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Corona/Hohenlohe: 16 weitere Fälle bestätigt – Gesamt bestätigt: 167 Fälle – 150 Anmeldungen bei Drive-In-Abstrichstelle

Am Mittwoch, den 18. März 2020, sind 16 weitere Fälle im Hohenlohekreis bestätigt worden. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises hervor. Insgesamt sind damit 167 Coronavirus-Fälle im Hohenlohekreis nachgewiesen (Stand 18.03.2020, 19 Uhr).

Nachbarschaftshilfe

Landrat Dr. Matthias Neth begrüßt die Solidarität, die in dieser schwierigen Situation im Kreis gelebt wird: „Es ist vorbildlich, wie die Hohenloher  Bürger sich gegenseitig helfen. Halten Sie bei der Nachbarschaftshilfe jedoch unbedingt den notwendigen Abstand, insbesondere zu Personen aus Risikogruppen. Dies gilt insbesondere auch bei der Übergabe von Einkäufen.“

Maßnahmenpaket des Hohenlohekreises

Zum Schutz der Bevölkerung hat der Hohenlohekreis bereits am Wochenende ein Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht. Dieses wurde heute um eine weitere Allgemeinverfügung ergänzt, welche Regelungen zur Arbeitszeit, wie beispielsweise zur Beschäftigung an Sonn- und Feiertagen, beinhaltet.

Die Allgemeinverfügung sowie weitere Informationen zum Thema Coronavirus sind über http://www.hohenlohekreis.de abrufbar.

Zentrale Abstrichstelle im Hohenlohekreis

Seit Montag, 16. März 2020, gibt es eine Drive-in-Abstrichstelle in Belzhag. Abstriche werden nur bei begründeten Verdachtsfällen vorgenommen, die sich telefonisch über den Hausarzt angemeldet und um einen Termin erhalten haben. Am Mittwoch, de 19. März 2020, gab es hierfür zirka 150 Anmeldungen.

Bürger-Info-Telefone

Für alle Fragen zum Coronavirus ist das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises werktags von 8 bis 18 Uhr sowie am Wochenende von 9 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 07940 18-888 zu erreichen. Außerhalb dieser Zeiten ist ein Anrufbeantworter geschaltet. Heute hat das Bürger-Info-Telefon 261 Anrufe entgegengenommen.




Bürgermeister Neumann: „Wir nehmen die Lage ernst, aber übertriebene Panikmache ist nicht angesagt“ – Wie es nun weitergeht in der Kreisstadt für die Bürger & das Gewerbe

Es ist Dienstagvormittag, der 17. März 2020. Stefan Neumann kommt gerade von einer Sondersitzung des Leitungsstabes zum Coronavirus‘. Sie würden sich nun fast täglich treffen, erklärt der Bürgermeister von Künzelsau. „Bislang waren wir im Beobachtungsmodus, jetzt sind wir im Krisenmodus“ angesichts der steigenden Zahlen an Infizierten im Hohenlohekreis. Der Rathauschef wirkt dennoch ruhig und gelassen. Wir wohlen von ihm wissen: Wie gut ist Künzelsau vorbereitet auf das, was nun kommen könnte?

Neumann: „Wir haben uns relativ früh entschieden, hier eher restriktiv vorgehen, wir waren früh dran mit der Absage von Veranstaltungen.“

Tatsächlich hat Künzelsau früher als andere Städte und Gemeinden Veranstaltungen, die in den kommenden Wochen angestanden wären, abgesagt, so auch die Einwohnerversammlung, die eigentlich direkt nach den Faschingsferien hätte stattfinden sollen.

GSCHWÄTZ: Wie sehen Sie die Rolle der Stadtverwaltung in der kommenden Zeit?

Neumann: Es gibt ja nun diverse Verordnungen des Landes, unter anderem was Restaurants und Geschäfte betrifft. (Anm. d. Red.: Mehr Informationen zu den Schließungen am Beispiel Bruchsal: https://www.wochenblatt-reporter.de/bruchsal/c-lokales/zum-schutz-vor-dem-coronavirus-schliessen-spielplaetze-und-geschaefte_a180844) Unsere Aufgabe ist es: Wie können wir vor Ort beraten und unterstützen? Wir versuchen, den Draht zu den Unternehmen und Gewerbetreibenden zu halten. Wir als Stadtverwaltung sind arbeitsfähig. Wir schichten. Wir wollen Ansprechpartner sein für Fragen, die sich nun auftun.

GSCHWÄTZ: Haben sich schon Gewerbetreibende aus Sorge, wie es nun weitergeht, an Sie gewandt?

Neumann: Ja, manche Gewerbetreibende haben mir gegenüber schon Existenzängste geäussert. Und das kann man auch verstehen. Wir als Stadt sind ja auch Vermieter und Pächter und wir machen uns Gedanken, wie wir da helfen können. Unser Ziel muss ja sein, dass diese Läden wieder öffnen können, dass es diese Läden danach noch gibt.

GSCHWÄTZ: Als eines der wenigen Rathäuser haben Sie noch geöffnet. Welche konkreten Hygienemaßnahmen gibt es für Besucher und -mitarbeiter?

Neumann: Es gibt natürlich verschärfte Hygieneregeln, das beinhaltet auch das Desinfizieren der Hände.

GSCHWÄTZ: Sitzen Sie schon mit Atemschutzmaske und Schutzhandschuhen im Büro?

Neumann (lacht): Nein. Ich halte nichts davon, dass jeder jetzt mit Atemschutzmaske und Schutzhandschuhen vor die Tür geht. Wir nehmen die Lage ernst, aber übertriebene Panikmache ist nicht angesagt. Wenn jeder die Regeln beachtet, kann man was tun. Wir haben gestern morgen beraten, ob wir Spielplätze schließen oder nicht. Nun kam die Botschaft, dass die Spielplätze geschlossen werden müssen.

GSCHWÄTZ: Sie sind selbst dreifacher Familienvater. Wie gehen Sie und Ihre Frau privat mit der Situation um?

Neumann: Man bleibt zu Hause, im Garten oder auf der Straße vor dem Haus, man schraubt die sozialen Kontakte herunter. Das ist anstrengend, aber es wird noch viel anstrengender werden.

GSCHWÄTZ: Wie lange, schätzen Sie, könnten diese Maßnahmen dauern?

Neumann: Das wird bis Ostern noch ein Stück anziehen mit den Fällen. Wir hoffen, dass diese Eindämmungsmaßnahmen Wirkung zeigen. Und dann streben wir an, nach Ostern das öffentliche Leben wieder in Gang zu setzen. Alle Regelungen dienen dazu, die Eindämmung zu verlangsamen. Jeder sollte die Lage ernst nehmen. Bezüglich Veranstaltungen werden wir auch im Mai nichts Größeres machen. Wir planen derzeit auch keine Veranstaltungen. Das wird uns noch eine ganze Weile begleiten.

GSCHWÄTZ: Wie oft sind Sie angesichts der Ausbreitung des Coronavirus‘ in Kontakt mit dem Landratsamt?

Neumann: Bedarfsbezogen, wir sind in direktem Austausch, teilweise mehrmals am Tag. Das funktioniert auch sehr gut. Ich glaube, die Mitarbeiter des Landratsamtes leisten richtig gute Arbeit hinsichtlich der Kommunikaton und Information.

GSCHWÄTZ: Sind Sie auch mit Ärzten vor Ort in Kontakt? Bürger haben uns berichtet, dass sie mehrere Stunden versucht haben, ihren Hausarzt telefonisch zu erreichen.

Neumann: Die Allgemeinmediziner werden, glaube ich, ziemlich überrannt, zusätzlich zu der normalen Grippewelle. Man hat ja derzeit auch ein hohes Gefühl der Unsicherheit, wenn man Husten oder Schnupfen hat. Aber man muss einfach Geduld haben, bis man durchkommt. Hier leistet jeder sein Möglichstes.

 

 

 

 




Hohenlohe: 1. Todesfall & 97 weitere bestätigte Infizierte – Häusliche Quarantäne ab sofort bei Verdachtsfällen Pflicht

Am Dienstag, den 17. März 2020 sind 97 weitere Fälle im Hohenlohekreis bestätigt worden. Insgesamt sind damit 151 Coronavirus-Fälle im Hohenlohekreis nachgewiesen (Stand 17.03.2020, 18 Uhr). Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises hervor. Das Diak Klinikum Schwäbisch Hall teilte mittlerweile mit, dass ein hochbetagter Patient mit Vorerkrankungen aus dem Hohenlohekreis an einer nachgewiesenen COVID-19-Infektion verstorben ist. Der dort stationär behandelte Patient gehörte aufgrund seiner Vorerkrankungen zu den Hochrisiko-Patienten.

Maßnahmenpaket des Hohenlohekreises

Zum Schutz der Bevölkerung hat der Hohenlohekreis bereits am Wochenende ein Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht. Dies beinhaltet eine Allgemeinverfügung zu Versammlungen und Veranstaltungen sowie eine Allgemeinverfügung zum Schutz von Einrichtungen.

Wer Symptome zeigt, muss sich zu Hause isolieren

Heute wurde eine weitere Allgemeinverfügung erlassen. Diese regelt, welche Personen sich wie lange häuslich absondern müssen. Wer Symptome zeigt und zudem entweder Kontakt zu einer nachgewiesenen Person hatte oder sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat, muss sich bis zur Mitteilung des Testergebnisses isolieren. Wenn eine Coronavirus-Infektion nachgewiesen ist, ist die häusliche Isolation ab dem Tag der Probenentnahme für die Dauer von 14 Tagen einzuhalten. Dabei handelt es sich um eine behördliche Anordnung, der unbedingt Folge zu leisten ist. Städte und Gemeinden verschicken jetzt also keine Bescheide mehr direkt an die Betroffenen.

Kreistagssitzung

Die Behördenleitung hat entschieden, die Kreistagssitzung am 30. März 2020 abzusagen.

189 Anmeldungen bei zentraler Abstrichstelle im Hohenlohekreis

Seit Montag, 16. März 2020, gibt es eine Drive-in-Abstrichstelle in Belzhag. Abstriche werden nur bei begründeten Verdachtsfällen vorgenommen, die sich telefonisch über den Hausarzt angemeldet und einen Termin erhalten haben. Am heutigen Dienstag gab es hierfür 189 Anmeldungen.

Bürger-Info-Telefone

Für alle Fragen zum Coronavirus ist das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises werktags von 8 bis 18 Uhr sowie am Wochenende von 9 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 07940 18-888 zu erreichen. Außerhalb dieser Zeiten ist ein Anrufbeantworter geschaltet. Heute hat das Bürger-Info-Telefon 349 Anrufe entgegengenommen.
Des Weiteren können sich Bürger täglich zwischen 9 und 18 Uhr unter der Telefonnummer 0711 904-39555 an eine eigens eingerichtete Hotline des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg wenden.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises.




„Dramatische Auswirkungen“ Landrat Neth wendet sich mit Videobotschaft an Bevölkerung

Dr. Matthias Neth, Landrat des Hohenlohekreises, wendet sich angesichts der rasanten Verbreitung des Coronavirus‘ an die Bevölkerung. „Die Corona-Pandemie hat dramatische Auswirkungen auf uns alle. Ich appelliere an Sie: Unterstützen Sie vor allem die, die von Corona am meisten gefährdet sind: die Alten und die Schwachen. Bieten Sie Ihnen Hilfestellung an, beispielsweise dadurch dass sie für sie einkaufen.“ Es gehe darum, die Sozialkontakte so gut es geht herunterzufahren. „Wir müssen die Ausbreitung des Virus‘ zu verlangsamen. Zeigen Sie: ,Wir Hohenloher halten zusammen.‘ Gemeinsam werden wir diese Krise lösen.“ Das erfordere eine „gewisse Disziplin von uns allen“, sagt Neth. „Aber wenn wir zeigen: Wir halten zusammen, auch in der Not, haben wir eine gute Chance, dieses Virus zu bekämpfen.“ Zu guter Letzt dankt der Landrat allen Menschen für diese Unterstützung, den Zusammenhalt, insbesondere dankt er der Polizei, der Feuerwehr, dem THW, dem Rettungsdienst, dem Personal in den Krankenhäusern und der Pflege. https://www.youtube.com/watch?v=T1r49zPMfKQ&feature=youtu.be

Screenshot des Video von Landrat Dr. Matthis Neth zur Corona-Lage, veröffentlicht am 17. März 2020.

 

 




„Jede 5. Infektion werde schwer verlaufen“ – Auch Kinder & jüngere Menschen betroffen – Arzt: „Es ist wie ertrinken, nur langsamer“

Das Robert-Koch-Institut hat nun seine Warnung hinsichtlich einer Corona-Infektion in Deutschland von „mäßig“ auf „hoch“ verändert. Das geht aus mehreren Medien hervor. Unter anderem die Welt berichtet darüber und verweist in ihrem Artikel darauf, dass es vermehrt Reaktionen aus Krankenhäusern gäbe, die schwere Krankheitsverläufe melden. So werde  jede fünfte Infektion schwer verlaufen. https://www.welt.de/vermischtes/article206602111/Coronavirus-in-Deutschland-RKI-setzt-Risikoeinschaetzung-auf-hoch.html

Zuvor hatten bereits diverse italienische Ärzte in YouTube-Videos und Artikeln Deutschland gewarnt, dass die Pandemie nicht nur ältere und chronisch Kranke treffe, sondern auch Kinder und jüngere Menschen, die letzten Endes mit Atemnot in den Krankenhäusern lägen, während es zu wenig Beatmungsgeräte gibt. Deutschland hat erst kürzlich 10.000 Beatmungsgeräte geordert. Ob das reicht für die vielen Fälle, die laut Experten auch in Deutschland kommen sollen. Ein Arzt in Italien berichtete vor kurzem dem Nachrichtenmagazin ,Die Welt‘, dass „die Coronapatienten „spüren, wenn sie sterben. Es ist wie ertrinken. Nur langsamer.“

Mehr Informationen:

https://www.welt.de/vermischtes/article206551433/Coronavirus-in-Italien-Aerzte-berichten-aus-den-Krankenhaeusern.html

https://www.tagesschau.de/ausland/corona-italien-kliniken-101.html

https://www.derwesten.de/panorama/vermischtes/coronavirus-corona-symptome-faelle-arzt-krankenhaus-aeltere-menschen-gefahr-id228687263.html

 

 

 

 




„Auffallend viele Puzzles verkauft“ – „Manche verzichten auf Salat“ – Marktverkäufer & Einzelhändler zu drohender Schließung der Geschäfte

Corona/Hohenlohe: In den Nachbarländern wurden teilweise die Ladengeschäfte bis auf Supermärkte bereits geschlossen, in Deutschland soll Ähnliches folgen. Wir haben uns in den einzelnen Läden in Künzelsau umgesehen und mit Verkäufern gesprochen, wie die Stimmung ist angesichts des um sich greifenden Virus‘ und über die Maßnahmen, die damit verbunden eventuell schon bald kommen werden.

Wenn man am Montagnachmittag, den 16. März 2020 zum Baumarkt in der Würzburger Straße fährt, merkt man noch nichts davon, dass sich sonderlich viele an den Aufrufe des Landratsamtes und teilweise auch der Bürgermeisterämter und Schulen halten, soziale Kontakte zu meiden und wenn möglich zu Hause zu bleiben, um sich nicht anzustecken. auf dem Baumarktparkplatz parken zahlreiche Autos. Auch sind keine Menschen mit Schutzhandschuhen oder Schutzmasken unterwegs. Also alles wie immer am fast ersten Tag der quasi vorverlegten Sommerferien? Nicht wirklich. Kaum jemand hält sich beim Einkaufen mit Small Talk mit Bekannten auf, die Menschen scheinen zügiger als sonst durch die Gänge zu eilen, um noch das Nötigste zu kaufen, um auch in den nächsten Wochen in einer möglichen Komplettquaränte zu Hause werkeln zu können.

In der Künzelsauer Innenstadt genießen die Menschen die ersten frühlingshaften Temperaturen und schlürfen unter freiem Himmel ihren Café in guter Unterhaltung mit Bekannten oder Freunden. In den einzelnen Geschäften schaut es schon anders aus. Auffallend wenig ist im ansonsten stark belebten Breuninger los, auch im Häussermann ist kaum jemand zu sehen. Auch hier merken sie, wie sich das Kaufverhalten der Kunden in den vergangenen Tagen verändert habe. Auffallend viele Puzzle seien demnach verkauft worden. Die Mitarbeiter würden zeitversetzt arbeiten, damit es, wenn es einen erwische, nicht alle auf einmal betroffen sind.

Ein Obst- und Gemüseverkäufer auf den öffentlichen Märkten sagt, dass sie nun ebenfalls ein paar Dinge umgestellt hätten. Es gäbe keine Selbstbedienung der Kunden mehr. Nur eine Person kassiere und: Das gesamte Verkaufspersonal trage Handschuhe, allerdings (noch) keine Atemschutzmasken. Irgendwann komme vielleicht noch ein Absperrband für den Mindestabstand. Generell würden nun weniger Menschen auf dem Markt einkaufen, berichtet ein Verkäufer: „Manche Kunden verzichten auf Salat, sondern kaufen nur noch, was man schälen und kochen kann,“ Wie es mit Produkten aus Italien wie Zucchini und Fenchel weitergehe, wisse man aktuell noch nicht. Aber ein Mangel werde voraussichtlich kommen angesichts der katastrophalen Lage, in der sich Italien bereits befände.

In Ingelfingen ist die geschäftsmäßige Mariannenstraße noch gut besucht. Ein Einzelhändler bleibt gelassen hinsichtlich des wirtschaftlichen Schadens, der bei einer vorübergehenden Schließung angesichts der Coronavirus‘ drohe. Es gäbe ja Notfallpakete zur Unterstützung von der Bundesregierung, wie das Kurzarbeitergeld. Am morgigen Mittwoch, den 18. März 2020, will Bundeswirtschaftsminister Olaf Scholz weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Wirzschaft verkünden.

 

 




Situation erinnert an Tschernobyl – Besuch bei der Corona-Abstrichstelle in Belzhag

Es hat etwas Gespenstisches. Mitten im Ort ist die Straße blockiert, kaum sieht man die Blaulichter eines THW-Fahrzeugs, so versteckt ist es geparkt, eine einsame Person in gelbem Ganzkörperschutzanzug späht die Straße auf und ab. Wir schreiben den 16. März 2020. Belzhag. Hier geht es direkt zur Drive-In-Abstrichstelle zum Testen, ob man den Coronavirus hat.

Von der anderen Seite kommend erinnert die Szenerie noch mehr an einen Hollywood-Katastrophenfilm der Kategorie B-Movie oder an Tschernobyl nach dem Reaktorunfall 1986. Ein blauer Kastenwagen des THW steht gut sichtbar an der Abzweigung nach Belzhag, ein paar Verkehrsleithütchen, ein Warndreieck, auf dem „Einsatz“ steht.  Und zwei Personen in den gleichen gelben Ganzkörperschutzanzügen, mit einem Klemmbrett ausgestattet, die Autofahrer anhalten und ihnen klarmachen, daß auf diesem Weg nur noch bestimmte Personen nach Belzhag kommen: Menschen, die einen Termin in der heute eröffneten „Abstrichstelle“ des Hohenlohekreises haben, um einen Corona-Test durchführen zu lassen. Selten war man so erfreut, daß man eine Umleitung fahren muß.

Von der Abstrichstelle selbst ist wenig zu sehen, der Bereich ist recht weiträumig abgeschirmt. Viel Betrieb herrscht am frühen Nachmittag glücklicherweise noch nicht. Andererseits kann man davon ausgehen, dass man  anhand diesen geringen Betriebes nicht automatisch auf wenig Verdachtsfälle schließen kann, brauchen doch Menschen, die hierherkommen mit einem Verdacht auf Corona quasi eine Überweisung vom Hausarzt und  da kommt man bei manchen Hausärzten derzeit nur noch schwerlich telefonisch durch. Aktuelle Zahlen der Infizierten, der Todesfälle und der Geheilten im Hohenlohekreis wurden seit Samstag, den 14. März 2020 bislang nicht veröffentlicht (Stand: 17. März 2020, 05.50 Uhr).

Der Unterschied zum B-Movie: Im B-Movie ist der Himmel bedrohlich dunkel und am Horizont ist der Widerschein von Flammen zu sehen, während der Himmel über Belzhag an diesem Montag bei schönstem Sonnenschein in blau erstrahlt.

Das THW ist ein wichtiger Ordnungshelfer in dieser aussergewöhnlichen Situation. Foto: GSCHWÄTZ

Abgesperrte Straßen auf dem Weg dorthin. Foto: GSCHWÄTZ

Abgesperrte Straßen. Foto: GSCHWÄTZ

Corona-Drive-In in Belzhag. Foto: GSCHWÄTZ

Der Zugang zum Corona-Drive-In in Belzhag ist abgeriegelt und uneinsichtig. Foto: GSCHWÄTZ

Ausnahmezustand im Hohenlohekreis. Foto: GSCHWÄTZ

Text & Fotos: Matthias Lauterer

 

 

 

 

 




Müllabfuhr fährt bislang noch wie gewohnt, aber Recycling- und Schwerpunkthöfe und Bürgertheke ab sofort geschlossen

Hohenlohekreis: Die Recycling- und Schwerpunkthöfe im gesamten Kreisgebiet werden mit sofortiger Wirkung bis einschließlich 18. April 2020 geschlossen. Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung der Abfallwirtschaft des Hohenlohekreises hervor. Der Wertstoffhof Stäffelesrain bleibt zu den gewohnten Öffnungszeiten für die kostenlosen Annahmen geöffnet. Gebührenpflichtige Abfälle können in Stäffelesrain bis auf Weiteres nicht angenommen werden. Die Abfallwirtschaft in Künzelsau hat ebenfalls für den Besucherverkehr geschlossen. Bürger, die ein persönliches Anliegen haben, müssen sich vorab telefonisch unter der Service-Hotline 07940/18 555 anmelden. Barzahlungen können nach telefonischer Voranmeldung dienstags und donnerstags getätigt werden.

Die Abfallwirtschaft trifft diese Maßnahmen, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen und die Verbreitung des Corona-Virus weiter einzudämmen. „Die Abfälle der Bürgerinnen und Bürger werden weiterhin wie gewohnt zu den üblichen Abfuhrzeiten bequem vor der Haustüre abgeholt. Sollte es hier zu Verschiebungen kommen, werden wir umgehend darüber informieren“, so Sebastian Damm, Geschäftsführer der Abfallwirtschaft. Damm weist vor allem auch auf die Abfall-App hin, die stets aktuell über alle anstehenden Veränderungen rund um das Thema Abfall informiert. Sie steht in den gängigen App-Stores unter dem Namen „Abfallinfo HOK“ kostenlos zum Download zur Verfügung

Weitere Informationen: http://www.abfallwirtschaft-hohenlohekreis.de




Hohenlohe: Vereine schließen, Kirchen streichen Gottesdienste, Betläuten für die Kranken – Übersicht Maßnahmen der Städte/Gemeinden

Gottesdienste gestrichen, Vereine & Musikschulen stoppen ihre Angebote. Das öffentliche Leben kommt im Zuge des Coronavirus‘ auch im Hohenlohekreises immer mehr zum Erliegen.

Der TSV Ingelfingen stellt seinen Sportbetrieb vorerst bis zu den Osterferien komplett ein, ebenso der TSV Künzelsau, der auf seiner Internetseite in roter Schrift verkündet: „Der Corona Virus ist nun auch in Künzelsau und Umgebung vorhanden. Da die Schulen und Kindergärten in Baden-Württemberg ab sofort geschlossen werden, findet voraussichtlich erst wieder nach den Osterferien (20. April 2020) der Trainingsbetrieb im Verein statt.“ https://tsv-kuenzelsau.jimdofree.com/

Auch die Musikschulen, unter anderem in Krautheim, setzen ihre Angebote bis zu den Osterferien aus.

Die Stadtverwaltung Niedernhall hat ebenfalls diverse Veranstaltungen abgesagt, wie den Kinderkleiderbasar, der eigentlich am Samstag, den 14. März hätte stattfinden sollen.

In Dörrenzimmern sind ab dem 15. März 2020 alle Gottesdienste abgesagt. Der Kirchengemeinderat der Gemeinde hat beschlossen, dass bis auf Weiteres allabendlich um 19 Uhr in Dörrenzimmern, Stachenhausen und auf dem Eschenhof ein zehnminütiges Betläuten sein soll, bei dem insbesondere an die Kranken gedacht werden soll.

In Forchtenberg. Weißbach, Neuenstein und Öhringen wie auch in vielen anderen Städten und Gemeinden ist das Rathaus für den öffentlichen Publikumsverkehr geschlossen. Bürger werden zudem angehalten, soziale Kontakt auf das Mindeste zu reduzieren.

https://www.forchtenberg.de/rathaus-service/rathaus-aktuell

https://niedernhall.de/wichtige-aktuelle-mitteilungen-finden-sie-auch-immer-in-unserem-bekanntmachungsblatt

https://www.gemeinde-weissbach.de/

https://www.oehringen.de/home.html

https://www.krautheim.de/index.php?id=3&no_cache=1

https://www.doerzbach.de/

http://mulfingen.de

https://www.kupferzell.de/startseite

http://www.schoental.de

https://www.waldenburg.de/

https://www.neuenstein.de/startseite

https://www.pfedelbach.de/de/startseite/

 

 

 

 

 

 

 




Hohenlohe: Verdachtsfälle an den Schulen, aber die Ergebnisse lassen auf sich warten

Diverse Schulen im Hohenlohekreis wie die Anne-Sophie-Schule in Künzelsau-Taläcker oder das Ganerben-Gymnasium in Künzelsau bleiben heute bereits geschlossen und nicht erst morgen. Der Grund: Verdachtsfälle an den Schulen. Bereits seit Donnerstag, den 12. März 2020, haben die Schulen daher nicht mehr geöffnet. Nach Angaben von Eltern bleiben die Schulen teilweise deshalb heute ebenfalls geschlossen, weil die Ergebnisse der Verdachtsfälle noch nicht bekannt seien.

Da man bislang offensichtlich nicht weiß, ob es positiv getestete Fälle an diesen Schulen sind, müssten konsequenterweise diese Familien – und das betrifft Hunderte – komplett zu Hause bleiben, um nicht Gefahr zu laufen, wiederum andere anzustecken. Nur so unterbindet man stringenterweise die Ansteckung. Aber das Problem beginnt schon viel früher. Denn eigentlich ist es bereits zu spät, Schulen erst nach so genannten Verdachtsfällen zu schließen. In den Faschingsferien schossen die Zahlen in China in die Höhe, die Zahl der Toten ebenfalls. Hier hätte der Zeitpunkt für Deutschland sein müssen, um zu sagen: Wir verlängern nun erstmal die Faschingsferien und jeder begibt sich in häusliche Quarantäne, um möglichst wenig anzustecken. Landrat Dr. Matthias Neth äussert sich in einer Pressemitteilung dahingehend, dass offenbar immer noch einige nicht wüssten, wie dramatisch die Situation sei. An wen waren diese Worte gerichtet? An das Volk oder an die Regierung in Berlin? Immerhin traf Berlin erst Entscheidungen, nachdem kleinere Nachbarländer angefangen haben, zu handeln. Nun werden die Zahlen laut diversen Experten in den nächsten Wochen noch viel mehr nach oben schnellen, das Gesundheitsamt, die Ärzte und das Klinikpersonal am Rande der Leistungsfähigkeit arbeiten und es wird sich zeigen, wie gut gerüstet, Deutschland wirklich für den Ernstfall ist. Man möchte hier zwar jetzt nicht zynisch klingen, aber vielleicht bekommt das deutsche Gesundheitswesen endlich wieder die Aufmerksamkeit, die es verdient.

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann