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Künzelsauer Coronapatient springt Tod von der Schippe

Andreas Müller* fehlen ein paar Wochen in seinem Leben. Am 02. November 2020 änderte sich sein Leben schlagartig. An die darauffolgenden Wochen kann er sich nicht mehr erinnern. Seine letzte Erinnerung ist, wie er an diesem von der Herzkatheteruntersuchung in Rothenburg mit dem Taxi zurück nach Hause gekommen ist. Er kann sich nicht mehr daran erinnern, dass er sich abends vor den Fernseher gesetzt hat, dass er ins Bett gehen wollte und erst einmal hingeflogen ist. Er weiß nicht mehr, als er auf die Toilette wollte und in den Flur lief, seine Familie – Müller wohnt in einem Mehrgenerationenhaus – sah ihn wirr herumlaufen und beschloss, den Notarzt zu rufen. Müller weiß auch nicht mehr, dass ihn ein Rettungswagen schließlich nach Öhringen ins Krankenhaus brachte.

Als er aufwacht, kann er sich nicht bewegen und nicht sprechen

Seine ersten Erinnerungen hat er wieder eine Woche vor Weihnachten. Er liegt im Krankenhaus und weiß nicht, warum. Er kann sich nicht bewegen, nicht richtig sehen und sprechen, fühlt sich durch seine Hilflosigkeit dem Klinikpersonal völlig ausgeliefert. Andreas Müller hat Corona. Er liegt auf der Intensiv 1, dann auf de Intensiv 2, dann auf der 3. „Es gab Zeiten, in denen man sich schon abgeschrieben hat“, sagt er, wenn man ihn fragt, ob er in dieser Zeit Angst hatte, zu sterben.

Dem Tod noch einmal von der Schippe gesprungen

Andreas Müller ist 67 Jahre, verheiratet, hat zwei Kinder, Enkel, wohnt bei Künzelsau, war vor seiner Rente 40 Jahre lang als Großhandelskaufmann tätig. Er wird dem Tod ein zweites Mal von der Schippe springen – so wie ein paar Jahre zuvor schon einmal in seinem Leben. Da hatte er Darmkrebs. Doch der Reihe nach.

Er wird dem Tod ein zweites Mal von der Schippe springen

Nach seinem Erwachen kurz vor Weihnachten 2020 liegt noch bis 02. Februar 2021 in mehreren Krankenhäusern, insgesamt vier Monate, in denen er zuerst nach Öhringen gebracht worden ist, dann nach Stuttgart überführt wurde, vom Klinikum Stuttgart ging es ins Katharinenhospital, anschließend in die Rote-Kreuz-Klinik nach Stuttgart, dann zu einer Operation ins Klinikum Esslingen und danach wieder zurück in die Rote-Kreuz-Klinik nach Stuttgart. Abschließend ging es für drei Wochen zur Reha nach Brackenheim.

Mittlerweile ist er wieder zu Hause, ein Beatmungsschlauch versorgt ihn beständig mit Sauerstoff. Der Schlauch ist mehrere Meter lang, sodass er sich in seiner Wohnung relativ frei bewegen kann, ohne ständig eine Sauerstoffflasche mitzunehmen. Am Ende des Schlauchs hängt eine Sauerstoffflasche, die sie hoch ist wie eine Regentonne, nur etwas schmaler im Umfang, dafür umso gewichtiger. Das Gerät steht im Schlafzimmer. Nachts reicht der Schlauch für seine Sauerstoffsättigung nicht aus, dann braucht er eine spezielle Beatmungsmaske, die er über seinen Mund und seine Nase befestigt. Das Gerät ist laut. Seine Frau hört die Geräusche aber mehr als er, da er nachts seine Hörgeräte nicht drin hat, er zählt er und schmunzelt. Da er schon vor seiner Coronaerkrankung ein Schlafapnoe-Gerät hatte, war es für Müller zudem keine große Umstellung.

Ein zirka 20 cm langer Schnitt ziert seit kurzem seinen Körper

Ein zirka 20 cm langer Schnitt, zugenäht und am Vernarben, ziert seit kurzem seinen Körper auf der rechten Seite in Bauchhöhe. Die Ärzte haben sich hier Zugang verschafft zu seinem rechten Lungenflügel, der durch seine Coronaerkrankung stark geschädigt wurde. Ränder mussten entfernt werden. Der Lungenflügel funktioniert nicht mehr richtig. Ob der zweifache Familienvater und Opa jemals wieder ohne Sauerstoffzufuhr wird atmen können, ist fraglich.

Begeisterter Jäger und Sammler

Seit seiner Rente ist Müller begeistert Geocacher, das heißt, er versteckt kleine Schätze für andere Geocacher, die sie finden müssen und sucht auch selbst so genannte Caches, im Hohenlohekreis, aber auch weiter weg, ein Hobby, das auch seine Enkel lieben. Sein Bewegungsradius ist nun jedoch deutlich kleiner geworden. Nach seiner schweren Coronaerkrankung hat er ein Zeitfenster von sechs Stunden, dann sollte er wieder zu Hause sein. Denn: Nur so lange ist Sauerstoff in seiner kleinen portablen Sauerstoffflasche. Das reicht, um etwa zum Arzt nach Öhringen zu gehen oder um fast jeden Tag seine Runde mit dem Rollator durch seinen Wohnort zu laufen. Mittlerweile kann er wieder mehrere Kilometer gehen. Am letzten Tag seiner Reha schaffte er es kaum, seinen Fuß für eine Treppenstufe zu heben.

Wenn er nun Menschen reden hört, die unbedingt in Urlaub wollen in Zeiten von Coronareiseverordnungen, ärgert ihn das. Durch Corona kann er vermutlich nie wieder reisen. Wenn er spazieren geht, holt er seinen Rollator und packt in den Korb vorne rein eine kleine Sauerstoffflasche. Der Sauerstoffschlauch ist immer an seiner Nase.

Nie wieder reisen

Müller wirkt trotz seines ganzen Leidenweges und den Nachwehen zufrieden. Er hadert nicht mit seinem Schicksal. Er akzeptiert es. Das war nicht immer so.  „Anfangs habe ich mich gegen alles gewehrt, auch gegen die Beatmungsmaske im Krankenhaus.“ Bis ein Arzt ihm ins Gewissen redete: „Herr Müller, das ist reine Kopfsache bei Ihnen.“ Danach akzeptierte Müller das Gerät. Ob er je wieder ohne Beatmungsschlauch leben kann, ist ungewiss. „Andreas, wie geht’s denn?“, hat ihn vor kurzem ein Freund gefragt. „Es könnte besser, aber es geht aufwärts“, hat Müller geantwortet.

In vier Monaten hat er im Krankenhaus nur einmal seine Frau gesehen

In den vier Monaten durfte ihn seine Frau nur einmal für eine Stunde und 10 Minuten besuchen. „Ich lag im Bett und hab die Wände angestarrt“, erzählt er. Zwischenmenschlich sei dabei vieles auf der Strecke geblieben. Ausgeliefert habe er sich anfangs dem Krankenhauspersonal gefühlt, da er für jede Kleinigkeit Hilfe brauchte – in einem finanziell eng geschnürten Gesundheitswesen, das nicht gerade glänzt mit viel Zeit, die das Personal für die Patienten übrig hat.

Ein Seelsorger hat ihm die Nägel geschnitten und eine Apfelschorle gebracht

Eine Begegnung hat ihn während seines langen Krankenhausaufenthaltes besonders gefreut und dankbar gemacht. Ein Seelsorger hat ihn im Rote-Kreuz-Krankenhaus in Stuttgart besucht und als er gefragt hat, was er braucht, wie er ihm helfen könne, hat Müller auf seine langen Fingernägel geschaut, die auch nach Wochen keiner geschnitten hat. Da schnitt der Pfarrer seine Nägel und brachte ihm statt Wasser eine Apfelschorle zum Trinken. Für den 67-Jährigen war diese Begegnung so einschneidend, dass er ihm heute noch gerne einmal danke sagen würde für diese kleine Geste der Menschlichkeit.

*Der Name wurde von der Redaktion auf Wunsch geändert. Der richtige Name ist der Redaktion bekannt.

Text: Dr. Sandra Hartmann




Inzidenz im Hohenlohekreis sinkt weiter

Laut Landesgesundheitsamt betrug die 7-Tage-Inzidenz im Hohenlohekreis am Sonntag, 16. Mai 2021, 110,1. Eine Woche zuvor lag der Wert noch bei 180.

Starke Unterschiede zwischen den Gemeinden

Es ist allerdings weiterhin eine starke Ungleichverteilung innerhalb der Gemeinden festzustellen, in einigen Gemeinden liegen die Werte sehr niedrig, in anderen verharren sie auf einem hohen Niveau.

Inzidenzentwicklung HOK – Stand 20120516

 

Inzidenz pro Gemeinde, Stand 20210516

 

 




Inzidenz im Hohenlohekreis weiterhin sinkend – die 100er-Marke aber noch nicht erreicht

Am 12. Mai 2021 wurden 48 Menschen positiv auf das Virus getestet, am 13. Mai 2021 eine Person. Insgesamt ergibt sich eine 7-Tage-Inzidenz von 139,4 (Stand 12. Mai 2021, am Feiertag fand keine Aktualisierung der Inzidenzzahlen statt). Die Tendenz ist, ausgehend von einem Spitzenwert von 280,  weiterhin stark fallend, der Hohenlohekreis hat die Schranke von 100, die zur automatischen Aufhebung der Bundesnotbremse führt, noch nicht erreicht.

Starke Unterschiede zwischen den einzelnen Gemeinden

Auffallend ist die Inzidenzverteilung auf Gemeinden: In einigen Gemeinden liegt die Inzidenz bereits unter 100, in anderen verharrt sie weiterhin auf sehr hohem Niveau.

Inzidenzverteilung in den Gemeinden. Stand: 12.Mai 2021

 

 




„Die Maske ist für die Mitarbeiter eine sehr hohe Belastung, insbesondere in der Produktion“

Nüchtern, aber gut organisiert ist die Impfstation bei Ziehl-Abegg, wo sich am 10. Mai 2021 Mitarbeiter der Firma impfen lassen konnten. Ungefähr alle drei Minuten erscheint ein Impfwilliger, die vorab verteilten Unterlagen haben die Patienten bereits ausgefüllt – ein kurzer Check der nötigen Unterschriften und der Versichertenkarte und schon geht es weiter in die Impfkabine. Dort gibt es nochmals eine Möglichkeit, Fragen an den Arzt zu zu stellen, die Impfung selber nimmt nur wenige Sekunden in Anspruch.

Freigabe von Astra-Zeneca-Impfstoff ermöglicht Impfangebot für alle Mitarbeiter

Der ursprüngliche Plan war, streng nach Impfpriorität vorzugehen. „Aber durch die Freigabe des Astra-Zeneca-Impfstoffs für alle können wir jetzt jedem Mitarbeiter ein Impfangebot machen“, sagt Rainer Grill, Pressesprecher von Ziehl-Abegg. Er betont, dass die Impfentscheidung des einzelnen Mitarbeiters vom Arbeitgeber nicht beeinflußt wird: „Selbst mein Chef erfährt nicht, ob ich mich impfen lasse oder nicht“, erklärt er. Von den etwa 2.400 Beschäftigten am Standort ließen sich am ersten Impftag bereits 250 Mitarbeiter impfen. Auch die Angehörigen der Mitarbeiter gehen nicht leer aus, ihnen wird in der nächsten Woche ein Impfangebot gemacht werden.

250 Mitarbeiter am ersten Tag geimpft

Martin (der richtige Name ist der Redaktion bekannt) ist 51 Jahre alt und hätte gemäß der ursprünglichen Impfreihenfolge noch kein Impfangebot bekommen. Daher hat er das Angebot seines Arbeitgebers gerne angenommen. „Ich wurde schon viele Jahre gegen nichts mehr geimpft. Auch eine Grippeimpfung habe ich noch nie gemacht“, sagt er. Eine wichtige Motivation für die Impfung sind seine Mitmenschen: „Ich mache das ja nicht nur für mich, sondern auch für meine Angehörigen.“

Durchgeführt wurden die Impfungen unter der medizinischen Leitung von Dr. Tobias Neuwirth, der in Heilbronn eine Corona-Schwerpunktpraxis betreibt. Zum Thema Nebenwirkungen betont er, dass die allermeisten Symptome eigentlich gar keine Nebenwirkungen sind. Die meisten Patienten würden von schmerzendem Oberarm oder Symptomen wie einem grippalen Infekt, auch mit Fieber oder Schüttelfrost, berichten, das sei aber die erwünschte Reaktion des Immunsystems auf den Impfstoff. Schwere Impffolgen, von denen zu lesen ist, habe er in seiner Praxis noch nicht beobachtet.

Seit Pandemiebeginn in der Coronaprävention engagiert

Peter Fenkl, Vorstandsvorsitzender von Ziehl-Abegg, betont, dass sein Unternehmen sich seit Beginn der Pandemie in der Bekämpfung von Corona engagiert habe: „Wir haben bereits im Februar einen Krisenstab gebildet, der sich mit dem Thema Prävention beschäftigt.“ Er erinnert daran, dass man für das Landratsamt Face-Shields hergestellt habe und dem Gesundheitsamt über mehrere Wochen auch 6 Mitarbeiter für die Corona-Task-Force zur Verfügung gestellt habe. „Seit Anfang des Jahres haben wir uns mit dem Thema Impfung beschäftigt. Wir sind jetzt gut bestückt mit Astra-Zeneca, das heißt, wir haben sogar mehr Dosen bekommen als wir erwartet haben“.  Daher kann auch den Angehörigen der Mitarbeiter eine Impfung angeboten werden.

Nahezu keine Grippe und Erkältungen

Grippe und Erkältungskrankheiten gab es in diesem Winter wohl durch die Hygienemaßnahmen Desinfektion, Masken und Abstand so gut wie nicht. Trotzdem mag sich Fenkl die Fortführung dieser Maßnahmen nach Corona nicht vorstellen: „Die Maske ist für die Mitarbeiter eine sehr hohe Belastung, insbesondere in der Produktion. Da würde man den Mitarbeitern zu viel abverlangen.“

Text: Matthias Lauterer

Peter Fenkl, Vorstandsvorsitzender von Ziehl-Abegg, im GSCHWÄTZ-Interview. Foto: GSCHWÄTZ (Video-Hardcopy)

Kurze Wege. Foto: GSCHWÄTZ

Nüchterne Impfkabine. Foto: GSCHWÄTZ

Die Impfung dauert nur wenige Sekunden. Foto: GSCHWÄTZ




Hohenloher Inzidenz kratzt an der magischen Schulmarke

165. Diese Zahl sitzt in den Köpfen vieler Eltern, Schüler:innen und Lehrer:innen derzeit fest. Denn 165 ist der magische Inzidenzwert, der derzeit bestimmt, ob die Schulen wieder ihre Klassenzimmer für Wechselunterricht öffnen.

Im Hohenlohekreis wurden am 08.05.2021 (Stand: 16 Uhr*) insgesamt 25 neue Corona-Fälle gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 170,4 pro 100.000 Einwohner. Am 09.05.2021 (Stand: 16 Uhr*) wurden jedoch wieder insgesamt 12 neue Corona-Fälle gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt nun bei 180,2 pro 100.000 Einwohnern.

Bei einem Wert von unter 165 und das mindestens 5 Tage lang, öffnen die Schulen wieder. Ob das nun noch kurz vor den Pfingstferien gelingt, ist nun die große Frage. Der Wert müsste nun die kommende Woche unter diese Marke fallen, dann bestünde noch eine Aussicht auf Öffnung. Wenn nicht, geht es erst einmal in die Ferien.

Der durchschnittliche Inzidenwert in Baden-Württemberg  liegt derzeit laut dem Regierungspräsidium bei 145. Den besten Wert meldet aktuell der Main-Tauber-Kreis mit 49,8. Die Inzidenz der Stadtkreise Stuttgart und Heilbronn bewegt sich bei über 200.

* Es handelt sich hierbei um die für diesen Tag an das Landesgesundheitsamt gemeldeten Fälle. Die Meldefrist ist täglich um 16 Uhr, so dass alle Fälle des Vortags ab 16 Uhr bis zum aktuellen Tag, 16 Uhr, in die Statistik zählen.




Corona-Schnelltests in vielen Gemeinden möglich

Wo kann sich mittels eines Schnelltestestes auf Corona testen lassen? Das ist inzwischen nicht mehr nur in den Schnelltestzentren in Künzelsau und Öhringen möglich, in vielen Gemeinden gibt es Möglichkeiten, sich vor Ort testen zu lassen.

Eine Übersicht der Schnellteststellen für den Hohenlohekreis und den Landkreis Schwäbisch-Hall:

Hohenlohekreis

Bretzfeld

  • Dres. Dönmez/Buteanu, Humboldtstraße 2. Ohne Anmeldung von Mo, Di, Do, Fr 14-15 Uhr
  • Schnelltestzentrum Brettachtal (Kooperation „Little Pinguin“ aus Ellhofen und Gemeinde Bretzfeld), Humboldtstraße 3 (Brettachtalhalle), Anmeldung unter www.sz-br.de

Dörzbach

  • Marien-Apotheke Dörzbach,  Marktplatz 2 (Sitzungssaal Rathaus),  Di 14-16 Uhr, Do 14-17 Uhr, nach Anmeldung unter 07937/91190

Forchtenberg

  • MVZ Hohenlohe Forchtenberg, Am Bahnhof 1, Mo-Fr 12-13.30 Uhr, Sa 9-11 Uhr. Nach Anmeldung unter 07947/91900
    oder info@mvzhohenlohe.de.

Ingelfingen

  • Testzentrum Ingelfingen (Kooperation Stadt Ingelfingen, Seniorenstift Ingelfingen und DRK), Schlossstraße 8 (Schwarzer Hof). Di, Do 18.30-20.30 Uhr, Sa 9-11 Uhr. Nach Anmeldung www.apo-schnelltest.de/testcenter-ingelfingen oder unter 07940/130924 während der Öffnungszeiten des Rathauses

Künzelsau

  • Testzentrum Künzelsau (KooperationMediKÜN-Apotheke, Hohenlohe-Apotheke, DRK und Stadt Künzelsau), Schulstraße 9 (Stadthalle). Mo, Mi, Fr 18-21 Uhr und Di, Do, Sa 9-12 Uhr. Nach Anmeldung unter www.apo-schnelltest.de/testcenter-kuenzelsau
    oder 07940/129-0 (nur für Personen ohne Internet)

Kupferzell

  • Schnelltestzentrum Kupferzell (Kooperation „Little Pinguin“ aus Ellhofen und Gemeinde Kupferzell), Jahnweg 2 (Carl-Julius-Weber-Halle). Anmeldung und Information unter www.sz-ku.de.

Krautheim

  • Stadt-Apotheke Krautheim, Götzstraße 17 Mo-Fr 17-19 Uhr. Nach Anmeldung unter 06294/42-100
  • Katholische Sozialstation Krautheim, Schulstraße 11 (im TSC Tennisheim), Mo-Fr 11-14 Uhr Nach Anmeldung unter 06294/98-0

Neuenstein

  • Schnelltestzentrum Neuenstein (Kooperation „Little Pinguin“ aus Ellhofen und Stadt Neuenstein), Öhringer Straße 28 (Alte Turnhalle), Info unter www.sz-neu.de.

Niedernhall

  • Kommunales Testzentrum (Kooperation Stadt Niedernhall mit TSV Niedernhall), Brückenwiesenweg 2 (Stadthalle), Mo-Fr 18-19 Uhr, derzeit noch ohne Terminvereinbarung
  • Praxis Dr. med. Jens Ehrmann/Dr. med. Elke Renner, Bachwiesenstraße 1, Mo u. Fr 13.30-14.30 Uhr, Di u. Do 12-13 Uhr, Mi 12.30-13.30 Uhr. Nach Anmeldung unter 07940/51050

Öhringen

  • AWO – Pflege & Betreuung gGmbH Rathausstraße 18. Mobiles Angebot für Arbeitgeber nach Anmeldung unter
    07941/9852-98
  • Bahnhof-Apotheke Öhringen, Bahnhofstraße 25. Nach Anmeldung unter 07941/8584
  • Corona-Teststation als „Drive-In“ (Kooperation Dayan Security & Services GmbH aus Bretzfeld und Dres. Dönmez/Buteanu), Steinsfeldle 13 (Parkplatz gegenüber Obi), http://www.schnelltesten-bw.de
  • dm-drogerie markt GmbH + Co. KG, Büttelbronner Straße 5. https://www.dm.de/services/services-im-markt/corona-schnelltest-zentren-613504#termin
  • Dres. Baier/Hiller/Zich, Schillerstraße 28, Mo, Di, Do 17-18 Uhr, Fr 15-16 Uhr. Nach Anmeldung unter 07941/989460
  • Dres. Baumann/Wagner/Hauser, Poststraße 8. Ohne Anmeldung von Mo-Fr 8-10 Uhr und 16-18 Uhr
  • Dres. Brändle/Füller Marktplatz 7, Mo-Fr 12-13 Uhr, Di 14-16 Uhr, Do 7.30-8.30 Uhr. Nach Anmeldung unter 07941/2263 oder
    www.terminland.eu/praxis-braendlefueller
  • Dres. Haupt/Schubert, Bahnhofstraße 28, Mo, Di, Do, Fr 14-16 Uhr. Nach Anmeldung unter 07941/91350
  • Dres. Sandig/Bublitz/Lupu, Haagweg 38, Mo, Di, Do, Fr 7-8 Uhr. Nach Anmeldung unter www.terminland.de/praxis-sandig-bublitz, Termine außerhalb dieser Zeiten nach Vereinbarung unter praxis-sandig-bublitz@web.de
  • Dr. Schwengber, Herrenwiesenstraße 11, Mo-Fr 10-11 Uhr, Mo, Di, Do 15-16 Uhr
    nach Anmeldung unter 07941 /94970
  • Dr. Senghaas, Karlsvorstadt 8, Mo-Fr 11-12 Uhr. Nach Anmeldung unter 07941/2311
  • Dr. Zeqiraj, Nussbaumweg 1, Mo-Fr 10.30-12.00 Uhr. Nach Anmeldung unter 07941/9630186
  • Die Hirsch-Apotheke, Marktplatz 3, Termine kurzfristig nach Verfügbarkeit und mobiles Team für Firmen, Tel. 07941/2404 oder corona@diehirschapotheke.de
  • Die Hirsch-Apotheke / Testzentrum an der Kultura, Herrenwiesenstraße Parkplatz Nord (an der Kultura), Mo-Fr 13-17 Uhr, Sa 8-12 Uhr. Nach Anmeldung unter www.schnelltest-hohenlohe.de, Tel. 0152-23203948
  • Hof-Apotheke Öhringen, Marktplatz 9,  Anmeldung: www.apo-schnelltest.de/hof-apotheke
  • Schiller-Apotheke Öhringen, Schillerstraße 64. Nach Anmeldung unter 07941/39404
  • Corona Schnellteststation am Toom Baumarkt, Austraße 10 (Toom-Parkplatz), Mo-Sa 10-18 Uhr, Registrierung unter www.schnelltest.hn oder vor Ort. Keine Terminvereinbarung notwendig.

Pfedelbach

Schöntal

Landkreis Schwäbisch Hall

Testzentrum Crailsheim

  • Kistenwiesenhalle, In den Kistenwiesen 7, Crailsheim (Sa. 9 bis 16 Uhr, Mi. 13 bis 18 Uhr), keine Anmeldung notwendig

Testzentrum Gaildorf

Teststelle Michelfeld

  • Rathaus Michelfeld, Untergeschoss, Haller Straße 35, Michelfeld (Di. 17 bis 19 Uhr, Fr. 16 bis 18 Uhr), www.michelfeld.de

Kommunales Testzentrum Schwäbisch Hall

  • Schulzentrum West, Berliner Straße 16, Schwäbisch Hall (Mo. bis Fr. 7:30 bis 18 Uhr, Sa. und So. 9 bis 15 Uhr), keine Anmeldung notwendig

Kommunale Teststelle Vellberg

  • Stadthalle, Schönblickstraße 4, Vellberg (Di. 7 bis 10 Uhr und 17 bis 20 Uhr), Do. 7 bis 10 Uhr und 17 bis 20 Uhr, Sa. 8 bis 13 Uhr, keine Terminvereinbarung nötig

Weitere teilnehmende Apotheken in Baden-Württemberg sind auf der Internetseite der Landesapothekerkammer unter https://www.lak-bw.de/service/patient/antigen-schnelltests.html zu finden (ohne Anspruch auf Vollständigkeit). In den einzelnen Städten und Gemeinden gibt es außerdem weitere dezentrale Schnelltestmöglichkeiten.

 




Bislang 114 Coronatote im Hohenlohekreis und 83.591 in Deutschland

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie sammelt das Robert Koch-Institut als zentrale Stelle die Zahlen der Infektionsfälle in ganz Deutschland, dokumentiert, wie viele Todesfälle es gab und wie viele erkrankte Menschen wieder gesund wurden. Doch was heißt eigentlich „mit oder an Corona verstorben“? Taucht ein Mensch, der im Krankenhaus nach einem Unfall verstirbt und vorher positiv auf das Coronavirus getestet wurde, in der Statistik der Unfallopfer oder in der der Corona-Toten auf?
Es zeigt sich bei unseren Recherchen auch: Pandemien haben die Menschheit schon immer beschäftigt – nicht erst seit Corona: Infektionskrankheiten wie die Pest über die Spanische Grippe bis hin zu AIDS.
Inzidenz von 246,8 in Hohenlohe
Im Hohenlohekreis haben sich seit Beginn der Pandemie 5.348 Menschen mit Corona infiziert, seit dem Vortag sind 807 Infektionsfälle dazugekommen, was einer Inzidenz von 246,8 entspricht. Momentan sind noch 419 aktiv (Stand 03. Mai 2021 18.34 Uhr). 114 der betroffenen Menschen verstarben, 4.815 sind wieder gesund. Insgesamt gab es 15.804 K1-Kontakte, davon aktuell noch 550. (https://lra-hok.maps.arcgis.com/apps/dashboards/d770da3ea38643bbbd662a3e05bad5a9).
Baden-Württemberg und bundesweit
In ganz Baden-Württemberg kam es zu 451.387 Infektionen, seit dem Vortag sind 807 Infizierte dazugekommen. In diesem Bundesland gab es 9.410 Todesfälle seit Beginn der Pandemie. In den letzten sieben Tagen haben sich 19.217 Baden-Württemberger mit dem Coronavirus infiziert – was einer Inzidenz von 173 entspricht. Deutschlandweit haben sich bis jetzt laut RKI 3.433.516 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert, das sind 7.534 mehr als am Vortag (Stand 04. Mai 2021, 0.00 Uhr). 83.591 der Infizierten sind verstorben. In den letzten sieben Tage kamen 117.614 neue Fälle deutschlandweit hinzu, was einer Inzidenz von 141 entspricht. (https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html/).
Weltweite Zahlen

Laut WHO gab es mittlerweile weltweit 153.094.318 Coronainfektionen (Stand 04. Mai 2021). Davon sind 3.206.339 Menschen verstorben. Am 02. Mai 2021 sind 1,046 Milliarden Impfdosen verabreicht worden (https://covid19.who.int/). Die tagesaktuellen Fallzahlen weltweit sind auch auf den Internetseiten der Weltgesundheitsorganisation und des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) abrufbar.

„Mit oder an Corona verstorben“?
Laut RKI-Homepage gehen die Covid-Todesfälle in die Statistik ein, „bei denen ein laborbestätigter Nachweis von SARS-CoV-2 (direkter Erregernachweis) vorliegt und die in Bezug auf diese Infektion verstorben sind“. Bei Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen sei das Risiko höher, an der Infektion zu versterben – was es schwieriger macht zu bestimmen, ob die Infektion direkt zum Tod der Person beigetragen hat. Also werden Menschen, die unmittelbar an der Krankheit verstorben sind, ebenso erfasst wie jene Personen, die Vorerkrankungen hatten, bei denen sich aber nicht zu 100 Prozent nachweisen lässt, was die Todesursache war. Deshalb heißt es bei der Verkündung der Todeszahlen „verstorben an oder mit Corona“ (https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/gesamt.html;jsessionid=F0F1A4F89F7DB7A91456412F7F657DF9.internet101?nn=2386228).
Ermessen der Gesundheitsämter
Die Zahlen werden von den Gesundheitsämtern an das RKI übermittelt. Weshalb es in deren Ermessen liegt, ob ein Fall als verstorben an oder mit Covid-19 gemeldet wird. Bei der überwiegenden Zahl der Fälle vermerken die Gesundheitsämter laut RKI „verstorben an der gemeldeten Krankheit“. Wenn es bei bereits Verstorbenen den Verdacht gibt, dass sie an Corona gestorben sein könnten, kann auch noch nach dem Tod auf die Krankheit untersucht werden. In den meisten Bundesländern wird außerdem der vertrauliche Teil der Todesbescheinigung an das Gesundheitsamt übersendet. So können die Meldedaten abgeglichen werden, wenn auf der Bescheinigung als Todesursache eine Infektionskrankheit angegeben ist.

Pandemien hat es immer schon gegeben

Zum Vergleich: Pandemien mit verheerenden Folgen hat es immer schon gegeben. So wütete die Pest jahrhundertelang immer wieder. Bereits um 536 entvölkerte sie das Byzantinische Reich und den Nahen und Mittleren Osten. Rund 50 Prozent der dortigen Bevölkerung fielen ihr zum Opfer. Im 14. Jahrhundert raffte sie rund ein Drittel der europäischen Bevölkerung dahin. Auch in den Jahrhunderten danach kam es immer wieder zu Ausbrüchen. Auch heute noch tritt die Pest immer wieder in Erscheinung: Auf Madagaskar werden jedes Jahr 200 bis 700 Fälle gemeldet (https://tropeninstitut.de/aktuelle-krankheitsmeldungen/25.03.2021-madagaskar-pest).
Ebola grassiert seit 1976 immer wieder
Ebola-Viren wurden 1976 das erste Mal in der Demokratischen Republik Kongo nachgewiesen. Die weltweit bisher schwerste Ebola-Epidemie grassierte 2014 bis 2016 in Westafrika und mit 28.639 Erkrankten, von denen 11.316 starben. 2018 bis 2020 gab es den zweitschwersten Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda mit 3470 Erkrankten und davon 2287 Todesfällen. (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/314372/umfrage/weltweite-ausbrueche-des-ebola-virus-nach-fallzahlen-und-todesfaellen/).
Die Spanische Grippe
Die Spanische Grippe wütete von 1918 bis 1920 und forderte nach Schätzungen zwischen 27 und 50 Millionen Tote weltweit – ähnlich viele wie die beiden Weltkriege zusammen. Im Deutschen Reich fielen ihr rund 426000 Menschen zum Opfer. Die Influenza – umgangssprachlich auch häufig „Grippe“ genannt – ist eine der am weitesten verbreiteten Infektionskrankheiten der Welt. Nach Schätzungen der WHO infizieren sich jährlich über 500 Millionen Menschen mit dem Influenzavirus. Nach WHO-Schätzungen sterben rund 650.000 Menschen jedes Jahr an der Atemwegserkrankung (https://www.who.int/influenza/en/#).
Aids
Eine der schlimmsten Pandemien hat das AIDS-Virus ausgelöst, das seit 1981 als eigenständige Krankheit gilt. Seit die ersten HIV-Fälle registriert wurden, haben sich nach Angaben der Organisation UNAIDS rund 78 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. 35 Millionen von ihnen sind an Krankheiten im Zusammenhang mit diesem Virus gestorben (https://www.unaids.org/en/whoweare/about). Nach Angaben des Robert Koch-Instituts haben sich im Jahr 2019 geschätzt 2.600 Personen in Deutschland mit HIV infiziert, 2018 waren es 2.500 Neuinfektionen (https://www.rki.de/DE/Content/Service/Presse/Pressemitteilungen/2020/09_2020.html;jsessionid=39E402EE09CCAAC283FEAEEE8AE2F957.internet081). Die Zahl der Menschen mit einer HIV-Infektion in Deutschland ist demnach bis Ende 2019 auf 90.700 gestiegen, von denen im gleichen Jahr geschätzt 380 Menschen an HIV gestorben sind.
Text: Sonja Bossert



Keine Entspannung in Sicht

Im Hohenlohekreis wurden am 01.05.2021 (Stand: 16 Uhr*) insgesamt 52 neue Corona-Fälle gemeldet. Das geht aus einer Mitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises hervor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 253,0 pro 100.000 Einwohner. Der Durchschnittsinzidenzwert in Baden-Württemberg liegt derzeit bei 183.

Lediglich sechs weitere Kreise in Baden-Württemberg haben einen schlechteren Inzidenzwert als der Hohenlohekreis, darunter der Stadtkreis Heilbronn.

* Es handelt sich hierbei um die für diesen Tag an das Landesgesundheitsamt gemeldeten Fälle. Die Meldefrist ist täglich um 16 Uhr, sodass alle Fälle des Vortags ab 16 Uhr bis zum aktuellen Tag, 16 Uhr, in die Statistik zählen.

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Nun auch vormittags kostenfrei schnelltesten

Vor dem Friseur oder dem Besuch bei Angehörigen schnell zum Test? Das geht mit den erweiterten Öffnungszeiten des Corona-Schnelltestzentrums in der Stadthalle in Künzelsau jetzt noch besser. Ab Montag, den 03. Mai 2021 sind die kostenfreien Tests buchbar von Montag bis Samstag, jeden Vormittag von 9 bis 12 Uhr, sowie Montag, Mittwoch und Freitag weiterhin von 18 bis 21 Uhr. Die Tests werden von den Teams der Hohenlohe-Apotheke, der Apotheke MediKÜN in Kooperation mit den Ortsvereinen Künzelsau und Kupferzell des Deutschen Roten Kreuz abgenommen. Die Parkplätze bei der Stadthalle stehen Testzentrum-Besuchern kostenfrei zur Verfügung. Es muss kein Parkticket gelöst werden.

Anmeldungen zum kostenfreien Corona-Schnelltest sind online möglich über das Buchungsportal: http://www.apo-schnelltest.de/testcenter-kuenzelsau . Wer keinen Internetzugang hat, kann sich bei der Stadtverwaltung Künzelsau telefonisch anmelden: Montag bis Freitag von 8.30 bis 18.30 Uhr, Samstag von 9 bis 13 Uhr, Telefon 07940 129-0.

 




Bin ich eigentlich noch ansteckend?

Peter M. (Name geändert, der richtige Name des Patienten ist der Redaktion bekannt) wohnt in einer Gemeinde im Kochertal, wo er die letzten 14 Tage in Quarantäne verbracht hat, „eingesperrt war“, wie er es ausdrückt. Ein Schnelltest am Arbeitsplatz habe ein positives Ergebnis gezeigt, woraufhin er zwei Tage später einen PCR-Test bei der Abstrichstelle in Belzhag durchführen ließ. Bereits am nächsten Tag rief das Gesundheitsamt bei ihm an und teilte ihm mit, dass auch der PCR positiv sei und dass er hiermit in Quarantäne sei. Weitere Informationen oder Verhaltensregeln habe er nicht erhalten.

Peter M. lobt das Hygienekonzept seines Arbeitgebers

Auf die Hygienemaßnahmen seines Arbeitgebers lässt er nichts kommen, die seien vorbildlich: Zwei Schnelltests pro Woche, Fiebermessung beim Betreten des Geländes und dazu regelmäßige Abstands- und Maskenkontrollen. Er sei auch ein Einzelfall gewesen, außer bei ihm habe keiner der Schnelltests angeschlagen. Daher geht Peter M. davon aus, dass er sich beim Einkaufen infiziert haben muss, „sonst mache ich im Moment ja gar nichts“.

Gegen Ende der Quarantäne nicht symptomfrei

Der Verlauf der Krankheit war bei Peter M. glücklicherweise nicht schwer, aber auch nicht symptomlos. Er spricht von Kopfschmerzen, manchmal Atemnot und dem Verlust des Geruchssinns. Wegen dieser Symptome war er von seinem Arzt arbeitsunfähig geschrieben. Es bereitet ihm Sorge, dass die Symptome gegen Ende der Quarantäne noch anhalten, weshalb er sich fragt, ob er nach Beendigung der Quarantäne, „wo ich wieder draußen herumlaufen darf“, noch ansteckend sein kann. Er ist über Covid-19 und die Schutzmaßnahmen gut informiert, aber diese Frage kann er nicht beantworten. Und auf gar keinen Fall möchte Peter M. jemanden anstecken.

RKI: Dauer der Ansteckungsfähigkeit „ist noch nicht klar definiert“

Diese Frage nach der Dauer der „Kontagiosität“ (die Fähigkeit, andere anzustecken) stellt sich auch das Robert-Koch-Institut (RKI) und kann sie genau wie Peter M. auch in der aktuellen Publikation mit Stand 19. April 2021 noch nicht eindeutig beantworten: „Der genaue Zeitraum, in dem Ansteckungsfähigkeit besteht, ist noch nicht klar definiert. Als sicher gilt, dass die Ansteckungsfähigkeit in der Zeit um den Symptombeginn am größten ist und dass ein erheblicher Teil von Transmissionen bereits vor dem Auftreten erster klinischer Symptome erfolgt. Zudem ist gesichert, dass bei normalem Immunstatus die Kontagiosität im Laufe der Erkrankung abnimmt, und dass schwer erkrankte Patienten mitunter länger infektiöses Virus ausscheiden als Patienten mit leichter bis moderater Erkrankung. Nach derzeitigem Kenntnisstand geht bei leichter bis  moderater Erkrankung die Kontagiosität 10 Tage nach Symptombeginn deutlich zurück.“ Da Peter M.s Krankheitsverlauf höchstens „moderat“ sein dürfte, dürfte seine Ansteckungsfähigkeit nach Auffassung des RKI „sehr gering“ sein.

Corona: Es ist nicht möglich, aus einem „normalen“ Schnelltest- oder PCR-Test-Ergebnis direkt auf die Ansteckbarkeit zu schließen

Vom Gesundheitsamt hat Peter M. keine Ratschläge bekommen. Peter M.’s Hausarzt verordnete nun einen zweiten PCR-Test. Dessen Ergebnis kennt Peter M. noch nicht. Ob das Ergebnis des Tests seine Sorgen lindern wird, ist fraglich: Es ist nicht möglich, aus einem „normalen“ Schnelltest- oder PCR-Test-Ergebnis direkt auf die Kontagiosität zu schließen. Für eine genauere Aussage hierüber wären weitere Tests nötig, die allerdings mehrere Tage dauern. Zwar kann man aus der Menge des eventuell gefundenen Virusmaterials vermuten, ob noch Ansteckungsgefahr besteht, aber auch diese Aussage ist nicht hundertprozentig.

Auch das RKI kann Peters Frage nicht eindeutig beantworten

Dazu das RKI: „Im Gegensatz zu replikationsfähigem Virus ist die RNA von SARS-CoV-2 bei vielen Patienten noch Wochen nach Symptombeginn mittels PCR-Untersuchung nachweisbar. Diese positiven PCR-Ergebnisse sind jedoch nicht mit Ansteckungsfähigkeit gleichzusetzen“. Eine gewisse Unsicherheit bleibt für Peter M.. daher nach wie vor.

Soweit alles richtig gemacht

Kai Sonntag, Ansprechpartner der kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg für die Abstrichstelle in Belzhag, meint, dass Peter M. alles richtig gemacht habe: Einen PCR-Test kann nur der Hausarzt veranlassen, daher sei die Untersuchung durch den Hausarzt zwingend.

Text: Matthias Lauterer