Coronavirus: Quarantänestation in Kupferzell – Krankenhaus Künzelsau kommt nicht als Quarantänestation in Betracht
Falls sich ein Einwohner des Hohenlohekreises mit dem Coronavirus infiziert hat, aber zu Hause keine geeigneten Quarantänemöglichkeiten hat, gibt es nun die erste Quarantänestation im Kreis: in Kupferzell. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes hervor.
Der Hohenlohekreis schaffe damit Möglichkeiten zur isolierten Unterbringung. In Kupferzell stünden 17 Einzelzimmer zur Verfügung. Weiter heißt es: „Das Robert Koch-Institut beurteilt die Gefährdungssituation für die Bevölkerung als mäßig.“
Der Gesundheitszustand der ersten betroffenen Frau (wir bericheten https://www.gschwaetz.de/2020/03/05/coronavirus-hat-hohenlohe-erreicht-landrat-neth-moegliche-folgen-einer-unkontrollierten-verbreitung-waeren-enorm/ ) sei nach wie vor gut, sie befindet sich laut dem Landratsamt weiterhin in häuslicher Quarantäne. Von einer stationären Aufnahme könne zum jetzigen Zeitpunkt abgesehen werden.
Ehemaliges Krankenhaus in Künzelsau als Quarantänestation?
Auf GSCHWÄTZ-Anfrage, ob auch das ehemalige Krankenhausgebäude in Künzelsau als mögliche Quarantänestation in Betracht gezogen werde, verneinte der Mehrheitseigner, die BBT-Gruppe, dies. Auf die Frage, in welches Krankenhaus Patienten bei einer Ansteckung verwiesen werden würden, verwies die BBT-Gruppe auf das Gesundheitsamt des Kreises. Das Landratsamt, in dem sich das Gesundheitsamt befindet, wiederum verwies darauf, dass die Krankenhäuser „der BBT-Gruppe in der Region für die aktuelle Lage „Coronavirus“ vorbereitet seien.
Die BBT-Gruppe verwies darauf, dass sie sich in ihren Krankenhäusern und Senioreneinrichtungen gemäß den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html vorbereitet haben.
Möglichkeit der Isolation geschaffen
„Je schneller der Ausbruch verläuft und desto mehr Personen gleichzeitig erkranken, je schneller stößt unser Gesundheitssystem an seine Grenzen. Mit unseren Organisationen des Bevölkerungsschutzes arbeiten wir derzeit Hand in Hand, um eine größere Verbreitung des Virus einzudämmen. Daher ist es wichtig, die Infektionsketten zu identifizieren. Ab heute können wir Personen, die sich nicht zu Hause isolieren könnten, in Kupferzell unterbringen“, erklärt Dr. Matthias Neth, Landrat des Hohenlohekreises. Es stünden insgesamt 17 Einzelzimmer zur Verfügung. Im Bedarfsfall kann die Anzahl erhöht werden. Der Versorgungsplan sowie Hygienemaßnahmen sind mit den örtlichen Hilfsorganisationen vorbereitet. „Wir haben uns gemeinsam die Situation vor Ort angeschaut und sind auf die Lage gut vorbereitet. Eine umfassende Versorgung wäre gewährleistet“, so Torsten Rönisch, Kreisbrandmeister des Hohenlohekreises, über die Besichtigung mit Feuerwehr, DRK sowie leitenden Notärzten. „Es tut gut zu wissen, dass wir im Bedarfsfall gerüstet sind und dafür möchte ich auch allen Helfern und Akteuren danken – haupt- wie ehrenamtlich.“ Der Schulbetrieb der Akademie für Landbau und Hauswirtschaft (ALH) sei uneingeschränkt möglich. Der Koordinierungsstab des Landratsamtes treffe sich auch am Wochenende täglich.
Neth: „Mit unseren Organisationen des Bevölkerungsschutzes arbeiten wir derzeit Hand in Hand, um eine größere Verbreitung des Virus einzudämmen“
Der Fokus aller Maßnahmen liege laut dem Landratsamt darauf, die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern oder mindestens deutlich zu verlangsamen. Alltagshygienemaßnahmen wie regelmäßiges und gründliches Händewaschen, die Einhaltung der Husten- und Niesetikette sowie ein angemessener Abstand von mindestens 1 bis 2 Meter zu hustenden/niesenden Personen würden einen guten Schutz vor einer Infektion bieten.
Für alle Fragen zum Coronavirus ist das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises werktags von 8 bis 18 Uhr sowie am Wochenende von 9 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 07940 18-888 zu erreichen. Außerhalb dieser Zeiten ist ein Anrufbeantworter geschaltet, der auf die dann zuständigen Stellen verweist. Das Gesundheitsamt steht mit seinen Experten beratend zur Verfügung. Des Weiteren können sich Bürger täglich zwischen 9 und 18 Uhr unter der Telefonnummer 0711 904-39555 an eine eigens eingerichtete Hotline des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg wenden.
Weitere Informationen: http://www.hohenlohekreis.de an.














