau, mit.
Johann-Friedrich-Mayer-Schule, Gemeinschaftsschule Kupferzell
Betroffen von der Freistellung ist der gesamte Schulbetrieb. „Das Wohl der Schüler, als auch der Lehrkräfte geht vor“, so Christoph Spieles, Bürgermeister der Gemeinde Kupferzell, über die vorsorgliche Unterrichtsbefreiung bis 13. März 2020.
Alle Betroffenen werden entsprechend durch die Schulen schnellstmöglich informiert.
Zentrale Abstrichstelle
Die niedergelassenen Ärzte haben heute in Kooperation mit dem Gesundheitsamt eine Zentrale Abstrichstelle in Betrieb genommen. Dr. Susanne Bublitz, Vorsitzende der Kreisärzteschaft Öhringen, hat am ersten Tag fast zwei Dutzend Abstriche durchgeführt: „Es lief sehr gut und völlig unproblematisch. Aber es ist weiterhin wichtig, dass nur diejenigen zur Abstrichstelle kommen, die sich zuvor mit ihrem Hausarzt in Verbindung gesetzt haben.“
Getestet werden Personen, die Symptome zeigen und entweder Kontakt mit einem nachgewiesenen COVID-19-Erkrankten hatten oder sich in einem vom RKI ausgewiesenen Risikogebiet aufgehalten haben. Abstriche werden nur bei begründeten Verdachtsfällen vorgenommen, die sich telefonisch über den Hausarzt angemeldet und einen Termin erhalten haben.
„Wir müssen die Situation natürlich weiter gemeinsam mit den niedergelassenen Ärzten beobachten. Wenn es notwendig ist, können wir mit dem THW die Kapazität der Abstrichstelle hochfahren. Für diese Lage sind wir ebenfalls vorbereitet. Klar ist aber immer – nicht jeder kann so vorbeikommen – in jedem Fall ist der Erstkontakt über den Hausarzt erforderlich“, so Landrat Dr. Matthias Neth.
Bürger-Info-Telefon
Für alle Fragen zum Coronavirus ist das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises werktags von 8 bis 18 Uhr sowie am Wochenende von 9 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 07940 18-888 zu erreichen. Außerhalb dieser Zeiten ist ein Anrufbeantworter geschaltet, der auf die dann zuständigen Stellen verweist.
Auch am Montag gingen rund 60 Anrufe beim Bürgertelefon ein. „Es ist schön festzustellen, dass die Bevölkerung sensibilisiert ist und sich im Zweifel bei Fragen an uns wendet, denn so können wir gemeinsam die richtigen Schritte besprechen“, so Annemarie Flicker-Klein, stellvertretende Amtsleiterin des Gesundheitsamts. „Viele sind derzeit verunsichert, ab wann sie sich als Kontaktperson isolieren sollten.“
Es gilt:
• Personen, die (unabhängig von einer Reise) einen direkten persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich – auch wenn sie keine Krankheitszeichen haben – telefonisch an das Gesundheitsamt, Tel. 07940 18-888, wenden.
• Personen, die sich in einem ausgewiesenen Risikogebiet (Teile von China und Südkorea, ganz Italien und Iran) aufgehalten haben, sollten – unabhängig von Symptomen – unnötige Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben. Beim Auftreten der einschlägigen Symptome wie Husten, Schnupfen, Halsschmerzen und Fieber sollte nach telefonischer Anmeldung mit Hinweis auf die Reise ein Arzt aufgesucht werden.
• Für Reisende aus Regionen, in denen COVID-19-Fälle vorkommen, die aber keine Risikogebiete sind, gilt folgendes: Wer innerhalb von 14 Tagen nach Rückreise Fieber, Husten oder Atemnot entwickelt, sollte – nach telefonischer Anmeldung und mit Hinweis auf die Reise – einen Arzt aufsuchen. Zudem sollten unnötige Kontakte vermieden werden.
Für den Schutz vor einer Ansteckung gilt nach wie vor: Einhaltung der Hust- und Nies-Etikette, gute Handhygiene und Abstand zu Erkrankten.
Das Landratsamt Hohenlohekreis bietet fortlaufend aktualisierte Informationen und Links unter www.hohenlohekreis.de an. Ein offener Brief von Landrat Dr. Matthias Neth zur aktuellen Situation im Hohenlohekreis, Stand 10.03.2020, ist ebenfalls eingestellt.
Des Weiteren können sich Bürgerinnen und Bürger täglich zwischen 9 und 18 Uhr unter der Telefonnummer 0711 904-39555 an eine eigens eingerichtete Hotline des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg wenden.
Quelle und Foto: Landratsamt des Hohenlohekreises